Woldenberg (Neumark) kulinarisch  —  Rezepte von Bayers Hof khd
Stand:  26.8.2007   (5. Ed.)  –  File: Food/Rezepte/R_337.html


Woldenberg Diese Seite ist Teil eines Woldenberg-Reports. Woldenberg (heute das polnische Dobiegniew) war vor 1945 eine kleine Stadt in der Neumark, dem damals östlichsten Teil der Mark Brandenburg. Die meisten Bürger Woldenbergs lebten von der Landwirtschaft. Das schlug sich auch im Speisezettel nieder. Von dieser bodenständigen Küche sind einige Rezepte von „Bayers Hof“ bei Woldenberg zum Nachkochen dokumentiert worden.

Die meisten Rezepte sind für jeweils 4 Portionen berechnet, falls nicht anderes notiert. Die Rezepte können durchaus noch Ungenauigkeiten – insbesondere bei der Würzung – enthalten. Daher sind Korrekturen per E-Mail willkommen.

Präsentiert wird hier:  Große Pretzel (eine Art Kranzkuchen) [R 337]. Auch das ist ein Rezept von Bayers Hof, der in der Nähe von Woldenberg lag.


Kulinarisches aus Woldenberg und Umgebung


Große Pretzel  [Bayers Hof]

Rubrik: Kuchen R 337 K
Zutaten:
Großer Kranzkuchen
1 kg
1/2 l
80 g
4
2 Prisen
250 g
200 g
2
2
250 g
100 g
200 g

   
Weizenmehl Typ 550
Milch, lauwarm
Hefe (2 Würfel)
Eier
Salz
Butter, zerlassen
Zucker
Vanillezucker
Zitronen, ungespritzt   1)
Sultaninen in Rum   2)
Korinthen, gebrüht
Mandeln, gehackt   3)
Puderzucker zum Bestreuen


   









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Füllung
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Zube-
reitung:
Vorbereitungen
  1. Die ganzen Mandeln in eine Metall- Schüssel geben und mit kochendem Wasser überbrühen. Etwa 15 Minuten stehen lassen. Dann läßt sich die braune Haut leicht entfernen. Die gehäuteten Mandeln in eine kleine Bratpfanne geben und auf dem Herd auf Stufe 1/2 (von 3) vorsichtig trocknen. Sie sollen aber nicht rösten. Dann die Mandeln in einem Mixer grob zerhacken.  3)
  2. Die Korinthen und ggfs. auch die Sultaninen  2) in einer Metall- Schüssel kurz überbrühen und in einem Durchschlag abtropfen lassen.
  3. Das gesiebte Mehl in eine große Rührschüssel geben. Mit einem Löffel eine Mulde ins Mehl drücken, die zimmerwarme Hefe hineinbröseln, mit 1 EL Zucker, 4 EL lauwarmer Milch (unter 30 °C) und etwas Mehl vom Rand zum Vorteig rühren.
  4. Mit etwas Mehl bestäuben und mit einem Tuch bedeckt ca. 20 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen, zum Beispiel im Backofen bei unter 50 °C mit nur angelehnter Backofentür (Quirl dazwischenstecken).
  5. Unterdessen die Korinthen mit Küchenkrepp trocknen. Die Korinthen mit den Rum-Rosinen (Sultaninen) in einer kleinen Schüssel vermischen. Beiseitestellen.
  6. Die Butter in einem kleinen Topf auf dem Herd schmelzen. Beiseitestellen.
Der Hefeteig
  1. Auf den Mehlrand 2 EL Butter, 2 EL Zucker, die abgeriebene Zitronenschale und das Salz verteilen. Mit der restlichen Milch und den Eiern alles mit einem elektrischen Rührgerät (Knetwendeln) grob verkneten.
  2. Den Teig in einen hohen Rührtopf, wo der Teig seitlich nicht ausweichen kann, umfüllen und zu einem glatten, festen Teig verkneten, bis dieser Blasen wirft und sich vom Topfrand löst. Nicht zu lange kneten!
  3. Den Hefeteig zu einer Kugel formen und nochmals mit der Hand kurz durchkneten. Auf einem bemehlten Küchenbrett rechteckig auf etwa 40 x 30 cm ausrollen.
Die Füllung
  1. Den Teig nicht ganz bis zum Rand mit der zerlassenen Butter bepinseln und den restlichen Zucker, die Rum-Sultaninen mit Korinthen und die frisch gehackten Mandeln gleichmäßig verteilt aufstreuen.
  2. Den Teig aufrollen und auf ein gefettetes und bemehltes Blech mit dem ‚Schlitz‘ nach unten legen. Die Enden der Teigrolle nach unten umschlagen und gut festdrücken. Die Pretzel auf der Oberseite mit etwas flüssiger Butter bestreichen. Auf keinen Fall den Kuchen mit Zucker bestreuen, da dieser beim Backen schmelzen und schließlich verkohlen würde.
Das Backen
  1. Den Backofen auf 200 °C vorheizen.
  2. Den Kranzkuchen mit einem feuchten Tuch abdecken und etwa 30 Minuten auf dem Herd gehenlassen, bis er sich deutlich vergrößert hat. Dann sofort in den Ofen auf mittlere Schiene einschieben.
  3. Die Backzeit beträgt etwa 30–45 Minuten, d. h. ab der 30. Minute muß man nach dem Kuchen schauen (Garprobe!). Der Kranzkuchen darf zudem nicht zu dunkel werden.
  4. Ist der Kranzkuchen fertig, ihn aus dem Ofen nehmen und noch heiß mit der restlichen Butter bepinseln und mit Puderzucker bestreuen. Den Kuchen auf dem Blech abkühlen lassen.

    Man könnte den Kranzkuchen, den Oma eben nicht als runden Kranz sondern als lange „Pretzel“ (so nannte sie ihn) buk, auch mit einer Zuckerglasur aus 100 g Puderzucker mit dem Saft der Zitrone überziehen. Aber Oma machte das nicht. Auch sie bestrich lieber die fertige Pretzel mit etwas flüssiger Butter und stäubte etwas Puderzucker darüber.
 
Anm.: 1)  BIO-Zitronen verwenden. Die Schale einer frischen Zitrone kann aber auch durch 5 g „Citro-Back“ von SCHWARTAU ersetzt werden. Es soll keine Chemie enthalten.
2)  Beispielsweise: PICKERD DEKOR „Rosinen mit Rum“ (echter Jameica-Rum), was es im Handel gibt. Verwendet man Sultaninen pur, dann müssen diese kurz gebrüht werden und nach dem Abtropfen mit 2–4 EL Rum beträufelt werden.
3)  Man kann sich das Backen auch leichter machen und gleich gemahlene Mandeln einkaufen.
Quelle: Omas „Backrezepte“, die sie um 1940 sehr knapp auf einem Zettel notiert hatte, den ich 2000 zufällig fand. Das half dabei, das Rezept des so gut schmeckenden Kuchens aus meiner Kindheit zu rekonstruieren.
Notiert: 1.7.2000.

©  2000–2006   khd-rezepte — R 337 – 8i. Ed.





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