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Bauernverband: Hinter Fleischskandalen steckt kriminelles System
Spur des verdorbenen Putenhackfleischs führt nach Schleswig-Holstein
Aus: Berliner Morgenpost, 24. November 2005, Seite ?? (Panorama). [Original]
BONN/BRÜSSEL (morgenpost.de). Im Gelsenkirchener Fleischskandal scheint die Herkunft eines Großteils des verdorbenen Fleisches geklärt. Die Kieler Staatsanwaltschaft ermittelt nach eigenen Angaben gegen eine Firma aus Schleswig-Holstein [Ed: QS-Firma Thomsen in Kiel], die innerhalb eines Jahres insgesamt 84 Tonnen verdorbenes Putenhackfleisch aus Dänemark an die Handelsfirma Domenz in Gelsenkirchen geliefert haben soll. Der Kieler Oberstaatsanwalt Uwe Wick sprach von einem "fehlenden Puzzlestück" in den Ermittlungen. Der Weg, den das Fleisch genommen habe, sei nun geklärt. Der Deutsche Bauernverband (DBV) zeigte sich derweil überzeugt, hinter den jüngsten Fleischskandalen stecke systematisch kriminelles Vorgehen einzelner Händler.
Und so informiert die
US-Behörde FDA über
Lebensmittel-Panscher:
Recent Warning Letters.
[ Ein Beispiel ]Laut Kieler Staatsanwaltschaft wurden die Geschäftsräume der Firma in Schleswig-Holstein am Dienstagabend in Zusammenarbeit mit dem Landeskriminalamt durchsucht. Dabei sei "umfangreiches Beweismaterial" beschlagnahmt worden. Das Fleisch wurde demnach zwischen Januar 2004 und Januar 2005 von Dänemark über Schleswig-Holstein nach Gelsenkirchen geliefert. Die Firma Domenz soll die Ware anschließend in den Verkehr gebracht haben. Die Ermittlungen gegen das schleswig-holsteinische Unternehmen erstrecken sich auf Verstöße gegen das Lebensmittel- und Futtermittelgesetz. Das Putenhackfleisch sei zu lange gelagert worden und habe deshalb entsorgt werden müssen. Allenfalls sei eine Verwendung als Tierfutter in Frage gekommen.
Bei einer Routinekontrolle in einem Gelsenkirchener Kühlhaus waren Ende Oktober zunächst rund 3 Tonnen Roastbeef der Handelsfirma Domenz gefunden worden, dessen Haltbarkeitsdatum lange abgelaufen war. Außerdem fanden die Kontrolleure später 57 Tonnen des Putenhackfleischs. In Melle bei Osnabrück wurde ebenfalls verdorbenes Fleisch der Firma sichergestellt. Auch in Hamburg beschlagnahmten die Ermittler 11 Tonnen Fleisch des Gelsenkirchener Unternehmens; die Analysen in der Hansestadt sind noch nicht abgeschlossen. Wie die Staatsanwaltschaft Essen mitteilte, erklärte sich der Inhaber der Firma aus dem Ruhrgebiet unterdessen zu einer Aussage bereit. Er soll demnach noch in dieser Woche vernommen werden.
Der nordrhein-westfälische Verbraucherschutz-Minister Eckhard Uhlenberg (CDU) sprach am Mittwoch [23.11.2005] vor dem Agrarausschuß des Landtags von "dubiosen Machenschaften". Er zeichnete eine Verarbeitungs- und Transportkette mit großen Mengen teilweise verdorbenen Fleisches nach, die unter Beteiligung mehrerer Zwischenhändler quer durch Europa und sogar bis Brasilien führte.
Der zuständige DBV-Referatsleiter Richard Bröcker zeigte sich in Bonn überzeugt, es gebe Unternehmen, die offenbar auf den Ankauf von Fleisch kurz vor Ablauf der Haltbarkeit spezialisiert seien. Dabei sei den Käufern klar, daß sie das billig erworbene Fleisch nicht mehr rechtzeitig verarbeiten könnten. Bröcker sagte, naturgemäß blieben von den bundesweit mehr als 1000 fleischverarbeitenden Betrieben "einige am Ende der Woche auf ihrer Ware sitzen". Einzelne kleinere Unternehmen verkauften das Fleisch dann offenbar an Großhändler, die es mit krimineller Energie auf den Markt brächten. Allerdings machten diese Fälle angesichts einer jährlichen Fleischproduktion von bundesweit 7 Millionen Tonnen nur eine "verschwindend geringe Menge" aus.
Der neue Verbraucherminister Horst Seehofer (CSU) bezeichnete die jüngsten Vorgänge um vergammeltes Fleisch als "nicht akzeptabel" und forderte eine stärkere Eigenkontrolle der Unternehmen. Am Rande der Agrarministerkonferenz in Brüssel kündigte Seehofer nach Angaben seines Ministeriums zugleich eine bessere Koordination der Lebensmittelüberwachung an. Der Minister bat alle Bundesländer, schnell die Fakten zusammenzutragen. Es müsse geklärt werden, ob es sich um eine "Häufung von Einzelfällen" handele oder um ein "systematisches Problem". Die Verbraucherorganisation "Foodwatch" sieht derweil in den Skandalen nur die "Spitze eines Eisbergs". Im Fleischgeschäft seien Betrügereien "an der Tagesordnung", betonte Sprecher Matthias Wolfschmidt in der Verbraucherzeitschrift "Guter Rat". Auch der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) wandte sich gegen die Einschätzung, bei den jüngsten Funden von vergammeltem Fleisch handele es sich um Einzelfälle. "Wir werden mit weiteren Skandalen zu rechnen haben", sagte Sprecher Christian Fronczak. [DOMENZ-Fleisch auch nach Berlin/Brandenburg] [mehr]
]Chemikalie ITX auch in deutscher Baby-Milch
Aus: Berliner Zeitung, 25. November 2005, Seite 6 (Politik). [Original
ROM 24. Novemberx. Die chemische Substanz ITX ist in Italien nicht nur in Produkten des Nestlé- Konzerns, sondern auch in Babymilch des deutschen Herstellers Milupa entdeckt worden. Wie das italienische Gesundheitsministerium am Donnerstag [24.11.2005] mitteilte, wurden Rückstände von Isopropyl-Thio-Xanthone (ITX), einem Bestandteil der für die Verpackung verwendeten Druckerfarbe, am 13. Oktober bei einer Analyse des Produkts "Aptamil" festgestellt.
Einen Tag später sei der Rückruf der betroffenen Babymilch eingeleitet und die anderen EU-Länder dazu angehalten worden, ihrerseits Maßnahmen zu ergreifen. Milupa erklärte dazu, das Unternehmen sei überzeugt, dass die betreffende Babymilch keinerlei Gesundheitsrisiko darstelle. [mehr]
Regierung fordert Strafen für Fleisch-Mafia
Zypries: Das ist Betrug und Körperverletzung Seehofer beruft Krisentreffen ein
Aus: Der Tagesspiegel, Berlin, 25. November 2005, Seite 1 (Hauptartikel). [Original]
BERLIN. Nach dem jüngsten Skandal um ungenießbares Fleisch hat das Bundesverbraucherschutzministerium ein Krisentreffen einberufen. Daran sollten in der nächsten Woche die betroffenen Länder und das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit [BVL] teilnehmen, sagte ein
Und so informiert die
US-Behörde FDA über
Lebensmittel-Panscher:
Recent Warning Letters.
[ Ein Beispiel ]Ministeriumssprecher am Donnerstag [24.11.2005] in Berlin. Verbraucherschutzminister Horst Seehofer (CSU) habe aber auch klar gemacht, dass der wichtigste Punkt in dieser Angelegenheit sei, dass die Wirtschaft ihrerseits zu Selbstkontrollsystemen findet, die wirksam solche Machenschaften unterbinden, sagte der Sprecher. Unternehmen sollten verpflichtet werden zu melden, wenn ihnen verdorbenes Fleisch angeboten werde [Ed: und wie soll kontrolliert werden, ob sie's tun...].
Es steht nunmehr fest, daß die Verbraucher systematisch mit verdorbenem, nicht genießbaren Fleisch betrogen worden sind. Allein heute wurden bundesweit in 50 Betrieben Tonnen von nicht mehr genießbarem Fleisch und Wurstwaren beschlagnahmt.
NRW-Ministerpräsident Rüttgers (CDU) nannte das: Eine bodenlose Sauerei.
InfoRadio Berlin am 25.11.2005 um 19.10 Uhr.
Eine Liste der unseriösen Firmen wurde bislang nicht veröffentlicht.Behörden suchen inzwischen in mehreren Bundesländern nach verdorbenem Fleisch. Der Lebensmittelskandal war ans Licht gekommen, als Ende vergangener Woche in einem Großbetrieb in Gelsenkirchen 60 Tonnen verdorbenes Fleisch sichergestellt wurden. Der 39 Jahre alte Gelsenkirchener Großhändler [Uwe Domenz] steht im Verdacht, in großem Stil zu lange gelagertes Fleisch als Frischfleisch umetikettiert und weiterverkauft zu haben. Bislang wurden 131 Tonnen verdorbenes Rind- und Putenfleisch in Gelsenkirchen, Melle und Hamburg sichergestellt.
Der niedersächsische Verbraucherschutzminister Hans-Heinrich Ehlen kündigte ein hartes Vorgehen an und sprach von einer Mafia. Man habe es hier mit einem Tatbestand in bisher unbekanntem Ausmaß zu tun, sagte der CDU-Politiker im Deutschlandradio Kultur. Jeder Landkreis in Niedersachsen sei angewiesen worden, die Fleischbestände in den Kühlhäusern zu kontrollieren: Da gibt es kein Pardon, da müssen wir jetzt scharf durchgreifen, sagte Ehlen.
Justizministerin Brigitte Zypries (SPD) forderte eine schnelle Aufklärung der Vorfälle und eine konsequente Bestrafung der Verantwortlichen. Die SPD-Politikerin verwies darauf, dass der Weiterverkauf minderwertiger Ware wie etwa Schlachtabfälle als lebensmitteltaugliche Produkte den Tatbestand des Betruges erfüllten, wenn die Käufer durch das Umdeklarieren der Ware getäuscht werden. Wird durch den Verkauf verdorbenen Fleisches die Gesundheit der Verbraucher geschädigt, greifen Körperverletzungstatbestände, betonte Zypries. Darüber hinaus droht nach dem neuen Lebensmittelgesetz bei Verstößen gegen den Verbraucherschutz eine Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren. Das geltende Strafrecht schütze die Verbraucher umfassend vor kriminellen Machenschaften im Lebensmittelhandel. Regelungslücken gebe es insoweit nicht, sagte Zypries [Ed: die den ungeahndeten Nitrofen- Skandal von 2002 vergessen hat].
Dagegen versicherte der Vorsitzende des Fachausschusses Vieh und Fleisch beim Bauernverband, Franz-Josef Möllers, er glaube, dass die große Mehrheit der Betriebe in den Bereichen Schlachtung, Verarbeitung und Handel saubere Unternehmen sind. Im NDR sprach er sich aber für den Einsatz von Sonderermittlern aus. Ich glaube, wir müssen so etwas haben wie eine Task Force.
Beim Einkauf von Lebensmitteln sollten Verbraucher genau hinschauen und auswählen. Verbraucherschützer raten dazu, vor allem auf die Herkunft der Ware zu achten. Bei Fleisch, Obst oder Gemüse aus der Region sei das Risiko weitaus geringer, Produkten zweifelhafter Qualität aufzusitzen, sagte Christian Fronczak, Sprecher des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen in Berlin. Produkte sollten vorzugsweise von Bioproduzenten stammen, Markenfleisch oder mit Güte- oder Prüfzeichen wie Tüv, QS [Ed: mißlich nur, daß auch eine QS-Firma (Thomsen in Kiel) in den Gammelfleisch-Skandal verwickelt ist] oder dem Bio-Siegel versehen sein. Die Gefahr sei groß, dass billiges Fleisch eben nicht hochwertiges Fleisch sei: Alles hat seinen Preis, auch die Fleischqualität, sagte Fronczak dem Tagesspiegel. [Aus BSE-Krise nichts gelernt] [mehr]
Lebensmittel auf dem Prüfstand
Sicherheit mit Schönheitsfehlern
Aus: Yahoo-News, 25. November 2005, 6.51 Uhr MEZ (Vermischtes). [Original]BERLIN. Ob verdorbenes Fleisch, pestizidbelastete Trauben oder Gebäck mit hohen Acrylamidwerten: Echte oder vermeintliche Lebensmittelskandale verunsichern derzeit viele Verbraucher [Ed: nicht verunsichert zornig auf die unfähigen Politiker, die die Mißstände nicht abstellen]. Mehr als 77 % der 14- bis 30-Jährigen vermuten laut einer Umfrage, Lebensmittel seien unsicherer und stärker mit Schadstoffen belastet als früher.
Dabei fand die repräsentative Befragung im Auftrag der Heinz-Lohmann-Stiftung bereits im Frühjahr 2005 statt, also lange vor den jüngsten Fleischskandalen. Experten zeichnen jedoch ein differenziertes Bild.
Die Lebensmittelsicherheit sei in den vergangenen Jahren "auf hohem Niveau" nahezu gleich geblieben, sagt Jochen Heimberg, Sprecher des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in Bonn. Zwar hätten die Kontrollbehörden in den Bundesländern im vergangenen Jahr jeden fünften untersuchten Betrieb beanstandet. "Darin erfasst ist jedoch auch eine falsche Kennzeichnung von Lebensmitteln", sagt Heimberg.
Die Zahl der Beanstandungen, bei denen es tatsächlich um Verunreinigungen oder die Überschreitung von Grenzwerten geht, hängt laut BVL stark von Produktgruppe und Branche ab. Vergleichsweise viele Mängel stellten die Prüfer bei Eis und Desserts fest: Hier waren 6,8 % der Proben mikrobiologisch verunreinigt. Auch Fleisch und Wurst mussten relativ häufig beanstandet werden 4,5 % der Proben wiesen eine zu hohe Keimzahl auf oder waren schlicht verdorben.
Auch die Selbstkontrolle der Hersteller hat laut Heimberg großen Einfluss auf die Qualität der Lebensmittel. "In der Milchwirtschaft hat es seit Jahren keinen Skandal gegeben, denn die Kontrollen der Molkereien reichen bis hin zu den Bauernhöfen." Unübersichtlicher sei die Fleischwirtschaft. Ein Betrieb produziere die Kälber, ein zweiter mäste sie, in wieder anderen Einrichtungen werden die Tiere geschlachtet und zerlegt. "Da reicht es, wenn einer in der Kette mit krimineller Energie arbeitet, um die ganze Branche in Verruf zu bringen", sagte der Sprecher.
Hinzu kommt ein immer stärkerer Druck auf Händler und Produzenten, der mit dem Wettbewerb im Lebensmitteleinzelhandel zusammenhänge, sagt Thomas Isenberg vom Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) in Berlin. "Da ordnet dann ein Marktleiter an, Fleisch einfach umzupacken." [Ed: so geschehen bei REAL, einem Discounter der reichen Metro-Gruppe]. Auch sorge die Globalisierung dafür, dass immer mehr Lebensmittel nach Deutschland kommen, die in den Herkunftsländern nicht ausreichend kontrolliert werden. "Früherdbeeren beispielsweise zeigen regelmäßig eine starke Pestizidbelastung."
Pflanzenschutzmittel [Ed: Pestizide] seien ein Problem, sagt auch BVL-Sprecher Heimberg. Nach den aktuellen Zahlen von 2003 wiesen 57 % der untersuchten pflanzlichen und tierischen Lebensmittel Rückstände von Pestiziden auf, 7 % sogar oberhalb der Grenzwerte. "Schwierig ist es, wenn der Verbraucher sich Produkte wünscht, die in Deutschland nicht wachsen." So wiesen besonders Trauben, Pfirsiche, Birnen, Salat und Paprika aus dem Ausland Pestizid- Rückstände auf. Ob EU-Herkunft oder nicht, spiele kaum eine Rolle: So seien Tafeltrauben aus Südeuropa oft stärker belastet als solche aus Chile oder Südafrika.
Zwar schreibe die EU-Verordnung 178/2002 seit Anfang Januar vor, dass sich jedes Lebensmittel zurückverfolgen lassen müsse, sagt Matthias Wolfschmidt von der Organisation Foodwatch in Berlin. "Dazu muss aber auch ein geeignetes Überwachungssystem etabliert werden." Die Lebensmittelkontrolle in Deutschland orientiere sich immer noch an den regionalen Strukturen der 70er Jahre und müsse vom Bund länderübergreifend neu organisiert werden. Auch müssten Verbraucher den Händler auf Schadensersatz verklagen können, wenn er ihnen verdorbenes Fleisch oder pestizidbelastete Paprika verkauft.
Und so informiert die
US-Behörde FDA über
Lebensmittel-Panscher:
Recent Warning Letters.
[ Ein Beispiel ]Daneben müssten die Landesämter für Lebensmittelsicherheit ihre schon vorhandenen Instrumente konsequenter ausschöpfen, fordert der VZBV-Ernährungsexperte Isenberg. So scheuten sich die Behörden oft, die Namen von Firmen preiszugeben, die bei Lebensmittelkontrollen negativ auffielen. "Ross und Reiter müssen genannt werden, damit der Verbraucher gezielt bei seinem Händler nachfragen kann", fordert dagegen der Verbraucherschützer.
S E G E N S R E I C H E S P H E N O LNeuer Lebensmittelskandal in Nordrhein/Westfalen
Aus: Yahoo-News, 25. November 2005, 12.52 Uhr MEZ (Vermischtes). [Original]TROISDORF. In Nordrhein-Westfalen gibt es einen neuen Lebensmittelskandal: Die Behörden schlossen am Donnerstagnachmittag [24.11.2005] einen Fleischhandel in Troisdorf bei Bonn, wie der Sprecher des Rhein-Sieg-Kreises, Thomas Wagner, am Freitag [25.11.2005] mitteilte. Der Besitzer des Betriebs wurde festgenommen. Rund eine Tonne Fleisch wurde beschlagnahmt. Ein Zusammenhang mit dem jüngst in die Schlagzeilen geratenen Unternehmen Domenz in Gelsenkirchen sei auszuschließen, sagte der Sprecher.
Der Betrieb in Troisdorf, der mit Wurst- und Fleischwaren handelt, flog nach Angaben des Kreissprechers bei einer Routinekontrolle auf. Lebensmittelkontrolleure beanstandeten Vorräte von Rindfleisch, Schweinefleisch, Geflügelfleisch und Wurstwaren. Das Fleisch sei größtenteils falsch etikettiert, verdorben sowie verschimmelt gewesen und habe die Mindesthaltbarkeitsdaten überschritten gehabt.
Der Betrieb ist den Angaben zufolge schon früher mit ähnlichen Verstößen aufgefallen. Neben zahlreichen Bußgeldern sei schon 2003 eine vorübergehende Betriebsschließung angeordnet worden, berichtete Wagner. Der Betrieb wurde deshalb im laufenden Jahr bereits vier Mal kontrolliert. Noch während der Überprüfung am Donnerstag hätten die Veterinäre Polizei und Staatsanwaltschaft informiert, die den Troisdorfer Unternehmer noch am Ort habe festgenehmen können.
Die Staatsanwaltschaft sucht schon seit dem Jahr 2004 vergeblich nach dem Troisdorfer. Der Sprecher der Bonner Staatsanwaltschaft, Fred Apostel, erklärte, der Mann sei zur Fahndung ausgeschrieben gewesen, aber untergetaucht. Mehrere Versuche der Polizei, seiner habhaft zu werden, seien erfolglos geblieben. Die Beamten hätten in der Firma immer nur einen Helfer angetroffen. Dem Mann sei nach seiner Aussage inzwischen Haftverschonung gewährt worden. Er habe unter anderem eingeräumt, 300 Kilogramm überfällige Wurstwaren umetikettiert zu haben. Den Mann erwartet nun ein Verfahren wegen Verstößen gegen das Lebensmittelrecht.
Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers nannte die Fleischskandale bei einem Besuch in einem fleischverarbeitenden Betrieb in Meckenheim bei Bonn eine bodenlose Sauerei. Den Tätern müsse das Handwerk gelegt werden. Rüttgers forderte eine lückenlose Kontrolle von Fleisch vom Landwirt bis zum Verbraucher, eine Kennzeichnungspflicht sowie Gütesiegel. Die Übeltäter müssten härter bestraft werden.
F L E I S C H S K A N D A L E A L L E R O R T E NOlivenöl lässt Blut leichter zirkulieren
Bestimmte Inhaltsstoffe in Olivenöl machen Blutgefäße elastischer. Das Blut kann so für einige Stunden nach der Mahlzeit besser zirkulieren. Andere Fette im Essen haben hingegen eine entgegengesetzte Wirkung.
Aus: Spiegel Online 25. November 2005, 16.49 Uhr MEZ (nur elektronisch publiziert). [Original]USA. Olivenöl ist ein wichtiger Bestandteil der sogenannten Mittelmeer-Diät, deren positive Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System schon seit langem bekannt ist. Welche Rolle dabei der Phenolgehalt des Öls spielt, haben spanische Forscher nun bei fünf Männern und sechzehn Frauen mit erhöhtem Cholesterinspiegel untersucht. Sie servierten ihren Probanden dabei an 2 Tagen das selbe fettreiche Frühstück, bestehend aus 60 Gramm Weißbrot mit 40 Millilitern Olivenöl.
Allerdings enthielt das Öl nur an einem Tag eine hohe Phenol- Konzentration, am zweiten Tag betrug der Gehalt lediglich ein Fünftel dieser Menge. Nach dem Frühstück untersuchten die Forscher über einen Zeitraum von 4 Stunden, wie gut sich die Blutgefäße in den Fingern der Probanden an schnelle Änderungen des Blutflusses anpassen konnten.
Sie simulierten diese Druckänderungen mithilfe einer Blutdruckmanschette. Wenn Gefäßwände nicht oder nur schwach auf derartige Änderungen im Durchfluss reagieren, gilt das als frühes Warnsignal für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung.
Das Ergebnis war eindeutig: Der Konsum von phenolreichem Olivenöl verbesserte die Anpassungsfähigkeit der Gefäßwände an schnelle Schwankungen der Blutmenge. Kein Effekt zeigte sich dagegen nach der Einnahme von phenolarmem Öl, berichtet Juan Ruano von der Universität in Cordoba im Fachmagazin Journal of the American College of Cardiology (Band 46, Seite 1.864).
Nahrungsmittel wie Hamburger oder Pommes, die reich sind an anderen Fetten als Olivenöl, verschlechtern hingegen die Dehnfähigkeit der Gefäßwände und damit die Blutzirkulation. Wie sich eine fettreiche Mahlzeit auf die Blutzirkulation auswirkt, hänge also von der Art des enthaltenen Fettes ab, schreiben die Forscher. Konsumenten sollten möglichst nach Olivenölsorten greifen, die mit "virgin" oder "extra virgin" bezeichnet werden: Sie weisen den höchsten Phenolgehalt auf. [TEST: Schlechte Olivenöle]
Gammelfleisch-Skandal bekommt europäische Dimension
Verdächtiger nennt seine Abnehmer. Seine Ware: Putenhack, Kalbfleisch, Spanferkel, Hamburger, Speck, Kaninchen, Gulasch und Fertigessen. Bundesweit laufen Kontrollen an
Aus: Berliner Morgenpost, 25. November 2005, 21.49 Uhr MEZ (Aktuell). [Original]BERLIN ( morgenpost.de). Der Gelsenkirchener Fleischhändler Uwe Domenz hat nach eigener Aussage seine möglicherweise ungenießbare Ware an Kunden in fast ganz Deutschland sowie ins europäische Ausland geliefert. Bei den Zielländern handele es sich um Dänemark, Frankreich, die Niederlande, Spanien und Tschechien.
Das sagte Domenz nach Angaben der Staatsanwaltschaft Essen und des Verbraucherministeriums in Düsseldorf bei einer mehrstündigen Vernehmung aus. Bei der Ein-Mann-Firma sind der seit vergangener Woche über 160 Tonnen nicht mehr genießbare Ware beschlagnahmt worden.
550 Tonnen in diesem Jahr
Der verdächtige Betrieb hat dem Ministerium zufolge allein im laufenden Jahr mit 550 Tonnen Fleisch gehandelt. Über dessen Qualität könne zunächst keine Aussage gemacht werden.Nach den Angaben der Staatsanwaltschaft führt der gelernte Metzgermeister seinen Betrieb in Gelsenkirchen seit April 2002. Die beanstandete Ware habe er im wesentlichen von einer Firma in Schleswig-Holstein und aus Spanien erhalten.
Beschuldigter: Habe Ware nie angesehen
Allerdings habe er sich nach eigener Aussage die Fleischwaren nie selbst angesehen. Er will deshalb nicht gewußt haben, daß es sich um ungenießbare Ware gehandelt habe. Er selbst bezahlte handelsübliche Preise für die Waren, wie Staatsanwaltschaftssprecher Wilhelm Kassenböhmer die Aussage von Domenz wiedergab.Solche Preise habe er auch seinen Kunden in Rechnung gestellt. Beschwerden seien ihm gegenüber nie geäußert worden. Bei der Vernehmung habe Domenz weitere zwei Lagerorte von Fleisch in Berlin und Brandenburg benannt. Es werde davon ausgegangen, daß sich dort keine Ware mehr befinde.
Die Ermittlungen dauern noch an. Das Verbraucherministerium in Düsseldorf erklärte, es sei möglich, daß weitere Lieferungen bekannt würden. Domenz habe nicht nur mit Putenhackfleisch gehandelt, sondern auch mit Kalbfleisch, Spanferkel, Hamburgern, Salzspeck, Kaninchenfilets, Gulasch und anderen Fleischerzeugnissen sowie Fertigprodukten.
Wiederholungstäter vorübergehend in Haft
In den nordrhein-westfälischen Städten Troisdorf, Neuss, Düsseldorf und Hattingen wurden unterdessen weitere Mengen Fleisch von den Behörden beschlagnahmt. Der Chef eines Fleischhandelsbetriebs in Troisdorf bei Köln wurde vorübergehend inhaftiert. Bei ihm war falsch deklariertes, verdorbenes sowie verschimmeltes Fleisch entdeckt worden.Das Kreisveterinäramt schloß den Betrieb. Der Händler sei den Behörden schon in der Vergangenheit mit ähnlichen Verstößen aufgefallen und der Betrieb sei deshalb 2003 vorübergehend schon einmal geschlossen worden.
Der Troisdorfer Händler soll 300 Kilo umetikettierte Wurstware verkauft haben. Bei einer Routinekontrolle war eine weitere Tonne Gammelfleisch entdeckt worden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft gab der Verdächtige zu, daß er die Fleischbestände in den Handel bringen wollte.
Wieder altes Geflügelfleisch gefunden
In Düsseldorf wurden etwa 3,5 Tonnen Geflügelfleisch beschlagnahmt. Die gelagerte Ware sei überlagert gewesen. In einem Kühlhaus in Neuss wurden 15 Tonnen Schweinefleisch vorsorglich sichergestellt, die im Juni 2003 und Anfang 2004 eingelagert wurden.Bei einem Einzelhändler in Hattingen wurden nach Verbraucherbeschwerden 1,9 Tonnen Fleisch vernichtet. Zudem wurden zehn Verkaufswagen zurückgerufen, die mit Ware zu ihren Zielorten unterwegs waren.
Die zuständigen Behörden der Bundesländer mit der Überprüfung aller Kühlhäuser in ganz Deutschland begonnen. Es sei eine "hundertprozentige Kontrolle" in allen Ländern angelaufen, erklärte Staatssekretär Gert Lindemann vom Bundesverbraucherschutzministerium in Berlin.
Nach einer Telefonkonferenz mit Vertretern aller Bundesländer bezifferte Lindemann die Zahl der Fälle, in denen bisher verdorbenes Fleisch gefunden wurde, auf etwa fünfzig. Die Betriebe seien jedoch zum Teil selbst betrogen worden.
In einigen Bundesländern seien bereits Verfahren angelaufen, mit denen auffälligen Betrieben ihre Zulassungen entzogen werden sollen. Hinweise auf eine Gefährdung der Verbraucher gebe es derzeit nicht. Es sei auch kein strukturelles Problem erkennbar, sondern lediglich Einzelfälle. [mehr]
G A M M E L F L E I S C H - S K A N D A L ELeichter einkaufen für Allergiker
Mehr Informationen auf Lebensmittel-Verpackungen
Aus: Berliner Zeitung, 26. November 2005, Seite xx (Politik). [Original]BERLIN. Auch bei Lebensmitteln wird künftig vor Risiken und Nebenwirkungen gewarnt: Allergiker können nach einem Blick auf die Zutatenliste entscheiden, ob der Jogurt oder die Salami für sie genießbar ist. Denn in allen EU-Staaten müssen auf verpackten Lebensmitteln, die von nun an hergestellt werden, die wichtigsten Allergien auslösenden Zutaten vermerkt werden selbst wenn sie nur in kleinsten Mengen vorkommen. Dazu zählen Weizen und Roggen, Mandeln und Haselnüsse, Eier sowie Senf, Sellerie und Sesamsamen. In Deutschland vertragen rund 4 Millionen Menschen bestimmte Lebensmittel nicht.
Auch auf Milchzucker (Laktose) wird nun ausdrücklich hingewiesen. Bislang konnte sich diese Zutat etwa bei Salami hinter der Bezeichnung "Zuckerstoffe" verbergen. In Europa können 10 bis 15 % der Erwachsenen Milchzucker nur schlecht verdauen.
Außerdem wird die so genannte 25-Prozent-Regel gekippt: Wenn eine Zutat weniger als ein Viertel des Produkt ausmacht wie zum Beispiel das Müsli in einem Müslijogurt , dann musste bislang nicht aufgeschlüsselt werden, ob es etwa Erdnüsse oder Soja enthält. In Zukunft werden auf der Verpackung auch die Bestandteile der Zutaten aufgeführt. Im Grunde wird die 25- Prozent-Regel zwar nur auf eine 2-Prozent-Regel reduziert: Bei Gewürzmischungen, die meist weniger als 2 % des Produkts ausmachen, darf der Hersteller die Rezeptur weiterhin verschweigen. Sollte aber beispielsweise Milchzucker enthalten sein was oft der Fall ist , dann muss wenigstens diese Zutat genannt werden.
Verbraucherschützer kritisieren jedoch, dass die Regelung nur für verpackte Lebensmittel gilt und nicht etwa für Würstchen, Brötchen und Kantinenessen. Allergikern darf daher empfohlen werden, auch künftig zu Risiken und Nebenwirkungen mit dem Koch zu sprechen.
Künast kritisiert ihren Nachfolger Seehofer
Ex-Verbraucherschutzministerin Künast hat den Umgang ihres Nachfolgers Seehofer mit dem Skandal um den Verkauf von verdorbenem Fleisch kritisiert. "Lassen wir uns nicht in die Irre führen durch Treffen von Fachleuten in Serie", sagte die Grünen-Politikerin.
Aus: Spiegel Online 26. November 2005, 15.55 Uhr MEZ (nur elektronisch publiziert). [Original]
BERLIN. "Ich halte es mit der Realität. Wir brauchen dringend ein Verbraucherinformationsgesetz, damit die Kunden wissen, was los ist", sagte Renate Künast dem Tagesspiegel. Die Union habe dieses Gesetz zweimal im Bundesrat verhindert. "Ansonsten weise ich direkt auf die Bundesländer: Sie müssen die Kontrollen ausweiten, dazu Personal einstellen und diese Kontrollen auch selbst vornehmen, damit schwarze Schafe und stinkendes Fleisch gefunden werden", sagte Künast weiter. Man brauche nicht mehr Koordination, die bestehenden Regeln müssten in die Praxis umgesetzt werden.
Und so informiert die
US-Behörde FDA über
Lebensmittel-Panscher:
Recent Warning Letters.
[ Ein Beispiel ]Künasts Nachfolger im Verbraucherschutzressort, Horst Seehofer (CSU), geht unterdessen davon aus, dass in dem Skandal noch längst nicht alle Fälle des Handels mit verdorbenem Fleisch aufgedeckt sind. "Je stärker man kontrolliert, umso mehr Fälle werden gefunden", sagte er der Bild-Zeitung. Um derartige Geschäfte künftig zu verhindern, müssten notfalls deutsches und europäisches Recht verschärft werden. Auch Seehofer sprach sich für intensivere und qualifiziertere Kontrollen aus.
Auch die Verbraucherschützerin Edda Müller geht von einer großen Dunkelziffer beim Handel mit verdorbenem Fleisch aus. "Es hat den Anschein, dass es Betriebe gibt, die darauf spezialisiert sind, Fleisch aufzukaufen, das kurz vor dem Verfallsdatum steht", sagte das Vorstandsmitglied der Verbraucherzentrale dem Bremer Kurier am Sonntag. Es sei zu befürchten, dass die bisher bekannten Fälle nur die Spitze des Eisbergs seien. "Wir leisten uns bei der Lebensmittelsicherheit Strukturen, die krimineller Energie geradezu Vorschub leisten", erklärte sie [Ed: und das nun schon seit sehr sehr vielen Jahren!].
Bauernpräsident fordert Berufsverbot für schwarze Schafe
Bauernpräsident Gerd Sonnleitner forderte ein schärferes Vorgehen gegen "schwarze Schafe" in der Fleischbranche. "Wer solche kriminelle Handlungen vorgenommen hat, sollte ein Berufsverbot bekommen", sagte Sonnleitner in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Ein Imageschaden sei bisher auf der Produktionsebene der Landwirte zwar noch nicht zu spüren. "Zeitversetzt schlägt sich das auch auf uns zurück", warnte er.Der Präsident des Deutschen Bauernverbands rief die Fleischwirtschaft dazu auf, ein effektiveres Kontrollsystem aufzubauen. "Wir sind in der eigenen Branche sehr streng gegen "schwarze Schafe" vorgegangen", sagte Sonnleitner, der in Bayern einen 100 Hektar großen Betrieb bewirtschaftet. Das fordere er von der Fleischindustrie ebenfalls. "Die Wirtschaft muss sich selbst kontrollieren." Allerdings sei das nur wirksam in Verzahnung mit der staatlichen Überwachung. Die Kontrolle der Behörden darf nach Ansicht Sonnleitners nicht vor Ländergrenzen Halt machen. "Das muss besser vernetzt werden", sagte er.
Insgesamt sind von dem Skandal nach Angaben des Verbraucherschutzministeriums bisher rund 50 Betriebe und Lager betroffen. In Troisdorf im Rhein-Sieg-Kreis beschlagnahmten Lebensmittelkontrolleure am Freitag [25.11.2005] erneut verdorbene Ware. Der Inhaber der Fleischerei wurde festgenommen. Vergangene Woche hatten Lebensmittelkontrolleure in Gelsenkirchen 60 Tonnen Fleisch im Kühlhaus der Firma Domenz sicher gestellt, das sich als komplett verdorben erwies. Behörden hatten bundesweit mehr als 130 Tonnen Fleisch der Firma beschlagnahmt, das zu Lebensmitteln verarbeitet werden sollte. Nach Erkenntnissen der nordrhein-westfälischen Landesregierung hat die Firma im Jahr 2005 mit 550 Tonnen Ware gehandelt. [mehr]
L E B E N S M I T T E LAuch in Deutschland kontaminierte Milupa-Milch verkauft
Aus: Yahoo News, 26. November 2004, 18.08 Uhr MEZ (Vermischtes). [Original]BERLIN/ROM. Der Milupa-Konzern hat eingeräumt, dass auch in Deutschland Milchprodukte vertrieben wurden, die mit dem Farbstabilisator ITX kontaminiert waren. Betroffen war der Kinderkakao der Marke "Milupino" in Verpackungen der Firma Tetra Pak, wie die Berliner Zeitung am Samstag unter Berufung auf Unternehmensangaben meldete.
Die Produkte seien über einen Zeitraum von 8 Wochen hergestellt und in den Handel gebracht worden. Nachdem im Oktober [Ed: andere Agenturen sprechen von September] bekannt geworden sei, dass ITX-haltige Druckerfarbe in Milchprodukte übergegangen ist, habe man das Verpackungsverfahren sofort geändert. Ein Sprecher von Tetra Pak sagte der Zeitung, das Unternehmen wolle künftig ganz auf die Verwendung von ITX verzichten, die Umstellung laufe.
In Italien nahmen Behörden am Samstag [26.11.2005] hunderte weitere Packungen von Milupa- Babymilch aus dem Handel. Das zuständige staatliche Forstamt erklärte, es wolle sicherstellen, dass alle Nestlé- und Milupa-Produkte gefunden würden. Bislang wurden in Italien nach Angaben von Nestlé mehr als 2 Millionen Liter Milch aus dem Handel genommen, in denen ITX-Rückstände vermutet wurden.
Der weltgrößte Nahrungsmittelkonzern hatte zu Beginn der Woche seine Babymilch in Italien zurückgerufen, weil darin Rückstände von ITX von der Verpackung gefunden wurden. Die Farbstoffrückstände lösen nach ersten Erkenntnissen der EU-Kommission aber keine gravierenden Gesundheitsschäden aus. [Kommentar] [BfR-Bewertung von ITX]
Abfall in die Wurst
Vergammeltes Fleisch und kriminelle Schiebereien lädieren den Ruf der Branche: Da wird Müll im Magen der Verbraucher entsorgt, uralte Fleischpakete werden mit neuen Etiketten getarnt. Kontrolleure sind oft hilflos, die Konsumenten achten vor allem auf den Preis.
Hinweis auf: Der Spiegel 48/2005, 28. November 2005, Seite 3840 (Deutschland). [Original suchen]Im Teaser zu diesem Artikel auf Seite 6 schreibt der SPIEGEL: Die jüngsten Skandale um vergammelte und verunreinigte Waren zeigen: Die Fleischbranche ist zum Dorado für skrupellose Unternehmer und Kriminelle geworden. Müll wird im Magen des Verbrauchers entsorgt was schon stinkt, taugt noch für Wurst und Döner. Die gewaltigen Warenströme überfordern die Kontrolleure..
Was Verbraucher meiden sollten
Diese Liste wurde aufgrund aller bislang veröffentlichten Informationen und den Erkenntnisse aus diesem zusammenfassenden SPIEGEL-Artikel zusammengestellt. Hier können nur Produkt- Gruppen angegeben werden. Aber solange die Behörden nicht Roß & Reiter nennen, müssen auch völlig einwandfreie Produkte mit einer Kaufverweigerung rechnen. Die betroffenen Firmen sollten sich dafür bei der allwissenden Regierung ‚bedanken‘.Alle Formfleisch-Produkte.
Brät und daraus hergestellte Produkte.
Brükonzentrate.
Buletten.
Curry-Wurst.
Döner.
Fleisch-Konserven.
Fleischwurst, einfach.
Geflügel-Nuggets.
Hackfleisch-Fertigprodukte.
Kochschinken-Imitat.
Pizza mit Schinken oder Wurst.
Wurst.
Wurst-Konserven.
Würstchen.
(more to-be done).
Kommentar:
Fleisch-Krise Völlig überfordert...
27.11.2005 (khd Autor der Skandal-Chronik seit 1971). Und dem kann nur hinzugefügt werden: Völlig überfordert sind auch unsere Politiker vor allem die von der CDU und FDP, die nur auf die Lebensmittel- Lobby hören. Sie ‚eiern‘ (lavieren) daher nur herum und wollen garnicht merken, daß die Effektivität der deutschen Lebensmittel- Überwachung durch den Lobbyismus und den Föderalismus estrem behindert wird. Hier muß etwas wirksam geändert werden. Das jahrelange Zuwarten mit Augenwischerei für die Verbraucher rächt sich nun. Wir Verbraucher wollen keinen Mist essen, und wir erwarten, daß der Staat das schleunigst im Sinne der Konsumenten regelt. Der Markt hat es bislang nicht geregelt und wird es nicht ohne energische staatliche Regulierung tun.Und es ist überhaupt keine Frage: Alle, die an und mit Lebensmitteln pfuschen, gehören sofort an den amtlichen Pranger im Internet. Die Verbraucher müssen sofort erfahren, woran sie erkrankten oder was sie beim Einkaufen lieber meiden sollten. Das Offenlegen solcher Informationen ist schlichtweg ein wichtiger Markt-Faktor. Die betroffenen Unternehmen können dann ja vor Gericht beweisen, daß sie trotz festgestellter Mängel unschuldig sind. In den USA ist es eine Selbstverständlichkeit, daß die zentrale Überwachungsbehörde FDA mit ins Internet gestellten Warning Letters auch die Verbraucher über Lebensmittelpfuscher mit allen Details informiert [Ein aktuelles Beispiel]. Bis Weihnachten hat die Große Koalition Zeit, das Chaos auf dem Fleischmarkt in den Griff zu kriegen. [mehr]
P E S T I Z I D - T E S TDie Käufer wollen's wissen
Zweimal ist der Entwurf zu einem Verbraucherinformationsgesetz am Bundesrat gescheitert gibt es jetzt einen neuen Anlauf?
Aus: Der Tagesspiegel, Berlin, 28. November 2005, Seite 16 (Wirtschaft). [Original]BERLIN (Tsp). Mehr Transparenz, mehr Öffentlichkeit. Das ist nach der Serie von Fleischskandalen in Deutschland das Gebot der Stunde. Gebraucht wird der kundige Kunde, der mündige, aufgeklärte Käufer. Helfen soll ein Verbraucherinformationsgesetz. Es trifft sich, dass sich Union und SPD im Koalitionsvertrag darauf verständigt haben, ein solches Gesetz auf den Weg zu bringen. Allerdings ohne festen Zeitplan. Und ohne nähere inhaltliche Bestimmung.
Wie es aussieht, könnte, beschleunigt durch die jüngsten Ekelfleisch-Skandale, die Bundesregierung schon 2006 einen neuen Anlauf für ein Verbraucherinformationsgesetz starten. "Ich denke, dass der Entwurf dazu schon im nächsten Jahr auf dem Tisch liegen wird", sagte der bayerische Verbraucherminister Werner Schnappauf (CSU). Er habe mit Bundesverbraucherschutzminister Horst Seehofer (CSU) "persönlich darüber gesprochen, dass wir mit diesem Gesetz nicht warten wollen", sagte Schnappauf. Es werde auf jeden Fall noch in dieser Legislaturperiode kommen. Ein Sprecher des Bundesministeriums für Verbraucherschutz wollte die Aussagen am Sonntag "weder bestätigen noch dementieren".
Und so informiert die
US-Behörde FDA über
Lebensmittel-Panscher:
Recent Warning Letters.
[ Ein Beispiel ]Die rot-grüne Bundesregierung hatte zwei Anläufe für ein Verbraucherinformationsgesetz unternommen. Zweimal passierte der Gesetzentwurf alle Hürden, Bundestag, Ausschüsse, Anhörungen der Verbände. Und zweimal scheiterte er bereits in der vorletzten Legislaturperiode am Widerstand des unionsdominierten Bundesrates. Im vergangenen Sommer stimmten Union und FDP erneut gegen die Vorlage. Die Arbeitsgruppe zum Vermittlungsausschuss für die Neuordnung des Lebens- und Futtermittelrechts hatte entschieden, das Gesetz in weiten Teilen abzulehnen, obwohl Verbraucherschützer es seit längerem fordern.
Das Ziel eines solchen Gesetzes ist es, die Menschen vor möglichen Gesundheitsgefahren durch Lebensmittel zu schützen. Kernpunkt des von der früheren Verbraucherschutzministerin Renate Künast (Grüne) vorgelegten Entwurfs war das aktive Auskunftsrecht der Behörden. Die staatlichen Stellen sollten damit in die Lage versetzt werden, die Verbraucher bereits zu warnen, wenn der Verdacht besteht, dass von Lebensmitteln oder Bedarfsgegenständen "Gefahr für Leib und Leben" ausgeht. Das hätte beispielsweise für Produkte gegolten, bei denen eine erhebliche Überschreitung von Grenzwerten festgestellt wurde oder bei denen es wissenschaftlich umstritten ist, ab welcher Konzentration ein bestimmtes Risiko besteht.
Das zweite Hauptelement des Entwurfs sah vor, dem Kunden die Möglichkeit zu geben, erfahren zu können, was die Behörden über ein bestimmtes Nahrungsmittelprodukt wissen. Dies sollte für Behörden auf Bundes-, Länder- und Gemeindeebene gelten, beispielsweise Lebensmittelüberwachungs-, Veterinäruntersuchungs- oder Gewerbeaufsichtsämter. Das hätte bedeutet, dass von Behörden hätte erfragt werden können, welche Informationen über bestimmte Produkte vorliegen, beispielsweise zu deren Beschaffenheit oder Herstellungsbedingungen, ob sie Allergene enthalten oder welche sonstigen Untersuchungsergebnisse über sie vorliegen.
Ob, wenn es jetzt rasch zur Verabschiedung eines Informationsgesetzes kommen sollte, diese Künast'schen Vorstellungen die Grundlage bilden werden oder ein ganz neuer Entwurf erarbeitet wird, ist noch unklar [Ed: obwohl für ein solches Gesetz seit mindestens 20 Jahren Bedarf besteht...]. [mehr]
Discounter-Obst teilweise stark belastet
Obst und Gemüse vom Discounter hat einen schlechten Ruf teilweise nicht zu Unrecht, wie eine Studie von Greenpeace belegt. Viele Proben enthielten erhebliche Rückstände von Pestiziden. Besonders viel Gift fanden die Tester bei Lidl und Real.
Aus: Spiegel Online 28. November 2005, 18.56 Uhr MEZ (nur elektronisch publiziert). [Original]HAMBURG. Hingegen habe die Frischware des Discounters Aldi in Deutschland am besten abgeschnitten, teilte die Umweltschutzorganisation heute in Hamburg mit. Im Rahmen einer bislang einzigartigen Großstudie hatten Tester im September 658 Obst- und Gemüseproben der führenden Supermarktketten in Deutschland, Österreich und der Schweiz gekauft und auf 300 Giftstoffe untersucht.
Geiz ist giftig
Aus: Yahoo-News, 28.11.2005, 17.10 Uhr. HAMBURG. Ein Großteil des Obst- und Gemüseangebots in deutschen Supermärkten ist laut Umweltschutzorganisation Greenpeace stark mit Pestiziden belastet. Viele Proben zeigten derartige Extrembelastungen, dass der Verzehr für Kinder gesundheitsgefährdend sei, sagte Greenpeace-Chemieexperte Manfred Krautter bei der Vorstellung des neuen Einkaufsratgebers "Pestizide aus dem Supermarkt" am Montag [28.11.2005] in Hamburg. Mit Strafanzeigen gegen mehrere Ketten will Greenpeace deshalb gegen den Verkauf solcher Produkte vorgehen.Fünf Wochen lang hatte die Organisation in einem nach eigenen Angaben bislang einzigartigen Großtest bis Ende Oktober 658 Obst- und Gemüseproben führender Ketten in Deutschland, Österreich und der Schweiz analysiert. In 100 Fällen seien die gesetzlichen Höchstmengen erreicht oder überschritten worden, 16 Proben seien für Kleinkinder akut gesundheitsschädlich.
Laut Krautter verkaufen Lidl und der Metro-Konzern mit seiner Kette Real das am stärksten mit Giftstoffen überzogene Obst und Gemüse. Am besten habe der österreichische Marktführer Billa von der Rewe- Gruppe abgeschnitten, gefolgt vom deutschen Discounter Aldi. Im Mittelfeld lagen die Vollsortimenter Edeka/Spar, Tengelmann [Kaiser's], Rewe und der Regionalanbieter tegut.
Die Untersuchungse rgebnisse ließ Greenpeace den Handelsketten am Montag zukommen. "Lidl nimmt dazu nicht Stellung", ließ das Unternehmen durch seine PR-Agentur verkünden. Eine Real- Sprecherin sagte, der Kette lägen durch die Lebensmittel- Überwachung "keinerlei vergleichbare Beanstandungen" vor. Auch die eigenen Kontrollen hätten keine erhöhten Pestizid- Belastungen ergeben. Die meisten Lieferanten würden bereits bei der Herstellung auditiert.
In Deutschland decken die untersuchten Ketten zusammen drei Viertel des Lebensmittelmarktes ab. Auffällig ist laut Greenpeace, dass Rewe in Deutschland deutliche stärker belastete Waren anbiete als seine österreichische Tochter Billa. "Für Rewe sind die Deutschen Verbraucher zweite Wahl", sagte Krautter. Rewe reagierte nicht auf eine entsprechende Anfrage.
Das Ergebnis widerlege zwar die Ansicht "Billig gleich schlecht", sagte der Greenpeace-Experte. Deutsche Supermärkte böten aber die billigsten Lebensmittel in Westeuropa an, die Pestizidbelastung sei Folge dieser Niedrigpreispolitik. Statt "Geiz ist geil" gelte die Devise "Geiz ist giftig", sagte Krautter.
Bedenklich sei auch, dass manche der getesteten Supermarkt- Ketten Kunden in den selben Labors seien, in denen Greenpeace die Proben habe untersuchen lassen. Manche Produkte würden beim Anbau derart mit Pestiziden geduscht, dass sie trieften und selbst noch im Supermarkt deutliche Flecken von Rückständen aufwiesen, sagte Krautter.
Nach Ansicht des Dermatologen und Chefs des Deutschen Berufsverbandes der Umweltmediziner, Kurt Müller, sind vor allem Kinder gefährdet. Pestizide störten die Hirnentwicklung bei Embryonen im Mutterleib. "Das größte Problem aber sind die Langzeitdosen im Niedrigbereich, bei denen völlig unklar ist, wie der Körper einmal in Zukunft reagieren wird", sagte Müller.
Richtig zufrieden war Greenpeace mit keinem einzigen der untersuchten Produkte: "Befriedigend war keines der Angebote im Test", bilanzierte ein Greenpeace-Experte. Obst und Gemüse seien immer stärker mit Pestiziden belastet.
Tafeltrauben besonders belastet
Testsieger noch vor Aldi ist laut Greenpeace der österreichische Marktführer Billa (Rewe Österreich), dessen Obst und Gemüse am wenigsten belastet sei. Im Mittelfeld landeten Edeka/Spar, Tengelmann, Rewe und der Regionalanbieter tegut.Nach Angaben von Greenpeace wurden bei 15 % der Proben die gesetzlichen Höchstmengen an Pestiziden erreicht oder gar überschritten. 16 Proben hätten Extrembelastungen aufgewiesen, die für Kleinkinder akut gesundheitsgefährdend seien vor allem Tafeltrauben seien betroffen gewesen. Bei 27 von 112 untersuchten deutschen Gemüseproben bestehe der Verdacht, dass illegale Pestizide eingesetzt wurden. In all diesen Fällen erstattete Greenpeace Anzeige bei Behörden und Staatsanwaltschaften.
Große Qualitätsunterschiede
Pestizide können nach Angaben von Umweltmedizinern den Hormonhaushalt und das Immunsystem beeinträchtigen, Krebs auslösen und das Nervensystem schädigen. Vor allem Kinder sind gefährdet. Greenpeace- Chemieexperte Manfred Krautter empfahl den Verbrauchern daher, unbedingt darauf zu achten, wo sie einkaufen. "Die Qualitätsunterschiede sind sehr groß." Überrascht seien die Tester über das vergleichsweise gute Abschneiden des Discounters Aldi gewesen, sagte Krautter. Uneingeschränkt empfehlenswert sei aber nur Bio-Ware.Ziel des Tests sei es, Ross und Reiter zu nennen und auf diese Weise Druck auf den Markt auszuüben, sagte Krautter. Nur so könne in Deutschland, wo es die billigsten Lebensmittel in Westeuropa gebe, die Abwärtsspirale bei der Lebensmittelqualität gestoppt werden. Der Greenpeace-Experte forderte die Supermarktketten auf, die gesetzlichen Höchstmengen einzuhalten und pestizidarme Ware anzubieten.
Überwachung muss verbessert werden
Zugleich müsse die Lebensmittelüberwachung verbessert und Landwirte stärker überwacht werden. Hier seien die Verbraucherminister gefragt, sagte Krautter. Auch der Deutsche Berufsverband der Umweltmediziner beklagte in Hamburg, das Prinzip Verbraucherschutz werde von der Politik noch nicht ausreichend beachtet.Bei dem Test wurden bei allen Handelsketten deutschlandweit 8 identische Produktgruppen aus konventionellem Anbau untersucht: Birnen, Tafeltrauben, Pfirsiche/Nektarinen, Tomaten, Gurken, Paprika, Karotten und Kopfsalat. Die getesteten Supermarktketten decken laut Greenpeace über drei Viertel des deutschen Lebensmittelmarktes ab. [mehr] [BfR zu Pestizid-Belastungen]
Ein ganzes Bündel Maßnahmen gegen Gammelfleisch
Seehofer kündigte "null Toleranz" an. Geprüft werde, ob Meldepflichten und Strafvorschriften verschärft werden müssten
Aus: Berliner Morgenpost, 28. November 2005, 19.13 Uhr MEZ (Aktuell). [Original]BERLIN (morgenpost.de). Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU) will den Kampf gegen den Handel mit Gammelfleisch durch ein ganzes Maßnahmenpaket forcieren. "Die Bevölkerung hat einen Anspruch darauf, dass die Politik alles tut, damit schwarze Schafe keine Chance haben", sagte er am Montagabend in Berlin. Seehofer kündigte "null Toleranz" an. Geprüft werde, ob Meldepflichten und Strafvorschriften verschärft werden müssten, um "gewinnsüchtigen Geschäftemachern" das Handwerk zu legen. An diesem Dienstag [29.11.2005] beraten Experten von Bund und Ländern in Bonn darüber.
Seehofer will bis zum Mittwoch [30.11.2005] ein Paket schnüren, das er dem Agrarausschuss im Bundestag vorlegt. Nach den bisherigen Erkenntnissen handle es sich nicht um ein Netzwerk, sondern um eine "Addition von Einzelverstößen", sagte der Minister. "Ich hoffe, daß es dabei bleibt." Er forderte schärfere Konsequenzen für die Industrie und begrüßte, dass einzelne Länder betroffene Betriebe schließen. Diskutiert werden müsse auch über eine Erhöhung von Bußgeldern.
Der Minister will die Rechte von Verbrauchern stärken. Er habe große Sympathie dafür, Firmen öffentlich zu nennen, die gegen Recht verstießen. Seehofer kündigte an, im kommenden Jahr ein Gesetz zur Verbraucherinformation in den Bundestag zu bringen. Das Ziel des Treffens in Bonn ist nach Angaben des Ministeriums, eine bessere Koordination auszuloten. Die Ergebnisse werden voraussichtlich am Mittwoch vorgestellt. Auf EU-Ebene will sich das Ministerium für eine Meldepflicht für verdorbenes Fleisch einsetzen.
Der Vorstandsvorsitzende der Wiesenhof-Gruppe, Paul-Heinz Wesjohann, setzt sich ebenfalls für ein härteres Vorgehen der Justiz ein: "Härtere Strafen sind sinnvoll", sagte Wesjohann der in Berlin erscheinenden Tageszeitung Die Welt [29.11.2005]. Der Chef des Geflügelunternehmens forderte zudem ein Berufsverbot für die schwarzen Schafe der Branche.
Das Verbraucherinformationsgesetz war 2002 im Bundesrat gescheitert. Ein Teil floss in das neue Lebensmittelrecht ein, das im September in Kraft trat. Danach kann eine Behörde nur dann Firmen oder Lebensmittel öffentlich anprangern, wenn Gesundheitsgefahr besteht oder zum Verzehr ungeeignete, Ekel erregende Lebensmittel in erheblicher Menge im Umlauf sind. Die FDP-Bundestagsfraktion forderte eine Kennzeichnung von Schlachtabfällen mit Farbe.
Das jüngst entdeckte "Gammelfleisch" aus einem Großhandelsunternehmen in Tettnang (Baden-Württemberg) wird komplett vernichtet. Die beschlagnahmten 2,5 Tonnen wurden am Montag [28.11.2005] aus dem von der Staatsanwaltschaft geschlossenen Betrieb in eine Tierkörperbeseitigungsanlage gebracht. Dort soll die Ware verbrannt werden. Lebensmittelkontrolleure hatten in der vergangenen Woche bei dem Händler 500 Kilogramm verdorbenes Fleisch sowie 2000 Kilogramm Fleisch mit falschen Etiketten oder ohne Herkunfts- und Haltbarkeitsdatum sichergestellt. Der Betrieb hat mehr als 200 Gaststätten in Oberschwaben, Südbaden und Bayern beliefert [Ed: und die haben das Zeug wohl besonders scharf gewürzt...].
Unterdessen tauchte in weiteren Bundesländern verdorbene Ware auf. Nach bisherigen Erkenntnissen sei eine Tonne genußuntaugliches Fleisch aus einem niedersächsischen Betrieb in Bayern sichergestellt und entsorgt worden, teilte das Verbraucherschutzministerium am Montag in München mit. In Nordrhein-Westfalen wurde in 3 weiteren Kühlhäusern zu lange gelagertes Fleisch entdeckt. Die Kontrolleure seien in Mönchengladbach, in Bonn und im Kreis Gütersloh fündig geworden, berichtete das Düsseldorfer Verbraucherschutzministerium. Der Fleischskandal erreichte auch Sachsen: Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurde auch ein Verarbeitungsbetrieb im Regierungsbezirk Chemnitz mit überlagertem und verdorbenem Fleisch aus Niedersachsen beliefert. Es habe aber zu keinem Zeitpunkt eine gesundheitliche Gefährdung für Verbraucher bestanden [Ed: wer das wohl noch glaubt...]. [mehr]
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