| 1971 | 1972 | 1973 | 1974 | 1975 | 1976 | 1977 | 1978 | 1979 |1.8.2007 (khd). Im Rahmen seiner Berichterstattung über BSE und dessen Folgen erinnerte am 4. Dezember 2000 der SPIEGEL im Heft 49/2000 an einige herausragende Lebensmittel- Skandale in Europa. Da wurde es Zeit, ins eigene Archiv zu greifen, um diese Skandal- Chronik in wesentlichen Punkten zu ergänzen und auch bei Bedarf fortzuschreiben, zumal diese Profi-Journalisten bei der Fortschreibung solcher Aufstellungen fast nie am Ball bleiben.
Zu den
aktuellen Skandalen
Bei der Lektüre wird deutlich, daß die Kontrolle der Lebensmittel- Sicherheit miserabel ist aber nicht nur in Deutschland. Dabei hatte doch bereits das Umweltmagazin Natur im September 1989 der deutschen Politik unmißverständlich ins Stammbuch geschrieben, wo genau dringender Handlungsbedarf bei der Entwicklung zu einer verbraucherorientierten Lebensmittel- Überwachung besteht.
Und so informiert die
US-Behörde FDA über
Lebensmittel-Panscher:
Recent Warning Letters.
[ Ein Beispiel ]
Links mit dem Symbolzeigen auf Infos im Internet, die die Aussage belegen. Leider waren nicht in allen Fällen solche Informationen im Netz auffindbar. xxx = Text folgt demnächst.
I n d e x : [ Übersicht nach Lebensmitteln ]
| 1970
|
Europas wichtigste Lebensmittel-Skandale Wie uns kriminelle Geschäftemacher mit Pfusch ohne Grenzen hinters Licht führten und die amtlichen Kontrolleure (meist) sehr alt aussahen. Recherchiert im Internet und zusammengestellt von Karl-Heinz Dittberner Berlin |
| 2001 |
| Schweinemast-Skandal | 01 |
| 20. Januar 2001 | Durch einen Bericht des Spiegel wird bekannt, daß Tierärzte aus Bayern und Österreich an viele hundert Schweine- Bauern illegal Arzneimittel zur Förderung der Tiermast verkauft haben. Darunter waren Hormone und Impfstoffe sowie in großem Umfang Antibiotika. Wegen der Schlamperei der bayerischen Aufsichtsbehörden verliert die bayerische Staatsministerin für Gesundheit, Barbara Stamm (CSU), ihr Amt. |
| Kochschinken mit Wasser gestreckt | 02 |
| 1. Dezember 2001 | Zu Fleischpanschern, die Kochschinken- und Putenfleisch mit Wasser strecken, gehören Firmen aus dem gesamten Bundesgebiet. So wurde u. a. in Bayern Kochschinken gefunden, der durch die unerlaubte Zugabe von Eiweißhydrolysaten einen Wasseranteil von 35 % aufwies. Die Behörden verschweigen Produktnamen und Hersteller. [mehr] |
| Chloramphenicol in Shrimps | 03 |
| Dezember 2001 | Aus Asien gelangen Shrimps nach Deutschland, die mit dem in der EU verbotenen Antibiotikum Chloramphenicol belastet sind. Das Verbraucherschutzministerium gerät in die Kritik, weil Warnmeldungen verschleppt wurden. 2 Mitarbeiter des Ministeriums werden von ihren Aufgaben entbunden. Die EU beschließt, die Einfuhr von Shrimps, Geflügel, Honig und Kaninchenfleisch aus China zu verbieten. [ZEIT: Shrimp-Farmen] |
| Verdorbener Räucherlachs | 04 |
| Dezember 2001 |
Nach einer Untersuchung der
Stiftung Warentest sind von 22 getesteten Sorten Räucherlachs nur
4 empfehlenswert. 10 getestete Vakuum- Packungen waren verdorben,
obwohl das Haltbarkeitsdatum (MHD) noch nicht abgelaufen war. Es wurden
zahlreiche Keime und in 2 Fällen auch Listerien in erhöhter
Anzahl gefunden, die für Menschen mit Immunschwäche oder
Schwangere gefährlich werden können. Die 4 Lachs- Sorten, die
die Noten gut und befriedigend bekamen, stammten
aus der Massenproduktion von Lachsfarmen. Am schlechtesten schnitten
ausgerechnet 2 teurere Wildlachs- Sorten ab. Auch die beiden getesteten
Bio- Lachse bekamen in dem Test die Note mangelhaft.
|
| Salmonellen in Schokolade | 05 |
| 20. Dezember 2001 |
Das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz (BgVV) teilt mit, daß in
Deutschland nach dem Verzehr von Schokolade eine Häufung von Erkrankungen an
Salmonella Oranienburg, einem seltenen Salmonellen- Typ, aufgetreten ist.
|
| 2002 |
| Chloramphenicol in Kalbfleisch | 01 |
| Januar 2002 | Durch einen verwaltungstechnischen Irrtum (sagen die Behörden) gelangt mit Chloramphenicol belastetes Kalbfleisch aus den Niederlanden nach Deutschland und hier in den Handel. |
| Antibiotika in Honig aus China | 12 |
| März 2002 | Nach Schleswig-Holstein und Thüringen ist auch in Hamburg mit Antibiotika verunreinigter Honig entdeckt worden. Die Behörden stellten rund 203 Tonnen mit dem Antibiotikum Streptomycin verseuchten chinesischen Honig bei der Einfuhr sicher. Der Honig durfte nicht eingeführt werden. Es wird jetzt jede Partie untersucht, nachdem die EU am 30. Januar 2002 chinesische Erzeugnisse tierischen Ursprungs wegen mangelhafter Rückstandskontrollen gesperrt hatte. (taz 2.3.2002) |
| Acrylamid in der Nahrung | 02 |
| April 2002 |
Jahrzehntelang war der Wissenschaft entgangen, daß beim Backen sowie beim
Fritieren von Kartoffeln das krebserregende
Acrylamid entstehen
kann. Erst nach dem Zufallsfund schwedischer Forscher, die ihre Warnung
im April 2002
publizierten, konnte Alarm gegeben werden. In Keksen, Butterkeksen, Crackern, Chips,
Kartoffelchips, Knäckebrot und Pommes frites wurden daraufhin auch in Deutschland
teilweise Acrylamid- Konzentrationen gefunden, die den Grenzwert für
Lebenmittelverpackungen von 10 Mikrogramm/kg um mehr als das Hundertfache
überstiegen.
|
| Anfang Oktober 2002 |
Die Ursache der Entstehung von Acrylamid in Lebensmitteln
ist grundsätzlich geklärt. Danach bildet sich Acrylamid beim starken Erhitzen von
Nahrungsmitteln wie Kartoffeln oder Mehlen, die bestimmte Zucker (Glucose) und die
natürliche Aminosäure Asparagin enthalten.
|
| Nitrofurane in Geflügel | 03 |
| Mai 2002 | In Hessen sind mehr als 6,5 Tonnen Geflügelfleisch aus Thailand in den Handel gekommen, das mit verbotenen Nitrofuranen verseucht war. Der hessischen Lebensmittel- Überwachung war die Verseuchung mit dem Antibiotikum nicht aufgefallen. Denn sie hatte keine vorsorglichen Proben genommen. Nur noch wenige Kilogramm Fleisch konnten nach einer Warnung beschlagnahmt werden. Die Masse war längst gegessen. |
| Nitrofen im Bio-Getreide | 04 |
| 24. Mai 2002 |
Die Öffentlichkeit erfährt, daß in Deutschland im
großen Stil Öko- Futterweizen mit dem verbotenen Herbizid
Nitrofen vergiftet wurde, was den deutschen Kontroll- Behörden
trotz 200.000-facher Grenzwert- Überschreitung (zunächst) nicht auffiel
|
| 9.April 2004 |
Der Nitofen- Skandal wird obwohl es der bislange größte Öko-Skandal ist
keinerlei strafrechtliche Konsequenzen haben. Es habe nicht nachgewiesen werden können, daß
das nitrofenbelastete Bio- Getreide die Gesundheit eines Menschen konkret gefährdet
habe, heißt es bei der Staatsanwaltschaft.
|
| Synthetisches Hormon im Schweinefleisch | 05 |
| BSE-Risiko bei niederländischen Hähnchen | 06 |
| 8. Juli 2002 | Durch einen Bericht der britischen Zeitung The Guardian wird bekannt, daß niederländische Geflügel- Produzenten seit 5 Jahren Tiefkühl- Hähnchen mit Rinder- Proteinen spritzen, was ein mögliches BSE- Risiko darstellen kann. Mit dieser betrügerischen Methode kann das Fleisch mehr Wasser binden, so daß ein höherer Verkaufspreis erzielt wird. |
| Hormone auch im Fruchtsirup | 13 |
| 9. Juli 2002 |
Das zunächst nur in Schweinefutter gefundene verbotene
Geschlechtshormon MPA ist von der belgischen Behörde für Lebensmittelsicherheit nun
auch in Erfrischungsgetränken festgestellt worden. Belasteter Fruchtsirup wurde auch nach
Deutschland geliefert.
|
| Tetracyclin in Putenfleisch aus Italien | 07 |
| 12. Juli 2002 |
Die Umweltschutzorganisation
Greenpeace weist daraufhin, daß importierte Puten- Produkte eines
italienischen Unternehmens das Antibiotikum Tetracyclin enthalten. Bei der
Firma handelte es sich um die "Agricola Italiana Alimentare" (AIA) aus
Verona. Der Antibiotika- Nachweis deutet daraufhin, daß Tetracycline
weiterhin als Wachstumsbeschleuniger in der Tierzucht eingesetzt werden,
obwohl dies bereits seit 1974 EU-weit verboten ist.
|
| Tetracyclin im Kalbfleisch | 08 |
| 13. Juli 2002 | Erneut sind hohe Dosen Tetracyclin in Kalbfleisch nachgewiesen worden, obwohl das Antibiotikum in der Tiermast seit 1974 EU-weit verboten ist. [mehr] |
| Verdorbenes Geflügelfleisch im Handel | 09 |
| Ende Oktober 2002 | Durch einen Test der Stiftung Warentest wird bekannt (Test11/2002, Seite 21), daß einige Produzenten von Geflügelteilen entweder Probleme mit der Hygiene haben oder ein falsches Haltbarkeitsdatum (MHD) angeben. Denn von 34 abgepackten, frischen Geflügelteilen (Brust und Schenkel von Huhn und Pute) waren 5 am Verbrauchsdatum nicht mehr genießbar. Verdorben waren Produkte von Grüne Wiesen (Bio-Produkt!), Père dodu, Pic'Or und Pollux. Dieses Geflügelfleisch roch beim Auspacken säuerlich und stechend. [mehr] |
| Blei im Brotgetreide | 10 |
| 31. Oktober 2002 |
Durch einen Bericht des ARD-Politmagazins
Kontraste (SFB) wird bekannt, daß
die Märka GmbH aus Brandenburg, ein großer deutscher Getreidehändler,
Roggen und Weizen auf dem blanken Boden von Hallen des früheren Miltärflughafens
Werneuchen lagert. Die Hallen sind sehr belastet, da hier bis vor 10 Jahren noch
Abfangjäger und Hubschrauber der Roten Armee standen und gewartet wurden. Eine
Analyse von Proben ergab sehr bedenkliche Bleirückstände sowie eine hohe
Konzentration von Diesel, Öl und Schmierstoffen. Die Firma Märka GmbH lieferte
Getreide aus dieser Gifthalle von Werneuchen an Abnehmer wie Bauernhöfe,
Großbäckereien und Backmittelhersteller von Hamburg bis ins Ruhrgebiet.
Die Behörden haben die Räumung der Halle verfügt.
|
| Nitrofurane in Hähnchenfleisch | 11 |
| 12. Dezember 2002 | Es wird bekannt, daß die Handelsgruppe Rewe (zumindest) im Oktober in Hamburg in ihren Penny- Märkten Hähnchen- Nuggets der Marke Salto verkaufte, die mit krebserregenden Nitrofuranen belastet waren. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat Proben des Hähnchenfleisches, das aus Brasilien stammen soll, beim NAFU- Labor untersuchen lassen. Das seit 1993 in der EU verbotene Antibiotikum wird offensichtlich in Brasilien noch immer in der Massentierhaltung von Geflügel eingesetzt. |
| 2003 |
| Krebserregendes SEM in Twist-open-Glaskonserven gefunden | 06 |
| Juni 2003 |
Es wird bekannt, daß manche in Gläsern mit Twist-open-Verschluß verpackte
Produkte insbesondere auch Gläschen mit Baby-Nahrung mit dem im Tierversuch
krebserzeugenden Semicarbazid (SEM) belastet sind. Die Substanz stammt aus der Dichtmassen der
Deckel der Glaskonserven. Da Kontaminanten wie Semicarbazid in Lebensmitteln
grundsätzlich unerwünscht sind, löste das eine rege Beratungstätigkeit bei
der europäischen
Lebensmittel-Behörde EFSA aus.
|
| 2. August 2005 |
Die EU-Kommission hatte bereits am 6. Januar 2004 aus Vorsorgegründen die Richtlinie
2004/1/EG erlassen hat, wonach Azodicarbonamid (Semicarbazid) ab dem 2. August 2005 nicht mehr
bei Twist-open-Deckeln verwendet werden darf.
|
| Salmonellen-Quelle blieb unklar | 05 |
| Sommer 2003 |
Jährlich werden über 70.000 Fälle von Salmonellen- Erkrankungen
(Salmonellose) gemeldet. Im Sommer 2003 bemerkte das Nationale Referenz- Zentrum
für Salmonellen (Institut für Hygiene und Umwelt, Hamburg) eine starke
Zunahme von Infektionen mit dem eher seltenen Erreger Salmonella Anatum, vor
allem in den westlichen Regionen der Bundesrepublik. Eine Infektion mit
Salmonella Anatum kann beim Menschen eine akute Enterokolitis auslösen.
Die Erkrankung kann durch kontaminierte Lebensmittel, aber auch durch Kontakt zu
infizierten Tieren verursacht werden. Eine daraufhin durchgeführte
umfangreiche epidemiologische und mikrobiologische Untersuchung durch das
Robert-Koch-Institut (RKI, Berlin)
konnte die Salmonellen- Quelle nicht klären
|
| Säuglingsmilch enthielt nur Spuren des lebensnotwendigen Vitamins B 1 | 01 |
| 11. November 2003 |
Seit Juni 2003 sterben in Israel 2 Säuglinge mit Gehirnschäden und weitere 15
Babys sind schwer erkrankt mit Symptomen wie Erbrechen, Durchfall, Krämpfen und
extremer Unruhe. Als Ursache wird letztendlich der von Humana (Herford) produzierte Muttermilch- Ersatz Remedia
Super Soya 1 ermittelt. Diese koscher in Deutschland hergestellte und von der
Heinz- Tochter Remedia nur in Israel vertriebene vegetarische Soja- Milch enthielt viel zu
wenig Vitamin B 1, so daß die Säuglinge an Mangel- Erscheinungen mit massiven
Störungen des Zentralnervensystems litten. Humana räumt am 11.11.2003 ein,
daß durch menschliches Versagen
(falsche Berechnungen) die Zugabe von künstlichem Vitamin B 1 bei
der Herstellung falsch bemessen worden sei. Die Säuglingsmilch enthielt
nur 1/10 der erforderlichen Menge an Vitamin B 1.
|
| 17. November 2003 |
Die Herforder Humana Milchunion GmbH
leistet quasi den Offenbarungseid, als sie das Ergebnis betriebsinterner Untersuchungen
vor der Presse bekanntgibt: Vier verantwortliche Mitarbeiter wurden heute
entlassen. Humana kündigt zudem Konsequenzen aus den Fehlern bei der Produktion
von Säuglingsnahrung an.
|
| 21. November 2003 |
Die Weltgesundheitsorganisation WHO
warnt weltweit vor der Verfütterung der Soja- Babymilch des Herstellers Humana.
|
| 1. August 2004 | 17 israelische Familien werden von der deutschen Firma Humana und dem israelischen Partnerunternehmen Remedia bis zu 18,5 Millionen Euro Schadensersatz erhalten. [Humana zahlt Entschädigung] |
| Gepanschter bulgarischer Wein | 02 |
| 26. November 2003 | Durch einen Bericht des Berliner Tagesspiegel wird erstmals bekannt, daß seit dem Frühjahr 2003 Berlin und Ostdeutschland mit gepanschtem Billigwein aus Osteuropa (vorwiegend aus Bulgarien) überschwemmt wurde. In den meisten Fällen handelt es sich um die Marke Rosenthaler Kadarka. Der Wein ist mit bis zu 50 % Wasser verdünnt. Und damit dieses nicht auffällt, ist er durch den Zusatz von Alkohol, Farbstoffen, Glyzerin und Zucker getarnt worden. Da keine Gesundheitsgefahr bestehe, sei bislang die Öffentlichkeit nicht informiert worden, heißt es beim Bundesverbraucherministerium in Berlin [Ed: erneut ein sehr merkwürdiges Verständnis von Transparenz]. Bisher wurden über 100.000 Flaschen Pseudowein beschlagnahmt und von einer Firma in Brandenburg vernichtet. Die Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen. |
| Fleisch nicht BSE-getesteter Rinder kam in Deutschland in den Handel | 03 |
| Im November 2003 | Beim Abgleich der Daten aller 2003 erfolgten BSE-Tests mit denen der Rinder- Datenbank HIT in München bemerken die deutschen Aufsichtsbehörden, daß es rund 17.000 Fälle mit Unstimmigkeiten gibt. Die Öffentlichkeit erfährt davon zunächst nichts erst im Januar 2004. |
| 6. Januar 2004 |
Es wird erstmals bekannt, daß 2003 in Rheinland-Pfalz bei mindestens 76 und im
Saarland bei mindestens 51 geschlachteten Rindern keine gesetzlich vorgeschriebenen
BSE-Tests durchgeführt worden sind, das Rindfleisch aber in den Handel gelangte.
|
| 10. Januar 2004 |
Es wird sehr deutlich, daß in Deutschland die Kontrolle der BSE-Testmaßnahmen
durch die zuständigen Behörden der einzelnen Bundesländer nicht
funktioniert. 2003 sollen nun sogar mindestens 1000 Rinder nicht BSE-getestet worden
sein, deren Fleisch dennoch in den Handel kam bzw. weiterverarbeitet worden ist. Im
Laufe des Jahres ist das niemandem aufgefallen.
|
| 13. Januar 2004 |
Fast 1400 Rinder sind in Deutschland 2003 ohne BSE- Test geschlachtet und vermarktet
worden. Das teilte Agrar- Staatssekretär Alexander Müller in Berlin mit.
Knapp 500 von ihnen seien so genannte Geburtstagsfälle, die genau
mit 24 Monaten geschlachtet worden seien. Rund 3000 Zweifelsfälle in den
Ländern müssen noch aufgeklärt werden.
|
| 6. März 2004 |
Es steht nun fest, daß sogar Rindfleisch mit dem
QS-Qualitätssiegel der CMA ohne BSE-Test in den Handel gekommen ist.
|
| Vergiftete Mineralwässer und Milchprodukte in Italien | 04 |
| 2004 |
| Dioxine und PCB im Zucht-Lachs | 01 |
| 9. Januar 2004 | Durch eine in Science publizierte amerikanische Untersuchung wird bekannt, daß in Lachs aus Europas Zuchtfabriken Umweltgifte wie Dioxine und PCB in bedenklich hohen Konzentrationen enthalten sind. Beim Zuchtlachs lag der durchschnittliche Dioxin- Gehalt mit 1,88 ppb (Teile pro Milliarde) elfmal höher als bei Wildlachs (0,17 ppb). Mit chlorierten Kohlenwasserstoffen (PCB) war der Lachs aus Aufzuchtbetrieben ebenfalls deutlich stärker belastet (36,6 ppb im Vergleich zu 4,75 ppb). Auch bei 11 weiteren Umweltgiften gab es solche Unterschiede. |
|
Für die hohen Giftkonzentration machen die Forscher das auf Lachsfarmen verwendete
Fischfutter mit verseuchtem Fischöl verantwortlich. Sie empfehlen, auf soja- und
rapshaltiges Fischfutter umzusteigen. Untersucht wurden rund 700 verschiedene Lachs-
Proben auf 50 verschiedene Gifte. Eine Probe aus einem Frankfurter Supermarkt war so stark
belastet, daß davon nicht mehr als eine halbe Portion (55 Gramm) pro Monat gegessen
werden sollte, empfehlen die Autoren basierend auf Richtlinien der US- Umweltbehörde
EPA. PCBs zählen zu den giftigsten Substanzen überhaupt. Sie können unter
anderem Krebs, neuronale Veränderungen und Schädigungen des Immun- Systems
bewirken.
|
| Überlagerte Fleischwaren umetikettiert verkauft | 02 |
| 8. Februar 2004 |
Die Fleisch-Großhandelsfirma Mac Snack Food Import GmbH aus Stahnsdorf (Vorort von Berlin),
das sich im Internet als einer der größten Wurstanbieter und für
Berlin der größte private Zerleger von Frischfleisch empfiehlt, hat
offensichtlich Fleischwaren, dessen Mindesthaltbarkeit längst abgelaufen war,
umetikettiert, mit einem neuen, gefälschten Haltbarkeitsdatum versehen und in
den Handel gebracht. Die Fleisch- und Wurstwaren wurden u. a. an Altersheime,
Fleischereien, Gasstätten, Supermärkte und Krankenhäuser geliefert.
Die LKA- Fahnder konnten im Firmenlager noch tiefgekühlte Fleischprodukte mit
Verfallsdaten von 2001 und 2002 beschlagnahmen. Ob von den Fleischwaren eine ernste
Gefahr ausging, läßt sich noch nicht sagen. Die Untersuchungen laufen
noch. Inwieweit auch die MacSnack-Tochter MacFresh betroffen ist, ist
derzeit unklar.
|
| 13. Februar 2004 |
Erst durch einen Insider-Tip wurden die Kontrollbehörden auf die Machenschaften
der Firma MacSnack aufmerksam. Inzwischen wird gegen den für die amtlichen
Kontrollen zuständigen Tierarzt Dr. Lothar W. wg. Verdachts der Beihilfe zum
Verstoß gegen das Lebensmittelgesetz ermittelt. Erste Analysen ergaben,
daß das Fleisch von 2 Proben aus Berliner Supermärkten eindeutig verdorben
war.
|
| Hygiene-Mängel bei Frischgeflügel | 03 |
| 12. Februar 2004 | Erschreckende Hygienemängel bei Frischgeflügel aus der Selbstbedienungstheke hat der Westdeutsche Rundfunk (WDR) bei Stichproben festgestellt. Vorverpackte Hühnerbrüste, -schenkel und -schnitzel seien am aufgedruckten Verbrauchsdatum oft schon verdorben. Zwei Drittel der untersuchten 30 Proben waren am letzten Tag des Verbrauchszeitraums wegen sensorischer und mikrobiologischer Mängel nicht mehr verkehrsfähig gewesen. Die häufigsten Beanstandungen: Auffälliger, strenger Geruch und schleimiges, glitschiges, zum Teil auch verfärbtes Fleisch. Ebenso negativ fielen die Ergebnisse der Laboruntersuchung aus: Neben Darmbakterien und Eitererregern seien massenweise Pseudomonaden nachgewiesen worden. Das sind Keime die für den Fleischverderb verantwortlich sind. |
| Coca-Cola verkauft Leitungswasser | 04 |
| 3. März 2004 |
Ein richtiger Lebensmittel-Skandal ist es nicht, aber ein Skandal schon. In
Großbritannien zockt der Weltkonzern Verbraucher mit dem Verkauf des stillen
Mineralwassers Dasani ab. Die Halbliterflasche kostet 95 Pence (rund
1,43 Euro). Coca-Cola
mußte jetzt eingestehen, daß der Inhalt Leitungswasser ist,
abgefüllt in Sidcup vor den Toren Londons. Der Preis für den halben Liter
Leitungswasser beträgt in Sidcup 0,03 Pence (rund 0,045 Eurocent). Das ist ein
Aufschlag von über 3000 %! Dazu titelte die Londoner Times: It's the
real thing... Coke's tap water from Sidcup.
|
| 19. März 2004 |
Jetzt wurde bekannt, daß Dasani bei der Abfüllung zudem mit
potenziell krebserregenden Stoffen verunreinigt wurde. Dabei handelt es sich um
Bromat, einem Nebenprodukt der Trinkwasseraufbereitung mit Ozon.
|
| Gefährliche Salmonellen in deutschen Putenfleisch | 05 |
| 24. Juli 2004 |
Durch einen Bericht des Spiegel wird bekannt, daß in Dänemark in
deutschem Putenfleisch besonders gefährliche Salomonellen festgestellt worden sind.
|
| Gefährliche Bakterien in bayerischer Bio-Wurst | 06 |
| 24. September 2004 | Das bayerische Verbraucherschutzministerium hat heute vor dem Verzehr der Bio-Wurst Salametti luftgetrocknet der Firma Chiemgauer Naturfleisch GmbH gewarnt. Bei Kontrollen seien in diesem Produkt EHEC- Bakterien nachgewiesen worden. Die Bakterien könnten zu schweren Darminfektionen führen. Es gehe um Produkte in Packungen mit ca. 160 Gramm und mit Mindesthaltbarkeitsdaten zwischen dem 18.10. und dem 26.10.2004. Das Produkt wurde vor allem über Bio- und Naturkostläden in Bayern, Baden- Württemberg, Berlin, Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen vertrieben. |
| Bereits sehr geringe Mengen an EHEC-Bakterien können Krankheitssymptome auslösen. Diese reichen von leichtem wässerigen Durchfall teils mit Übelkeit und Erbrechen über blutigen Durchfall bis hin zu lebensbedrohlichen Komplikationen mit akutem Nierenversagen. Die Inkubationszeit beträgt zwischen 1 und 8 Tagen, in der Regel 1 bis 3 Tage. |
| Krebserregende Färbemittel in Gewürzen | 07 |
| 2. Oktober 2004 | Durch einen Vorab-Bericht des Spiegel wird bekannt, daß die Lebensmittel- Kontrolleure auf immer neue, teilweise krebserregende Farbstoffe in ausländischen Gewürzen stoßen. Beanstandete Ware stammt u. a. aus Indien, der Türkei, aus Osteuropa und den ehemaligen Sowjetstaaten. Im Mai 2003 warnte die EU erstmals vor indischen Chili- Erzeugnissen, die Sudanrot enthielten, ein krebserregendes Färbemittel für Schuhcreme und Mineralölprodukte. Dem baden-württembergischen Ernährungsministerium zufolge reißt die Kette an belasteten Proben in chilihaltigen Produkten seither nicht ab trotz verschärfter EU-Einfuhrkontrollen für die Gewürze. |
| Das Chemische Untersuchungsinstitut Bergisches Land in Wuppertal entdeckte jetzt zusätzlich Buttergelb in Curry- Gewürz und Nitroanilinrot in Paprikapulver. Auch Buttergelb gehört zur Klasse der so genannten Azofarbstoffe, die als krebserregend gelten. Nitroanilinrot ist eigentlich ein Textilfarbstoff. Sudanrot indes fanden Lebensmittel- Kontrolleure auch in Fertigprodukten wie gefüllten Teigwaren, Würz- und Nudelsoßen sowie in paprikafarbenen, pikant gewürzten Rohwürsten aus Italien und roten Gnocchi-Knödeln. Der Gehalt der illegalen Farbstoffe wird von den Experten als teilweise sehr hoch eingestuft. Ein Paprikapulver enthielt sogar 4 Gramm Sudanrot pro Kilogramm Gewürz. [Öko-Test 1995: Scharf und giftig] |
| 2005 |
| Aus Wasser Wurst gemacht | 12 |
| 11. Februar 2005 | Mehrere große Lebensmittelhersteller sollen Fleischwaren (Wurst) Wasser und Wasserbinder zugesetzt haben. Und das nicht erst seit kurzem, sondern bereits jahrelang. Durch den Wasserzusatz wird das Gewicht der Fleisch- und Wurstwaren erhöht, um an Material zu sparen. Diese Zugabe von Wasser ist nur schwer nachweisbar, deshalb läßt die Berliner Senatsverwaltung schon seit Dezember Proben testen. Die Ergebnisse stehen noch aus. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) informierte diese Woche die Landesbehörden und Verbände. Mehrere Bundesländer haben verstärkte Kontrollen angekündigt. |
| Überlagertes Hackfleisch umetikettiert | 01 |
| Anfang März 2005 | Es kam, wie es wohl kommen mußte. Die Preisschlachten und das Gewinnstreben der Discounter führten jetzt zu einem Lebensmittelskandal bei abgepacktem Fleisch. Es wurde bekannt, daß in zwei zum Metro- Konzern gehörenden Real- Supermärkten in Niedersachsen Hackfleisch, dessen Halbarkeitsdatum überschritten war, neu verpackt und wieder ins Regal gelegt wurde. Die zuständige Staatsanwaltschaft Oldenburg ermittelt wegen Verstoßes gegen die Hackfleisch- Verordnung und das Lebensmittelgesetz. Gegen Real hat es schon früher Verfahren wegen Fleisch- Umetikettierens gegeben: 1996 in Pirmasens (Rheinland- Pfalz), 2000 in Bobenheim- Roxheim (Rheinland- Pfalz) und 2003 in Paderborn (Nordrhein- Westfalen). (dpa 19.3.2005) |
| 3. November 2005 | Die Staatsanwaltschaft hat inzwischen 4 Strafbefehle beim Amtsgericht Hannover beantragt. Ein ehemaliger Real-Bezirksleiter soll demnach eine Haftstrafe von 9 Monaten auf Bewährung erhalten, 2 Fleischermeister und 1 Geselle Geldstrafen von 1000 bis 5000 Euro. (AP 3.11.2005) |
| Pestizide in Früherdbeeren | 03 |
| März 2005 | In Früherdbeeren aus Spanien und Marokko wurden erneut Rückstände von giftigen Pflanzenschutzmitteln (Pestiziden) festgestellt. Gesundheitlich besonders bedenklich seien die Mehrfachbelastungen mit bis zu 5 Pestiziden in 70 % der insgesamt 27 untersuchten Proben aus 7 deutschen Supermarktketten, teilte Greenpeace mit. [BVL-Bericht] |
| Gen-manipulierter Saat-Mais illegal aus den USA importiert | 02 |
| Anfang April 2005 | Es wird bekannt, daß die Schweizer Gentechnik-Firma Syngenta von 2001 bis 2004 den in den USA für den Anbau nicht zugelassenen Gen-Mais vom Typ Bt10 versehentlich vertrieben hatte. Auch nach Europa sollen um die 1000 Tonnen u. a. nach Frankreich, Spanien und Deutschland gelangt sein. Bt10-Mais enthält ein Gen, das gegen ein gängiges Antibiotikum (Ampicillin) resistent ist, das auch in der Humanmedizin häufig eingesetzt wird. Die Mais- Sorte ist in der EU verboten. Syngenta erklärte, dieses Marker- Gen sei inaktiv und stelle keine Gefahr für die menschliche Gesundheit dar. [mehr] |
| 15. April 2005 |
Die EU verhängt daraufhin einen Importstop für gentechnisch veränderten
Mais.
|
| Methylalkohol im Anis-Schnaps | 04 |
| Mai 2005 | In der Türkei ist es zu einer Massenvergiftung durch mit Methanol (Methylalkohol) versetztem Anis- Schnaps (Raki) gekommen. Es vergiften sich über xxx Menschen und mehr als 20 Menschen sterben. Die tödliche Dosis Methanol beträgt beim Menschen 0,51 g/kg Körpergewicht. |
| Reichlich Acrylamid in Kartoffel-Chips | 05 |
| 4. Juni 2005 | Messungen der Verbraucherorganisation Foodwatch haben ergeben, daß sich die Acrylamid- Werte bei 6 der 10 untersuchten gängigen Kartoffel-Chips gesteigert haben. Bei einer Sorte von Funny-frisch (Chipsfrisch ungarisch") verdreifachte sich sogar die Konzentration und lag damit. über dem sogenannten Signalwert der Bundesregierung. Daß es auch anders geht, zeigt der Testsieger: Er wies nur ein Sechstel der Belastung auf und wird von dem Discounter Lidl vertrieben. Das Krebsrisiko durch Acrylamid, so der Sachverständigenrat der Bundesregierung für Umweltfragen in seinem jüngsten Bericht, sei als nicht mehr tolerabel einzustufen. |
| Überlagertes Fleisch und Wurst umetikettiert | 06 |
| 18. Juli 2005 | Das Fernsehmagazin Report Mainz (ARD) berichtet in einem Beitrag Ekelfleisch im Supermarkt, daß es bei einigen Fleischverarbeitungsbetrieben üblich war (ist?), bereits verdorbene und abgelaufene Ware abzuwaschen, schon Grün angelaufene Stellen abzuschneiden, neu in Folie zu verpacken und mit einem neuen Mindesthaltbarkeitsdatum zu versehen. So sollen u. a. solche unzulässigen Praktiken bei dem niedersächsischen Unternehmen Stöver Produktion GmbH & Co. KG (Aldrup) von Zeugen beobachtet worden sein. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg ermittelt gegen den Betrieb sowie etwaige Subunternehmer. Welche Handelsketten die Firma Stöver mit abgepackten Fleischwaren belieferte, wurde in der TV-Sendung nicht mitgeteilt. [Verdorben und verschimmelt] |
| 19. Juli 2005 | In einem von der Firma Stöver bestellten Fax stellt das zuständige Veterinäramt fest: Nach der Wahrnehmung des Veterinäramtes des Landkreises Oldenburg haben sich keine Hinweise ergeben, die die gegen die Fa. Stöver erhobenen Vorwürfe bestätigen können. [mehr] |
| Tomaten mit Pestiziden belastet | 10 |
| 16. August 2005 | Die Stiftung Warentest hat von im Mai 2005 in 25 Läden eingekauften Tomaten unterschiedlicher Herkunft den Gehalt an Pestiziden untersucht. Nur 9 der 25 Proben waren nicht mit Pestiziden belastet. Bei 8 Proben wurden gleich 38 verschiedene Pestizide nachgewiesen vor allem Fungizide (Pilzmittel). Die 3 Proben untersuchter BIO-Tomaten waren pestizidfrei. Die höchsten Petsizid-Belastungen wiesen bei der Rewe-Tochter Minimal und bei Kaiser's/Tengelmann eingekaufte spanische Tomaten auf. (test 8/2005, Seite 1819) |
| Gen-Soja in Babynahrung | 07 |
| 30. August 2005 | Erstmals ist in Deutschland falsch etikettierte Babynahrung mit genveränderten Inhaltsstoffen im Handel aufgetaucht. Dabei handelt es sich um Bananen- Milchbrei eines großen Herstellers aus Nordrhein- Westfalen (Name nicht mitgeteilt!). Die amtliche Lebensmittelüberwachung in Thüringen hatte in 2 Proben dieses weit verbreiteten Babybreis eine zu hohe Menge an genverändertem Soja festgestellt. Der Brei war nicht wie vorgeschrieben gekennzeichnet. Der Babybrei hatte einen Gehalt von über 0,9 % Gen-Soja im Sojaanteil, der in der EU zugelassen ist. Nach den im vergangenen Jahr in Kraft getretenen EU-Kennzeichnungsvorschriften hätte das Produkt aber mit dem ausdrücklichen Hinweis enthält gentechnisch verändertes Soja etikettiert werden müssen. (Berliner Zeitung 2.9.2005) |
| Krebserregende Färbemittel in Gewürzen | 08 |
| 9. September 2005 | Die Senatsgesundheitsverwaltung von Berlin warnt vor dem Genuß des Gewürzes Chilies gebrochen Ekstra aci pul biber der Firma Europa Gewürze (Havi Doganay), da es den krebserregenden Farbstoff Sudan I enthält. Betroffen sind alle Lieferungen in vermutlich Ein-Kilo-Beuteln seit November 2004. (dpa 9.9.2005) [Öko-Test 1995: Scharf und giftig] |
| Olivenöle der Spitzenklasse enthalten Schadstoffe | 09 |
| 22. September 2005 | Die Stiftung Warentest hat jetzt festgestellt, daß von 26 untersuchten Olivenölen der Spitzenklasse native extra alle aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) oder Weichmacher (Phthalate wie DEHP) enthielten, die nicht enthalten sein dürfen. Bei 7 Produkten wurde sogar eine verbotene Wärmebehandlung festgestellt. 9 Olivenöle wurden mit der Note mangelhaft bewertet. |
| Mangelhaft sind: Bio-Olivenöl nativ extra (Edeka)*, Naturkind Natives Olivenöl extra (Kaiser's/Tengelmann)*, Kattus Italienisches Olivenöl nativ extra kaltgepreßt, Naturata Olivenöl aus Kreta nativ extra*, Fedele Basso Natives Olivenöl extra aus der Türkei, Gut & Gerne Olivenöl aus Kalamata Griechenland nativ extra*, Ener Italienisches Olivenöl nativ extra kaltgepreßt (Rossmann)*, Vom Fass Natives Olivenöl extra mit Basilikum- Extrakt, Ursini Natives Olivenöl extra mit frischem Basilikum, wobei die mit einem * markierten Öle als BIO-Produkte verkauft werden. Offensichtlich haben erneut die BIO-Prüfstellen versagt. Gute Olivenöle sind nur: Vom Fass Olio Santini Extravergine Di Oliva Toscano, Gaea Natives Olivenöl extra aus Kreta kaltextrahiert, Bancetto Natives Olivenöl extra aus Kreta kaltextrahiert (Edeka), Füllhorn Natives Olivenöl extra (Rewe)*, Luccese italienisches natives Olivenöl extra (Lidl). (test 10/2005, Seite 1823) |
| Schlachtabfälle als Fleisch verkauft | 11 |
| 12. Oktober 2005 | Ein Geschäftsmann aus Mittelschwaben (Bayern) soll seit Jahren aus der Schweiz tonnenweise Schlachtabfälle importiert und diese mit neuen Etiketten als Nahrungsmittel gewinnbringend in den Handel gebracht haben. Bei einer Durchsuchungsaktion bei Betrieben in Deggendorf und Illertissen sei entsprechendes Material sichergestellt worden, teilte heute die Staatsanwaltschaft in Memmingen mit. (dpa 12.10.2005) |
| 13. Oktober 2005 | Dieser bayerische Ekelfleisch-Skandal weitet sich aus. Bei einer Razzia in Bayern fanden die Ermittler heute in einem dritten Betrieb genußuntaugliche Schlachtabfälle in einem Kühlhaus für Lebensmittel. Der Abfall wurde in ganz Europa verkauft. Die Firma in Simbach am Inn sowie die beiden Betriebe in Deggendorf und Illertissen wurden sofort amtlich geschlossen. [MOPO-Bericht] [SPIEGEL-Bericht] |
| 14. Oktober 2005 |
Bei dem niederbayerischen Betrieb in Deggendorf handelt es sich um die Firma Frost GmbH.
Inzwischen gilt als sicher, daß bis zu 2.600 Tonnen umdeklarierter Schlachtabfällen
(K3-Material) an Lebensmittel- Produzenten in Bayern, Thüringen, Niedersachsen,
Rheinland-Pfalz, Italien, Ungarn und Frankreich geliefert worden sind. Die bayerische
Landesregierung hat deshalb heute eine umfangreiche Rückholaktion gestartet, da alle
Empfänger bekannt sein sollen.
|
| Bei Schlachtabfällen der Kategorie 3 (K3) handelt es sich nach einer EU-Verordnung von 2002 um Abfälle wie Schlachtkörperteile, Geflügelreste, Schweineschwarten und Knochen, die nicht für den menschlichen Verzehr bestimmt sind. Darunter können sich auch verfaulte Abfälle befinden (weshalb es in Deggendorf so furchtbar stank). Sie dürfen nur zu Hunde- oder Katzenfutter, Knochenmehl-Dünger oder zu Biogas weiterverarbeitet werden. Schlachtabfälle der Kategorie K1 und K2 sind Körperteile BSE-verdächtiger Tiere wie Rückenmark, Augen und Gehirn (K1) oder Magen- und Darminhalte von Schlachttieren (K2). Diese müssen verbrannt werden. |
| 17. Oktober 2005 |
Die Rückholaktion sei gescheitert, da bei den Empfängern keine Reste mehr des
Ekelfleisches vorzufinden waren, teilt das bayerische Verbraucherministerium mit. Das heißt
also, daß das Ekelfleisch offensichtlich über Supermärkte verkauft (und
längst gegessen) wurde. Namen der Supermärkte teilte die Behörde nicht mit.
Auch wurde nicht mitgeteilt, warum das Ekelfleisch der Wareneingangskontrolle des Handels nicht
aufgefallen war.
[mehr]
|
| 26. September 2006 | Vor dem Landgericht Memmingen beginnt der Strafprozess gegen den ehemaligen Geschäftsführer der Frost GmbH (Deggendorf). |
| Verdorbenes Geflügelfleisch verkauft | 13 |
| 3. November 2005 | Ein weiterer Fleischskandal zeichnet sich in Niedersachsen ab. Eine Firma im münsterländischen Lastrup soll tonnenweise verdorbenes Hühnerfleisch in den Handel gebracht haben. Die Oldenburger Staatsanwaltschaft ermittelt. Der Betrieb wurde geschlossen. (InfoRadio Berlin 3.11.2005) [mehr] |
| 4. November 2005 | Bei dem Lieferanten des ungenießbaren Geflügelfleisches handelt es sich um den niedersächsischen Zerlege- Betrieb Frischgeflügel Bünnemeyer GmbH, Vlämische Straße 1a, 49688 Lastrup ein Zweigwerk (ohne Zulassung) der Firma Bünnemeyer in 49699 Lindern (EZG 305). Das völlig verdorbene Fleisch wurde in ganz Deutschland verkauft vorwiegend über Zwischenhändler an Imbiß- und Döner-Buden. Der Skandal wurde nicht etwa durch die Behörden publik, sondern diese reagierten erst auf einen Bericht der Nordwest- Zeitung (Oldenburg). Heute wurden im gesamten Bundesgebiet Betriebe durchsucht und Fleisch, das zum Himmel stank, beschlagnahmt. (InfoRadio Berlin 4.11.2005 + Internet-Recherche) [mehr] |
| 15. November 2005 | Der Fleischskandal-Betrieb wird von den Behörden komplett geschlossen. (dpa 15.11.2005) |
| 12. September 2006 | Der Geflügelfleischhändler Alfons Bünnemeyer wurde dennoch und trotz Berufsverbots wieder in Sachen Gammel- Fleisch aktiv. Er wurde heute verhaftet. [mehr] |
| Ende Mai 2007 | Im Prozeß vor dem Oldenburger Landgericht beantragt die Staatsanwaltschaft für den Geflügelfleischhändler ein Haftstrafe von 4 Jahren und 9 Monaten. [mehr] |
| 7. Juni 2007 | Das Oldenburger Landgericht verurteilte den Geflügelfleischhändler zu einer Haftstrafe von 4 Jahren und 3 Monaten sowie zu 5 Jahren Berufsverbot. Er will Revision einlegen. (InfoRadio Berlin 7.6.2007) |
| Überlagertes Roastbeef und Puten-Hackfleisch umetikettiert | 14 |
| 18. November 2005 | Lebensmittel-Kontrolleure haben im Kühlhaus der Firma Frigoropa (NW-EK 550) in Gelsenkirchen in Nordrhein- Westfalen (NRW) 60 Tonnen verdorbenes Fleisch mit abgelaufenem Haltbarkeitsdatum beschlagnahmt. Das Roastbeef und Putenhackfleisch sei nicht für den menschlichen Verzehr geeignet, berichten die Westfälischen Nachrichten (Münster). [mehr] |
| 22. November 2005 | Der Fleisch-Skandal hat sich stark ausgeweitet. Inzwischen wurde in Niedersachsen auch verdorbenes Schweine- und Pferdefleisch beschlagnahmt. In NRW haben die Kontroll- Behörden damit begonnen, alle Kühl- und Lagerhäuser zu durchkämmen. [mehr] |
| 25. November 2005 | Der Fleisch-Skandal hat nunmehr europäische Dimensionen erreicht. Bundesweit wurde in etwa 50 Kühlhäusern verdorbenes Fleisch, das aus verschiedenen Ländern stammt, beschlagnahmt. Es sollen nun alle deutschen Fleisch-Lager überprüft werden. [mehr] [Reaktion der neuen Bundesregierung] |
| NESTLÉ-Babymilch mit Chemikalie verunreinigt | 15 |
| 22. November 2005 | In vom Nestlé- Konzern in Spanien produzierter flüssiger Babymilch der Marken "Mio" und "Nidina" wurden Spuren von Isopropyl-Thio-Xanthone (ITX) festgestellt. Dieser Stoff stammt aus der Beschriftung der von Tetra-Pak in den Niederlanden hergestellten Milchverpackungen. Es ist unklar, ob dieser Stoff giftig ist. Da die Substanz aber Gesundheitsrisiken birgt, ist die damit verunreinigte Babymilch ungenießbar. Nestlé hat inzwischen in Frankreich, Italien, Portugal und Spanien eine Rückrufaktion der ITX-kontaminierten Babymilch gestartet. In Italien sollen bereits von den Behörden 30 Mio. Liter der Nestlé- Milch beschlagnahmt worden sein. Die in Deutschland und der Schweiz von Nestlé vertriebene Babymilch soll von den Verunreinigungen nicht betroffen sein. (InfoRadio Berlin 22.11.2005 + Internet-Recherche) [mehr] |
| 23. November 2005 | Der Nestlé-Skandal ist eigentlich ein Skandal von Tetra-Pak. Es ist bislang nicht auszuschließen, daß auch andere Produkte wie Säfte ganz anderer Herssteller, die Tetra-Pak- verpackt sind, vom ITX- Problem betroffen sein könnten. Bereits Ende 1988 waren Tetra-Paks dadurch aufgefallen, daß sie damals Dioxine enthielten. [Kommentar] |
| Fleisch verdorben, verschimmelt und falsch etikettiert | 18 |
| 24. November 2005 | In Troisdorf bei Bonn schließen die Behörden einen Fleischhandel. In dem Betrieb fanden Lebensmittel- Kontrolleure Rindfleisch, Schweinefleisch, Geflügelfleisch und Wurstwaren. Die Fleischwaren seien größtenteils falsch etikettiert, verdorben sowie verschimmelt gewesen und haben die Mindesthaltbarkeitsdaten überschritten gehabt. Ein Zusammenhang mit den anderen Fleisch- Skandalen bestehe nicht, heißt es. Der Besitzer des Betriebs wurde festgenommen. [mehr] |
| MILUPA-Kinderkakao mit Chemikalie verunreinigt | 16 |
| 26. November 2005 | Deutschland ist nun doch von der ITX- Problematik bei Tetra-Paks betroffen. Auch in von Milupa vertriebene Kakao-Milch für kleine Kinder der Marke Milupino wurde die Substanz Isopropyl-Thio-Xanthone (ITX) nachgewiesen. Eine Rückrufaktion habe es bislang nicht gegeben, heißt es. Sollte sich der Fall bestätigen, hat nach der Nestlé- auch die Milupa- Qualitätssicherung versagt, da die kontaminierte Milch in den Handel gelangte. (InfoRadio Berlin 26.11.200521.22) [mehr] |
| 27. November 2005 | Durch einen Bericht der Berliner B.Z. am Sonntag wird bekannt, daß der Milupa- Kinderkakao bereits im August 2005 mit dem Druckfarben- Stabilisator ITX verseucht war und 8 Wochen lang verkauft wurde. Ende September hat Milupa davon erfahren und die Verpackung umgestellt. Eine Rückrufaktion wurde nicht eingeleitet, so daß noch verseuchter Kinderkakao im Handel sein kann. Die alten Tetra-Paks sind nicht von den neuen zu unterscheiden. Milupa stuft die ITX-Belastung ihrer Kakao-Milch als ungefährlich ein. Das Bundesverbraucherministerium hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) damit beauftragt, die Gefährlichkeit von ITX in Kindermilch zu klären. Milupa war bereits 1994 durch eine Pestizid-Belastung von Babynahrung aufgefallen. [siehe auch den Nestlé-Fall] [Babymilch-Rückruf 2007] |
| Obst und Gemüse extrem mit Pestiziden belastet | 17 |
| 28. November 2005 | Greenpeace hat in einer Studie Obst und Gemüse aus Supermärkten untersuchen lassen. Dabei wurde festgestellt, daß vor allem Obst und Gemüse aus Süd-Europa teilweise extrem mit Rückständen von Pestiziden belastet ist. Empfehlenswert sei kein Kauf gewesen, heißt es. Bei den Analysen wurden sogar verbotene Substanzen gefunden. Greenpeace hat inzwischen Strafanzeige gestellt. Besonders negativ aufgefallen sind Lidl und Real. Uneingeschränkt empfehlenswert waren nur BIO-Obst und BIO-Gemüse. (InfoRadio Berlin 28.11.200516.28) [mehr] |
| REWE verkaufte Gammelfleisch im Supermarkt | 19 |
| 2. Dezember 2005 |
Trotz der Riesen-Diskussion um die Fleischskandale entdeckte jetzt eine Kundin in einem Kölner
Minimal-Markt des REWE-Konzerns
umetikettiertes Fleisch. Das alte Etikett mit abgelaufenem Datum sei mit einem neuen
Haltbarkeitsdatum überklebt worden, berichtet der WDR.
Daraufhin fand die Kölner Lebensmittel- Überwachung auch manipulierte
Wurstverpackungen. In einigen Fällen war die Ware eindeutig verdorben gewesen. Es ist
nicht das erste Mal, daß REWE durch unseriöse Manipulationen auffällt.
|
| Bayerns Behörden verteilten Gammelfleisch | 20 |
| Überlagertes Fleisch, Wurst und Käse umetikettiert | 22 |
| Geflügel und Lachs bakteriell belastet | 21 |
| Plastik-Verpackungen gefährden wg. BPA die Gesundheit | 23 |
| 13. Dezember 2005 | Durch eine brisante Studie amerikanischer Forscher wurden jetzt die Behörden alarmiert. Danach könnte der in Lebensmittel- Verpackungen aus Plastik enthaltene Weichmacher Bisphenol A (BPA) schon in extrem geringen Mengen die Gehirn- Entwicklung bei Kindern und Ungeborenen stören. BPA ist in allen Plastikbechern, Geschirr, Bestecken und Einwegflaschen aus Kunststoff sowie in der Innenbeschichtung von Konserven- Dosen enthalten. Seit den 50er- Jahren setzt die Industrie BPA bei der Herstellung von Plastik- Verpackungen aller Art ein. [mehr] |
| Gen-manipulierte Saat-Maissorten in Deutschland zugelassen | 24 |
| 14. Dezember 2005 |
Das Bundessortenamt (Hannover), das dem Agrarminister Horst Seehofer (CSU) unterstellt ist, hat heute 3
Sorten Gen-Mais zugelassen. Damit ließ erstmals diese Behörde auf Druck der
Industrie-Lobby gentechnisch veränderte Pflanzen zum Anbau in der deutschen Landwirtschaft
zu, obwohl die damit verbundenen Risiken nach wie vor
wissenschaftlich ungeklärt sind. Seehofers Vorgängerin, Renate Künast (Grüne), hatte
dem Gen-Mais der Firmen Monsanto und Pioneer die Zulassung verweigert.
|
| Speiseöle enthalten Weichmacher | 25 |
| 15. Dezember 2005 | Bei der Untersuchung von 50 Speiseölen verschiedener Sorten hat die Stiftung Warentest festgestellt, daß davon 18 Öle darunter BIO-Produkte mit für die Gesundheit kritischen Weichmachern wie Diethylhexylphthalat (DEHP), Butylbenzylphthalat (BBP) oder Tri-iso-Butylphosphat belastet waren. Die Quelle der Belastung sei unklar, heißt es [Ed: meistens werden diese aus Kunststoffen herausgelöst]. Grundsätzlich sind solche Weichmacher in Nahrungsmitteln unerwünscht. Das ist auch technisch möglich, wie die Warentest-Liste der Ölsorten ohne Weichmacher zeigt. (test 1/2006, Seite 2324) [Liste 1 der Ölsorten] |
| Französischer Weichkäse mit EHEC-Bakterien belastet | 26 |
| 18. Dezember 2005 | Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) warnt eindringlich vor dem Verzehr von Weichkäse aus der französischen Molkerei Laiterie du Val d Ay. In aus Rohmilch hergestelltem französischem Camembert und Coulommiers- Weichkäse sind gefährliche EHEC- Kolibakterien festgestellt worden, von denen ein hohes gesundheitliches Risiko ausgehe. Betroffen sind Käse der Marken Reo, Reaux, Laiterie du Val d Ay, Le Gaslonde sowie auch Butter der Marke Beurre cru bzw. Le Gaslonde. Die Produkte der Laiterie du Val d Ay sind auch in Deutschland vertrieben worden. Der Hersteller hat inzwischen alle Produkte mit der auf der Verpackung angegebenen ovalen Veterinärkontrollnummer 50.267.01 zurückgerufen. In Frankreich sind bereits 4 Menschen nach dem Verzehr des betroffenen Käses erkrankt. (AP 18.12.2005) |
|
|
[ Zum 1. Teil ] [ Ergänzungen oder Fehler mitteilen ] [ Zum 3. Teil ] |
|
|||
Anmerkungen und wichtige Quellen:
(10. Ed. 3.1.2011)
| Rubriken dieser ersten deutschen Internet-Seiten, die sich kritisch mit Lebensmitteln befassen (1993 gestartet) | |||
|
|
|
|
|
| Zur Site-map des »khd-research.net« | |||
|