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| Nur 268 WWW-Server | |
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gab es weltweit am 24.12.1993. Der Start des WWW- Booms war am 10.11.1993 mit dem Release des Web-Browsers Mosaic 1.0.0. |
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Das World Wide Web 1993 Verteilung der WWW-Server (Auswahl). Stand: 24. Dezember 1993 Quelle: CERN (Genf) 1993. |
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| Region / Land / Stadt | Anzahl der Web-Server |
Anm. |
| Die ganze Welt (Alle Web-Server) |
268 | |
| Europa | 126 | |
| U.S.A. | 110 | 2) |
| Großbritannien | 24 | |
| Deutschland | 22 | 1) |
| Schweiz | 22 | |
| Frankreich | 12 | |
| Japan | 8 | |
| Australien | 7 | |
| Bayern | 6 | |
| Kanada | 6 | |
| Schweden | 6 | |
| Berlin | 4 | |
| München | 2 | |
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1) Nur 1 Wirtschaftsunternehmen ist WWW-aktiv: EUnet. 2) Auch Verleger, Firmen und staatliche Institutionen. |
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All diese Fragen und noch viel mehr lassen sich exakt beantworten, denn die CERN, Hersteller der ersten (und damals einzigen) Software für WWW- Server nach dem HTTP- Protokoll, registrierte seit 1992 in Genf peinlich genau, alle weltweit online- gehenden Web- Services. Die Liste aller installierten WWW- Server wurde regelmäßig im Internet unter dem Pfad (URL) http://info.cern.ch/hypertext/DataSources/WWW/Geographical.html mit den entsprechenden Links veröffentlicht. Gab es im November 1992 weltweit nur 26 aktive Web-Server, waren es schon Ende Oktober 1993 etwas über 200. Mitte 1994 waren bereits über 1.500 Web-Server weltweit installiert.
Um nun damals Entscheidungsträgern an der Freien Universität den bereits erreichten Fortschritt des Weltwissensnetzes zu zeigen, publizierte ich Ende 1993 eine solche CERN-Liste (Download am 24.12.1993 vor genau 10 Jahren) wohlformatiert im Rahmen meiner Merkblatt- Serie »wdv-notes«. Die 1. Edition diese 6-seitigen Info-Blatts ist am 28. Dezember 1993 als »wdv-notes Nr. 267« mit dem Titel Alle World-Wide- Web-Server des Internets erschienen [Reprints in PDF].
Bei Durchsicht der Liste der Hypertext- Server wird schnell deutlich, daß es vor allem mathematisch- naturwissenschaftlich und technisch orientierte Einrichtungen waren (die Medizin kommt kaum vor, Geistes- und Sozial- Wissenschaften gar nicht), die 1993 die Zeichen der Zeit richtig deuteten und sich im WWW engagierten. Auffällig ist, daß Europa damals mit 126 Servern die Nase vorn hatte, die USA brachten es nur auf 110 Web-Services. Da das WWW in Europa bei CERN in Genf erfunden wurde, verwundert das auch nicht.
Wirtschaftsunternehmen hatten vor 10 Jahren noch wenig Weit- und Durchblick in Sachen Internet. Sie fehlen alle. Insofern fällt besonders die japanische Telekom (NTT) auf, die offensichtlich wußte, was angesagt war. Die Deutsche Telekom bastelte damals noch immer an ihrem Btx. Von den großen Computer- Firmen war 1993 nur Digital Equipment (DEC) im WWW präsent. Die wußten nicht nur, wie man solide Computer baut. Von Microsoft wissen wir heute, daß sie sogar noch jahrelang das gesamte Internet nicht ernst nahmen. Und als sie bemerkten, daß das wichtig ist, kauften sie wie sie's immer machten ganz schnell eine passende Firma. Es war Mosaic, woraus sie den Explorer zurechtfummelten.
Ja, Bayerns und Berlins Unis lagen damals hierzulande bei den WWW- Aktivitäten vorn und haben das Internet in Deutschland befördert. Aber weder Siemens noch die Telekom haben etwas zum Urknall des WWW beigetragen. Und andere (Politiker) haben dann noch dem Internet hierzulande reichlich Knüppel auf den Weg gelegt. Will man heute die Anzahl aktiver Web- Server erfahren, so sind verläßliche Zahlen kaum zu finden. Schätzungen besagen, daß es im Mai 2002 über 37 Millionen installierte Web- Server weltweit gab. Aber so richtig zählen kann das keiner mehr. [TK-Chronik]
Man kann heute nur staunen, was sich in gut 15 Jahren aus dem kleinen aber hoch- innovativen Software-Paket HyperCard des Apple Macintosh mit seinem damals völlig neuartigen Konzept der assoziativen Verknüpfung von Informationen, Daten oder Dateien (Texte, Diagramme, Grafiken, Fotos, Sprache, Musik, Videos), entwickelte. Denn was viele nicht wissen technisch gesehen ist das WWW mit seinem HyperText und den Links nichts anderes als die Erweiterung von Apples im August 1987 eingeführter HyperCard- Software um die damals fehlende Netzwerkfähigkeit.
[28.12.1993: Reprint der wdv-notes Nr. 267 im PDF-Format]
[02.01.1995: Der Apple Macintosh Vorbild in der Computerwelt]
[16.11.2003: 10 Jahre Medien-Listen]
2004: 66,3 Millionen Internet-Domains weltweit
4.12.2004 (khd/c't).
Im dritten Quartal 2004 hat es einen einen Rekordanstieg
bei der Registrierung von Internet-Domains gegeben. Das meldet die amerikanische Domain-
und Sicherheitsfirma VeriSign. Weltweit gab es
danach einen Zuwachs von 5,1 Millionen neuen Registrierungen. Damit belaufe sich die
Gesamtzahl registrierter Domains auf nunmehr auf 66,3 Millionen, heißt es.
Die mit 47 % weltweit am meisten genutzte Top Level Domain (TLD) ist erwartungsgemäß .com. An 2. Stelle folgen mit 37 % die länderbezogenen ccTLDs (country code Top Level Domain) wie .de (Deutschland), .fr (Frankreich) oder .ca (Kanada). Unter diesen hält die .de-TLD mit über 8 Millionen Registrierungen die Position 2 hinter den .com-Domains. Die Gesamtzahl aktiver Web-Server liegt aber niedriger als (die) 66 Millionen, da viele Domains lediglich auf Vorrat oder für den Gebrauch als ‚Aliase‘ registiert worden sind.
BERLIN 16.12.2003 (khd/info-radio).
Die Initiative
Berliner Bankenskandal hat mit 27.000 gesammelten Unterschriften für ein
Volksbegehren
ihr 1. Ziel erreicht. Im Januar kann nun die Initiative die Zulassung des Volksbegehrens
beim Berliner Innensenator beantragen. Ausgereicht hätten dafür bereits rund
25.000 Unterschriften.
Mit dem Antrag wollen die Organisatoren erreichen, daß Teile der
BankGesellschaft Berlin
(BGB) aufgelöst sowie das vom Land Berlin übernommene finanzielle Risiko in
Höhe von 21,6 Milliarden Euro für obskure Immobilien- Dienstleistungs-
Geschäfte der BGB (Risiko- Abschirmung bis 2032) völlig neu
verhandelt wird.
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| Berlin wurde in babylonischen Gefangenschaft mit einer Bank ruiniert. | |
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Prof. Peter Grottian am 19.7.2002 in Spiegel-Online. |
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Am 8. Januar sollen die Unterschriften Innensenator Ehrhart Körting (SPD) übergeben werden. Dieser muß dann prüfen, ob sie formal gültig sind. Sollte Körting das Volksbegehren für zulässig erklären, dann folgt die 2. Stufe: Für ein erfolgreiches Volksbegehren braucht die Initiative innerhalb von 2 Monaten 248.000 Unterschriften (10 % der Wahlberechtigten). Das wird zwar schwer ist aber nicht unmöglich, sagte Politik- Professor Peter Grottian.
[Chronik des Berliner Banken-Skandals]
2.1.2004 (khd/info-radio). Bereits heute hat die Initiative rund 37.000
Unterschriften dem Berliner Innensenator übergeben. Dieser hat inzwischen Zweifel
daran geäußert, ob dieses Bürgerbegehren überhaupt
zulässig sei, da es Haushaltsfragen des Landes Berlin betreffe. Das soll jetzt von
seiner Behörde bis Mitte Januar geprüft werden.
Verbraucherschützer haben jetzt dem Strom- Oligopol vorgeworfen, sich mit geplanten
Strompreiserhöhungen 2004 auf Kosten der Kunden zu bereichern. Für die
Anhebungen von bis zu 10 % seien weder der Ausbau der erneuerbaren Energien noch
Kraftwerks- Investitionen verantwortlich zu machen. Das teilte der Bundesverband der
Verbraucherzentralen (VZBV) heute in
Berlin mit. Kleine Energieanbieter kritisieren zudem, durch überhöhte Netz-
Nutzungsentgelte werde der Wettbewerb verhindert.
Die Stromwirtschaft weist alle Vorwürfe zurück. Die Verbraucher- verbände
haben daher ein Einschreiten von Verbraucherministerin Renate Künast und des
Kartellamts zur Untersagung
der angekündigten Strompreiserhöhungen aufgerufen. Bei den Strom-Preisen
für Haushalte und Industrie läge Deutschland im europäischen Vergleich
bereits an der Spitze, sagte Edda Müller (VZBV). Es entstehe der
Eindruck, als ob die angekündigten Preiserhöhungen im Zusammenhang mit der
geplanten Einrichtung einer wirksamen Wettbewerbsbehörde stünden. Eine dann
notwendige gläserne Kalkulation der Preise würde eine solche
Erhöhung nicht mehr erlauben.
Der Chef des Bundes der
Energieverbraucher, Aribert Peters, sprach von einer Plünderung der
Verbraucher. Seinen Angaben zufolge zahlen Haushalte schon im laufenden Jahr 5
Milliarden Euro zu viel für Strom. Die geplanten Preiserhöhungen entsprechen
weiteren 5 Milliarden Euro. Bereits im laufenden Jahr seien die Preise um 5 % gestiegen,
ohne daß es dafür eine plausible Erklärung gegeben habe.
Andererseits stiegen die Gewinne von E.on im laufenden Jahr um 33 %, die von RWE um 25 %.
Auch die meisten Stadtwerke und Regionalversorger hätten sehr gut verdient.
Überhöhte Strompreise beruhen z. B. auch auf den Entgelten für die
Nutzung der Netze, die mit bis zu 6,8 Cent je kWh um die Hälfte zu hoch seien,
hieß es weiter. Dies allein summiere sich bei einem Durchschnittshaushalt auf
Mehrkosten von 105 Euro jährlich. Eine
Musterrechnung zeige, daß der Strom im Kilowattstunden- Preis (Arbeits- Preis)
lediglich einen Anteil von rund 16 % habe. Außerdem kassiere der Staat von jeder
Kilowattstunde (kWh) rund 40 % (7,31 Cent).
Der Präsident des Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE), Johannes Lackmann,
sagte, die Stromwirtschaft habe mit 0,42 Cent pro kWh für den Stromanteil aus
erneuerbaren Energien um etwa 25 % zu viel kassiert. Dies zeigten die
Jahresabschlußrechnungen. Daß E.on, RWE und andere jetzt behaupten, sie
müßten wegen einer steigenden Erneuerbare- Energien- Gesetz- Abgabe die
Strompreise erhöhen, ist völlig absurd. Senkungen um rund 25 % seien
möglich, ohne die Versorgungssicherheit zu gefährden, erklärte Henning
Borchers, Geschäftsführer des Bundesverbandes Neuer Energieanbieter.
Dabei seien vor allem die Netz- Nutzungsentgelte überteuert [Ed: machen 1/3 des
Strompreises aus]. Lackmann forderte die Stromwirtschaft auf, die im laufenden Jahr
vorgenommene Erhöhung um 0,42 Cent je kWh wieder zum Teil an die Verbraucher
zurückzuzahlen. Diese sei mit steigenden Belastungen aus der erneuerbaren Energie
begründet worden. Deren Volumen habe sich aber im Vergleich zu 2002 nicht
erhöht.
15.12.2003 (khd). Die Berliner BEWAG, eine Vattenfall-Company, teilt heute in Zeitungsinseraten mit:
Ins neue Jahr mit alten Preisen. Viele Stromversorger erhöhen jetzt die
Preise für Tarifkunden. Wir nicht!
In Deutschland ist es zudem rechtens, wenn völlig unbescholtene Bürger
urplötzlich eine Abmahnung eines (Abzock-) Anwalts erhalten kostenpflichtig
(durchaus bis zu 1000 Euro), nur weil sie auf ihrer privaten Internet- Homepage
einen verzeihlichen Fehler i. S. des Markenrechts o. ä. begangen haben
[khd-Page berichtete]. Es hätte
doch ein freundlicher Hinweis ausgereicht, um den Mangel abzustellen. Natürlich
hätte der Gesetzgeber um 1994 solche kostenpflichtigen Abmahnungen auf den
Kreis der Voll- Kaufleute (HGB) beschränken müssen. Obwohl Rot-Grün nun
bereits 5 Jahre regiert, haben sie diesen Unsinn noch immer nicht korrigiert,
sagen regelrecht abgezockte Betroffene.
Von allen Verbraucherschützern wird der Bundesregierung vorgeworfen, dem Schutz
der Konsumenten eine viel zu geringe Priorität beizumessen obwohl es
dafür seit Januar 2001 eigens ein Bundesministerium gebe. Insbesondere die Grünen haben
obwohl überreichlicher Handlungsbedarf besteht das Aufarbeiten der vielen
Versäumnisse der Kohl- Regierung beim Verbraucherschutz sträflich
vernachlässigt, wie unlängst der
Humana- Skandal mit toten Babys deutlich machte. Die Grünen haben sich
bislang als unfähig erwiesen, ernsthaft den Verbraucherschutz im Sinne
alter Forderungen
voranzutreiben, sagen die Kritiker. Und von enttäuschten Grünen-
Wählern ist dieser Tage bereits zu hören: Sollten sie eine Blockade
ihrer Gesetzesvorstöße (wo sind sie?) in Sachen Verbraucherschutz durch den
Koalitionspartner SPD befürchten, dann sollten sie uns das klar und deutlich sagen
und allerschleunigst die Koalition verlassen. Der Verbraucherschutz gehöre
wie die Atomenergie- Frage nun einmal zu den grünen Essentials,
heißt es.
[00.09.1989:
Forderungen an eine verbraucherorientierte Lebensmittelüberwachung]
Was dann aber noch mehr verblüfft, ist die Tatsache, daß dieser
Verbraucherauschuß meist hinter verschlossenen Türen
tagt in nicht- öffentlichen Sitzungen. Was nur haben diese Volksvertreter vor
dem Volk in Sachen Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft zu
verbergen?
BERLIN 30.11.2003
(khd/bz).
Mit diesem Titel macht heute die Berliner B.Z. am Sonntag auf. Denn der Berliner Senat hat noch immer
nicht seine Schulden bei der S-Bahn bezahlt [khd-Page berichtete] oder eine solide Gegen(kosten)rechnung aufgemacht
zum Beispiel öffentlich im Internet...
Es stelle sich die Frage, ob der Berliner Senat wg. seiner
Finanzlage überhaupt
noch geschäftsfähig sei. Gebe es bis Mitte Dezember keine
vertragliche Regelung, dann sei die Bahn ohne Auftrag und könne
den Betrieb der [Ed: mit viel Staatsgeld seit 1990] modernisierten S-Bahn nicht
garantieren, sagte Mehdorn der Bahngewerkschaft TransNet. In SPD- Kreisen soll man bereits
ohne Rücksicht auf volkswirtschaftliche Kosten auf der Suche nach einem
alternativen Betreiber sein.
2.12.2003 (khd/info-radio). Es war wohl doch
nur ein Schreckgespenst Verhandlungs- Wortgeklingel im Endstadium. Oder hatte
Berlins Regierung doch noch Schiß vorm in der Region größten Arbeitgeber
Bahn bekommen? Jedenfalls
trafen sich heute Bahnchef Hartmut Mehdorn und Berlins Chef
Klaus Wowereit (Sparen bis es quietsch!), um den Streit zu klären.
Der seit 23 Monaten bestehende vertragslose Zustand solle nun schnellsten beendet werden.
Ein neuer Verkehrsvertrag werde mit einer Laufzeit von 15 Jahren abgeschlossen. Das
Land Berlin werde pro Jahr rund 26 Mio. Euro weniger bezahlen müssen, ohne daß
das Angebot eingeschränkt werde, heißt es. Geklärt werden muß nun
nur noch die Abrechnung der vertragslosen Zeit wg. des Streits um den zu zahlenden
Trassenpreis. Und warum brauchte man dafür 2 Jahre, fragen sich nicht nur die
Berliner. [mehr]
BERLIN 29.11.2003
(khd/tsp).
Bei der Behebung der vielen Fehler des Maut-Systems [khd-Page
berichtete] kommen Toll-Collect und
das Bundesverkehrsministerium nicht voran. Denn die abzuarbeitende Liste technischer
Fehler wird immer länger. Waren es zunächst nur 86, umfaßt die To-do- Liste
mittlerweile bereits 140 Fehler. Das meldet heute der Berliner
Tagesspiegel aufgrund
von Infos von damit befassten Bundes- Politikern.
Durch die Verzögerung des Starts der Erhebung der Lkw-Maut entgehen dem Staat
monatlich rund 160 Mio. Euro. Deshalb sollen jetzt geplante Verkehrsprojekt gestrichen
werden. Und die Zweifel, ob das System von Toll-Collect überhaupt in absehbarer Zeit
funktionieren werde, wachsen. Denn inzwischen habe man im Ministerium durchaus entdeckt, daß der Toll-Collect- Partner
Telekom noch nie aus eigener Kraft komplexe, innovative Dinge zustande gebracht
habe, heißt es hinter vorgehaltener Hand.
[17.07.2002:
Bund entscheidet sich für HighTech-Maut]
14.12.2003 (khd/d-funk). Die Verhandlungen zwischen Bundesregierung und dem
Betreiberkonsortium Toll-Collect sind gescheitert. Wir haben kein Ergebnis
erzielt, bestätigte der Sprecher des Bundesverkehrsministeriums, Felix
Stenschke. Weder gebe es von Toll-Collect einen verbindlichen Termin für den
Start des Mautsystems noch eine Klärung der Entschädigungsfrage.
Am 15.12.2003 bietet sich für die Bundesregierung die erste Möglichkeit der
Kündigung für den Vertrag mit dem Lkw-Maut- Betreiberkonsortium. Das Konsortium
nannte allerdings ein neues Zeitfenster, das den Start des Systems im 3. Quartal 2004
vorsehe. Toll-Collect soll seit dem 1. Dezember eine tägliche Vertragsstrafe von
250.000 Euro (7,5 Millionen im Monat) zahlen, weigert sich aber.
[mehr]
21.12.2003 (khd). Nach der Lektüre der Sonntags- Zeitungen sieht es nun so
aus: Offensichtlich setzt Toll-Collect jetzt darauf, daß der Bund den Vertrag
demnächst kündigt. Ob das Konsortium dieses wünscht, um die für sie
nicht beherrschbare Technik loszuwerden oder für sich eine günstigere
Ausgangsposition für gerichtliche Nachspiele zu erzielen, ist derzeit noch unklar.
Vielleicht wollen sie ja beides. Und so könnte sich der
Maut- Vertrag als eine riesige
ABM- Maßnahme für Juristen herausstellen.
1.1.2004 (khd). Bei der Einführung der Lkw-Maut hat sich das
Bundesverkehrsministerium von externen Fachleuten beraten lassen. Diese erhielten
dafür 15 Mio. Euro. Allerdings soll sich der Rat nur auf juristische und
kaufmännische Fragen beschränkt haben nicht auf technische Fragen. Und
eine unabhängige Technik- Beratung wäre angesagt gewesen, zumal wenn nicht so
ganz HighTech- kompetente Firmen den Zuschlag erhalten sollten.
[mehr]
BERLIN 24.11.2003 (khd). Bereits zum
1. April 2004 planen BVG und
S-Bahn die nächste
Tarifanpassung. Die letzte Preiserhöhung gab es erst zum 1. August. Die neuen
Tarifpläne seien derzeit in der Abstimmung mit Verkehrssenator Peter Strieder (SPD),
berichtete der Tagesspiegel.
Danach soll u. a. der Einzelfahrschein statt bisher 2,20 Euro zwar nur noch 2,00 Euro
kosten, aber es entfällt künftig die 2-Stunden- Gültigkeit für
beliebig viele Fahrten (auch der Rückfahrt). Der Einzelfahrschein gilt dann nur noch
für eine direkte Fahrt zum Ziel ohne Umwege. Damit verteuert sich allein das
Fahren zu einem Ziel und zurück um 81 % bei einem Zwischenziel um 173 % und
bei zwei Zwischenstopps sogar um 264 % (8,00 Euro). Viele Nutzer werden künftig beim
Fahren zum Einkaufen viel mehr bezahlen und bei Kontrollen dann noch (halbgebildeten) Privat-
Kontrolleuren beweisen müssen, daß sie sich gerade auf dem kürzesten Weg
zum Ziel befänden.
Die Monatskarte vom Typ AB (gesamtes Stadtgebiet) wird von 58,50 auf 64,00 Euro um
9,4 % verteuert. Was künftig die übertragbare Jahresnetzkarte
eingeführt im Oktober 1989 als Umweltkarte kosten wird, ist
derzeit noch nicht bekannt. Allerdings hatten bereits BVG und Senat hier in den
letzten Jahren sehr kräftig zugelangt, wie die Darstellung des Preis- Anstiegs
seit 1989 im Vergleich zum
amtlichen Verbraucher-
Preisindex (Gesamtlebenshaltung Berlin umgerechnet auf Basis Nov.1989) deutlich macht.
BERLIN 22.11.2003 (khd). Um das MMS (Multimedia Messaging Service) zu fördern, veranstaltet
Vodafone zusammen mit Coca-
Cola derzeit eine Promotion Magic Christmas! Hol dir den
Weihnachtstruck nach Hause. Denn MMS ist noch immer ziemlich teuer und so
reüssiert dieser Bild- und Minivideo- Service noch nicht beim Publikum. Per SMS soll
man dazu einen Flaschencode (steht auf den Cola- Flaschen) zusammen mit der Angabe des
eigenen Handy- Modells an 9999 senden. Als Belohnung wird ein (schönes)
Logo, Bildmitteilung oder ein (kluger) SMS- Spruch versprochen.
Soweit die Theorie, denn die Praxis sieht total anders aus: Auf die SMS antwortet das
Vodafone- Team prompt per SMS: Sie haben eine MMS erhalten. Diese können
Sie innerhalb von 48 Std im Internet unter
http://www.vodafone.de/mms mit dem Passwort 9irwj abrufen.... Hm, sagt sich
da der erfahrene Handy-Nutzer, mein Handy kann doch MMS empfangen, anzeigen und
speichern... Warum locken die mich ins Internet? Das kostet ja noch mal Geld. Geht es den
Providern so schlecht und sollen diese jetzt auch noch etwas verdienen?
Vielleicht aber auch, um zu erfahren, daß das alles noch nicht so recht klappt. Denn
nach Eingabe von Telefonnummer und Paßwort auf der MMS-Seite war die eingegangene
MMS weder zum Anzeigen noch per Button zum Abspielen zu bewegen. Dafür wurde
angeboten, doch die MMS als E-Mail weiterzuleiten. Aha, sagt sich da der erfahrene Handy-
und Internet-Nutzer, die Leute von Vodafone denken mit. Sie wollen gleich mal zeigen, was
Multimedia auch heißen kann: Handy,
SMS,
MMS, Internet, E-Mail usw.
Aber aus dem MMS, d. h. farbige Bilder, Videos und Animation, wie es auf der
MMS- Seite von Vodafone heißt, wurde auch per E-Mail nichts. Denn die zu Hause
eingegangene Weiterleit- Mail enthielt nur ein MIME- Attachment von 0,5 kByte (genau 563 Byte) und darin war: (siehe
Kasten).
Ein Wrapper. Die Bilder oder Animationen cid:0000 und cid:0001 hatte
Vodafone nicht eingepackt und
24.11.2003 (khd). Hm, vielleicht hat ja das mit der Mail daran gelegen, daß
ich mich nicht mit einem PC sondern mit einem Macintosh- Computer Vodafones MMS-Seite
näherte... Aber warum schicken diese D2-Schlaumeier die Antwort-MMS nicht gleich auf
direktem Weg aufs Handy wo's hingehört? Inzwischen hat mir ein netter Mensch
das angekündigte Cola-Bild (cid:0000) zugemailt mit echter Mail.
Danke!
Später erweiterte ich diese Liste auf alle europäischen Medien. Dafür
gab es im Oktober 1997 den Pan European Award. Unter European Media stehen diese 6
Listen noch heute im Netz. Nun allerdings in den USA, da hierzulande das Webhosting noch
immer viel zu teuer ist und die wahren Kosten wg. nutzerfeindlicher Volumentarife
völlig unkalkulierbar sind. Seit 1993 sind bislang 280 Editionen der Medien- Listen
recherchiert und erschienen. Sie umfassen jetzt über 1900 Links zu Europas Medien
sowie rund 1100 Links zu Deutschlands Medien, insgesamt also (ohne die zahlreichen E-Mail-
Verweise) über 3000 Medien-Links.
Und wenn dieser Tage ein Journalist über den Nutzen des Internets bei der
Aufklärung der Affäre um den CDU-Rechtsaußen Hohmann
schreibt: Doch
vieles, was einst tagelanges Archivstudium forderte oder mühsames Bohren in anonymen
Quellen, landet heute mit 3, 4 Mausklicks auf dem Tisch. Das WWW hat die Affäre so
mächtig beschleunigt, dann wissen wir, das Netz ist nun auch bei der
schreibenden Zunft angekommen. Wohl aber noch nicht bei manchen Zeitungsmachern. Sonst
würden sie nicht so häufig ihre Adressen und Pfade ändern sowie das Linken
durch Maut-Häuschen zu Artikeln künstlich erschweren.
[Zip-Kit "NCSA_Mosaic 1.0.2" vom 15.12.1993]
[10 Jahre Mosaic]
[Chronik der Nachrichten-Technik]
HERFORD/TEL AVIV 11.11.2003
(khd/info-radio).
Drei Babys mußten seit Juni in Israel mit Gehirnschädigungen sterben weil beim
deutschen Baby- Nahrungshersteller Humana
Milchunion GmbH in Herford der mit
Wir schaffen
Lebensqualität wirbt alle Qualitätskontrollen total
versagt haben. Auch der staatlichen
Lebensmittelkontrolle
hierzulande und in Israel war bislang nichts aufgefallen. In Israel sind 20 weitere
Säuglinge schwer erkrankt mit Symptomen wie Erbrechen, Durchfall, Krämpfen und
extremer Unruhe typisch für einen Vitamin- Mangel.
Noch gestern hatte die Firma Humana den Vorwurf der israelischen Behörden
zurückgewiesen, daß die Erkrankungen auf einer Unterversorgung mit dem Vitamin
B1 beruhen könnten. Heute hingegen räumte Humana ein, daß durch menschliches
Versagen (falsche
Berechnungen) die Zugabe von künstlichem Vitamin B1 bei der Herstellung der Soja-
Milch falsch bemessen worden sei, so daß das Fertigprodukt nur 1/10 der
erforderlichen Menge an Vitamin B1 enthalte. Die in Deutschland vertriebenen sojahaltigen
Produkte Humana SL milchfreie Flaschennahrung und Humana SL
Brei seien aber nicht betroffen, hieß es auf einer Pressekonferenz.
[10.11.2003: Mysteriöse Todesfälle in Israel] (SPIEGEL-ONLINE)
Nun ist er eingetreten, der Super-GAU bei den Baby- Nahrungsproduzenten. Und wir dachten
doch immer, daß in dieser Branche der Nahrungsindustrie besonders sorgfältig
gearbeitet und aufwendig kontrolliert wird. Wir wissen jetzt, daß das nicht so ist.
Und wir werden vielen Werbe- Versprechen nicht mehr trauen.
Dieser Humana-Skandal zeigt erneut,
daß der (liberalisierte) Markt eben nicht alles
regeln kann, wie uns das Promoter der Globalisierung immer wieder weismachen wollen
(hallo, Herr Westerwelle) es sei denn auf grausame Weise. Damit uns das
künftig erspart bleibt, muß der Staat in allen gesundheitsrelevanten Bereichen
der gewerblichen Wirtschaft massiv regulieren und vor allem endlich die Nahrungsmittel-
Industrie rigoros und unangemeldet
kontrollieren. Ja, es gibt dringenden Handlungsbedarf,
Frau Künast.
13.11.2003 (info-radio).
Inzwischen haben einige Länder (darunter Rußland) den Import aller Produkte der
Firma Humana gestoppt. Man könne derzeit den Angaben des deutschen Baby-
Nahrungsherstellers nicht trauen und müsse erst eigene Analysen der
Produkte vornehmen, heißt es aus Rußland, das auf den Import von
Säuglingsmilch angewiesen ist. Israels Behörden haben die Zahlen nach unten
korrigiert. Danach sind 2 Säuglinge gestorben sowie 15 weitere Babys schwer
erkrankt. [mehr]
17.11.2003 (info-radio).
Humana hat inzwischen 4 leitende Mitarbeiter fristlos entlassen. Von Entlassungen in den
zuständigen Kontrollbehörden des Landes Nordrhein -Westfalens (NRW) wurde bisher
nichts bekannt. NRW-Verbraucherschutzministerin Bärbel Höhn (Grüne) will
nun aber die Zuständigkeiten bei der Lebensmittel- Kontrolle straffen. Danach sollen künftig die
staatlichen Kontrollen in einer konzentrierten Struktur mit 3 bis 5
Ämtern ausgeübt werden. Derzeit seien allein in NRW für die Lebensmittel-
Überwachung 18 kommunale Ämter zuständig, heißt es in einem Bericht.
Der Firmensitz der
Humana Milchunion GmbH liegt im
westfälischen Herford. Auch das gebietszuständige Amt hatte die fehlerhafte
Humana- Babymilch nicht erkannt.
21.11.2003 (d-radio). Nach dem Skandal um fehlerhafte Babymilch des deutschen
Babynahrungs- Herstellers Humana hat die Weltgesundheitsorganisation
WHO eine Warnung vor dem Soja-Produkt
ausgesprochen. Obwohl die betroffene Soja- Babymilch ausschließlich für den
israelischen Markt produziert wurde, könne nicht ausgeschlossen werden, dass Eltern
das Produkt mit ins Ausland genommen hätten und weiterhin an ihre Kinder
verfütterten, sagte WHO- Sprecherin Fadela Chaib. Vorsichtshalber würden die
WHO- Mitgliedstaaten daher aufgefordert, vor einem potenziellen Gesundheitsrisiko der
Babynahrung zu warnen.
[Kinderärzte fordern strengere Prüfung von
Säuglingsnahrung]
[Humana Pressemitteilung vom 17.11.2003]
[Humana zahlt Entschädigung]
BRÜSSEL 7.11.2003
(khd/sz).
Was die Bundesregierungen bislang nie schafften, will jetzt die
EU-Kommission anpacken: Sie
will endlich Bank- und Online- Kunden in ihren Rechten stärken. Das geht aus einem
internen Papier von EU-Binnenmarkt- Kommissar Frits Bolkestein hevor, wie die
Süddeutsche Zeitung berichtet.
Geplante Änderungen: Kredit- und EC-Karten- Besitzer sollen bei Verlust ihrer Karte
künftig nur noch mit bis zu 150 Euro haften, auch wenn eine Mitschuld vorliegt.
Derzeit müssen deutsche Verbraucher ein Drittel des Schadens selbst tragen, wenn sie
ihre Bank nicht sofort über den Karten- Verlust informiert haben.
Bei Online- Bestellungen wird ein besserer Schutz eingeführt. Kommt trotz Zahlung die
Ware nicht beim Kunden an, was in letzter Zeit immer häufiger passieren soll, oder
weist die Ware Fehler auf, dann soll die Bank dem Internet- Käufer sein Geld
zurückerstatten.
Im Vorfeld der EKD- Synode in Trier sagte
jetzt der scheidende EKD- Ratsvorsitzende Manfred Kock (67) dem Berliner
Tagesspiegel
(4.11.2003, Seite 4) zum aktuellen Reform- Streit:
Wichtig ist, daß überhaupt etwas in Gang gekommen ist. Wir brauchen
die Einsparungen. Noch nicht erkennbar ist das Maß der Belastung für
diejenigen, die in unserer Gesellschaft die Belastbarsten sind. Wenn sich die "Starken" in
der Gesellschaft zu sehr belastet fühlen, können sie sich über die Grenze
absetzen und sich damit unserem ganzen System entziehen. Das halte ich für sehr
bedenklich.
[30.12.1977: 2,5 Millionen Arbeitslose im Jahre 1990?] (Prognose von 1977)
BERLIN 1.11.2003
(khd/info-radio). Das
Verfassungsgericht des Landes Berlin hat gestern den Berliner Doppelhaushalt 2002/ 2003
für verfassungswidrig erklärt, da darin die Neuverschuldung (10,9 Mrd. Euro) die
Investitionsausgaben (4,2 Mrd. Euro) weit übersteigt (+160 %). Geklagt hatte die
Opposition im Abgeordnetenhaus (CDU, Grüne + FDP). Das Gericht wies jedoch daraufhin,
daß dies ausnahmsweise zulässig sein könne, wenn sich ein
Bundesland in einer extremen Haushaltsnotlage befindet. Das müsse dann
aber sehr genau begründet werden.
Wie kam's zur Haushaltsnotlage?:
[Der Berliner Banken-Skandal]
Es ist völlig klar, Berlin muß reichlich sparen. Aber wie das nun seit Jahren
geschieht, ist mehr als fragwürdig. Denn der Berliner Senat bevorzugt dabei das
regelrechte Sezieren der Einrichtungen, wodurch sehr viel Unheil angerichtet wird
alleine schon durch die völlige Verunsicherung und damit verbundene Demotivation der
Beschäftigten. Wäre es nicht wesentlich ehrlicher zu sagen, wir haben nur noch
Geld für 1 Uni, für 1 TU, für 1 Uni- Klinikum, für 1 Flughafen
(Tegel, kein Schönefeld), für 1 Oper, für 0 Theater, für 0 Musical-
Theater, für 1 Zoo, für eine wirkliche Mini- Verwaltung usw. und wir
machen deshalb jetzt (in der Schublade "To do if 'Wiedervereinigung'" hatten wir ja
nichts) einen fairen Übergangsplan? Auf alles andere müssen wir schweren Herzens
verzichten, bis es uns wieder besser geht. So auch auf die aufgeblähten Verwaltungen
in den Bezirken samt völlig überflüssiger Bezirksverordneten- Versammlungen
(Klipp- Schulen für Partei- Politiker). Wir wissen das sich bürgernahe Politik
auch anders (besser) organisieren läßt.
Dann gibt es ja da noch den Grunewald.
Vor 1900 gab's hier schon einmal 'ne Holzauktion, weil Grundstücke neu parzelliert
wurden. Könnte das nicht wiederholt werden (am Grunewaldsee), um so auch etwas
für die Verbesserung der Einnahmenseite des Landeshaushalts zu tun. Denn mit dem
Verkauf landeseigener Betriebe klappt das ja nicht. Der Eingriff in die Natur wäre
zwar mißlich, geschah aber nach 1945 sowieso schon an der Clayallee für die
Bedürfnisse der Amerikaner.
5.11.2003 (khd/info-radio). Die
Oppositionsfraktionen im
Abgeordnetenhaus (CDU,
Grüne + FDP) haben jetzt einen Mißtrauensantrag gegen den Regierenden
Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) gestellt.
Wie damit der Berliner Haushalt saniert werden kann, wurde nicht gesagt. Wowereit und
Sarrazin haben vor dem Berliner Verfassungsgerichtshof wider besseres Wissen den Haushalt
2001/2002 als verfassungstreu verteidigt. Das sei eindeutig die Unwahrheit gewesen,
heißt es.
BERLIN 9.12.2003 (khd/vwd).
Im nächsten Jahr wird sehr vieles sehr viel teurer. Dafür hat vor allem die
Bundesregierung gesorgt. Anderes, was längst hätte billiger werden müssen,
wird nicht billiger. Das Parade- Beispiel dafür ist der Preis für den Versand
einer kleinen SMS per Handy, den die
4 Betreiber des Mobilfunk- Oligopols noch immer verlangen. Dieser hätte 2003
eigentlich auf etwa die Hälfte fallen müssen. Aber der Markt funktioniert nicht
so, wie er es sollte. So auch beim Verkauf von Elektrizität. Die 4 noch verbliebenen
Energie- Konzerne (EnBW,
E.on,
RWE und
Vattenfall Europe) reiben sich
gerade die Hände und denken klammheimlich: Geschafft... Denn die Strompreise
erreichen hierzulande wieder das Niveau der alten Monopolpreise.
Plünderung der Verbraucher.
Aribert Peters,
Bund der
Energieverbraucher.
Zusammensetzung eines Strompreises von brutto 18,44 Cent/kWh
Modellrechnung der Verbraucherverbände.
Stand: Dezember 2003
Quelle: VZBV.
Kostenart
Preis / kWh
Anteil
Anm.
Strom
3,03 Ct
16,4 %
Netzentgelt
6,00 Ct
32,5 %
Meßkosten
1,10 Ct
6,0 %
Vertrieb
1,00 Ct
5,4 %
EEG-Abgabe
0,42 Ct
2,3 %
1)
Konzession
1,99 Ct
10,8 %
2)
KWK-Abgabe
0,31 Ct
1,7 %
3)
Strom-Steuer
2,05 Ct
11,1 %
Summe:
15,90 Ct
16 % MwSt:
2,54 Ct
13,8 %
Endpreis:
18,44 Ct
100,0 %
Summe der Abgaben + Steuern: 7,31 Ct (39,7 %).
1) Abgabe nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz.
2) Konzessions-Abgabe = Erlaubnis zum Stromproduzieren.
3) Abgabe nach dem Kraft-Wärme-Koppelungs-Gesetz.
Die aktuellen Strompreise der
BEWAG
So teuer ist im Januar 2004 Strom in Berlin.
Stand: Januar 2003
Quelle: Inserate in Berliner Tageszeitungen vom 22.12.2003.
Tarif
Grundpreis pro Monat
Verbrauchs-Preis 1)
Anm.
Strompreise für Privatkunden (inkl. MwSt)
BerlinKlassik
4,59 Euro
17,19 Ct/kWh
BerlinKlassik Plus
10,00 Euro
14,92 Ct/kWh
ÖkoPur
5,00 Euro
18,50 Ct/kWh
MultiConnect
11,50 Euro
13,52 Ct/kWh
Strompreise für Gewerbekunden (ohne MwSt)
BewagProfi
3,95 Euro
12,77 Ct/kWh
BewagProfi Plus
12,78 Euro
10,53 Ct/kWh
ÖkoPur
4,31 Euro
13,90 Ct/kWh
1) Inklusive 2,05 Cent/kWh Stromsteuer.
2) xxx.
BERLIN 2.12.2003 (khd/pm).
Der Verbraucherschutz ist in Deutschland wohlwollend ausgedrückt
lediglich mittelmäßig. Das ergab jetzt eine
britische Studie,
die der Bundesverband der Verbraucherzentralen (VZBV) heute in Berlin vorstellte. Verglichen mit anderen Ländern
sei es hierzulande für Verbraucher beispielsweise besonders teuer und aufwendig,
Ansprüche gegen Firmen durchzusetzen. Die britischen Autoren stellen in ihrer
Untersuchung fest: Firmen müssen in Deutschland kaum befürchten, bei
Verstößen gegen Verbraucherschutzgesetze vor Gericht belangt zu werden.
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Im Januar hatte Thilo Bode von der unabhängigen Verbraucherschutz- Organisation
FoodWatch angesichts der sich
häufenden Lebensmittel- Skandale
bereits konstatiert:
Wenn die Politik nicht endlich damit
anfängt, die Strukturen und rechtlichen Grundlagen zu ändern
[Ed: und sinnvolle Vorschläge
dafür liegen seit 1989 (!) auf dem Tisch], wird es mit den Skandalen
weitergehen. Aber die rot-grüne Regierung kneift. Sie kneift vor dem Bauernverband
und der Macht des Agro- Business, namentlich
Raiffeisen [Ed: quasi ein Staat im Staat]. Sie drückt
sich davor, Gesetze zu erlassen, die die Vergiftung von Futtermitteln und Lebensmitteln
als strafbare Handlungen ächten, und nicht mehr als Ordnungswidrigkeit durchgehen
lassen.
Wenn die Industrie anruft, springen alle gleich.
Edda Müller (61), oberste
dt. Verbraucherschützerin
(VZBV), im
"Tagesspiegel" vom 5.12.2003.
[29.09.2000:
Markenrecht über alles?]
[16.01.2003: Thilo Bode:
Das Huhn, das Ei und das Nitrofen]
[02.12.2003:
Verbraucher-Pisa: Konsumentenschutz in Deutschland nur Mittelmaß]
Geheimer Verbraucherschutz
5.12.2003 (khd). Zudem hat
FoodWatch unlängst nachgeschaut, wie das mit dem Verbraucherschutz im Parlament
aussieht: Die Zusammensetzung des Ausschusses für Verbraucherschutz, Ernährung
und Landwirtschaft im Deutschen
Bundestag läßt sehr massive Zweifel an einer ausgewogenen Zusammensetzung
aufkommen. Er sei in der Mehrheit durch Abgeordnete besetzt, die gleichzeitig in
Entscheidungsgremien von landwirtschaftlichen Verbänden oder
Raiffeisen- Genossenschaften
sowie Landwirte oder Angehörige der IG Bergbau und Chemie sind. Diese stehen sicher
der Erzeugerseite näher als der Verbraucherseite.

Moderner Wagen der Berliner S-Bahn. Werden sie demnächst durch silberne Züge
der Firma Connex ersetzt?
Für den S-Bahn- Ring hat sich Connex schon beworben.
Nun steht seit gestern die Drohung des Bahnchefs Hartmut Mehdorn im Raum. Er will das
Tochterunternehmen Berliner
S-Bahn zum Fahrplanwechsel am 14. Dezember stillegen, wenn Berlins Regierung nicht
endlich für den laufenden Betrieb voll bezahlt. Weil permanente Ebbe in Berlins
Haushaltskasse herrscht und man gerade deswegen vor dem Bundesverfassungsgericht gegen den
Bund klagt, hat Verkehrssenator Peter Strieder (SPD) mit Unterstützung des
Finanzsenators Thilo Sarrazin (SPD) seit Juni 2003 den ursprünglich vereinbarten
Monatspreis um 5,5 Mio. Euro gekürzt. Aufgelaufen sind bislang ausstehende Zahlungen
in Höhe von 38,5 Mio. Euro.
[16.10.2003:
Mit HighTech-Maut ins Chaos Deutsche Industrie blamiert sich bis auf die Knochen]
[27.11.2003:
Murks in Germany Von Mautpleite, ICE-Pannen und anderem Pfusch] (DIE ZEIT)
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<meta name="title" content="Magic Christmas" />
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<par dur="4000ms">
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</text>
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</smil>
mitgeschickt. Oder sie sind auf dem Transportweg irgendwie verlorengegangen. Und was sagt
sich da ein erfahrener Nutzer von Computer, E-Mail, Internet und Handy? Ist schon ein
richtiger Murks- Mail- Service dieses MMS. Und wie wird das nun wohl erst beim
UMTS aussehen?
Der Dank geht aber an Coca- Cola,
die solche MMS- Aufklärung erst möglich machten.
BERLIN 16.11.2003 (khd).
Das Jahr 1993 war in Sachen Internet ein aufregendes Jahr. In rascher Folge wurden
auf FTP-Servern immer wieder neue
Beta-Versionen eines Browser-Programms für das Internet zum Download freigegeben. Es
gipfelte dann darin: Am 10. November wurde der erste (richtige) Internet- Browser der
Öffentlichkeit zur freien Nutzung präsentiert. Es war das berühmte
NCSA Mosaic (Version 1.0.0), das vom National Center for
Supercomputing Applications (NCSA) der University of Illinois unter
Marc Andreessen und Eric
Bina gleich für 3 Computer- Plattformen (X-Windows/Unix, Windows-PC, MacOS) seit
1992 entwickelt wurde. Und damit begann vor 10 Jahren der Boom des Internets.
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Mit der benutzerfreundlichen Bedienung des neuen Browser- Programms und dem World Wide Web
(WWW), mußte einfach
der Durchbruch gelingen. Das war für
Computer-Profis mit Durchblick, die wir damals dabei waren, vollkommen klar. Und jeder
trug dann sein Scherflein zum Gelingen bei. In meiner Merkblatt- Serie
»wdv-notes« publizierte ich am 16. November 1993 vor 10 Jahren
unter der
Nr. 252 die 1. Edition einer kurzen Beschreibung des Mosaic- Browsers. Darin
heißt es: Ein kleines Software- Paket beginnt die Welt zu verändern.
Es heißt
Mosaic
[1. Mac-Kit], und es ist eigentlich nur ein elektronischer Karteikasten, allerdings
gut gefüllt mit vielfältigen Informationen, Programmen und Dateien. An sich
wäre das noch nichts Besonderes, nur der Karteikasten ist das Internet das den
Globus umspannende Computernetz (...).
Reprints alter wdv-notes aus dem Jahr 1993
Diese werden hier im Dezember 2003 im layoutgetreuen PDF- Format nochmals publiziert.
[Links]
Damals galt in der (Internet-) Netzgemeinde noch der gute Grundsatz: Wer die Ressourcen im
weltweiten Netz nutzt, der sollte auch etwas ins Netz zurückgeben kostenlos!
Und so begann ich damals in meiner Freizeit auch mit dem Recherchieren einer Liste der
deutschen Medien (Zeitungen, Zeitschriften usw.), die bereits im Internet präsent
waren. Denn so etwas gab es in Deutschland noch nicht. Der Umfang war zunächst sehr
bescheiden, und die Liste enthielt auch in den ersten Jahren noch sehr viele Lücken.
Denn nicht nur Deutschlands
Politiker auch Deutschlands Informations- Vermittler Nr. 1 hatten doch das Internet
glatt verschlafen [Ed: auch noch heute tun sich manche schwer damit]. Das sei doch bloß so eine
Spielerei für Wissenschaftler, war damals in Journalisten- Kreisen eine weit
verbreitete Meinung. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung
(FAZ) ging sogar als letzte deutsche
Tageszeitung erst Mitte Januar 2001 online. Aber der
Spiegel war gut 6 Jahre schneller.
Als Ursache der (zunächst) mysteriösen Erkrankungen wurde inzwischen der von
Humana produzierte Muttermilch- Ersatz Remedia Super Soya 1
ermittelt, der nur für den israelischen Markt hergestellt wird. Diese
koschere, vegetarische Säuglingsmilch auf Soja- Basis wird in Israel von der Heinz-
Tochter Remedia vertrieben. Sie enthielt nach einer im Frühjahr erfolgten Rezeptur-
Umstellung statt 385 µg Vitamin B1 pro 100 g Fertigmilch nur 2937 µg Vitamin B1
also nur 1/10, was bei den Babys zu den Mangelerscheinungen und Schädigungen
des Zentralnervensystems führte. Das Vitamin B1 (Thiamin) wird u. a. zum Aufbau
von Nervenzellen benötigt.
Die Baby-Nahrungshersteller Nestlé (Alete, Beba) und Hipp schlossen heute ähnliche Vorfälle für ihre
Produkte aus. Beide Hersteller produzieren keine Säuglingsmilch auf Soja-Basis. Die
Nestlé- Qualitätssicherung garantiere bei allen Baby- Produkten durch
Kontrollen jeder Charge die richtige Zusammensetzung. Zusätzlich würden
die Produkte durch unabhängige Institute überprüft, hieß es bei
Nestlé. Hipp wies daraufhin, daß alle Produkte sehr streng geprüft
würden. [mehr]
Humana:
Alles über den
Baby-Milch-Skandal
Ein Service der
Neuen Westfälischen Zeitung
(Bielefeld).
[10.11.2003: Humana Pressemitteilung]
[11.11.2003: Humana Pressemitteilung]
[30.09.2005:
Humana zahlt Entschädigung] (BERLINER MORGENPOST)
Humana Aus Liebe zum Kind?
12.11.2003 (khd). Die Babys könnten noch alle leben, hätten sich die
Humana- Manager an ihren eigenen Werbespruch Humana Aus Liebe zum Kind
gehalten und jede Charge der Kunst- Milch auf ihre korrekte Zusammensetzung hin
überprüft und überprüfen lassen. Die Babys könnten auch noch
leben, hätten amtliche Lebensmittel- Kontrolleure (auch in Israel) rechtzeitig
ihren Job gemacht...
Es macht regelrecht wütend, daß offensichtlich der Muttermilch- Ersatz auf dem
Weg vom Hersteller Humana zum israelischen Verbraucher mehrfache Kontrollen durchlief bzw.
durchlaufen sollte (Humana- Qualitätssicherung, externer Check durch unabhängiges
Institut, Wareneingangskontrolle bei der Remedia in Israel), der eklatante B1-Fehler in
der Rezeptur aber weder in Deutschland noch in Israel erkannt wurde.
Für Säuglings-Nahrung
gibt es in Deutschland
kein staatliches
Zulassungsverfahren.
12.11.2003 (info-radio/d-radio).
Heute begann die Staatsanwaltschaft Bielefeld mit den Ermittlungen gegen Mitarbeiter der
Humana Milchunion GmbH wg. fahrlässiger Tötung sowie Verstoßes gegen das
Lebensmittelgesetz. Das Verfahren sei von Amts wegen eingeleitet gegen die Leiterin der
Produkt- Entwicklung, gegen die Leitung des Qualitäts- Managements und gegen den
Chemiker im Labor, hieß es. Humana hat 27 Tonnen fehlerhaften Muttermilch- Ersatz
nach Israel geliefert.
Den Produkten aus Deutschland vertrauten wir. Dort gibt es ja eine gute
Kontrolle dachten wir.
Dorit Nitsan-Kaluska,
Gesundheitsministerium Israels.
Quelle: SPIEGEL 47/2003.
TRIER/BERLIN 4.11.2003
(khd/tsp).
Vor 6 Jahren veröffentlichten angesichts
von Rekord- Arbeitslosigkeit und
wachsender Kluft zwischen arm und reich die Evangelische Kirche
(EKD) und die Katholische Kirche
Deutschlands (KKD) gemeinsam das
Sozialwort Für eine Zukunft in Solidarität und
Gerechtigkeit. Darin mahnten die Kirchen eine politische Kurskorrektur bei den
Fehlentwicklungen an, die unter der CDU-Bundesregierung von
19821997 entstanden waren.
[mehr]
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Kluft ist gewachsen
Inzwischen ist die Kluft gewachsen und die
Zahl der Arbeitslosen nicht entscheidend gesunken. Im Gegenteil: Es droht eine Zunahme, da die
Wirtschaft und die öffentlichen Arbeitgeber sich immer mehr Arbeitsplätze ersparen wollen. Die
in der Verantwortung stehenden Politiker haben nicht verstanden, was die Kirchen 1997 vom Staat erbaten,
heißt es.Gerechtigkeit wahren
Wir müssen das Sozialwort weiterentwickeln. Den Konsultations- Prozeß der 90er-
Jahre können wir vermutlich so nicht wiederholen. Das war ein einmaliges Verfahren.
Aber wir müssen uns über die Frage, was zu tun ist, gesamtgesellschaftlich
verständigen. Daher brauchen wir noch einmal einen neuen Anlauf, hoffentlich auch
konfessionsübergreifend. Es müßte darum gehen, wie man die Anpassung an
geringere finanzielle Möglichkeiten so gestalten kann, daß dabei das Prinzip
der Gerechtigkeit gewahrt bleibt. Dazu brauchen wir auch die Expertise von anderen, von
Wissenschaftlern, Unternehmern, Gewerkschaften und Politikern.
[01.03.1997: Kirchen fordern, Arbeit und Wohlstand gerechter zu teilen]
Bischof Huber soll’s nun richten
5.11.2003 (khd/info-radio). Die EKD-Synode wählte heute in Trier den Theologen,
Sozialethiker und Bischof von Berlin- Brandenburg Wolfgang Huber (61) zum EKD-Chef
(Ratsvorsitzenden). Huber kündigte an, daß sich die Kirche verstärkt in
Politik einmischen wird. Die Kirche ist kein politischer Akteur unter anderen,
sondern sie ist um Gottes willen für die Menschen da, sagte Huber. Im aktuellen
Streit um die Sozialreformen fordert er, die Auswirkung auf die Schwächsten in
unserer Gesellschaft nicht aus den Augen zu verlieren.
Nach den Maßstäben dieses Urteils waren alle Landeshaushalte Berlins
seit 1993 verfassungswidrig also auch die der Großen Koalition (CDU + SPD)
unter dem Regierenden Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU). Und deshalb kam wohl eine
Hurra- Stimmung bei der oppositionellen Berliner CDU gar nicht erst auf. Nun muß das
Bundesverfassungsgericht
die Kastanien aus dem Feuer holen. Im September hat der Berliner Senat wg. der
dramatischen Haushaltsnotlage in Karlsruhe Klage gegen den Bund eingereicht, um so die
bislang verweigerten Sanierungshilfen in Höhe von 35 Mrd. Euro zur Entschuldung
Berlins zu erzwingen.
[26.06.2002: Berlin ist pleite!
Entrinnen aus eigener Kraft unmöglich]
[14.09.2002: Harter Sparkurs
Berlin vor dem Offenbarungseid]
Beim schwindsüchtigen Berliner Haushalt kommt aber noch hinzu, daß der Bund
nach der Deutschen Einheit das Land Berlin regelrecht finanziell aushungerte. Auch wurde der Kardinalfehler begangen, im
Einigungsvertrag von 1990 nicht von vornherein im Osten Deutschlands
(über-) lebensfähige Länder einzurichten. Zumindest Berlin und Brandenburg
hätten bereits zum 3. Oktober 1990 in ein Land überführt werden
müssen. Dafür aber fehlte der von Kohl (CDU) geführten Bundesregierung der
Mumm sowie der Weitblick.
Der Bund hat Berlin finanziell
ausgehungert.
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