Diese Seite ist eine Ergänzung eines Berlin-Reports zur IBA von 1957.
| 2006 Auch das Amerika-Haus soll verschwinden |
I n h a l t a u s d e r R e i h e B e r l i n s W e s t - C i t y w i r d l i q u i d i e r t :
- 24.01.2006: Als Demonstranten noch Krawatten trugen.
- 01.03.2006: Amerika Haus soll Ende 2007 geschlossen werden.
- 23.04.2006: Ende eines Mythos.
- 23.04.2006: Ein 68er-Museum im Amerika-Haus? (PRO)
- 23.04.2006: Ein 68er-Museum im Amerika-Haus? (CONTRA)
- 24.06.2006: Erinnerung an Frontstadt und Studentenproteste.
- 05.07.2006: Museum für West-Berlin im Amerika-Haus.
- 22.09.2006: US-Botschaft gibt Berlin das Amerika-Haus zurück.
- 26.09.2006: Geliebt und gehasst: Das Amerika-Haus schließt.
- 10.10.2006: Richtfest für neue US-Botschaft. (Pariser Platz)
- 11.10.2006: Berlins erste Adresse mit Sicherheit.
- 14.10.2006: US-Botschaft am Brandenburger Tor wird zur Festung.
- 21.03.2009: Amerika-Haus vom Markt genommen.
Noch steht es...
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Das zur International Bauaustellung 1957 gebaute Amerika-Haus an der Hardenbergstraße am Bahnhof Zoo. Es wurde am 5. Juni 1957 feierlich eröffnet. Vergessen wird über den Mythos heute meist, daß es besonders für die Studenten der benachbarten Technischen Universität (TUB) in der Bibliothek ein hervorragendes Informationsangebot bereitstellte, was begierig genutzt wurde. Wo gab es sonst schon so aktuelle Zeitschriften mit Infos über den aktuellen Stand der ‚Electronics‘ in den USA? Die Nutzer solcher Angebote waren später auch kaum unter den Demonstranten anzutreffen.
Denn in späteren Jahren fanden vor dem Amerika-Haus häufig Demos statt, die meist in regelrechten Schlachten ausarteten. So eskalierte am 9. Mai 1970 eine gegen die amerikanische Vietnampolitik gerichtete Demonstration zu einer Straßenschlacht zwischen rund 5.000 Demonstranten und der Polizei. Ob die Demonstranten aber immer alles Studenten waren, ist noch sehr die Frage. (Foto: Juli 1972 poitou)
Als Demonstranten noch Krawatten trugen
40 Jahre ist es her, dass Studenten erstmals gegen die USA prostestierten Schauplatz war das Amerika-Haus, das nun geschlossen wird.
Aus: Der Tagesspiegel, Berlin, 24. Januar 2006, Seite xx (Berlin) von BERND MATTHIES. [Original]BERLIN (Tsp). Die Stadt Berlin steht vor einem Jubiläum, das sie vermutlich nicht gern feiern wird. Fast 40 Jahre ist es jetzt her, dass am 5. Februar 1966 2.500 Studenten erstmals gegen den Vietnam-Krieg demonstrierten, zunächst friedlich, dann mit einem Sit-In vor dem Amerika-Haus. Es geschah das bis dahin Undenkbare: Eier flogen gegen die Fassade, die Flagge wurde auf Halbmast gezogen, die Polizei räumte, es gab Handgreiflichkeiten, blutige Nasen. Vermutlich hätten die Demonstranten damals die Schließung des Amerika-Hauses begrüßt; jetzt, 40 Jahre später, scheint es so zu kommen, wenn auch nur aus Spargründen. William Timken, der neue US-Botschafter, hat am Wochenende in einem Zeitungsinterview bekräftigt: Ja, das Amerika-Haus wird geschlossen.
Die Demonstration 1966, von Wolfgang Neuss und dem SDS organisiert, war nur ein Vorläufer späterer Großereignisse. Die Polizisten trugen Krawatten, einige Studenten auch, schrieb F. C. Delius später in seinem Buch Amerikahaus, und die Schäden waren unerheblich im Vergleich zu jenen, die kurz zuvor beim Konzert der Rolling Stones in der Waldbühne angerichtet worden waren. Doch das schlichte, zweistöckige Gebäude in der Hardenbergstraße, das so gar nichts von Macht und Bedeutung der Vereinigten Staaten ausstrahlt, wurde durch diese Demonstration zum Mythos der Studentenbewegung und damit zum scharf bewachten Angriffsziel späterer, aggressiverer Demonstrationen.
Das offizielle Berlin war fassungslos über die Attacke auf die Schutzmacht, die das Fortbestehen des demokratischen West-Berlins garantierte und damit als unantastbar galt. Heinrich Albertz, der Regierende Bürgermeister, entschuldigte sich förmlich beim US-Stadtkommandanten, die CDU organisierte ein paar Tage später vor dem Gebäude eine Sympathiekundgebung. In den folgenden Monaten wurde das Haus mehrmals durch Farbbeutelwürfe leicht beschädigt; seither ist es praktisch ständig von der Polizei bewacht. Seit der Wende wird es als Außenstelle der US-Botschaft geführt; in den letzten Jahren war es nicht mehr frei zugänglich, sondern wurde nur noch für Veranstaltungen, beispielsweise Wahlpartys, genutzt. Die Informationsangebote standen nur noch Multiplikatoren aus Politik, Wissenschaft und Verwaltung zur Verfügung.
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Ein Amerika-Haus gibt es in Berlin seit 1946, zunächst in der Einemstraße am Nollendorfplatz aber nur als Notbehelf. Denn die Nachfrage nach Informationen aus erster Hand war in beiden Stadthälften riesig, es kamen 11 Millionen Besucher in 11 Jahren. Im Februar 1955 stellte Berlin ein landeseigenes Grundstück am Bahnhof Zoo bereit und übernahm die Baunebenkosten von knapp 200.000 Mark. Die Baukosten, weitere 800.000 Mark, zahlten die USA. Das kantig-sachliche, von Bruno Grimmek entworfene Gebäude wurde am 5. Juni 1957 im Rahmen der Internationalen Bauausstellung feierlich eröffnet. Die erste Veranstaltung widmete sich dem Thema Die Luftinspektion ein praktischer Weg zum Frieden, und im Theatersaal probten die Amateurschauspieler der US-Garnison für Die Caine war ihr Schicksal.
Mittlerweile ist das Haus aus dem Mittelpunkt des Berliner Kulturlebens längst an den Rand gerückt. Botschafter Timken kündigte an, dass die neue Botschaft am Pariser Platz sämtliche Funktionen übernehmen werde, obwohl deren Baukosten drastisch zusammengestrichen wurden. Nach ihrer Fertigstellung wird sich Berlin also eine neue Verwendung für das so symbolhaltige Gebäude in der Hardenbergstraße überlegen müssen.
Amerika Haus soll Ende 2007 geschlossen werden
Aus: Berliner Morgenpost, 1. März 2006, Seite xx (Berlin). [Original]BERLIN (BM). Fast jeder kennt es, doch nur wenige nutzen es noch: Das Amerika Haus an der Hardenbergstraße 2224 wird voraussichtlich Ende 2007 geschlossen. Dann soll der Bau der amerikanischen Botschaft am Pariser Platz fertig sein, und die Amerikaner werden das Amerika Haus dem Land Berlin zurückgeben. Das Baudenkmal befindet sich im Eigentum des Liegenschaftsfonds, das das Areal dann vermarkten will. Ein genaues Datum für die Rückgabe stehe jedoch noch nicht fest, so eine Sprecherin der Botschaft. Programme und Aktivitäten würden nicht beeinträchtigt, sondern im neuen Botschaftsgebäude fortgeführt.
Schon seit Jahren werden Lesungen und Diskussionsrunden mit Kooperationspartnern auch außerhalb der gut bewachten Kultureinrichtung nahe dem Bahnhof Zoo organisiert. Mit dem Umzug der amerikanischen Botschaft von Bonn nach Berlin wurde das Amerika Haus Bestandteil der Botschaft und dem Außenministerium unterstellt. Programme sind seitdem Multiplikatoren aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur vorbehalten. Auch die Bibliothek ist nicht mehr öffentlich, sondern nur noch mit Terminabsprache zugänglich.
Professor Karlheinz Baetz (85), der mehr als 10 Jahre die Leitung des englischen Sprach- und Diskussionsprogrammes innehatte, hofft, daß das Haus dennoch erhalten bleibt. "Es ist ein kulturelles und politisches Zeugnis der Berliner Nachkriegsgeschichte, das nicht den Abrißbaggern zum Opfer fallen sollte. Es war einmal das kulturelle Herz des in Trümmern liegenden Berlin", erinnert sich der Amerikanistik- Professor, der von 1951 bis 1962 im Amerika Haus arbeitete. Es habe dem "kulturhungrigen Berlin" den lange ersehnten Kontakt mit der Welt geboten.
Die Geschichte des Amerika Hauses in Berlin begann im Winter 1945/46, als amerikanische Soldaten ihre Bücher und Zeitschriften in der damaligen provisorischen Paßstelle an der Kleiststraße 1012 am Nollendorfplatz auslegten. Aus der Lesestelle wurde nach Schließung der Paßstelle eine kleine Bücherei, die am 26. Februar 1946 offiziell eröffnet wurde. Fotos, Bücher, Schallplatten, Konzerte besonders die Jazzmusik begeisterte die Berliner aus Ost und West. Am 21. Mai 1947 erhielt die Bücherei offiziell den Rang eines "U.S. Information Center" und führte seitdem den Namen Amerika Haus. Am 3. Juni 1949 zog das Amerika Haus in ein wiederaufgebautes Gebäude am Nollendorfplatz (Einemstraße 1). Acht Jahre später, am 5. Juni 1957, wurde das jetzige Haus unweit das Bahnhofs Zoo [Ed: im Rahmen der IBA 57] eröffnet.
Ende eines Mythos
Das Amerika-Haus war in den 60ern Angriffsziel der Studentenbewegung. Heute ist es Symbol ohne Sinn.
Aus: Der Tagesspiegel, Berlin, 23. April 2006, Seite xx (Berlin) von BERND MATTHIES. [Original]BERLIN (Tsp). Am 1. Oktober ist das Amerika-Haus nicht mehr das Amerika-Haus, jedenfalls offiziell. Denn die USA haben den Mietvertrag zu diesem Termin gekündigt und wollen alles, was ihrer kulturellen Außendarstellung dient, künftig in der neuen Botschaft am Pariser Platz unterbringen. Das Gebäude ist schon jetzt geräumt, der Wachschutz patrouilliert vor einem Symbol. Und diese symbolische Bedeutung des Hauses ist auch der Grund für die Debatten um seine zukünftige Nutzung.
Ein 68er-Museum im Amerika-Haus?
Aus: Der Tagesspiegel, 23.4.2006. PRO (Werner van Bebber). Man weiß nicht: Ist es Naivität oder Größenwahn, was die Grünen aus Charlottenburg-Wilmersdorf auf ihre 68er-Museumsidee gebracht hat. Erst bewarfen die 68er das Haus mit Farbbeuteln, jetzt werden sie, als historische Gestalten, als Geschichte gestaltende Kraft, dort einbalsamiert. Und doch liegt in all dem ein Reiz. West-Berlin war neben Frankfurt das wichtigste Spielfeld der Bewegung, und das Amerika-Haus stand gegen die Hybris der Studenten. Was wäre ehrlicher und aussagestärker, als nun in diesem Gebäude zu dokumentieren, wie aus hageren, Kotelletten geschmücken Soziologiestudenten dickbäuchig- vollbärtige Professoren mit Beamtenstatus und Premium-Pension wurden?Auch der Weg über die Klippe, den die RAF-Leute von ¹68 aus nahmen und der längst seinen modisch-inspirierenden Reiz verloren hat, könnte hier enden. Ein Kuschelzimmer mit Matratzenlandschaft würde an die lendenlastige Bewegtheit von Rainer Langhans und den damals noch recht hörigen 68er Mädels erinnern. Und man könnte im Amerikahaus ein paar von den Terrakotta- Fliesen zeigen, die der Tyrannosaurus Rex der Bewegung, Doktor h. c. Joseph Fischer, in seinem Außenministerium verlegen ließ und die seine Amtszeit nicht überstanden. Etabliert, wie die 68er längst sind, würden sie das Museum sicher gern als Stiftung tragen, ganz wie in Amerika üblich.
Das Amerika-Haus war 1956/57 nach Plänen des Architekten Bruno Grimmek errichtet und am 5. Juni 1957 im Rahmen der Internationalen Bauausstellung eröffnet worden. Es sollte das durch Nationalsozialismus und Spaltung entstandene Informationsdefizit der Berliner Bevölkerung ausgleichen, wie es im Berlin-Handbuch heißt. Diese Funktion ging weitgehend verloren, als das Haus zum Angriffsziel der Studentenbewegung wurde. Mehr als 40 Jahre ist es jetzt her, dass 2.500 Studenten am 5. Februar 1966 erstmals gegen den Vietnam-Krieg demonstrierten, zunächst friedlich, dann mit einem Sit-In vor dem Amerika-Haus. Es geschah das bis dahin Undenkbare: Eier flogen gegen die Fassade, die Flagge wurde auf Halbmast gezogen, die Polizei räumte, es gab Handgreiflichkeiten, blutige Nasen.
Die Demonstration 1966, von Wolfgang Neuss und dem SDS organisiert, war nur ein Vorläufer späterer Großereignisse. Die Polizisten trugen Krawatten, einige Studenten auch, schrieb F. C. Delius später in seinem Buch Amerikahaus, und die Schäden waren unerheblich im Vergleich zu jenen, die kurz zuvor beim Konzert der Rolling Stones in der Waldbühne angerichtet worden waren. Doch das schlichte Gebäude in der Hardenbergstraße, das nichts von Macht und Bedeutung der Vereinigten Staaten ausstrahlt, wurde so zum Mythos der Studentenbewegung und zum scharf bewachten Angriffsziel späterer, aggressiverer Demonstrationen. Seitdem stand es ständig unter Polizeischutz, war nicht mehr öffentlich zugänglich und hatte seine Bedeutung verloren. Einem Abriss steht prinzipiell nichts im Weg: Der Liegenschaftsfonds will das Grundstück verkaufen. Die Grünen in der BVV Charlottenburg-Wilmersdorf aber sprechen sich dagegen aus. Sie wollen im Gebäude ein Zentrum der Geschichte der 68er- Bewegung einrichten und es dem Deutschen Historischen Museum unterstellen. Der Eröffnungstermin ergäbe sich aus der Geschichte: Am 2. Juni 2007 jährt sich der Tod von Benno Ohnesorg zum 40. Mal. [Link zum neuen Amerika-Haus]
Ein 68er-Museum im Amerika-Haus?
Aus: Der Tagesspiegel, 23.4.2006. CONTRA (Christian van Lessen ). Ein 68er-Museum im Amerika-Haus? Das wäre blanker Hohn. Und im Nachhinein eine Ohrfeige für die Amerikaner, die ihr Haus nicht so öffentlich nutzen konnten wie sie wollten. Die Absperrungen sind der anhaltenden Terrorgefahr geschuldet. Aber sie haben ihre Ursprünge in den 68er-Zeiten, in Krawallen und Ausschreitungen, die sich gegen den Vietnam-Krieg der USA richteten. Der Zorn darüber wurde an diesem freundlich wirkenden zweistöckigen Haus mit Steinwürfen ausgelassen. Es hatte mit seiner großen Bibliothek und mit zahlreichen öffentlichen Veranstaltungen der Völkerverständigung dienen wollen.Nach dem Umzug vom Nollendorfplatz hatten sich die Amerikaner auf die Präsenz in der neuen City-West gefreut. Eine kurze Episode. Die meisten Berliner kennen das Haus seit Jahren nur verbarrikadiert, der Stadt entzogen. Die Kulturabteilung der Botschaft arbeitet seit einigen Jahren hier. Streng bewacht, hinter halb gesperrtem Gehweg, wirkt das Haus wie aussätzig. Wie es drinnen aussieht, zeigt nur eine Schautafel vor dem Haus. Ein Trauerspiel. Nach den Terroranschlägen vom 11. September legten Berliner an den Zäunen Kränze nieder, zündeten Kerzen an. Der Vorschlag der Grünen, gerade dieses Bauwerk zu einem Gedenkort für diejenigen zu machen, die es nie gemocht haben, ist ein unüberlegter Schnellschuss. Oder eine Provokation.
Erinnerung an Frontstadt und Studentenproteste
Im Amerika-Haus will der Bezirk ein West-Berlin-Museum einrichten, doch der Liegenschaftsfonds hat schon andere Bewerber.
Aus: Berliner Zeitung, 24. Juni 2006, Seite xx (Berlin). [Original]CHARLOTTENBURG. Das Amerika-Haus an der Hardenbergstraße soll zum West-Berlin-Museum werden. Das hat am Donnerstagabend [22.6.2006] das Bezirksparlament von Charlottenburg-Wilmersdorf beschlossen. Dort soll künftig an Blockade und Marshall-Plan, an die Frontstadt und die Flüchtlingsströme, an den Studentenprotest und die 68er-Bewegung, an die Migrantenkultur und an den Mauerfall erinnert werden. Auch die Rolle der Vereinigten Staaten bei der Wiedervereinigung Deutschlands soll gewürdigt werden. Als mögliche Betreiber sehen die Bezirksverordneten das Deutsche Historische Museum, die Stiftung Stadtmuseum oder einen gemeinnützigen Verein.
Die US-Botschaft hat den Mietvertrag für das Amerika-Haus zum 30. September gekündigt. Die Beschäftigten führen ihre Arbeit zunächst in einem Anbau des US-Konsulats an der Clayallee in Zehlendorf fort. Wenn Ende 2007 der Neubau der US-Botschaft am Pariser Platz fertig ist, wird die Institution endgültig schließen. Die Arbeit des Amerika-Hauses Vorträge, Lesungen, Diskussionen und Kulturveranstaltungen finden dort statt wird von der Botschaft oder anderen Institutionen übernommen.
Museum für West-Berlin im Amerika-Haus
Bezirk fordert Dauerausstellung.
Aus: Der Tagesspiegel, Berlin, 5. Juli 2006, Seite 8 (Berlin). [Original]CHARLOTTENBURG (CD). Das Amerika-Haus gegenüber dem Bahnhof Zoo in der Hardenbergstraße soll zum West-Berlin-Museum umgestaltet werden. Das fordert zumindest die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Charlottenburg-Wilmersdorf. Ein entsprechender FDP-Antrag wurde in der jüngsten Sitzung einstimmig angenommen. Allerdings können wir nicht selbst entscheiden, schränkte Bezirksbürgermeisterin Monika Thiemen (SPD) ein. Das letzte Wort habe der Senat, der das landeseigene Gebäude verwalte.
Die USA haben wie berichtet den Mietvertrag für ihr Kultur- und Informationszentrum zum 30. September gekündigt. Der Betrieb geht zunächst im US-Konsulat an der Zehlendorfer Clayallee weiter und ab 2008 in der neuen amerikanischen Botschaft am Pariser Platz.
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Das Amerika-Haus im Herbst 2005. Es ist bereits sinnentleert, leergeräumt und wieder eingezäunt. Es wartet nur noch auf den Abriß. (Foto: 2005 xxx)
Die Grünen in der City-West hatten bereits im April ein 68er-Museum vorgeschlagen. Es sollte an die Demonstrationen der Studentenbewegung vor dem Amerika-Haus erinnern, die sich gegen den Vietnam-Krieg gerichtet hatten. Der Vorstoß fand jedoch keine Mehrheit.
Der BVV-Beschluss greift die Idee aber mit auf. Als Schwerpunkte der angestrebten Dauerausstellung werden die Überwindung der Blockade durch amerikanische Unterstützung, der Wiederaufbau durch den Marshall-Plan, die Frontstadtmentalität, Flüchtlingsströme und die Studentenproteste genannt. Außerdem sollten die Rolle der USA bei der deutschen Wiedervereinigung und die demographischen Veränderungen in der Berliner Bevölkerung gewürdigt werden, heißt es. Ein detailliertes Ausstellungskonzept gibt es noch nicht; welche Exponate zur Sammlung gehören könnten, ist deshalb offen.
Zur Verwirklichung fehlt dem Bezirk vor allem das Geld. Zurzeit habe ich nur die Rolle einer Briefbotin, sagt Bürgermeisterin Thiemen: Sie werde den Willen der Bezirksverordneten dem Senat übermitteln. Der Charlottenburg-Wilmersdorfer FDP-Kulturexperte Wilfried Fest hofft auf einen privaten Investor, der das Vorhaben unterstützt.
Wir sind dazu verpflichtet, das Amerika-Haus auf den Markt bringen, sagte der Sprecher der Senatsfinanzverwaltung, Matthias Kolbeck. Schließlich entspreche es der gängigen Praxis, Gebäude über den Liegenschaftsfonds zu vermarkten, wenn das Land Berlin sie nicht mehr benötige.
Voraussichtlich wird in den kommenden Monaten ein Senatsbeschluss die Weichen für die Zukunft des traditionsreichen Gebäudes stellen, das die USA im Juni 1957 eröffnet hatten. Es gibt mehrere private Kauf- und Mietinteressenten, sagte Sprecherin Irina Dähne vom Liegenschaftsfonds. Bei der Käuferauswahl werde auch die politische Willensbildung ein Rolle spielen. Und da geht ja zurzeit alles in Richtung Museum.
[Ed: im hier nicht dokumentierten Kommentar Schrein oder Sein spricht sich der Kommentator des Tagesspiegels, Rüdiger Schaper, gegen das Museum aus, da es bereits das Deutsche Historische Museum im Zeughaus mit Pei-Anbau gebe].
US-Botschaft gibt Berlin das Amerika-Haus zurück
Aus: Berliner Morgenpost, 22. September 2006, Seite ?? (Berlin). [Original]BERLIN (mab). Offizieller Schlusspunkt des langen Abschieds von dem für den Westteil Berlins so bedeutenden Amerika-Haus. Bei der letzten Veranstaltung der US-Botschaft als Hausherr wird Botschafter William R. Timken jr. die Immobilie am Montag [25.9.2006] offiziell den Berliner Behörden zurückgeben. Dabei wird er dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit einen Scheck für den Aufbau einer Digitalen Bibliothek in Zusammenarbeit mit der Zentral- und Landesbibliothek übergeben.
Der schlichte Bau an der Hardenbergstraße diente fast 50 Jahre lang als US-Informations- und Kulturzentrum und Ort des transatlantischen Dialogs. Es war auch immer ein Gradmesser der gefühlten Verbindung zu den Verbündeten. Sei es als Ort von Demonstrationen mit Krawallen seit den 60er-Jahren oder nach dem 11. September 2001, als die Berliner spontan ein Blumenmeer niederlegten und Kerzen entzündeten. In den vergangenen Jahren war das Haus aus Sicherheitsgründen nicht mehr frei zugänglich, fristete ein Schattendasein im kulturellen Leben. Neben dem Haus stehen jetzt Bauschuttcontainer.
Die Kulturabteilung der Botschaft, die zuletzt dort untergebracht war, ist nun vorübergehend beim Dahlemer Generalkonsulat zu Gast, bevor sie nach der Fertigstellung der Botschaft 2007 an den Pariser Platz in Mitte zieht. Die bisherige kulturelle Arbeit werde aber trotzdem in unveränderter Intensität "lebendig und aktiv" weitergeführt, versichert die US-Botschaft. Nach der Kündigung der Immobilie Mitte Mai, ist der Liegenschaftsfonds neuer Besitzer. Dort war lediglich zu erfahren, es gebe Interessenten.
Geliebt und gehasst: Das Amerika-Haus schließt
US-Botschafter William R. Timken übergibt dem Senat das Gebäude des fast 50 Jahre alten Informationszentrums.
Aus: Berliner Morgenpost, 26. September 2006, Seite xx (Berlin). [Original]BERLIN (BM). Gestern Mittag in Charlottenburg: Mehr als ein gutes Dutzend Polizisten und US-Sicherheitskräfte sichern das Amerika-Haus an der Hardenbergstraße. Besucher passieren die doppelten Absperrungen. Weisen sich aus, werden mit Detektoren kontrolliert. Nach den Sicherheitschecks verschwinden sie in dem zweigeschossigen Bau. Der Andrang wirkt wie ein Protest, denn seit den Anschlägen vom 11. September 2001 lag das US-Kultur- und Informationszentrum in Agonie, zählte in manchen Monaten nur 5 Besucher, die sich anmelden und einer Sicherheitsüberprüfung unterziehen mussten. Ein letzter Protest vor der Schließung des Hauses.
Der Regierende Bürgermeister fährt vor, US-Botschafter William R. Timken ist schon da, begrüßt Klaus Wowereit (SPD), der zusammen mit Oppositionsführer Friedbert Pflüger (CDU) erscheint. Bei der letzten Veranstaltung des Hausherren, der US-Botschaft, wird dem Senat das symbolträchtige Gebäude übergeben. Schlusspunkt der bewegten Geschichte dieses Hauses, das auch immer ein Seismograf der deutschen Beziehungen zu den USA war. Waren sie belastet, entluden sich die Spannungen auch hier.
"Mit dem Ende des Amerika-Hauses geht unsere bisherige Arbeit weiter", betont Botschafter Timken und erinnert an die Geschichte des Hauses, die Bedeutung der Bibliothek als Keimzelle der Institution in den 50er-Jahren, als die Berliner nach 12 Nazi-Jahren nach unzensierter Literatur hungerten. Als Amerika im Kalten Krieg ein Synonym für Freiheit und Wohlstand war.
Timken: "Wir haben das Haus gebaut, um die Berliner zu erreichen. Und die Berliner kamen." In Spitzenzeiten bis zu 1 Million pro Monat. Jetzt wolle man nach einem Provisorium im Konsulat in Dahlem im nächsten Jahr mit dem Umzug in die neue Botschaft am Pariser Platz auch neue Wege der Kultur- und Informationsarbeit gehen. In Zeiten von Internet und Satelliten-TV hätten sich viele traditionelle Angebote überlebt, sagte der Botschafter und kündigte das Richtfest am Pariser Platz für Oktober diesen Jahres an.
"Das Haus war immer mehr als nur ein Kultur- und Informationszentrum, es war ein Symbol des Dialogs", betonte Klaus Wowereit. Deshalb erlebe er den Tag auch mit etwas Wehmut. Es sollten weitere Brücken zu den USA gebaut werden, im Sinne eines regen und offenen Austauschs. Er wünschte dem Haus eine "gute Zukunft". "Eine einfache Immobilienverwertung scheint mir nicht angebracht. Der Geist des Hauses sollte bewahrt werden", unterstützt der Regierende Bürgermeister Bestrebungen, dort ein Museum einzurichten. In der Diskussion sind eine Außenstelle des Alliierten-Museums (Dahlem/Clayallee), ein West-Berlin-Museum oder auch ein "68er"-Museum. Denn das Amerika-Haus war 1968 und in den folgenden Jahren häufig Ziel der Demonstrationen gegen den Krieg der USA in Vietnam.
Während der Blockade 1948/49 waren aus den alliierten Besatzern und den Berlinern Freunde geworden. Schon Jahre zuvor 1946 hatten US-Soldaten mit eigenen Büchern eine öffentliche Lesestube an der Kleiststraße in Schöneberg gegründet die Keimzelle des Amerika-Hauses. Nach mehreren Umzügen und ständig erweitertem Angebot konnte am 5. Juni 1957 dann der Neubau an der Hardenbergstraße in Betrieb genommen werden.
Doch das harmonische Verhältnis sollte sich wenige Jahre später trüben. Die Krawalle in den 60er- und 70er-Jahren markierten nun ein ambivalentes Verhältnis. Studenten und außerparlamentarische Opposition skandierten vor dem Amerika-Haus US-kritische Parolen. Die bürgerlichen Parteien hingegen betonten die Bedeutung der USA für die Verteidigung der freien Welt. Wasserwerfer fuhren auf. Farbeier und Steine flogen gegen das Haus. Die Scheiben wurden gegen bruchsichere Fenster ausgetauscht. Ständige Bewachung und Zugangskontrollen wurden alltäglich vor allem zur Zeit des Terrorismus in Deutschland während der 70er- und 80er-Jahre, als US-Institutionen Ziele von Anschlägen wurden.
Zum Ende der gestrigen Feierstunde überreichte der US-Botschafter Klaus Wowereit einen Scheck über 10.000 US-Dollar. Der Betrag soll für den Aufbau einer elektronischen Bibliothek in der Amerika-Gedenk-Bibliothek verwendet werden.
Richtfest für neue US-Botschaft
Amerikanische und deutsche Ehrengäste feiern heute am Pariser Platz.
Aus: Berliner Morgenpost, 10. Oktober 2006, Seite xx (Bezirke). [Original]
BERLIN-MITTE (BM). Fast auf den Tag 2 Jahre nach der Grundsteinlegung am 6. Oktober 2004 wird heute am Pariser Platz das Richtfest für den Neubau der amerikanischen Botschaft gefeiert. Ein nahezu perfektes Timing, denn am 6. Oktober 1683 landeten die ersten Deutschen an der Küste Pennsylvanias ein Datum, das den früheren US-Präsidenten Ronald Reagan 1987 veranlasste, den 6. Oktober zum Tag der deutsch-amerikanischen Freundschaft zu erklären. Die Amerikaner sehen den Bau auch unter dem Aspekt dieser engen Beziehungen. Er hat in der deutschen Hauptstadt eine der beeindruckendsten Adressen, die Berlin zu bieten hat: Pariser Platz 2.
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Die letzte am Pariser Platz verbliebene Baulücke der Bauplatz für die US-Botschaft, die 2008 eröffnet werden soll. Im Vordergrund das Holocaust-Mahnmal für die ermordeten Juden an der Ebert-Straße. Links das Brandenburger Tor. (Foto: 2004 mopo)
Die neue Botschaft, zu deren Richtfest heute zahlreiche deutsche und amerikanische Ehrengäste aus Politik und Wirtschaft erwartet werden, ist noch gar nicht fertig und doch hat sie bereits eine bewegte Geschichte. Schon seit 1993 verkündet auf dem Grundstück eine Tafel, dass an dieser Stelle die neue diplomatische Hauptrepräsentanz in Deutschland gebaut werden soll. 1996 erhielt ein kalifornisches Architektenbüro den Zuschlag: Es lieferte einen Entwurf, der mit der Bebauung am Pariser Platz harmonieren soll. Doch die Anschläge auf amerikanische Botschaften in Tansania und Kenia 1998 und der 11. September 2001 veränderten bauliche Vorgaben: Sicherheitsaspekte ohnehin von hohem Stellenwert erhielten oberste Priorität. Die USA verlangten unter anderem mindestens 30 Meter Sicherheitsabstand zwischen dem Neubau und den umliegenden Straßen.
Die Verhandlungen zwischen Senat und dem amerikanischen Außenministerium waren zäh, für beiden Seiten belastend und führten zu Verzögerungen beim Bau. Erst 2002 einigte man sich auf eine 25-Meter-Zone, für die die Behrenstraße sogar verschränkt wurde. Kosten: 1,8 Millionen Euro, davon übernahmen die USA 1,5 Millionen. Anstelle von monströsen Betonsperren sollen nun Poller vor dem Grundstückszaun am Pariser Platz Attentate mit Sprengstoff-Lkw verhindern. Alle Bauarbeiten werden unter strengen Sicherheitsvorkehrungen vorgenommen. Die Arbeiter wurden vor ihrer Einstellung überprüft.
Dennoch halten die USA an ihrem Konzept der "offenen" Botschaft fest. Das Gebäude soll licht wirken, wird auf vielen Flächen bepflanzt. Es schließt die letzte Bebauungslücke am Pariser Platz und wird die modernste diplomatische Vertretung der USA sein. Der markanteste Teil der viereinhalb Stockwerke hohen Botschaft ist eine gläserne Kuppel auf dem Dach, darunter ein Konferenzsaal, der nachts hell erleuchtet wird und weithin strahlen soll.
Im Frühjahr 2008 soll das 180-Millionen-Euro-Projekt fertig sein 13 Jahre nach Beginn seiner Planung, 75 Jahre nach dem Grundstückskauf und 323 Jahre, nachdem die ersten Deutschen in die USA kamen.
Berlins erste Adresse mit Sicherheit
Gestern wurde Richtfest für die US-Vertretung am Pariser Platz gefeiert. Anfang 2008 soll alles fertig sein.
Aus: Der Tagesspiegel, Berlin, 11. Oktober 2006, Seite xx (Berlin). [Original=2828571.html]BERLIN (Tsp). Seit gestern Mittag weht ein mit blauweißrotem Band umschlungener Richtkranz über dem Neubau der US-Botschaft am Pariser Platz. Nach jahrelangem Hin und Her über Standort- und Sicherheitsfragen zog sich ein Gedanke, wie ein roter Faden durch alle Reden der fröhlich feierlichen Zeremonie: Es war richtig, hier zu bauen, mitten im Herzen Berlins. Die Botschaft symbolisiere auch die amerikanische Unterstützung für ein wiedervereinigtes Deutschland, sagte US-Botschafter William Timken und fügte hinzu: Draußen im Wald hätten wir es billiger und sicherer haben können. Aber hierher zu kommen, sei genau die richtige Entscheidung gewesen. Der viereinhalbstöckige Bau wird von dem Architekturbüro Moore Ruble Yudell aus Santa Monica realisiert und kostet 120 Millionen Dollar.
Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit nannte die Zeremonie ein historisches Ereignis für Berlin. Auch er betonte, dass es richtig sei, dass die Amerikaner wieder am Pariser Platz in Nachbarschaft zu Briten und Franzosen und auch den Russen präsent seien. Hundertprozentige Sicherheit könne es nicht geben. Eine offene, demokratische Gesellschaft könne es sich aber auch nicht leisten, aus Angst zu weichen. Wir haben den Amerikanern viel zu verdanken,sagte er und sprach die Hoffnung aus, dass nach der Übergabe der Botschaft, die für Anfang 2008 geplant ist, ein Ort des offenen Austausches entsteht.
Noch bevor der Richtkranz zu den Klängen der amerikanischen Nationalhymne aus dem Innenhof in den blauen Himmel aufs Dach entschwebte, wurden viele Erinnerungen wach. William Timken dachte zurück an seinen Berlin-Besuch kurz nach dem Fall der Mauer, als hier überall noch Brachland war, und er nicht ahnen konnte, dass er eines Tages als Botschafter zurückkommen und den Bau einer neuen Botschaft miterleben würde. Noch tiefer zurück reichten die Erinnerungen des ebenfalls anwesenden Publizisten Ernst Cramer, der sich noch an das alte Gebäude erinnern konnte. Im Sommer 1939 habe ich hier im zweiten Stock mein Einwanderungsvisum für die USA bekommen, sagte er leise. Das hat mir das Leben gerettet.
Auch der frühere Regierende Bürgermeister Klaus Schütz war gekommen, der als einziger Deutscher mit in der Jury war, die in Washington über den Entwurf entscheiden musste. Er ist zufrieden, mit dem Ergebnis, viele andere Entwürfe seien wilhelminischer gewesen, dieser passe gut zu den Amerikanern.
Immer wieder wurde an die Rede von Ronald Reagan 1987 vor dem Brandenburger Tor erinnert (Tear down this Wall). Viele der anwesenden Gäste, wie der frühere Botschafter John Kornblum, hatten sie damals live gehört. Sehen Sie, was daraus geworden ist, sagte Timken stolz. Ausdrücklich dankte er, den Ehrengästen, den Bauarbeitern. Die Botschaftsangehörigen hatten mit sichtlicher Lust deutsche Richtfest-Sitten recherchiert. In den USA wird die Topping-off Ceremony normalerweise nicht so ausgiebig gefeiert. So gab es einen langen, gereimten Richtspruch, vorgetragen von dem zünftig gewandeten Wolfgang Eberspächer, der die Bauleute vertrat: Zur Rohbauzeit wäre zu sagen/ sie hat 10 Monate nur betragen.... Drei Toasts, auf den Bauherrn, die Architekten und die Bauleute. Danach gab’s die Berliner Luft mit Bratwürstchen.
A M E R I K A - H A U SUS-Botschaft am Brandenburger Tor wird zur Festung
Aus: Spiegel-Pressemeldung 14. Oktober 2006, ??.?? Uhr MESZ zum Artikel "Fort Knox am Tiergarten" im SPIEGEL 42/2006, 16. Oktober 2006, Seite 50 (Deutschland).HAMBURG. Die Sicherheitsmaßnahmen für die neue US-Botschaft in Berlin werden umfangreicher als bisher bekannt. Um den Eingang der diplomatischen Vertretung in unmittelbarer Nähe zum Brandenburger Tor am Pariser Platz zu sichern, bauen amerikanische Firmen verkabelte Spezial-Poller ein. Die Betonzylinder dienen als angeblich unüberwindbare Sperren gegen Bombenattentate mit Fahrzeugen.
Auf Druck der US-Regierung werden auch vor der französischen Botschaft am Pariser Platz Poller in die bestehenden Blumenrabatten und Grünanlagen gesetzt. Zudem verzichteten die Bauherrn aus Angst vor Autobomben auf den geplanten Bau einer Tiefgarage. Nach Angaben der Botschaft hat damit lediglich der Botschafter die Möglichkeit, in seiner gepanzerten Limousine vorzufahren. Für die Botschaftsangestellten sind derzeit keine Parkplätze vorhanden. Aus Geheimhaltungsgründen sind während der Bauarbeiten selbst für die Arbeiter der beteiligten deutschen Firmen die obersten Stockwerke des Gebäudes nicht zugänglich.
Vom Markt genommen
Das Amerika-Haus wird doch nicht verkauft. Stattdessen bekommt die City-West ein neues Veranstaltungszentrum.
Aus: Der Tagesspiegel, Berlin, 21. März 2009, Seite 14 (Berlin). [Original]CHARLOTTENBURG (Tsp/CD). Jahrelang ist um die Zukunft des Amerika-Hauses in der Hardenbergstraße gestritten worden nun soll das Baudenkmal zum Ort der Begegnung für alle werden, die sich Gedanken um die Zukunft der westlichen Innenstadt machen. In einem "Forum City West" sind Diskussionsveranstaltungen geplant, außerdem läuft eine Ausstellung weiter, die mehrere Bauprojekte vorstellt.
Die Bemühungen des Liegenschaftsfonds, das 1957 eröffnete Kultur- und Informationszentrum der US-Regierung zu vermarkten, sind damit laut Stadtentwicklungsverwaltung vom Tisch. Im Amerika-Haus wollen sich auch die Initiative "Aktive Stadtzentren" der Senatsverwaltung und die Arbeitsgemeinschaft City ansiedeln. Zusätzlich entsteht ein Büro des Projekts "Nachhaltige Vitalisierung Charlottenburg" dabei geht es um einen "Uni-Campus City-West" rund um die TU und Universität der Künste.
Die AG City bestätigte ihre Umzugspläne. Bisher residiert der Verein, in dem Händler und andere Gewerbetreibende organisiert sind, an der Budapester Straße 41 nahe dem Europa-Center. Am Freitag [20.3.2009] besichtigten die Vorstandsmitglieder Gottfried Kupsch und Peter Ristau das Amerika-Haus. "Wir ziehen voraussichtlich schon im April ein", sagte Kupsch. Ziel sei es, mit anderen Initiativen "unter einem Dach" zu sein und die Geschäftsstelle für die Öffentlichkeit leichter zugänglich zu machen.
Bisher waren einige andere Nutzungsideen diskutiert worden. Zu den Interessenten gehörte die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), die im Frühjahr 2008 die Ausstellung "68 Brennpunkt Berlin" im Amerika-Haus gezeigt hatte schließlich war es während der Studentenbewegung und des Vietnamkriegs der Schauplatz vieler Demonstrationen. Die bpb erhielt vom Bund aber nicht die Gelder für eine langfristige Anmietung. Die Betriebskosten werden auf jährlich 50.000 Euro geschätzt. Diese Summe teilen sich Senat, Bezirk und AG City. Ein Vertrag mit dreijähriger Laufzeit soll Anfang April geschlossen werden.
Der Charlottenburg-Wilmersdorfer Wirtschaftsstadtrat Marc Schulte (SPD) strebt eine "dauerhafte Nutzung" über diesen Zeitraum hinaus an. Auch die US-Botschaft und die Industrie- und Handelskammer seien daran interessiert, mit Veranstaltungen im Haus zu gastieren.
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