NEW YORK/BERLIN 28.6.2002 (khd/sp). Offensichtlich setzen in Zeiten der Markt- Bereinigung immer häufiger erfolglose Manager auf ein kriminelles Lug&Trug statt auf solide, ehrliche Leistung. Zwar ist es Unternehmen von jeher möglich, beim Bilanzieren zu tricksen, aber es verblüfft nun doch: Obwohl die USA angeblich die besten Bilanz- Regeln der Welt (US-GAAP) haben, häufen sich im Land der unbegrenzten Möglichkeiten Enthüllungen von Betrügereien bei den Unternehmens- Bilanzen.
War es unlängst noch der Energiehändler Enron, ist es jetzt der Telekom- Konzern WorldCom. Mit krimineller Energie soll er seine Bilanz von 2001 gleich um 3,85 Mrd. $ geschönt haben. Der Trick: Normale Ausgaben (Kosten) wurden als abschreibbare Investitionen gebucht. Sonst hätte der hoch verschuldete Global Player Verluste ausweisen müssen. Den Wirtschaftsprüfern von Andersen war auch dieser Bilanz- Betrug nicht aufgefallen. Die US-Aufsichtsbehörde SEC spricht von einer nie gesehenen Größenordnung. [mehr]
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| Enron war kein Ausnahmefall | |
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Fred Dickson, Marktstratege bei D. A. Davidson. |
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In den USA ermittelt inzwischen die Börsen- Aufsicht SEC gegen Global Crossing, Qwest und sogar gegen General Motors (Opel). Erwischt oder verdächtigt werden neben Enron auch noch Xerox, Computer Associates, Network Associates, Comroad und der Pharma- Gigant Merck. [Weitere Skandal-Firmen]
[06.02.2002:
WorldCom: Der Absturz des Telekom-Stars]
[13.03.2002:
A perfect storm has hit the telecom business]
[26.06.2002:
Bilanzskandal bei WorldCom Schlimmer als Enron]
Unterdessen wurde durch Berichte von Washington Post und Wall
Street Journal bekannt, daß die US-Banken Citibank und JP Morgan
Chase kräftig beim Verschleiern der
Enron- Defizite vor den Aktionären mitgewirkt haben.
Um die immer größer werdenden Schulden zu verschleiern, wurden
hoch komplizierte Finanzierungsmodelle gebastelt, die einzig zum Ziel
hatten, Investoren zu täuschen [mehr]. Wie soll da
nur wieder Vertrauen entstehen? Und ist so etwas auch in Deutschland
möglich? Das Geschäftsgebaren der BankGesellschaft Berlin
läßt grüßen...
[31.07.2002:
Vom Raubrittertum der Top-Manager]
Im Berliner Tagesspiegel
geben heute Finanzwissenschaftler um Prof. Bernd Huber (München)
einen Einblick in die Berliner Finanzkrise: Der
Schuldenstand hat sich von 1991 bis 2001 von 8 Mrd. Euro auf knapp 38,5
Mrd. Euro fast verfünffacht. Massiv zugespitzt hat sich aber
die Haushaltslage durch riesige Schlampereien bei der
erst 1994 gegründeten landeseigenen Bank-
Gesellschaft Berlin und deren Töchter, bei denen fast schon
wöchentlich neue Risiken auftauchen.
Selbst wenn diese Risiken nur in einem moderaten Ausmaß
eintreten, müßten die jährlichen Ausgaben der Stadt
zusätzlich um 2,23,3 Mrd. Euro reduziert werden, was
kaum als realisierbar gilt. Realistisch sei deshalb eine Kombination von
Einsparungen und einer Bundeshilfe, um die
eklatante Haushaltsnotlage zu beseitigen. Auch Berlins
Landesrechnungshof sieht nur noch sehr begrenzte
Sparpotentiale.
Ohne massive Hilfen des Bundes könne Berlin seine Finanzen
nicht konsolidieren, heißt es im Jahresberichts 2002.
Eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht muß ins Auge
gefaßt werden.
Immerhin wurde nach 1990 die teilungsbedingte Hilfe des Bundes von der Kohl-
Regierung binnen 5 Jahren viel zu schnell zusammengestrichen. Seit 1995
nimmt Berlin wie jedes andere Bundesland am Länder-
Finanzausgleich teil. Von den 20 Mrd. DM, die der
Bund noch 1991 zahlte, blieben 1995 noch 11 Mrd. DM übrig.
Andererseits sind Ex-Berliner Großunternehmen wie Siemens, Daimler-
Benz, AEG- und Lorenz- Nachfolger sowie die Börse nach der Deutschen
Einheit nicht in dem Umfang zurückgekehrt, um Berlins Wirtschaftskraft
(auch durch Gewerbesteuer- Zahlungen) nachhaltig stärken zu können.
Was Ökonomen zur Lage der Stadt im Jahr 2002 sagen:
Überdimensionierte Hauptverwaltung: Denn nur in der
Bauverwaltung, der Schulverwaltung und bei den Gesundheitsbehörden
kann in Berlin ein überproportionaler Personalbestand konstatiert
werden nicht aber bei den Bildungseinrichtungen selbst (Hochschulen,
Schulen, Kitas).
Länder-Finanzausgleich: Dieser ist derzeit nicht
unbedingt gerecht organisiert. So ist beispielsweise das teilungsbedingte
Ausbluten der Berliner Industrie (nach dem Mauerbau von 1961) kaum
berücksichtigt.
Verfassungswidriger Haushalt: Der Berliner Doppel- Haushalt
2002/03 verstößt klar gegen das Grundgesetz, da die dort mit
rund 10 Mrd. Euro vorgesehene Neu- Verschuldung die mit 1,9 Mrd. Euro
geplanten Investitionen übersteigt also zu rund 81 % konsumiert
werden soll. Die Bundesregierung müßte nun eigentlich aktiv
werden.
BankGesellschaft Berlin: Hunderte Kleinaktionäre des
maroden Finanzkonzerns machten bei der Hauptversammlung am 19. Juli 2002
ihrem Ärger Luft. Vor der Tür des Berliner ICC demonstrierten
wütende Steuerzahler gegen die Plünderung der Stadtkasse. Und
die Initiative
Berliner Bankenskandal veröffentlichte die Namen von
Anlegern, die sich an umstrittenen Immobilien- Fonds der
BankGesellschaft
Berlin beteiligt haben. [mehr]
[Chronik des Berliner Banken-Skandals]
Östlich der AVUS, die den Grunewald teilt, gibt es noch um die 10 Millionen
Quadratmeter Wald. Diese ließen sich trefflich zu viel Geld machen, sagen die
Spatzen. Denn holze man einen Teil der Bäume ab und parzelliere das ganze Gebiet,
dann könnten sich viele Besserverdienende für ein stadtnahes Wohnen im
Grünen unter Kiefern an der malerischen Grunewald- Seenkette erwärmen. Immerhin
könnten der Verkauf der Grundstücke (und des Holzes) einige Milliarden Euro
in die leere Stadtkasse spülen.
Natürlich wäre ein solch großer Verlust an Natur und Naherholungsgebieten
äußerst schmerzlich. Auch habe der Wald eine besondere Bedeutung für ein
gesundes Stadtklima, werden Ökologen einwenden. Denn in Berlin herrschen vorwiegend
westliche Winde und der große Grunewald liege nun einmal im Südwesten vor der
Metropole. Aber die Spatzen sagen da nur: Das hätten sich Eure famosen
Politiker mal früher überlegen müssen, daß sie mit ihrem
fahrlässigen Handeln so viel Schaden anrichten werden. Ein abgeholzter
Grunewald stelle insofern nur ein riesiges Mahnmal dar, nicht noch einmal das Geschick der
Stadt in die Hände von Politikern minderer Qualität zu legen, wissen die
Spatzen. [2006: Voilà!
Die Holzauktion beginnt...]
CANBERRA 17.6.2002 (khd/sp). Die TV- Serie
Star Trek (Raumschiff Enterprise) ist noch unvergessen.
Konnten sich doch Captain Kirk und seine Crew per Beamen
schnell und problemlos an jeden Ort transportieren lassen alles
Science- fiction, meinten wir.
Wissenschaftler von der Australian National University (Canberra) sind der
Möglichkeit des Beamens von Materie nun doch einen (kleinen) Schritt
näher gekommen. Dem Team um den Physiker Ping Koy Lam gelang jetzt
ein Durchbruch beim Teleporting: Sie haben, so berichtet die
Universität, einen Laserstrahl von einer Ecke ihres Labors in die
andere versetzt.
Das Team wandte die Quanten- Verschränkung bei einem Laserstrahl an,
der ein codiertes Radiosignal enthielt. Nachdem sie den
ursprünglichen Strahl aufgelöst hatten, konnten ihn die Forscher
an einer anderen Stelle samt der enthaltenen Information wieder erscheinen
lassen. Wir haben demonstriert, daß wir eine Milliarde von
Photonen gleichzeitig zerstören können, um sie anderswo neu zu
erschaffen, sagte Lam der Zeitung The Australian. Die
Wissenschaftler wollen sich demnächst am Teleporting von Atomen
versuchen.
Dänischen Forschern um Brian Juulsgard war es bereits 2001 gelungen,
den Quantenzustand von Cäsium- Atomen für 1/2 ms über eine
Distanz hinweg zu übertragen, wie sie in
Nature
berichteten.
Das nächste Ziel sei den verschränkten Zustand für eine
längere Zeit aufrechtzuerhalten und auch feste Körper in den
korrelierten Quantenzustand bringen. Man erhofft sich davon einen Schritt
in Richtung quantengesteuerter Computer.
[00.06.2001:
Zur Teleportation von Bewegungszuständen]
TOKIO/BERLIN 15.6.2002 (khd/heise). Endlich kommt nun Bewegung
ins Aufnehmen von Fernseh- Programmen. Mit digitaler Technik sollen
Videorecorder (VCR) jetzt wirklich intelligent werden. Zwar hatte die
Industrie zur optimaleren VCR- Steuerung das VPS- Signal erfunden. Es
waren dann aber vor allem die privaten TV- Sender, die dieses bewußt
hintertrieben und das VPS nicht korrekt einsetzten. Die Wünsche der
Konsumenten waren ihnen egal. So sendeten sie während der
Werbeblöcke nie ein VPS-Stopsignal für Videorecorder. Die Folge
bei den frustrierten Nutzern: Oft paßte der Film-Film
oder andere Sendungen nicht mehr auf die VHS-Cassette. Das Ende fehlte.
Mit diesem extrem unfreundlichen Akt wird mit dem Einzug raffinierter
Digital- Technik bei den Videorecordern Schluß sein. Die
amerikanische Firma TiVo macht es vor.
Sie hat digitale VCRs mit integriertem Programm- Service entwickelt, die
kaum noch Wünsche offen lassen. So können damit die
Werbeblöcke beim Aufnehmen übersprungen werden und auf Wunsch
automatisch etwa alle Folgen der Lieblings- Fernsehserie aufgezeichnet
sowie Termin- Änderungen berücksichtigt werden.
Nach Sony will demnächst auch Toshiba solche digitalen Videorecorder
mit Festplatte und dem integrierten Programm-Service von TiVo auf dem
amerikanischen Markt anbieten. Die Geräte sollen 399,99 Dollar
kosten. Hinzu kommen noch die Gebühren für den Programm- Service
von einmalig 249 Dollar und monatlich 12,95 Dollar. Wann solche Recorder
in Europa angeboten werden, steht noch nicht fest. Es wird erwartet,
daß die ersten Geräte Ende August des nächsten Jahres auf
der IFA 2003 in Berlin zu sehen
sind.
[13.07.2002:
Digitale Videorecorder bedrohen das Free-TV]
BERLIN 14.6.2002 (khd/p3).
Nach der Lückenschließung des Berliner
S-Bahnrings baut die Bahn (DB
Verkehrsbau) gleich weiter. Und so muß vom 16. Juni bis 12.
Oktober der zentrale Nord-Süd- Tunnel der
S-Bahn zwischen
Yorckstraße und Nordbahnhof gleich für 4 Monate durchgehend
gesperrt werden. Dort sollen u. a. die Gleisanlagen und der untere
Bahnhof Friedrichstraße grunderneuert werden. Die
Fahrgäste sollen hauptsächlich auf den Ring umsteigen.
Es werden zwar von der Bahn auf viel bedrucktem Papier
Umfahrungsmöglichkeiten für die gesperrten Bereiche
angeboten, aber das Gelbe vom Ei ist das alles nicht. Auch
Busse und U-Bahnen können den
S-Bahn- Ausfall kaum kompensieren. Denn angesichts der vielen
Änderungen verliert der Bahn- Kunde schnell den Durchblick. Und so
werden viele S-Bahnnutzer wesentlich mehr Zeit für ihren Umweg zur
Arbeit benötigen.
Das ganze Problem hätte aber deutlich entschärft werden
können, sagen Kenner aus Bürgerinitiativen (BI). In den 13
Jahre der Rekonstruktion des S-Bahnringes hätte die Bahn
natürlich auch die (früher vorhandenen) 4 zweigleisigen
Verbindungen zwischen Stadt- und Ringbahn am Ost- und Westkreuz
revitalisieren müssen. Zumindest ab 5. Juli hätten dann mit
Halbring- Zügen (Nordring + Stadtbahn bzw. Südring + Stadtbahn)
attraktive Alternativen zum Erreichen des Berliner Zentrums zur
Verfügung gestanden.
Und überhaupt: Diese Halbring- Schnellbahn- Züge seien sowieso
ein intelligentes Angebot für alle Kunden der Bahn, heißt es bei
den BIs. Bleibe nur zu hoffen. daß die Berliner das
planerisch beabsichtigte Verkehrschaos nicht der Politik bei
der Bundestagswahl im September in die Schuhe schieben. Oder hat etwa
doch die Bonner Politik zu wenig Geld für die Berliner S-Bahn
gegeben?
[mehr]
Die Fernbahngleise auf der Stadtbahn sind jetzt verschwenkt. Sie
führen nun durch die imposante neue freitragende leider zu kurz
geratene Kuppelhalle des
Lehrter Bahnhofs. Ab
morgen wird die S-Bahn zwischen Zoo und Friedrichstraße auf der
Stadtbahn für 12 Tage eingestellt, um auch diese beiden Gleise an die
Gleise des neuen Berliner Zentral- Bahnhofs anzuschließen.
18.7.2002 (khd/tsp). Der Ärger mit dem S-Bahnbetrieb auf dem
Ring geht weiter. Das neue elektronische Stellwerk am Nordkreuz fällt
mehrmals in der Woche aus. Und wenn es nicht gelingt die Computer sofort
wieder hochzufahren, bleiben die Züge einfach stehen. Denn beim
Ausfall der Computer gehen automatisch alle Signale auf Rot. Die
Fahrgäste sind supersauer verpassen sie doch alle Termine.
Über die eigentliche Ursache der Dauerpannen hüllt sich die Bahn
(noch) in Schweigen.
[mehr]
[S-Bahn:
Jahrelang getrödelt Nun endlich vollendet]
BERLIN 10.6.2002 (khd). Greenpeace hat heute in Berlin beim
Patentamt ein Patent auf
Currywürste angemeldet. Die Umweltorganisation will damit intelligent
gegen die abstruse Praxis bei bisher erteilten Gen- Patenten (Patente
auf Lebens- Vorgänge wie beim Brustkrebs- Gen) protestieren.
Greenpeace hat jetzt
entdeckt, daß Currywurst am besten mit einer 40 Grad
Celsius warmen Soße schmeckt. Wir haben sogar einen
gesundheitlichen Effekt nachweisen können. Denn wer Currywürste
ißt, hat einen erheblichen Lustgewinn und seine Stimmung hebt sich
deutlich, berichtet Sprecher Then. Man konnte das unlängst beim
Bundeskanzlers Gerhard Schröder im Fernsehen beobachten. Dieser hatte
beim Besuch von US-Präsident Bush im Berliner Tucher am
Pariser Platz eine Edel- Currywurst verspeist.
In der Patentschrift Heiße Würste mit einer
temperierten Soße ist nur ein technisches Verfahren zur
Herstellung von Currywürsten beschrieben. Im Gen- Bereich sind
ähnliche Verfahren problemlos patentiert worden. Im Fall einer
Patent- Erteilung könnte auch Greenpeace wie die Patent-
Inhaber in der Gen- Industrie jedwede Verwertung solcher Würste
sowie die Zusammensetzung der Soße kontrollieren und für die
Nutzung Geld (Lizenz- Gebühren) verlangen. Das haben die pfiffigen
Umweltschützer aber nicht vor. Da dürfte nun das Europäische
Patentamt durchaus etwas zu knabbern haben, ist aus
Patentanwaltskreisen zu hören.
19902002: Ring-Rekonstruktion.
20002002: Bau der Ring-Lücke (3 km).
Die 37 km lange Berliner Ringbahn verbindet die meisten Berliner Bezirke,
hat 27 Bahnhöfe, wovon 18 Umsteigebahnhöfe sind. Umgestiegen
werden kann in Straßenbahn und Busse sowie vielerorts in die
U-Bahn und in die legendäre
Stadtbahn, die die Hauptstadt von Ost nach West quert und den Ring in Ost-
und Westkreuz schneidet. Daneben existiert die Nord- Südbahn, die den
Ring in Gesundbrunnen im Norden und im Süden in Schöneberg und
Papestraße kreuzt. Diese soll jetzt im zentralen Teil um den Bahnhof
Friedrichstraße bis zum Herbst aufgemöbelt werden. Sie wird
deshalb 4 Monate gesperrt.
Aus der bisherigen S-Bahnlinie S 4 werden ab 16. Juni die neuen Linien S 41
(im Uhrzeigersinn) und die S 42 (fährt entgegen dem Uhrzeigersinn).
Dennoch fahren die Züge nicht wie vor dem Bau der Mauer immer im Kreis
herum (Fahrzeit 63 Minuten). Sie werden nach 1 bis 1 1/2 Runden zu
Endbahnhöfen außerhalb des Ringes geführt. Die moderne
Technik könne nämlich nicht aus 63 Minuten/x Züge einen
ganzzahligen Takt für den Ring bilden, sagt man bei der S-Bahn.
[Alles Wissenswerte über den
Ring]
[Aktuelle
Fahrplanänderungen]
[03.09.2007:
Berliner S-Bahnring unvollständig]
Insbesondere die Raumordnungsplanung zwischen Berlin und Brandenburg ist
in den letzten 12 Jahren katastrophal gelaufen. Erinnert sei nur an den
falschen Standort eines Großflughafens in Schönefeld. Und
daß sich in Ludwigsfelde
im Großstil Industrie ansiedeln durfte noch bevor eine
leistungsfähige ÖPNV- Direktverbindung nach Berlin eingerichtet
wurde, aber mit Hochdruck die B 101 ausgebaut wurde ist ein
planerischer Schildbürgerstreich der Brandenburger Regierung
sondergleichen.
[14.06.2002: Chaos vorprogrammiert Schlechte Planung
der Deutschen Bahn]
Wie ist das möglich? Es liegt an der verwendeten Warenkorb- Technik der Staats- Statistiker. Deren
Warenkorb besteht derzeit aus 750 einzelnen Waren und Dienstleistungen, deren Preise jeden Monat amtlich
in vielen Städten ermittelt werden. Die einzelnen Preise des Warenkorbs gehen aber in den
offiziellen Preisindex für die Lebenshaltung aller privaten Haushalte mit
unterschiedlichen Gewichten ein. Der Preisindex ist ein gewogener Mittelwert der ermittelten mittleren
Preise. Die Gewichte wurden nach einer Befragung von Verbrauchern (repräsentative Stichprobe)
festgelegt. Im ersten Quartal 2002 betrug danach die amtliche Teuerung der Waren im gesamten Statistik-
Korb 1,9 %. Im Mai kletterten die Preise im Schnitt nur um 1,2 % im Vergleich zum Mai 2001.
Der amtliche Warenkorb ist also wenig geeignet, um Änderungen bei den Preisen des täglichen
Bedarfs deutlich zu machen. Der Warenkorb der Staats-Statistiker hat die gesamte wirtschaftliche
Preisentwicklung im Blick. Diese wird im amtlichen Verbraucherpreisindex (VPI) dargestellt, und da spielen Alltagsgüter wegen der
kleinen Gewichte eine ganz geringe Rolle. Um eine etwaige Teuerung bei diesen Gütern durch die
Einführung des Euro aufzuzeigen, hätte das Statistische Bundesamt rechtzeitig einen reduzierten
Index berechnen müssen, was aber politisch nicht gewünscht war.
Das IW nahm daher jetzt jene gut 100 Warengruppen, die in den Korb der Bundesstatistiker eingehen,
genauer unter die Lupe und filterte jene 28 Gruppen heraus, in denen es zu großen
Preissteigerungen (> 2,5 %) gekommen war. An der Spitze der Teuerung steht danach Gemüse mit
einem Plus von 14,3 %. Flugreisen seien um 11,4 %, Molkereiprodukte und Bier um je 7 %, Brot und Fleisch
um jeweils 4,1 % teurer geworden. Die Preissteigerungsrate dieses verkleinerten Warenkorbs beträgt
im Mittel 4,8 %. Die Preise aller anderen in der Gesamtrechnung enthaltenen Güter stiegen im ersten
Quartal 2002 lediglich um rund 1,1 %. Der Teuro- Warenkorb macht aber nur rund 23 % des Gesamtpakets aus, so daß sich
näherungsweise für den Gesamt- Preisindex ergibt:
[(0,23 x 4,8 %) + ((1-0,23) x 1,1 %)] / (0,23 + 0,77) = rund 1,9 %.
Mehr zu diesem Thema:
BERLIN 22.5.2002 (khd/bild). Wenn auch
inzwischen die
EU-Kommission in Brüssel einräumen mußte, daß es mit
der Euro- Einführung in einigen Ländern zu Verteuerungen gekommen
ist, tut sich deutsche Politik schwer. Bereits die Kohl- Regierung hatte
keinerlei Maßnahmen getroffen, um einer Abzockerei wirksam begegnen
zu können. Das sind nur einige Schwarze Schafe,
heißt es heute. Man hofft ganz offensichtlich bei Regierung und
Opposition, daß sich Volkeszorn schnell wieder verflüchtigt.
BILD nennt die Erwischten beim Namen: OBI (25 kg Buddelsand von
4,95 DM auf 3,49 Euro), Globus- Baumarkt (Autobatterie von 44 DM auf 38,30
Euro), Gemeinde Gosberg (Hundesteuer von 30 DM auf 25 Euro), eine
DEA- Tankstelle (Felgenreinigung von 5 DM auf 3,50 Euro) usw.
So müssen sich vor allem
CDU/CSU- Politiker (z. B.
Ex- Finanzminister Waigel) die Frage stellen lassen, warum sie nicht damals
bei der Euro- Vorbereitung rechtzeitig Vorsorge ergriffen haben, um das
Publikum vor Geschäftemachern zu schützen. Aber auch Rot-
Grün hat den Kopf in den Sand gesteckt. Denn mit dem Wucher-
Paragraphen kann man nur wenig gegen die Abzocker ausrichten. Vermutlich
hilft nur noch der Internet- Pranger, d. h. das schonungslose
Veröffentlichen der schlimmsten Abzocker.
Die Verbraucher sind außerdem enttäuscht über die Union.
Denn die unionsgeführten Länder wollen jetzt im
Bundesrat das neue
Verbraucherinformations- Gesetz blockieren. Die Neuregelung sieht vor,
daß jeder Verbraucher bei allen Behörden das Recht auf freioen
Zugang zu Informations über Lebensmittel und andere Waren bekommen
soll. Was hat denn die Union dagegen?
[Der Euro ist doch ein Teuro]
[Bundesweiter Kaufstreik am 1. Juli
2002]
BERLIN 17.5.2002 (khd/ag). Nach jahrelangem Parteien- Streit
nimmt Deutschland nun doch noch den Tierschutz als Staatsziel ins Grundgesetz
auf. Der Artikel 20a des Grundgesetzes wird um 3 Worte ergänzt. Der
Staat schützt damit die natürlichen Lebensgrundlagen (Umweltschutz)
und die Tiere.
Damit hat es der Tierschutz im 3. Anlauf in die Verfassungg geschafft.
Zwar gehört die Formulierung von Staatszielen in die Kategorie
Schadet nicht nützt aber auch nicht viel, aber
dennoch wird dadurch der Tierschutz jetzt (ge)wichtiger. Bei künftigen
Gesetzesvorhaben und auch bei Gericht muß nun der
Tierschutz gegen die anderen Verfassungswerte abgewogen werden. So
könnte es leichter werden, endlich wirkungsvolle Gesetze gegen die
Massen- Tierhaltung zu
beschließen oder Tierversuche auf das unbedingt notwendige Maß
zu beschränken. Und auch beim Datenschutz sollte das schleunigst
nachgeholt werden. Auch dieser gehört in die Verfassung.
Diese radikale und durchaus noch umstrittene Theorie, die den Urknall nur
als Übergang zwischen zwei Phasen ansieht und die Existenz eines
Parallel- Universums annimmt, habe gegenüber dem bisherigen
Standardmodell der
Inflations- Theorie einige entscheidende Vorteile, sagen die Forscher.
Es erklärt beispielsweise, daß sich das Universum offenbar
beschleunigt ausdehnt, und zwar unter dem Einfluß einer bislang
rätselhaften, als Anti- Schwerkraft wirkenden
dunklen Energie. Zudem verursacht die
bisherige Theorie philosophisches Unbehagen, denn sie verrät nichts
darüber, was vor dem Urknall war. Aber bei der neuen Theorie ist es
mißlich, daß wir nie das Parallel- Universum sehen können,
da im Gegensatz zur Schwerkraft das Licht nicht von einer Brane zur anderen
wandern kann.
BERLIN 10.4.2002 (khd/ag).
Bekanntlich sitzen in den
Führungsetagen von Unternehmen nicht immer die Besten. Und das hat
dann im Zusammenwirken mit anderen Faktoren oft sehr dramatische Folgen:
BERLIN 30.3.2002 (khd). Die von der
Bundesregierung
propagierte freiwillige Selbstverpflichtung des Handels, die Preise in
Verbindung mit der Einführung des
Euro
nicht zu erhöhen, hat nicht überall funktioniert. Während
in Ländern wie Frankreich das sogar per Gesetz ein
Preiserhöhungsverbot anordnete kaum eine Teuerung eintrat, sind
hierzulande viele Preise im Einzelhandel und bei Dienstleistern wie
Kneipen, Reinigern, Imbißbuden und Friseure total aus dem Ruder
gelaufen. Manchmal wurde beim Preis quasi nur das Währungssymbol von
DM in Euro gewechselt, was dann einer Teuerung von 96 % entspricht.
Die deutschen Staats-
Statistiker in Wiesbaden sagen hingegen, daß es zu keiner
Preistreiberei gekommen ist. Die Preis- Indizes zur Ermittlung der
Inflation seien seit Dezember 2001 nur unwesentlich gestiegen
(so um die 1,8 %). Das mag auch so sein, denn sie arbeiten nun einmal mit
amtlich genormten Warenkörben. Und in diesen sind Produkte des
täglichen Lebens nur mit einem kleinen Anteil enthalten. Ein Otto
Normal, der noch ein richtiges Haushaltsbuch führt, ist da besser
dran. Er kann jetzt sehr schnell feststellen, was für ihn alles
teurer geworden ist und wo er vor allem nun nicht mehr einkaufen
wird.
[Euro in
Händen Mark im Kopf]
11.5.2002 (sp/khd). Nun hat
Finanzminister Hans
Eichel (SPD) doch noch mögliche Fehler bei der Euro- Umstellung
eingeräumt. Gastronomen und Dienstleister hätten
rücksichtslos die Preise nach oben getrieben und damit die Stimmung
verdorben.
[mehr]
14.5.2002 (sp/khd). Im ZDF-
Morgenmagazin hat heute Finanzminister Eichel sogar zum Boykott der
Preistreiber aufgerufen: Ich kaufe nicht dort, wo ich mich betuppt
fühle. Und wenn wir das alle so machen, dann wird sich das auch
wieder einpendeln. Der Handel ist
nun wütend über Eichels Aufruf. Unterdessen haben aber
Verbraucher- Zentralen im Internet
Schwarze
Listen publiziert, in denen die Euro- Preistreiber angeprangert
werden.
[mehr]
18.5.2002 (zdf/khd). Während sich inzwischen SPIEGEL-
Online über den Boykott- Hans lustig macht, berichtet heute
der ZDF- Länderspiegel
u. a. über ein weiteres Beispiel der 1:1- Umrechnung. Ein
Restaurant verlangt jetzt 25 Euro für ein Wiener Schnitzel bis
zum 31. Dezember 2001 kostet es noch 25 DM.
[mehr]
BERLIN 15.3.2002 (khd). Bereits im Herbst 2001 führte
die Bundesregierung im
Rahmen der BSE- Abwehr ein
allgemeines Bio- Siegel für ökologisch produzierte
Nahrungsmittel ein. Bisher gab es eine ganze Reihe von Öko-
Siegeln wie beispielsweise die Fleisch-
Die Preise sind gemessen an Preisen in Öko- Läden
sehr günstig. So kosten beispielsweise:
300 g Bio- Buttergemüse 99 Cent (3,30 Euro/kg),
250 g Bio- Butter 1,29 Euro,
200 g Bio- Sahne 59 Cent,
1 Liter Bio- Vollmilch 79 Cent,
500 g Bio- Vollkornbrot 65 Cent.
Bio- Fleisch wird allerdings nicht angeboten und wird auch künftig
nicht angeboten werden, da dieses auf dem Markt knapp ist.
[05.09.2001:
Bio-Siegel soll Öko-Produkte aus der Nische holen]
Nicht jede Digital-Technik ist auch
sinnvolle Technik, die wir alle wirklich brauchen.
Den Schwarzen Peter für die Unbeliebtheit der Geld-Karte schieben
Branchenexperten meist der Kreditwirtschaft zu, die ihr Produkt
bislang nur schlecht vermarktet habe. Selbst auf der OmniCard stellte so
mancher Teilnehmer erst während der Diskussionsrunde fest, daß
seine ec-Karte mit einer Bezahlfunktion ausgestattet ist. Es fehlte
die ISDN-Manfred-Krug-Kampagne, spottete daher Lutz Martiny,
Präsident von EuroSmart in
Brüssel. Schuld an der mangelnden Akzeptanz der Geld-Karte hat laut
Schmid aber auch das von der Industrie unterschätzte
Beharrungsvermögen der Verbraucher, der Händler und
der Automaten- Betreiber. Gegen diesen Markttrend habe man das
E-Portemonnaie nicht einfach durchdrücken können [Ed:
und das ist auch gut so].
Terminalhersteller, Netzbetreiber und vor allem die
Sparkassen hoffen nun auf den Siegeszug der Geld-Karte im
Automatengeschäft. Dort macht den Betreibern vor allem das Euro-
Münzgeld aus dem Ausland zu schaffen, das häufig unterschiedlich
schwer ist und selbst dadurch neue Automaten rasch überfordert.
Einsetzen läßt sich der virtuelle Geldbeutel beispielsweise an
5.000 Briefmarken-, 25.000 Zigaretten- und 26.000 Fahrkarten- Automaten der
Deutschen Bahn. Aufladen können die Verbraucher die Karten aber nicht
am Einkaufsort, sondern nur an Automaten der Banken. Daß
sich die Geld- Karten auch über Händlerterminals oder an den
prinzipiell darauf vorbereiteten Telefonsäulen aufladen lassen,
verhindert die Kreditwirtschaft bislang aus Sicherheitsgründen.
Die Bundesregierung will nun die Geld-Karte retten. Zigaretten aus
Automaten gibt's künftig nur noch per Chip-Karte. Das solle dem
Schutz der Jugend dienen, sagt man in Berlin. Dennoch sieht Hermann Eul,
Leiter Sicherheitstechnik beim Chip- Hersteller
Infineon die Gefahr am Horizont,
das Momentum zu verlieren. Denn mehrere große
Bankhäuser wie die Commerzbank gingen inzwischen dazu über, aus
Kostengründen die neuen ec-Karten ohne Geld-Karten- Chips auszugeben.
[05.01.1997: Groschen ade?]
BERLIN 12.1.2002 (heise/khd). Immer wieder wird das World Wide
Web (WWW) mit dem Internet gleichgesetzt. Aber im Internet gibt es noch
viel mehr zu entdecken. Die meisten
Internet- Dienste sind viel älter als das WWW mit seinen Links.
So auch tausende von Diskussions- Foren abseits der Hypertext-
Messageboards im Web: Das
UseNet mit seinen vielen Newsgroups ist bereits in den 70er- Jahren des
vorigen Jahrhunderts entstanden und funktionierte per
UUCP auch ohne das Internet.
Am Anfang des UseNets finden sich auch die erste Erwähnung einer
kleinen Firma namens
Microsoft,
Argumente für und gegen die neue
Compact Disc, Lob über die üppigen 64 kByte Hauptspeicher des
C64 von
Commodore, das Versprechen eines Verrückten mit Namen Stallman, ein
freies
Unix zu schaffen und die Verheißung einer grafischen
Oberfläche für DOS: MS-Windows will enable the user
to view unrelated application programs simultaneously, allowing data
transfer from one application program to another.
Die Forscher des CERN kündigten ihr
WorldWideWeb- Project ebenso im UseNet an wie Linus Torvalds sein
"minix-lookalike for AT-386
computers" später mit den Worten:
Are you finding it frustrating when everything works on minix? No
more all-nighters to get a nifty program working? Then this post might be
just for you :)
Mit Gier und Größenwahn in die Pleite
7.7.2002 (t-off). Der SPIEGEL (28/2002) schreibt zum Titel
Der neue Raubtier-
Kapitalismus im Heft vom 8. Juli 2002:
Größenwahnsinnige Manager und dramatische Finanzpleiten
bringen das US-Wirtschaftsmodell in Verruf und bedrohen weltweit die
Ökonomie. Ohne grundlegende Reformen könne sich die
Vertrauenskrise ausweiten. Denn was passiert, wenn sich Millionen Sparer
für lange Zeit vom Wertpapiermarkt abwenden? Keine Frage: Der
Kapitalismus muß reguliert werden.WorldCom ist pleite / Welche Rolle spielen Banken
22.7.2002 (t-off). Der US-Telefongigant
WorldCom Inc. hat gestern Abend
Konkurs angemeldet und damit Schutz vor den Gläubigern erreicht. Die
Schulden betragen 44 Milliarden Dollar. Von den 85.000 Mitarbeitern sollen
mindestens 17.000 entlassen werden. Wegen der WorldCom- Insolvenz brachen
heute weltweit an den Börsen die Kurse ein. Es ist die
größte Firmenpleite der USA.
[mehr]
25 Jahre Haft
13.7.2005 (t-off/info-radio). Der Ex-Chef-Manager Ebbers der WorldCom Inc. muß
für 25 Jahre ins Gefängnis. Das verkündete heute ein New Yorker Gericht,
nachdem ihm ein Bilanzbetrug in Höhe von 11 Mrd. $ nachgewiesen worden war. Ebber hatte
Mitarbeiter angehalten, die Bücher zu frisieren. WorldCom arbeitet heute unter dem Namen
MCI an der Sanierung.
BERLIN 25.6.2002 (khd/tsp). Für (mit-) denkende
Bürger war es schon vor 10 Jahren klar: Berlin ist pleite. Aber da
wollte das die Politik noch nicht wahrhaben. Es ist nun aber alles noch
viel schlimmer, wie wir heute so nach und nach erfahren. Die Große
Koalition aus CDU + SPD hat in den 90er- Jahren einen riesigen
Schuldenberg mit Langzeitwirkung produziert. Zwar will
der neue Senat (SPD + PDS) nun sparen daß es
quietscht (RegBM Klaus Wowereit). Aber den richtigen Durchblick
konnte bislang auch dieser Senat den Bürgern nicht vermitteln. Vieles
wurde da in den letzten Monaten schöngerechnet.
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Berlins Schuldenquote (Anteil der Schulden am erwirtschafteten
Brutto- Inlandsprodukt (BIP) steigt konstant an. Auch wenn es dem Senat
tatsächlich gelingen sollte, seinen Sparplan bis
2009 umzusetzen, steigt die Schuldenquote von knapp 50 auf rund 70
%, stellen die Experten fest. Aus dieser Schuldenfalle
kann sich Berlin nicht allein befreien. Zumal die derzeitigen
Senats- Planungen selbst noch mit erheblichen Risiken behaftet
seien (zu optimistische Steuerschätzung, fragwürdige
Privatisierungs- Erlöse, unsichere Einsparungen
bei den Personalausgaben, ungedeckte Landesgarantie von 21,6 Mrd.
Euro für die Bank- Gesellschaft Berlin bis 2032), heißt es
in der Zeitung. Die Schuldenquote könnte dadurch sogar auf abstruse
über 80 % getrieben werden.
Süd-
amerikanische Verhältnisse
Die hat Berlin unter der Führung Eberhard Diepgens (CDU) erreicht,
sagt der neue Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD).
[1: Die Finanzkrise kann Berlin nicht allein bewältigen]
[2: Vergleiche, die nicht weiterhelfen]
[3: Ideen aufgreifen, die es in Berlin längst gibt]
[4: Kumpanei mit ÖTV & Co]
[Berlin hat seine Finanzkrise selbst verursacht]
[Doppeletat 2002/03: Die Stadt spart an jeder Ecke]
Im Grunewald, im Grunewald ist Holzauktion...
28.6.2002 (khd). Ausgangs des 19. Jahrhunderts veranstaltete man im Südwesten
Berlins eine große Holzauktion. Denn ein Teil des nordöstlichen Grunewalds
(4676 Hektar betrug damals die gesamte Fläche des Grunewalds) wurde abgeholzt, um
zwischen Halensee und Bahnhof Grunewald Platz zu schaffen für die Villen- Kolonie
Grunewald. Das war damals ein Riesengeschäft... Und heute gibt es bereits Berliner
Spatzen, die angesichts der drohenden Riesenpleite Berlins von dem Wipfeln der Grunewald-
Kiefern pfeifen, daß es Überlegungen gibt, eine solche Holzauktion zu
wiederholen.
Die Forscher bedienten sich dabei des Phänomens der Quanten-
Verschränkung. In einen solchen Zustand versetzt, verhalten sich 2
Teilchen genau gleich auch über größere Distanzen
hinweg. Egal, wie weit die beiden Teilchen voneinander entfernt sind,
scheint ein Teilchen immer genau zu wissen, was das andere tut. Schon seit
1993 sehen Physiker in dieser Kopplung eine Möglichkeit, die
Teleportation von Materie zu realisieren.
Superschnelle Quantenrechner erhofft.
Von Physikern wie
Brian Juulsgard und
Ping Koy Lam.
[27.09.2001: Erster Schritt zum "Beamen" von Materie]
[27.09.2001: Physiker kommen dem Beamen näher]
[09.02.2002: Forscher wollen große Dinge beamen]
[17.06.2002: Physiker teleportieren einen Laserstrahl]
[14.09.2002:
Digitale Videorecorder auf dem Weg ins Wohnzimmer]
Die Strecke ohne Ende
Soll es wieder ab 2006 geben, wenn der
Lehrter Bahnhof fertig ist.
Dieser massive Eingriff in den Nahverkehr wird für viel Unmut und Zorn
unter den Fahrgästen sorgen, zumal außerdem noch bis zum 4.
Juli wegen des Gleisumbaus am künftigen zentralen
Lehrter Bahnhof
Streckensperrungen auf
der Stadtbahn mit reichlich
Umleitungen des Fernverkehrs notwendig sind. Im Berlins Innenstadt wird
ab nächster Woche das totale Verkehrs- Chaos ausbrechen.Zu viel auf einmal
21.6.2002 (khd). Der Berliner
Fahrgastverband IGEB nannte inzwischen
die entstandene Umbau- Situation eine klassische Fehlplanung
der Bahn und der anderen Berliner Nahverkehrsträger, zumal auch noch
Straßenbahnen im Zentrum Berlins wegen (anderer) Bauarbeiten
ausfallen. Die Bahn wolle zu viel auf einmal, heißt es. Und zudem
seien die Kundeninformationen chaotisch insbesondere
für Berlin- Touristen.War's wieder die Siemens-Software?
30.6.2002 (khd/tsp). Es kam, wie es wohl kommen mußte.
Gestern ging auf dem Berliner S-Bahnring fast nichts mehr. Es kam zu
erheblichen Störungen, heißt es im
Tagesspiegel. Die Ursache für die erste größere
Betriebspanne war
wieder einmal
ein Computer- Problem im Stellwerk. Der Zugverkehr war gestern Nachmittag
zwischen Jungfernheide und Gesundbrunnen erheblich eingeschränkt.
Mehrere Züge fielen ganz aus, was sich auf den Betrieb des gesamten
Rings auswirkte. Und so mußten viele Züge an auf Rot stehenden
Signalen lange warten.
[B.Z. am 30.07.2002:
So viele S-Bahn-Pannen gab's noch nie]
Wir wollen gegen die unsinnigen Patent- Bestimmungen angehen,
sagte Greenpeace- Sprecher Christoph Then. Denn seit einiger Zeit
können nicht nur Erfindungen, sondern auch
Entdeckungen im Bereich der Natur patentiert werden. Die
Gen- Industrie, die nun auch schon mal ein Mensch- Tier-Wesen zum Patent
anmeldet, hatte das durchgesetzt.
Heiße Würste mit einer temperierten
Soße
EU-Patentanmeldung
Nr. xxx. (das folgt)
BERLIN 9.6.2002 (khd). Berliner Politiker versprachen
immer, den öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) zum Wohle der Stadt
gegenüber dem Autoverkehr zu bevorzugen. Aber nach Wahlen taten sie
stets das Gegenteil. Und so mußten die Berliner nach der Deutschen
Einheit noch fast 12 Jahre warten. Am kommenden Sonntag, den 16. Juni ist
es aber endlich so weit. Nach über 40 Jahren der DDR- erzwungenen
Zwangspause ist der 125 Jahre alte
Berliner S-Bahnring wieder komplett. Zuletzt konnten Berliner Anfang
August 1961 mit der S-Bahn rund in Berlin fahren.
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Die letzte, rund 3 km lange Lücke im Norden Berlins zwischen den
Bahnhöfen Westhafen und Gesundbrunnen wurde jetzt für 54
Millionen Euro in einer reinen Bauzeit von 24 Monaten geschlossen. Bei der
Planung trödelte man hingegen 10 Jahre.
Vergleich der Bauzeiten
18671877: Bau des Gesamt-Ringes (37 km).
1.
Die Wiedereinführung von Halbringen durch den
vollständigen Wiederaufbau der Verbindungsgleise zwischen Stadt- und
Ringbahn in Ost- und Westkreuz.
[mehr]
2.
Ein wirklich fahrgastfreundliches Südkreuz Papestraße mit
Verbindungsgleisen zur Ringbahn, was aber offensichtlich nur als
Sparversion im Bau ist.
3.
Die Verbindung von Lichterfelde- Süd nach
Teltow und darüber
hinaus zum boomenden Industriegebiet
Ludwigsfelde im Land
Brandenburg mit der Option der Verlängerung nach
Trebbin (und evtl.
Sperenberg, falls dort doch noch ein Großflughafen für Berlin
gebaut werden sollte).
4.
Außerdem sollte ins Zentrum Teltows nicht nur
ein Abzweig gebaut werden, sondern von vornherein wie es die Planung
von vor dem 2. Weltkrieg vorsah eine S-Bahnverbindung von
Lichterfelde- Süd über Teltow- Stadt,
Stahnsdorf,
Dreilinden nach Wannsee. Eine solche Verbindung ist
angesichts der boomenden Besiedlung von Stahnsdorf, Dreilinden und
Kleinmachnow unabdingbar. Es ist ein schwerer regionalplanerischer Fehler,
daß dieses Projekt auch 12 Jahre nach der Wiedervereinigung noch
immer nicht angepackt worden ist. Und fehlendes Geld kann nicht als
Ausrede gelten, denn für eine derartige Zukunftsinvestition
dürfen durchaus Kredite aufgenommen werden.
5.
Die Friedhofsbahn von Wannsee über Dreilinden nach
Stahnsdorf (siehe auch Punkt
4) mit der Chance der Verlängerung bis
Beelitz.
6.
Den zweigleisigen Ausbau des Streckenabschnitts zwischen Lichterfelde- Ost
und Südende auf der S 25 bzw. S 26.
7.
Die Strecke von Spandau über
Falkensee nach Nauen
ins nordöstliche Brandenburger Umland.
8.
Die Strecke von Henningsdorf nach
Velten ins nördliche Brandenburger Umland. Bis 2006 soll hier
der S-Bahn- Betrieb, wie er bis 1961 bestand, wieder aufgenommen werden
[Ed-17.4.2004: das Land Brandenburg verzichtet auf diese Strecke, da das
Fahrgastaufkommen zu gering sei, heißt es].
9.
Die Strecke von Blankenfelde über
Rangsdorf und
Zossen nach
Wünsdorf ins südliche Brandenburger Umland.
10.
Die Strecke von Potsdam nach
Werder ins südwestliche Brandenburger Umland.
11.
Die Strecke von Erkner nach
Fürstenwalde ins östliche Brandenburger Umland.
12.
Die Strecke von Ahrensfelde nach
Werneuchen ins nordöstliche Brandenburger Umland.
13.
Die Siemensbahn von Jungfernheide durch Siemensstadt bis
Gartenfelde in der Stadt.
14.
Die Stammbahn als kürzere Verbindung von Zehlendorf
über Düppel /
Kleinmachnow
nach Potsdam.
15.
Die Strecke von Wannsee nach Beelitz-Heilstätten ins
südwestliche Brandenburger Umland.
16.
Die abkürzende Strecke von Jungfernheide über
Fürstenbrunn und Stresow nach Spandau bzw. vom Ring
(Westend) über Fürstenbrunn nach Spandau.
17.
Erwähnt sei auch noch die Strecke von Spandau über Staaken
nach Wustermark, auf die aber wohl verzichtet werden kann.
12.6.2002 (khd). Nach dem 2. Weltkrieg war man in Berlin
schneller: Bereits nach nur 1 Jahr der Reparaturen und Teilinbetriebnahmen
gab es am 18. Mai 1946 wieder einen durchgehenden Ringverkehr.
Heutigen Planern und Politikern fehlt solcher Elan. Oder sie hoffen darauf, daß
Autofahrer die S-Bahn- Defizite sowieso nicht bemerken. Und dabei sollen
doch Brandenburg und Berlin zu einem funktionsfähigen Bundesland
zusammenwachsen. Ohne eine leistungsfähige Schnellbahn (S-Bahn), die
weit ins Umland reicht, ist das aber nicht zu bewältigen.
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KÖLN 1.6.2002
(khd/sp).
Was Otto Normal längst an seinem Portemonnaie bemerkt hatte,
bestätigen jetzt Wirtschaftswissenschaftler des
Kölner Instituts für Deutsche Wirtschaft
(IW). Das berichtet gestern
Spiegel-Online. Otto Normal leidet also nicht unter
Halluzinationen, wie ihm die Bundesregierung einreden will.
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Die Forscher kommen zu dem Ergebnis, daß die von den Verbrauchern wahrgenommenen Preissteigerungen
seit der Einführung des Euro-Bargelds kein Hirngespinst sind. Im ersten Quartal 2002
hätten sich Waren und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs gegenüber dem Vorjahr um 4,8
% verteuert. Damit sei die gefühlte Inflation zweieinhalb Mal höher als der
offizielle Wert des Preisindexes des Statistischen
Bundesamts für das erste Quartal 2002. Dieser beträgt 1,9 %.
 
Wir haben uns zu sehr auf die Selbstverpflich-
tung des Handels verlassen, das war
möglicherweise ein Fehler.
Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) im Mai 2002.
[28.12.1998:
Die Gechichte des EURO] (khd-research)
[30.03.2002:
Der Euro ist ein Teuro] (khd-Page)
[11.05.2002:
Euro-Umstellung: Eichel räumt Fehler ein] (SPIEGEL ONLINE)
[15.05.2002:
Die Einzelhändler am Pranger] (SPIEGEL ONLINE)
[22.05.2002:
Euro-Abzockerei Politik wiegelt ab] (khd-Page)
[23.05.2002:
Teuerung: Die Wahrheit über den Euro] (DIE ZEIT)
[01.06.2002:
Spitzenreiter bei den Euro-Preiserhöhungen] (IW KÖLN)
[01.01.2004:
Euro wird Teuro-Image nicht los] (khd-Page)
[00.07.2006:
Entwicklung des Verbraucherpreisindexes seit 1990] (khd-research)
Das ist dann die Stunde von BILD.
Unvergessen ist noch immer, wie BILD im Sommer 1964 den Deutschen Bundestag
aus den Ferien holte und dieser die gerade erhöhten
Telefongebühren wieder senken mußte um 4 Pfennig pro
Einheit. Diesmal setzt die Boulevard- Zeitung den BILD-
Teuro-Sheriff Hauke Brost (53) gegen die Euro- Abzocker ein.
Dieser bekam schon weit über 1000 Hinweise auf unverschämte
Preiserhöhungen im Zuge der Euro- Einführung. Er erwartet
weiteren Input unter
euro-teuro@bild.de mit ganz
konkreten Angaben.
Es stimmt, ich habe die Euro-Einführung für eine
Preiserhöhung genutzt.
Erfuhr BILD von einem Euro-Abzocker.
Verbraucher-Interessen bleiben auf der Strecke
23.5.2002 (khd). Da haben die Politiker den Salat. Die Preis-
Abzockerei beim Euro wird im Wahlkampf eine Rolle spielen. Denn es sind
mehr als nur ein paar Schwarze Schafe, die beim Euro kräftig zulangen.
Und es sieht nicht so aus, daß der Markt die Preistreiberei zu
reparieren vermag. Immerhin sind nun schon fast 5 Monate seit der Euro-
Einführung vergangen.
Bislang hatte die Union diesen
Zusatz der Verfassung immer wieder verhindert. Heute beschlossen im
Bundestag Abgeordnete aller Parteien
(SPD + CDU + CSU + Grüne + FDP + PDS) mit der erforderlichen 2/3-
Mehrheit die Verfassungsänderung. Auch die Union stimmte mit
großer Mehrheit dem Antrag der
Bundesregierung zu.
Die Änderung soll noch im Sommer umgesetzt werden. Der
Bundesrat hat bereits seine
Zustimmung signalisiert.
Preiserhöhungen
wegen des
Tierschutzes
sind Abzockerei.
FDP-Vize Rainer Brüderle zur
B.Z.
PRINCETON 26.4.2002 (khd/tsp). Mit der neuen Theorie eines
zyklischen Universums versuchen die Physiker
Paul Steinhardt von der
Uni Princeton zusammen mit dem Mathematiker Neil Turok von der Uni
Cambridge die Entwicklung der Welt zu erklären. In der aktuellen
Ausgabe von Science
beschreiben sie ihre Überlegungen, die auf der M- und der
String- Theorie beruhen.
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Danach existieren nach der M- Theorie zwei membranförmige,
mehrdimensionale Universen (Branes), die sich in einem endlosen Zyklus
aufeinander zu bewegen und sich wieder ausbreiten. Bei der Kollision der
Universen erfolgt jeweils ein Urknall (Big Bang), wonach sich die Branes
neu formieren und sich wieder von einander entfernen. Es gibt keinen
Anfang und kein Ende. Immer wenn sich Materie und Strahlung in dem
aufgeblähten Raum extrem verdünnt haben, zieht sich das Universum
erst unmerklich, dann immer schneller zusammen, um schließlich in
einem weiteren Urknall erneut geboren zu werden.
Gott spielt Akkordeon
Paul Steinhardt, Physiker.
Bestandteile des Universums
BERLIN 20.5.2002 (khd). Nach unserem heutigen Wissen besteht derzeit das von uns
beobachtbare Universum nur rund 1 % aus leuchtender Materie, d. h. normale Materie, die in
Wechselwirkung mit Strahlung treten kann. Etwa 30 % ist sehr schwere dunkle Materie
oder Energie nach der Einstein- Gleichung E = m · c2, die zu keiner solchen
Wechselwirkung fähig ist. Deshalb können wir sie nicht sehen. Und der Rest von rund 69 % ist
Energie, die noch vom (letzten) Urknall herstammt.
Oktober 1961: Der renommierte deutsche Autofabrikant Borgward
meldet Konkurs an. Das Unternehmen steht vor einem Schuldenberg von rund
500 Millionen DM.
August 1982: Der deutsche Elektrokonzern AEG beantragt die
Eröffnung eines Vergleichsverfahrens. Weltweit steht der nach Siemens
zweitgrößte deutsche Elektronikkonzern mit rund 5 Milliarden DM
in der Kreide.
Großpleiten in Deutschland
Alle Schäden in Euro umgerechnet.
Stand: Mitte April 2002
Quelle: Mein Archiv + Internet-Recherchen.
Jahr
Firma
Branche
Schaden/
Verlust 1)Anm.
1961
Borgward
Autofabrik
0,3 Mrd. Euro
1982
AEG
E-Technik
2,6 Mrd. Euro
Vergleich
1986
Neue Heimat
Wohnungen
8,7 Mrd. Euro
1989
Co-op
Einzelhandel
0,9 Mrd. Euro
Vergleich
1994
J. Schneider AG
Immobilien
3,4 Mrd. Euro
1994
Balsam AG
Sportbeläge
1,1 Mrd. Euro
1996
Bremer Vulkan
Schiffsbau
?,? Mrd. Euro
2000
FlowTex
Bohrsysteme
0,8 Mrd. Euro
Betrug
2002
Phillipp Holzmann
Baukonzern
1,3 Mrd. Euro
2002
Fairchild Dornier
Flugzeuge
?,? Mio. Euro
2002
Herlitz AG
Büromaterialien
?,? Mio. Euro
2002
KirchMedia KGaA
Medien
7,0 Mrd. Euro
xxx
xxx
xxx
Mrd. Euro
1) Der tatsächliche Schaden hängt vom Verkaufserlös der Reste
ab.
September 1986: Zum symbolischen Preis von 1 DM erwirbt der Berliner
Großbäcker Horst Schiesser am 18. September 1986 das marode
gewerkschaftseigene Wohnungsbau- Unternehmen Neue Heimat mit 19.000
Wohnungen. Die Schulden werden auf 17 Mrd. DM geschätzt.
April 1994: Bauherr Jürgen Schneider stellt
Konkursantrag. Die Banken beziffern die Verbindlichkeiten des
Immobilienmaklers auf rund 6,7 Milliarden DM. Gegen den flüchtigen
Unternehmer Schneider eröffnet die Staatsanwaltschaft Frankfurt/Main
ein Ermittlungsverfahren. Schneider wird erst nach längerer Fahndung
in den USA inhaftiert.
Juni 1994: Balsam-Finanzvorstand Klaus Schlienkamp gesteht vor der
Staatsanwaltschaft Bielefeld umfangreiche Betrügereien und
Fälschungen. Dies führt zur Festnahme des gesamten
Balsam- Vorstandes. Die Balsam AG stellt im Juli Konkursantrag. Bei
der Eröffnung des Konkursverfahrens wird bekannt, daß sich die
Schulden nach einer Schätzung auf 2,5 Milliarden DM belaufen.
Februar 1996: Der größte deutsche Schiffbaukonzern,
Bremer Vulkan Verbund, beantragt ein Vergleichsverfahren. Doch das
Vergleichsverfahren kommt nicht zu Stande, der Anschlußkonkurs wird
eröffnet.
März 2000: Der Bohrspezialist FlowTex stellt einen
Insolvenzantrag. Die FlowTex- Gesellschafter Manfred Schmider und Klaus
Kleiser wurden zuvor wegen Betruges verhaftet.
21. März 2002: Nach tagelangen erfolglosen Rettungsversuchen
beantragt Phillipp Holzmann Insolvenz wegen Zahlungsunfähigkeit.
Der Baukonzern hatte 1999 schon einmal vor dem Aus gestanden. Aber
Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) half, die Pleite abzuwenden.
2. April 2002: Der zweitgrößte deutsche
Flugzeughersteller Fairchild Dornier ist pleite. Dem nach EADS
wichtigsten Unternehmen der deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie war es
in den vergangenen Wochen nicht gelungen, einen finanzstarken Investor
für die Produktion seiner weltweit anerkannten Regionalflugzeuge zu
finden.
2. April 2002: Weil die Banken die Kreditlinie nicht weiter
verlängern, ist der Vorstand von Herlitz (Berlin) gezwungen, das
Insolvenzverfahren über das Vermögen der beiden Gesellschaften zu
beantragen.
8. April 2002: Die KirchMedia KGaA stellt nach wochenlangen
Verhandlungen mit seinen Gläubigerbanken wegen
Zahlungsunfähigkeit einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht
München. Die Verbindlichkeiten des Unternehmens belaufen sich auf
rund 6,5 Milliarden Euro.
Teuerung durch den Euro
Einige Beispiele aus der Alltagspraxis
Stand: Mitte März 2002
Quelle: Kaufpreise aufgrund des eigenen Haushaltsbuchs.
Produkt
Preis
Anfang
2002Preis
Ende
2001Preis-
anstieg
um 1)
1 Curry-Wurst (Imbiß)
3,50 Euro
3,50 DM
95,7 %
1 Holländ. Salatgurke
2,20 Euro
2,49 DM
72,8 %
Haareschneiden
25,00 Euro
28,50 DM
71,6 %
Reinigung (Bluse)
3,00 Euro
3,90 DM
50,5 %
1 kg Rinder-Gulasch
7,66 Euro
9,97 DM
50,3 %
Kreditkarte Sparkasse Berlin
29,00 Euro
40,00 DM
41,8 %
1 kg Holländ. Rosenkohl
2,10 Euro
3,00 DM
36,9 %
1/1 Ds. Grüne Bohnen
1,39 Euro
1,99 DM
36,7 %
500 g Reichenh. Salz
0,49 Euro
0,75 DM
28,0 %
500 Blatt Kopier-Papier
6,50 Euro
9,99 DM
27,3 %
250 g Süßrahm-Butter
1,53 Euro
2,39 DM
25,1 %
2 Edding-Stifte 1200
0,99 Euro
1,60 DM
21,3 %
500 g Schnitt-Brot
1,22 Euro
1,99 DM
20,1 %
1 Brötchen
0,23 Euro
0,40 DM
12,5 %
1 Glas (0,3 l) Schultheiss Pils
2,00 Euro
3,50 DM
11,7 %
400 ml Nivea-Creme
3,75 Euro
6,90 DM
6,2 %
400 g Weiße Champignons
2,16 Euro
3,99 DM
5,8 %
1 Freiland-Ei =M=
0,21 Euro
0,39 DM
5,1 %
Private Haftpflicht 2)
52,00 Euro
101,20 DM
0,5 %
6 Dosen Coke (0,33 l)
1,73 Euro
3,39 DM
0,0 %
Manches wurde auch billiger:
200 g Pfennigs Eiersalat
1,39 Euro
2,79 DM
2,5 %
1/2 l Schlagsahne (A&P)
1,49 Euro
2,99 DM
2,3 %
8 Mach3-Rasierklingen
9,99 Euro
22,99 DM
15,0 %
xxx
Euro
DM
%
1) Teuerung =
100 * [(1,95583 * 2002-Preis / 2001-Preis) 1].
2) Teurung wg. der Versicherungssteuer-Erhöhung zum 1.1.2002.
Daß einige Abzocker die Währungsumstellung in wichtigen
Bereichen so schamlos nutzen konnten, ist sehr ärgerlich. Denn das
schadet massiv dem Ansehen des für die Integration Europas so
wichtigen Euros. Die Bundesregierung (noch die Kohl-Regierung)
hätte dem rechtzeitig entgegenwirken müssen. Aber zunächst
müssen nun der Kanzler und sein Minister für Finanzen erst einmal
verstehen, was da mit dem Teuro an deutschen Kassen wirklich
läuft.
Bundesregierung machte Fehler.
Finanzminister
Hans Eichel 11.5.2002
[Die Geschichte des EURO]
Gütesiegel
Die zur
Tengelmann- Gruppe gehörende bundesweite Kette
PLUS (Mülheim an der
Ruhr) macht jetzt Furore mit dem Angebot einer (fast) kompletten Palette
von 24 Bio- Produkten. Unter der Marke
BIOBIO bietet der Discounter von
der Milch, Joghurt, Sahne, Süßrahm- Butter bis hin zu Nudeln,
Tiefkühl- Gemüse und Vollkornbrot viele Nahrungsmittel mit dem
neuen, staatlichen
Prüfsiegel an.
BIOBIO
gibt's bei
Plus.
[15.01.2002:
Bio-Siegel Kontrolle garantiert]
[16.04.2002:
Durchbruch für das Bio-Siegel]
BERLIN 20.1.2002 (heise/khd). Auch 5 Jahre nach ihrem ersten
Auftritt ist die als Münzersatz gedachte wiederaufladbare
Geld-Karte zwar in den Portemonnaies der Mehrheit deutscher Verbraucher
gelandet. Sie nutzen sie aber nicht. Im Herbst 2001 waren 5560
Millionen Geld-Karten im Umlauf, sagen die Banken und Sparkassen.
Doch 95 % der Verbraucher, schimpft Helmut Schmid, Chef des
Telekom- Ablegers TeleCash,
wüßten nicht einmal, daß sie ihre Chip- bestückte
ec-Karte mit Geldbeträgen bis zu 200 Euro aufladen könnten.
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Auf der OmniCard 2002 diskutierte jetzt die Chip- Branche die
Ursachen der Verbraucher- Verweigerung. Insbesondere im Einzelhandel ist
die Geld-Karte ein Flop. Der Anteil der Bezahlungen mit der Geld-Karte
bewege sich im nicht meßbaren Bereich von weit weniger
als 0,1 % am Gesamtumsatz von 380 Milliarden Euro, sagt der
stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Hauptverband des
Deutschen Einzelhandels
(HDE),
Stefan Schneider. Es ist für den Verbraucher einfach kein
echter Vorteil erkennbar", ergänzt Bettina Sunderdiek, Innovations-
Managerin der Kaufhof-Kette
[Ed: sogar nur Nachteile wie Sicherheit, Verlust, Schattenkonto, Haftung,
Geldzählen nur mit batteriebetriebenem Lesegerät möglich
usw.]. Die Geld-Karte habe sich noch nicht in das alltägliche Leben
der Verbraucher eingefügt. Es fehle angesichts zahlreicher
Zahlungsalternativen der sanfte Zwang für ihren Einsatz
[Ed: was ja auch eine Nötigung aufgeklärter Verbraucher
wäre]. Nicht jeder wolle zudem in Vorleistung treten und
größere Beträge auf ein Medium laden, dessen Sicherheits-
Funktionen sich nicht sofort erschlössen.
Auflösung des Flop-Rätsels:
[31.10.1997: Geld-Karte subventioniert Banken]
[08.03.1998: Die Geld-Karte diskriminiert]
[20.04.1998: SPIEGEL: Unbeliebte Geldkarte]
Die Diskussionen im internationalen UseNet werden nunmehr von
Google unter
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reichen bis 1981 zurück. Das Archiv enthält bereits über
700 Millionen Postings aus aller Welt. Im Februar 2001 übernahm
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zu den (Use)Net-News. Auch wurden die NetNews-CDs archiviert. Damit hat
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