Diese Seite ist eine Ergänzung zu einem Berlin-Report. Es gilt der allgemeine CopyRight-Hinweis.
| Der skandalträchtige Steglitzer Kreisel (2) |
I n h a l t :
Steglitzer Kreisel
In Wikipedia, der
freien Enzyklopädie.- Ältere Dokumentationen (1. Teil).
- 01.01.2006: Chronologie des Steglitzer Kreisels.
- 15.01.2006: Verwaltung muß Kreisel räumen.
- 15.01.2006: Sanierung oder Abriß: Zukunft des Kreisels ungeklärt.
- 31.01.2006: Steglitzer Kreiseln.
Die Skandal-Geschichte
khd-research.net,
die freie Info-Quelle.- 18.02.2006: Kreisel soll nicht als Dauerruine stehenbleiben.
- 07.05.2006: Streit über Zukunft des Steglitzer Kreisels.
- 07.05.2006: In diese Gebäude soll das Bezirksamt ziehen.
- 22.06.2006: Dem Abriss immer näher.
- 28.06.2006: Der Kreisel wird zum Stahlskelett.
- 18.10.2006: Zukunft des Kreisels offen.
- 24.10.2006: Kreisel-Mitarbeiter können umziehen.
- 07.02.2007: Kreisel vor Gericht.
- 01.03.2007: Steglitzer Kreisel ohne Perspektive.
- 23.03.2007: Am 23. November geht im Kreisel das Licht aus.
- 17.09.2007: Im Kreisel beginnt das große Packen.
- 17.10.2007: Der Kreisel verpackt in 21.000 Umzugskisten.
- 24.11.2007: Mach’s gut, Kreisel.
- Weitere Dokumentationen (3. Teil).
Der lange Weg vom Bau bis zum Abriß des Steglitzer Kreisels
Die Vorbereitungen für den Bau des Steglitzer Kreisels begannen in den 60er-Jahren. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts steht zumindest das Hochhaus wg. nicht vorhandener Sanierungsmittel vor dem Aus.
1. Januar 2006. Eine Chronologie aus der Presse wurde in dieser Dokumentation um Fakten aus dem eigenen Archiv ergänzt bzw. korrigiert. Die Baugeschichte des Kreisels ist bereits im Rahmen meiner Berlin-Reports aufgeschrieben worden.
- 1966: Eine Avalon Bau GmbH erwirbt das Grundstück am S-Bahnhof Steglitz wohlwissend, daß hier die Stadt demnächst einen großen U-Bahnhof der Linie 9 bauen wird.
- 1967: Die Avalon legt einen Hochhaus-Entwurf mit integriertem U- und Bus-Bahnhof der Berliner Architektin Sigrid Kressmann-Zschach vor und strebt damit eine intensive ‚Public Private Partnership‘ (PPP) an. Kressmann-Zschach ist zudem die Ehefrau des agilen Kreuzberger Bürgermeisters Kressmann (SPD), was ihr in Berlin viele Türen öffnet.
- 1968: Kressmann-Zschachs Avalon schließt mit dem Senat von Berlin den PPP-Deal Steglitzer Kreisel ab. Berlins Senat hält den Bau für eine große Idee.
- 1969: Beginn des Baus und Grundsteinlegung.
- 1970: Die geschätzten Baukosten steigen von 180 auf etwa 235 Mio. DM. Am Ende werden es 330 Mio. DM sein. Das Land bürgt mit knapp 40 Mio. DM.
- September 1972: Das Richtfest wird im Beisein des Regierenden Bürgermeisters Klaus Schütz (SPD) gefeiert, der den gigantischen Bau gegen aufkommende Kritik erneut verteidigt.
- 1973: Die Avalon Bau GmbH meldet Insolvenz an.
- 1974: Die Avalon Bau GmbH ist endgültig pleite. Die Banken geben ihr kein Geld mehr, da noch immer keine Mieter gefunden worden sind. Alle Arbeiten werden gestoppt. Die Bürgschaft des Landes Berlin ist verloren. Finanzsenator Heinz Striek (SPD) tritt zurück.
- 28. September 1974: Die Verlängerung der U-Bahnlinie 9 von Walther-Schreiber-Platz bis Rathaus Steglitz geht in Betrieb.
- 19741977: Der halbfertige Kreisel steht zum allgemeinen Ärgernis im Zentrum von Steglitz herum das Hochhaus als häßliches Stahlskelett. Keiner will die Halbruine haben.
- 1977: Becker & Kries ersteigert nach einigem Hin und Her den unfertigen Baukomplex für nur 32,6 Mio. DM. Verkehrswert: 130 Mio. DM.
- 1977: Der Weiterbau beginnt mit einem Abriß. Die häßliche Stahlbrücke vom Hermann-Ehlers-Platz zum einst geplanten Kaufhaus wird zusammen mit dem Rundcafé entfernt.
- 19771980: Becker & Kries baut den Kreisel zu Ende, wobei auf das ursprünglich vorgesehene Kaufhaus zugunsten eines Hotels verzichtet wird. Becker & Kries gelingt es zudem, die Steglitzer Bezirksverwaltung als Mieter für das Hochhaus zu gewinnen.
- 1980: Der Kreisel ist fertig.
- 27. Februar 1980: Die Bezirksverwaltung Steglitz zieht als Mieter in das Hochhaus ein.
- 1986/87: Es wird unter der Hand bekannt, daß der gesamte Kreisel asbestbelastet ist. Im Gesundheitsausschuß der Steglitzer BVV kommt es zu einer Auseinandersetzung mit der CDU wg. der Beurteilung der Gefährlichkeit von Asbestfasern für den Menschen (O-Ton CDU: Was, schon eine Asbestfaser soll Lungenkrebs auslösen können...).
- 1988: Dennoch kauft das Land Berlin den Büroturm mit reichlich Asbest an Bord für 66,5 Millionen DM.
- 1989: Erste Asbestschäden werden saniert.
- 2002: Das Abgeordnetenhaus von Berlin beschließt die Anfertigung eines Gutachtens.
- 2004: Das Gutachten kommt auf fast 90 Mio. Euro Kosten für eine Komplettsanierung des Bürohochhauses.
- Juni 2006: Es gilt als ziemlich sicher, daß das Hochhaus des Kreisels nach einer Asbestentfernung abgerissen werden wird. Denn es gibt für das Gebäude keinen Nutzer.
- 27. Juni 2006: Der Senat von Berlin beschließt den Auszug des Bezirksamts aus dem Kreisel- Bürohochhaus sowie die anschließende Asbest- Sanierung. Diese soll rund 17 Mio. Euro kosten.
- Herbst 2007: Der Umzug des Bezirksamts Steglitz-Zehlendorf in die Ausweichquartiere beginnt.
- 23. November 2007: Das Bezirksamt ist ausgezogen. Das Kreisel-Hochhaus steht leer.
- Juli 2008: Der Berliner Senat hat noch immer keinen Käufer für das Kreisel-Hochhaus gefunden. Ein Termin für die Asbest- Sanierung steht auch noch nicht fest.
Verwaltung muß Kreisel räumen
700 Mitarbeiter ziehen um Parlament entscheidet, ob Dienstellen dezentral bleiben.
Aus: Berliner Morgenpost, 15. Januar 2006, Seite xx (Bezirke). [Original]STEGLITZ (BM). Mehr als 2 Jahre nach Vorlage einer Machbarkeitsstudie ist die Zukunft des Bürohochhauses am Steglitzer Kreisel immer noch ungewiß. Klar ist derzeit nur, daß der Büroturm an der Schloßstraße spätestens Ende 2007 wegen der Asbestbelastung geräumt werden muß. Das Abgeordnetenhaus soll nun zunächst eine grundsätzliche Entscheidung fällen, ob die 700 Mitarbeiter der Bezirksverwaltung vorübergehend oder auf Dauer dezentral untergebracht werden müssen. "Die entsprechende Beschlußvorlage dürfte bis Ende Januar erstellt sein und im Februar ins Landesparlament eingebracht werden", sagte jetzt Bezirksbürgermeister Herbert Weber (CDU).
Konkrete Umzugsplanungen für die Dienststellen könnten erst nach dem Parlamentsbeschluß beginnen, so Weber. Zumindest stehen die in Frage kommenden Standorte der Dienstellen fest. Der planungsbegleitende Ausschuß unter Beteiligung der Senatsverwaltungen für Finanzen und Stadtentwicklung sowie des Bezirks hatte damit die Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) beauftragt.
Demnach könnten die Ämter für Schule und Sport, Umwelt sowie Teile der Jugendverwaltung an der Clayallee 138/Auf dem Grat 2 einziehen. Das landeseigene Gebäude in Dahlem war Sitz des Landesamts für Verfassungsschutz und steht derzeit leer. Das ehemalige Rathaus Lankwitz an der Leonorenstraße 70 derzeit als Finanzamt genutzt könnte Sitz des Sozialamts werden [Ed: mißlich ist nur, daß die U-Bahn nach Lankwitz nie fertiggebaut wurde...].
Raum für Büromodule hat die BIM auf dem Grundstück Unter den Eichen 1 ausgemacht. Dort befindet sich bereits das Ordnungsamt. Weitere Raumkapazitäten sollen nach derzeitigem Stand durch das Verdichtungspotential im Rathaus Zehlendorf, an der Potsdamer Straße 8, im Alten Rathaus Steglitz (Schloßstraße 37) sowie an der Königin-Luise-Straße 96, neben dem Lebensmittel- und Veterinäramt, genutzt werden.
Das Steglitz-Zehlendorfer Bezirksamt plädiert weiter für die vorübergehende Auslagerung der Verwaltung und einer Rückkehr nach einer Kreisel-Sanierung, schon wegen seiner zentralen Lage und der optimalen Verkehrsanbindung. Die Position des Senats indes, so Herbert Weber, sei die dauerhaft dezentral verteilte Verwaltung [Ed: aber was spricht dagegen, vom Kreisel- Hochhausteil einige der unteren Stockwerke auch als Mahnung vor Größenwahn stehenzulassen, um diese künftig asbestsaniert zusammen mit den Räumen im Flachbau als abgespecktes, zentrales Rathaus zu nutzen...].
Die BVV-Fraktionen haben sich unterdessen einmütig für die Nutzung des denkmalgeschützten Alten Rathauses für Dienste mit starkem Publikumsverkehr ausgesprochen. Die FDP-Fraktion möchte prüfen lassen, ob gegenüber dem Kreisel ein Bürgeramt etabliert werden kann. Die CDU-Fraktion sieht dafür zu wenig Raum und möchte beispielsweise die Frauen- und Behindertenbeauftragten dorthin umsiedeln. Der BVV-Saal samt Nebenräumen sei für Veranstaltungen zu sichern.
Eine zügige Entscheidung des Abgeordnetenhauses, ob und wann der Büroturm saniert wird, bleibt mehr als fraglich. Nachdem die Suche nach einem Käufer im Spätsommer 2005 zunächst gescheitert war, betonte die Senatsfinanzverwaltung, daß "eine Sanierung in Landesregie nicht in Frage" komme. So war es nur konsequent, im Landesetat bis 2007 keine Haushaltsmittel dafür einzustellen.
Sanierung oder Abriß: Zukunft des Kreisels ungeklärt
Aus: Berliner Morgenpost, 15. Januar 2006, Seite ?? (Bezirke). [Original]STEGLITZ (pol). Die langwierige Prozedur der Entscheidungsfindung über die Zukunft des Kreisels hat einen einfachen Grund: Geldmangel. Gutachter schätzen die Kosten für die vollständige Sanierung auf bis zu 90 Millionen Euro. Die bloße Sanierung ist zwar für 75 Millionen machbar, die Kosten für die Auslagerung der Verwaltung kämen aber in jedem Fall hinzu.
Der Abriß des 1980 fertiggestellten Büroturms wird auf 16 Millionen taxiert. Kostenschätzungen für einen Rathausneubau bewegen sich zwischen 42 und 50 Millionen Euro ohne Asbestnachsorge. Der Abriß steht ohnehin wegen des angekündigten Widerstands des Miteigentümers Becker&Kries (B&K) kaum zur Debatte [Ed: was sich bei geeigneter Bezahlung dann recht schnell änderte].
Bliebe noch die Variante der etagenweisen Sanierung des 119 Meter hohen Rathauses bei laufendem Betrieb, wie von B&K vorgeschlagen. Doch dies kommt nach derzeitigem Planungsstand offenbar nicht mehr in Betracht: Es stehe nicht genügend Zeit zur Verfügung, das Verfahren zu planen und rechtzeitig umzusetzen, meldet der planungsbegleitende Ausschuß.
Becker&Kries, denen der Sockel des Kreisels mit Hotel, Ladengeschäften und Busbahnhof gehört, wollten die Sanierung für 73 Millionen Euro binnen 34 Monaten bewerkstelligen. Das Unternehmen hatte gleichzeitig angeboten, das Verwaltungshochhaus für einen symbolischen Betrag zu erwerben, wenn das Bezirksamt danach Hauptmieter werde.
Steglitzer Kreiseln
Finanzverwaltung scheut die auf 70 Millionen Euro geschätzten Sanierungskosten. Bezirksamt will aber in dem Turm bleiben.
Aus: Der Tagesspiegel, Berlin, 31. Januar 2006, Seite ?? (Berlin) von CHRISTIAN VAN LESSEN. [Original]BERLIN (Tsp). Am 24. November 2007 ist hier Schluss, versichert der Personalratsvorsitzende Yusuf Atci. Dann schließt der letzte Mitarbeiter des Bezirksamtes das Steglitzer Kreisel-Hochhaus ab. Ob je wieder aufgeschlossen wird? Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) glaubt nicht daran. Bezirksbürgermeister Herbert Weber (CDU) wiederum ist überzeugt, dass es keine Alternative zu diesem Standort gibt. Wir wollen wieder rein. Zuvor aber muss das asbesthaltige Bauwerk Ende nächsten Jahres wegen der Gesundheitsgefahren für über 700 Mitarbeiter und die Besucher erst einmal geschlossen werden.
In Kürze dürfte der Senat zu dem Schluss kommen, dass Verkauf oder Abriss die besten Lösungen sind und das Bezirksamt auf mehrere Standorte verteilt untergebracht wird, etwa im alten Rathaus Lankwitz oder auch in leerstehenden Dienstgebäuden in Zehlendorf. Das letzte Wort über den Kreisel hat das Abgeordnetenhaus. Voraussichtlich im Februar wird das Parlament entscheiden.
Ein Spannungsfeld, sagt der Bezirksbürgermeister. Er hält die dezentrale Unterbringung auf Dauer für unakzeptabel. Zentral ist optimal, versichert Baustadtrat Uwe Stäglin (SPD) und meint damit die Lage des Kreisels an der Schnittstelle von S- und U-Bahn, sowie dem Kreuzungspunkt mehrerer Buslinien. Auch Personalrat Yusuf Atci assistiert: Ein idealer Standort.
Das verkehrsgünstige Hochhaus am Hermann-Ehlers-Platz ist nach Ansicht Webers durch keine anderen landeseigenen Immobilien zu ersetzen. Er warnt davor, die Firma Becker & Kries ihr gehört der asbestbefreite Flachtrakt vor vollendete Tatsachen zu stellen. Das Haus aufzugeben, könne zu einem wirtschaftlichen Totalschaden führen. Die reinen Asbestsanierungskosten von 16 Millionen Euro blieben dem Land wohl nicht erspart. Auch dürfte der Kreisel vermutlich nicht vollständig abgetragen werden, weil es bautechnisch einen gewissen Druck auf die Untergeschosse geben müsse. Auch aus städtebaulicher Sicht sollte das markante Bauwerk erhalten bleiben. Aber wir müssen etwas mit ihm tun.
Die Kosten für die Gesamtsanierung und -modernisierung des Kreisels werden auf mindestens 70 Millionen Euro geschätzt. Nach Ansicht von Matthias Kolbeck, Sprecher der Finanzverwaltung, hat seine Behörde alle Baugutachten ausgewertet und Konsequenzen gezogen. Möglicherweise müsse das Abgeordnetenhaus zunächst nicht über den Kreisel, eher über die Zukunft der Verwaltungsstandorte für den Bezirk beschließen. Berlin könne ohnehin wegen Becker & Kries nicht allein entscheiden.
Die Behörde sei mit der Firma im Gespräch, trotz der Interessenswidersprüche sind wir auf konstruktivem Weg. Für die Senatsbehörde steht fest, dass der Kreisel nicht mit Landesgeld saniert oder nach einer privat bezahlten Sanierung teuer vom Land gemietet werden kann. Die Finanzbehörde erwartet, dass die Bezirksverwaltung nach dem Auszug nie wieder einzieht. Zumal auch die Mitarbeiterzahl nach und nach reduziert wird und damit auch weniger Platz nötig ist. Es gebe eine Reihe von geeigneten Landesimmobilien, um die Bezirksverwaltung angemessen unterzubringen, sagt Kolbeck.
Becker & Kries hatten angeboten, das marode Bauwerk zu kaufen, zu sanieren, modern umzubauen und dabei auch mit einer neuen Fassade zu versehen. Dafür sollte das Land Berlin langfristig Räume für das Bezirksamt mieten. Mehrmals hatte das Unternehmen gemahnt, das Land Berlin könne als Grundstückspartner nicht einfach das Gebäude aufgeben. Es habe die Verpflichtung, seinen Anteil am Bauwerk in gutem Zustand zu erhalten. Man hoffe, dass bei den laufenden Gesprächen eine vernünftige Lösung gefunden werde, die den vertraglichen Ansprüchen Rechnung trägt, heißt es. Andernfalls sei mit juristischen Schritten zu rechnen.
Kreisel soll nicht als Dauerruine stehenbleiben
Aus: Berliner Morgenpost, 18. Februar 2006, Seite ?? (Bezirke). [Original]STEGLITZ (kla). Das Abgeordnetenhaus wird am 7. März 2006 über die Zukunft des Steglitzer Kreisels abstimmen. Die Senatsvorlage sieht vor, die Mitarbeiter an verschiedenen Standorten unterzubringen. An die Aufgabe des Kreisels als Sitz der Verwaltung koppeln die Bezirksverordneten 4 Bedingungen: Sie haben mehrheitlich beschlossen, daß sich der Bezirk dafür einsetzen solle, aus dem Hochhaus keine Dauerruine entstehen zu lassen. Darüber hinaus sollen keine Unterhaltskosten für ein leerstehendes Gebäude verschwendet, das Prozeßrisiko mit Miteigentümer Becker & Kries minimiert und Bezirksamt-Mitarbeiter nicht langfristig in Bürocontainern untergebracht werden.
Streit über Zukunft des Steglitzer Kreisels
Bürgermeister fordert Vorgaben für geplanten Umzug der Verwaltung.
Aus: Berliner Morgenpost, 7. Mai 2006, Seite xx (Bezirke). [Original]STEGLITZ (BM). Die Zukunft des Steglitzer Kreisel ist weiterhin offen. Zwar steht fest, daß die Bezirksverwaltung bis Ende 2007 den Büroturm wegen der Asbestbelastung verlassen muß. Doch ob dies den endgültigen Abschied der mehr als 700 Mitarbeiter aus dem skandalumwitterten Bau bedeutet, ist nicht endgültig geklärt, jedoch sehr wahrscheinlich. Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) halte nichts von einer Übergangsregelung, betont dessen Sprecher Matthias Kolbeck: "Sein Vorschlag ist, den Kreisel nicht mehr für die Verwaltung zu nutzen, sondern sie dezentral unterzubringen".
In diese Gebäude soll das Bezirksamt ziehen
Aus: Berliner Morgenpost, 7.5.2006. Dezentrale Bezirksverwaltung
Folgende Standorte hat die Berliner Immobilienmanagement GmbH [BIM] als Ersatz für den Kreisel ermittelt:
Altes Rathaus
Schloßstraße 37 / Ecke Grunewaldstraße. Dort sollen publikumsintensive Bereiche unterkommen.
Unter den Eichen 1
Ecke Am Fichtenberg in Steglitz. Bereits Sitz des Ordnungsamtes, weitere Kapazitäten auf dem Grundstück.
Königin-Luise-Straße 96
in Dahlem. Raumkapazitäten in Nachbarschaft des Veterinär- und Lebensmittelaufsichtsamts.
Clayallee 138
Ecke Auf dem Grat 2 in Dahlem. Ehemaliger Sitz des Landesamts für Verfassungsschutz. Steht derzeit leer.
Leonorenstraße 70
in Lankwitz, Finanzamt; aktuell Dienstelle der Senats-Finanzverwaltung.
Potsdamer Straße 8
in Zehlendorf, derzeit Standort der bezirklichen Gesundheitsverwaltung.
Kirchstraße 13
Ecke Teltower Damm 16, Rathaus Zehlendorf. Kapazitäten durch bauliche Verdichtung.Unterdessen wächst bei den Betroffenen des geplanten Umzuges, dem Bezirksamt und den Verwaltungsmitarbeitern, die Unruhe. Die nötigen Vorbereitungen stünden ohne Senatsbeschluß auf der Stelle, so Bezirksbürgermeister Herbert Weber (CDU). Am Wochenende gestand er ein, er sitze mittlerweile wie auf heißen Kohlen. "Nachdem der Senat diese Woche wieder keinen Beschluß gefaßt hat, ist mir schon etwas mulmig zumute." Weber ist im Bezirk auch für Personal und Verwaltung zuständig. Klare Vorgaben für den Mammut-Umzug fehlten. Weder seien ihm bislang die Kosten für den Umzug, noch für die Bewirtschaftung der vorgesehen Verwaltungsstandorte oder für die künftige Computer-Ausstattung bekannt, so Weber weiter.
Die nötige Beschlußvorlage sei noch in Arbeit, aber bereits "sehr konkret", erklärte Finanzsenats-Sprecher Kolbeck jetzt auf Anfrage dieser Zeitung. "Ich denke, die Verabschiedung erfolgt vor der Sommerpause", so Kolbeck.
Damit entkräftet er Webers Befürchtung, "die fälligen Entscheidungen könnten erst nach der Wahl erfolgen." Webers Deadline sei die Senatssitzung am 29. Juni. Der scheidende Rathauschef im September kandidiert BVV-Fraktionschef Norbert Kopp für die Nachfolge fordert die Rückkehr der Verwaltung in den sanierten Kreisel und weiß die Angestellten hinter sich. "Schon wegen der optimalen Verkehrsanbindung wäre dies am besten", sagt der Betriebsratsvorsitzende Yusuf Atci.
Das sei jedoch "wirtschaftlich nicht vertretbar", winkt Senatssprecher Kolbeck ab. "Auch im Südwesten herrscht kein Mangel, sondern ein Überangebot an öffentlichen Flächen", sagt Kolbeck und verweist auf den Stellenabbau in allen Verwaltungen. Zur Abstimmung mit dem Miteigentümer des Kreisels dem Immobilienunternehmen Becker & Kries gehört der Turmsockel samt Hotel, Parkhaus und Ladenpassage liefen weiter Gesräche. Kolbeck spricht von "guten Perspektiven für eine Einigung". Von Becker & Kries war dazu keine Stellungnahme zu erhalten.
Bekanntlich wehrt sich das Immobilienunternehmen gegen einen möglichen Abriß des Büroturms. Statt dessen bot man dem Land den Kauf an, falls Berlin den Kreisel nach der Sanierung zurückmieten würde. Das ist dem Finanzsenator jedoch zu teuer. Mißlingt die Einigung, wäre ein juristischer Streit nicht ausgeschlossen.
Das wäre "das letzte, was wir jetzt gebrauchen könnten", räumt Bürgermeister Weber ein, der lieber gestern als heute in die Detailplanung für den Verwaltungsumzug einsteigen würde.
Ein Beispiel für die Dringlichkeit, so Weber, sei das Rathaus Lankwitz, eine Liegenschaft der Senats- Finanzverwaltung. Das Gebäude an der Leonorenstraße 70, derzeit Finanzamt, ist als künftiger Sitz des Sozialamtes im Gespräch. Bis heute seien weder Vorbereitungen für ein mögliches Freiziehen noch für nötige Umgestaltungen getroffen worden, so Weber.
B E S C H L O S S E NDem Abriss immer näher
Der Kreisel ist offenbar nicht mehr zu retten. Bezirksbürgermeister enttäuscht über die Miteigentümer.
Aus: Der Tagesspiegel, Berlin, 22. Juni 2006, Seite 12 (Berlin) von CHRISTIAN VAN LESSEN (C.v.L.). [Original]BERLIN (Tsp). Der Abriss des Steglitzer Kreisels scheint beschlossene Sache, seitdem sich offenbar auch die Miteigentümergesellschaft Becker & Kries nicht mehr dagegen stemmt. Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) plädiert seit langem für den Abriss des asbestverseuchten Rathauses. Die Hoffnung von Bezirksbürgermeister Herbert Weber (CDU), den Kreisel nach der Asbestsanierung als Rathaus noch retten zu können, ist geschwunden. Das letzte Wort hat das Parlament, nicht der Finanzsenator, sagte er am Mittwoch [21.6.2006]. Aber man muss auch verlieren können.
Weber hat allerdings Zweifel, ob das Abgeordnetenhaus noch kurz vor der Sommerpause und den Wahlen und ohne Diskussion mit dem Bezirksamt das Ende des Kreisels besiegelt. Wie berichtet, hat die Finanzverwaltung (dem Land gehört der asbestbelastete Hochhausteil) mit den Miteigentümern Abriss-Gespräche geführt. Sarrazins Sprecher Matthias Kolbeck betonte, in der Beschlussvorlage für den Senat am kommenden Dienstag [27.6.2006] werde es um die dauerhafte Unterbringung des Bezirksamtes und die unumgängliche Asbestbeseitigung im Kreisel gehen. Für die Abrissfrage gebe es dagegen keinen Zeitdruck. Mit den Miteigentümern habe man über die Gespräche Vertraulichkeit vereinbart.
Dass Becker & Kries einem Abriss zustimmt, habe er von der Finanzverwaltung erfahren, sagte der Bezirksbürgermeister. Er habe das zunächst nicht glauben wollen, da sich die Firma von der gestern keine Stellungnahme zu erhalten war wiederholt gegen Abrisspläne ausgesprochen hatte. Ich habe gegengecheckt es stimmte. Er sei darüber sehr enttäuscht. Dem Bezirksbürgermeister wurden schon Zahlen genannt: Mindestens 16 Millionen Euro sind zunächst für die Asbestbeseitigung im Hochhaustrakt veranschlagt, 9 weitere Millionen für den Abriss. Zu diesen 25 Millionen Euro sollen offenbar 10 weitere Millionen Euro als Kompensation an Becker & Kries gezahlt werden.
Eine Komplettsanierung war bislang mit bis zu 90 Millionen Euro veranschlagt. Weber spricht von einer falschen Entscheidung, die nur aus reinen Kostengründen gefällt werde. Gerade auch angesichts des neuen Einkaufszentrums Das Schloss gegenüber sei das Rathaus einmalig verkehrsgünstig. Auch der Abriss werde keine billige Lösung, zumal noch das Geld für die Herrichtung von Ersatzräumen nicht gesichert sei. Die Berliner Immobilienmanagement- Gesellschaft hat mehrere Standorte für das Rathaus ermittelt, unter anderem das alte Rathaus Lankwitz, den ehemaligen Sitz des Landesamtes für Verfassungsschutz an der Dahlemer Clayallee/Auf dem Grat und das Rathaus Zehlendorf an der Kirchstraße [Ed: und was spricht dagegen, vom Kreisel- Hochhausteil einige der unteren Stockwerke stehenzulassen, um diese künftig asbestsaniert zusammen mit den Räumen im Flachbau als abgespecktes, zentrales Rathaus zu nutzen]. Bis Ende 2007 muss das Steglitzer Hochhaus wegen der Gesundheitsgefahr geschlossen sein.
Die SPD-Haushaltsexpertin Iris Spranger hat Zweifel, ob das Parlament so kurzfristig über die angekündigte Senatsvorlage entscheidet. Das wird sehr knapp.
Mit dem Bau des Kreisels war 1969 begonnen worden. Das Projekt der Architektin Sigrid Kressmann-Zschach ging vor der Eröffnung Pleite, eine Landesbürgschaft brachte den Senat ins Trudeln. Das Haus wurde zum Inbegriff Berliner Bauskandale. Becker & Kries ersteigerte es, verkaufte den Hochhaustrakt 1988 an das Land Berlin [Ed: obwohl die Asbestbelastung bereits seit 1986/87 bekannt war]. [Entstehungsgeschichte des Kreisels]
Mehr zum Thema Kreisel-Abriß:
[23.06.2006: Wie werden wir bloß den Kreisel los?] (B.Z.)
Der Kreisel wird zum Stahlskelett
Senat beschließt Asbestsanierung des Steglitzer Hochhauses: Danach werden nur nackte Etagen übrig bleiben. Endgültiger Abriss offen.
Aus: Der Tagesspiegel, Berlin, 28. Juni 2006, Seite 7 (Berlin) von CHRISTIAN VAN LESSEN. [Original]BERLIN (Tsp). Die Skyline der Stadt wird bald vermutlich durch ein über 100 Meter hohes Stahlskelett bereichert: Der Senat hat für 2008/9 die Asbestbeseitigung des Steglitzer Kreisels an der Schloßstraße beschlossen. Sie soll fast 17 Millionen Euro kosten. Ob und wann das Hochhaus danach ganz abgerissen wird, ist noch unklar. Die bislang im Kreisel untergebrachte Bezirksverwaltung soll dauerhaft an 7 anderen Standorten untergebracht werden. Die Miteigentümergesellschaft Becker & Kries ihr gehört der Flachtrakt mit zahlreichen Läden und einem Hotel fürchtet wegen der Großbaustelle jahrelange Einbußen der Geschäfte und erwartet dafür vom Land Schadenersatz in Millionenhöhe.
Der Senatsbeschluss, der heute im Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses behandelt werden soll, sei keine Lösung, sondern Kosmetik vor den Wahlen, sagte Christian Kube von Becker & Kries. Man habe auf eine kürzliche Verabredung mit dem Finanzsenator vertraut, demzufolge das Hochhaus abgerissen werde, das Grundstück dann aber Becker & Kries gehöre. Einschließlich einer Pauschalsumme von 10 Millionen Euro hätte das Land für Asbestsanierung und Abriss insgesamt 35 Millionen Euro ausgegeben und wäre aus der Sache raus. Matthias Kolbeck von der Finanzverwaltung sagte, das Abrissmodell mit Pauschalsumme habe sich im Senat nicht durchsetzen können. Der Miteigentümer könne keinen Schadenersatz verlangen, wenn das Land seinen Hausanteil saniere. Man wolle mit dem Unternehmen in kontruktivem Gespräch über die Zukunft des Hauses bleiben. Becker & Kries hält es weiterhin für das Beste, wenn der Hochhaustrakt vom Land Berlin saniert und dann wieder als Rathaus genutzt wird. Eine Meinung, die auch Bezirksbürgermeister Herbert Weber (CDU) teilt. Er hält den Standort für einmalig verkehrsgünstig im Bezirk.
Der FDP-Abgeordnete Klaus-Peter von Lüdeke forderte einen schnellen Ausstieg des Landes aus dem Kreisel, Oliver Schruoffeneger von den Grünen sprach von einem Armutszeugnis. Der Senatsbeschluss sei nichts Halbes und nichts Ganzes, die Abrissfrage werde einfach vertagt. Das Kreisel-Hochhaus mit rund 620 Mitarbeitern ist so stark asbestbelastet, dass es nur noch bis Ende November 2007 genutzt werden darf. Nach einem Vorschlag der Berliner Immobilien- Managementgesellschaft BIM sollen die Dienststellen auf 7 andere Standorte verteilt werden. Die Kosten für die Herrichtung dieser Standorte und die Umzüge werden etwa 12, 5 Millionen Euro betragen. Der Umzug betrifft etwa ein Fünftel der Beschäftigten. Insgesamt nutzt der Bezirk nach Auskunft des Senats 215 Liegenschaften. Die Entscheidung, den Kreisel aufzugeben, sei Ergebnis gründlicher Wirtschaftlichkeitsprüfung. Eine Grundsanierung für den dauerhaften Betrieb hätte 88,5 Millionen Euro gekostet.
Nach Ansicht des Senats sollte die Bezirksverwaltung auf das Alte Rathaus Steglitz, die Rathäuser Zehlendorf und Lankwitz und das frühere Verfassungsschutzamt an der Clayallee verteilt werden. Auch eine ehemalige Kita an der Beethovenstraße, das Ordnungsamt am Fichtenberg und das frühere US-Hospital an der Fabeckstraße sind im Gespräch.
Zukunft des Kreisels offen
Nach der Asbestsanierung möchte der Senat das Hochhaus verkaufen.
Aus: Berliner Morgenpost, 18. Oktober 2006, Seite xx (Beilage Steglitz-Zehlendorf). [Original]STEGLITZ (BM). Die Tage, an denen die Drehtüren am Eingang des Steglitzer Kreisels ständig in Bewegung sind, Pförtner die Besucherströme lenken und Kantinengäste den Ausblick aus der 24. Etage über ganz Berlin genießen, sind gezählt. Der Umzug der 700 Rathaus-Mitarbeiter an vier andere Standorte nimmt konkrete Gestalt an. Das Bezirksamt befindet sich mit der Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM), die im Auftrag des Landes Berlin arbeitet, in letzten Abstimmungsgesprächen. "Wir sind dabei, ein genaues Umzugskonzept zu erstellen", sagt Steglitz-Zehlendorfs Baustadtrat Uwe Stäglin (SPD).
Bis Ende 2007 müssen alle Mitarbeiter aus dem asbestverseuchten Bürohochhaus an der Schloßstraße ausgezogen sein. Sie werden in den Rathäusern Lankwitz und Zehlendorf und im einstigen Verfassungsschutzgebäude, Auf dem Grat in Dahlem, unterkommen. Zusätzlich sind Bürocontainer im Gespräch. Auch die geschlossene Leistikow-Schule am Hartmannsweilerweg steht zur Debatte. Für den Umzug werden 12,5 Millionen Euro veranschlagt. Das leere Hochhaus wird anschließend für 16,9 Millionen Euro vom Asbest befreit. "Das weitere Schicksal des Kreisels ist leider nicht Bestandteil des Senatsbeschlusses", bedauert Bezirksbürgermeister Herbert Weber (CDU). Die spätere Nutzung des Gebäudes sei immer noch offen. Auch Uwe Stäglin findet diese Situation nicht haltbar. "Spätestens zum Zeitpunkt der Asbestsanierung muss klar sein, was aus dem Turm werden soll."
Angemahnt wurde der Beschluss auch vom Bund der Steuerzahler. Obwohl Millionensummen auf dem Spiel stünden, habe der Senat eine Entscheidung auf unbestimmte Zeit vertagt, kritisiert der Steuerzahlerbund. Denn bleibt das Hochhausgerippe ungenutzt stehen, ist zu den Kosten von Sanierung und Umzug auch noch mit Schadenersatzforderungen bis zu 10 Millionen Euro vom Miteigentümer Becker und Kries zu rechnen.
Dem Unternehmen gehört das Sockelgeschoß des Kreisels, in dem sich eine Ladenpassage befindet. Becker und Kries hatte schon vor Jahren den Sockel saniert und vom Asbest befreit. Ein Angebot der Immobiliengesellschaft, das Bürohochhaus auf eigene Kosten zu sanieren und zu übernehmen, hatte der Senat abgelehnt.
Der Senat hofft noch immer, dass sich ein Interessent für das Gebäude findet. Ein Versuch, das Hochhaus im unsanierten Zustand zu verkaufen, schlug bereits fehl. Niemand wollte den asbestverseuchten Kreisel haben. In einem zweiten Anlauf soll die Immobilie jetzt saniert als hohler Zahn veräußert werden. "Wir hoffen, dass sich dann ein Interessent findet", sagt Matthias Kolbeck, Sprecher der Senatsfinanzverwaltung.
Kreisel-Mitarbeiter können umziehen
Aus: Berliner Morgenpost, 24. Oktober 2006, Seite ?? (Bezirke). [Original]STEGLITZ (kla). Der Umzugsplan für die 700 Mitarbeiter des asbestbelasteten Steglitzer Kreisels steht. Demzufolge werden die einzelnen Abteilungen auf die Rathäuser Zehlendorf, Steglitz und Lankwitz verteilt sowie im einstigen Verfassungsschutzgebäude, Auf dem Grat, in Dahlem und in Bürocontainern am Ordnungsamt, Unter den Eichen, unterkommen. Bürgermeister Herbert Weber (CDU) hofft noch, dass auf die Büromodule verzichtet werden kann. "Das ist für die vorgesehenen 80 Mitarbeiter keine dauerhafte Lösung", sagt Weber. Er schlägt stattdessen die Leistikow-Schule am Hartmannsweiler Weg vor, die geschlossen werden soll. Allerdings müsste in den Umbau der Schule noch 2 Millionen Euro investiert werden.
Der Bezirksbürgermeister wird in Zukunft mit 12 Mitarbeitern im Rathaus Steglitz sitzen. Die Abteilung Soziales geht mit 172 Mitarbeitern in das Rathaus Lankwitz an der Leonorenstraße. Das Bauamt kommt mit 40 Angestellten an der Clayallee unter. Die Abteilung Jugend ist künftig mit 138 Leuten im Rathaus Zehlendorf ansässig. Dort werden auch die Abteilungen Bauordnung, Grünflächenamt, Schule und Sport und Bürgerdienste zu finden sein. Für den Einzug in die Bürocontainer sind Teile der Bereiche Wohnen, Personal und Jugend vorgesehen.
Offen ist noch, wo das Bürgeramt und das Gesundheitsamt untergebracht werden. Da das Bürgeramt gut erreichbar sein sollte, war ursprünglich geplant, dass die 21 Mitarbeiter mit in die Bibliothek im Einkaufszentrum "Das Schloss" ziehen. Das hat sich angesichts der Bürogrößen als unrealistisch erwiesen.
Der Umzug beginnt frühestens Anfang nächsten Jahres. Bis zum 24. November 2007 müssen alle Bezirksamtsmitarbeiter den Steglitzer Kreisel verlassen haben. Im Anschluss soll der Büroturm vom Asbest befreit werden. Das Land Berlin will das zurückgebaute Hochhaus verkaufen.
Kreisel vor Gericht
Miteigentümer Becker und Kries befürchtet Bauruine an der Schloßstraße.
Aus: Berliner Woche (Ausgabe Steglitz) Nr. 6/2007, 7. Februar 2007, Seite 2 (Steglitz).STEGLITZ (ahr). Der Miteigentümer des Bürohochhauses Kreisel hat Klage gegen das Land Berlin eingereicht. Das bestätigte Christian Kube vom Unternehmen Becker und Kries der Berliner Woche. Becker und Kries will verhindern, dass nach einer Asbestsanierung des Hochhauses eine Bauruine übrig bleibt.
Der untere Teil des Kreisels mit Geschäften, einem Hotel und dem Busbahnhof gehört Becker und Kries, während das Land Berlin den Hochhausteil, in dem noch die Bezirksverwaltung residiert, besitzt. In den entsprechenden Verträgen wird jeder Teileigentümer verpflichtet, sein Eigentum dauerhaft in gutem Zustand zu halten.
Wenn das Land Berlin den Kreisel nach der Sanierung einfach verlässt, trägt das dem Vertrag nicht Rechnung, argumentiert Kube. Was nach der Sanierung übrig bleibt, ist ein Stahlskelett, sagt er. Dieses Skelett will das Land nicht wieder aufbauen, sondern zum Verkauf anbieten.
Becker und Kries befürchtet, dass sich kein Käufer findet, sondern stattdessen jahrelang eine unansehnliche Bauruine im Steglitzer Zentrum steht. Dadurch sieht das Unternehmen seine Rechte als Miteigentümer verletzt. Diese Rechte wolle man sich nun gerichtlich sichern, so Kube.
Das Land hatte bereits 2005 versucht, den Kreisel zu verkaufen jedoch ohne Erfolg. Niemand wollte den Kreisel haben. Die Kosten für eine Asbestsanierung und den Wiederaufbau des 26-stöckigen Gebäudes werden auf bis zu 80 Millionen Euro geschätzt.
So ist die Zukunft des asbestsanierten Kreisels weiter unklar. Sicher ist nur, dass das Bezirksamt noch in diesem Jahr ausziehen muss, weil die Asbestbelastung für die Mitarbeiter sonst zu stark wird. Sicher ist auch, dass das Land den Kreisel loswerden möchte. Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) hatte wiederholt abgelehnt, das Hochhaus nach der Asbestsanierung weiter zu betreiben. Im vergangenen Jahr schienen die beiden Eigentümer einen Kompromiss gefunden zu haben. Das Land sollte den Kreisel für 16 Millionen Euro vom Asbest befreien, abreißen und dem Miteigentümer Becker und Kries 10 Millionen für die wirtschaftlichen Nachteile während der Bauzeit zahlen.
Dem Vernehmen nach hatte Sarrazin dieser Lösung bereits zugestimmt, konnte sich jedoch innerhalb des Senats nicht durchsetzen. Entsprechende Berichte wollte die Senatsverwaltung für Finanzen jedoch nicht kommentieren. Wir beschäftigen uns erst einmal mit der Räumung und der Asbestsanierung, und dann sehen wir weiter, sagt Sprecher Clemens Teschendorf.
Steglitzer Kreisel ohne Perspektive
Aus: Der Tagesspiegel, Berlin, 1. März 2007, Seite 14 (Berlin). [Original=xxx]STEGLITZ (CD). Die Zukunft des asbestbelasteten Steglitzer Kreisels bleibt auch nach der gestrigen Sitzung des parlamentarischen Bauauschusses offen. Christian Kube von Becker & Kries der Firma gehören die bereits sanierten Flachbauten begründete eine gegen das Land Berlin erhobene Klage: Vom Hochhaus dürfe nicht nur ein Stahlgerippe bleiben.
Finanzstaatssekretär Klaus Teichert kündigte ein neues Interessenbekundungsverfahren für mögliche Käufer an. Das erste war gescheitert. Teile des Bezirksamt könnten erst 2008 ausziehen, sagte der Steglitz-Zehlendorfer Baustadtrat Uwe Stäglin (SPD).
Am 23. November geht im Kreisel das Licht aus
Neue Räume für Bezirksverwaltung nicht rechtzeitig fertig.
Aus: Berliner Zeitung, 23. März 2007, Seite 20 (Lokales). [Original=xxx]STEGLITZ. Der Umzug einer Behörde mit 670 Mitarbeitern ist schon schwierig genug, doch wenn mehr als die Hälfte der Leute noch gar nicht wissen, wohin sie sollen, wird das Ganze noch komplizierter. Vor diesem Problem steht jetzt der Bezirk Steglitz-Zehlendorf. Bis zum 23. November muss die Verwaltung das asbestbelastete Bürogebäude an der Steglitzer Schlossstraße den sogenannten Kreisel räumen. Die Mitarbeiter sollen auf bestehende Gebäude im Bezirk verteilt werden doch mindestens 3 der Häuser werden nicht rechtzeitig fertig. Nach Angaben von Bezirksbürgermeister Norbert Kopp (CDU) können das bisher vom Finanzamt genutzte Rathaus Lankwitz an der Leonorenstraße sowie das frühere Berliner Amt für Verfassungsschutz an der Clayallee frühestens im Februar 2008 genutzt werden, der Umbau der Leistikow-Oberschule am Hartmannsweilerweg in Steglitz soll sogar erst im Sommer nächsten Jahres abgeschlossen werden. Etwa 370 Beschäftigte des Bezirks stehen damit ohne Büros da.
Bislang waren Senat und Bezirk davon ausgegangen, dass einige wenige Mitarbeiter notfalls auch bis Mitte 2008 im Steglitzer Kreisel bleiben können. Doch das geht nicht: Laut Asbestrichtlinie des Landes Berlin muss das 118 Meter hohe Gebäude am 23. November vollständig geräumt sein. Dieser Termin ergibt sich aus einem Gutachten, das vor 3 Jahren fertig gestellt wurde. Bis zum 23. November 2007, so hieß es da, müsse entweder mit der Asbestsanierung begonnen oder das Gebäude leer sein. "Die Mitarbeiter länger im Gebäude zu lassen, ist ein nicht zu vertretendes Risiko", erklärte Bezirksbürgermeister Norbert (CDU) am Mittwochabend vor dem Bezirksparlament.
Das Bezirksamt muss eine Zwischenlösung für die 370 Mitarbeiter finden. Um freie Büroflächen zu reservieren, hat der Bezirk mit sofortiger Wirkung jegliche Vermietung bezirkseigener Immobilien gestoppt. "Ich gehe aber davon aus, dass wir nicht für alle Leute eine Übergangslösung finden", so der Bürgermeister. Ein großer Teil von ihnen müsse wohl vorübergehend in Containern untergebracht werden.
Die Nutzung von Zwischenunterkünften und deren Herrichtung für den Bürobetrieb verursachen dem Bezirk weitere Kosten. Bei einem Termin mit Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) will man nun um mehr Geld bitten. Das Berliner Abgeordnetenhaus hatte im vergangenen Jahr 4 Millionen Euro für die Herrichtung der neuen Verwaltungsstandorte bewilligt, "aber wir haben schon jetzt höhere Kosten", sagt Kopp.
Kritik an der jetzigen Situation kommt von der FDP im Bezirk. "Das, was jetzt passiert, war absehbar", sagt Fraktionschef Kay Heinz Ehrhardt. Der Bezirk habe viel zu lange am Kreisel festgehalten und sei nun mit der Situation "reichlich überfordert".
Im Kreisel beginnt das große Packen
In wenigen Wochen muss das Bezirksamt das asbestverseuchte Hochhaus räumen.
Aus: Berliner Morgenpost, 17. September 2007, Seite xx (Berlin). [Original=921840.html]STEGLITZ (BM). Berlin liegt Joachim Schadeck zu Füßen. Noch. Von seinem Büro im 22. Stock des Steglitzer Kreisels kann der Bezirksamtsdirektor von Steglitz-Zehlendorf den Blick von Treptow bis in den Grunewald schweifen lassen. Die Autos auf der Schloßstraße sind von oben so klein wie die rund 50 Spielzeugfahrzeuge auf seinem Fensterbrett. Er wird sich von seiner geliebten Autosammlung trennen müssen, genau wie von dem einmaligen Blick. Künftig wird es enger. Bis zum 23. November müssen alle 27 Stockwerke des Bürohochhauses geräumt sein. Im Januar 2008 soll die Asbestsanierung des Gebäudes beginnen.
Für die 900 Mitarbeiter der Steglitz-Zehlendorfer Verwaltung koordiniert Joachim Schadeck das Umzugskarussell. 650 Kreisel-Mitarbeiter müssen auf andere Gebäude wie das Rathaus Lankwitz und das Rathaus Zehlendorf verteilt werden. Jeder packt im Schnitt 30 Kisten das macht bei 900 Leuten 27 000 Kisten, die bewegt werden müssen.
Die 26. Etage ist schon fast leer. Einige Ficus-Blätter liegen noch auf dem Boden verstreut, mehr ist vom Rechtsamt nicht mehr übrig geblieben. In den anderen Etagen hat das große Aufräumen und Aussortieren begonnen. "Die letzten drei Wochen werden höllisch", prognostiziert Joachim Schadeck. Dann ziehen nämlich 400 Mitarbeiter um. Etwa 100 kommen im Rathaus Zehlendorf unter, wo alle kräftig zusammenrücken, 125 in dem ehemaligen Verfassungsschutzgebäude an der Clayallee. Das Sozialamt geht mit 164 Leuten ins Rathaus Lankwitz, später soll auch die Leistikow-Schule am Hartmannsweiler Weg genutzt werden. Etwa 70 Mitarbeiter müssen sich zwischenzeitlich mit Containern begnügen. Die einstige zentrale Verwaltung wird künftig in mindestens zehn verschiedenen Gebäuden zu finden sein.
Der Kreisel verpackt in 21 000 Umzugskisten
Möbelwagen parken vor dem 29-stöckigen Rathaus von Steglitz-Zehlendorf. Ab 23. November arbeitet hier niemand mehr.
Aus: Der Tagesspiegel, Berlin, 17. Oktober 2007, Seite xx (Berlin) von CHRISTIAN VAN LESSEN. [Original=2401038]BERLIN (Tsp). Von "Kopfläuse-Untersuchungen" lesen die Männer an einem Schild und grinsen. Gerade nehmen sich die Speditionsleute das Gesundheitsamt vor. Im zweiten Stock biegen sie in einen Gang, dessen Zimmertüren geöffnet sind. Umgeben von gepackten Kartons wirken Mitarbeiter ein wenig verloren. Um sie herum wird in Windeseile Mobiliar abgeräumt, dann kommen Aktenkartons ran. Die Leute vom Amt sitzen auf den letzten Stühlen und verfolgen, wie ihr gewohnter Arbeitsplatz in Einzelteile zerlegt wird. Wie sich das gesamte Innenleben des Kreisels langsam auflöst. Am 23. November ist endgültig Dienstschluss im 29-stöckigen Rathaus von Steglitz-Zehlendorf, dem höchsten Verwaltungsgebäude der Stadt.
Im 22. Stockwerk sitzt Joachim Schadeck, sein Büro ist noch immer voll möbliert, nur ein Stapel zusammengefalteter Kartons kündigt den Umzug an. "Abgehackt", sagt der Bezirksamtsdirektor zu den Stummelresten einer hohen Zimmerpflanze. Im Zehlendorfer Rathaus ist kein Platz mehr dafür. "Am Dienstag muss ich hier raus", sagt er. Dann ist auch der schöne Ausblick auf Berlin hin, sein neuer Arbeitsplatz ist vergleichsweise dunkel und hat die Fenster zum Hof.
Aber Schadeck hat andere Sorgen. Er ist Umzugsbeauftragter des Bezirks, muss dafür sorgen, dass der Zeitplan aufgeht und der letzte Bezirksamtsmitarbeiter den asbesthaltigen Kreisel wirklich termingerecht verlässt. "Das schaffen wir", sagt er. In seinem Büro steht eine große Tafel, auf der Amtsstellen, Orte und Daten vermerkt sind, die "Unterbringungsplanung." Die Mitarbeiter werden vor allem ins Rathaus Zehlendorf, ins alte Rathaus Lankwitz an der Leonorenstraße oder ins frühere Verfassungsschutzgebäude Auf dem Grat/ Clayallee verlagert.
Von einst 700 Kreisel-Beschäftigten sind inzwischen 120 ausgezogen. In 2, spätestens 3 Wochen wird die heiße Umzugsphase erwartet, dann rollen ständig die Möbelwagen vors Rathaus. "Ein logistisches Problem", sagt Schadeck, bei der gesamten Umzugsplanung "müssen rund 900 Leute bewegt werden". Denn es wird auch zwischen anderen Standorten umgezogen. Bis am 23. November Bezirksbürgermeister Norbert Kopp (CDU) bei einer kleinen Feier als letzter von Bord geht und das Rathaus symbolisch abschließt.
Im nächsten Jahr will das Land Berlin mit der 17 Millionen Euro teuren Asbestbeseitigung beginnen, die Berliner Immobilien-Management-Gesellschaft (BIM) ist dafür zuständig. Zwei Jahre dauern die Arbeiten. Was dann aus dem Haus werden wird, ein normales Büro- und Geschäftshaus oder gar als exklusives Wohnhaus, ob sich ein Käufer findet, das alles ist noch unklar. Als Rathaus wird es jedenfalls nicht wieder genutzt. Der Senat will es so, das Abgeordnetenhaus hat zugestimmt. Dem Bezirksamt, das stets die zentrale Lage und Bürgernähe seines hohen Rathauses rühmte, muss sich fügen und sich mit mehr verstreuten Ämtern abfinden.
Noch aber ist der Kreisel kein Geisterhaus, zumal der asbestsanierte Flachtrakt von Becker & Kries mit dem Hotel und den Geschäften in Betrieb bleibt. Gut 30 Umzugskartons sind für jeden Mitarbeiter eingeplant, rund 4,2 Millionen Euro kostet der Umzug mit den rund 21.000 Kartons. Das Bürgeramt ist bereits ins Alte Rathaus gegenüber gezogen. Im Foyer hängt ein Zettel, dass "wegen zahlreicher Einbrüche das Gelände durch Hundestreife bewacht" wird. Mitarbeiter sind misstrauischer, wenn Fremde durch die Gänge des Hochhauses streichen.
Der Riese ist angeschlagen, aber längst nicht so leer, wie viele glauben. Im 26. Stock ist noch immer die vor zwei Jahren eröffnete Ausstellung zu sehen. Sie erinnert an den Einzug des Bezirksamtes vor 25 Jahren, an das private Pleiteprojekt der Architektin Sigrid Kressmann-Zschach, an Deutschlands bekannteste Bauruine, die mit dem Bezirksamt zum Leben erwacht sei. Zu sehen sind Fotos vom Auszug aus dem alten Rathaus Lankwitz in Richtung Kreisel, nun geht es auch für die Schau zu Ende, wieder nach Lankwitz zurück.
In Zehlendorf sind die Behördenmitarbeiter derweil zusammengerückt. Rund 100 Bedienstete mussten am Teltower Damm untergebracht werden, aus Großbüros wurden kleinere. Bürocontainer Unter den Eichen müssen vermutlich noch bis September kommenden Jahres vom Tiefbau- und Grünflächenamt genutzt werden, weil die einstige Leistikow-Hauptschule in Zehlendorf zwar geschlossen wurde, aber noch nicht als Bürostandort betriebsbereit ist. So wird der große Umzug streng genommen auch am 23. November noch nicht vorbei sein. Doch im Steglitzer Kreisel gehen dann erstmal die Lichter aus.
Mach’s gut, Kreisel
Nach langem Hick-Hack hat des Bezirksamts Steglitz-Zehlendorf das Asbest-Hochhaus geräumt. Die Verwaltung ist jetzt über den Bezirk verstreut. Zum Abschied gab’s Schnittchen und Blasmusik.
Aus: Der Tagesspiegel, Berlin, 24. November 2007, Seite xx (Berlin) von CHRISTIAN VAN LESSEN. [Original=art270,2425]BERLIN-STEGLITZ (Tsp). Gerührt war Freitagvormittag die Stimmung im 24. Stock, beim "Leichenschmaus" mit belegten Brötchen. "Time to say Goodbye" spielten Bläser der Musikschule vor dutzenden von Amtsleuten. Bezirksbürgermeister Norbert Kopp (CDU) sprach von der Sorge um die Zukunft des Kreisels, von der Sicht auf ein Stahlgerippe (die Asbest-Fassade muss runter), vom drohenden Abriss. "Mach’s gut, Kreisel", rief der Personalratsvorsitzende Yusuf Atci. Sven Lemiss, als Geschäftsführer der landeseigenen Berliner Immobilienmanagement-Gesellschaft (BIM) neuer Hausherr, erhielt Beifall, als er sagte: "Es ist klares Ziel, das Gebäude zu erhalten." Es gebe Interessenten und die Aussicht auf ernst zu nehmende Verhandlungen. Das versüßte den Abschied.
Dann ging’s in den Aufzügen hinab, Norbert Kopp schloss das Rathaus Steglitz-Zehlendorf ab, gerade noch hatte er dessen bürgerfreundlichen Standort gerühmt. Stahlbauer Peter Schulz, der einst das Haus mitbaute, sprach von einem "traurigen Tag". Aber man könne noch was Schönes aus dem Kreisel machen.
Nun aber hat die BIM das "Leerstandsmanagement" übernommen. Aufzüge müssen in Betrieb bleiben, das Dach mit den Antennen braucht Zugänge. Letzte Möbel sind auch noch da. Wann die 17 Millionen Euro teure zweijährige Sanierung des 29-stöckigen Hauses an der Schloßstraße beginnt, ist offen, hängt von den Verhandlungen mit Interessenten ab. Vor Ende 2008 wird es nicht sein.
Der Kreisel werde jetzt dem Liegenschaftsfonds zum Verkauf angeboten, sagte Lemiss, verschiedene Unternehmen hätten angefragt, Büros, Wohnungen, Hotel alles sei möglich. Vielleicht könnte ein Käufer auch die Asbestsanierung übernehmen. Nur so viel aber sei sicher: Das Rathaus werde nicht wieder einziehen, was sich Norbert Kopp und Yusuf Atci und viele im Bezirksamt wünschen. Kopp kritisierte den Umgang des Landes mit dem (Flachtrakt-)Miteigentümer des Kreisels, Becker & Kries. Er habe Verständnis, dass dieser auf Weiterbetrieb des Hochhauses geklagt habe.
Gut 27 Jahre dauerte die schwierige Beziehung zwischen Bezirksamt und Kreisel (Namensspender war ein früher geplanter Kreisverkehr). Vor dem Einzug war der von der Architektin Kressmann-Zschach hochgezogene Rohbau durch Pleiten, Zwangsversteigerungen und öffentliche Bürgschaften zum Sinnbild Berliner Bauskandale geworden.
Schnell stellte sich heraus: Der Bau ist asbestbelastet. Der Personalrat schlug Alarm. Es gab Teilsanierungen, Stückwerk. Im Juni 2006 beschloss das Abgeordnetenhaus, den gesundheitsgefährlichen Kreisel zu räumen und 700 Bedienste auf andere Standorte zu verteilen: Vor allem aufs Rathaus Zehlendorf, das alte Rathaus Lankwitz, das einstige Gebäude des Verfassungsschutzes an der Clayallee/Auf dem Grat. Über 15 Millionen Euro kosten Umzug und Umbauten.
Lemiss rechnete vor, das Land spare durch die Aufgabe des Kreisels in den nächsten Jahren 50 Millionen Euro. Statt des teuren Hochhauses könnten nun dauerhaft wesentlich günstigere Gebäude genutzt werden. Oliver Schruoffeneger, haushaltspolitischer Sprecher der Grünen, erklärte dagegen, die Schließung sei keine Einsparung. "Nun fallen täglich hohe Bewirtschaftungs- und Sicherungskosten für ein leer stehendes Gebäude an, das zudem noch mehr zum städtebaulichen Schandfleck im Zentrum von Steglitz wird."
Dokus zum Steglitzer Kreisel:
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