| 1971 | 1972 | 1973 | 1974 | 1975 | 1976 | 1977 | 1978 | 1979 |1.8.2007 (khd). Im Rahmen seiner Berichterstattung über BSE und dessen Folgen erinnerte am 4. Dezember 2000 der SPIEGEL im Heft 49/2000 an einige herausragende Lebensmittel- Skandale in Europa. Da wurde es Zeit, ins eigene Archiv zu greifen, um diese Skandal- Chronik in wesentlichen Punkten zu ergänzen und auch bei Bedarf fortzuschreiben, zumal diese Profi-Journalisten bei der Fortschreibung solcher Aufstellungen fast nie am Ball bleiben.
Zu den
aktuellen Skandalen
Bei der Lektüre wird deutlich, daß die Kontrolle der Lebensmittel- Sicherheit miserabel ist aber nicht nur in Deutschland. Dabei hatte doch bereits das Umweltmagazin Natur im September 1989 der deutschen Politik unmißverständlich ins Stammbuch geschrieben, wo genau dringender Handlungsbedarf bei der Entwicklung zu einer verbraucherorientierten Lebensmittel- Überwachung besteht.
Und so informiert die
US-Behörde FDA über
Lebensmittel-Panscher:
Recent Warning Letters.
[ Ein Beispiel ]
Links mit dem Symbolzeigen auf Infos im Internet, die die Aussage belegen. Leider waren nicht in allen Fällen solche Informationen im Netz auffindbar. xxx = Text folgt demnächst. MHD = Mindesthaltbarkeitsdatum.
I n d e x : [ Übersicht nach Lebensmitteln ]
| 1970
|
Europas wichtigste Lebensmittel-Skandale Wie uns kriminelle Geschäftemacher mit Pfusch ohne Grenzen hinters Licht führten und die amtlichen Kontrolleure (meist) sehr alt aussahen. Recherchiert im Internet und zusammengestellt von Karl-Heinz Dittberner Berlin |
| 2008 |
| Vergammelte Schweineköpfe zu Wurst verarbeitet? | 01 |
| 21. Januar 2008 | Das ARD-Fernsehmagazin "Report Mainz" berichtet, daß im Kreis Vechta (Niedersachsen) ein Fleischverarbeiter seit März 2007 wöchentlich 4 Tonnen total vergammelte Schweineköpfe zu Wurstfleisch verarbeitet haben soll. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg ermittelt. [mehr] |
| 22. Januar 2008 | Nach Informationen der "Kleine Zeitung" soll es sich um die Firma BFZ Brägeler Fleischzerlegung GmbH in Lohne (Kreis Vechta) handeln. |
| Fleischskandal in Frankreich | 04 |
| 26. März 2008 | Viele Franzosen sind an Durchfall und Schwindel erkrankt, weil sie mit Coli-Bakterien verseuchtes Hackfleisch gegessen haben. Über die Supermarktketten Carrefour und Monoprix waren rund 2,5 Tonnen verseuchtes Fleisch verkauft worden. Offensichtlich wurde beim Schlachten unsauber gearbeitet. (n-tv 26.3.2008) |
| Italienischer Mozzarella Dioxin-belastet | 02 |
| 27. März 2008 | Im italienischem Mozzarella-Käse aus der Gegend um Neapel wurden Spuren des krebserregenden Dioxin gefunden. Die EU-Kommission hat Italien aufgefordert, eine bessere Produkt-Kontrolle vorzunehmen. (D-Radio 27.3.2008) [mehr] |
| Weinpanscherei in Italien | 03 |
| 4. April 2008 | Es wird bekannt, daß in Italien 70 Millionen Liter Billig-Wein durch Zusatz von krebserregenden Stoffen und Salzsäure massiv verpanscht in den Handel gelangen konnten. Dieser Tafel-Wein soll nach Angabe der italienischen Regierung nicht exportiert worden sein. (Info-Radio 4.4.2008) [mehr] |
| Neuer Fleischskandal in Bayern? | 05 |
| 16. April 2008 | Staatsanwaltschaft und Lebensmittelprüfer haben in Bayern offenbar einen weiteren Skandal aufgedeckt. Ein unterfränkischer Betrieb soll Schlachtabfälle wie Rinderhäute als Lebensmittel weiterverkauft haben. (Info-Radio 16.4.2008) [mehr] |
| Milch-Skandal in Bayern? | 08 |
| 13. Juni 2008 | In den Milchwerken Oberfranken West in Wiesenfeld (Landkreis Coburg) ist es bei der Herstellung von Milchprodukten (u. a. Käse) offensichtlich zu "erheblichen Unregelmäßigkeiten" gekommen. Gut eine Woche nach einer großangelegten Durchsuchung teilten Polizei und Staatsanwaltschaft heute mit, daß dort Lebensmittelproben sichergestellt wurden. (ddp-bay 13.6.2008) |
| 4. Juli 2008 | Von 37 untersuchten Proben waren 17 (46 %) wegen vor allem irreführender Angaben zu Fettgehalt und Konservierungsstoffen zu beanstanden. In einzelnen Fällen wurden nicht zugelassene Zusatzstoffe verwendet sowie Schimmelbefall festgestellt. Als gesundheitsschädlich wurde keine Probe eingestuft. Das Landratsamt Coburg ordnete an, daß die Firma bestimmte Käsesorten erst nach Untersuchung durch ein unabhängiges Labor wieder ausliefern darf. (ddp-bay 4.7.2008) |
| Wein und Sekt mit Glycerin verpanscht | 06 |
| 14. Juni 2008 | Ob das ein neuer oder Altlasten eines alten Skandals sind, bleibt derzeit etwas unklar. Seit Januar 2007 wurden in Rheinland-Pfalz fast 3 Mio. Liter Wein und Sekt beschlagnahmt, die mit dem verbotenen Glycerin verpanscht waren. Der Grundwein soll aus Italien und Spanien geliefert worden sein. (B.Z. 14.6.2008) |
| Gammel-Käse aus Italien | 07 |
| 4. Juli 2008 | In Italien wurde völlig überlagerter, verdorbener und verschimmelter Käse ‚aufgefrischt‘ und als Gorgonzola, feiner Mozzarella und Schmelzkäse wieder in den Handel gebracht. Insgesamt sollen seit Jahren mindestens 11.000 Tonnen Gammel-Käse ausgeliefert worden sein, auch nach Deutschland. (Info-Radio 4.7.2008) [mehr] |
| 5. Juli 2008 | Vom Käse-Skandal sind viele Marken betroffen, darunter die italienischen Marken Galbani, Granarolo und Prealpi. Eine Liste der betroffenen Produkte publizierten die Behörden nicht. Der vermutlich beteiligte Betrieb im bayerischen Woringen wurde inzwischen geschlossen. (Info-Radio 5.7.2008) [mehr] |
| 20. Juli 2008 | Offensichtlich ist das tatsächlich ein Skandal des Jahres 2006, der erst 2008 bekannt wurde. Somit wäre der Gammel-Käse längst aufgegessen. |
| Uran im deutschen Trinkwasser | 09 |
| 4. August 2008 | In manchen Teilen Deutschlands enthält das Trinkwasser (Leitungswasser) das giftige Schwermetall Uran. Die unabhängigen Verbraucherschützer von Foodwatch haben in allen Bundesländern die Meßwerte abgefragt. Mehr als 8.000 Werte haben die Behörden geliefert. Fast jeder 8. amtliche Wert liegt über 2 Mikrogramm Uran pro Liter Leitungswasser jenem Höchstwert, der für Mineralwasser in Flaschen gilt, wenn es als geeignet für Säuglinge bezeichnet wird. An 150 Orten wurde der Uran-Leitwert (einen Grenzwert gibt es noch immer nicht) von 10 Mikrogramm Uran pro Liter überschritten. [mehr] [BfR zum Uran in Mineralwasser] |
| 20. September 2008 | Auf der Verbraucherministerkonferenz in Berchtesgaden einigten sich Bund und Länder auf die Einführung eines verbindlichen Uran-Grenzwerts von 10 Mikrogramm pro Liter für Leitungs- und Mineralwasser. |
| Tote durch vergammeltes Fleisch in Kanada | 10 |
| 26. August 2008 | Zwar ist das nicht in Europa passiert, aber dem Fall kommt grundsätzliche Bedeutung zu. Zeigt er doch, daß Gammelfleisch durchaus sehr gefährlich werden kann. Mindestens 26 Menschen haben sich in Kanada durch den Verzehr von abgepacktem Fleisch vergiftet. Inzwischen sind bereits 12 Tote zu beklagen. Fleisch der Firma Maple Leaf war bakterienverseucht (Listeria monocytogenes) in den Handel gelangt. (d-funk 26.8.2008) [mehr] |
| In China wurde Milchpulver vergiftet | 11 |
| 11. September 2008 | In China sind Babys durch mit Melamin vergiftetes Milchpulver an Nierenversagen gestorben. Angeblich soll die Industrie- Chemikalie Melamin, die eigentlich zur Kunststoff- und Klebstoff- Herstellung verwendet wird, der Babymilch zugesetzt worden sein, um einen höheren Protein-Gehalt vorzutäuschen. [mehr] |
| 17. September 2008 | Inzwischen sind 4 Babys an der Vergiftung gestorben. Nach chinesischen Angaben sollen bislang insgesamt 6.244 Säuglinge erkrankt sein. (Info-Radio 17.9.2008) [mehr] |
| 20. September 2008 | Der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé mußte in Hong Kong seine Milch "Diary Farm" vom Markt nehmen. Das Milchpulver für die Gastronomie enthielt Spuren des Gifts Melamin. (Info-Radio 20.9.2008) [mehr] |
| 22. September 2008 | Chinas Regierung räumt nunmehr ein, daß rund 53.000 Kleinkinder mit Melamin vergiftet worden sind und etwa 13.000 in Krankenhäusern behandelt werden müssen. Chinesisches Milchpulver soll nicht nach Deutschland exportiert worden sein. (D-Radio 22.9.2008) |
| 30. September 2008 | Inzwischen wurde bekannt, daß in China produzierte Kekse, Schokolade (Cadbury), Schokobonbons (M&Ms) und Schokoriegel (KitKat, Snickers) auch mit Melamin belastet sein können. Deshalb werden seit vergangener Woche in die EU importierte Kekse, Schokoladen und Fertigsuppen auf Melamin untersucht. [mehr] |
| 1. Oktober 2008 | In Asia-Shops in Stuttgart sind mit der Industrie- Chemikalie Melamin verseuchte Milchbonbons (Sahnebonbons) aus China der Marke White Rabbit gefunden worden. Der niederländische Importeur Liroy B.V. soll den Verkauf gestoppt und eine Rückrufaktion gestartet haben. (d-funk 1.10.2008) [mehr] |
| 1. Dezember 2008 | Das chinesische Gesundheitsministerium teilt auf seiner Internetseite mit, daß bislang insgesamt 294.000 Kinder wegen mit Melamin versetzten Milchprodukten erkrankt seien. Damit wurde diese Zahl drastisch nach oben korrigiert. Ob China aber die Wahrheit sagt, wird bezweifelt. Denn weiterhin wird behauptet, daß es nur zu 4 Todesfällen gekommen sei. Den neuen Angaben zufolge befinden sich 154 erkrankte Kinder in kritischem Zustand. Unterdessen wurden auch in Frankreich und in den USA in Milchprodukten geringe Spuren von Melamin gefunden. (D-Radio 1.12.2008) |
| Türkische Birnen mit Giften belastet | 12 |
| 1. Oktober 2008 | Das Baden-Württembergische Agrarministerium teilt mit, daß Birnen aus der Türkei mit verbotenen Pflanzenschutzmitteln belastet sind, von denen eine Gefahr für die Gesundheit ausgehe. In allen 17 Proben seien überhöhte Werte des Insektizids Amitraz gefunden worden. Mindestens 3,8 Tonnen belastetes Obst sei in Baden-Württemberg vernichtet worden, heißt es. Es wird ein generelles Importverbot gefordert. (dpa 1.10.2008) [mehr] |
| Tafeltrauben stark mit Pestiziden belastet | 13 |
| 29. November 2008 | Tafeltrauben im deutschen Handel sind nach einer Greenpeace- Untersuchung im Vergleich von 5 EU-Ländern am stärksten mit giftigen Pestiziden belastet. 43 % der in Deutschland getesteten Trauben seien aufgrund ihrer hohen Pestizidbelastung nicht empfehlenswert, teilte die Umweltorganisation in Hamburg mit. (info-radio 29.11.2008) |
| Dioxin-vergiftetes Fleisch aus Irland | 14 |
| 6. Dezember 2008 | Aus Irland ist seit Anfang September mit Dioxin und PCBs belastetes Schweinefleisch in den Handel gelangt. Der Grenzwert sei um das 80 bis 200-fache überschritten worden. Als Ursache wird ein Futtermittel vermutet. Die irische Regierung warnt vor dem Verzehr des Fleisches. Dioxine und PCBs (Polychlorierte Biphenyle) können Krebs auslösen. Exportiert wurde das Fleisch vor allem nach Großbritannien und Deutschland. Inzwischen wurde eine internationale Rückrufaktion des verseuchten Fleisches sowie von Fleischprodukten (Wurst, Schinken, belegte TK-Pizza usw.) gestartet. (SWR 7.12.2008 02.00 Uhr) [mehr] |
| 7. Dezember 2008 |
Das verseuchte Schweinefutter stammt von dem kleinen irischen Futtermittel-Hersteller
Millstream Power Recycling.
Es ist noch unklar, wie Dioxine und PCBs in das Futter gelangen konnten. Vermutlich ist es ähnlich
wie beim belgischen Dioxin-Skandal von 1999
gewesen (Verwendung von Industrie-Altölen).
(Info-Radio 7.12.2008 23.40 Uhr)
[mehr] [1999: Der Mensch wird zum Endlager] |
| 9. Dezember 2008 | Inzwischen wurde festgestellt, daß in Irland das Dioxin/PCB-haltige Futter auch an Rinder verfüttert worden ist. Die Tiere werden getötet. Das Rindfleisch kommt nicht in den Handel. (D-Radio 9.12.2008) |
| 2009 |
| Gekochte ESL-Milch darf sich frisch nennen | 15 |
| 4. Februar 2009 | Die Hamburger Verbraucherzentrale (VZHH) hatte bereits im Januar auf das enorme Vordringen der ESL-Milch, die sich trotz Kochens als frisch bezeichnen darf, in den Supermärkten hingewiesen. Das sei Verbrauchertäuschung, sagt die VZHH. Gespräche zwischen dem Bundesverbraucherministerium, Milchwirtschaft und Handel ergaben gestern, daß sich diese ESL-Milch mit Kochgeschmack weiterhin Frischmilch nennen darf. Eine exakte Kennzeichnung ist nicht vorgesehen. [mehr] [noch mehr] |
| Schon wieder Gammelfleisch | 01 |
| 16. März 2009 | Bei einer Verkehrskontrolle in Berlin-Charlottenburg ging der Polizei ein Transporter mit 362 kg vergammeltem Fleisch ins Netz. Ein Veterinär bezeichnet den Fund als ekelerregend. Das Fleisch kam von einem Schlachthof in Perleberg und war auf dem Weg zu einem Betrieb in Berlin-Neukölln. (B.Z. 17.3.2009) [Amtliche Liste der deutschen Schlachtbetriebe] |
| Salmonellen in Mettwurst | 02 |
| 17. März 2009 | Der Supermarkt-Konzern Edeka ruft wg. Salmonellengefahr Mettwurst der Eigenmarke Gut & Günstig zurück. Davon betroffenn seien 300-g-Packungen mit den Chargen-Nummern 800, 801, 894, 895, 897 und 898. (AP 17.3.2009) |
| Gefährliche Plastik-Splitter im Nestlé-Kindereis | 03 |
| 27. März 2009 | Der Lebensmittelkonzern Nestlé-Schöller hat die Auslieferung und den Verkauf seines Kindereis-Produkts Disney-Princess, einem Speiseeis-Spielzeug-Produkt, mit sofortiger Wirkung gestoppt. In Berlin mußte gestern ein 4-jähriges Mädchen nach dem Genuß dieses Eises mit heftigen Halsschmerzen ins Krankenhaus eingeliefert werden. Dort entfernte ein Chirurg einen spitzen fingernagellangen Plastik-Splitter aus einer Mandel, der vom Kunststoff-Eisbecher stammte. Es handele sich lediglich um einen Einzelfall, sagte Nestlé dem Tagesspiegel. (Tagesspiegel 28.3.2009, Seite 7) |
| 31. März 2009 | Es war kein Einzelfall. Das staatliche Landeslabor Berlin-Brandenburg entdeckte inzwischen auch bei anderen Disney-Eisbechern solche Plastiksplitter, die für Kinder gefährlich werden können. Nestlé hat also gefährlichen Murks produziert, was deren Qualitätskontrollen offensichtlich noch nicht mal auffiel. (Tagesspiegel 31.3.2009, Seite 11) |
| Mit Methylalkohol vergifteter Schnaps in der Türkei | 04 |
| Ende März 2009 | Die Türkei hat das gefährliche Verpanschen von Schnaps mit giftigem Methanol (Methylalkohol) noch immer nicht im Griff. Bereits 2005 war es zu einer Masssenvergiftung mit Todesfolgen durch verpanschten Anis-Schnaps gekommen. Jetzt wurde bekannt das deutsche Schüler in Kemer (bei Antalya) bei einem Trinkgelage solchen hochgiftigen Schnaps tranken. Ein 21-jähriger ist inzwischen an einer Methanol-Vergiftung gestorben. Weitere Schüler liegen im Koma und kämpfen auf der Intensivstattion um ihr junges Leben. Es verwundert sehr, daß die in die EU strebende Türkei 2009 noch nicht mal den einfachsten EU-Standard der Lebensmittel- Überwachung garantieren kann. (AP 1.4.2009) |
| 2. April 2009 | Die Süddeutsche Zeitung berichtet, daß der Tod des deutschen Schülers kein Einzelfall sei. In der Türkei sterben öfter Menschen, weil sie gepanschten Alkohol trinken. So seien erst im März im westanatolischen Bursa 4 Menschen an gekauftem gepanschtem Raki (Anis-Schnaps) gestorben. In anderen Meldungen wird deutlich Kritik an den türkischen Ermittlern geübt. Diese wird genährt durch die Bewertung einer ersten Obduktion des toten Schülers in der Türkei, wonach ausgeschlossen wurde, daß das Opfer gepanschten Schnaps getrunken hatte. Nach einem Befund am UKE in Hamburg wurden aber 2,0 Promille Methanol in seinem Blut eindeutig nachgewiesen. Ein Zehntel davon kann bereits tödlich wirken. Methanol kommt häufig in schwarzgebranntem Alkohol vor. (SZ 2.4.2009) |
| 5. April 2009 |
Die beiden deutschen Schüler (17 und 19), die nach der Vergiftung mit gepanschtem Wodka in der
Türkei im Koma lagen, sind auch gestorben. Inzwischen stellte sich heraus, daß die
Schüler nur 1 Flasche Wodka in ihrem Hotel kauften, die aber enthielt nur das hochgiftige Methanol.
(ddp 5.4.2009) + (d-radio 6.4.2009) WARNUNG: In der Türkei muß auf den Genuß alkoholischer Getränke unbedingt verzichtet werden sie könnten mit Methylalkohol vergiftet sein. Auch Marken-Spirituosen könnten verfälscht bzw. vergiftet sein. |
| 6. April 2009 | Bei dem Hotel im südtürkischen Ferienort Kemer handelt es sich um das Anatolia Beach Hotel. Türkische Ermittler haben dort jetzt weitere Flaschen mit Schnaps vorgefunden, die Methanol enthielten. Es kam zur Festnahme des Managers und Chefeinkäufers des Hotels. (d-radio 6.4.2009) |
| 8. April 2009 | Wg. des türkischen Behörden-Schlendrians mußten also 3 junge Menschen sinnlos sterben. Nach einem Bericht des Berliner Tagesspiegel wurden in Antalya seit Jahresbeginn nach türkischen Behördenangaben 2500 Flaschen mit gepanschtem Alkohol beschlagnahmt. 2008 sollen es sogar insgesamt 40.000 Flaschen gewesen sein. Dennoch gelang es nicht, die Alkoholpanscherei zu stoppen, heißt es in der Zeitung. Die Türkei fürchte nun um ihr Image als Urlaubsland. Deshalb wurde jetzt mit einer Großfahndung nach den Hintermännern der Pansch-Mafia begonnen. (Tagesspiegel 8.4.2009, Seite 40) |
| Asbest im Babypuder | 05 |
| 6. April 2009 | Das ist zwar keine Lebensmittel-Skandal, hat aber dennoch Brisanz. Im vom deutschen Hersteller Mapa (gehört zum französischen Hutchinson-Konzern) produzierten Babypuder der Marke Nuk haben chinesische Behörden bei der Importkontrolle krebserregendes Asbest gefunden. (d-radio 6.4.2009) |
| Kunst-Käse (Analog-Käse) auf dem Vormarsch | 06 |
| 7. April 2009 | Manche werden sich noch an die Kriegs- und Nachkriegszeit erinnern, wo es Kunsthonig, Kunstbutter (Margarine), Kunstkaffee (Malzkaffee) usw. gab. Diese Zeiten sollten lange überwunden sein, meint man. Aber die Lebensmittel-Industrie hat inzwischen schmelzfähigen Kunst-Käse erfunden, der auch Analog-Käse genannt wird. |
| Dieses Käse-Imitat kann billig aus Wasser, Pflanzenöl, Milcheiweiß, Stärke, Salz, Geschmacksverstärkern und synthetischen Aromen hergestellt werden. Dieses Surrogat soll angeblich gesundheitlich unbedenklich sein und ist immer häufiger auf vermeintlich käsehaltigen Fertiglebensmitteln wie Pizza, Lasagne oder Cheeseburger anzutreffen. Darauf wies heute das ZDF-Magazin Frontal-21 hin. Da dieser minderwertige Pseudo-Käse billiger als das Original ist, wird er den Verbrauchern untergeschoben. Es besteht keine explizite Kennzeichnungs-Pflicht. Liest man aber in einer Zutatenliste Pflanzenfett, Geschmacksverstärker oder Milcheiweiß und nichts von Käse sollte man den Murks nicht kaufen. Die Verbraucherzentrale Hamburg will eine ‚Schwarze Liste‘ der Nepper auflegen. Der deutsche Markt für Käse-Imitate wird bereits auf 80.000 bis 100.000 Tonnen pro Jahr geschätzt. [Abgeschmackt-Kolumne] |
| Mars-Riegel bakteriell belastet | 07 |
| 11. Mai 2009 | Die Firma Mars hat ihre Banjo-Riegel wg. einer mikrobakteriellen Belastung zurückgerufen. Betroffen sind die Chargen mit dem MHD 18.10.2009 und 25.10.2009. (dpa 11.5.2008) |
| Salmonellen in Mettwurst | 08 |
| 22. Mai 2009 | Die Firma Tillman’s (Weißenfels) hat ihre Frische Schinken- Zwiebelmettwurst (200 g) wg. einer Belastung mit Salmonellen zurückgerufen. Betroffen ist die Charge »33 64 68 92« (MHD = 25.5.2009). Verkauft wurde diese Wurst vorwiegend bei ALDI-Nord. (Inserat in der B.Z. 22.5.2008) |
| Cocain in Red Bull gefunden | 09 |
| 22. Mai 2009 | In der Mode-Brause Red Bull Cola sind Spuren der Droge Cocain gefunden worden. Daraufhin wurde zumindest in Hessen der Vertrieb dieses Muntermachers untersagt. Unklar ist derzeit, wie das passieren konnte. Vermutlich enthält Red Bull Ausszüge von Coca-Blättern. Im Original-Rezept aus dem 19. Jahrhunderts der Coca-Cola war das Cocain ein wesentlicher Bestandteil (etwa 250 mg pro Liter), was später aber verboten wurde. (d-radio 22.5.2008) |
| 22. Mai 2009 | Festgestellt wurden die Cocain-Spuren durch Messungen nordrhein-westfälischer Behörden (LIGA), die aber bislang keine Meßwerte mitteilten. Stein des Anstoßes ist de-kokainierter Cocablatt-Extrakt, der in dem Getränk verwendet wird. Nur durch eine aufwendige Analytik hätten die Verunreinigungen gemessen werden können, heißt es. De-kokainierte Cocablatt-Extrakte werden weltweit als Aroma in Lebensmitteln eingesetzt, hat inzwischen der Hersteller erklärt. [mehr] (dpa 22.5.2008) |
| 23. Mai 2009 | Bleibt zu hoffen, daß solche aufwendige Analytik nun endlich auch dazu führen wird, daß die Lebensmittel- Aufsicht die Panschereien anderer Hersteller mit synthetisierten naturidentischen Aromen aufzuklären und anzuprangern in der Lage ist. Wer will beispielsweise schon verfälschten Schweinebraten (Aufschnitt) essen, einem irgendwie gegarten Schweinefleisch, dem von der Industrie durch künstlich erzeugtes Schweinebraten-Aroma Geschmack eingehaucht wurde? [Abgeschmackt-Kolumne] |
| 24. Mai 2009 | Die exakten Cocain-Meßwerte sind noch immer nicht bekannt. Da in Deutschland Lebensmittel- Angelegenheiten noch immer Sache der Bundesländer sind (die Große Koalition von 20052009 war unfähig, das auf rationale Füße zu stellen), gibt es inzwischen Länder mit einem Verbot von Red Bull (Hessen, Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Rheinland-Pfalz) und solche ohne Verbot. Der Sprecher des Thüringer Gesundheitsministeriums, Thomas Schulz: Auch wenn die nachgewiesene Substanz unbedenklich ist, handelt es sich rechtlich bei dem Getränk um kein Lebensmittel, sondern ein Betäubungsmittel. Red Bull (der Energy-Drink) hatte schon einmal mancherorts ein Zulassungsproblem, da es Taurin enthält, was die Behörden als Medikament ansahen. Daraufhin soll damals der österreichische Hersteller für Deutschland die Rezeptur geändert haben. (mit dpa 23.5.2008) |
| 25. Mai 2009 | Endlich gibt es den Meßwert (auf Qualitäts-Zeitungen wie die Neue Zürcher oder den Berliner Tagesspiegel ist eben Verlaß). Gefunden wurden in der Red Bull Cola 0,4 Mikrogramm Cocain pro Liter (0,0004 mg/l). Das ist äußerst wenig und unbedenklich. So mancher Mohnkuchen könnte mit seinem Opiumgehalt problematischer sein. [mehr] (mit nzz 24.5.2008 + tsp 25.5.2008) |
| Imitat-Lebensmittel nehmen überhand | 10 |
| 10. Juli 2009 |
Der Betrug am Verbraucher mit Lebensmittel-Imitaten wie Kunst-Käse nimmt immer größere Ausmaße an, da der Gesetzgeber
keine deutliche Kennzeichnung solcher Billig-Lebensmittel aus Ersatzstoffen vorgegeben hat. Deshalb hat
heute die Verbraucherzentrale Hamburg damit begonnen,
die Hersteller besonders dreister Angebote im Internet anzuprangern. Und dort tauchen man glaubt
es kaum sogar Marken-Hersteller wie Bahlsen, Nestlé oder Unilever auf, die ja ein Image zu
verlieren haben. Aber sie sind sich alle keiner Schuld bewußt... [Liste der Imitat-Produkte] |
| Grüne Bohnen-Eintopf verdorben | 11 |
| 5. September 2009 | Erasco hat unsauber gearbeitet und muß nun über Zeitungsinserate Dosen mit Erasco Grüne Bohnen-Eintopf zurückrufen. Erasco sagt, bei den Konserven mit dem Haltbarkeitsdatum von 2013 könnte ein mikrobiologischer Verderb vorliegen, der bei Verzehr zu gesundheitlicher Gefährdung führen kann. Um was für eine Belastung der Konserven es sich konkret handelt, teilt Erasco nicht mit. (B.Z. 5.9.2009, Seite 11) |
| Pestizide in Gewürzen gefunden | 12 |
| 29. Oktober 2009 | Greenpeace hat eine Belastung mit Pestiziden bei Gewürzen und getrockneten Kräutern festgestellt. Von 37 Proben enthielten 1/4 giftige Spritzmittel (Pestizide). Besonder stark belastet waren Paprika- und Curry-Pulver sowie Trocken-Petersilie der Metro- Eigenmarke Tip (gekauft bei Real). In einer Curry-Probe wurde sogar das total verbotene DDT nachgewiesen. Greenpeace hat nun die EU aufgefordert, für alle Gewürze und Gewürz-Mischungen gesetzlich bindende Pestizid-Grenzwerte festzulegen. (dpa 29.10.2009) |
| Antibiotikum in argentinischem Rotwein | 13 |
| 4. Dezember 2009 | In immer mehr Rotweinen aus Argentinien wird die verbotene Substanz Natamycin nachgewiesen. In europäischen Weinen wurde dieses Antibiotikum bislang nicht gefunden. (dpa 3.12.2009) |
| Glasstücke im IGLO-Gemüse | 14 |
| 14. Dezember 2009 | In Packungen des Tiefkühlgemüses IGLO Gemüse-Idee Chinesische Pfanne von IGLO sind Glasstücke in der Größe von 2-Euro-Münzen gefunden worden. Der Hersteller hat die Charge mit der Kennzeichnung L9191AM005 (Mindesthaltbarkeitsdatum: Oktober 2010) zurückgerufen. Käufer sollen ihr Geld zurückerhalten (Telefon: 0800-1013913). (B.Z. 15.12.2009, Seite 21) |
| 2010 |
| Tote durch österreichischen Rohmilchkäse | 01 |
| 24. Januar 2010 | Der Discounter LIDL ruft Harzer-Käse der österreichischen Marke Reinhardshof zurück und warnt vor dem Verzehr dieses Käses. In dem Käse wurden erhöhte Werte von Listeriose-Bakterien festgestellt. Hersteller des Käses ist Prolactal. (AP 24.1.2010) |
| 16. Februar 2010 | Nach dem Genuß von österreichischem Quargel-Käse der Firma Prolactal (Steiermark) ist es Ende 2009 zu 6 Todesfällen gekommen. Der Harzer-ähnliche Rohmilchkäse war mit gefährlichen Listeriose-Bakterien verseucht. In Deutschland (2 Tote) wurde der tödliche Käse bei LIDL verkauft, die bereits am 23. Januar 2010 den Käse aus den Regalen nahm und eine Rückrufaktion starteten. Besonders abwehrgeschwächte Menschen, Schwangere und kleine Kinder sind durch Listerien gefährdet. Sie sollten auf den Verzehr von weichen Rohmilchkäse-Sorten verzichten. (Tagesspiegel 17.2.2010, Seite 32) [STERN: Lidl und der tödliche Käse] |
| 21. Mai 2010 | Foodwatch hat jetzt Strafanzeige wg. fahrlässiger Tötung und/oder Körperverletzung mit Todesfolge gegen Lidl und das baden- württembergische Verbraucherministerium gestellt. Sie hätten nicht rechtzeitig und deutlich genug vor der von diesem verseuchten Käse ausgehenden Lebensgefahr gewarnt. [mehr] |
| 7. Februar 2013 | Foodwatch teilt mit, daß der Disounter LIDL sowie dessen leitende Angestellte zur Zahlung von Geldbußen in Höhe von insgesamt 1,5 Mio. Euro verurteilt wurde. Das ermögliche nun den Erkrankten und Überlebenden, die Firma LIDL wegen Körperverletzung zu verklagen. |
| Nun auch noch Klebe-Fleisch & Klebe-Schinken | 03 |
| 12. April 2010 | Durch einen Bericht des Magazins Markt des NDR-Fernsehens wird bekannt, daß einige namhafte Markenhersteller dazu übergegangen sind, Schinken aus kleinen Fleisch-Teilen mit dem Enzym Transglutaminase (Hersteller: Ajinomoto) zusammenzukleben. Verkauft wird das als Roh-Schinken, Nuß-Schinken oder auch als Lachs-Schinken, ohne die Enzym-Klebetechnik zu deklarieren. In 6 von 13 Roh-Schinken wurde bei Untersuchungen festgestellt, daß sie nicht aus einem Stück wie gewachsen waren. Solche Täuschungen durch Klebe-Fleisch bzw. Klebe-Schinken sollen bei Produkten u. a. von Berschneider, Gutfried und Wiltmann nachgewiesen worden sein. (NDR 12.4.201020.15) |
| 13. April 2010 | Verbraucherschützer fordern deshalb ein Reinheitsgebot für Schinken: Wer rohen Schinken kauft, erwartet keine zusammengesetzten Teilstücke, sondern ein Stück gewachsenes Muskelfleisch, empört sich VZBV-Chef Gerd Billen. [mehr] |
| 19. Mai 2010 | Die EU-Kommission kann es nicht lassen, gegen Verbraucher-Interessen Politik zu machen. So wollte sie dem Europa-Parlament versteckt in einem Anhang einer Verordnung die Freigabe des Eiweiß-Klebstoffs Thrombin unterschieben. Die Parlamentarier lehnten das mit knapper Mehrheit ab und forderten die Kommission auf, gleichzeitig eine Kennzeichnungspflicht für mit Thrombin und anderen Enzym-Klebstoffen verklebte Fleischprodukte nachzuliefern. Sonst sei das für die Lebensmittel-Industrie eine Einladung zur Verbrauchertäuschung. (DeutschlandRadio 19.5.2010) |
| Metallteilchen in BiFi-Würstchen | 02 |
| 15. April 2010 | Der Konzern Unilever hat heute die Mini-Salamis der Marke BiFi Original 5er Multipack zurückgerufen. Sie könnten Metallteilchen enthalten und sollten deshalb nicht verzehrt werden. Betroffen sind nur Packungen mit dem MHD 22. Juli 2010, die am 15. Februar 2010 in den Handel gekommen sind. Der Kaufpreis werde erstattet, heißt es. (dpa 15.4.2010) |
| Dioxine in Bio-Eiern gefunden | 04 |
| 7. Mai 2010 | In Bio-Eiern einiger Geflügelbetriebe wurden giftige Dioxine von der Lebensmittel-Aufsicht nachgewiesen. Bei Lidl und Rewe wurden die Eier inzwischen aus dem Handel genommen. Die Hühner sollen mit dioxinhaltigem Mais, der von einem niederländischen Futtermittel-Händler aus der Ukraine importiert worden war und in einem Mischfutter an Öko-Betriebe geliefert wurde, gefüttert worden sein. Das verseuchte Futter wurde an Geflügelhöfe in 9 Bundesländer geliefert. (rbb 7.5.2010) |
| 8. Mai 2010 | Das Bio-Mischfutter wurde bereits im Winter geliefert. In NRW wurden bislang rund ein Dutzend Hühnerhöfe gesperrt. Auch in anderen Ländern wie Niedersachsen und Sachsen-Anhalt wurde Geflügelhöfe von den Behörden gesperrt. Die bislang gemessenen Dioxin-Konzentrationen stellen aber keine akute Gesundheitsgefahr dar, sagt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). (apn+dpa 8.5.2010) |
| 10. Mai 2010 | Der Spiegel (Heft 19/2010) berichtet, daß schon Mitte März 2010 die Verseuchung von Bio-Eiern durch Dioxine bekannt war. Dieses sei aber nicht sofort vom Verein für kontrollierte und alternative Tierhaltungsformen (KAT) den zuständigen Behörden gemeldet worden. So seien Hofsperrungen nicht frühzeitig möglich gewesen. Die Aufsichtsbehörde in Niedersachsen habe sogar erst Ende April von einem Bauern von der Giftbelastung erfahren. (Spiegel 10.5.2010, Seite 64) |
| 11. Mai 2010 | Die Ökoverbände Bioland und Demeter haben erklärt, sie seien nicht von dem Dioxin-haltigen Futter betroffen. Foodwatch hat zudem die schleppende Informationspraxis der Behörden gerügt. Immerhin wußten diese bereits seit dem 27. April von der Dioxin-Belastung von Bio-Eiern. Die Verbraucher wurden jedoch erst am Freitag (7.5.2010) informiert, obwohl sich in Proben gezeigt hatte, daß der Dioxin-Höchstwert deutlich überschritten war. Auch sei hinreichend bekannt, daß der Verzehr von Dioxin-verseuchten Lebensmitteln zu einer Anreicherung des Dioxins im Körper führe, was langfristig zu einer Krebserkrankung führen könne. (Tagesspiegel 11.5.2010, Seite 28) |
| 13. Mai 2010 | Der Dioxin-Skandal weitet sich aus: [mehr]. |
| Dioxin-Futter auch an Rinder, Schweine und Lämmer verfüttert | 05 |
| 13. Mai 2010 | Mit Dioxin verseuchtes Bio-Futter ist nach einem Bericht des Westfalen-Blatts (Bielefeld) nicht nur in Geflügel-Betrieben, sondern auch auf Bio-Höfen mit Schweine-, Rinder- und Lamm-Haltung verfüttert worden. Über den Umfang ist noch nichts bekannt. Allein in Nordrhein-Westfalen sollen 6 Betriebe betroffen sein. Das vergiftete Futter soll auch an Öko-Höfe in Schleswig-Holstein, in Hessen, in Mecklenburg-Vorpommern, in Rheinland-Pfalz und in Niedersachsen geliefert und dort bereits verbraucht worden sein. (info-radio 13.5.2010) |
| 14. Mai 2010 | Die gesamte Bio-Branche dürfte damit sehr viel Vertrauen der Verbraucher verloren haben, denn es heißt doch auch, Bio-Futter käme immer aus kontrolliertem Anbau. Aber wenn man das in der Ukraine kauft... Und wenn dann noch dieser KAT nicht rechtzeitig kontrolliert und offensichtlich alles vertuschen wollte, dann ist solch ein Imageschaden unvermeidlich. |
| Gen-Schokolade von Nestlé im Handel | 06 |
| 26. Mai 2010 | In den Schokoriegeln Butterfinger und Baby Ruth des Herstellers Nestlé wurden Gen-Soja und 6 Sorten Gen-Mais nachgewiesen, ohne daß deren Verwendung auf der Verpackung deklariert gewesen ist. Der Verkauf solcher Produkte ist in Deutschland unter Androhung von Geld- oder Gefängnisstrafe verboten. Die Schokoriegel sollen aus den USA importiert worden sein. Der Handel will nun diese ‚Gen-Schokolade‘ aus den Regalen nehmen. (dpa 26.5.2010) |
| Gen-Mais in Deutschland ausgesät | 07 |
| 6. Juni 2010 | Zwar ist das noch kein Lebensmittel-Skandal, aber ein Skandal, der zeigt, wie wenig Verlaß auf die Aufsichtsbehörden ist. Greenpeace wies jetzt daraufhin, daß in Deutschland mit genmanipuliertem Mais (NK603) vermischtes Mais-Saatgut zur Aussaat gekommen ist. Danach sollen davon etwa 3000 Hektar Anbaufläche in Niedersachsen und anderen Bundesländern betroffen sein. Die Behörden sollen seit Anfang März vom belasteten Saatgut gewußt haben, dennoch nicht die Aussaat verhindert haben, obwohl dafür ein Anbauverbot besteht. Auch wenn die Verunreinigung des Saatguts nur etwa 0,1 % beträgt, müssen jetzt die Maispflanzen komplett vernichtet werden. (d-radio 6.6.2010 22.33 Uhr) [mehr] |
| 14. Juni 2010 | Der Spiegel nennt in seinem Kurzartikel Gentechnik durch die Hintertür als Lieferfirma für das betroffene Mais-Saatgut die Firma Pioneer. Die habe das Saatgut aus Ungarn bezogen. In Ungarn unternimmt Pioneer Freisetzungsversuche mit Gen-Mais. (Spiegel 24/2010, Seite 71) |
| Plastik-Verpackungen enthalten sehr bedenklichen Stoff | 08 |
| 9. Juni 2010 | Das Umweltbundesamt (UBA) warnt vor dem Stoff Bisphenol A (BPA), der sich u. a. in Plastik-Verpackungen befindet. BPA wirkt wie ein weibliches Hormon und kann zahlreiche Krankheiten auslösen. Außerdem steht BPA im Verdacht, die Gehirnentwicklung von Babys zu schädigen und Brustkrebs auszulösen. BPA wird auch dafür verantwortliich gemacht, daß der Eintritt der Geschlechtsreife von Mädchen immer früher eintritt. Verpackungen aus dem Kunststoff Polycarbonat, das BPA enthält, sind mit der Prägung PC gekennzeichnet. Sie sollten gemieden werden. |
| 30. September 2010 | Die EU-Behörde für Lebensmittelsicherheiit EFSA in Parma (Italien) entscheidet, daß Bisphenol A harmlos sei, weshalb der BPA-Grenzwert nicht gesenkt werden müsse. (afp 1.10.2010) |
| November 2010 | In einem Radio-Feature deckt der MDR auf, welche Kräfte aus Industrie und Politik via EU-Behörde EFSA verhindern, daß Bisphenol A aus unserer Nahrungskette verschwindet. [mehr] [Das Alltagsgift Bisphenol A] |
| Bayerischer Mozzarella verfärbte sich blau | 09 |
| 19. Juni 2010 | In Italien (Turin) wurden bereits Anfang Juni etwa 70.000 Packungen Billig-Mozzarella beschlagnahmt. Nach dem Öffnen der Packungen verfärbte sich der Käse blau. Vermutet wird ein Befall mit dem Eiterbakterium Pseudomonas. Produziert wurde der Mozzarella im oberbayerischen Haag bei den Milchwerken Jäger GmbH & Co. KG (BY 106) für den Vertrieb über Discounter. In Italien läuft eine Untersuchung zur Ermittlung der Ursache. Eine Infektion mit diesem Bakterium kann für Kinder und Immungeschwächte lebensgefährlich sein. (dpa 19.+20.6.2010) |
| 21. Juni 2010 | Inzwischen steht fest, daß es bei der Firma Jäger an der notwendigen Sorgfalt mangelte. So wurde das für die Käseproduktion benötigte Wasser nicht gefiltert. Der Hersteller hat jetzt eingeräumt, daß der Discount- Mozzarella mit diesen Eiterbakterien belastet war. Einen rechtzeitigen Rückruf hat die Fa. Jäger aber nicht gestartet. Der bakteriell verseuchte Weichkäse war auch in Slowenien aufgetaucht. Er soll überall aus dem Handel genommen worden sein. Die seit dem 9. Juni informierte EU-Lebensmittelaufsicht hat sich in die Ermittlungen eingeschaltet. (dpa 21.6.2010) |
| 22. Juni 2010 |
Auch in Frankreich ist nun dieser mit Bakterien verseuchte Murks-Käse aus Bayern aufgetaucht. Da der
bayerischen Lebensmittelaufsicht die Schlamperei (mal wieder) nicht aufgefallen war, schickt die EU jetzt
einen Inspektor nach Deutschland. Ein erstes Fazit: Man kauft beim Discounter keinen weichen Käse (siehe auch den Fall LIDL). Dieser Mozzarella hat in Italien 49 Cent pro Packung gekostet. Ordentlicher Mozzarella kostet etwa das Dreifache! |
| Verdorbenes Rindfleisch im Handel | 10 |
| 9. Juli 2010 | Nach Recherchen des SWR-Wissenschaftsmagazins Odysso ist weltweit tonnenweise Rindfleisch von einem seltenen Keim befallen, der das Fleisch selbst im gut gekühlten Zustand verdirbt. Mit solchem mit dem Bakterium clostridium estertheticum belasteten Fleisch soll auch in Deutschland gehandelt worden sein. Es soll vor allem aus Brasilien importiert worden sein. (Rest folgt). (BR 9.7.2010) |
| In China schon wieder Melamin in Lebensmitteln | 11 |
| 9. Juli 2010 | Chinesische Zeitungen berichten, daß in Lebensmitteln wie schon 2008 gesundheitsschädliches Melamin gefunden wurde auch in Milchpulver. Ob von den vergifteten Lebensmitteln (Süßigkeiten?) etwas nach Europa gelangte, ist derzeit unklar. (DeutschlandRadio 9.7.2010) |
| Höchst merkwürdig . . . | 00 |
| 2. Halbjahr 2010 |
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| Schon wieder Dioxine in Geflügel-Produkten | 12 |
| Ende Dezember 2010 |
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| 3. Januar 2011 | Der erneute Dioxin-Skandal hat wesentlich größere Ausmaße. Allein in Niedersachsen wurden jetzt rund 1.000 Höfe gesperrt. Die niedersächsischen Behörden wußten ziemlich sicher schon vor Weihnachten von der Dioxin-Belastung des Geflügels, wollten offensichtlich aber nicht die Auslieferung des Weihnachts-Geflügels behindern. In Niedersachsen regieren CDU + FDP, die sich wenig um Belange des Verbraucherschutzes und der Lebensmittel- Sicherheit kümmern. Das Dioxin- verseuchte Geflügel-Futter soll aus einem Mischfutterwerk in Schleswig-Holstein stammen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. (d-radio 3.1.2011 23.02 Uhr) | ||||||||
| 4. Januar 2011 |
Das mit Dioxinen verseuchte Fett, das dem Tier-Futter (zur Energiesteigerung) beigemischt wurde, kam von
der Firma Harles & Jentzsch in Uetersen (Schleswig- Holstein) bzw. dessen Zweigwerk in
Bösel (Niedersachsen). Die Firma will das Fett vom Biodiesel-Produzenten
Petrotec AG in Emden bezogen haben.
Damit ist aber noch nicht geklärt, wie das Dioxin ins Fett kam. Auf beide Firmen kommen nun
Schadensersatzforderungen der Bauern in Millionenhöhe zu. Die Petrotec AG erklärte gestern Abend, das gelieferte Fett sei allein zur technischen Verwendung und nicht für die Produktion von Viehfutter bestimmt gewesen [Ed: hm, sie haben es aber an einen Zulieferer für Mischfutter-Hersteller verkauft . . .]. (ag 3.1.2011) |
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| 5. Januar 2011 | Inzwischen ist wahrscheinlich, daß die Firma Harles & Jentzsch schon jahrelang Dioxin-haltige Abfallfette (billige Industrie-Fette), die nie und nimmer in die Nahrungskette gelangen dürfen, an Hersteller von Tier- und Vieh-Futter geliefert hat. Ganz offensichtlich wurde nie richtig staatlich kontrolliert [Ed: Warum nicht?]. Trotzdem sind die verantwortlichen Lebensmittel-Vergifter noch immer nicht verhaftet sowie die Firmenkonten beschlagnahmt worden. Tausende landwirtschaftliche Betriebe auch Betriebe der Schweine- und Rindermast in 12 Bundesländern haben vergiftetes Futter bezogen. (d-radio 5.1.2011 8.01+8.14 Uhr) | ||||||||
| 6. Januar 2011 | Es wird bekannt, daß Behörden bereits im November 2010 von ersten Dioxin-Befunden wußten. Leider wurde im Radio nicht mitgeteilt, welche Behörden das wo waren [Ed-7.1.2010: es war das Landwirtschaftsministerium in Kiel (CDU/FDP-Regierung!)]. Vermutlich wird uns der SPIEGEL demnächst sagen, warum das Weihnachtsgeschäft mit Geflügel amtlich ‚geschützt‘ wurde. Oder war das doch noch alles anders? Es gibt sehr reichlich Erklärungsbedarf auch vom Bundesgesundheitsminister (FDP). (ag 6.1.2011) | ||||||||
[ Fortgesetzt als Größter Dioxin-Skandal im Jahr 2011 ] [ Kommentar: Die Neo-Liberalen haben schuld! ] |
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Anmerkungen und wichtige Quellen:
(10. Ed. 3.1.2011)
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