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N A H R U N G S K O N T R O L L EFirma soll vergammelte Schweineköpfe zu Wurst verarbeitet haben
Aus: Yahoo-News, 21. Januar 2008, 16.50 Uhr MEZ (Panorama). [Original]MAINZ. Neue Gammelfleisch-Ermittlungen in Niedersachsen: Eine Firma im Kreis Vechta soll tonnenweise verschimmelte und vereiterte Schweineköpfe zu Wurst verarbeitet haben. Der Betrieb sei am Sonntagabend [20.1.2008] durchsucht worden, berichtete das ARD-Magazin "Report Mainz", das am Montagabend [21.1.2008] ausgestrahlt werden soll. Demnach steht die Staatsanwaltschaft Oldenburg am Anfang der Ermittlungen.
Auslöser für die Ermittlungen waren dem Bericht zufolge die Aussagen von Arbeitern. Nach ihren Aussagen wurden in dem Betrieb seit März 2007 wöchentlich rund 4 Tonnen stark stinkende, verschimmelte und vereiterte Schweineköpfe für die Wurstproduktion zerlegt. Das Magazin zitierte einen Arbeiter mit den Worten: "Es war Eiter drin. Sie stanken ganz schlimm. Man konnte nicht daneben stehen und arbeiten. Ich habe mich auch übergeben."
Den Arbeitern zufolge mussten sie das Fleisch von den Köpfen lösen. Danach sei es mit genießbarem Fleisch gemischt, gefroren und an Wurstproduzenten in Deutschland, Rumänien und Russland verkauft worden. Um den Kontrollen der Veterinäre zu entgehen, sei das Gammelfleisch nur an den Wochenenden verarbeitet worden, hieß es in der Mitteilung des Magazins.
"Derzeitig schätzen wir die Aussagen als glaubhaft ein", wurde die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Frauke Wilken, zitiert. "Das war Anlass genug, in den Betrieb reinzugehen und zu durchsuchen und weiter zu ermitteln." Die Staatsanwaltschaft war für eine Bestätigung am Montag zunächst nicht zu erreichen. Bei der Durchsuchung wurde dem Bericht zufolge kein verdorbenes Fleisch gefunden. "Damit machen wir die Akte noch nicht zu, sondern wir ermitteln weiter. Nach den Zeugenaussagen besteht der Verdacht, dass dort vergammelte Schweineköpfe verarbeitet worden sein sollen. Diesem Verdacht müssen wir weiter nachgehen", sagte Wilken.
In den vergangenen Jahren gab es immer wieder spektakuläre Fälle von verdorbenem Fleisch, das in den Umlauf kam. So wurde Anfang September 2007 war bekannt geworden, dass bis zu 180 Tonnen Gammelfleisch nach Berlin geliefert und zu Döner verarbeitet wurden.
D I O X I N - S K A N D A LEU-Kommission: Lebensmittelämter arbeiten uneffektiv
Die EU-Kommission hat die Berliner Lebensmittelaufsicht kontrolliert und "Anlass zu Bedenken" gesehen, wie es in einer vorläufigen Bilanz heißt. Kritisiert wurde, dass der Senat keine Fachaufsicht über die Lebensmittelämter der Bezirke hat und dass Verantwortliche häufig über Geld-, Personal- und Ausrüstungsmangel geklagt hätten.
Aus: Der Tagesspiegel, Berlin, 4. März 2008, Seite xx (Berlin). [Original=art270,2487852]BRÜSSEL/BERLIN (Tsp). Das Berliner Abrechnungssystem lade die Ämter dazu ein, lieber möglichst viele Betriebe zu kontrollieren statt möglichst gründlich. Von drei kontrollierten Lebensmittelämtern habe eines die Betriebe abhängig von ihrer Einstufung in Risikoklassen häufiger und eines seltener als festgelegt kontrolliert. Im dritten Amt sei die Einstufung der Betriebe noch in Arbeit gewesen.
Gestern befasste sich der Gesundheitsausschuss des Parlaments mit dem Bericht, der auf einer Kontrolle vom September 2007 beruht. Nach Ansicht von Grünen, CDU und FDP sind viele Kritikpunkte teilweise schon seit Jahren bekannt, aber nicht abgestellt worden. Gesundheitssenatorin Katrin Lompscher (Linke) konterte: Dass die Kontrollen als Produkte betrachtet und damit pro Stück statt nach tatsächlichem Aufwand abgerechnet werden, sei kein Problem, weil die Ämter nach vorgegebenen Standards arbeiteten.
Die nicht vorhandene Fachaufsicht des Senats über die Bezirke wiederum sei kein Versäumnis, sondern Teil der Landesverfassung. Und wenn die Ämter im Laufe dieses Jahres eine neue Software erhalten, könnten sie auch ihre Arbeit besser dokumentieren. Das Geld fürs neue Computerprogramm stehe bereit. Dass kriminelle Geschäfte mit minderwertigem oder vergammeltem Fleisch juristisch verfolgt werden, sei ohnehin gesichert: Als einziges Bundesland habe Berlin seit Jahren eine entsprechende Schwerpunkt-Staatsanwaltschaft.
Über weitere Konsequenzen soll entschieden werden, sobald der Abschlussbericht der EU-Inspekteure vorliegt. Weiter beschäftigen wird das Thema die Gesundheitsverwaltung aber auch deshalb, weil die nächste EU-Kontrolle für dieses Jahr bereits angekündigt ist. Der nächste Ekelfleisch-Skandal könnte Berlin nach Ansicht der Grünen theoretisch sogar noch deutlich schneller ereilen: Nämlich "schon morgen".
D I O X I N - S K A N D A LDioxin-Alarm: Mozzarella droht Einfuhrverbot
Aus: Yahoo-News, 28. März 2008, 9.04 Uhr MEZ (Wissenschaft). [Original]ROM/BRÜSSEL. In mindestens 25 Käsereien der Region Kampanien sind erhöhte Spuren der giftigen Substanz Dioxin in der Delikatesse aus Büffelmilch gefunden worden. Das geht aus ersten Analysen der Käse hervor, die das italienische Gesundheitsministerium an die EU in Brüssel weitergeleitet hat.
Die Werte lägen "leicht über den Grenzwerten", hielt das Ministerium nach einem Bericht der Zeitung "Corriere della Sera" vom Donnerstag [27.3.2008] dazu fest. Die EU-Kommission drohte unterdessen mit einem kompletten Einfuhrverbot für "Mozzarella di bufala" aus der Region.
Es gebe eine Spanne möglicher Maßnahmen, "die von Schutzmaßnahmen wie der Zurücknahme von Produkten aus dem Markt bis hin zu einem umfassenden Verbot reichen", sagte eine Sprecherin der EU-Behörde am Donnerstag. Die Kommission bezeichnete am späten Abend die bisherigen Maßnahmen Italiens als "unzureichend". Weiteres Handeln sei nötig. So habe es keine Rückrufaktionen für potenziell belasteten Weichkäse gegeben. Die italienischen Behörden informierten Brüssel, dass kein übermäßig mit Dioxin belasteter Mozzarella das Land verlassen habe.
Nach den Überprüfungen waren 83 Büffel-Zuchtbetriebe als Vorsichtsmaßnahme geschlossen worden, gegen insgesamt 109 Personen wird ermittelt. Vermutet wird, dass Büffel verseuchtes Gras in der Nähe illegaler Mülldeponien gefressen haben. Der Müllnotstand in Neapel und Umgebung hatte bereits vor Monaten die Befürchtung ausgelöst, dass Gifte wie Dioxin in die Nahrung gelangen könnten.
Asiatische Länder wie Südkorea und Japan haben die Mozzarella-Importe gestoppt und überprüfen die an ihren Grenzen ankommende Ware aus Kampanien. Die regionalen Landwirtschaftsbehörden erklärten unterdessen, die Käsereien würden so strikt kontrolliert wie keine anderen im Land. Landwirtschaftsminister Paolo De Castro und Außenminister Massimo D'Alema sprachen von einem "übertriebenen Alarm". [mehr]
Behörden knöpfen sich Italiens Mozzarella-Macher vor
Italiens Gesundheitsbehörden wollen Vertrauen zurückgewinnen. Nach dem Skandal um mit Dioxin verseuchten Mozzarella wollen sie Hunderte Herstellerfirmen überprüfen. Doch erste Länder haben bereits Importverbote erlassen.
Aus: Spiegel Online 30. März 2008, ??.?? Uhr MESZ (nur elektronisch publiziert). [Original]ROM. Das Gesundheitsministerium in Rom will beweisen, dass es handelt: In einer großangelegten Untersuchung wollen seine Prüfer zunächst rund 400 Betriebe im Großraum von Neapel, Caserta und Avellino unter die Lupe nehmen. Im Mozzarella aus dieser Gegend der Region Kampanien wurden vor gut einer Woche höhere Dioxinwerte als zulässig entdeckt, woran verseuchtes Tierfutter schuld sein soll. Die Behörden vermuten, dass die Büffel verseuchtes Gras in der Nähe illegaler Mülldeponien gefressen haben könnten.
Das Ministerium erklärte, die Überprüfungen seien mit den EU-Gesundheitsbehörden abgestimmt worden. Der Verkauf von sämtlichen Milchprodukten der betroffenen Betriebe werde solange ausgesetzt, bis die Testergebnisse vorlägen. Bis Mitte April wolle man die Resultate aus den 400 kontrollierten Betrieben nach Brüssel melden. In einer zweiten Welle werde man dann noch 200 weitere Hersteller überprüfen.
Weil Italien am Freitag [28.3.2008] versprochen hat, den Verkauf von mit Dioxin verseuchtem Büffelmilchkäse mit allen Mitteln zu verhindern, hat die EU bisher von einem Importstopp abgesehen. Frankreich hat einen entsprechenden Beschluss wieder zurückgenommen. China dagegen verbot am Samstag die Einfuhr von italienischem Mozzarella.
Importeure wurden von der Pekinger Behörde für Lebensmittelsicherheit angewiesen, die bereits verkauften Produkte zurückzurufen. Auch andere Käsesorten aus Italien sollen vor der Einfuhr im Labor überprüft werden, um auch hier eine Dioxinverseuchung auszuschließen. Auch Singapur verfügte ein vorläufiges Verkaufsembargo für den Büffelkäse. Die Behörden erklärten, sämtliche importierten Produkte sollten auf etwaigen Dioxingehalt überprüft werden. Japan und Südkorea haben bereits Importverbote erlassen.
Der italienische Bauernverband Coldiretti erklärte, es werde mindestens einen Monat dauern, bevor der Verkauf von Mozzarella wieder normal laufen könne. Seit Beginn des Skandals seien die Absatzzahlen je nach Märkten um 25 bis 60 % gefallen. Dies bedeute einen täglichen Verlust von rund 500.000 Euro.
Skandal in Italien um 70 Millionen Liter gepanschten Weins
Siehe: Yahoo-News, 4. April 2008, 15.48 Uhr MESZ (Wirtschaft). [Original]
D I O X I N EErmittler sind neuem Fleischskandal auf der Spur
Aus: Yahoo-News, 16. April 2008, 17.55 Uhr MESZ (Wirtschaft). [Original]ERLANGEN/WÜRZBURG. Staatsanwaltschaft und Lebensmittelprüfer haben in Bayern einen weiteren Fleischskandal aufgedeckt. Ein unterfränkischer Betrieb habe offenbar Schlachtabfälle wie Rinderhäute als Lebensmittel weiterverkauft, teilte das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit am Mittwoch [16.4.2008] in Erlangen mit. Die Stadt Würzburg habe der Firma daher die EU-Zulassung für den Handel mit tierischen Nebenprodukten entzogen. Eine Gesundheitsgefährdung für Verbraucher bestehe nicht.
Das Veterinäramt der Stadt Würzburg hatte den Angaben zufolge bei einer Routinekontrolle des Betriebs Auffälligkeiten entdeckt. In enger Abstimmung mit Staatsanwaltschaft, Polizei, Veterinäramt und der Regierung von Unterfranken sei die Firma in der vergangenen Woche von der Spezialeinheit Lebensmittelsicherheit überprüft worden, "um den Verdacht der missbräuchlichen Nutzung von Handelspapieren nachzugehen", hieß es.
Zugleich sei ein Abnehmerbetrieb der Firma in einem anderen Bundesland von den dortigen Behörden kontrolliert worden. In welches Bundesland die Fleischabfälle geliefert wurden, wollte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Memmingen auf Anfrage nicht sagen. Um welche Menge Ware es sich handelt, sei noch unklar.
Die Firma besitzt nach Angaben des Landesamts eine Zulassung für tierische Nebenprodukte. Sie handle unter anderem mit Rinderhäuten, die als "nicht für den menschlichen Verzehr bestimmtes Material" bezogen würden. Diese Häute seien offenbar mit einem Handelsdokument für Lebensmittel an einen Lebensmittelbetrieb weiterverkauft worden.
E I N ‚R O H S T O F F‘ - R E P O R TEU setzt Grenzwert für Dioxine in Fisch hoch
Statement der unabhängigen Verbraucherorganisation Foodwatch
Aus: foodwatch-Newsletter, Berlin, 21. April 2008, 16.39 Uhr MESZ (News).BERLIN. Ist die Lebensmittel-Lobby wirklich so stark, wie foodwatch immer behauptet? Setzen sich die Interessen dieser Lobby tatsächlich meistens auf Kosten der Verbraucher durch oder schützen Politiker die Verbraucher vor Gefahren?
Im Frühsommer 2007 testete foodwatch die Fischspezialität Dorschleber auf ihren Gehalt an giftigen Dioxinen und dioxinähnlichen PCB. Diese stehen im Verdacht, Krebs auszulösen und das Erbgut zu verändern. Alle Proben wiesen eine Überschreitung des damaligen EU-Grenzwertes für Dioxine von 8 Pikogramm pro Gramm auf, zum Teil um das bis zu Zehnfache! Die deutschen Lebensmittelüberwachungsbehörden blieben trotz der hohen Werte untätig. Erst auf öffentlichen Druck von foodwatch nahmen mehrere Handelsketten die Ware aus den Regalen. Die beiden Marktführer für Dorschleber in Deutschland, die Firmen Rügenfisch und Stührk, stellten ihre Produktion ein, kündigten aber gleichzeitig an, sich für eine Überprüfung des Grenzwertes einzusetzen.
Jetzt hat die EU-Kommission einen Entschluss gefasst, der ganz nach dem Geschmack der europäischen Fischerei- Industrie sein dürfte. Am vergangenen Freitag, 18.04.2008, beschloss der zuständige Ausschuss, den Grenzwert für Dioxine in Fischleber um das Dreifache von 8 auf 25 Pikogramm pro Gramm zu erhöhen. Das heißt: Wer den Inhalt einer Dorschleber-Fischkonserve von 115 Gramm verzehrt, die mit dem neuen Höchstwert belastet ist, nimmt damit das Vierzigfache dessen zu sich, was die EU als tägliche Dioxin-Höchstbelastung für akzeptabel hält. Verbraucher dürften nur alle 9 Wochen eine Portion Fischleber verspeisen, um gesundheitliche Schäden zu vermeiden. Die Entscheidung für den neuen Grenzwert wird mit dem niedrigen Pro-Kopf-Verbrauch eines Produktes begründet, berücksichtigt aber nicht das Ernährungsverhalten einzelner Verbraucher.
Die aktuelle Grenzwert-Erhöhung setzt eine Reihe von Fehlentscheidungen fort. Bereits 2006 hat die EU den Grenzwert für Dioxine in Fischöl von 6 auf 24 Nanogramm pro Kilogramm erhöht. Fischöle werden an Tiere verfüttert, und so gelangen Dioxine in die menschliche Nahrung. Tierische Lebensmittel wie Fisch, Fleisch, Milch und Eier sind für 80 % der menschlichen Gesamtaufnahme von Dioxinen verantwortlich.
Zwar gibt die EU offiziell als Ziel an, die zu hohe Belastung der Bevölkerung mit den giftigen Dioxinen zu senken. Die Realität allerdings sieht anders aus: Auf dem Verordnungswege, unter Ausschluss der Parlamente, werden die Dioxin-Grenzwerte so weit an die tatsächliche Belastung der Lebensmittel angepasst, dass diese nicht vom Markt genommen werden müssen.
Die Lobbymacht der Lebensmittelindustrie hat sich offenbar wieder einmal durchgesetzt, und zwar auf Kosten der Verbraucher. Deshalb braucht es eine Gegenlobby, eine Lobby der Verbraucher! Sonst werden uns die besten Gesetze nicht schützen. Weitere Informationen zum Thema finden Sie auf der foodwatch-Internetseite.
Die Preise für Reis explodieren
Reisexporteure drosseln ihre Ausfuhren
Aus: Godmode Trader, 24. April 2008, 16.08 Uhr MESZ (BörseGo). [Original]
CHICAGO. Der Preis für Reis ist am Donnerstag [24.4.2008] an der Rohstoffbörse in Chicago das erste Mal bis auf 25 Dollar je 100 Pfund gestiegen. Die Notierung legte in der bisherigen Spitze um 0,9 % auf ein erneutes Rekordniveau von 25,01 Dollar zu. Damit kletterte der Juli-Futurekontrakt in diesem Monat bereits um 26 %, was dem größten Monatszugewinn seit Oktober 1993 entspricht.
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Entwicklung des Reispreises seit 2005. Seit August 2007 (Strich) ist der Preis wg. der Spekulationen steil um 140 % gestiegen. (Grafik: 24.4.2008 khd/BörseGo)
Der Preis für die Getreidefrucht hat sich auf Jahressicht mehr als verdoppelt, nachdem die Reisländer China, Vietnam und Indien ihre Exporte drosselten, um die jeweilige Nachfrage im Inland abzusichern. Aus diesem Grund sah sich mittlerweile die Wal-Mart-Sparte Sam`s Club in den USA bei einigen Reisarten nur zu eingeschränkten Zukäufen gezwungen.
Auch das ebenso zu den größten Reisexporteuren zählende Thailand wird nach Einschätzung der Weltbank seine Lieferungen herunterfahren. Gleichzeitig stíegen im bisherigen Jahresverlauf die Notierungen für Weizen, Korn und Sojabohnen auf neue Rekordstände, was in Ländern wie Haiti und Ägypten zu sozialen Unruhen führte.
Nach der jüngsten Einschätzung des UN-Generalsekretärs Ban Ki-Moon wird der Anstieg der Nahrungsmittelpreise das Wachstum der Weltwirtschaft belasten und die politische Stabilität in zahlreichen Ländern gefährden. Die Weltbank geht davon aus, dass in 33 Ländern von Mexico bis Yemen wegen der hohen Nahrungsmittel-und Energiepreise soziale Unruhen drohen.
Die Chartgrafik zeigt auf, dass der Reispreis seit August 2007 bereits um 140 % angestiegen ist. Als erster Agrar-Rohstoff ging Weizen in eine Rallye über. Eine regelrechte Explosion der Weizenpreise wurde in den vergangenen Wochen jedoch durch eine Korrektur abgelöst. Mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung dürfte der Reispreis dieser Vorgabe folgen.
I M P O R T - S T O P PDöner-König Kaplan bestraft
Prozess um 4 Tonnen Gammelfleisch
Aus: B.Z., Berlin, 16. Mai 2008, Seite 1 + 6 (Berlin). [Original]BERLIN (bz). Er ist einer der größten Döner-Produzenten Deutschlands, beliefert über 1000 Imbisse in Berlin: Remzi Kaplan (47). Vor Monaten [Ed: im September 2006] wurden in seinem Betrieb 4 Tonnen Ekelfleisch beschlagnahmt.
Gestern schwänzte der angeklagte Döner-König den Prozess vorm Amtsgericht Tiergarten [Az: 3 Wi Js 2432/06 (334 Ds 21/07) + Az: 3 Wi Js 782/07 (334 Ds 37/07)]. Der Richter erließ einen Strafbefehl: Kaplan muss 40.000 Euro zahlen. [Der Gerichts-Report in der B.Z.]
G A M M E L - K Ä S EEU-Abgeordnete wettern gegen Chlor-Hühnchen
Die EU-Parlamentarier sind empört über die Pläne der Europäischen Kommission: Die will mit Chlor desinfizierte Hühnchen aus den USA wieder zulassen. Die Abgeordneten riefen nun die Landwirtschaftsminister der EU-Staaten zum Protest auf.
Aus: Spiegel Online 19. Juni 2008, ??.?? Uhr MESZ (nur elektronisch publiziert). [Original]STRASSBURG. Amerikanische Chlor-Hühnchen bringen das Blut der EU-Parlamentarier zum Kochen: Die Vorschläge der Kommission seien "ein echter Skandal", sagte die SPD-Europaabgeordnete Dagmar Roth-Berendt. In einer Entschließung wandten sich die EU-Abgeordneten gegen die Pläne der EU-Kommission, die mit Chlor desinfizierte Hühnchen aus den USA für den Verzehr in Europa wieder zulassen will.
Das Parlament warnte, dass eine Aufhebung des Importverbots für Chlor-Hühnchen das Vertrauen der europäischen Verbraucher in die Lebensmittelsicherheit zerstöre. Außerdem forderten die Parlamentarier die Landwirtschaftsminister der EU-Staaten auf, sich der Aufhebung des Importverbots zu widersetzen.
Andrea Vassiliou, EU-Kommissarin für Gesundheitsschutz, hatte den geplanten Schritt mit wissenschaftlichen Erkenntnissen gerechtfertigt. Danach wurde in Gutachten die Zulassung von Chlor-Hühnchen unter strengen Auflagen befürwortet. Die Produkte müssten entsprechend gekennzeichnet sein, außerdem wären keine chlordesinfizierten Einzelteile wie Schenkel oder Flügel zugelassen. Gesundheitsschädlich sei der Verzehr der Hühnchen nicht.
In der EU muss das Geflügel nach dem Schlachten in eiskaltes Wasser getaucht werden, um gefährliche Keime abzutöten. Außerdem gibt es eine Reihe von Vorschriften, die Sicherheit und Hygiene entlang der gesamten Lebensmittelkette sicherstellen sollen.
Die EU will das seit 1997 geltende Importverbot für Chlor-Hühnchen abschaffen, nachdem die US-Regierung dies als Bedingung für eine engere allgemeine wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Europa gefordert hatte.
Anfang Juni hatten sich 26 der 27 EU-Länder im Ständigen Ausschuss für Lebensmittel und Tiergesundheit gegen die Aufhebung des Importstopps ausgesprochen. Lediglich Großbritannien enthielt sich der Stimme. Die endgültige Entscheidung liegt nun bei den EU-Landwirtschaftsministern.
G A M M E L - K Ä S E11.000 Tonnen verdorbener Käse in ganz Europa verkauft
Aus: Yahoo-News, 4. Juli 2008, 13.12 Uhr MESZ (Wirtschaft). Ergänzt um weitere Infos aus dem Internet. [Original]ROM. Molkereien in Italien, aber auch in anderen europäischen Ländern haben vergammelten und abgelaufenen Käse in ihre Produkte gemischt und diese dann als frisch verkauft. Binnen 2 Jahren seien so insgesamt 11.000 Tonnen Gammelkäse verwertet worden, berichtete die italienische Zeitung La Repubblica unter Berufung auf Ermittlungen der Polizei. Der verdorbene Käse der demnach teilweise bereits Würmer, Mäusekot oder Rückstände wie Plastik oder Farbe von Etiketten enthielt sei vor allem zu Mozzarella, Gorgonzola oder Schmelzkäse verarbeitet und in ganz Europa verkauft worden, auch in Deutschland.
Das Geschäft lief dem Bericht der La Repubblica zufolge über 4 Firmen eines Sizilianers, 3 davon mit Standort in Italien, eine mit Standort in Deutschland [Ed: im bayerischen Woringen]. Sie machten demnach Umsätze in zweistelliger Millionenhöhe. An diese Firmen lieferten rund 40 Molkereien in Italien, Deutschland, Österreich und Großbritannien ihre verdorbenen Produkte.
Die Ermittlungen der Polizei dauerten dem Bericht zufolge 2 Jahre. Sie hat laut dem Bericht ein Dutzend Verdächtiger im Visier, 3 von ihnen seien bereits festgenommen worden.
Ergänzende Infos
Mit dem Recycling von Käse-Abfällen, die höchstens noch zu Tierfutter verarbeitet werden sollten, haben die Täter Dutzende Millionen Euro verdient. "Aber für die Gesundheit der Konsumenten war das eine ökologische Bombe", kommentierte die Zeitung La Repubblica. Betroffen seien unter anderem Scheibletten, Mozzarella und Gorgonzola so berühmter Marken wie Galbani, Granarolo und Prealpi.Eine "Spezialität" der Bande sei es zudem gewesen, wegen des abgelaufenen Verfallsdatums vom Markt genommenen Mozzarella sowie verfaulte Scheibletten auf neu zu trimmen, erklärten Polizisten. In einer Kühlzelle sei gar Schnittkäse aus dem Jahr 1980 entdeckt worden, der neu aufgemischt und gesäubert auf den Tischen von Deutschen und Italienern landen sollte. "Es war Ekel erregend", erinnert sich Polizeikommandant Mauro Santonastaso aus Cremona.
Die Polizei war der Gruppe rund um einen 46-jährigen Unternehmer aus Sizilien vor 2 Jahren auf die Spur gekommen. Damals hielten Ermittler in Norditalien einen Lastwagen an, aus dessen Laderaum abscheulicher Gestank drang.
Der Käse, den die Polizisten fanden, sollte zur Weiterverarbeitung an die Firma Megal in dem Örtchen Vicolungo geliefert werden jedoch sei er bereits völlig verfault gewesen, hieß es. Durch das Abhören von Telefongesprächen deckten Spezialisten den Skandal jetzt auf. "Dabei wurde auch die völlige Skrupellosigkeit der Verdächtigen deutlich", schrieb La Repubblica. Ohne Umschweife wurde der Käse bei den Telefonaten als "merda" (Scheiße) bezeichnet, die "gesäubert und in Ordnung gebracht" werden müsse. "Aber das bleibt unter uns", sagte ein Fabrik-Manager zu seinem Chef.
Die Fabrikangestellten wussten hingegen von dem Schwindel, wie sie jetzt bei der Polizei zugaben. Jedoch habe niemand etwas unternommen. Die Käseabfalle seien in Supermarkt-Regalen in ganz Europa gelandet unter anderem auch in Deutschland.
Um den widerwärtigen Schwindel ungestört durchziehen zu können, hatte die Bande den Angaben zufolge auch Verbündete bei der örtlichen Gesundheitsbehörde: Der Direktor und 2 Mitarbeiter sollen ihrer Aufsichtspflicht nicht nachgekommen sein und Kontrollen in den Käse- Werken frühzeitig angekündigt haben. [mehr]
Polizei sperrt Schmierkäse-Fabrik in Bayern
Wegen des Verkaufs von Ekel-Käse in Deutschland und Italien gerät eine Schmelzkäse-Firma in Bayern unter Verdacht. Die Behörden sperren den Betrieb. Der Skandal sorgt für Ärger in der Politik: Denn italienische Behörden ermitteln bereits seit 2 Jahren und die Deutschen erfuhren erst jetzt davon.
Aus: Die Welt, Berlin, 5. Juli 2008, Seite ?? (Wirtschaft). [Original]MEMMINGEN/MÜNCHEN. Nach Bekanntwerden eines von Italien ausgehenden Gammelkäse-Skandals untersuchen die Behörden in Deutschland die mögliche Verstrickung eines bayerischen Betriebs [Ed: lt. B.Z. vom 6.7.2008 die International Cheese GmbH]. Wie ein Polizeisprecher mitteilte, sind Unterlagen sichergestellt worden. Lebensmittelproben würden untersucht. "Derzeit können die in den Medien veröffentlichten Vorwürfe gegen die Firma weder bestätigt noch dementiert werden", hieß es.
Zuvor war in Italien bekannt geworden, dass eine kriminelle Bande vergammelten und schimmeligen Käse so aufbereitet hat, dass er als Frischeprodukt in Supermärkten angeboten wurde. In Deutschland steht der Betrieb in Woringen laut italienischen Medienberichten im Verdacht, beteiligt gewesen sein. Die bayerischen Behörden waren über die Untersuchungen in Italien jedoch nicht offiziell informiert worden.
Der Betrieb in Woringen wurde von der Polizei gesperrt. Die Staatsanwaltschaft Memmingen ordnete die Durchsuchung an. Polizei, Vertreter des Landratsamts, der Regierung von Schwaben und einer Spezialeinheit des Landesamts für Gesundheit waren an der Aktion beteiligt. Bis Ergebnisse vorliegen, werden laut Polizei und Staatsanwaltschaft keine weiteren Produkte in den Handel gelangen.
In Woringen ist über den gesperrten Betrieb nur hinter vorgehaltener Hand ist etwas zu erfahren etwa, dass es auf den ersten Blick nicht vergammelt aussieht in dem Betrieb. Das sagte auch eine Nachbarin, die sich vor ein paar Jahren dort als Putzfrau beworben hatte. "Die Mitarbeiterin hat mich im Betrieb herumgeführt, ich habe da nichts Schlimmes gesehen", sagte die Frau. Eine Schülerin berichtete, dass ihre Mutter "da drinnen arbeitet", dass alles sauber sei und die Mutter jetzt um ihren Arbeitsplatz fürchte.
Der zweite Bürgermeister der Gemeinde, Johannes Haug, ist empört. Er ist selbst Landwirt, war jahrelang Vorsitzender des Bauernverbandes. "Die haben ihre Produkte nicht direkt von Landwirten, sondern kaufen die irgendwo zu und verarbeiten sie weiter", sagte Haug über den in die Schlagzeilen geratenen Betrieb. Niemand wisse etwas über die Firma, den Firmenchef kenne auch er als zweiter Bürgermeister nicht.
Aus der Lebensmittelbehörde im Landratsamt heißt es, dass die Firma immer wieder vorschriftsmäßig kontrolliert wurde. Aufgefallen sei zumindest nichts Gravierendes. Der Memminger Staatsanwalt Andreas Rossa sagte, man habe bis zur Durchsuchung von den italienischen Behörden nichts gehört und sei von den Meldungen überrascht worden.
Schluss mit giftigem Uran in unserem Trinkwasser!
Statement der unabhängigen Verbraucherorganisation Foodwatch
Aus: foodwatch-Newsletter, Berlin, 5. August 2008, 23.38 Uhr MESZ (News) von HENRIK DÜKER. [Original]BERLIN. Trinkwasser ist unser wichtigstes Lebensmittel. Wir nehmen es täglich zu uns. Der Genuss von Trinkwasser darf daher die menschliche Gesundheit nicht gefährden, heißt es in der Trinkwasserverordnung. In manchen Gegenden Deutschlands ist das Trinkwasser jedoch in bedenklichen Konzentrationen mit Uran verunreinigt. Das ist das Ergebnis der aktuellen foodwatch-Recherche in allen 16 Bundesländern.
Uran ist ein radioaktives Schwermetall und kann insbesondere die Nieren schädigen. Die Behörden haben es bisher versäumt, uns über bedenkliche Uran-Konzentrationen im Trinkwasser zu informieren. Der Schutz der Verbraucher zählt nicht. Ahnungslos trinken wir das Wasser, verwenden es zum Kochen oder sogar zur Zubereitung von Säuglingsnahrung. Ist das nicht unglaublich, zumal Uran technisch leicht aus dem Trinkwasser herausgefiltert werden kann? Lesen Sie bei foodwatch nach, ob Ihr Trinkwasser mit Uran belastet ist: http://www.foodwatch.de/kampagnen__themen/mineralwasser/trinkwasser/
Für Uran im Trinkwasser gibt bis heute keinen verbindlichen Grenzwert. foodwatch fordert, endlich eine Höchstgrenze von 10 Mikrogramm Uran pro Liter Wasser gesetzlich festzuschreiben. Außerdem müssen die Behörden verpflichtet werden, uns über Uran-Konzentration im Trinkwasser aktiv zu informieren. Und was für Mineralwässer gilt, muss entsprechend für Trinkwasser gelten: Bei Urangehalten von über 2 Mikrogramm Uran pro Liter müssen die Behörden im Hinblick auf die Zubereitung von Säuglingsnahrung warnen.
Machen Sie mit und fordern Sie Gesundheitsministerin Ulla Schmidt auf, nicht länger untätig zu bleiben und einen Grenzwert für Uran in der Trinkwasserverordnung festzulegen: http://www.foodwatch.de/kampagnen__themen/mineralwasser/mitmach_aktion/
Zahlreiche Medien haben die Recherche-Ergebnisse von foodwatch aufgegriffen. Hier eine kleine Auswahl:
[04.08.2008: Uran in deutschen Brunnen Wie gefährdet ist unser Trinkwasser?] (Report München)
[04.08.2008: Verbraucherschützer warnen vor Uran im Trinkwasser] (Spiegel Online)
[05.08.2008: Trinkwasser zu stark mit Uran belastet] (stern.de)
M I L C H P U L V E R - S K A N D A LZwölf Tote durch verseuchtes Fleisch in Kanada
Aus: Yahoo-News, 26. August 2008, 12.00 Uhr MESZ (Gesundheit). [Original]OTTAWA. Nach dem Verzehr von bakterienverseuchtem abgepackten Fleisch sind in Kanada 12 Menschen an einer Lebensmittelvergiftung gestorben. 14 weitere Menschen seien nach dem Verzehr von Fleischprodukten der Firma Maple Leaf an Listeriose erkrankt, erklärten die Gesundheitsbehörden. 29 Verdachtsfälle würden noch überprüft. Es werde damit gerechnet, dass die Zahl der Erkrankten weiter steige, warnte Landwirtschaftsminister Gerry Ritz. Maple Leaf, das zu den größten Herstellern von abgepacktem Fleisch in Kanada zählt, rief zahlreiche Produkte aus dem Handel zurück.
11 der Toten stammten aus der Provinz Ontario in Zentralkanada, ein Opfer wohnte in Britisch-Kolumbien im Westen. Die Krankheit äußert sich mit grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Kopfschmerzen und Übelkeit. Von ihr sind vor allem kleine Kinder, ältere Menschen oder Menschen mit geschwächtem Immunsystem bedroht. Die verursachende Bakterie Listeria monocytogenes tritt in nicht-pasteurisierten Milchprodukten, in Fleisch und in Gemüse auf.
Maple Leaf veröffentlichte auf seiner Internetseite eine Entschuldigung und zog rund 220 Produkte "als Vorsichtsmaßnahme" zurück. Nachdem zunächst nur einige Sorten von abgepacktem Fleisch aus dem Handel genommen worden waren, rief die Firma am Wochenende sämtliche Produkte zurück, die aus dem betroffenen Werk in Toronto stammen.
Die Firma bezifferte den von ihr erwarteten Schaden auf umgerechnet 13,5 Millionen Euro. Die Maple-Leaf-Aktie verlor am Montag an der Börse von Toronto zehn Prozent ihres Wertes. Die Firma beschäftigt rund 23.000 Mitarbeiter, die meisten davon in Kanada, aber auch in den USA, Großbritannien und Asien.
M I L C H P U L V E R - S K A N D A LLebensmittelskandal in China
Zweites Baby an verseuchtem Milchpulver gestorben.
Aus: SWR.de, 15. September 2008, 19.33 Uhr MESZ (Tageschau.de). [Original]PEKING. In China ist ein weiteres Baby an chemisch verunreinigtem Milchpulver gestorben. Wie auch das erste Baby starb der Säugling in der Provinz Gansu im Nordwesten des Landes an Nierensteinen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua. Nach einem Bericht der Zeitung "China Daily" ist die Zahl an Nierensteinen erkrankter Kinder landesweit mittlerweile auf mehr als 1250 gestiegen. 340 Säuglinge und Kleinkinder lägen im Krankenhaus, dutzende von ihnen seien in kritischer Verfassung.
Die Regierung in Peking zog erste Konsequenzen aus dem Skandal: Sie ordnete eine landesweite Untersuchung aller Produzenten von Babymilchpulver an. Zudem musste der führende Hersteller Sanlu die Produktion vorerst einstellen, meldet die Agentur Xinhua. Sanlu, das zu 43 Prozent im Besitz der neuseeländischen Fonterra-Gruppe ist, beliefert fast ein Fünftel des chinesischen Marktes. Fast jede zweite Mutter in China ernährt ihr Neugeborenes mit Milchpulver. In der Baby-Nahrung war die Chemikalie Melamin gefunden worden, das eigentlich zur Herstellung von Plastik und Klebstoff verwendet wird. Damit sollte der Protein-Gehalt der Milch erhöht werden.
Sanlu-Gruppe als Hauptverantwortlicher?
Die Hauptverantwortung für den Skandal trage die Sanlu-Gruppe, sagte Gesundheitsminister Gao Qiang Gao. "Gesetzlose Menschen" hätten die Chemikalie absichtlich in die Rohmilch getan, um den Proteingehalt zu erhöhen. Es seien 19 Personen festgenommen worden, 78 weitere würden befragt, um herauszufinden, wie das Melamin ins Milchpulver gelangt sei. Ermittlungen sollen nun ergeben, wer für die Vertuschung des Skandals verantwortlich ist. Der Staat werde die Kosten für die Behandlung der betroffenen Kinder übernehmen, sagte Gao weiter.Der Vizepräsident des Unternehmens, Zhang Zhenling, entschuldigte sich unterdessen bei den Konsumenten und den Angehörigen der erkrankten Kinder. Der Zwischenfall habe zahlreichen Babys und ihren Familien Leid zugefügt, sagte er laut Xinhua auf einer Pressekonferenz. "Die Sanlu-Gruppe entschuldigt sich in aller Aufrichtigkeit", teilte Zhang mit. Sämtliches Michpulver, das vor dem 6. August produziert wurde, sei bereits zurückgerufen worden. Zweifelnde Kunden könnten zudem auch Pulver, das nach diesem Datum hergestellt worden ist, zurückgeben.
Skandal lange vertuscht?
Die Behörden wurden nach eigenen Angaben erst am vergangenen Montag [8.9.2008] informiert, obwohl interne Untersuchungen des Herstellers offenbar bereits Anfang August nachgewiesen hatten, dass das Milchpulver mit Melamin verunreinigt war. Einem Zeitungsbericht zufolge gingen erste Beschwerden von Verbrauchern sogar schon im März ein.
Nicht der erste Lebensmittelskandal
Bereits im Mai 2007 waren in China zwei Exporteure aufgeflogen, die mit Melamin verunreinigtes Weizengluten und Reisproteine für Tierfutter exportiert hatten, das in den USA für den Tod von Katzen und Hunden verantwortlich gemacht wurde. Es ist auch nicht der erste Skandal mit Babymilch: Vor 4 Jahren kamen in der Provinz Anhui 13 Säuglinge ums Leben, weil ihr Milchpulver keinerlei Nährwert hatte. [mehr]
M I L C H P U L V E R - S K A N D A LMindestens drei tote Säuglinge
Über 6000 Babys mit Nierenproblem / Skandinavischer Mutterkonzern stellt Produktion ein.
Aus: Wiener Zeitung, Wien, 17. September 2008, Seite ?? (Panorama). [Original]PEKING/STOCKHOLM. Der Skandal um verseuchtes Babymilchpulver hat weite Teile der Milchindustrie in China erfasst. Mindestens 3 Kinder starben, die Nierenerkrankungen von 6244 Säuglingen durch die Chemikalie Melamin sind amtlich bestätigt. In Produkten von insgesamt 22 Herstellern wurde das Gift gefunden. Außer Sanlu sind auch andere Markennamen wie Mengniu, Yili, Yashili oder die Shanghaier Bright Dairy betroffen. Die Produkte würden zurückgezogen.
M I L C H P U L V E R - S K A N D A LNestlé muss seine Milch "Diary Farm" in Hong Kong aus dem Verkauf ziehen
Aus: Swiss-Info, 22. September 2008, 17.10 Uhr MESZ (Wirtschaft). [Original]VEVEY (AWP). Der Nahrungsmittelkonzern Nestlé SA musste auf Behördengeheiss seine Milch "Diary Farm" in Hong Kong aus dem Verkauf ziehen. Das Produkt, das speziell für die Gastronomie bestimmt ist, habe geringe Spuren der giftigen Chemikalie Melamin enthalten. Die Konzentration habe 1,4 parts per Million betragen, teilte Nestlé am Montag [22.9.2008] mit.
Das Produkt wurde zurückgerufen, weil es unter den maximalen Grenzwert für Melamin in Milchprodukten fällt. Der Grenzwert in Hong Kong wird demnächst stark gesenkt und liegt somit deutlich unter jenen in Europa oder in den USA. Neu sind nur noch 1 mg Melamin pro Liter in Milch erlaubt, die für Kinder bestimmt ist. Andere Milchprodukte dürfen maximal 2,5 mg Melamin pro Liter enthalten.
Die vom Rückruf betroffene Milch liege aber nach wie vor unter den Grenzwerten für Erwachsene, hält Nestlé fest. Der Konzern sei daher zuversichtlich, dass die Behörde auf ihren Entscheid zurückkommen wird, zumal das Produkt im Normalfall von Erwachsenen konsumiert werde. Nestlé hält fest, dass das Produkt nicht aus Melamin-verunreinigter Milch hergestellt wurde.
"Melamin kann in geringen Spuren in der Nahrungskette weltweit festgestellt werden", sagte Nestlé-Sprecher Robin Tickle zur Nachrichtenagentur sda. Für die Konsumenten bestehe daher "absolut keine Gefahr". Der Sprecher verweis weiter auf den Umstand, dass die Toleranzwerte in der EU beispielsweise um das 25-fache höher liegen als die neuen Grenzwerte in Hong Kong.
P F L A N Z E N S C H U T Z M I T T E LMüll in der Milch
Melamin allein kann kaum die Ursache für Chinas Babysterben sein.
Aus: Der Tagesspiegel, Berlin, 1. Oktober 2008, Seite 6 (Meinung) von ALEXANDER S. KEKULÉ. Der Autor ist Institutsdirektor und Professor für Medizinische Mikrobiologie in Halle. [Original]W en kümmert es angesichts der weltweiten Finanzkrise, wenn in China 4 Kinder an Nierensteinen sterben? Der Skandal um mit Melamin verunreinigte Babymilch geht derzeit in der globalen Bankenpanik unter.
Währenddessen hat sich die Chemikalie klammheimlich um die Welt verbreitet. Nachdem über 54.000 Kinder durch verunreinigte chinesische Babynahrung erkrankten, wurden vergangene Woche Spuren von Melamin auch in chinesischer Milch des Weltmarktführers Nestlé gefunden. Der britische Süßwarengigant Cadbury musste 11 in Peking produzierte Schokoladensorten zurückrufen, die unter anderem in Taiwan, Hongkong und Australien verkauft werden. Am Montag warnten indonesische Gesundheitsbehörden vor melaminhaltigen Schokobonbons ("M&Ms"), Schokoriegeln ("Snickers") und Keksen; damit sind auch die chinesischen Fabriken der US-Konzerne Mars und Kraft von dem Skandal betroffen. Bislang beteuern die internationalen Hersteller, die Verunreinigungen seien höchstens in Spuren und nahezu ausschließlich bei in Asien verkauften Produkten nachweisbar.
In der EU ist man sich da nicht so sicher. Die europäische Lebensmittelbehörde EFSA (European Food Safety Authority) schätzt, dass mit chinesischem Milchpulver hergestellte Süßwaren die für Kleinkinder maximal zulässige Melamindosis um mehr als das Dreifache überschreiten könnten. In die EU importierte Kekse, Schokoladen und Fertigsuppen werden seit vergangener Woche auf Melamin untersucht. Auch mehrere Bundesländer haben Stichproben bei aus China importierten Lebensmitteln angekündigt. Ob und wie viel Melamin auch in deutschen Mägen gelandet ist, wird sich erst in einigen Wochen herausstellen.
Dass die hiesigen Aufsichtsbehörden versagt haben, steht allerdings schon heute fest: Obwohl schon lange bekannt war, dass in China regelmäßig mit Melamin und anderen gefährlichen Chemikalien gestreckt wird, gab es bisher keine systematischen Kontrollen. Im Frühjahr 2007 starben Tausende von Katzen und Hunden an Nierenversagen durch Tierfutter, das mit melaminverseuchten Rohstoffen aus China hergestellt worden war. Damals mussten in der EU und den USA Hunderte von Tiernahrungsprodukten zurückgerufen werden. Auch für den menschlichen Verzehr gedachte Hühner waren mit illegalen Melamincocktails "made in China" gefüttert worden. Einige tausend Fälle von Nierenversagen bei Katzen und Hunden im Jahr 2004 werden ebenfalls melaminverseuchtem Futter zugeschrieben.
Melamin ist eine chemische Verbindung, die vor allem für die Herstellung von Lacken, Kunst- und Klebstoffen verwendet wird. Wegen seines hohen Stickstoffanteils wird es in China illegal gestreckten Nahrungsmitteln (etwa mit Spreu versetzten Getreideprodukten oder mit Wasser verdünnter Milch) zugefügt, um einen hohen Eiweißgehalt vorzutäuschen. Der Trick funktioniert, weil Eiweiß das ebenfalls sehr viel Stickstoff enthält im Agrarbereich üblicherweise indirekt durch Messung des Stickstoffgehalts bestimmt wird, mit der aus dem Jahr 1883 stammenden "Kjeldahl-Probe". Modernere Verfahren, die zwischen Melamin und echtem Eiweiß unterscheiden können, sind aus Kostengründen kaum verbreitet.
Warum in China so viele Kinder erkrankten, ist keineswegs geklärt. Melamin ist nämlich, entgegen anderslautenden Meldungen, so ungiftig wie Kochsalz und führt alleine auch nicht zu Nierensteinen. Das legt einen bösen Verdacht nahe: Das chinesische Milchpulver ist wahrscheinlich mit weiteren Chemikalien verunreinigt. Beim Tierfutterskandal von 2007 entstanden die Nierensteine durch eine Kombination von Melamin und Cyanursäure, die zusätzlich ins Futter gelangt war. Cyanursäure entsteht unter anderem als Abfallprodukt bei der Herstellung von Melamin. Möglicherweise wurde die Milch also nicht einmal mit reinem Melamin, sondern mit billigen Abfällen aus der chemischen Industrie versetzt.
Die Geschichte von den kranken chinesischen Kindern lehrt, dass Profitgier auch nicht vor unvorstellbar Unappetitlichem haltmacht. Deshalb können im Zeitalter der Globalisierung nationale Kontrollen gar nicht streng genug sein. Bei Babymilch ist das eben genauso wie bei den Banken.
Warnung vor türkischen Birnen
Birnen aus der Türkei enthalten oftmals ein in der EU verbotenes Spritzmittel. Baden-Württembergs Agrarminister fordert daher ein Einfuhrverbot für die Früchte.
Aus: Yahoo-News, 1. Oktober 2008, 18.01 Uhr MESZ (Wirtschaft). [Original=xxx]STUTTGART. Regelmäßig würden in türkischen Birnen erhebliche Rückstände von Amitraz entdeckt, bemängelt Peter Hauk (CDU), Landwirtschaftsminister von Baden-Württemberg. Durch den Verzehr der Birnen seien gesundheitliche Gefahren nicht auszuschließen. Dazu gehören Schläfrigkeit, Sprachstörungen und Desorientiertheit. Da davon auszugehen sei, dass die Birnen bundesweit vertrieben werden, forderte der Minister die Bundesregierung auf, sich für ein EU-weites Einfuhrverbot für türkische Birnen einzusetzen.
Die Substanz Amitraz wirkt als Insektizid und Akarizid (gegen Spinnentiere). Es wird auch in der Tiermedizin gegen Parasiten und Milben eingesetzt. Als Pflanzenschutzmittel ist es in Deutschland bereits seit einigen Jahren und in der EU seit Anfang 2008 nicht mehr zugelassen.
In Baden-Württemberg hatten Lebensmittelkontrolleure 65 Proben von Birnen aus neun verschiedenen Herkunftsländern genommen. Sämtliche 17 Proben türkischer Herkunft wiesen deutlich überhöhte Amitraz-Werte auf. Die zulässige Höchstmenge beträgt 0,05 Milligramm pro Kilogramm, das türkische Obst enthielt bis zu 2,9 Milligramm. Für den Großmarkt Stuttgart sei bereits ein Handelsverbot erlassen worden. Mindestens 3,8 Tonnen belastetes Obst seien aus dem Verkehr genommen und würden vernichtet, teilte der Agrarminister mit.
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