Diese Seite ist eine Ergänzung zu einem Berlin-Report. Es gilt der CopyRight-Hinweis.
Der Alexanderplatz ist die eigentliche Mitte Berlins und wurde nach dem Mauerfall recht stiefmütterlich behandelt. Zwar sieht ein Masterplan des Architekten Hans Kollhoff von 1993 den Bau von 10 ‚Wolkenkratzern‘ zur nordöstlichen Begrenzung des Platzes vor, aber dafür fehlte bislang der Bedarf und damit das Geld. Denn die gesamte Geldbranche sitzt noch immer in Frankfurt am Main und schickt sich auch nicht an, in die Metropole zurückzukehren. Auch hier muß Berlin nun kleinere Brötchen backen.
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Aber zunächst ein kleiner Rückblick in die Geschichte des Alexanderplatzes im 20. Jahrhundert zumindest fotografisch. Denn viele ältere Berliner in aller Welt werden sich über die alten Fotos freuen, die sie bislang noch garnicht kannten. Die gesamte Geschichte des berühmten Platzes ist inzwischen recht ausführlich bei Wikipedia beschrieben. [Translation-Services]
| Berlin Alexanderplatz (1) |
I n h a l t :
A l e x a n d e r p l a t z
In Wikipedia, der
freien Enzyklopädie.- 00.00.1230: Karte von Berlin um 1230.
- 00.00.1890: Centralmarkthalle am Alex. (Innenansicht)
- 00.09.1931: Blick auf den Alexanderplatz von Nordosten. (Foto)
- 00.00.1935: Blick auf den Alexanderplatz von Osten. (Foto)
- 00.00.1936: Blick auf den Alexanderplatz von Norden. (Foto)
- 00.00.1991: Blick auf den Alexanderplatz von Nordosten. (Foto)
- 00.00.2002: Blick auf den Alexanderplatz vom Fernsehturm. (Foto)
- 00.08.2003: Aber Hohes ist geplant. (Baufeld-Karte)
- 00.08.2008: Blick auf den Alexanderplatz von Norden. (Foto)
- 00.00.2020: Und so soll alles einmal aussehen. (Masterplan)
- Weitere Dokumentationen (2. Teil).
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Vor dem Berolina-Haus steht das 1911 eröffnete legendäre Warenhaus Tietz die Wiege des Kaufhaus- Konzerns HERTIE (HERmann TIEtz). Ins Alexander-Haus zog nach der Wende die Konzern-Zentrale der skandalumwitterten BankGesellschaft Berlin (BGB) ein. Im Vordergrund (Mitte) ist die Tunneldecke der U-Bahnlinie E nach Friedrichsfelde erkennbar (heute die Linie U 5 bis nach Hönow). Die Straßen sind: Die Landsberger Straße (links unten, später die Lenin-Allee) und die Neue Königstraße (rechts unten), die auf den Alexanderplatz von Nordosten zulaufen. Quer verläuft die Alexanderstraße, die nach rechts heute Memhard Straße heißt. Die Neue Königstraße geht hinter dem Alex (ab der Stadtbahn) in die Königstraße (heute die Rathausstraße) über, an der Berlins Rotes Rathaus liegt. (Foto: 9.1931 Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz. Es wurde aus dem digitalen BGB-Geschäftsbericht 1994 reproduziert) |
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Besonders beachtenswert ist die riesige Zentralmarkthalle von 1886, deren Dach man am oberen Bildrand neben der Stadtbahn erkennt. Die Halle überlebte den 2. Weltkrieg, wurde aber zu DDR-Zeiten in den 60er-Jahren abgerissen, um Platz für den Bau des Fernsehturms zu gewinnen. Um 1935 existiert auch noch Berlins Wahrzeichen die in Kupfer getriebene Statue der Berolina auf dem Alexanderplatz. Die von Emil Hunderieser um 1885 nach einem Gemälde aus dem Roten Rathaus entworfene Berolina steht nun auf einem Sockel vor dem Alexander- Haus. Zunächst stand sie gegenüber vor dem großen Warenhaus von Tietz (siehe Foto), wo sie im Dezember 1895 erstmals aufgestellt wurde. Den 2. Weltkrieg hat die Berolina aber nicht überlebt. Man sagt, sie sei im Krieg eingeschmolzen worden, um daraus Kanonen zu machen. Der Steinsockel wurde 1958 von der DDR entfernt. Daß es aber in 15 Jahren nach der Wende bis 2005 nicht einmal gelang, eine Berolina- Replik aus Bronze zu schaffen und den Berlinern auf dem Alex zurückzugeben, ist bezeichnend für den Umgang des Berliner Senats mit der Geschichte (siehe auch das Mauergedenken). Den Namen Berolina hielt fast 50 Jahre der NWDR und ab 1954 der SFB mit seiner bei den Berlinern sehr beliebten (wochen-) täglichen Zeitfunk- Sendung Rund um die Berolina im Radio wach. (Foto: 1935 Landesarchiv Berlin. Es wurde aus dem digitalen BGB-Geschäftsbericht 1994 reproduziert) |
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Auf diesem Foto ist die Berolina auf dem neuen Standort vor dem Alexander-Haus gut zu erkennen, wo aber das im 2. Weltkrieg verschwundene Wahrzeichen Berlins auch 2007 noch immer nicht wieder steht. Und dabei hätte natürlich die im Alexander-Haus residierende BankGesellschaft Berlin eine Replik im Rahmen der Hausrenovierung spendieren müssen, aber deren Bank-Manager hatten ja anderes zu tun (stattdessen die Stadt auszunehmen!). (Foto: 1936 Landesarchiv Berlin) |
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Von der Vorkriegsbebauung sind eigentlich nur übriggeblieben: Das Berolina-Haus, das Alexander-Haus, der Bahnhof Alexanderplatz und einige Fliegerbunker im Untergrund. Alle anderen Bauten entstanden zu DDR-Zeiten, auch die berühmte Weltzeituhr und der Brunnen der Völkerfreundschaft mitten in der Fußgängerzone. Das hohe Hochhaus (rechts) ist das DDR-Vorzeigehotel Inter-Hotel Stadt Berlin (heute das Park Inn). Am linken Bildrand steht das Haus des Lehrers mit angeschlossener Kongreßhalle, die heute (2008) aufgemöbelt als BCC (Berlin Congress Center) so stark reüssiert. (Foto: 1991 Landesarchiv Berlin. Es wurde aus dem digitalen BGB-Geschäftsbericht 1994 reproduziert) |
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Die Verweilqualität in Berlins Mitte ist noch immer miserabel. Der Alexanderplatz wirkt recht trostlos. Das Highlight ist eigentlich nur der jährliche Weihnachtsmarkt, der hier aber auch verschwinden soll. Und dabei begann am ‚Alex‘ 1681 alles mit einem Markt. Seinen Namen erhielt der Platz aber erst 1805, nach einem Besuch des russischen Zaren Alexander I. [Stadtplan-Ausschnit von 1989] (Foto: 2002 SenStadtEntw. Es wurde aus der digitalen Auslobungs-Broschüre von 2003 reproduziert) |
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Die Grundstückszuschnitte im Planungsbegiet weichen erheblich von den historischen Grundstücken ab, so daß eine umfangreiche Bereinigung durch Zu- und Verkauf erfolgen mußte. Bislang ist aber keiner der Investoren bereit, den Bau der Hochhäuser in Angriff zu nehmen. Lediglich die Sockelbauten wolle man bauen, heißt es. Für diese ist eine Bauhöhe von 35 m vorgesehen. Bevor die Bauten in den Baufeldern D 1 und D 2 realisiert werden können muß das derzeitige Hotel Park Inn (früher das Inter-Hotel Stadt Berlin) abgerissen werden. Im Baufeld D 7 ist mit dem umgebauten Warenhaus Galeria Kaufhof de facto ein Teil des Sockelbaus bereits fertig. Mit dem Bau des Alexa-Projekts längs der Stadtbahn in Richtung Jannowitzbrücke wurde im September 2004 begonnen. Unklar ist auch noch: Wo soll denn künftig die identitätsstiftende Skulptur der Berolina auf dem Platz in Berlins Mitte stehen? (Grafik: 2003 khd/SenStadtEntw. Sie wurde aus der digitalen Auslobungs-Broschüre von 2003 reproduziert und ergänzt) |
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Im August 2008 übte Peter von Becker im Tagesspiegel heftige Kritik an der realisierten Architektur des Alexa (Shopping-Mall, bei der das Geld noch nicht mal für eine attraktive Fassade reichte) und dem Hines-Bau (beide links im Bild). (Foto: 2008 Tagesspiegel) |
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Die wesentliche Randbebauung des Alexanderplatzes mit bis zu 150 Meter hohen Hochhäusern ist bereits am 2.4.2000 mit dem Bebauungsplan I-B4a festgesetzt worden. Damit ist eine Geschoßfläche von rund 800.000 Quadratmetern planungsrechtlich gesichert. Allerdings wird sie derzeit wg. der dahindümpelnden Berliner Wirtschaft nicht gebraucht. Als einziger Neubau ist 2006 der Alexa- Komplex an der Stadtbahn in Arbeit, wobei die Investoren auf ihren ‚Turm‘ vorerst verzichten. 1 = Rotes Rathaus von Berlin, 2 = Fernsehturm, 3 = Alexanderplatz, 4 = Kaufhaus (Galeria Kaufhof), 5 = Berolina-Haus (C&A), 6 = Alexander-Haus (BGB), 7 = Alexa-Projekt (2006 im Bau), 8 = S- und Regional-Bahnhof Alexanderplatz (Stadtbahnviadukt von 1882), 9 = Berliner Congress Center (BCC), 10 = Spree, 11 = Ev. St. Marien Kirche. (Repro: 1.6.2006 khd/SenStadtEntw) |
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Noch in den 1950er-Jahren tobte in der Markthalle am Alex das Einkaufsleben. Und das Warenangebot war hier erstaunlich vielfältig. Neben der staatlichen HO und dem Konsum gab es noch viele selbstständige Markthändler. Das Angebot reichte vom frischen Fisch aus märkischen Seen über Gemüse bis zum Notizblock. Ob ein Abriß der Markthalle wirklich notwendig gewesen ist, wird heute natürlich anders gesehen. (Foto: um 1890 NN. Es wurde der Wiki-Publikation "Market halls in Berlin" entnommen und verkleinert reproduziert) |
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