Diese Seite ist eine Ergänzung zu einem Berlin-Report. Es gilt der CopyRight-Hinweis.
Der Alexanderplatz ist die eigentliche Mitte Berlins und wurde nach dem Mauerfall recht stiefmütterlich behandelt. Die Weltzeituhr, der Brunnen, das ehemalige Centrum- Warenhaus (nun Kaufhof), das ehemalige Interhotel Stadt Berlin (nun das Park Inn), das Haus des Lehrers mit Kongreßhalle (nun das BCC) zu Füßen des Fernsehturms: Berlins Mitte präsentiert sich auch im Jahr 2004 15 Jahre nach dem Fall der Mauer zu großen Teilen noch so, wie ihn die DDR-Stadtplaner einst entwarfen.
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Zwar gab es Anfang der 90er Jahren einen städtebaulichen Wettbewerb. Und der siegreiche Masterplan des Architekten Hans Kollhoff von 1993 sieht einen Bau von 10 ‚Wolkenkratzern‘ zur nordöstlichen Begrenzung des Platzes vor. Aber daraus wurde bislang eine reine Luftnummer. Es fehlte der Bedarf und damit das Geld. Denn die gesamte Geldbranche sitzt noch immer in Frankfurt am Main und schickt sich auch nicht an, in die Metropole zurückzukehren. Auch hier muß Berlin nun kleinere Brötchen backen. [Translation-Services]
| Berlin Alexanderplatz (2) |
I n h a l t :
A l e x a n d e r p l a t z
In Wikipedia, der
freien Enzyklopädie.- Frühere Dokumentationen (1. Teil).
- 17.09.2004: Keine Hochhäuser, aber ein Einkaufszentrum.
- 01.10.2004: Lageplan Alexanderplatz.
- 02.10.2004: Die Rache des Papstes schimmerte hoch über Ost-Berlin.
- 30.10.2004: Konkurrenz für den Alex. (Alexa-Bau)
- 15.06.2005: Für das Shopping-Center Alexa wird im Untergrund Platz gemacht.
- 24.08.2005: Senat gibt Zustimmung für Turm am Alex.
- 12.12.2005: Alex-Anrainer wollen Schadenersatz.
- 16.12.2005: Der Boden am Alex gibt nach.
- 06.01.2006: Alexanderstraße soll erst Anfang Juni geöffnet werden.
- 07.02.2006: Straßenumbau am Alexanderplatz beginnt.
- 12.03.2006: Hochhaus-Pläne für den Alex liegen weiter auf Eis.
- 12.03.2006: Die Silberkugel über der Stadt. (Fernsehturm)
- 28.03.2006: Alexa bietet Altbekanntes.
- 23.04.2006: Bau des Alexa-Centers. (Foto)
- 23.04.2006: Am Alex wächst der neue Shopping-Riese.
- 09.05.2006: Abschied von den Hochhausträumen.
- 18.05.2006: Kaufhof am Alexanderplatz: Flaggschiff des Unternehmens.
- Weitere Dokumentationen (3. Teil).
Keine Hochhäuser, aber ein Einkaufszentrum
Am Alexanderplatz beginnen die Arbeiten für ein 290-Millionen-Projekt / Es soll 2006 fertig sein.
Aus: Berliner Zeitung, 17. September 2004, Seite ?? (Berlin). [Original]BERLIN. Mehr als 10 Jahre nach dem Wettbewerb zur Neugestaltung des Alexanderplatzes soll ein erster Teil des städtebaulichen Plans des Architekten Hans Kollhoff verwirklicht werden. Am Montag kommender Woche [20.9.2004] beginnen auf dem Grundstück zwischen Alexander, Dircksen- und Grunerstraße die Bauarbeiten für ein 290 Millionen Euro teures Einkaufs- und Unterhaltungszentrum. Im Herbst 2006 soll es fertig sein.
Mit der Kollhoffschen Hochhausplanung, nach der am Alexanderplatz insgesamt zehn 150 Meter hohe Turmhäuser errichtet werden sollten, hat das Projekt nichts zu tun. Das Einkaufs- und Unterhaltungszentrum wird nur 35 Meter hoch. Zwar ist an der Gruner-/Ecke Alexanderstraße auch Platz für einen der 150-Meter-Türme, doch will diesen der Bauherr des Shoppingscenters, die portugiesische Firma Sonae, nicht selbst errichten. Dafür suche man einen Investor, sagte Ted Kupchevsky, Vorstandsvorsitzender der Sonae West Shopping.
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City-Plan 1989.
Das neue Einkaufs- und Unterhaltungszentrum wird von Sonae und seinem französischen Partner Foncière Euris errichtet. Es bietet auf 5 Geschossen rund 36.000 Quadratmeter Verkaufsfläche für den Einzelhandel, 2.000 Quadratmeter für Gastronomie sowie 9.000 Quadratmeter für Freizeit und Unterhaltung. Was die Kunden genau erwartet, verriet Ted Kupchevsky gestern noch nicht. Nur so viel: Es werde "etwas Maßgeschneidertes für den Standort" sein. Ein Luxusprojekt sei nicht geplant, aber eines mit "hoher Qualität". Sonae ist Eigentümer oder Teileigentümer von 30 Einkaufszentren und einem Einkaufspark in Portugal. Das Vorhaben am Alex dient dem Unternehmen als Referenzprojekt für den Einstieg in den deutschen Markt.
Das Einkaufs- und Unterhaltungszentrum entsteht auf einem Areal, das die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Degewo verkauft hat. Im Laufe des nächsten Jahres kommt es im Zuge der Bauarbeiten zu umfangreichen Verkehrsbehinderungen. Für 4 bis 6 Monate muss die Alexanderstraße komplett gesperrt werden. Der überwiegende Teil des insgesamt 3,2 Hektar großen Gebietes entlang der Alexanderstraße verbleibt auch nach dem Verkauf des Grundstücks an Sonae bei der Degewo. Sie sucht dafür weitere Investoren. Auf den Flächen sind ein Hotel, Büros und Wohnungen geplant.
Pläne für die Realisierung von Hochhäusern am Alex gibt es wegen des hohen Leerstands bei Büro-Immobilien bei den anderen Grundstückseigentümern nicht. Ein Investor, der bauen will, ist das Unternehmen Hines, das im Sommer dieses Jahres ein Grundstück direkt auf dem Alex erworben hat. Hines denkt jedoch zunächst nur an die Errichtung eines 35 Meter hohen Sockelbaues, auf dem später ein 150 Meter hoher Turm aufgestockt werden kann. Wenn Mieter da sind, soll ab 2005 gebaut werden. [mehr]
Lageplan Alexanderplatz
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Am Alexanderplatz wird in den nächsten Jahren mächtig gebaut. Deshalb wird es zu erheblichen Behinderungen des Verkehrs kommen. Der Fernsehturm steht eigentlich nicht mehr auf dem Alexanderplatz, sondern südlich der Stadtbahn- Trasse auf einem abgeräumten Ruinengrundstück. Davor steht die im Krieg unzerstört gebliebene ev. St. Marienkirche. AHs = Alexanderhaus von 1930 (heute Sitz der BankGesellschaft Berlin AG), BCC = Berlin Congress Center mit dem Haus des Lehrers, BHs = Berolinahaus von 1929, GKH = Galeria Kaufhof (früher das Centrum- Kaufhaus), MH = Hier stand bis in die 1960er- Jahre Berlins berühmte Zentralmarkthalle von 1886, StM = Reste der alten Berliner Stadtmauer, WZU = Weltzeituhr. [Stadtplan-Ausschnit von 1989] (Grafik: 1.2006 khd/mopo)
Die Rache des Papstes schimmerte hoch über Ost-Berlin
Vor 35 Jahren wurde der Fernsehturm am Alexanderplatz eröffnet .
Aus: Berliner Zeitung, 2. Oktober 2004, Seite xx (Berlin). [Original]BERLIN. Dass die Eröffnung des Fernsehturms einmal auf den Tag der Deutschen Einheit fallen würde, hätte Walter Ulbricht gewiss entsetzt. Er war es, der mit dem überlieferten Satz "Nu Genossen, des sieht man ganz genau, da gehört er hin" den Standort für den Turm festlegte. In den fünfziger Jahren hatte man schon einmal anderswo Grundmauern gelegt: auf den Müggelbergen in Köpenick, dort, wo einst das Bismarck-Denkmal stand. Doch den Planern war entgangen, dass der damals 365 Meter hohe Turm die Einflugschneise zum Flughafen Schönefeld unterbrochen hätte. Als man den Fehler bemerkte, waren 3 Millionen Ostmark schon verbaut.
1965 begannen die Bauarbeiten an der Panoramastraße am Alex, erzählt unser Stadtführer. Wenn Helmut Marschner vom Fernsehturm spricht, schwingt Besitzerstolz mit. Er kennt den Bau seit 35 Jahren. Wer dort arbeiten wollte, musste auch schwindelfrei klettern können: Gelegentlich waren Außenreparaturen vorzunehmen. Bis zur Pensionierung hat Marschner für den Turm gearbeitet. 28 Leute waren sie einst, jetzt gibt es 4 fest Angestellte.
Es war am 3. Oktober 1969, als die Ost-Berliner zum ersten Mal von der Aussichtsplattform 203 Meter über ihrer Stadt auch in den Westen blicken konnten. Nur 40 Sekunden brauchten die beiden Lifte bis nach oben. Ein Transportaufzug beliefert das Drehrestaurant in der darüber liegenden Etage. Zur Not kann man auch die 986 Treppen nehmen. Professionelle Turmläufer brauchen dafür knapp 5 Minuten.
Die Turm-Kugel misst 32 Meter im Durchmesser und birgt insgesamt sieben Etagen. Nur zwei davon sind öffentlich zugänglich. Darüber und darunter stapelt sich technisches Gerät. Vom oberen Rand der Kugel, direkt unter den Antennen, bietet sich dem Betrachter ein unverstellter Blick, der bis zur Cargo-Lifter-Halle im 75 Kilometer entfernten Brand reicht [Ed: heute das Tropical Island].
Die mit flachen Pyramiden verkleidete Außenhülle hatte dem SED-Politbüro nicht wenige Kopfzerbrechen bereitet: Wenn nämlich die Sonne darauf schien, zeigte sich ein großes Kreuz auf der Kugel. "Die Rache des Papstes" wurde das Phänomen im Westen bespottet.
26.000 Tonnen wiegt allein der Betonschaft des Turms, 4.800 Tonnen die Kugel. Dass das Ganze nicht umstürzt, verdankt der Bau seinen breiten Fundamenten. Deren Schwerpunkt liegt in einer Höhe von 45 Metern. "Der Turm ist stabil wie ein Stehaufmännchen", sagt Marschner. Um Schwingungen zu verringern, brachten die Ingenieure an der Spitze einen Dämpfer an. Der frei baumelnde, schweren Metallring gleicht die Pendelbewegungen des Turms von maximal 60 Zentimetern aus.
Das Restaurant, das über 1 Million Menschen im Jahr anzieht, war nicht der Grund für den Bau. Ein möglichst hoher Sender war nötig, damit die Richtfunkantennen trotz der Erdkrümmung weite Distanzen überbrücken konnten. Die Telekom, der neue Besitzer, erneuerte nach der Wende die Haustechnik und stockte die Höhe weiter auf auf 368 Meter. 15 Fernsehprogramme werden vom Alexanderplatz ausgestrahlt.
Konkurrenz für den Alex
Im östlichen Stadtzentrum soll bis 2006 ein neues Einkaufs- und Freizeitzentrum entstehen.
Aus: Der Tagesspiegel, Berlin, 30. Oktober 2004, Seite ?? (Berlin). [Original]
BERLIN (Tsp). Die Bauherren haben es eilig: Schon zur Fußball-WM 2006 soll zwischen dem Alexanderplatz und der Jannowitzbrücke in Mitte ein großes Einkaufs- und Freizeitcenter eröffnen. Seit gestern trägt das Projekt den Namen Alexa, der natürlich vom Alexanderplatz abgeleitet ist. Das Baugelände zwischen Alexander-, Dircksen- und Grunerstraße trägt wegen seiner Form den Spitznamen Banane.
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Die Weltzeituhr am Alex mit Fernsehturm. (Foto: 2005 mopo)
Bauherren des Centers sind die portugiesische Firma Sonae Imobiliária und das französische Unternehmen Foncière Euris. Im Beisein des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD) und von Bezirksbürgermeister Joachim Zeller (CDU) feierten die Investoren am Freitag den symbolischen Spatenstich. Genau genommen laufen die Arbeiten schon seit ein paar Wochen, doch einige der Ehrengäste hatten erst jetzt Zeit zum Mitfeiern.
Während sich Sonae und Fonciére Euris zunächst auf ihr Center konzentrieren, plant die ebenfalls am Gesamtprojekt beteiligte Wohnungsbaugesellschaft Degewo weitere Bauten für ein Hotel und andere Nutzungen, darunter einen 65 Meter hohen Turm. Offen bleibt vorerst, ob ein ursprünglich geplanter 150-Meter-Turm mit 40 Büroetagen errichtet werden kann. Für dieses Hochhaus fehlt noch ein Projektentwickler.
Die Sonae-Gruppe betreibt schon zahlreiche Einkaufszentren in Portugal, Spanien und Brasilien. Die Gestaltung der Center variiert stark, vor allem bei der Innenarchitektur werden regionale Stilelemente einbezogen in einem der Gebäude steht zum Beispiel ein Fischerboot.
Mit einem innovativen und einfallsreichen Innendesign rechnet der Hauptgeschäftsführer des Berliner Einzelhandelsverbands, Nils Busch-Petersen, nun auch in Berlin. Bisher habe bei fast allen Einkaufszentren anderer Investoren leider die Regel gegolten: Kennt man eines, kennt man alle. Dagegen kündigte Sonae-Vorstand Fernando Oliveira gestern an, dass in dem Alexa-Center die Form- und Farbenwelt des Art Déco neu zur Sprache kommen werde.
Bezirksbürgermeister Zeller sagte, der auch als sprödes Herz des Ostens bekannte Alexanderplatz habe nun gute Chancen auf einen Aufschwung. Auch Klaus Wowereit fand, die Gegend könne wieder wie einst zum pulsierenden Zentrum werden. In der Nähe des Baugeländes laden bereits der Kaufhof und die Rathaus-Passagen zum Einkaufen ein.
Noch ist nicht absehbar, wie sich die Konkurrenz zwischen diesen Shopping-Standorten entwickeln wird. Denn Sonae nennt die Namen der vorgesehenen Einzelhandelsmieter im Center bisher nicht. Die Einzelhandelsfläche in dem geplanten, fünfstöckigen Zentrum entspricht fast genau der Größe der Potsdamer Platz Arkaden.
Der Bau des Einkaufszentrums war durchaus umstritten. Vor allem die Grünen-Fraktion im Abgeordnetenhaus hatte angesichts des Überangebots an Verkaufsflächen in Berlin vor negativen Folgen für andere Center und Geschäfte gewarnt. [mehr]
Legostein-Kanal
Für das Shopping-Center Alexa wird im Untergrund Platz gemacht.
Aus: Berliner Zeitung, 15. Juni 2005, Seite ?? (Berlin). [Original]MITTE. Es gibt nicht viele Kanäle in der Berliner Unterwelt, durch die man ganz bequem laufen kann. Ludwig Pawlowski, der Technische Vorstand der Berliner Wasserbetriebe, ist fast 1,90 Meter groß. Aber über seinem Kopf ist in der neuen Betonröhre noch jede Menge Platz. Die Betonröhre wird derzeit an der Alexanderstraße aus vorgefertigten Segmenten gebaut, die dann in 5 Metern Tiefe wie Legosteine ineinander geschoben werden. Deshalb ist die Alexanderstraße, durch die normalerweise pro Tag rund 25.000 Fahrzeuge fahren, seit Jahresbeginn für den Verkehr gesperrt. Der neue Kanal, in dem Abwasser und Regenwasser gesammelt wird, soll im Ende September in Betrieb gehen.
Der 450 Meter lange Kanal gehört zum derzeit größten Bauvorhaben der Wasserbetriebe in der Stadt. Für rund 23 Millionen Euro müssen vor allem Abwasser- und Trinkwasserleitungen aber auch Strom-, Gas- und Telefonleitungen verlegt werden, damit auf der so genannten Banane das neue Shopping-Center Alexa errichtet werden kann. "Die alten Kanäle verlaufen durch das Baugrundstück, sie liegen dem Shopping-Center im Weg", sagt Pawlowski. Deshalb werden die Leitungen in die Trasse der künftigen Alexanderstraße gelegt. Also ins öffentliche Straßenland, "wo sie auch hingehören", sagt der Vorstand.
Zu dem Projekt gehört außerdem der Bau eines neuen Regen- überlaufbeckens, das nahe der Schillingstraße unterirdisch entsteht. Wenn es in Berlin zum Beispiel zu stark regnet und im Mischwasserkanal zu viel Wasser fließt, läuft das überzählige Wasser dort in einen Überlaufkanal dieses Wasser wird statt zum Pumpwerk Holzmarktstraße direkt in die Spree geleitet. 110 Meter dieses Kanals müssen jetzt neu gebaut werden. Er wird etwa zehn Mal pro Jahr gebraucht. Immer dann, wenn in Berlin innerhalb kurzer Zeit 7 Liter Regen pro Quadratmeter etwa bei einem Wolkenbruch fallen.
Zugleich soll aber die Belastung der Spree so gering wie möglich gehalten werden. Deshalb haben die Wasserbetriebe das Profil des Mischwasserkanals vergrößert, so dass er bis zu 2.500 Kubikmeter Wasser mehr aufnehmen kann. "Wir ersparen der Spree damit pro Jahr etwa 25.000 Kubikmeter Wasser, das vorher nicht gereinigt wurde", sagt Pawlowski.
An den neuen Leitungen arbeiten derzeit etwa 70 bis 80 Bauleute mit Hochdruck. Im September muss alles fertig sein, denn zum Jahresende sollen über die Alexanderstraße, die von bislang 65 Meter Breite auf gut 36 Meter verengt wird, wieder die ersten Autos rollen. Statt 3 Fahrspuren je Richtung wird es dann nur noch 2 geben. "Wir werden zunächst die östliche Fahrbahn bis zum Mittelstreifen freigegeben", sagt Michael Bolt von der Wohnungsbaugesellschaft Degewo, die die Grundstücke an der Straße für das Shopping-Center entwickelt hat. Zusammen mit den Leitungsverlegungen werde der Straßenbau mindesten 30 Millionen Euro kosten. Die andere Fahrbahnhälfte werde noch als Zufahrt zur Baustelle benötigt. [mehr]
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Modell des Alexa- Projekts. (Foto: 10.2004)
Senat gibt Zustimmung für Turm am Alex
Aus: Berliner Morgenpost, 24. August 2005, Seite ?? (Berlin). [Original]MITTE (rh). Das vom portugiesischen Investor Sonae Imobiliária geplante Einkaufs- und Freizeitzentrum "Alexa" zwischen Alexander-, Grunerstraße und Holzmarkt kann ohne Verzögerung weitergebaut werden. Der Senat gab jetzt grünes Licht für das Projekt und stimmte auch dem Bau des 150 Meter hohen Gebäudeturms auf dem Areal zu.
In den oberen Geschoßen des Bürohauses sollen auch Wohnungen entstehen. Allerdings gibt es für den Turm noch keinen Bautermin. Nach Auskunft von Sonae werde erst gebaut, wenn "Mieter gefunden werden, die verbindlich einen Teil des Turms übernehmen". Unabhängig von dieser Maßnahme gehen die Arbeiten auf der so genannten "Banane" planmäßig voran. [mehr]
Alex-Anrainer wollen Schadenersatz
Die Straße wird nicht fertig, und Baulärm plagt die Nachbarn.
Aus: Der Tagesspiegel, Berlin, 12. Dezember 2005, Seite ?? (Berlin). [Original]BERLIN (Tsp). Weil die Alexanderstraße immer noch voll gesperrt ist, verlangen die Wohnungsbaugesellschaft Mitte (WBM) und der Betreiber der Kongresshalle am Alex nun Schadenersatz vom Senat. Doch der erklärt sich für nicht zuständig. Die Verantwortung trage die Wohnungsbaugesellschaft Degewo, schreibt Staatssekretärin Maria Krautzberger (SPD) in der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage des Abgeordneten Stephan Tromp (CDU). Die Forderung sei deshalb an die Degewo weitergeleitet worden.
Die Degewo entwickelt zusammen mit der portugiesischen Gruppe Sonae das Einkaufszentrum Alexa. Für dieses Projekt ist nicht nur die riesige Baugrube entstanden, sondern auch die Alexanderstraße zwischen Holzmarkt- und Grunerstraße komplett umgekrempelt worden. Geplant war, die Straße Ende Oktober wieder in Betrieb zu nehmen. Jetzt hat die Degewo die Vollsperrung bis 12. Februar beantragt, aber auch dieser Termin ist wackelig. Die Alexanderstraße soll im Frühjahr zunächst in einer Fahrtrichtung freigegeben werden. Die komplette Eröffnung ist nun für Herbst 2006 geplant.
Das ist für Olaf Köhler, Geschäftsführer der Berliner Congress Center GmbH (BCC), nicht akzeptabel. Er klagt über Umsatzausfälle von 1 Million Euro. Als wir die Kongresshalle übernommen haben, hat der Senat zugesichert, dass trotz der Bauarbeiten die Alexanderstraße immer geöffnet bleibt. Die Halle ist zwar vom Straßenverkehr nicht abgekoppelt, ihre Nutzung aber, so Köhler, durch die Bauarbeiten enorm eingeschränkt: Wenn für eine Gala binnen kürzester Zeit 200 Lastwagen an- und abfahren müssen, ist das mit dieser Situation nicht zu schaffen. Die Folge: Potenzielle Mieter der Halle sagten ab. Nicht hinzunehmen sei auch, dass der russische Verteidigungsminister bei der Anfahrt zur Kongresshalle mit seinem Sicherheitstross zwischen den Mülltonnen der benachbarten Wohnblöcke stecken geblieben sei, weil ihm keine Alternative blieb. Köhler: Das ist peinlich. Die WBM will versuchen, die Einnahmeausfälle zu kompensieren, die sie verbucht, seit sie ihren Mietern einen Mietnachlass gewährt.
Köhler glaubt, der Senat habe die Aufgabe unterschätzt und die Komplexität nicht erkannt. Mit der Größe und dem Aufwand argumentiert auch die Staatssekretärin Verzögerungen seien deshalb nicht zu vermeiden. [mehr]
Der Boden am Alex gibt nach
Niemand will für die Schadensersatzforderungen der Anlieger zuständig sein.
Aus: Der Tagesspiegel, Berlin, 16. Dezember 2005, Seite ?? (Berlin) von MATTHIAS OLOEW. [Original]BERLIN (Tsp). Die Bauarbeiten am Alexanderplatz verzögern sich weiter. Der Grund dafür liegt in den Tiefen der riesigen Grube für das neue Sonae-Einkaufszentrum. Der Untergrund ist abgesackt, jetzt muss der Boden nachträglich verdichtet werden, sagt Erika Kröber. Die Folgen spüren vor allem die Autofahrer. Der Engpass an der Grunerstraße wird noch lange bleiben und auch die Alexanderstraße wird erst sehr viel später wieder freigegeben. Jetzt ist von einer Teil-Öffnung Ende März die Rede. Ursprünglich sollten die Straßen zum Jahresende wieder frei sein.
Weil es bei den Verkehrseinschränkungen bleibt, fordern nun einige Anwohner, wie berichtet, Schadensersatz. Doch die Stadtentwicklungsverwaltung verweist auf die Degewo, die im Rahmen eines Vertrages mit dem Senat die Bauarbeiten abwickle. Die Degewo wiederum verweist auf die Eigentümer. Wenn der Grund in der Baugrube zu suchen ist, dann müsste die Immobilien-KG zahlen, die von den portugiesischen Investoren gegründet wurde.
Keiner will den Schwarzen Peter haben. Immerhin erklärt Frieder Bühring, Tiefbau-Abteilungsleiter der Stadtentwicklungsverwaltung, dass knappe 6 Wochen Verzögerung tatsächlich auf das Konto der Verwaltung gingen. Bei der Sanierung des so genanten Gruner-Tunnels habe man auf 3.000 Quadratmetern Teer- Kontaminationen entdeckt. Dies habe zwar zu Verzögerungen geführt, sei aber nicht der Grund dafür, dass die Straßen immer noch nicht fertig sind. Wir haben unseren Job erledigt, die Straße hätte nächste Woche freigegeben werden können, so Bühring.
Weil die Baugrube abgesackt ist, hat auch die Grunerstraße nachgegeben. 17 Zentimeter fehlen, die Straße bleibt trotzdem befahrbar. Abgesackt ist um einige Zentimeter auch der Grunertunnel und der Stadtbahnviadukt. Beides berge aber keine Gefahr. [mehr]
Alexanderstraße soll erst Anfang Juni geöffnet werden
Nach der WM wird auch noch die Grunerstraße gesperrt.
Aus: Berliner Morgenpost, 6. Januar 2006, Seite xx (Bezirke). [Original]MITTE (BM). Schon seit einem Jahr ist die Alexanderstraße wegen Bauarbeiten voll gesperrt. Ende Oktober 2005 sollten die Autos wenigstens in einer Richtung wieder rollen. Doch immer neue Probleme sorgten für eine Verschiebung der Straßenfreigabe nach der anderen. Nun ist erneut ein angekündigter Termin geplatzt: Statt Ende März ist nun erst von Anfang Juni als frühestmöglichem Zeitpunkt für die Teilöffnung der Straße die Rede. Die vollständige Freigabe der wichtigen Verbindung zwischen Holzmarktstraße (B 96) und Alexanderplatz früher täglich von bis zu 25.000 Fahrzeugen befahren soll aber wie geplant im Herbst dieses Jahres erfolgen.
"Das ist eine überaus komplexe Baustelle, wo viele Dinge einfach nicht vorhersehbar waren", sagt Michael Bolt, Bauleiter der Wohnungsgesellschaft Degewo, die im Auftrag des Landes Berlin die Straßenarbeiten im Bereich des Einkaufszentrums "Alexa" verantwortet. Als Gründe für die erneute Terminverschiebung nannte Bolt die Probleme bei der Abdichtung des Autotunnels unter der Grunerstraße sowie unvorhersehbare Komplikationen in der Alexa-Baugrube. Unmittelbar daneben war vor kurzem ein bereits fertiggestellter Abschnitt der Grunerstraße etwa 17 Zentimeter tief abgerutscht. Betroffen ist auch der gerade erst im Vorjahr sanierte Alex- Autotunnel, wo sich die östliche Fahrspur um etwa 3 Zentimeter senkte.
Doch während der Verkehr im Tunnel vorerst weiter ungehindert rollen kann, müssen die Fahrbahnen auf der Grunerstraße in Richtung Norden nach Verdichtung des Untergrunds erneuert werden. "Notwendig sind dafür etwa 8 bis 10 Wochen. Die Arbeiten erfolgen aber auf jeden Fall erst nach der Fußball-WM", so Projektleiter Bolt. Während dieser Zeit voraussichtlich ab Mitte Juli müssen die stadtauswärts führenden oberirdischen Fahrbahnen voll gesperrt werden. Der Verkehr wird dann über die Litten- und die bis dahin fertiggestellte Voltairestraße geführt.
Ab Herbst soll der 600 Meter lange Abschnitt der Alexanderstraße zwischen Holzmarktstraße und Alexanderplatz aber wieder komplett befahrbar sein. Dann stehen nach Vorgabe des Berliner Senats jedoch nur noch 2 Spuren pro Richtung zur Verfügung. Die Neugestaltung aller Straßen im Bereich des künftigen Einkaufszentrums "Alexa" kostet insgesamt 46 Millionen Euro. Hinzu kommt die Sanierung der Grunertunnels für mehr als 6 Millionen Euro.
Ans Tageslicht
Straßenumbau am Alexanderplatz beginnt: Senat schließt im März den ersten Fußgängertunnel.
Aus: Berliner Zeitung, 7. Februar 2006, Seite ?? (Berlin). [Original]MITTE. Noch heißt es am Berliner Verlag: Unten durch statt oben drüber weg. Doch bald wird der Fußgängertunnel, über dem die Memhardstraße in die Karl-Liebknecht-Straße mündet, geschlossen. "Anfang März wollen wir mit dem Abriss beginnen", sagt Henrik Vierarm von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Es ist nicht das einzige Verkehrsprojekt, das 2006 am Alexanderplatz in Angriff genommen wird. Nächste Woche werden die Bäume vor dem Berolinahaus gefällt und weitere Bauzäune aufgestellt, um die Umgestaltung des Platzes vorzubereiten. Ab Herbst soll der Verkehrsknoten, in den die Karl-Marx-Allee mündet, umgebaut werden der dortige Fußgängertunnel wird ebenfalls gesperrt, aber aus Kostengründen nicht abgerissen. Währenddessen verhandelt der Senat über den Bau einer Tiefgarage vor dem Hotel Park Inn, die Platz für fast 500 Autos hat. Damit ist klar: Die wenigen baustellenfreien Bereiche am Alex werden verschwinden.
Zwar kann während der Arbeiten weiterhin auf dem Memhardknoten in alle Richtungen abgebogen werden. Allerdings werden Fahrspuren eingeengt. Ausnahme: "Während der Fußball-WM ruhen alle Bauarbeiten am Memhardknoten, damit das Straßennetz am Alexanderplatz durchlässig bleibt", sagt Senatorin Ingeborg-Junge-Reyer (SPD). Aber warum wird der Tunnel überhaupt abgerissen? Die Straße vor dem Hotel Park Inn wird umgebaut, die heutigen Tunnelausgänge passen nicht zu der geplanten Anlage. Zudem hat sich die Verkehrspolitik geändert: Es ist nicht mehr in Mode, Fußgänger in Tunnel zu schicken, damit Autos ungestört rollen können. Bei dem Bauvorhaben mit dem Titel "Planstraße 1" wird die Straße am Hotel schmaler statt derzeit bis zu 100 Metern misst sie 58 Meter inklusive Gehwegen und Mittelstreifen. Pro Richtung gibt es dann aber immer noch 3 Fahrspuren, einen Fahrrad- und einen Parkstreifen. Im März verschwinden die ersten Parkplätze in der Mitte, der Rest folgt bis 2007. Dann muss in einer Tiefgarage geparkt werden, die unter dieser Straße entstehen soll, sagt Ingenieurin Silke Fürstenau vom Senat. Dem Vernehmen nach spricht der Senat bereits mit der Firma Wöhr und Bauer, die bereits die Parkdecks unter dem Bebelplatz angelegt hat.
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Am Alex wird gebaut. (Grafik: 2006 tsp)
Hochhaus-Pläne für den Alex liegen weiter auf Eis
Aus: Berliner Morgenpost, 12. März 2006, Seite ?? (Berlin). [Original]BERLIN (saf). Der Alexanderplatz wird sich nach Auffassung des Berliner Senats weiter entwickeln. Allerdings, ohne daß in naher Zukunft die von Architekt Hans Kollhoff geplanten 10 Hochhäuser in die Skyline wachsen. "Wir werden keinen Investor zwingen, etwas zu bauen, was er dann nicht verkaufen oder vermieten kann", sagt Manuela Damianakis, Sprecherin der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Doch die Ideen des Kollhoffschen Masterplans würden nicht aufgegeben. Die städtebaulichen Verträge mit den Investoren hätten bis 2013 Gültigkeit. "Wir haben also noch 7 Jahre Zeit." Dennoch werde am Alexanderplatz mit dem Geld privater Investoren gebaut und der Platz verschönert, sagt Damianakis. Sie verweist auf das Freizeit- und Shopping-Center Alexa und die Umgestaltung des Kaufhofes.
1993 hatte Hans Kollhoff mit seinem Entwurf den städtebaulichen Wettbewerb des Senats für die Neugestaltung des Alexanderplatzes gewonnen. Danach sollen rings um den Platz eine Reihe von bis zu 150 Metern hohen Büro- und Wohntürmen entstehen. Doch schon 2004 hatten mehrere private Grundstückseigentümer wie zum Beispiel die portugiesische Sonae (Einkaufszentrum "Alexa") erklärt, daß solche Hochhäuser aufgrund der wirtschaftlich schwierigen Lage zur Zeit nicht realisierbar seien.
Die Silberkugel über der Stadt
Der Fernsehturm wurde als "Höhendominante" für Ost-Berlin errichtet / Noch heute ist er Deutschlands höchstes Bauwerk.
Aus: Berliner Morgenpost, 12. März 2006, Seite ?? (Berlin). [Original]BERLIN (BM). Für Wolfgang Däbel geht es ganz steil nach oben. Jeden Tag. Oft im Drei-Minuten-Takt. "Dafür lande ich genauso oft wieder unten auf der Erde", sagt der Berliner. Mit Karriere hat sein stetes Auf und Ab nichts zu tun. Wohl aber mit Beförderung. Denn Däbel ist der "König der Lifte" einer von fünf Fahrstuhlführern im Berliner Fernsehturm. In 40 Sekunden saust er mit 10 bis 12 Besuchern herauf zur Aussichtsplattform des "Telespargels" in 203 Metern Höhe. Der Rücksturz zur Erde dauert ebenso lang. Die kurze Zeit reicht gerade aus, um den Gästen das Wichtigste zu erklären: Tragkraft, Fahrzeit und Geschwindigkeit. Die Fahrt selbst ist kaum zu spüren, dennoch ist die Tour nicht jedermanns Sache. Es knackt in den Ohren, manchen Fahrgästen wird angst in der Enge der Kabine. Dazu kommt das Wissen, daß sich unterm Bodenblech des Fahrstuhls ein 200 Meter tiefes dunkles Nichts öffnet. "Manche Gäste muß man überreden einzusteigen", sagt Däbel diplomatisch.
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Der Berliner Fernsehturm am Alexanderplatz ist mit 368 Metern Höhe Deutschlands höchstes Bauwerk. Im Hintergrund das 120 Meter hohe Hotel Park Inn. [Stadtplan-Ausschnit von 1989] (Foto: 2005 wikipedia)
Der Lohn der Angst wird aber bei der Ankunft sofort ausbezahlt. Nirgendwo ist der Blick über die Stadt so grandios wie von diesem Gebäude aus: Das Rote Rathaus und der Alexanderplatz zu Füßen, die Spree, die sich (bei Sonne) als glitzerndes Band durch das Zentrum schlängelt, Reichstag, Brandenburger Tor, der Tiergarten die Flughäfen, und, und, und. An klaren Tagen ist Richtung Süden in etwa 60 Kilometer Entfernung die 100 Meter hohe Halle von Tropical Islands am Spreewald zu sehen. Vier Meter höher, im Turmrestaurant, läßt sich die ganze Stadt vom Sessel aus bestaunen. Das Restaurant befindet sich auf einer Drehscheibe, die den Gast einmal in der halben Stunde im Kreis herum führt.
Pläne, die Ost-Berliner Innenstadt mit einer "Höhendominante" zu schmücken gab es schon in den 50er Jahren. Allerdings war dabei zunächst nicht an einen Turm gedacht. Eine 170 Meter hohe Fernmeldeeinrichtung sollte zunächst auf den Müggelbergen gebaut werden. Zehn Meter waren die Fundamente bereits hochgezogen (noch heute sind sie zu sehen) als die Planer feststellten, daß das Gebäude in der Einflugschneise des Flughafens Schönefeld läge.
Einer Anekdote nach legte 1964 SED-Chef Walter Ulbricht "Genossen, seht ihr nicht, hier muß er stehen" persönlich den Standort für den Fernsehturm am Alexanderplatz fest. Der Wahrheitsgehalt der Geschichte ist allerdings umstritten. Innerhalb von 53 Monaten wurde der Turm mit der charakteristischen silbernen Kugel hochgezogen, obwohl die Konstrukteure keinerlei Erfahrungen mit Gebäuden dieser Dimension hatten. Die Idee mit der Kugel stammt sehr wahrscheinlich vom damaligen DDR-Stararchitekten Herrmann Henselmann. Die Kugel sollte an den Sputnik erinnern, den die Sowjetunion 1957 zum Schrecken des Westens ins All geschossen hatte.
Bald hatte der am 3. Oktober 1969 eröffnete Fernsehturm seinen Spitznamen weg: Die "Rache des Papstes", weil sich bei Sonneschein ein Kreuz auf der Kugel zeigte. Ein DDR-Regierungsmitglied soll dem entgegen gehalten haben, das Kreuz sei ein "Plus für den Sozialismus".
Auch fast 40 Jahre nach seiner Fertigstellung ist der Fernsehturm noch immer ein Haus der Rekorde. Kein Gebäude in Deutschlands und nur drei in Europa schlagen die 368 Meter Höhe vom Sockel bis zur Antennenspitze.
Peter Rabe von der Telekom-Tochter Deutsche Funkturm GmbH ist für die "Innereien" des Turms zuständig. "Er ist in erster Linie ein technisches Gebäude", sagt Rabe. Von hier aus werden TV- und Radiosendungen verbreitet. Von hier aus werden TV- und Radiosendungen verbreitet. Die Sender, aber auch zahlreiche Botschaften, unterhalten Richtfunkantennen auf den zylindrischen Etagen oberhalb der Kugel. Die Schüsseln und Antennen sind über Galerien zu erreichen, deren Boden aus Gitterrosten besteht, die den Blick auf den mehr als 200 Meter tiefer liegenden Platz freigibt. Nichts für schwache Nerven.
Der Fernsehturm hat für Besucher täglich von 9 bis 24 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 7,50 Euro, ermäßigt 3,50 Euro. Infos im Internet: www.berlinerfernsehturm.de.
Alexa bietet Altbekanntes
Investoren präsentieren Großmieter des Shoppingcenters / Im Frühjahr 2007 soll die Eröffnung sein.
Aus: Berliner Zeitung, 28. März 2006, Seite ?? (Berlin). [Original]MITTE. Die Großmieter im neuen Shopping- und Entertainmentcenter Alexa am Alexanderplatz stehen fest: Der Elektronikmarkt Saturn mietet fast 12.000 Quadratmeter Fläche und wird seine Waren auf 4 Etagen anbieten. Ein Lebensmittelmarkt der Edeka-Gruppe zieht gemeinsam mit dem Drogeriehandel Rossmann ins erste Untergeschoss. Weitere Mieter sind die Buchhandlung Thalia, die Parfümerie Douglas, Intersport sowie der spanische Modekonzern Zara [Ed: alles wie auch in der Steglitzer Schloßstraße...].
Die Namen sind in der Stadt allerdings altbekannt, die Unternehmen sind schon in nahezu allen Berliner Einkaufszentren vertreten. Trotzdem sprechen die Investoren von Sonae Sierra aus Portugal und Foncière Euris aus Frankreich noch immer davon, etwas "Besonderes und Maßgeschneidertes für den Alexanderplatz" zu schaffen. Den Unterschied zu anderen Shoppingcentern sollen die 172 anderen Mieter kleinerer Ladenflächen ausmachen, sagt Álvaro Portela, Präsident von Sonae Sierra. "Die Großmieter sind die wichtigsten internationalen Unternehmen und Marktführer in Deutschland", so Portela. Derzeit werde noch mit Peek & Cloppenburg und H & M verhandelt. Wie Portelas Partner Pierre Féraud von Foncière Euris sagt, sollen nicht nur einzelne Geschäfte oder Einrichtungen, sondern das gesamte Center der Unterhaltung dienen. Anders als geplant, wird es im Alexa-Center aber kein Kino geben, eher ein Varietee oder ein Theater. Auch Fitnesseinrichtungen sind vorgesehen. Konkrete Interessenten nannten die Manager aber nicht.
290 Millionen Euro wird der Bau des Shoppingcenters kosten. Nachdem es anfangs Probleme mit verseuchtem Erdreich gab, läuft jetzt alles nach Plan, so die Investoren. In der 265 mal 110 Meter großen Baugrube montieren derzeit etwa 150 Bauleute die Betonstützen und Deckenelemente aus Fertigteilen und gießen die Böden der drei Tiefgeschosse. Dort sollen einmal 1 600 Autos parken können. Bis August werden oberirdisch die Konturen des Centers erkennbar sein. Im Spätsommer sollen der Innenausbau und die Montage der Fassade beginnen. Wie Portela sagt, werde das Shoppingcenter im Frühjahr 2007 eingeweiht.
Die Öffnung der Alexanderstraße indessen, die Anfang 2005 wegen des Alexa-Baus gesperrt worden war, verzögert sich weiter. Nach der langen Frostperiode könne erst jetzt weitergebaut werden, sagte gestern Degewo- Sprecherin Erika Kröber. Ende Juni soll die Straße als Einbahnstraße von der Jannowitzbrücke zum Alexanderplatz wieder befahrbar sein. Im Herbst soll sie komplett freigegeben werden.
Bau des Alexa-Centers
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Blick im April 2006 auf die Baustelle des Shopping- und Freizeitzentrums Alexa am Alexanderplatz. Eigentlich sollte es zu diesem Zeitpunkt längst rechtzeitig zur Fußball-WM 2006 eröffnet sein. Aber die Arbeiten an der Alexanderstraße (rechts) haben sich stark verzögert, die Öffnung der Straße wurde mehrfach verschoben. Die Eröffnung der Shopping-Mall soll jetzt 2007 erfolgen. Besonders Aufregendes ist hier allerdings nicht zu erwarten. Da muß man schon in die europäische Hauptstadt nach Straßburg fahren, um in Les Halles das besondere Shopping-Erlebnis zu haben. (Foto: 4.2006 mopo)
Am Alex wächst der neue Shopping-Riese
Aus: Berliner Morgenpost, 23. April 2006, Seite ?? (Bezirke). [Original]MITTE (plet). Die Dimensionen des neuen Shopping- und Freizeitzentrums "Alexa" am Alexanderplatz werden immer sichtbarer. Langsam wächst der Gigant aus der mehr als 15 Meter tiefen Baugrube. Auf 5 Etagen werden mehr als 180 Geschäfte Platz finden. Zudem sollen in dem Gebäudekomplex 17 Restaurants ihre Türen öffnen. Die Eröffnung soll im Frühjahr 2007 erfolgen. Das ist ein halbes Jahr später als geplant. Ursache für diese Verzögerung an dem 290 Millionen Euro teuren Shoppingcenter war nicht nur der unerwartet lange und kalte Winter.
Bereits beim Aushub der Baugrube für das Fundament traten erste, unvorhergesehene Komplikationen auf. Der Baugrund und das Grundwasser bereiteten den Bauingenieuren zusätzliche Schwierigkeiten. Dies hatte auch Auswirkungen auf den Fertigstellungstermin für die seit Baubeginn für den Autoverkehr gesperrt Alexanderstraße. Ursprünglich sollte dort der Verkehr bereits im Herbst vergangenen Jahres ungehindert rollen. Jetzt ist die Öffnung der östlichen Fahrbahn als Einbahnstraße von der Holzmarktstraße zum Alex im Monat Juni geplant. Der Straßenneubau kostet 40 Millionen Euro. [mehr]
Abschied von den Hochhausträumen
Alex-Anrainer hoffen auf das Ende der Baustellen auch ohne Bürotürme.
Aus: Der Tagesspiegel, Berlin, 9. Mai 2006, Seite ?? (Berlin). [Original]BERLIN-MITTE (Tsp). In der dritten Generation betreibt Uwe Ellenberger den kleinen Laden Ellenberger’s Schmuckkäst’l im U-Bahnhof Alexanderplatz. Wir haben den Wiederaufbau nach dem Krieg erlebt, die Folgen des Mauerbaus überstanden, sagt er, jetzt hoffen wir, dass es endlich fertig wird. Seit Jahren wird auf und unter dem Alex gebuddelt, manchmal über das Maß hinaus, was ein Einzelhändler ertragen kann zum Beispiel, wenn die Kunden wegbleiben. Jetzt sehen wir optimistisch in die Zukunft. Ellenbergers Optimismus erstaunt angesichts der Großbaustelle Alex. Das Pflaster wird neu verlegt, der U-Bahnhof saniert, das Einkaufszentrum Alexa aus dem Boden gestampft. Aber es hat sich eine Anwohnerinitiative zusammengefunden, die sich in diesem Durcheinander Mut macht, das Ende der Bauarbeiten 2007 herbeisehnt und Perspektiven für den Alexanderplatz entwickelt.
Hochhäuser gehören nicht mehr dazu. Nachdem Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) erkannt hat, dass es keinen Sinn macht, an einem stadtentwicklungspolitischen Ziel festzuhalten, für das es keine Nachfrage gibt, dürfen die Alex- Anrainer auch ohne Türme bauen. In den städtebaulichen Verträgen ist festgelegt, dass die Bauherren die Sockelgeschosse errichten, mit der Option, später ein Hochhaus zu bauen, sagt die Sprecherin der Verwaltung, Petra Rohland. Und selbst für diese abgespeckten Pläne haben sie noch viel Zeit. Erst 2013 müssen die geänderten Pläne zur Genehmigung vorliegen. Für das Baufeld des amerikanischen Projektentwicklers Hines gibt es schon Baurecht.
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Panorama der Vision für den Alexanderplatz. Aus dem 1993 preisgekrönten Wettbewerbsentwurf des Berliner Archtekten Hans Kollhoff. Die Hochhauspläne müssen mangels Bedarf an Büroflächen vorerst vertagt werden. Und dabei wäre Berlin-Alexanderplatz ein idealer Standort für den deutschen Finanzplatz (mit Börse). Aber die frankfurtverliebte deutsche Finanzwirtschaft will nicht, daß hier reichlich neue Arbeitsplätze entstehen. Immerhin engagierte sich die Deutsche Bank im Juni 2006 dann schon mal mit dem Kauf der Berliner Bank. Das läßt hoffen auf einen DB-Turm am Alex, zumal von hier der (BBI-) Flughafen per Bahn schneller als in Frankfurt erreichbar sein wird. (Repro: 2004 khd)
Fakten statt Träume ist das Arbeitsmotto der Anrainerinitiative überschrieben, zu der unter anderem der Kaufhof, das Hotel Park Inn, der Fernsehturm und auch die Bekleidungskette C&A gehört, die im September ihre Filiale am Platz [Ed: im sanierten Berolina- Haus] eröffnen will. Am 24. Mai sind zunächst die Bauarbeiten im Kaufhof offiziell beendet und zur Fußball-WM soll der Platz provisorisch hergerichtet sein. Gut möglich, dass Uwe Ellenberger mit seinem Optimismus Recht behält.
Kaufhof am Alexanderplatz: Flaggschiff des Unternehmens
Warenhaus-Umbau nach zwei Jahren beendet / Neueröffnung am 24. Mai.
Aus: Berliner Morgenpost, 18. Mai 2006, Seite ?? (Berlin). [Original]BERLIN-MITTE (BM). Links eine Bretterwand, rechts ein Metallgitterzaun, davor stapeln sich graugelbe Granitplatten. Wer zum Einkauf an den Alexanderplatz will, muß seit Monaten einen chaotischen Baustellen- Parcours überwinden. Seinen Optimismus läßt sich Detlef Steffens, Geschäftsführer der Galeria Kaufhof am Alex, vom Hin und Her der Handwerker vor und in seinem Haus nicht erschüttern. "Nächste Woche sieht das hier ganz anders aus", ist er sich ganz sicher.
Nächste Woche heißt für die Konzernspitzen der Kaufhof Warenhaus AG in erster Linie 24. Mai. An diesem Tag wird die Galeria Kaufhof am Alex nach fast zweijährigem Umbau offiziell wiedereröffnet. Wobei "Neueröffnung" die wahre Leistung, aber auch die Leidensfähigkeit der Mitarbeiter und Kunden nur bedingt widerspiegelt denn das Warenhaus hatte baubedingt nicht einen Tag zusätzlich geschlossen. Etwa durch den Einsatz von 50.000 Quadratmetern Staubwänden gelang es, daß während der 21 Monate Bauzeit weiterverkauft werden konnte. Für Kaufhof-Chef Steffens ein "unschätzbarer Vorteil", denn so konnte sowohl das Fachpersonal, als auch die "sehr treue" Kundschaft größtenteils gehalten werden.
Nach seinem Umbau soll das Warenhaus am traditionsreichen Standort nicht mehr und nicht weniger als das "neue Flaggschiff" der zum Metro-Konzern gehörenden Kaufhof Warenhaus AG sein. Die Klassifizierung bezieht sich zum einen auf die neugewonnene Größe. Der gesamte Gebäudekomplex wurde um etwa 25 Meter in Richtung Alexanderplatz erweitert, ein sechstes Geschoß ausgebaut die gesamte Verkaufsfläche vergrößerte sich dadurch von 20.000 auf 35.000 Quadratmeter. Das Warenhaus am Alex ist damit die größte "Galeria Kaufhof" in Europa. Der bisherigen Spitzenreiter in Köln kann zwar auch auf 35.000 Quadratmeter Verkaufsfläche verweisen, doch ist ein Teil untervermietet an die ebenfalls zur Metro gehörende Elektronik-Kette "Saturn", die in Berlin eigene Verkaufsflächen im Sockelgeschoß des benachbarten Hotels Park Inn hat. Viel wichtiger ist dem Vorstandsvorsitzenden, Lovro Mandac, daß die Galeria am Alex erster Vertreter einer neuen Kaufhof-Generation ist. Statt sich überschlagender Aktionsangebote und Ramschware zu Billigpreisen wird im "Prototyp eines neuen Weltstadt-Formats" nun verstärkt auf aktuelle Sortimente renommierter Hersteller gesetzt. So sind in dem nach Plänen des vor kurzem gestorbenen Star-Architekten Josef Kleihues umgebauten Kaufhaus etwa 200 Markenläden untergebracht, im Angebot sind insgesamt 600 bekannte Labels. Allein der Fashion-Bereich bietet 60 neue Lifestyle-Marken. "Wir haben den Anspruch, international in die ersten Liga der Kaufhäuser vorzustoßen", sagte Kaufhof-Marketingchef Ralf Pütmann.
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Kaufhof am Alexanderplatz. (Foto: 5.2006 tsp)
In dem neugestalteten Haus arbeiten 1080 Mitarbeiter, 250 mehr als vor der Umbauphase. Das Projekt habe einen "dreistelligen Millionenbetrag" gekostet, sagte der Chef des Investors Metro Group Asset Management, Michael Cesarz. Eine genaue Summe wollte Cesarz nicht nennen. Die Rede ist jedoch von Ausgaben von mindestens 110 Millionen Euro. Die Kaufhof AG als Nutzer hat nach eigenen Angaben weitere 27 Millionen Euro in Technik und Einrichtung investiert.
Zu den auffälligsten und wohl auch gelungensten Veränderungen im Haus dürfte der Einbau eines Lichthofs mit einer imposanten Glaskuppel gehören. Die ebenfalls neu eingebauten, bis zu 24 Meter langen Rolltreppen zählen zu den längsten freitragenden Warenhaus- Fahrtreppen. Lange umstritten war ein anderes architektonisches Detail: Die Fassade des Gebäudes verlor ihren prägnanten Schmuck aus vorgesetzten Aluminium- Waben. Sollten zunächst wenigstens einige wenige Waben am Übergang zum Park Inn verbleiben, so wird auf diese Relikte nun ebenso verzichtet wie auf eine ebenfalls einmal angedachte Großbildleinwand an der Vorderfront zum Alex. Diese präsentiert sich nun mit einer Naturstein- Fassade aus Gauinger Travertin. "Paßt doch gut zur Umgebung", meint Kaufhof- Geschäftsführer Steffens und schaut auf das benachbarte Berolinahaus, in das im Herbst mit C&A ein unmittelbarer Konkurrent Einzug halten wird.
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