Nahrungsprobleme in den Medien – Teil 3 khd
Stand:  3.4.2006   (37. Ed.)  –  File: Food/in_M/edia_03.html




Hier werden einige ausgewählte und besonders interessante Artikel und andere Texte zum Thema "Nahrung" (food) gespiegelt und damit auf Dauer dokumentiert. Manches ist auch mit [Ed: ...] kommentiert. Tipp- und Übertragungsfehler gehen zu meinen Lasten.

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F E T T E R   F I S C H

Resolvin E1 – Körpereigener Entzündungshemmer

Die neu entdeckte Substanz Resolvin E1 ist in der Lage, Entzündungsprozessen im Körper entgegen zu wirken. Resolvin wird im Körper aus Omega-3 Fettsäuren hergestellt, die vor allem im Fischöl [Ed: und fettem Fisch wie Hering oder Lachs] enthalten sind. Die Bildung von Resolvin wird durch Aspirin gefördert und durch COX-2 Hemmer gebremst.

Aus:
Rheuma-Online, 30. März 2005, ??.?? Uhr MESZ (News). [Original=539.html]

Die positiven Effekte von Fischöl auf viele Bereiche der Gesundheit sind hinlänglich bekannt. Vorallem die günstige Wirkung der Omega-3-Fettsäuren – die im Öl fettreicher Fische enthalten sind – auf den Cholesterin- Spiegel sind allerorts anerkannt. Darüberhinaus besitzt das Fischöl auch entzündungshemmende Effekte, die auf eine bestimmte Substanz namens Resolvin E1 zurückgeführt werden. Resolvin wird im Körper aus Omega-3 Fettsäuren hergestellt.

 

„Fettreicher Fisch wie Lachs und Hering schwächt Entzündungen der Gelenke ab. Menschen mit Arthritis können die entzündlichen Prozesse in den Gelenken mildern, indem sie häufig fetten Fisch essen.“


Das besagt dieser Artikel auch.

Wie Wissenschaftler der Harvard Medical School in Boston unter der Mitwirkung von Dr. M. Arita in einem aktuellen Bericht veröffentlichten, vermag Resolvin bereits in geringsten Mengen Entzündungsprozesse der Haut und des Bauchfells zu unterdrücken. Darüber hinaus wirkt es der Einwanderung von Entzündungszellen in das entzündlich veränderte Gewebe und der Bildung von Interleukin-12 entgegen. Resolvin scheint also eine bioaktive körpereigene Substanz zu sein, die entzündlichen Prozessen entgegen wirkt.

Studienleiter Dr. C. Serhan berichtet von weiteren spannenden Entdeckungen über die Wirkungsweise dieses körpereigenen Entzündungshemmers. So konnte nachgewiesen werden, dass Aspirin in geringer Dosierung die Bildung von Resolvin aus Omega-3- Fettsäuren fördert, während COX-2 Hemmer die Resolvinbildung blockieren. Die Vermutung liegt nahe, dass sich aus dieser Beobachtung möglicherweise eine Erklärung für die negativen Auswirkungen der mittlerweile in Verruf geratenen COX-2 Hemmer auf das Herz-Kreislaufsystem ableiten lässt. Allerdings handelt es sich bei dieser Beobachtung bisher nur um Untersuchungen im Reagenzglas, inwieweit sie sich auf den Menschen übertragen lassen muss in weiterführenden Studien geklärt werden.

Eindrucksvoll stellt sich die Wirkung von Resolvin im Tierexperiment bei Mäusen dar. Bereits geringe Mengen von synthetisch hergestelltem Resolvin konnten die Einwanderung von Entzündungszellen ins entzündlich verändertes Gewebe um 50–60% reduzieren. Lokal verabreichtes Kortison erzielte eine 60%ige Reduktion, Aspirin eine 70%ige und Indometacin nur eine 25%ige.

Resolvin scheint über einen bestimmten Rezeptor (ChemR 3) ein direkter Gegenspieler des entzündungsfördernden Tumor Nekrose Faktor-alpha (TNF-alpha) zu sein. Man darf gespannt der zukünftigen Forschung entgegen sehen, inwieweit sich aus dieser Entdeckung neue Wege für Therapien entzündlicher Erkrankungen ergeben.

Literatur:
00.03.2005: Arita M, Bianchini F, Aliberti J, Sher A, Chiang N, Hong S, Yang R, Petasis NA, Serhan CN.
Stereochemical assignment, antiinflammatory properties, and receptor for the omega-3 lipid mediator resolvin E1.
Journal of Experimental Medicine 201(5), 713–722. [PubMed]

12.05.2005: Arita M, Yoshida M, Hong S, Tjonahen E, Glickman JN, Petasis NA, Blumberg RS, Serhan CN.
Resolvin E1, an endogenous lipid mediator derived from omega-3 eicosapentaenoic acid, protects against 2,4,6-trinitrobenzene sulfonic acid-induced colitis.
Proceedings of the National Academy of Sciences U S A. [PubMed] [Free full text]



G E N - M A I S

Was verheimlicht Syngenta noch?

Neue Enthüllung im Gen-Mais-Skandal des schweizerischen Gentechnikkonzerns Syngenta. Wie das Fachblatt Nature berichtet, enthält der in die US-Nahrungskette gelangte, aber nicht zugelassene Bt10-Gen-Mais ein Antibiotika-Resistenzgen. Das musste inzwischen auch Syngenta zugeben.

Aus: Umweltjournal, 5. April 2005, ??.?? Uhr. [Original]

HAMBURG (Greenpeace). In der vergangenen Woche war herausgekommen, dass die Schweizer Gentechnik-Firma von 2001 bis 2004 in den USA den nicht zugelassenen Gen-Mais "versehentlich" vertrieben hatte. Außerdem behauptete das Unternehmen, dass sich der Bt10-Mais eigentlich nicht von der bereits zugelassenen Gen- Maissorte Bt11 unterscheide. Letzterer enthält jedoch kein Antibiotika- Resistenzgen.

Der in der EU illegale Gen-Mais gelangte nach Frankreich und Spanien. Weiter ist nicht bekannt, wie viel des Gen-Mais als Saatgut, Tierfutter oder sogar Speisemais noch in andere Länder exportiert wurde. Syngenta weigert sich die europäischen Importländer bekanntzugeben. Ein Sprecher der EU-Kommission sprach von "geschätzten 1000 Tonnen".

"Was bei diesem Skandal offensichtlich wird, ist, dass die Firma Syngenta entweder nicht die volle Kontrolle über ihre Gen- Pflanzenproduktion hat oder ihre begangenen Fehler nicht offenlegen will. Es macht zudem deutlich, dass sie rechtliche Vorschriften nicht interessieren", kritisiert Henning Strodthoff, Gentechnikexperte bei Greenepace. "Beides ist fatal, wenn eine Firma wie Syngenta die Genehmigung erhalten hat, mit Risikotechnologien umgehen zu dürfen. Konsequenz aus einem solchen Verhalten kann nur sein, dass Gentechnik- Firmen mit dieser Vorgeschichte keine Genehmigungen mehr erhalten." [mehr]

Syngenta zahlt wegen Gen-Mais 375.000 Dollar Buße

8.04.2005 (yahoo). Der Agrarchemiekonzern Syngenta ist vom US-Landwirtschaftsministerium wegen einer irrtümlich in Umlauf geratenen Gen-Maissorte mit einer Strafe von 375.000 Dollar belegt worden. Das teilte das Unternehmen heute mit. [Pressemitteilung]

Zu dem Fall kam es, weil nicht zugelassener Gen-Mais der Sorte Bt10 zwischen 2001 und 2004 irrtümlich in kleinen Mengen als Bt11-Maissaatgut ausgeliefert wurde. Alle vorhandenen Anpflanzungen sowie Saatgutvorräte mit dem betreffenden Material seien identifiziert und vernichtet worden.

Die Behörden seien zu dem Schluss gekommen, dass durch den Fehler keine gesundheitlichen Risiken entstanden seien, so Syngenta weiter. Neben der Geldstrafe wurde Syngenta dazu verpflichtet, eine Konferenz über Sicherheit in diesem Bereich zu sponsern. [mehr]



G E N T E C H N I K    I N    D E R    L A N D W I R T S C H A F T

„Lächerlich geringe Strafen“

Thilo Bode, Chef der Verbraucherorganisation foodwatch, über illegal eingeführten High-Tech-Mais, verseuchtes Tierfutter und den Betrug an der Fleischtheke im Supermarkt.

Aus: DIE ZEIT – Nr. 17/2005, 21. April 2005, Seite ?? (Wirtschaft). Das Gespräch führte Marcus Rohwetter. [Original]

DIE ZEIT:  Seit vergangener Woche gilt faktisch ein Importverbot für Futtermais aus den Vereinigten Staaten. Vier Jahre lang hatte das Unternehmen Syngenta gentechnisch veränderten Mais illegal nach Europa geliefert. Wie konnte das passieren?

Thilo Bode:  Die Haftungsrisiken im Futtermittelgeschäft sind sehr gering. Syngenta wird hierzulande nicht einmal eine Strafe zahlen müssen. Es fehlen also die ökonomischen Anreize, um so etwas von vornherein zu vermeiden.

ZEIT:  Syngenta sagt, man habe Mitte der neunziger Jahren zwei Sorten Mais vertauscht, was niemandem aufgefallen sei. Aber auch in Europa blieb der illegale Mais offenbar lange Zeit unentdeckt.

Bode:  Die Kontrollen von importierten Futtermitteln sind viel zu lasch. Während bei Tee jede Ladung vorbeugend auf Verunreinigung getestet wird, werden von 9 Millionen Tonnen Importfutter weniger als 600 Proben genommen, noch dazu oft an den falschen Stellen. Wenn bei uns ein Gift im Hähnchenschnitzel entdeckt wird, dann meistens erst, wenn dieses schon verzehrt ist.

ZEIT:  Jetzt ist es Gen-Mais, davor waren es die Rinderseuche BSE und das mit Nitrofen verseuchte Getreide. Alle Lebensmittelskandale der vergangenen Jahre haben ihre Ursache im Tierfutter. Zufall?

Bode:  Nein, das ist kein Zufall. Futtermittel sind der größte Kostenfaktor bei der Fleischproduktion, bei Geflügel liegt ihr Anteil bei 50 %, bei Schweinen sind es bis zu zwei Dritteln. Das Futter ist also teurer als die Stallungen und das Tier. Ein harter Wettbewerb unter den Herstellern in Verbindung mit lächerlich geringen Strafen – das maximale Bußgeld bei Gesetzesverstößen beträgt 25.000 Euro – lädt zu Missbrauch geradezu ein.

ZEIT:  Aber hat nicht Landwirtschaftsministerin Renate Künast versprochen, in deutsche Kühe kämen nur Wasser, Getreide und Gras?

Bode:  Schön wär's. Die Produktion von Futter ist heute Abfallverwertung. Von Kartoffelschnitzeln aus der Pommes-Produktion bis hin zu obskuren Pflanzenölen aus Asien, was gerade auf dem Weltmarkt verfügbar ist, wird zusammengemischt. Ganz legal werden hierbei hoch mit Dioxin belastete Komponenten zugefügt, das Gift also verdünnt. Das ist aber keine Entwarnung, denn Dioxine reichern sich über lange Zeit im Körper an. Der Bauer kauft meistens eine Fertigmischung und kann gar nicht wissen, ob die einzelnen Bestandteile vielleicht mit Dioxin belastet waren.

ZEIT:  Der Verbraucher weiß es erst recht nicht.

Bode:  Welches Futter ein Tier bekommen hat, merkt er weder am Aussehen noch am Geschmack des Fleischs. Die gesamte Dioxinbelastung des Menschen kommt übrigens zu 90 % aus Lebensmitteln, der größte Teil davon indirekt über die Futtermittel.

ZEIT:  Verbraucher sind doch selbst schuld daran. Wer nur auf Billigpreise achtet, sollte sich über schlechte Qualität nicht aufregen.

Bode:  Dieses Argument ist völlig falsch. Der Preis eines herkömmlichen Schnitzels – ich meine damit nicht Bio-Fleisch – sagt den Verbrauchern nichts über die Qualität des verwendeten Tierfutters. Man könnte diese deutlich anheben, ohne dass der Verbraucher mehr bezahlen müsste.

ZEIT:  Wie das?

Bode:  Ein Kilo Schweineschnitzel herzustellen kostet 1,40 Euro, davon gehen etwa 90 Cent für Futtermittel drauf. An der Fleischtheke wird das Kilo Schnitzel aber für 8,50 Euro verkauft. Selbst wenn hochwertiges Futter um ein Fünftel teurer wäre und man diese Kosten voll auf den Endpreis umlegen würde, müsste der Verbraucher im Supermarkt nur etwa 2 % mehr zahlen. Die Kunden würden das gar nicht bemerken. Sicherheit beim Fleisch ist möglich und bezahlbar.

ZEIT:  Trotzdem – am Ende muss es der Verbraucher wollen. Oder?

Bode:  Er kann es aber nicht! Die Kennzeichnung von Fleisch im Supermarkt ist vorsätzliche Irreführung des Verbrauchers. Beim Einkauf erfährt man nichts über die Qualität der Fütterung. Und auch nicht darüber, ob das Tier gentechnisch verändertes Futter bekommen hat.

ZEIT:  Ist das nicht illegal? Schließlich müssen gentechnisch veränderte Produkte seit einem Jahr gekennzeichnet sein.

Bode:  Die Kennzeichnungspflicht gilt nur für Lebensmittel, in denen Bestandteile von gentechnisch veränderten Pflanzen direkt enthalten sind, nicht für das Fleisch der Tiere, die mit diesen Pflanzen gefüttert worden sind. Da rund 80 % aller Gen-Tech- Nutzpflanzen zu Tierfutter verarbeitet werden, hat wahrscheinlich jeder von uns schon mal gentechnisch veränderte Pflanzen gegessen – indirekt jedenfalls. Wehren kann man sich nicht, solange der Staat nicht endlich eine wirklich umfassende Kennzeichnungspflicht auch für Fleisch vorschreibt.

ZEIT:  Der Gesetzgeber arbeitet gerade daran, das Lebens- und Futtermittelrecht neu zu ordnen. Was versprechen Sie sich davon?

Bode:  Grundsätzlich ist es richtig, Prinzipien wie Transparenz und Rückverfolgbarkeit aufzunehmen, wie es das neue Gesetz vorsieht. Leider bleibt es ohne konkrete Wirkung. So versucht die Bundesregierung, Informationsansprüche für Verbraucher einzuführen. Aber die Lebensmittellobby sträubt sich wieder einmal dagegen. Ich gehe davon aus, dass das Recht auf Information im Vermittlungsausschuss wieder gekippt wird.

ZEIT:  Was fordert foodwatch darüber hinaus?

Bode:  Der Sektor muss sich selbst regulieren. Dazu gehören verursachergerechte Haftung für die Hersteller und das Recht der Verbraucher, Futtermittelhersteller auch wegen schleichender Vergiftung zu verklagen. Das ist heute unmöglich. Wer kann schon nachweisen, dass er Krebs bekommen hat, weil das Futter mit Dioxin belastet war, das das Schwein bekommen hat, aus dem die Wurst gemacht wurde, die er vor 10 Jahren gegessen hat? Und natürlich muss der Staat die legale Verdünnung von Dioxinen endlich unterbinden. Leider passiert praktisch das Gegenteil, die EU will die zulässigen Belastungsgrenzen mit Dioxinen auch noch erhöhen. Geht es so weiter, ist der nächste Lebensmittelskandal programmiert.

ZEIT:  Dann käme Renate Künast in Erklärungsnot. Immerhin ist sie ja mit dem Anspruch angetreten, die Agrarindustrie gründlich umzukrempeln.

Bode:  Ihre Bilanz ist gemischt. Sie hat es geschafft, Ökoprodukte aus einer Nische herauszuholen. Aber sie hat auch angekündigt, die permanente Vergiftung der Futtermittel abzustellen. In dieser Hinsicht ist sie gescheitert.

ZEIT:  Na ja, es gibt ja auch private Initiativen, die sich genau darum kümmern. Wie zum Beispiel QS, das Siegel für Qualität und Sicherheit in der Landwirtschaft.

Bode:  Aus meiner Sicht ist QS eine Verbrauchertäuschung, weil es im Wesentlichen nur die Einhaltung der gesetzlichen Standards zusichert. Das das nicht ausreicht, sieht man ja. Bei den großen Futtermittelskandalen der vergangenen Jahre waren auch immer QS-zertifizierte Betriebe betroffen. Dieses Siegel schützt nicht, sondern adelt Massenware.

ZEIT:  Viel Mut machen Sie einem nicht. Der Staat versagt, privaten Initiativen kann man nicht trauen. Was sollen Konsumenten jetzt tun? Vegetarier werden?

Bode:  Das ist nicht notwendig. Aber Verbraucher müssen ungehorsam werden. Sie sollten im Supermarkt immer wieder fragen, woher das Fleisch kommt und welches Futter drin ist. Nur so können die Einzelnen Druck erzeugen. Letztlich kann sich aber nur etwas ändern, wenn sich Verbraucher schlagkräftig organisieren.



F O O D W A T C H

Krebsverdächtiges Acrylamid

Aus:
Foodwatch, Berlin, 6. Juni 2005, 12.15 Uhr MESZ (Foodwatch-Newsletter).

BERLIN. Beim Braten, Backen und Frittieren von stärkehaltigen Lebensmitteln entsteht Acrylamid. Dieses steht im Verdacht, Krebs auszulösen und erbgutschädigend zu wirken. Der Rat von Sachverständigen für Umweltfragen (Gutachten 2004) geht davon aus, "...dass das anzunehmende Krebsrisiko als nicht mehr tolerabel einzustufen ist. Derzeit rechnet man in Deutschland mit etwa 10.000 (von 335.000 insgesamt) Krebsneuerkrankungen pro Jahr, die dadurch verursacht werden..." foodwatch testet regelmäßig besonders problematische Produktgruppen wie zum Beispiel Kartoffelchips und Lebkuchen. Die Unternehmen sollen so gezwungen werden, die Acrylamid-Werte zu senken.

foodwatch hat jetzt zum fünften Mal die Acrylamidbelastung von Kartoffelchips getestet! Jetzt kostenfrei die aktuellen Acrylamid-Werte herunterladen.

Im aktuellen Test weisen 6 von 10 Produkten höhere Acrylamid-Werte auf als im Vorjahr. Der diesjährige Spitzenwert liegt mit 1.050 Mikrogramm pro Kilogramm Chips (µg/kg) höher als der höchste im Vorjahr gemessene Wert. Damit übersteigt das Markenprodukt "Funny Frisch Chipsfrisch ungarisch" nicht nur den mit 1.000 Mikrogramm viel zu hoch angesetzten "Signalwert" der Bundesregierung. Die Belastung ist sogar dreifach so hoch wie im Vorjahr.

Auch der diesjährige "Testsieger", die von der Discounter-Kette LIDL vertriebenen Stapelchips "Rusti Crusti Croc", verdient nur eingeschränktes Lob. Zwar hat sich die Belastung gegenüber 2004 verringert. Doch vor 2 Jahren lag dieses Produkt mit 125 Mikrogramm um ein Drittel niedriger als jetzt (184 µg/kg). Und auch im Jahr 2004 lag das beste Ergebnis mit 106 Mikrogramm ("IBU Stapel Chips Paprika") deutlich unter dem aktuellen Spitzenreiter. Die Belastung dieser IBU-Chips hat sich in 2005 verdreifacht.

Die foodwatch-Tests zeigen, dass die "Minimierungsstrategie" der Bundesregierung nicht effektiv ist. Die Bundesregierung hat für verschiedene Produktgruppen "Signalwerte" festgelegt. Der Signalwert ist jedoch kein Grenzwert für eine Unbedenklichkeit.

Die Bundesregierung schützt die Verbraucher nicht so, wie es möglich wäre:

1. weil die Verbraucher die Belastungswerte nicht wissen dürfen und dadurch ihr Risiko beim Kauf nicht minimieren können. Seit zweieinhalb Jahren fordert foodwatch die Veröffentlichung von produktbezogenen Messwerten. Dadurch könnten die Verbraucher ihre Acrylamidbelastung beim Einkauf verringern. Und die Hersteller würden angehalten, die Belastungswerte zu senken. foodwatch schlägt vor, die Belastungsangaben quartalsweise zu aktualisieren. Die Kennzeichnung erfolgt für alle Produkte und Warengruppen einheitlich und so lange, bis die technisch niedrigsten Werte erreicht sind (Etablierung eines Best-Practice-Standards je Produktgruppe). Wenn es den Herstellern möglich ist, Aufkleber für Promotions anzubringen, können sie auch Informationen zur Acrylamid-Belastung auf der Packung anbringen.

2. weil die Hersteller keinen Anreiz haben, die niedrigstmöglichen Belastungen zu erreichen.

Für Kartoffelchips liegt der Signalwert nach wie vor bei 1.000 Mikrogramm Acrylamid pro Kilogramm Chips. Zum Vergleich: die besten in allen foodwatch-Chipstests gemessenen Werte lagen um 100 Mikrogramm. Bereits vor zwei Jahren war es demnach einzelnen Hersteller möglich, niedrige Acrylamid-Werte zu erreichen. Der hohe "Signalwert" dient offensichtlich als bequemes Alibi für die Hersteller – und verkehrt damit die Ziele des vorsorgenden Verbraucherschutzes in ihr Gegenteil.

3. weil auch bei einer Senkung der durchschnittlichen Belastung die Verbraucher beim Einkauf dadurch nicht unbedingt ein geringeres Risiko tragen.

Die foodwatch-Acrylamid-Tests werden mittlerweile vom Bundesamt für Verbraucherschutz (BVL) als Referenzgröße herangezogen, weil man dort nicht über vergleichbare Messreihen verfügt: http://www.bvl.bund.de/acrylamid/beobachtung.htm.



L E B E N S M I T T E L - K O N T R O L L E

Jede siebte Lebensmittel-Probe in Berlin beanstandet

Prüfer entdecken Bakterien und falsche Deklarierungen.

Aus:
Berliner Morgenpost, 11. Juni 2005, Seite xx (Berlin). [Original]

BERLIN. Berlins Lebensmittelprüfer mußten im vergangenen Jahr jede siebte Probe beanstanden. Insgesamt stellten sie bei 20 325 Untersuchungen in 3072 Fällen Bakterien, Verunreinigungen und falsche Deklarierungen zum Beispiel des Haltbarkeitsdatums fest. Das waren 15,1 % der gezogenen Proben, im Vergleich zum Vorjahr ein leichter Rückgang von 0,6 %.

Besonders häufig wurden die Prüfer bei Kosmetika fündig. Wie aus der Zusammenstellung des Berliner Instituts für Lebensmittel, Arzneimittel und Tierseuchen (Ilat) hervorgeht, stieg der Anteil der beanstandeten Kosmetika und anderer Bedarfsgegenstände im Vergleich zum Vorjahr um drei auf 20 %. Insgesamt wurden 2004 von den Prüfern 350 der 1714 Proben beanstandet. "Bei den kosmetischen Artikeln handelt es sich häufig um Cremes ohne Konservierungsstoffe, die von Kosmetikern selbst hergestellt wurden", erklärt Dr. Hans-Joachim Klare, Leiter des Ilat.

Besonders auffällig war die Steigerung bei Beschwerdefällen, wenn sich also Menschen mit Hautausschlägen oder anderen Symptomen bei den Chemikern des Ilat gemeldet hatten. Diese Zahl der Proben, mit denen die Experten einem konkreten Verdacht hinterhergingen, stieg von 55 % auf fast 62 %.

Bei den Lebensmitteln stellten die Prüfer insgesamt eine hohe Qualität fest. Dennoch wurden sie bei 15,2 % oder in 2590 Fällen bei 17 080 Proben fündig. Das war im Vergleich zum Vorjahr ein leichter Rückgang um 0,7 %. Die größte Gefahr liegt nach der Statistik der Prüfer beim Genuß von Eis und Desserts. Mehr als ein Drittel der 819 Proben (34,8 %) mußten sie beanstanden. "Beim Eis haben wir sehr enge Grenzen für Verunreinigungen. Während Fachbetriebe ihr Eis in der Regel einwandfrei herstellen, gibt es viele Kleinbetriebe, wo wir fündig werden", sagt Klare. Bei falscher Zubereitung drohen Salmonellen und damit gefährliche Durchfallerkrankungen.

Ein weiteres großes Problem im letzten Jahr war Chili. Große Mengen des Gewürzes waren mit dem krebserregenden Farbstoff "Sudanrot 1" durchsetzt. In 17,7 % der 350 Proben wurden die Fahnder fündig. Die verdorbenen Lebensmittel wurden vernichtet.

Bei Fleisch und Geflügel mußten die Chemiker mehr als ein Fünftel (21,9 %) beanstanden. Hierbei waren es häufig Kennzeichnungsfehler, aber auch mikrobiologische Verunreinigungen. Bei Fleisch und Geflügel besteht ebenfalls die Gefahr von Salmonellen-Vergiftungen. "Häufig handelt es sich um eine falsche Zubereitung und einen sorglosen Umgang mit Lebensmitteln", hieß es aus der Senatsgesundheitsverwaltung.

Auffällig häufig mußten die Lebensmittelprüfer in Imbissen und Küchen den Zustand von Fetten und Ölen kritisieren. Bei 380 Proben gab es 68 Beanstandungen (17,9 %). Rückstände in alten Fritierfetten können auch Krebs auslösen.

Die Untersuchungen des Ilat, die laut Recht der Europäischen Union entsprechend der Bevölkerungsgröße gemacht werden müssen, sind aufwendig und teuer. Im Durchschnitt kostet eine Analyse etwa 400 Euro. 70 Lebensmittelprüfer sind in den zwölf Berliner Bezirken unterwegs, um die Proben zu ziehen oder bei Beschwerden und Verdachtsfällen Essen zu beschlagnahmen. 120 Chemiker und Mitarbeiter des Ilat überprüfen die Proben. Wurden Lebensmittel vorsätzlich vergiftet oder falsch deklariert, drohen den Verantwortlichen hohe Bußgelder von mehreren zehntausend Euro oder auch Strafanzeigen.



T A I W A N

20.000 Enten wegen Dioxin in Eiern getötet

Aus:
Yahoo-News, 11. Juni 2005, 9.59 Uhr MESZ (Vermischtes). [Original]

TAIPEH. Die Gesundheitsbehörden von Taiwan haben seit März 20.000 Enten töten lassen, nachdem in Enteneiern Dioxin gefunden wurde. Auch wurden etwa eine Million Eier vernichtet.

Wissenschaftler suchten nach der Herkunft des Giftes, das bei der Untersuchung von gesalzenen Enteneiern in einem Supermarkt südlich der Hauptstadt Taipeh entdeckt wurde. Die Eier stammten von 6 Geflügelfarmen der Region Changhua, wie der Rat für Landwirtschaft am Samstag mitteilte. Die Behörden teilten den Dioxin-Fund und die Tötung der Enten erst jetzt mit, um die Bevölkerung nicht zu beunruhigen.



F U N C T I O N A L   F O O D

Nestlé stoppt Nutrel-Vertrieb

Aus:
Spiegel-Pressemeldung – 11. Juni 2005, 10.36 Uhr zum Artikel "Flop mit Riegeln" im SPIEGEL – 24/2005, 13. Juni 2005, Seite 70 (Trends).

HAMBURG. Zunächst gescheitert ist der Versuch des weltweit größten Nahrungsmittelkonzerns Nestlé, in Deutschland den lukrativen Markt für Nahrungsmittel mit gesundheitlichem Zusatznutzen [functional food] zu erobern. Unter großem Werbe-Tamtam hatte Deutschland- Chef Patrice Bula erst vor gut einem Jahr die Dachmarke "Nutrel" präsentiert.

Am Anfang wurde ein Müsliriegel für Schwangere und Stillende und ein Gemüsetrank mit komprimierten Rohkostnährstoffen in Apotheken und Drogerien verkauft. Bula steckte Millionen in eine PR-Kampagne und schickte Außendienstmitarbeiter zu Ärzten, um diese von der medizinischen Wirkung der teuren Riegel zu überzeugen. Doch Nutrel floppte. Statt schon für die Startphase angepeilte Umsätze im "zweistelligen Millionenbereich" zu erreichen, blieben die Riegel in den Regalen liegen. Jetzt wurde das Programm stillschweigend begraben.



G I F T - V E R D A C H T

EU-Minister bestätigen Genmais-Verbot

Die EU-Kommission ist mit ihrem Versuch, Verbote von genmanipuliertem Mais aufzuheben, an den Regierungen Europas gescheitert. Der Rat der EU-Umweltminister hat die Sperren, die etwa in Deutschland gelten, mit großer Mehrheit bestätigt.

Aus:
Spiegel Online – 24. Juni 2005, 18.34 Uhr (nur elektronisch publiziert). [Original]

BRÜSSEL/LUXEMBURGg. Die EU-Kommission ist mit ihrer Zulassungspolitik für gentechnisch veränderte Nutzpflanzen erstmals an einer klaren Ablehnung durch die Regierungen gescheitert. Der Vorschlag Brüssels, die von Deutschland und vier weiteren Ländern einseitig verhängten Verbote gegen bestimmte Genpflanzen wieder aufzuheben, wurde im Rat der EU-Umweltminister in Luxemburg mit großer Mehrheit abgelehnt.

Damit kann in Deutschland das seit Anfang 2000 geltende Verbot der genveränderten Maissorte Bt 176 bestehen bleiben. Auch in Österreich und Luxemburg ist es verboten, die Pflanze anzubauen und zu Lebens- oder Futtermitteln zu verarbeiten. Der Mais des Schweizer Konzerns Syngenta, der durch die gentechnische Veränderung vor Insektenfraß geschützt werden soll, wirkt möglicherweise auch auf nicht schädliche Insekten.

Im Fall der umstrittenen Genmais-Sorte MON 863 des Konzerns Monsanto gab es im Umweltrat weder für noch gegen die von der Kommission vorgeschlagene Marktzulassung eine ausreichende Mehrheit. Damit kann die Behörde die Zulassung dieser Sorte in eigener Verantwortung erteilen.

Die Umweltorganisation Greenpeace hatte am Mittwoch eine Monsanto-Studie veröffentlicht, für die Ratten mit MON 863 gefüttert wurden. Die Nagetiere sollen bei den Experimenten Organschäden erlitten und ein verändertes Blutbild gezeigt haben.

Bundesumweltminister Jürgen Trittin begrüßte den Beschluss des Ministerrats. "Wir haben berechtigten Grund zur Annahme, dass Bt 176 wegen vergleichsweise hoher Toxingehalte eine Gefahr für die Umwelt darstellt", sagte der Grünen-Politiker. "Der Rat hat unsere am Vorsorgeprinzip orientierte Politik bestätigt."

Greenpeace sprach von einem "historischen Wendepunkt" in der Diskussion um gentechnisch veränderte Lebens- und Futtermittel. Die Organisation begrüßte auch die klare Mehrheit im Umweltrat. So entfielen auf die insgesamt 321 Stimmrechte der Mitgliedstaaten nach Ratsangaben je nach Pflanzensorte 234 bis 275 Nein-Stimmen.

Es sei Zeit auf die öffentliche Meinung zu hören, in der zu 80 % ein Verbot gentechnisch veränderter Organismen gefordert werde, so Greenpeace. Die Organisation rief die Kommission auf, nun ihre Forderung nach der Marktzulassung des Monsanto-Genmais zurückzuziehen.



L E B E N S M I T T E L - K O N T R O L L E

Verdorben und verschimmelt

Bundesamt: Lebensmittel-Branche achtet zu wenig auf Hygiene / Ein Fünftel aller Betriebe verstößt gegen Vorschriften / Risiko Speiseeis

Aus:
Berliner Zeitung, 19. Juli 2005, Seite xx (Wirtschaft). [Original]

BERLIN – 18. Juli. Der Verkauf verdorbener und verschimmelter Lebensmittel ist in Deutschland an der Tagesordnung. Dieses Fazit lässt sich zumindest aus dem jüngsten Bericht zur Lebensmittelüberwachung ziehen, den das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) am Montag [18.7.2005] in Berlin vorgestellt hat. Als besonders risikoreich bezeichnet der Bericht Speiseeis und süße Nachspeisen. Mehr als 20 % aller untersuchten Eis- und Dessertproben im Jahr 2004 seien verdorben, etwa durch Schimmelpilze mikrobiologisch verunreinigt, oder falsch etikettiert gewesen.

Verkeimtes Fleisch

Jeder fünfte Betrieb in Deutschland, der Lebensmittel herstellt, bearbeitet oder verkauft, verstoße gegen das Lebensmittelrecht, erklärte das Amt. Vor allem bei der Hygiene gebe es gravierende Mängel, sagte BVL-Präsident Christian Grugel. 410.000 Stichproben von Lebensmitteln sowie deren Verpackungen hat das Amt im vergangenen Jahr untersucht. Außer Speiseeis und Desserts erwiesen sich dabei vor allem Fleisch und Wurstwaren als überdurchschnittlich häufig mit Keimen durchsetzt.

Zudem werden oftmals Inhaltsstoffe nicht korrekt auf den Verpackungen ausgewiesen. Häufig würden zum Beispiel unzulässige Zusatzstoffe beigemengt oder falsche Angaben wie "naturrein" gemacht.

Der hohe Anteil an verunreinigten oder falsch deklarierten Lebensmitteln auf dem deutschen Markt geht auch auf den wachsenden Import von Billig-Waren zurück. Der zunehmende Handel mit Nicht-EU-Ländern stelle ein Risiko dar, erklärte Grugel. Grund dafür seien geringere Qualitäts- und Gesundheitsstandards in diesen Lieferländern.

Verbessert habe sich dagegen die Situation bei Knabberwaren und Nüssen. Der Anteil beanstandeter Proben etwa bei Salzstangen, Erdnuss-Flips oder Kartoffelchips sank im Vergleich zum Jahr 2003 um rund sechs Prozentpunkte auf 13 % im vergangenen Jahr.

Positiv äußerte sich die Behörde auch über Obst und Gemüse. Gemeinsam mit Schokolade und Kaffee führten die Frischwaren die Lebensmittelgruppen an, bei denen kaum Hygiene-Defizite festgestellt wurden. Das Amt erklärte jedoch, dass nicht auf mögliche Pestizid-Rückstände bei Obst und Gemüse untersucht wurde.

Keine Verbesserung

Insgesamt habe sich die Lebensmittelsicherheit in Deutschland im Vergleich zu den Vorjahren kaum verändert, so die Behörde. Einerseits habe sich die Eigenkontrolle der Betriebe deutlich verbessert. Anderseits erhöhten sich die Risiken durch den zunehmenden Anteil von Importen. Wenn es immer mehr Importe aus Thailand, Indonesien oder China gebe, könne es nicht die gleiche Sicherheit geben, sagte Verbandschef Grugel.

[11.07.2004: Berichterstattung zur Lebensmittelüberwachung 2003]  (BVL)
[11.06.2005: Jede siebte Lebensmittel-Probe in Berlin beanstandet]  (BERLINER MORGENPOST)
[11.07.2005: Berichterstattung zur Lebensmittelüberwachung 2004]  (BVL)



Umgepackt und neu datiert?

Gegen eine niedersächsische Fleischfirma wird ermittelt – die ist sich keiner Schuld bewusst.

Aus:
Der Tagesspiegel, Berlin, 20. Juli 2005, Seite 28 (Weltspiegel). [Original]

HANNOVER (tsp). Die Bilder von altem Mett in den Kühltruhen der Supermarktkette „real“ sind noch nicht vergessen, da wittern die Ermittler in Niedersachsen bereits einen neuen Skandal. Die Firma Stöver [Ed: eine GmbH & Co. KG im Geflecht einer Firmen-Gruppe] in Aldrup bei Oldenburg soll altes Fleisch mit neuen Etiketten versehen haben. Das behaupten drei polnische Leiharbeiter. Sie hätten Fleisch und Würste mit abgelaufenem Verfallsdatum neu verpacken und mit aktuellem Frischedatum versehen müssen – auf Anweisung von Vorgesetzten, sagten die Polen aus. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg hält die Zeugen für glaubwürdig. Sie ermittelt nun gegen drei Stöver- Mitarbeiter. Die Firma, die mit 1600 Mitarbeitern Fleisch- und Wurstwaren, aber auch Kartoffelprodukte herstellt, weist die Vorwürfe „auf das Schärfste“ zurück. „Stöver hat kein verdorbenes Fleisch umgepackt oder in den Handel gebracht“, heißt es in einer Mitteilung. Die Firmenleitung vermutet eine Kampagne, hinter der auch die Gewerkschaft NGG [Nahrung-Genuss-Gaststätten] stecke. Polnische Mitarbeiter würden vorgeschickt, „um den Ruf unseres Unternehmens nachhaltig zu stören“.

Beim Veterinäramt des Kreises Oldenburg hält man die Firma für einen Vorzeigebetrieb [Ed: hm, und wie war das mit dem VW-Werk?]. Von zu laschen Kontrollen will man dort nichts wissen. Zwei bis dreimal pro Woche sei Stöver überwacht worden – und zwar unangemeldet, betont Christian Wolf, Dezernent für das Veterinärwesen. „Dabei haben wir bislang keine Verstöße festgestellt.“ Die Staatsanwalt sieht hingegen keinen Grund, an den Aussagen der polnischen Arbeiter zu zweifeln. „Die Zeugen hatten bereits zu anderen Sachverhalten ausgesagt, und das hat sich alles als wahr erwiesen“, berichtet Sprecher Gerhard Kayser. Schon im März war Stöver ins Visier der Ermittler geraten. Damals ging es um illegale Beschäftigung von polnischen Schwarzarbeitern und die Fälschung von Papieren. Stöver arbeitete mit zwei Subunternehmern zusammen, die Arbeiter in Polen anwarben. Diese entpuppten sich aber als Briefkastenfirmen. Die Polen arbeiteten mit gefälschten Papieren zu Billiglöhnen und mussten in Massenunterkünften hausen. Die Subunternehmer gestanden, Stöver wurde allerdings in allen Punkten entlastet.

Kayser verweist auf die schwierige Beweislage: „Niemand ist in flagranti erwischt worden.“ In Fachkreisen wird bezweifelt, dass mit den herkömmlichen Überprüfungen solche kriminellen Handlungen verhindert werden können. „Bei solchen Sachen kommen die Kontrolleure doch gar nicht dahinter“, ist von Lebensmittelüberwachern zu hören. Dass 2004 jede fünfte Fleischprobe hygienische Mängel aufwies, wie das Bundesamt für Verbraucherschutz jetzt mitteilte, halten Verbraucherschützer und Kontrolleure für ein Warnsignal. „Die Leute wollen immer billigeres Fleisch“, rügt ein Veterinär. Das setze die Produzenten so unter Druck, dass mancher krumme Wege gehe [Ed: ist also etwa der Verbraucher am kriminellen Handeln von Produzenten schuld?].

Nichts beweisbar...

3.8.2005 (khd). Es kam, wie es kommen mußte: Die Staatsanwaltschaft konnte die kriminellen Fleisch-Manipulationen nicht beweisen. Deshalb hat sie inzwischen das Ermittlungsverfahren eingestellt. Dennoch wiesen die „Kritischen Verbraucher“ daraufhin, daß es eine „gute Idee“ sei, künftig Produkte dieser Stöver & Cos zu meiden. Die Aussagen der polnischen Arbeiter seien sehr glaubwürdig gewesen.

[00.09.1989: Der Staat steht Schmiere]  (NATUR bereits im September 1989 – aber das interessierte ja keinen)
[23.11.2003: Gesunde, „saubere“ Lebensmittel nur mit sozialen Standards möglich!]  (GEWERKSCHAFT NGG)
[18.07.2005: Verdorbenes Fleisch umetikettiert]  (DDP-Meldung von 17.17 Uhr)
[19.07.2005: Wurstfirma wittert Rufmord-Kampagne]  (HANNOVERSCHE ALLGEMEINE ZEITUNG)
[20.07.2005: Mafiöse Strukturen]  (DER TAGESSPIEGEL)



Fragwürdige Öko-Siegel auf Fischprodukten

Aus:
Spiegel-Pressemeldung – 23. Juli 2005, 10.37 Uhr MESZ zum Artikel "Schummel mit Siegel" im SPIEGEL – 30/2005, 25. Juli 2005, Seite 14 (Panorama Deutschland).

HAMBURG. In deutschen Tiefkühltruhen lagern immer mehr Fischprodukte mit fragwürdigen Qualitätssiegeln. Nach einer Bestandsaufnahme des Umweltverbands WWF bieten insbesondere Biomärkte "Kabeljau aus Wildfängen" oder "Alaska Seelachs" mit Ökosiegeln an. Tatsächlich stammten aber nur die Rohstoffe für die verarbeiteten Panaden oder das Öl der Marinaden aus biologischem Anbau.

Auch bei Produktkennzeichnungen mit dem Hinweis "Delphin-freundlich" ist nach Ansicht des WWF Vorsicht geboten, da sie nicht gesetzlich geschützt sind. Von russischen und fernöstlichen Fangflotten würden immer noch mit Bodenschleppnetzen ökologisch wertvolle Korallen zerstört sowie Delphine, Schildkröten oder Haie als Beifang getötet. Als verlässlich gilt das blaue Fisch-Siegel des unabhängigen Londoner Marine Stewardship Council (MSC), das eine "bestandserhaltene Fischereiwirtschaft" garantieren will.



GenTech-Konzerne klagen gegen Künast

Wirtschaft will Zulassung von umstrittener Maissorte [MON 810] erzwingen / Ministerium dagegen

Aus:
Berliner Zeitung, 9. August 2005, Seite xx (Politik). [Original]

BERLIN – 8. August. Verbraucherministerin Renate Künast (Grüne) und die Agrar-Industrie stehen vor einem schweren Konflikt um die Zulassung gentechnisch veränderter Pflanzen. Nach Informationen der Berliner Zeitung haben mehrere Unternehmen Klage gegen das Künast unterstellte Bundessortenamt eingereicht. Damit will die Wirtschaft eine Sortenzulassung für eine umstrittene Gen-Maissorte in Deutschland erzwingen. Zu den Klägern gehört unter anderem der US-Saatgutkonzern Monsanto. Die Klageschrift, die beim Verwaltungsgericht Hannover eingereicht wurde, liegt der Berliner Zeitung vor.

Gegenstand der Auseinandersetzung ist genveränderter Mais der Sorte MON 810. Monsanto strebt für die Pflanze seit Jahren eine Sortenzulassung in Deutschland an. Das Bundessortenamt in Hannover, das für die Genehmigung von gentechnisch verändertem Saatgut zuständig ist, hat diese wegen rechtlicher Bedenken aber bislang nicht erteilt. Zuletzt vertagte sich die Behörde Ende Mai auf Weisung Künasts. Die Wirtschaft wirft der Ministerin deswegen politische Verzögerung vor. Diese sei "in keiner Weise nachvollziehbar", heißt es in den Unterlagen für das Gericht. Mit einer einstweiligen Anordnung wollen die Konzerne nun erreichen, dass das Saatgut doch noch im Sommer zugelassen wird. Dann könnte es im Herbst produziert und nächstes Frühjahr ausgesät werden.

Bei MON 810 handelt es sich um eine Maissorte, die durch gezielte gentechnische Veränderung resistent gegen bestimmte Schädlinge gemacht wurde. Die EU hatte den Mais bereits vor 7 Jahren europaweit zugelassen. Die Genehmigung der nationalen deutschen Behörde zur kommerziellen Nutzung fehlt aber noch. Der Mais wird lediglich auf einigen Versuchs-Äckern angebaut. Auch Österreich, die Slowakei, Polen und Ungarn haben sich bislang geweigert, die Maissorte zu erlauben. Umweltschützer hatten immer wieder vor möglichen ökologischen Problemen gewarnt. Sie hatten dabei unter anderem auf Studien verwiesen, wonach der Mais nicht nur Schädlinge, sondern auch Raupen oder Schmetterlinge schädigt.

Das Verbraucherschutzministerium in Berlin bestätigte auf Anfrage die gerichtlichen Auseinandersetzungen. Staatssekretär Alexander Müller (Grüne) sagte dieser Zeitung, man sei Mitte Juli über den Antrag Monsantos informiert worden. In der letzten Woche habe man beim Gericht dazu eine Stellungnahme eingereicht. "Wir haben eine rechtliche Lücke bei der Zulassung in Brüssel", betonte Müller. MON 810 sei bei der EU zwar als Futter- und Lebensmittel angemeldet worden. Für das Saatgut liege eine solche Anmeldung aber nicht vor.

Aus Sicht der Bundesregierung ist damit die Voraussetzung für eine Genehmigung durch das Bundessortenamt nicht gegeben. Streit hatte es im Zulassungsverfahren auch gegeben, weil Monsanto bislang kein Überwachungsplan für den Anbau vorgelegt hat. Dieser Streit ist laut Müller mittlerweile beigelegt. Der Konzern habe zugesagt, einen Plan nachzureichen.

[09.08.2005: EU-Kommission lässt Futtermittel zu]  (BERLINER ZEITUNG)



F O O D W A T C H

Parteien gehen ohne verbraucherpolitisches Konzept in den Wahlkampf

Aus:
Foodwatch, Berlin, 24. August 2005, ??.?? Uhr MESZ (Presse-Erklärung) von THILO BODE. [Original]

BERLIN – Mittwoch, 24.08.05. Nach Ansicht von Foodwatch ist die Verbraucher- und Agrarpolitik der derzeitigen Bundesregierung einseitig angelegt. Aber auch bei einem Regierungswechsel lassen die politischen Parteien die Verbraucher beim Thema Ernährung im Stich. Das zeige eine Bilanz der bisherigen rot-grünen Politik sowie eine Analyse der aktuellen Wahlprogramme, die heute von der Verbraucherorganisation anlässlich der kommenden Bundestagswahl vorgestellt wurde.

Keine der politischen Parteien habe demnach aus der BSE-Krise echte Konsequenzen gezogen, ein taugliches agrarpolitisches Konzept fehle - nach Meinung von Foodwatch fatal für die Zukunft Europas. Die Organisation plädiert für die Abschaffung der europäischen Agrarsubventionen und fordert Informations- und Klagerechte für Verbraucher. Außerdem müsse die Verbraucherpolitik die Agrarpolitik bestimmen und nicht umgekehrt.

Aufgrund der BSE-Krise wurde Anfang 2000 das Agrarministerium in eines für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) umgewandelt. "Die historische Chance für einen Neuanfang nach BSE wurde von der Bundesregierung vertan. Die Sicherheit bei Futtermitteln ist noch immer besorgniserregend und Tiermehl wird unkontrolliert als Dünger gehandelt. Insgesamt wurde von Anfang an auf falsche Konzepte gesetzt, Spielräume wurden nicht effektiv genutzt", so Thilo Bode, Gründer und Geschäftsführer von Foodwatch.

Die so genannte Agrarwende sei einseitig auf den Ausbau des Bio-Sektors mit utopischen 20 % Marktanteil ausgerichtet gewesen, statt die gesamte konventionelle Agrar- und Ernährungswirtschaft schrittweise zu reformieren. Das Verdienst von Verbraucherministerin Renate Künast sei es zwar, Ökoprodukte und Verbraucherschutz ins Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit gerückt zu haben. Doch habe sie sich nicht um konventionelle Lebensmittel gekümmert, ein versprochenes Qualitätssiegel sei sie bis heute schuldig geblieben.

In der weiteren Entwicklung der Agrarpolitik sieht Foodwatch einen Schlüssel für die Zukunft der Europäischen Union (EU). Trotzdem habe keine der großen Parteien ein Konzept für eine europäische Landwirtschaft im globalen Markt. Dafür müsse die EU-Agrarmarktordnung beendet und Handelshemmnisse gegenüber Entwicklungsländern abgebaut werden. Subventionen für Sonderleistungen der Landwirte sollten nationalstaatlich organisiert werden. Im Verbraucherschutz müssten die Rechte der Bürger auf das Niveau des Umweltrechts angehoben werden. "Es kann nicht sein, dass Robben besser geschützt sind als Verbraucher", meint Bode.

Nach Ansicht von Foodwatch müssten Reformen keine zusätzlichen Kosten verursachen, im Gegenteil. Eine höhere Lebensmittelsicherheit könne durch versicherungspflichtige Haftungsvorschriften sowie verschärfte Sanktionen für Hersteller und Handel erreicht werden. Eine generelle Zuständigkeit des Bundes für Lebensmittelkontrollen könne deren Effektivität erhöhen und Kosten sparen. [mehr]

[24.08.2005: Bilanz und Ausblick deutscher Ernährungs- und Agrar- Politik aus Verbrauchersicht]  (FOODWATCH)
[25.08.2005: „Wüste für Verbraucher – Steinzeit für Bauern“]  (TAZ)
[16.09.2005: Union will Genpflanzen aufs Feld bringen]  (DER TAGESSPIEGEL)



„Foodwatch“ fordert besseren Schutz vor Lebensmittel-Skandalen

Aus:
Evangelischer Pressedienst (epd) – Nr. 09421, 24. August 2005, ??.?? Uhr MESZ (Nachrichten). [Original]

BERLIN (epd). Die Verbraucherorganisation "foodwatch" hat einen besseren Schutz vor Lebensmittel-Skandalen gefordert. Dazu sei es nötig, der "fatalen Vermischung" von Agrar- und Verbraucherpolitik in einem Ministerium ein Ende zu setzen, sagte Geschäftsführer Thilo Bode am Mittwoch [24.8.2005] in Berlin. Landwirte und Verbraucher hätten unterschiedliche Interessen.

Zudem müssten die Verbraucherrechte durch strengere Haftungsregeln für Lebensmittelbetriebe gestärkt werden, hieß es. Die Rechte der Bürger sollten wenigstens auf das Niveau des Umweltschutzes angehoben werden. "Es kann nicht sein, dass Robben besser geschützt sind als Verbraucher", unterstrich Bode.

Darüber hinaus sprach sich "foodwatch" für eine Streichung der Agrarsubventionen aus. Die Lebensmittelkontrolle, die bisher in den Händen der Länder liege, müsse künftig in den Verantwortungsbereich des Bundes fallen. Mit der Einführung von Qualitätssiegeln für konventionell hergestellte Lebensmittel hofft Bode auf eine "Ökologisierung der Landwirtschaft".

Den großen Parteien warf Bode vor, so zu tun, "als habe es die BSE-Krise nie gegeben". Keine Partei fordere die Anwendung des so genannten Verursacherprinzips in der Landwirtschaft, wonach die Verantwortlichen von Lebensmittelskandalen auch dafür haften müssten. Auch vermisse er in den Wahlprogrammen ein überzeugendes Konzept für den europäischen Agrarmarkt. Unter dem Strich "lassen die politischen Parteien die Verbraucher beim Thema Ernährung im Stich", heißt es in einer Analyse der Wahlprogramme durch "foodwatch". [Foodwatch-Pressemitteilung] [mehr]



T S C H E R N O B Y L

Bayerns Wildschweine strahlen noch immer

19 Jahre nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl sind Tiere und Pflanzen in Deutschland zum Teil immer noch stark radioaktiv belastet. Bayerische Wildschweine strahlen gar immer stärker, wie das Bundesamt für Strahlenschutz jetzt herausgefunden hat.

Aus:
Spiegel Online – 24. August 2005, 16.57 Uhr MESZ (nur elektronisch publiziert). [Original]

SALZGITTER. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat die Radioaktivität von Wildbret sowie von Pflanzen und Böden des Bayerischen Waldes messen lassen. Das Ergebnis: Noch immer leiden Tiere und Pflanzen unter der Strahlung, die 1986 durch den Atomreaktor-Unfall im Kraftwerk Tschernobyl freigesetzt wurde.

"Bei Wildschweinen steigt die radioaktive Belastung seit 1996 sogar wieder an", erklärte der Sprecher des BfS, Florian Emrich. Als Ursache für die Verseuchung gilt die Pilzart Hirschtrüffel, die auf dem Speiseplan von Wildschweinen steht. Rotwild sei dagegen weniger stark betroffen.

Der gemessene Mittelwert der radioaktiven Kontamination von Wildschweinfleisch im untersuchten Gebiet betrug laut BfS im vergangenen Jahr rund 6700 Becquerel Radiocäsium pro Kilogramm (Bq/kg). "Damit liegt die durchschnittliche Belastung von Wildschweinen um ein Vielfaches über dem Grenzwert zur Nahrungsmittelvermarktung von 600 Bq/kg Radiocäsium", erklärte Emrich.

Die Ursache der hohen Belastung liegt darin, dass die unter der Erde wachsenden Hirschtrüffel ein besonders guter Speicher für das radioaktive Cäsium sind, das nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl vor allem über Süddeutschland niedergegangen und langsam in tiefere Bodenschichten gewandert ist. In den Hirschtrüffeln selbst wurden im Schnitt 24.700 Bq/kg gemessen. "Deshalb ist auch in den kommenden zwei Jahrzehnten nicht mit einem nennenswerten Rückgang der Kontamination von Wildschweinfleisch zu rechnen", sagte Emrich.

Deutlich niedriger belastet sind laut BfS dagegen Rehe und Rothirsche. Während bei Rothirschen mittlerweile der gesetzliche Grenzwert für die Vermarktung in der Regel unterschritten wird – 2003 übertraf keine Probe den Wert von 600 Bq/kg Radiocäsium –, betrug der bei Rehen gemessene Mittelwert im vergangenen Jahr noch 530 Bq/kg, mit deutlich höheren Werten im Herbst. Rehe ernähren sich in größerem Maße von höher kontaminierten Grünpflanzen wie Farnen und, je nach Jahreszeit, unterschiedlichen Pilzarten.

Wer für sich persönlich die Strahlenbelastung so gering wie möglich halten möchte, sollte nach Ansicht des BfS auf den Verzehr von vergleichsweise hoch kontaminierten Pilzen und Wildbret verzichten. Es sei aber "nicht dramatisch" wenn man gelegentlich ein Wildschwein-Gericht esse, sagte Emrich. Zudem seien Wildschweine aus anderen Gegenden Deutschlands weniger belastet.



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      Zum Teil 4

    © 2005-2011  –  Karl-Heinz Dittberner (khd) – Berlin   —   Last Update: 26.05.2011 14.39 Uhr