Gifte im Essen – Dioxine khd
Stand:  15.4.2012   (20. Ed.)  –  File: Food/Gifte/Dioxine.html




Aud den Seiten „Gifte im Essen“ sind einige Informationen über Giftstoffe zusammengetragen, die bei den bisherigen „Lebensmittel- Skandalen in Europa“ eine herausragende Rolle spielten.

Links mit dem Symbol * zeigen auf weiterführende Informationen im Internet, die die Aussage belegen. xxx = Text folgt demnächst.


Dioxine
 
Das Seveso-Gift ist in der Nahrung angelangt.
Recherchiert im Internet und zusammengestellt von
Karl-Heinz Dittberner – Berlin

BERLIN – 10.6.1999 (khd). Dioxine kommen in der Natur nicht vor. Sie wurden auch nie im technischen Maßstab produziert. Sie entstehen unerwünscht bei allen Verbrennungsprozessen in Anwesenheit von Chlor und organischen Kohlenstoff unter bestimmten Bedingungen (z. B. beim Verbrennen von Kunststoffen wie PVC). Die fettlöslichen Dioxine reichern sich im Körper an und bleiben bis zu 30 Jahren im Organismus. Die Folgen einer Dioxin- Vergiftung sind: Schwere Hautschäden, Krebs, Erbschäden, Mißbildungen bei Neugeborenen.

Dioxine sind polychlorierte aromatischen Kohlenwasserstoff- Verbindungen (polychlorierte Dibenzo- para-dioxine und -furane). Sie gehören zu den giftigsten chlororganischen Verbindungen überhaupt (Seveso-Gift). Alle Dioxine und Furane sind krebserregend, mißbildungsfördernd und Gen-schädigend, wie der Chemie-Unfall im italienischen Seveso von 1976 zeigte.

Gültige Dioxin-Grenzwerte
Lebensmittel Aktueller
Grenzwert
Eingriffswert
von 1999
Schweinefleisch 1 pg WHO-TEq / g Fett 2 pg WHO-TEq / g Fett
Geflügelfleisch 2 pg WHO-TEq / g Fett 5 pg WHO-TEq / g Fett
Eier 3 pg WHO-TEq / g Fett 5 pg WHO-TEq / g Fett
Milch  1) ? 3 pg WHO-TEq / g Fett 3 pg WHO-TEq / g Fett
Rindfleisch  1) ? 6 pg WHO-TEq / g Fett 6 pg WHO-TEq / g Fett
Tierfutter 750 pg WHO-TEq / g Fett ? pg WHO-TEq / g Fett
1 pg = 1 Pikogramm = 10 –12 Gramm
1) Das ist noch der alte Eingriffswert von 1999.


Diese Gifte werden aufgrund ihrer Eigenschaften im Säugetierorganismus vorwiegend im Fett gespeichert. Denn Dioxine sind gut fettlöslich und reichern sich im Fettgewebe und damit in der Nahrungskette an. Deshalb sind Dioxin- Rückstände mit analytischen Methoden in allen vom Tier stammenden Lebensmitteln nachzuweisen. In pflanzlichen Lebensmitteln kommen sie wegen der fehlenden Akkumulation nur in geringeren Mengen vor.

Dioxine bestehen aus einem Gemisch von 210 Isomeren, von denen aber für Säugetiere und den Menschen nur die in den Stellungen 2, 3, 7, 8-chlorierten (kurz 2,3,7,8-TCDD) – allerdings mit sehr unterschiedlicher toxikologischer Wertigkeit (Giftigkeit) – Bedeutung besitzen. Zur Beschreibung der Giftigkeit werden international von der WHO abgestimmte
Toxizitäts- Äquivalenzfaktoren (TEq) verwendet. Untersuchungsergebnisse werden deshalb meistens in pg WHO-TEq/g Fett (pg = Pikogramm) angegeben.

Die Bundesregierung mußte mit einer Eilverordnung vom 9.6.1999 Eingriffswerte für Dioxin- Belastungen von Lebensmitteln festlegen. Denn bis dahin waren keine Dioxin- Grenzwerte festgelegt – aus gutem Grund. Dioxine und die verwandten Furane haben absolut nichts in der menschlichen Nahrung zu suchen. Das heißt: Es gilt ein Grenzwert von 0 pg/g. Anläßlich des belgischen Dioxin- Skandals mußten aber handhabare Kriterien gefunden werden. Mit der Festlegung von sogenannten „Eingriffswerten“ hat man das zunächst versucht. Später wurden dann doch noch von der WHO Dioxin-Grenzwerte festgelegt, die aber deutlich unter den Eingriffswerten von 1999 liegen.



Größter Dioxin-Skandal ?

BERLIN – 4.1.2011 (
khd). Anläßlich des bislang vermutlich größten Dioxin-Skandals in Deutschland wurde jetzt eine Übersicht der (mir) bekannten Skandale mit dem Langzeit-Gift Dioxin zusammengestellt:

  Dioxin-Skandale seit 1988:
  1. 1988: Dioxine in Milchverpackungen.
  2. 1989: Dioxine in Milch aus Holland.
  3. 1999: Dioxin-Skandal in Belgien. [Mensch wird zum Endlager]
  4. 2004: Dioxine in Zucht-Lachsen.
  5. 2006: Dioxin-Nachweis in vielen Lebensmitteln.
  6. 2006: Dioxine im Tierfutter (Belgien und Niederlande).
  7. 2007: Dioxine in Dorschleber.
  8. 2007: Guarkern-Mehl (Zusatz E 412) mit Dioxinen belastet.
  9. 2008: Italienischer Mozzarella Dioxin-belastet.
  10. 2008: EU-Kommission verdreifacht Dioxin-Grenzwert.
  11. 2008: Dioxin-vergiftetes Fleisch aus Irland.
  12. 2010: Dioxine in Bio-Eiern.
  13. 2010: Dioxine auch im Fleisch.
  14. 2010: Vermutlich Deutschlands größter Dioxin-Skandal.
Zur Erinnerung, da Politiker schon wieder Dummquatsch reden:
Dioxine kommen in der Natur selbst nicht vor! —
Das besonders Tückische beim Super-Gift Dioxin ist seine Langzeit- Wirkung. Denn es wird im menschlichen Fettgewebe eingelagert, wo es praktisch ein Leben lang gespeichert bleibt. Erst nach vielen Jahren kann durch das akkumulierte Dioxin ein tödliches Krebsleiden ausgelöst oder auch das Immun-System geschädigt werden.

Auch wenn die Aufnahme von geringen Mengen Dioxin keine akuten Beschwerden macht, ist das Anreichern der Dioxin-Mengen im menschlichen Fettgewebe die eigentliche Gefahr. Deshalb sollte unbedingt auf den Verzehr jeglicher Dioxin-belasteteter Nahrungsmittel verzichtet werden. Es ist schon unglaublich wie seit Jahren (neo-liberale oder Lobby-hörige) Politiker mit der Dioxin-Gefahr umgehen.
 


Beim Laisser-faire mußte das ja so kommen

BERLIN – 7.1.2011 (
khd). Das „?“ in der Überschrift konnte schon mal gestrichen werden. Es ist der größte Dioxin-Skandal in Deutschland. Das alles ist ganz klar eine üble Attacke völlig unfähiger und skrupelloser Wirtschafts-Manager auf die Gesundheit der gesamten Bevölkerung. Das darf sich eine Gesellschaft nicht gefallen lassen.

Was sich jetzt da in so unglaublicher Art und Weise abspielt, ist allerdings die Konsequenz aus dem in den 1990er-Jahren eingeschlagenen Irrweg der Politik des ‚Laisser-faire‘ in Wirtschaftsdingen. Wer nur auf „Eigenkontrolle“ der Industrie setzt und damit letztendlich – wie wir aktuell beobachten können – alles treiben läßt, der ist schlichtweg naiv — ist dumm. Die Frage ist nun, ob diese Bundesregierung aufwacht und endlich eine Politik zum Wohl – zur Unversehrtheit – der Bürger macht. Bislang ist davon nichts zu erkennen. Bei den anstehenden Wahlen werden Bürger das zu honorieren wissen.




Ausführlichere Infos:
 
[03.03.2005: Dioxine in der Umwelt]  (Info des Umweltbundesamts)



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