LEIPZIG 23.10.2003 (khd/info-radio). Betreiber von Mobilfunk- Netzen sind nicht verpflichtet, personenbezogene Daten von Handy- Kunden ohne festen Vertrag (Prepaid- Handys) für Behörden zu erheben und (auf Vorrat) zu speichern. Das hat gestern das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig (BVerwG) auf eine Musterklage von Vodafone (D2) gegen die Regulierungsbehörde entschieden (Az.: BVerwG 6 23/02). Rund die Hälfte aller Handy- Besitzer nutzen [Ed: wg. der Intransparenz der unendlich vielen Festvertrags-Varianten] überschaubare Handy- Guthabenkarten.
Die Verpflichtung durch die Regulierungsbehörde, Kundendaten zu erheben und in Dateien zu speichern, stelle einen staatlichen Eingriff in das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung der Kunden dar, stellte der 6. Senat des BVerwG fest. Ein derartiger Eingriff könne nur dann gerechtfertigt werden, wenn dafür eine ausdrückliche gesetzliche Grundlage bestehe. Das Telekommunikationsgesetz (TKG) genüge dafür jedoch nicht.
Im TKG ist festgeschrieben, daß die Netz- Betreiber zur Führung von Kundendateien verpflichtet sind, um gegenüber Behörden wie dem Verfassungsschutz Auskünfte geben zu können. Nach Auffassung der Regulierungsbehörde (Bonn) ergab sich daraus die Verpflichtung auch für die Prepaid- Produkte. Das verneinten die Leipziger Richter und hoben damit eine anders lautende Entscheidung des Oberverwaltungsgericht Münster auf. Vodafone (D2) hatte sich bei Einführung der Prepaid-Karten unter Vorbehalt bereit erklärt, eine entsprechende Kundenkartei zu führen. Der Start der Prepaid- Karte sollte 1997 nicht verzögert werden.
28.10.2003 (khd). Der Sieg von Vodafone wird nur von kurzer Dauer sein. Denn das
Urteil des Bundesverwaltungsgerichts bezieht sich auf eine juristische Finesse: In
§ 90 TKG werden die Anbieter zwar zum Führen von Kundendateien
verpflichtet, nicht aber zur Erhebung der dazu notwendigen Daten.
Die entsprechende Gesetzesänderung liegt bereits in der Schublade der
Bundesregierung. Im § 109, Abs. 1 des Entwurfs des neuen Telekommunikationsgesetzes
(TKG) wird nicht nur die Speicherung, sondern auch die Erfassung der Daten der
Anschlußinhaber vorgeschrieben. Mußten bisher nur Name und Anschrift
gespeichert werden, müssen künftig auch das Geburtsdatum sowie Beginn und Ende
des Vertrages erfaßt und gespeichert werden.
Die S-Bahn hingegen sagt, für weniger Geld könne es auch nur
weniger Leistung geben. Der Streit geht nun vor Gericht, um die bislang
nicht bezahlten 27,5 Mio. Euro (5 Monate) beim Senat einzutreiben. Denn
ohne die Hilfe der Deutschen Bahn, die seit Juni das 5,5 Millionen-Loch
stopfte, wäre die S-Bahn bereits zahlungsunfähig, schreibt heute
die B.Z.
Sollte es aber zu keiner Einigung kommen, dann bedeutet die 30-%-
Kürzung des Senats auch, daß S-Bahnstrecken, die erst nach
der Deutschen Einheit aufwendig revitalisiert wurden, stillgelegt werden
müssen. Die Pläne dafür liegen bereits in den Schubladen
der S-Bahn. Dieser Geheimplan sieht die Stillegung folgender
S-Bahnstrecken vor:
22.10.2003 (khd). Sollte der Berliner Senat und/oder die Bahntochter erneut Berliner
S-Bahnstrecken stillegen, dann wäre das ein Schildbürgerstreich sondersgleichen. Aber
noch ist es wohl nicht so weit. Denn heute wurde im Nachbarland Brandenburg erst einmal in Teltow-
Seehof der 1. Spatenstich für die Verlängerung der S 25 von Lichterfelde- Süd
nach Teltow- Stadt vollbracht. Diese wichtige 3,3 km lange Strecke sollte schon in den
30er-Jahren des vorigen Jahrhunderts eingeweiht werden. In nur 14 Monaten soll jetzt der Abschnitt
betriebsfertig sein. Das kostet 30 Mio. Euro, wovon das Land Brandenburg rund 8 Mio. bezahlt. Ab
Dezember 2004 werden täglich rund 10.000 zusätzliche Fahrgäste diese Strecke ins
brandenburgische Umland bzw. in die Berliner Innenstadt nutzen.
[mehr]
BERLIN 17.10.2003
(khd/info-radio).
Unserem Staat fehlt wg. fehlender Steuereinnahmen das Geld an allen Ecken
und Enden. In der Rentenkasse fehlen gerade bis zu 10.000 Mio. Euro usw.
usf. Auch weil sich die Regierung unlängst bei der Gewerbesteuer
kräftig vertan hatte. Geschickte Unternehmen konnten sich jahrelang
der Steuerzahlung komplett entziehen sogar renommierte Konzerne
haben da mitgemacht. Angeblich soll das inzwischen gesetzlich korrigiert
worden sein.
Das neue Gesetz sieht vor, daß Kapitalgesellschaften alle
Aufwendungen, die beim Kauf von Beteiligungen anfallen wie etwa Zinsen oder
Rechtsanwaltskosten, komplett von der Steuer absetzen dürfen.
Im Gegenzug sollen sie nur einen Teil der Dividenden oder
Veräußerungsgewinne versteuern müssen aber nur 5
%.
Zur Veranschaulichung ein Beispiel: Das Unternehmen A muß für
einen Kredit, mit dem es ein anderes Unternehmen B gekauft hat, 20 Mio.
Euro Zinsen und Notarskosten bezahlen. Nun kassiert es aber an Dividenden
von B 40 Mio. Euro, von denen es aber nur 5 % also 2 Mio. Euro
versteuern muß. So bleiben unterm Strich dem Unternehmen A 18
Mio. an steuerminderndem Aufwand übrig. Und erzielt das Unternehmen
A aus ihrem eigene Geschäft einen Gewinn in gleicher Höhe,
muß es keine Steuern mehr zahlen: Denn 18 Mio. Euro 18 Mio.
Euro = 0 Euro.
[Archive des Deutschen Bundestages]
BERLIN 16.10.2003
(khd/zt).
Es kam, wie's kommen mußte: Der Maut-Betreiber Toll-Collect GmbH ist bislang nicht in der Lage, das
hochgepriesene digitale Lkw-Mautsystem funktionstüchtig zu realisieren trotz
17.000 Seiten (!) Vertrag mit der Bundesregierung. Das technische Scheitern war
angesichts der zu kurzen Vorbereitungszeit vorprogrammiert, wie es hier vor gut einem Jahr
prognostiziert wurde.
Erst im Juli wurden ernsthafte Tests des Gesamt- Systems vorgenommen, und da hagelte es
dann Probleme über Probleme. Die Software- Komponenten von der Datenerfassung bis
hin zur Rechnungsanfertigung, geliefert von renommierten Firmen wie
IBM,
SAP,
Oracle,
T-Systems, harmonierten nicht.
Offensichtlich war zwar Zeit, 17.000 Seiten juristischen Vertrag zu produzieren, aber
keine Zeit für die Anfertigung von vernünftigen und soliden Beschreibungen der
Software- Schnittstellen sowie der dabei verwendeten Protokolle für die
Datenübergabe, wundern sich nicht nur Computer- Experten. Es sieht so aus, daß
hier aber wirklich gegen alle Regeln der professionellen Software- Herstellung
verstoßen wurde. Hinzu kam, daß Toll- Collects Management nicht kompetent war,
diese Fehler und deren Tragweite zu erkennen und vor allem richtig zu deuten...
[00.02.2001:
Chaos bei T-Systems (Debis)] (MANAGER-MAGAZIN)
24.10.2003 (khd). Nach Informationen von InfoRADIO Berlin haben vom ARD- Hauptstadtstudio beauftragte
unabhängige Juristen herausgefunden, daß dem Bund kein
Schadensersatz für die nach dem Totalversagen Toll- Collects ausgefallene Maut
zusteht ein famoser Vertrag für Toll- Collect. Allein in diesem Jahr werden
wg. des verpatzten Starts der Lkw- Maut rund 600 Mio. Euro im Verkehrshaushalt fehlen.
22.11.2003 (info-radio). Toll-Collect kriegt die Probleme nicht in den Griff. Nun
soll sich die Maut-Einführung bis zum August 2004 verzögern. Das meldet die
Nachrichtenillustrierte Focus.
[mehr]
LONDON 7.10.2003
(khd/nsci). Am 27. September
um 23.00 Uhr GMT flog ein hausgroßer Asteroid so dicht wie nie zuvor
an der Erde vorbei. Das berichtet das Wissenschafts- Magazin
New
Scientist. Der Asteroid mit der Kennung
"SQ222/2003"
konnte erst gesehen werden, nachdem er bereits an der Erde vorbei geflogen
war. Er kam von innerhalb der Erdumlaufbahn. Wäre der
Gesteinsbrocken in die Erdatmosphäre eingedrungen, wäre er in
einem gewaltigen Feuerball weitgehend verglüht.
Entdeckt haben den Asteroiden Wissenschaftler des Lowell Observatory in
Arizona (USA). Er sei der Erde um gut 20.000 km näher gekommen als
ein Asteroid, dessen Vorbeiflug man 1994 vermessen habe. Dem britischen
Hobby- Astronomen Peter Birtwhistle gelang es am 29. September, den
Asteroiden zu fotografieren
[Foto]. Anhand dieser
Aufnahmen geht man davon aus, daß der Durchmesser des Asteroiden
weniger als 10 Meter beträgt zu gering, um eine ernste Gefahr
für die Erde darzustellen.
In den vergangenen Jahren konnten immer wieder Asteroiden
beim Vorbeiflug an der Erde beobachtet werden
(NEO). So näherte sich im
Jahr 2002 ein 80-Meter- Brocken der Erde auf 120.000 Kilometer. Wäre
er in die Atmosphäre eingedrungen, hätte er erhebliches Unheil
angerichtet.
[Closest asteroid yet flies past the Earth]
[Near-Earth Asteroid Tracking]
Homepage khd wieder da
Der Umzug eines umfangreicheren Angebots im World Wide Web bedeutet immer
auch, daß alle Web-Seiten und (lokalen) Links der neuen Situation
angepaßt werden müssen. Solide läßt sich das nur per
Handarbeit bewerkstelligen. Es konnten daher trotz der 4 Monate
Pause noch nicht alle Seiten umgestellt werden. Deshalb führen
viele Links noch ins Leere, d. h. auf eine 404-Fehlerseite des Providers.
Sorry!
11.10.2003 (khd). Derzeit stehen folgende Services wieder im Internet bereit:
14.10.2003 (khd). Nun steht auch wieder das komplette
BSE-Angebot zu den Fragen des
Rinderwahns und seinen Folgen sowie anderen Giften im Essen im Internet wenn auch noch nicht alles
aktualisiert werden konnte.
BERLIN 20.10.2003
(khd/bz).
Berlin ist pleite und
muß sparen bis es quietscht (Reg. Bürgermeister
Klaus Wowereit). Deshalb hat Berlins Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) im
Juni die monatliche Bezahlung für die vom Land Berlin bei der
Berliner S-Bahn
GmbH bestellten Verkehrsleistungen von 18,9 auf 13,4
Mio. Euro gekürzt. Man wolle damit einen geringeren Zuschuß
aushandeln, hieß es beim
Finanzsenator.
S 1 Schöneberg nach Wannsee:
Mit dieser Linie fahren die Berliner nach Steglitz zum Einkaufen in
der Schloßstraße, zum Botanischen Garten und zum Baden nach
Wannsee. Falls die S 1 gestrichen wird, müßten nicht nur die
Badefreunde kilometerlange Umwege über den Bahnhof Zoo in Kauf nehmen.
Von einer Stillegung wären auch Zehntausende Berufspendler aus
Steglitz, Schöneberg- Süd und Zehlendorf betroffen.
S 25 Priesterweg nach Lichterfelde-Süd:
Eigentlich sollte es hier ab 2004 auf einem gerade
im Bau befindlichen
Abschnitt weiter ins Umland bis in den Vorort Teltow- Stadt gehen. Die
S-Bahnstrecke nach Lichterfelde- Süd wurde erst im Herbst 1998 wieder
eröffnet. Sie führt durch die Wohngebiete Südende,
Lankwitz, Lichterfelde- Ost (neues Einkaufszentrum am Kranoldplatz) und
Lichterfelde- Süd (neues Einkaufszentrum am neu gebauten S-Bhf.
Osdorfer Straße). Zudem pendeln Tausende Berliner täglich mit
dieser Schnellbahn zur Arbeit und zum Einkaufen in die Innenstadt (Berlin-
Mitte).
Alle Signale auf Rot! So könnte es bald in
Lichterfelde- Süd aussehen. Und nebenan baut die Bahn die ICE-Trasse
zum neuen Lehrter-Bhf.
Noch fährt sie alle 10 Minuten die S-Bahn im neuen
Bhf. Lichterfelde- Süd an der Thermometer-Siedlung, der erst im
Herbst 1998 eröffnet wurde.
S 45 + S 9 Adlershof zum Flughafen Berlin- Schönefeld:
Ausgerechnet der geplante Großflughafen Berlin
International wäre dann ohne Schnellbahn- Anschluß. Vielen
Urlaubern blieb nur noch der langsamere Bus oder das Umsteigen aufs eigene
Auto.
S 5 + S 75 Westkreuz nach Spandau:
An dieser Strecke liegen das Olympia-Stadion und die Waldbühne. Beides
Orte für Großveranstaltungen. Der S-Bahnhof Olympiastadion hat
seit 1936 mehrere Bahnsteige, um so zügig viele Fußballfans [Ed:
na, vielleicht erledigt sich das, wenn Hertha absteigt...] oder
Konzertbesucher von Pop bis Klassik transportieren zu können.
[2002: S-Bahnring geschlossen / S-Bahn aber noch immer nicht komplett]
Und nun das: In dem heute vom Deutschen
Bundestag endgültig beschlossenen Gesetz zum Abbau von
Steuervergünstigungen (StVergAbG) haben Parlament und
Bundesregierung ein neues, riesiges Steuerschlupfloch für pfiffige
Konzerne eingerichtet, weiß der Wiesbadener Steuerprofessor Lorenz
Jarass. Er schätzt die künftig dem Staat dadurch entgehenden
Steuern auf einen Milliardenbetrag in zweistellige
Höhe.
Ein Gesetz zum Abbau von Steuer- Vergünstigungen!
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Alle Welt hat jetzt nur noch Hohn und Spott für das Betreiberkonsortium, bestehend aus
DaimlerChrysler Ser- vices AG,
der Deutschen Telekom AG und dem
französischen Autobahnbetreiber Cofiroute S.A., übrig. Der Start der
Lkw-Maut vom Typ HighTech war für den 31. August 2003 vorgesehen.
Bereits bis zum 21. Mai sollte das satellitengestützte System stehen, bis zum 15.
Juni dessen Funktion getestet sein und bis Mitte August der Probebetrieb laufen. Ab 31.
August sollte dann für Lastwagen über 12 Tonnen eine Maut von durchschnitt- lich
12,4 Cent pro Kilometer Autobahn fällig werden. Erfüllt hat Toll-Collect von
diesen Vereinbarungen nicht eine. Die Verschiebung des Termins für den Probebetrieb
auf den 2. November war ein Entgegenkommen des
Bundesverkehrministeriums. Ein neuer
Einführungstermin steht in den Sternen. Dem Bund entgehen derweil
tagtäglich viele Mio. Euro.
HighTech
at it's best!
Klaus Mangold,
DaimlerChrysler-Vorstand
17.000 Seiten Maut- Vertrag ein Turm von 1,76 m
Höhe! Enthielt er wirklich keine verbindlichen Beschreibungen aller
Schnittstellen? (tsp 23.10.2003)
![]()
Vor allem die Koordination bei diesem komplexen Projekt klappte nicht: So waren die
Schnittstellen an den von Siemens und Grundig produzierten On-Board- Units (OBU) für
die Lkws noch nicht funktionsfähig. Trotzdem ließ Toll- Collect die Geräte
in Lkws einbauen, obwohl sie vom Zulieferer T-Systems gewarnt worden waren. Eine nahezu
unbekannte Software- Firma OMP in Paderborn soll für einen Teil der Software
verantwortlich sein. Auch waren Teile des gebührenpflichtigen Autobahnnetzes in der
Software gar nicht vorgesehen, was zu absurden Maut- Beträgen geführt hätte.
Rund 20.000 Geräte mußten deshalb in einer Rückrufaktion zurückgeholt
werden, um eine neue Software aufzuspielen.
[17.07.2002:
Bund entscheidet sich für HighTech-Maut]
[16.10.2003:
Das Maut-Opfer Bei Toll-Collect rollen Köpfe] (DIE ZEIT)
[27.10.2003:
Nun treibt die Software Unfug Weshalb die Technik der Lkw-Maut noch längst
nicht ausgereift ist] (TAGESSPIEGEL)
Neue URL http://earth.prohosting.com/khdit/
STRASBOURG 18.9.2003 (khd).
Es war (m)ein lang gehegter Wunsch, einmal Europas wahre Hauptstadt kennenzulernen. Nein,
das ist nicht das kalte Brüssel es ist Straßburg
(Strasbourg) am Tor zum
gemütlichen Elsaß, wo das aufmüpfige
EU-Parlament sitzt, wo
Arte residiert. Und wo das gute alte
Europa mit seiner Geschichte, Kultur und Tradition noch quicklebendig ist und dieses sich
alles herrlich mit Modernem vereint und verträgt. Um es vorwegzunehmen, wir
Europäer haben eine wunderschöne Hauptstadt.
Diesen Artikel
gibt es auch in
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Blick von der Terrasse des ArtCafé im Straßburger Musée
d'Art Moderne auf das Ill- Sperrwerk Barrage Vauban, das im 17.
Jahrhundert als Teil eines Befestigungsgürtels vom Baumeister Vauban gebaut
wurde. Im Hintergrund ist der Turm des Straßburger Münsters zu
erkennen.
Heute war es dann soweit eine Tagestour nach Strasbourg.
Mit der Bahn (DB) sollte
es vom Rheingau nur ein Katzensprung entlang des Rheins sein. Aber ab Wiesbaden geht das
nur mit Umsteigen in Mainz und Karlsruhe oder Baden-Baden. Und so dauerte die 225-km-lange
Hinfahrt mit IC 2223 (Wiesbaden Nürnberg), EC 9 (Lötschberg,
Dortmund Brig/Schweiz) und EC 266 (München Strasbourg) gut 2 1/2 Stunden,
was auf eine Reisegeschwindigkeit von bescheidenen 85 km/h hinausläuft. Zwischen
Mannheim und Karlsruhe fielen dabei die vielen Kiefernwälder auf, was einen Berlin-
Brandenburger schon verwundert. Denn diese glauben immer, nur in der
Streusandbüchse Brandenburg gebe es Kiefern...
Der Hauptbahnhof (Gare) liegt am linken Rand des Plans.
Das berühmte Münster (Cathédrale) und die klassischen Museen liegen im Zentrum.
Das Einkaufszentrum Les Halles mit der Galléries Gourmandes liegt an der Rue de Sebastopol, nordwestlich des Place Kléber.
Im Südwesten liegt der Stadtteil Petite France das alte Viertel der Gerber mit viel Ill-Wasser.
Von dort ist es nur ein kurzer Fußweg zum
Musée
d'Art Moderne, wo im September 2003 die bemerkenswerte Ausstellung
Hyperréalism stattfand.
Der Hauptbahnhof Strasbourgs.
Bei strahlend blauem Himmel bog der aus München über Baden-
Baden kommende EC 266 bei Appenweier scharf nach rechts zum Rhein ab. Die Rheinbrücke
bei Kehl war kaum passiert, da meldete das Handy eine SMS: Willkommen in
Frankreich, besichtigen Sie Frankreich mit SFR!. Das ist schon komisch,
Vodafone- Werbung statt
Grenzkontrolle aber die ist im vereinten Europa
ja es-war-einmal. Trotzdem Straßburg muß per Fuß erkundet
werden, nicht per SFR. Der Bahnhofsvorplatz (Place de la Gare) ist riesig und fast leer.
Die Autos sind unter die Erde verbannt. Nur ein kleiner Markt mit viel Tand und Krempel
lauert auf die Touristen, die aber alle schnell über die Rue du 22 Novembre dem
berühmten
Straßburger Münster zustreben. Sicher werden sie sich dann wie es in
Reiseführern empfohlen wird
über die Krämergasse (Rue Mercière) dem prachtvollen Portal der
von 11761439 gebauten
Kathedrale nähern.
Denn von dort hat man einen famosen Blick auf die große 16-blättrige
Steinrosette über dem Portal.
Blick auf die Barrage Vauban (Sperrwerk) vor dem Ill- Delta. Die Ill umfließt den Straßburger Stadtkern und mündet nördlich der Metropole in den Rhein.Beim Erkunden von Städten ist es aber ratsam, nie dort lang zu laufen, wo alle marschieren. Also geht es zunächst vom Bahnhof nach rechts über die Ill-Quaies zum Stadtteil Petite France. Hier haben früher die Gerber im Ill-Delta die Lederhäute gewaschen und auf ihren luftigen Dachböden getrocknet. Heute ist daraus ein urbanes Viertel mit viel französischem Charme und guten Restaurants, Cafés und Antiquitätenläden geworden.
Auch wenn es inzwischen heiß geworden war (28 Grad), ging es nun doch noch zum
Münstergucken. Aber der Andrang zur Besichtigung des Dom- Inneren war groß. Und
wie bei solch großen Domen üblich, wurde überall gebaut es wird
wohl immer gebaut. Leider mußte auch die Besichtigung der einmaligen astronomischen
Uhr ausfallen. Denn sie wird nur einmal am Mittag gezeigt. Dafür entschädigte
dann der Bummel durchs Münsterviertel mit seinen engen Gassen und vielen
mittelalterlichen Fachwerkhäusern. Deren Anblick rief bei Touristen aus Amerika
regelrechtes Entzücken hervor: Oh, my Dear, it looks beautiful!
Im New America kennen sie ja so etwas nicht...Der totale Durchblick im Musée d'Art Moderne.Nach so viel Erbauung war nun Einkaufen angesagt. Sie waren etwas schwierig zu finden diese Les Halles, ein großes, modernes Einkaufzentrum am Place des Halles. Denn die Eingänge für Fußgänger liegen an der Rue de Sebastopol bzw. am Quai Kléber. Nur die Autos kommen vom Place des Halles ins Parkhaus. Im Stil einer amerikanischen Mall bleibt hier kein Kaufwunsch unerfüllt. In über 100 Läden, Boutiquen und dem Supermarkt (hypermarché) für Feinschmecker Galléries Gourmandes soll es wirklich alles geben. Ein Test war auf Anhieb erfolgreich: Im Kaufhaus BHV wurde tatsächlich glasfaserverstärktes Pack- Klebeband verkauft, wonach ich in Berlins Kaufhäusern und Baumärkten vergeblich Ausschau gehalten hatte (es gab es mal von Scotch).![]()
Und dann dieses Gourmet-Paradies: Hm,
Gänse-Rillettes,
Foie de gras,
Loup de mer frisch aus dem Mittelmeer,
marmoriertes Rindfleisch von Charolais- Rindern,
richtige Suppenhühner frisch geschlachtet (in Deutschland schon ein Fremdwort),
frisches Wildfleisch von Reh und Hirsch,
frische Fasane,
Käse vom Munster aus den Vogesen bis hin zum bayerischen (!) Edelschimmel- Käse,
Baguettes und kleine Küchlein,
Terrines aller Art,
Elsäßer Spezialitäten wie Choucroute,
eine riesiges Angebot an frischen Gemüsen, Pilzen, Kräutern und Obst,
Weine über Weine jeder Provenienz
usw. usf. Das und noch sehr viel mehr war im Angebot.
Und was dann auch noch auffiel: In Frankreich verkauft z. B.
Nestlé ganz andere
Produkte als hierzulande. Beispielsweise gibt es dort unter der Marke Maggi u. a. eine
Zubereitung Préparation pour Boeuf Bourguignon. Auch wenn das nicht so
ganz Gourmet-like ist, probieren kann man das ja mal.
Straßburg hat dann noch etwas, wo andere Metropolen richtig
neidisch werden: Eine hochmoderne HighTech- Straßenbahn vom Feinsten, in die man
wirklich bequem einsteigen kann. Sie setzt Maßstäbe für eine wegweisende
und umweltfreundliche Verkehrspolitik. Die Straßburger lieben ihre Tram. Und
natürlich fragt man sich, warum es solche Straßenbahnen nicht auch bei uns gibt
(z. B. in Berlin). Statt immer wieder das Rad neu zu erfinden, ließen sich doch von
den Franzosen Lizenzen kaufen, um auch hierzulande eine wirklich moderne Straßenbahn
betreiben zu können.
Mißlich für die Straßburger ist, daß die Elsaß- Metropole
noch nicht ans Hochgeschwindigkeits- Eisenbahnnetz des TGV angeschlossen ist. Darüber
gab es viel Streit mit der Zentralregierung in Paris. Im vorigen Jahr hat man nun mit dem
Bau der neuen Trasse nach Paris begonnen. Und 2006 soll dann der TGV-Est in 2 1/4 Stunden
nach Paris fahren. Bislang fährt man um die 4 Stunden von Straßburg nach
Paris.
Es war Zeit an die Heimfahrt zu denken. Im Bahnhof gab es schon die
Ausgabe von Le Monde vom
nächsten Tag mit einer großen Beilage über Italien (Désir
d'Italie) gute Lektüre für die (lange) Heimfahrt, und alles nur
für 1,20 Euro. Zur Besichtigung des Europa- Viertels mit dem Assemblée
Européenne und dem Parlament Européen im Nordosten
Straßburgs blieb keine Zeit mehr der Kauf einer Ansichtskarte mußte
diesmal reichen.
Die Rückfahrt soll nur mit ICEs erfolgen. Da diese aber nicht nach Strasbourg fahren,
muß erst mit der Regionalbahn dem Metro- Rhin über
Kehl bis nach Offenburg vorgefahren werden. Der Metro- Rhin (RB 18327) besteht aus 2 Wagen
modernster Regionalbahn- Bauart. Ein Wagen gehört der SNCF und der andere der DB. Das ist wenigstens gute deutsch-französische Kooperation,
wenn schon die Bahnindustrie (Siemens + Bombardier + Adtranz, die werden im ICE auf einem
Schild als Erbauer genannt) keinen auslandsfähigen ICE hinkriegen konnten.
Ab Offenburg ging es mit dem ICE 502 (Basel Dortmund) und nach Umsteigen in
Mannheim mit dem ICE 714 (Stuttgart Köln) über Mainz nach Wiesbaden
zurück. Die Fahrzeit ab Straßburg betrug, obwohl es keine Verspätungen
gab, auch wieder gut 2 1/2 Stunden. Der ICE 502 war proppevoll, so daß sich die
Notwendigkeit ergab, einmal durch den ganzen Zug mit 8 Wagen zu laufen, um nach
Sitzplätzen zu suchen. Es gab zunächst keine. Aber es fiel dabei auf, daß
nur im Raucher- Wagen die Klima-Anlage funktionierte, sonst nirgends. Und es war
heiß. Brav entschuldigten sich die DB-Zugbegleiter vor Mannheim, daß es ihnen
noch immer nicht gelungen sei, das Klima in 7 Wagen zum Laufen zu bringen. Da wünscht
man sich dann doch ein Zugfenster, daß sich öffnen läßt...
Was bleibt? Zunächst einmal viele französische Euro-
Münzen Wechselgeld für die Sammlung der Kinder. Dann gute Erinnerungen an einen
wunderschönen Tag in Frankreich die Bilder. Und die Erkenntnis, daß aus
Strasbourg mehr als nur ein Bonn Europas werden möge. Die EU-Kommission gehört
klar nach Strasbourg zum Parlament, die EU-Verwaltungen können ja in Brüssel
bleiben. Im Zeitalter des schnellen Datenaustausches über Computer- Netzwerke sollte
die räumliche Trennung von Regierung und Verwaltungsapparat kein ernstes Hindernis
sein. Allerdings empfiehlt es sich, Strasbourg besser an den schnellen europäischen
Schienenverkehr in alle Richtungen anzubinden. Hier scheinen in einigen Köpfen noch
immer (alte) Grenzen zu existieren.
|
Ein entsprechendes Abkommen wurde heute von der französischen SNCF und der Deutschen Bahn in Straßburg im Beisein der Verkehrsminister unterzeichnet. Um den grenzüberschreitenden Bahnverkehr weiter zu beschleunigen, soll bis 2010 bei Kehl eine neue Brücke über den Rhein gebaut werden.
15.3.2007 (khd). Heute ist ein fast historischer Tag, denn in Ost-Frankreich wird die Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Paris und Straßburg eingeweiht. Die Fahrzeit beträgt 2.20 Stunden. Über diese Neubaustrecke werden ab dem Sommer-Fahrplan (10. Juni 2007) auch TGVs und ICEs zwischen Paris und Frankfurt am Main bzw. Stuttgart mit bis zu 320 km/h pendeln. Die Fahrzeit wird etwa 3 1/2 Stunden betragen. Die Kosten der neuen Eisenbahnstrecke betrugen rund 4 Mrd. Euro.
BERLIN 24.8.2003 (khd). Es ist 10 Jahre her, wo ich als Computer-Profi das letzte Mal Software aus dem Hause Microsoft (frustriert) nutzte. Es war das MS Word for the Macintosh (Version 5.1). Überzeugt hat mich diese Software damals nicht, da Microsoft sehr vieles abweichend von Apples nutzerfreundlichen Konventionen handhabte. Und ich ließ es daher schnell sein, zumal mir auch noch die Layout-Möglichkeiten von MS-Word lächerlich erschienen. Meine Briefe schrieb ich dann gleich mit dem Aldus PageMaker. Das lief auf einem Mac-II mit 8 MByte RAM und später jahrelang auf einer Mac-Quadra alles stabil und rund.
Nach dem Kauf eines modernen Macintosh Computers (Mac) ein PowerBook G4 ergab sich dieser Tage nun die Notwendigkeit unter dem Betriebssystem MacOS X den vorinstallierten Browser MS Internet Explorer 5 Macintosh Edition (zumindest zeitweise) zu nutzen. Diese Macs laufen mit 3 Systemen: Entweder klassisches MacOS 9.2.2 oder MacOS 10.2.3 unter dem FreeBSD-Unix-Kernel 6H60. Auf der MacOS 9-Seite kann ich fürs Browsen im Internet sehr gut die noch etwas ältere Version 4.5 des Netscape Communicator verwenden sehr benutzerfreundlich!
Es war dann schon erstaunlich, was Microsoft dem Explorer- Nutzer zumutet. Denn die ganzen Voreinstellungen (Defaults) des Internet-Explorers waren nicht akzeptabel aus verschiedenen Gründen. Es mußte also stundenlang ausprobiert werden, bis dann eine brauchbare Einstellung des Browsers entstanden war. Bei der Benutzung wurde dann aber vollkommen klar, daß Microsofts Programmierer 10 Jahre später noch immer nichts davon verstehen, was User wirklich brauchen.
Nur einige Beispiele:
NEW YORK/BERLIN 15.8.2003 (khd/cnn). Die USA das HighTech- Land der unbegrenzten Möglichkeiten haben gestern Abend einen große Blamage erlitten. Um 16.11 Uhr Ortszeit (22.11 Uhr MESZ) fiel im gesamten Nordosten der USA und im angrenzenden Kanada die öffentliche Energie- Versorgung komplett aus. Zwischen Detroit, Toronto, Ottawa, Boston, New York, Pittsburgh und Cleveland gingen innerhalb von nur 3 Minuten 21 Kraftwerke vom Netz und schalteten sich ab. Und über 50 Millionen Nordamerikaner standen urplötzlich ohne elektrische Energie da.
Die eigentliche Ursache der Kettenreaktion ist auch 22 Stunden nach dem Blackout unbekannt. Allerdings gelten die amerikanischen Stromnetze als nicht ausreichend vernetzt und zudem ziemlich marode. In (dem alten) Europa hingegen existiert ein echtes Netz mit vielen redundanten Verbindungen und entsprechender Steuerung (Verbundnetz). Das existiert wg. der Privatisierung und schlechten Regulierung des Strommarktes in den USA so nicht. Hier sind schon mal einige Kraftwerke in Reihe geschaltet, weil das billiger ist. Aber warten wir's ab es wird auch in Europa knirschen...
6.10.2003 (khd). Und es kam, wie es wohl angesichts des
fortschreitenden Wettbewerbs kommen mußte: Auch England, Schweden,
Dänemark und Italien hatten inzwischen alle ihre flächendeckenden
Strom- Blackouts.
20.11.2003 (khd). Eine Untersuchungs- Kommission hat jetzt einen
Bericht zum US-Blackout vom 14. August vorgelegt. Danach tragen
Computer- Pannen und miserabel ausgebildete Techniker an dem größten Stromausfall
in der Geschichte Nordamerikas die Schuld.
[mehr]
BERLIN 5.8.2003 (khd/tsp). In Berlin und dem Brandenburger
Umland wurden gestern pünktlich um 8.00 Uhr MESZ die noch verbliebenen
analogen Fernsehsender (ARD, ZDF, RBB) abgeschaltet. Der terrestrische
Fernsehempfang ist damit komplett auf das digitale
DVB-T das Überall-
Fernsehen umgestellt. Gegenüber bislang 12 Programmen
können jetzt 28 Programme mit einer SetTop-Box empfangen werden
maximal können es in Berlin 36 Programme werden. Das gibt es noch
nicht einmal in den USA.
Der Preis für die billigsten Decoder (SetTop- Box) ist auf um die
100 Euro gesunken. Die Sender müssen für einen Kanal 150.000
Euro pro Jahr bezahlen. Allerdings haben es die Ingenieure trotz
jahrelanger Vorbereitung nicht geschafft, daß für den
Video- recorder so wichtige VPS- Signal in die digitale Welt zu
transponieren. Die Seher sollen sich halt auch noch neue
Videorecorder vom Typ Digital mit Festplatte zulegen, vermuten Kritiker.
Dennoch ist die Medienanstalt Berlin- Brandenburg
(MABB) restlos zufrieden. Der Umstieg
auf das digitale Antennen- Fernsehen habe offbar reibungslos geklappt,
heißt es bei den Medienwächtern. In der Region wurden bisher
rund 170.000 SetTop- Boxen verkauft. Die meisten Berliner Haushalte
empfangen Fernsehen via Kabel oder Satellit noch analog.
BERLIN 4.8.2003 (khd/tsp). Niemals wieder wollten wir nach
1945 von Politikern jedweder Couleur Diskriminierungen von Teilen unserer
Gesellschaft hören. Und heute nun das: Eine unglaubliche
Diskriminierung der übelsten Sorte unserer alten Menschen durch den
amtierenden Vorsitzenden der Jungen
Union Deutschlands (JU), der
Jugendorganisation der CDU/CSU (Anm.: Das
"C" im Parteinamen steht immerhin für "Christliche").
Und geht es nach diesem Studenten der Geschichte, dann sollen die
Krankenkassen künftig auch keine Knie- Operationen und keine
Zahnprothesen mehr für alte Menschen bezahlen. Heute legte nun die
CDU- Bundestagsabgeordnete Katherina Reiche (31) nach: Die
Generation der Älteren konsumiert auf unsere Kosten. Man
müsse durchaus darüber nachdenken, welche medizinischen
Leistungen künftig noch von der Allgemeinheit finanziert werden, sagte
Reiche dem Tagesspiegel (5.8.2003).
In der Studie Alters-Survey basierend auf
Vorarbeiten der
Freien Universität Berlin wurde unlängst festgestellt, daß in
Deutschland die Alten jedes Jahr für die Gesellschaft und vor allem für
die Jüngeren rund 3,5 Milliarden Stunden an nützlicher Arbeit leisten
ganz unentgeltlich bei der Betreuung der (Enkel-)Kinder sowie der Pflege von
Angehörigen usw. Bewertet man die Arbeitsstunde mal mit 15 Euro, ergibt sich ein
Betrag von 52.500 Millionen Euro/Jahr. Das sollte allemal ausreichen, um auch die Alten an
den Segnungen moderner Medizin solidarisch teilhaben zu lassen.
BERLIN 12.6.2003 (khd). Heute wurde das Magazin
t-off eingestellt. Nach
7 1/2 Jahren ist nun für das Archiv der Telekommunikation
vorerst einmal Schluß. Denn nach meiner Pensionierung mußte
ich meinen Universitäts- Account aufgeben. Da das bislang gesammelte
Text- Material aber sehr umfangreich ist (um die 40 MByte), konnte
kurzfristig kein kostengünstiger Webhoster gefunden werden, den ich mir
leisten kann. Zumal die Kosten für den Abruf der Seiten (traffic)
nicht kalkulierbar sind.
Seit dem 16. Dezember 1995 erschien das Magazin, das vielen in der Phase
der TK-Liberalisierung geholfen hat. Insbesondere viele Studenten nutzten
t-off als Basis für ihre Studien-, Magister-, Diplom- und
Promotions- Arbeiten. Insofern ist es durchaus mißlich, daß
die in diesen Arbeiten angegebenen Verweise (Links) derzeit nicht mehr
funktionieren. Deshalb soll das gesamte Material auch wieder
zugänglich gemacht werden.
Google wird wissen, wo.
Das funktionierte sogar zu DDR-Zeiten hervorragend, wie (m)eine
Urlaubsreise von 1978 nach Südschweden via Saßnitz/ Trelleborg
mit dem Zug Berlinaren und Umsteigen in Malmö belegt. Die
gut 60 kg Reisegepäck wurden am Tag vor der Reise im Bahnhof
Berlin- Zoo aufgegeben, und es konnte selbstverständlich in Halmstad
nach Ankunft des Zuges aus Malmö mitgenommen werden.
Daß es aber zum Beispiel einen direkten Zusammenhang zwischen der
fehlenden spontanen Gepäckaufgabe- Möglichkeit und dem
Rückgang der (ICE-) Speisewagennutzung gibt, ist den wenig
kreativdenkenden Bahn- Managern noch gar nicht in den Sinn gekommen. Sie
basteln eher daran, aus der Eisenbahn ein Flugzeug ohne Flügel zu
machen. Bei den Tarifen haben sie ja
schon
mal begonnen: Optimierung zu Lasten der Kunden...
Für die Kunden hatte das Aufgeben des großen Reisegepäcks
große Vorteile. So konnten sie beispielsweise unbesorgt und ganz in
Ruhe im Speisewagen essen. Die kleine Tasche nahm man einfach mit, und die
Koffer reisten ja gut bewacht im Gepäckwagen des Zuges.
Und so sind es nicht nur die hohen Preise, die Bahnreisende vor der Nutzung
der ICE- Speisewagen abhalten. Es ist vor allem das Gepäckproblem.
Denn keine Gepäck- Versicherung ersetzt den Schaden, wenn
Gepäck unbeaufsichtigt am Sitzplatz verbleibt und von dort geklaut
wird. Vielleicht denken ja mal diese Bahn- Manager darüber nach, jedem
(ICE-) Zug wieder ein Gepäckabteil zu spendieren. Was noch im
TEE-
Zeitalter problemlos möglich war, sollte auch heute noch
funktionieren.
Oder wünscht sich die Deutsche Bahn möglichst viele Reisende in ICEs, die nur noch mit 'nem
Aktenköfferchen unterwegs sind. Denn in den ICE-Großraumwagen ist auch nur wenig Platz zum
Abstellen von schweren Koffern, die man nicht in die Ablage hieven kann. Wir Bahnkunden erwarten,
daß es endlich wieder einen vernünftigen Gepäckservice bei der Bahn gibt.
BERLIN 2.5.2003 (khd). Im Laufe des Mai/Juni 2003 werde
ich meine (diese) Homepage sowie alle angeschlossenen Seiten auf dem
Uni- Server (userpage.fu-berlin.de) einstellen. Leider steht derzeit noch
nicht fest, unter welcher URL künftig meine kostenlosen Internet-
Services erreichbar sein werden.
Zumindest für die viel besuchten Seiten wie Link- Sammlungen, Medien-
Links, BSE- Infos und Chroniken soll es aber demnächst anderenorts
weitergehen. Ich empfehle dann die Suche bei
Google mit den Stichworten
"Dittberner", "Homepage" und "khd" nach dem neuen Pfad.
Das Magazin "t-off" muß hingegen voraussichtlich aufgegeben werden.
Es sei denn, es findet sich doch noch kostenloser Webspace für das
sehr umfangreiche Archiv. [mehr]
15.11.2003 (khd). Hm, AltaVista und Google sind nicht mehr das, was sie einmal waren. Am 5. Oktober 2003
habe ich bei beiden meine neue Homepage zum Indizieren
aufgegeben. Auch nach 6 Wochen haben diese kommerziellen Such-Artisten noch immer nicht
ihren Job getan. Denn der heutige Suchanfrage- Test ergab: Keine Seiten
gefunden.
[mehr]
BERLIN 10.4.2003
(khd). Es sei nicht klug, sich jetzt ein Haus zu bauen oder zu kaufen.
Denn das Risiko, den größten Teil des sauer verdienten Geldes zu
verlieren sowie sich total zu verschulden, ist enorm. So warnen Kenner der
Baubranche die vielen potentiellen Häuslebauer, die noch dieses Jahr
die staatliche Förderung kassieren wollen.
Die deutsche Baubranche sei von Abzockern, die den schnellen Euro machen
wollen, regelrecht durchseucht. Wollen Bauherren ihr Geld später wg.
produziertem Pfusch zurückhaben, dann gehen solche Unternehmen einfach
in die Pleite.
30.7.2003 (khd). Heute demonstrierte
Stern-TV einige typische Beispiele,
wie Häuslebauer von Bau- Abzockern in den Ruin getrieben worden sind.
Gerichtliche Hilfe war nicht mehr möglich.
BERLIN 12.3.2003
(khd/info-radio). Die Berliner
Verkehrsgesellschaft (BVG) will die Tarife
im Nahverkehr revolutionieren. Mit dem E-Ticket einer SmartCard mit
Chip soll in den nächsten Jahren mehr Geld in die Kassen des
maroden Unternehmens gespült werden. Funktionieren soll das so
ähnlich wie bei der
Lkw-Maut auf Autobahnen.
Alle Zeitkarten sollen abgeschafft werden. Der BVG- Kunde soll dann
für jeden tatsächlich gefahrenen Kilometer bezahlen. So 20
Cent/km sind in der Diskussion. Beim Aussteigen aus Bus oder Bahn wird der
Fahrpreis sofort elektronisch vom E-Ticket abgebucht. Das sei gerechter,
heißt es in BVG- Kreisen. Ob sich die Berliner für die teure
digitale Spielerei begeistern können, bleibt abzuwarten. 2006 soll es
soweit sein.
So wird es auch sein, wenn die BVG-Fantasien Wirklichkeit werden sollten. Natürlich
werden diese E-Tickets falsch buchen, man wird's wie üblich mit
Software- Problemen entschuldigen. Und der Kunde wird seinem Geld hinterherlaufen
müssen. Nein, so gerecht muß es im öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) mit
den Tarifen nicht zugehen. Bezahlbar müssen sie sein. Die öffentliche Hand wird
den ÖPNV immer aus Steuermitteln unterstützen müssen, denn das preiswerte
Transportieren von Menschen in einer großen Stadt ist die originäre
Aufgabe des Landes. Es ist eine Illusion, zu glauben, man könne den ÖPNV zum
Vorteil der Kunden total privatisieren.
DÜSSELDORF 10.2.2003 (khd). Einige deutsche
Zeitungsverlage wollen das Internet neu erfinden. Denn sie befürchten
Einbußen bei den Werbeeinnahmen, wenn von Web- Seiten Dritter direkt
auf ihre Artikel gelinkt wird (deep linking). Sie wünschen nur eine
externe Verlinkung bis zu ihrer mit Werbebannern gespickten Homepage
(Startseite). Der Nutzer solle sich von dort dann selbst zum
gewünschten Artikel durchklicken.
Internet-Kenner der ersten Stunde allerdings schütteln den Kopf und
fragen sich, warum garnieren die Verlage denn nicht auch ihre Artikel-
Seiten reichlich mit lukrativen Werbebannern? Ansonsten müsse ja kein
Zeitungsverlag im Internet präsent sein. Das weltweite Netz
könne sehr gut auf Angebote von Verlagen ohne Internet- Durchblick
verzichten, heißt es.
Die Zeitungsverlage maulen nun und überlegen, ob sie ihre Infos nur
noch per Bezahlung zugänglich machen werden.
WIESBADEN 20.12.2002 (khd/info-radio). Es kam, wie es kommen
mußte: Teuro ist das Wort des Jahres 2002. Das gab heute
der Vorsitzende der Gesellschaft für deutsche Sprache
[Mai 2002:
Zur Debatte um den Euro]
[Von der Mark zum
Euro Die Geschichte des Euro]
BERLIN 4.12.2002 (khd). Zur Gefahr durch das
krebserregende Acrylamid, das sich
wie berichtet beim
Frittieren, Backen und Braten von stärkehaltigen Nahrungsmitteln wie
Kartoffeln oder Mehlen bilden kann, verkündet heute das
Verbraucherschutzministerium in Berlin für ihr
Acrylamid-Minimierungskonzept erste positive
Ergebnisse.
[mehr]
Die rot-grüne Bundesregierung hat bislang jegliche
Veröffentlichung der Acrylamid- Meßwerte mit dem Hinweis auf
mögliche Schadensersatzklagen der Wirtschaft abgelehnt. Erst im Juli
hatte aber das Bundesverfassungsgericht
entschieden, daß die Bundesregierung sehr wohl Warnhinweise
für Verbraucher mit konkreter Nennung der Firmen- Namen
veröffentlichen darf. Unterdessen nennt die Verbraucher-Zentrale
Hamburg (VZHH) Roß und Reiter und die gemessenen
Acrylamid-Werte vieler Fertigprodukte.
Und Foodwatch publiziert den
Acrylamid-Gehalt von
Weihnachtsgebäck.
[Wie entsteht
krebserregendes Acrylamid in Lebensmitteln?]
KARLSRUHE 15.11.2002
(khd/info-radio).
Seit heute stehen im Internet alle seit dem 1. Januar 2000 vom
Bundesgerichtshof (BGH)
gefällten Entscheidungen zum Download zur privaten Nutzung zur
Verfügung. Ältere Urteile müssen weiterhin schriftlich
bestellt werden. Das BGH hatte diesen Schritt zu mehr Transparenz in der
Rechtssprechung vor 2 Jahren angekündigt.
Mit einer Suchfunktion können Besucher der BGH- Website gezielt nach
Aktenzeichen oder Datum suchen oder per Volltextsuche Übersichten zu
einem bestimmten Stichwort erstellen. Wer bei der Suche in den gut 5.000
Dokumenten fündig wird, kann sich dann den Volltext der Karlsruher
Entscheidung als PDF- Datei herunterladen.
BOLOGNA 20.10.2002 (khd/nano). Die Studie der
Weltgesundheitsorganisation WHO zur
Gesundheitsgefährdung durch gepulste Handy- Strahlung ist noch nicht
abgeschlossen. Anfang Oktober stellte eine italienische Forschergruppe um
Fiorenzo Marinelli auf dem International Work- shop on Biological Effects of
Electromagnetic Fields eine alarmierende Untersuchung vor, die
inzwischen im New
Scientist publiziert wurde.
Am National Research Council in Bologna wurden Leukämie- Zellen mit
elektromagnetischen Feldern von 900 MHz und 1 mW Leistung, wie sie beim
Mobilfunk üblich sind, bestrahlt. Diese Bestrahlung regte die Zellen
zur Vermehrung an. Nach 24 Stunden waren zwar zunächst 20 % weniger
Leukämie- Zellen in der Probe als in einer nicht bestrahlten Referenz-
Probe. Aber nach 48 Stunden Bestrahlung stellten die Forscher fest,
daß sich die Leukämie-Zellen in der bestrahlten Probe stark
vermehrt hatten.
Der JU-Chef Philipp Mißfelder (23) sagte gestern im Interview dem
Tagesspiegel (3.8.2003,
Seite 8) auf die Frage, was in der Gesundheitspolitik noch
zum Nötigsten zähle: Ich halte nichts davon, wenn
85jährige noch künstliche Hüftgelenke auf Kosten der
Solidargemeinschaft bekommen. Das ist eine reine Frage der
Lebensqualität. Das klingt jetzt zwar extrem hart, aber es ist doch
mal so: Früher sind die Leute auch auf Krücken
gelaufen.
Alte sollen auf Krücken laufen.
Ph. Mißfelder (CDU)
Wer im Glashaus sitzt, der...
12.10.2003 (khd). Wer im Leben alles nur nach den
entstehenden Kosten beurteilt, der läuft Gefahr auf eine total schiefe
Bahn zu kommen argumentativ... Denn die 16 Millionen Alten
hierzulande (älter als 60 Jahre) können den jüngeren
Jahrgängen eine Gegenrechnung aufmachen.
BERLIN 10.5.2003 (khd). Der Service der
Deutschen Bahn (DB) ist nach wie vor
miserabel, auch wenn der Schienen- Monopolist anderes erzählt. Ein
Beispiel: Der Gepäckservice. Früher konnten die Bahn-Kunden ihre
Koffer und Räder direkt vor Reiseantritt bei der Bahn aufgeben. Sie
reisten dann mit dem Fernzug wie noch heute beim Fliegen mit.
Und nach der Ankunft am Zielort konnte das Gepäck sofort abgeholt und
mitgenommen werden.
Das geht heute im Jahr 2003 so nicht mehr. Denn die Bahn hat
inzwischen den Gepäck- Transport total ausgesondert an den Hermes
Versand Service (und damit vermutlich auf die Straße verlagert).
Dieser holt zwar das Gepäck von zu Hause ab, kann es aber am Zielort
erst nach 25 Werktagen ausliefern. Das heißt dann
DB- Kuriergepäck und ist nur nach einigen europäischen
Ländern (Österreich, Schweiz, Frankreich, Südtirol und
Luxemburg) möglich. Auch im aktuellsten Prospekt der Bahn
Schicken Sie Ihr Gepäck doch in den Urlaub (Stand: Mai
2003) kommen Nachbar-Länder wie Polen, Schweden, Finnland, Dänemark oder
Tschechien nicht vor.
Auslands-
service grenzenlos bequem.
Sagt die Bahn, aber...
Dennoch heißt es im DB-Prospekt: Auslandsservice grenzenlos
bequem. Spötter sagen, daß das nur gelte, wenn man mit dem
eigenen Auto reise. Durch den Verzicht der Bahn auf Gepäckwagen bzw.
Gepäckabteile in ihren Zügen seien zwar mehr lukrative
Sitzplätze möglich, aber der Service für den Bahn- Kunden
bleibe auf der Strecke.
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Nachdenkbedarf für die Bahn
15.5.2003 (khd). Die Bahn beklagt einen Kundenschwund. Kein Wunder.
Streicht doch der Noch-immer-Monopolist bewährte Dienstleistungen am
laufenden Band. Demnächst sollen nun sogar die Speisewagen in den
Fernzügen aufgegeben werden. Sie werden nicht ausreichend genutzt,
heißt es bei der Bahn.
Illusion hoch Drei
20.7.2003 (khd). Na klar, mit digitaler Technik kann man ja fast alles machen
aber auch 'ne Menge Blödsinn. Wir erleben das ja derzeit schon bei der Privatisierung
der Telekommunikation: Abzocke hoch Drei per 0190er- Nummern, per Dialer und jede Menge
Schwachsinns- Spam in der E-Mailbox usw. Und bislang haben sich die Aufsichtsbehörden
als nicht fähig erwiesen, dagegen etwas Wirksames zu unternehmen.
Derzeit laufen deswegen sogar Klagen durch die Gerichts- Instanzen. So klagt
z. B. das Düsseldorfer
Handelsblatt der Holtzbrinck- Gruppe (Zeit, Tagesspiegel) gegen den
Internet- Suchdienst Paper- Boy. Demnächst soll der
Bundesgerichtshof (BGH)
höchstrichterlich entscheiden, ob die Internet- Norm der HyperLinks in
der Form des Deep Linkings gegen das deutsche Urheber- und Wettbewerbsrecht
verstößt.
Auch in den USA gibt's Ärger wg. Deep Linkings.
[Heise-Artikel dazu]
Abgeblitzt
15.7.2003 (khd). Die Karlsruher BGH-Richter haben entschieden: Es
sei nicht wettbewerbswidrig, durch Angabe eines HyperLinks auf Artikel
zuzugreifen, die sowieso öffentlich zugänglich sind. Wer das
Internet für Angebote nutzt, muß auch die Beschränkungen in
Kauf nehmen, die sich aus dem Allgemein- Interesse der
Funktionsfähigkeit des Internets ergeben. Das Deep Linking sei im
übrigen nur eine technische Hilfe, die das umständliche manuelle
Eingeben der URL erspare.
Offensichtlich ist es inzwischen der Regierung gelungen, einige Betriebe
davon zu überzeugen, den Acrylamid- Gehalt ihrer Produkte durch
Modifikation der Produktionsprozesse zu senken. Allerdings teilte die
Bundesregierung weder Hersteller noch die Produkte mit, die nun einen
geringere Acrylamid- Konzentration aufweisen. Immerhin berichteten
Boulevard- Zeitungen, daß in Kartoffel- Chips bis zu 3680
Mikrogramm/kg und in Pommes frites bis zu 3920 Mikrogramm/kg gefunden
wurden. Die WHO hält eine Aufnahme
von 1 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht und Tag für
tolerierbar.
1000 amtliche Proben getestet
Verbraucher erfahren
aber keine
Acrylamid-Ergebnisse.
[Acrylamid:
Praktische Tips für den Haushalt]
[VZHH: Acrylamid-Belastung von Produkten]
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