Lebensmittel-Skandale in Europa – Teil 5:   2011 – 2012 khd
Stand:  15.8.2013   (218. Ed.)  –  File: Food/LM_Skandale_5.html



  Zu den
aktuellen Skandalen
 
   
1.8.2007 (khd). Im Rahmen seiner Berichterstattung über BSE und dessen Folgen erinnerte am 4. Dezember 2000 der SPIEGEL im Heft 49/2000 an einige herausragende Lebensmittel- Skandale in Europa. Da wurde es Zeit, ins eigene Archiv zu greifen, um diese Skandal- Chronik in wesentlichen Punkten zu ergänzen und auch bei Bedarf fortzuschreiben, zumal diese Profi-Journalisten bei der Fortschreibung solcher Aufstellungen fast nie am Ball bleiben.

   
  Und so informiert die
US-Behörde FDA über
Lebensmittel-Panscher:
Recent Warning Letters.

[ Ein Beispiel ]
 
Bei der Lektüre wird deutlich, daß die Kontrolle der Lebensmittel- Sicherheit miserabel ist — aber nicht nur in Deutschland. Dabei hatte doch bereits das Umweltmagazin Natur im September 1989 der deutschen Politik unmißverständlich ins Stammbuch geschrieben, wo genau dringender Handlungsbedarf bei der Entwicklung zu einer verbraucherorientierten Lebensmittel- Überwachung besteht.

Links mit dem Symbol * zeigen auf Infos im Internet, die die Aussage belegen. Leider waren nicht in allen Fällen solche Informationen im Netz auffindbar. xxx = Text folgt demnächst. MHD = Mindesthaltbarkeitsdatum.

I n d e x :       [ Übersicht nach Lebensmitteln ]
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Europas wichtigste Lebensmittel-Skandale
 
Wie uns kriminelle Geschäftemacher mit Pfusch ohne Grenzen hinters Licht führten
und die amtlichen Kontrolleure (meist) sehr alt aussahen.

Recherchiert im Internet und zusammengestellt
von
Karl-Heinz Dittberner – Berlin

2011


  Deutschlands größter Dioxin-Skandal   (Eier, Geflügel + Schweinefleisch) 01

6. Januar 2011 No Dioxine Das Ausmaß des erst nach Weihnachten bekanntgewordenen Dioxin-Skandals wird immer größer. Nach Informationen der Bundesregierung sollen allein zwischen November und dem 23. Dezember 2010 rund 3.000 Tonnen mit Dioxinen belastetes Technik-Fett an 25 Futtermittel- Hersteller in ganz Deutschland verkauft worden sein, die dieses dem Tier-Futter beimischten. Insgesamt sollen dann rund 150.000 Tonnen Dioxin-vergiftetes Tier-Futter an die Landwirtschaft in ganz Deutschland geliefert worden sein. Und das muß noch nicht alles sein.

Damit ist auch klar, daß nicht nur Eier betroffen sein können, sondern auch alles Geflügel und Schweine-Fleisch sowie vermutlich auch Kalb- und Rind-Fleisch und alle daraus hergstellten Produkte (z. B. Wurst oder auch Mayonnaise und Kuchen). Kriminelle Lebensmittel-Vergifter haben diesmal ‚ganze Arbeit‘ geleistet. Politiker aller Parteien und Behörden haben jahrelang (seit dem Dioxin-Skandal in Belgien!) geschlafen und nicht ausreichend Vorsorge getroffen. Ungeklärt sind weiterhin die wichtigen Fragen, wie das Dioxin ins Fett kam und woher dieses stammt. (u. a. InfoRadio – 6.1.2011)
6. Januar 2011 Inzwischen sind bundesweit über 4.700 landwirtschaftliche Betriebe (Höfe) von den Behörden geschlossen worden. Sie dürfen vorerst weder Eier noch Fleisch verkaufen. Die meisten der gesperrten Höfe sind Schweinemast-Betriebe in Niedersachsen. Und angesichts der offensichtlich flächendeckenden Verteilung von Dioxin-Futter werden es wohl noch mehr Höfe werden. (d-radio – 6.1.2011 – 23.01 Uhr)


7. Januar 2011 Es liegen erste amtliche Messungen von Futtermittel- Proben vor. Dabei stellte sich heraus: Der noch tolerierbare Dioxin-Gehalt wurde um mehr als dem Zehnfachen überschritten. Bei 9 von 20 ausgewerteten Proben von der Firma Harles & Jentzsch aus dem Jahr 2010 habe der Dioxin-Gehalt den zulässigen [Ed: sowieso schon großzügig hoch angesetzten] Höchstgehalt von 750 pg überschritten, teilte das schleswig-holsteinische Landwirtschaftsministerium gestern in Kiel mit. Der höchste gemessene Dioxin-Wert lag demnach bislang bei 10.050 pg (Pikogramm = 10 hoch –12 Gramm = 1 Billionstel Gramm). (ag – 6.1.2011)
7. Januar 2011 Ein Zwischen-Fazit mit Rat: Da es jetzt darum geht, die Aufnahme von Dioxin so gering wie irgend möglich zu halten, ist es derzeit und den nächsten Wochen (vielleicht sogar Monaten) nicht sinnvoll, Eier, Geflügel oder Schweinefleisch aus normaler Produktion zu kaufen und zu verzehren. Denn die Handelsketten vom Typ Supermarkt oder Discounter dürften noch reichlich vermutlich Dioxin-belastete Produkte in Kühlhäusern vorrätig haben.

BIO-Produkte hingegen sollten Dioxin-frei sein – ganz sicher kann man da aber auch nicht sein, da mit dem BIO-Etikett allzuoft getrickst wird. Übrigens, das meiste BIO-Fleisch schmeckt sehr viel besser als das ‚normale‘ Fleisch aus dem Supermarkt oder vom Discounter.
[Verbraucher-Zentrale Hamburg: Betroffene Produkte]
[Und die Geflügelbranche selbst sagt: Infos zu Eiern und Geflügel]
[BIO-Einkaufsführer für Berlin und Brandenburg (FÖL)]
8. Januar 2011 In neueren Proben von der Skandal-Firma Harles & Jentzsch wurde inzwischen eine fast 80-fache Grenzwert- Überschreitung bei Dioxinen festgestellt [Ed: also etwa 60.000 pg = 60 ng Dioxine (ng = Nanogramm = Milliardstel Gramm)]. Außerdem sind Dioxin-vergiftete Produkte bereits seit mindestens März 2010 in den Handel gekommen und damit verzehrt worden — niemand hat davor gewarnt [Ed: und das heißt, die staatliche Lebenmittel-Überwachung (mit amtlicher Proben-Analytik) hat total versagt, was nun ganz ernste Konsequenzen haben muß]. (d-radio – 8.1.2011 – 01.01 Uhr)
11. Januar 2011 Es kam, wie’s kommen mußte: Auch in Schweinefleisch wurden jetzt [in Niedersachsen, wo ständig besonders miserabel amtlich kontrolliert wird] Dioxin- Konzentrationen oberhalb des Grenzwerts (1 pg/g) nachgewiesen. Um wieviel teilten die Behörden der Öffentliichkeit nicht mit. Solch vergiftetes Fleisch ist auch in den Handel gelangt, obwohl dieses Fleisch nicht verzehrt werden darf. Inzwischen haben deshalb etliche Länder den Import von Schweinefleisch aus Deutschland verboten. Proben bei Hähnchen, Putenfleisch und Kuhmilch wiesen bislang noch keine Überschreitungen von Grenzwerten auf, aber das kann ja noch kommen. (dpa – 11.1.2011)
Januar 2011 Nebenbemerkungen: (Fragen)
  1. Warum eigentlich müssen dem Tierfutter überhaupt Fette beigemischt werden? Die Bauern haben das doch früher auch nicht gemacht und damit sogar bessere Produkte erzielt . . .
  2. Warum berichten viele Medien so furchtbar ungenau über diesen Super-Skandal und kleben allzuoft an den Lippen der (meist völlig inkompetenten) Regierungssprecher statt deren Aussagen energisch zu hinterfragen? Sogar manche Wissenschafts-Journalisten konnten Fakten nicht richtig werten (Dioxine nur ein „Alltagsgift“) und verschlimmern damit nur das sowieso bestehende Informationschaos.
  3. Warum wird die Billigkeit von Lebensmitteln überhaupt ein Thema? Vermutlich, um vom Kern des Skandals abzulenken. Egal, ob Lebensmittel billig oder teuer sind, sie müssen in jedem Fall frei von jeglichen Giften sein, und das muß der Staat durch Überwachung, Kontrollen und Analysen sicherstellen. Da erübrigt sich jede Diskussion.
15. Januar 2011 Weitere rund 1000 landwirtschaftliche Betriebe müssen wg. Dioxin-Gefahr gesperrt werden – vor allem in Niedersachsen. Die von Dr. Merkel (CDU) geführte Bundesregierung hat sich bislang als unfähig gezeigt, die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen und den Dioxin-Skandal vollständig aufzuklären und sehr energisch gegen die in großen Teilen kriminell agierende Futtermittel-Industrie vorzugehen. (d-radio – 15.1.2011 – 23.01 Uhr)
16. Januar 2011 Obwohl der Dioxin-Skandal nun schon über 3 Wochen öffentlich bekannt ist, hat es die Bundesregierung (CDU + CSU + FDP) noch immer nicht geschafft, klar und deutlich Roß und Reiter zu nennen. Alle Verbraucher werden im Unklaren über den Gift-Zustand eingekaufter Produkte gelassen. Verbraucher wollen aber jetzt sofort wissen, ob die Eier oder das Fleisch und die Wurst im Kühlschrank Dioxin enthält, um solchen Sonder-Müll wieder in den Laden zurücktragen zu können.

Dieser enorme Vertrauensbruch wird ernste Folgen haben. Bürger haben absolut kein Verständnis dafür, wie dämlich sich die Politiker hoheitliche Aufgaben zwischen Bund und Ländern aufgeteilt haben, ist nicht nur im Radio zu hören. Es sei Sache der Bundesregierung, ganz genau zu sagen, wie und womit sie im Essen vergiftet werden — ohne Rücksicht auf die Industrie. [Kekulé-Kommentar]
17. Januar 2011 Diese Bundesregierung braucht jetzt ein mächtiges
Feuer unterm A****!

Die Verbraucher müssen massiv öffentlicher Druck ausüben, damit diese neo-liberal-ideologisierte Regierung endlich die richtigen Maßnahmen gegen die Lebensmittel-Vergifter ergreift und vom Laisser-faire abläßt. Foodwatch hat deshalb eine Unterschriftensammlung gestartet. Alle, die kein Gift mehr auf den Tellern wünschen, sollten diese unterstützen:

[ http://www.foodwatch.de/dioxin-aktion ]

[ Kommentar: Die Neo-Liberalen haben schuld! ]

21. Januar 2011 Die Fettpanscherei der Firma Harles & Jentzsch (Uetersen) im Werk Bösel (Niedersachsen) war illegal. Dieses Werk soll den niedersächsischen Behörden nicht bekanntgewesen sein, weshalb dort auch keine Kontrollen stattgefunden haben. Der verantwortliche Geschäftsführer der Harles & Jentzsch, Siegfried Sievert (lt. B.Z. ein früherer STASI-Mitarbeiter), sitzt immer noch nicht hinter Schloß und Riegel. Das alles wirft jetzt noch ganz andere Fragen auf . . .
22. Januar 2011 Nach 4 Wochen wollen nun Ermittler herausgefunden haben, daß die Dioxine doch aus der Biodiesel-Produktion bei der Firma Petrotec AG (Emden) stammen. Dort sollen auch alte Fritierfette verarbeitet worden sein. Das Umweltbundesamt (UBA) zweifelt aber daran, da das Dioxin-Furan-PCB-Muster nicht mit den Ergebnissen aus Eierproben übereinstimme, stellte UBA-Präsident Jochen Flasbarth fest. Vermutlich können beim Fritieren auch nicht so große Mengen an Dioxinen entstehen. Und das hieße: Schon bei den Fetten wurde kräftig (mit Motor- Altölen?) gepanscht. Die Suche nach der Dioxin-Quelle muß also unbedingt weitergehen.
(mit rbb + ard-tagesschau – 21.1.2011)

Die Verbraucher wollen die Wahrheit erfahren, ob sie evtl. jahrelang giftige Rückstände von Auto-Altölen essen durften.
26. Januar 2011 Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) teilt mit, daß in nur wenigen Proben von Eiern und Schweinefleisch Dioxin-Werte oberhalb der Grenzwerte gemessen worden seien. In Milch und Geflügelfleisch sollen bislang keine Grenzwert- Überschreitungen gefunden worden sein. (d-radio – 26.1.2011 – 23.03 Uhr)
27. Januar 2011 Diese amtliche Dioxin-Entwarnung des BfR verursacht nun ein starkes Grübeln: Soll das etwa heißen, daß (angesichts der derzeitigen Gesetzeslage) nichts gegen ein Verschneiden (Mischen) von sauberen Fetten mit Dioxin-Fetten spricht, solange nur im Endprodukt der Dioxin-Grenzwert eingehalten wird. Das würde auch erklären, warum die Verantwortlichen beim Fettmischer Harles & Jentzsch (Uetersen) noch immer nicht festgenommen worden sind. Die Wissenschaft sagt allerdings, aus gesundheitlicher Vorsorge müßte eigentlich ein Dioxin-Grenzwert von 0 pg/g eingeführt werden.
29. Januar 2011 Man glaubt es kaum, aber heute gibt es eine Meldung, wonach der inzwischen insolvente Fett-Panscher Harles & Jentzsch (Uetersen und Bösel) weiterhin Fette produziert. Allerdings seien diese Fette „ausschließlich für die technische Industrie“ bestimmt, sagt man. Und dabei ist auch nach über 1 Monat noch immer nicht die Quelle des Dioxins (im Tierfutter) zweifelsfrei ermittelt worden [Ed: Journalisten fragen nicht energisch genug nach, denn altes Fritierfett kann es nicht gewesen sein!]. Auch stellt sich die Frage, warum in technischen Fetten Dioxine zulässig sein sollen. Will man denn die giftigen Dioxine, Furane und PCBs immer weiter in der Umwelt verbreiten? (Hamburger Abendblatt – 29.1.2011)
2. Februar 2011 Das Bundeskabinett beschließt eine Verschärfung des Futtermittel-Rechts. Im Vordergrund steht dabei eine Verbesserung der Meldepflichten von gemessenen Belastungen, z. B. mit Dioxinen. (d-radio – 2.2.2011)
24. Juni 2011 Foodwatch weist daraufhin, daß die Bundesregierung noch immer nicht das Verpanschen von Futterfetten mit verseuchten Altfetten eindeutig untersagt hat. Der nächste Dioxin-Skandal kommt also bestimmt. Foodwatch fordert deshalb: „Es darf keine einzige Zutat in das Futter gelangen, die nicht die Grenzwerte einhält.“


  Und nun auch noch Antibiotika im Tierfutter 02

17. Januar 2011 Nach den Dioxin-Funden wurden jetzt bei einer Routine-Kontrolle in einem Futter für Geflügel, Schweine und Rinder das seit 1994 verbotene Antibiotikum Chloramphenicol entdeckt. Betroffen sind etwa 25 Betriebe, vor allem in Sachsen-Anhalt, die das belastete Futter seit November verfütterte haben. Dem Futter war ein Vitaminpräparat aus China beigemischt worden, das diese für die Tiermast verbotene Substanz enthalten haben soll (32 µg Chloramphenicol pro kg). Das meiste des kontaminierten Futters soll bereits verfüttert worden sein, der Rest wurde beschlagnahmt. Unklar ist nun, was mit dem Vieh geschehen soll. (d-funk – 17.1.2011)
19. Januar 2011 Das Tierfutter wurde von der Firma Dr. Ponsold GmbH in Oschersleben hergestellt, die das dem Mischfutter zugesetzte Vitaminpräparat von einem Importeur in Cuxhaven bezog. (Internet-Recherche)


  Vorsorgliche Warnung vor verstrahlten Meeresfrüchten aus Fernost 03

14. März 2011 Aktivität Im japanische Fukushima ereignete sich seit dem 12. März 2011 der nukleare Mehrfach-GAU mit Kernschmelzen. Aus dem havarierten AKW mit 6 Kernreaktoren gelangten dabei großere Mengen an strahlendem Material (Radionuklide wie Caesium-134, Caesium-137, Jod-129, Jod-131, Strontium-90 usw.) in die Atmosphäre, Umwelt und das Wasser des Pazifiks. Es ist zu erwarten, daß sich diese extrem gesundheitsgefährlichen Nuklide u. a. in landwirtschaftlichen Produkten und in Meerestieren ansammeln.

Zwar gibt es derzeit noch keine Erkenntnisse bzw. Messungen dazu. Dennoch sollten in den kommenden Monaten und Jahren (!) keine Fische, Fischprodukte und andere Meeresfrüchte wie Garnelen, Shrimps, Gambas und Muscheln, die nach dem 13.3.2011 im (westlichen) Pazifikraum gefangen oder gezüchtet wurden, verzehrt werden. Das gilt beispielsweise auch für Thunfisch- Konserven. Da allzuoft die Herkunftsangaben miserabel sind, sollte im Zweifelsfall immer auf den Verzehr verzichtet werden.

Ein Nuklear-GAU ist immer auch ein Lebensmittel- Skandal! Das war schon 1986 beim Tschernobyl-GAU so, wo in Deutschland unter einer CDU/FDP-Regierung Milch verpanscht wurde, um die Strahlung unter die Grenzwerte zu drücken.
21. März 2011 Zur Strahlenbelastung von Fisch und Meeresfrüchten aus Fernost wurden noch keine Meßwerte mitgeteilt.
Zur Erinnerung: Die Strahlenbelastung von Lebensmitteln wird in Becquerel (Bq) gemessen. In Deutschland gilt seit Tschernobyl ein Grenzwert von 600 Bq/kg. Für Milch und Babynahrung sind höchstens 370 Bq/kg erlaubt. Mehr zu den radiologischen Einheiten findet man auf Seite 4 + 8 des PDF-Dokuments zum GAU in Japan]
24. März 2011 Ab 28. März 2011 müssen alle aus Japan importierten Lebensmittel auf Verstrahlung kontrolliert werden. Das beschloß heute die EU in Brüssel. Allerdings soll die Kontrolle bereits in Japan erfolgen und durch mitgelieferte Zertifikate dokumentiert werden. In Europa sollen nur noch Stichproben vorgenommen werden. Ob dieses Verfahren wirklich Sicherheit bringt, muß bezweifelt werden, denn schon in den letzten Tagen sind in Singapur und in Taiwan verstrahlte Lebensmittel aus Japan angekommen. (d-radio – 24.3.2011)
30. März 2011 Es ist Unglaubliches geschehen: Die nicht durch demokratische (Ur-)Wahlen legitimierte

     
„Hierzulande könnten in Regalen demnächst mit 1000 Bq/kg verstrahlte Thunfisch- Dosen auftauchen, die in Japan nicht verkaufsfähig sind — aber in Europa!“


Das wäre die Folge der EU-Verordnung Nr. 297/2011, die eine radioaktive Belastung von 1.250 Bq/kg erlaubt.

Europa-Regierung in Brüssel aka „Europäische Kommission“ hat in der Verordnung Nr. 297/2011 vom 25.3.2011 die Strahlengrenzwerte für aus Japan importierte Lebensmittel enorm aufgeweicht. So dürfen in der EU von dort importierte Nahrungsmittel mit einer Caesium-Aktivität von bis zu 1.250 Becquerel/kg (Bq/kg) frei verkauft werden, sonst gelten in der EU 600 Bq/kg, was auch schon viel zu hoch ist. Und für „Nahrungsmittel mit geringer Bedeutung“ (was immer das sein mag – etwa die Würzpaste fürs Sushi?) soll die EU sogar einen Caesium-Grenzwert von 12.500 Bq/kg (sic!) festgelegt haben. Die EU begründet das Heraufsetzen des Grenzwertes damit, daß die Strahlung aus einem „nuklearen Unfall“ stamme. Das sei in einer Alt-Verordnung der EWG/Euratom (Nr. 3954/87) von 1987 so vorgesehen, heißt es. Unter der kostenlosen Rufnummer 00800 - 67 89 10 11 kann man dazu mehr erfahren. (fw – 29.3.2011)
[02.04.2011: EU lädt zum Betrug ein]

Dieses Handeln gegen die Interessen und Unversehrtheit der Bevölkerung sollte jetzt Folgen haben. Die demokratisch gewählten Europa-Abgeordneten müssen jetzt aktiv werden. Bevor es aber gelingen kann, die Lobby-hörigen EU-Kommissare vom europäischen Hof zu jagen, gilt die Devise:
Keinerlei Produkte mehr aus Fernost kaufen!
5. April 2011 Die EU-Kommission arbeitet an einer neuen Verordnung.


  EU will Fleischbeschau wegrationalisieren 04

17. April 2011 Die EU will offensichtlich die obligatorische Fleischbeschau nach dem Schlachten abschaffen. Die Fleisch-Lobby hat in Brüssel Druck gemacht, um Kosten zu sparen. Das geht aber auf Kosten der Sicherheit der Konsumenten. Ob auch die bislang zwingende Trichinenschau bei Pferde- und Schweine-Fleisch entfallen soll, ist unklar. Sollten jedenfalls die EU-Pläne Realität werden, dann wird man künftig keine Stulle mehr mit frischem (Schweine-)Mett oder Schabefleisch sorglos essen können. Eine ‚feine EU-Harmonisierung‘ ist das. Eine intelligente Bundesregierung sollte solche EU-Anweisungen ignorieren. Lebensmittelchemiker Udo Pollmer kommentierte das Ansinnen der Fleischwirtschaft so: „Manchmal kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, der Rinderwahnsinn habe eine neue Heimat gefunden: In den Chefetagen unserer Fleischwirtschaft. Eine Branche, die auf des Messers Schneide steht, sollte sich diesen Wahnsinn nicht leisten. Mahlzeit!“ (d-radio – 17.4.2011) [mehr]


  Katastrophale Hygiene bei WIESENHOF 16

28. April 2011 Im Wiesenhof-Schlachtbetrieb für Geflügel in Möckern bei Magdeburg wurden jetzt katastrophale Hygiene-Zustände amtlich festgestellt. Dort wurden "Schwarzschimmelbefall durchgängig an Wand und Decke" und eine "Kontamination der Schlachtkörper mit Magen-Darm-Inhalt" angetroffen. Außerdem geht es um Verstöße bei der Fleischbeschau und Kühlung sowie die Überschreitung der zulässigen Schlachtmenge. Rußland nimmt inzwischen kein Geflügel-Fleisch mehr aus dem Ex-DDR-Schlachthof in Sachsen-Anhalt ab. (stern – 28.4.2011) [mehr]


  EHEC-Bakterien verursachen Epidemie mit Todesfällen 05

22. Mai 2011 EHEC-Bakterium Seit einigen Tagen sind in ganz Norddeutschland (Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen) schwere Durchfall-Erkrankungen aufgetreten, die durch die besonders gefährlichen EHEC-Bakterien (pathogene Art von Escherichia coli) verursacht wurden. Bislang sind rund 80 Erkrankungen, die zum Nierenversagen führen kann, gemeldet – davon allein in Hamburg 40. Viele Patienten müssen bereits auf Intensivstationen behandelt werden. Fieberhaft versuchen die Gesundheitsbehörden, die Infektions-Quelle zu ermitteln. EHEC wird meistens durch unhygienisch verarbeitete Fleischwaren (z. B. Wurst wie 2004) verbreitet. Aber auch Rohmilchkäse wie 2005 oder ungewaschenes Gemüse können zur Verbreitung führen. Die auslösende Quelle konnte bislang noch nicht gefunden werden. (info-radio – 22.5.2011) [EHEC-Ausbrüche]
  Alle Bakterien – auch EHEC – werden beim Erhitzen auf 72 °C für 10 Minuten sicher abgetötet, wobei auch das von EHEC-Erregern produzierte Shiga-Toxin unschädlich wird.

  Hinweis:
Dieser Lebensmittel-Skandal stellt wg. der Freisetzung eines bislang völlig unbekannten, hochgefährlichen Bakteriums etwas ganz Besonderes dar, zumal dadurch sehr schwere Erkrankungen entstehen. Die weitere Entwicklung soll deshalb ausführlicher als sonst beschrieben werden.
khd – 24.5.2011
 

30. Mai 2011 EHEC lt. WHO: 1.169 bestätigte Infektionen, davon HUS: 373 Fälle (32 %), Tote: 14 (inkl. Ausland). [Grafik zur EHEC-Epidemie]
5. Juni 2011 Eine neue Spur soll in den niedersächsischen Kreis Uelzen führen. Es wird vermutet, daß dort produzierte Gemüse-Sprossen mit dem neuen EHEC-Erreger verseucht wurden. Ein BIO-Saatgut-Betrieb wurde von den Behörden gesperrt. Unklar ist, ob noch EHEC-verseuchte Ware im Handel ist. Es wird vor dem Verzehr jeglicher Sprossen gewarnt. Sollte sich der Verdacht bestätigen, dann stellt sich die Frage, wie kam der neue – so furchtbar aggressive – EHEC-Erreger auf die Sprossen. Was ist die Ursache für die Verseuchung? (d-radio – 5.6.2011 – 20.01 Uhr)
10. Juni 2011 Es sind definitiv die Gemüse-Sprossen, die mit EHEC-EAEC verseucht die Epidemie auslösten. Am Nachmittag wird bekannt, daß auf abgepackten BIO-Sprossen vom BIO-Hof in Bienenbüttel erstmalig der Erreger E.coli-O104:H4 nachgewiesen werden konnte. Die Sprossen-Packung wurde in einem Haushalt in Königswinter bei Bonn (Rhein-Sieg-Kreis in NRW) gefunden. Die Fragen sind nun: Wie gelangten in Bienenbüttel diese besonders aggressiven EHEC-Erreger auf die Gemüse-Sprossen? (info-radio – 10.6.2011 – 17.42 Uhr)
11. Juni 2011 Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) bestätigt am Nachmittag in Berlin, daß die in Königswinter gefundenen Sprossen vom BIO-Hof in Bienenbüttel das EHEC-Bakterium O104:H4 tragen. „Dieses Labor-Ergebnis ist ein weiterer wichtiger Stein in der Beweiskette, daß rohe Sprossen als wesentliche Quelle für die Ehec-Infektionen der letzten Wochen anzusehen sind“, sagte ein BfR-Sprecher. Die Frage nach der Herkunft der Erreger auf den Sprossen sei offen, heißt es. (d-radio – 11.6.2011 – 17.06 Uhr) [EHEC-Ausbrüche seit 1980]
29. Juni 2011 Womöglich waren es aus Ägypten importierte Bockshornklee-Samen, die mit den EHEC-Erregern verseucht waren und in Deutschland und Frankreich die schweren Erkrankungen hervorriefen. Das vermutet jetzt die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) in Parma. Bewiesen sei das aber noch nicht, heißt es. (d-radio – 29.6.2011)
 
  Hinweis:
Die sehr ausführliche Beschreibung der Entwicklung dieses EHEC-Ausbruchs wurde inzwischen auf eine gesonderte Seite „EHEC-Epidemie 2011“ verlagert, um diese Seite zu entlasten.
khd – 30.6.2011
 

6. Juli 2011 Der Ursprung der EHEC/HUS-Erkrankungen gilt als aufgeklärt. Allerdings ist nach wie vor unklar, wann und wo das Bockshornklee- Saatgut aus Ägypten mit Fäkalien von Menschen oder Tieren verunreinigt wurde. Möglicherweise war es schon bei seiner Ankunft in Europa kontaminiert. Auch konnte bislang noch kein EHEC-Erreger auf Samen-Proben labormäßig nachgewiesen werden. Aber alle epidemiologischen Erkenntnisse (u. a. aus Verzehr- Befragungen und Aufklärung der Vertriebswege) sprechen dafür, daß es mit EHEC-Bakterien verseuchter Bockshornklee-Samen war.
21. Juli 2011 Die amtliche Verzehrwarnung für rohe Gemüse- Sprossen wird aufgehoben. Nur auf Sprossen aus Bockshornklee-Samen sollte auch weiterhin verzichtet werden.
24. Juli 2011 Die EHEC-Epidemie gilt als abgeschlossen. Der zuletzt beobachtete Krankheitsausbruch bei einem Patienten erfolgte nach Angabe des RKI am 4. Juli 2011. Leider gelang es nicht die EHEC-Quelle zweifelsfrei aufzuklären. Allerdings spricht vieles dafür, daß aus Ägypten importierter Bockshornklee-Samen, der zu Sprossen verarbeitet wurde, mit dem EHEC-Erreger E.coli O104:H4 verseucht war. [31.7.2011: Bilanz der FAZ]
26. Juli 2011 EHEC lt. RKI-Schlußbilanz mit korrigierten Zahlen: 4.321 bestätigte Infektionen, davon HUS: 852 Fälle (20 %), Tote: 52 (inkl. 2 im Ausland). [Grafik zur EHEC-Epidemie 2011] [Wikipedia: HUS-Epidemie 2011]
9. September 2011 EHEC lt. RKI-Abschluß-Bericht mit nochmals korrigierten Zahlen: 3.842 EHEC-Infektionen von Mitte Mai bis Mitte Juni 2011, davon HUS: 855 Fälle (22 %), Tote: 57 (inkl. 2 im Ausland). [Kekulé-Kommentar dazu]
 


  EHEC-Erreger auf (spanischen?) Gurken 08

26. Mai 2011 Im Rahmen der Fahndung nach dem Erreger der EHEC-Epidemie werden auf 4 Salatgurken vom Hamburger Großmarkt EHEC-Bakterien nachgewiesen. 3 der Gurken (davon 1 BIO-Gurke) sollen aus Süd-Spanien (Andalusien) stammen. (d-radio – 26.5.2011 – 13.02 Uhr)
31. Mai 2011 Bei der Nachkontrolle dieser Gurken durch das BfR-Referenz-Labor stellt sich heraus, daß der Erregertyp nicht mit dem bei den an EHEC erkrankten Patienten übereinstimmt, weshalb sie als Quelle für die EHEC-Epidemie ausscheiden.
3. Juni 2011 Da aber auch von diesen Gurken eine erhebliche Gesundheitsgefahr ausging, ermittelt inzwischen die Hamburger Polizei gegen 2 Großhändler wg. eines möglichen Verstoßes gegen das Lebensmittel- Gesetz. Die Polizei muß auch klären, ob die EHEC-Gurken aus Spanien kamen oder bei einem Großhändler in Köln der Hamburger Lieferung hinzugefügt worden sind.
16. Juli 2011 Bislang wurden keine Ergebnisse dieser Ermittlungen bekannt. Vielleicht will man ja Spanien nicht verärgern...


  Herkunft von Obst und Gemüse allzuoft unklar 06

1. Juni 2011 Die aktuelle EHEC-Krise verdeutlicht, daß Verbraucher über die genaue Herkunft von frischem Obst und Gemüse meistens im unklaren gelassen werden. Lediglich bei abgepackter Ware ist manchmal die Herkunft aufgedruckt. Oft kann aber vermutet werden, daß die gemachten Angaben gelogen sind. Ein Beispiel: Können im Winter Gemüsepaprikas wirklich aus den Niederlanden kommen? Zudem ist von Insidern zu hören, daß das von der EU eingeführte Rückverfolgungs-System nicht sehr zuverlässig funktionieren soll. Damit lassen sich im Krisenfall Lieferwege nicht schnell und sicher genug feststellen.


  Schon wieder vergifteter Schnaps in der Türkei 07

2. Juni 2011 In der Türkei ist es erneut (wie 2009) durch verpanschte Spirituosen zu Todesfällen gekommen. 3 russische Touristen starben nach dem Genuß von mit giftigem Methanol versetzten Alkohol. (d-radio – 2.6.2011)


  E.coli in französischen Hacksteaks 09

16. Juni 2011 Im nordfranzösischen Lille sind 6 Kinder nach dem Verzehr von mit Kolibakterien verseuchten Rindfleisch-Hacksteaks schwer erkrankt. Es ist noch unklar, ob es sich um EHEC-Infektionen handelt. Ein Zusammenhang mit der noch in Deutschland grassierenden EHEC-Epidemie soll aber nicht bestehen. Die Tiefkühl-Hacksteaks der Marke „Steaks Country“ sollen von SEB in Saint-Dizier für den Discounter LIDL Frankreich produziert worden sein (MHD: Mai 2012). Der französische Hersteller hat das Produkt bereits zurückgerufen. Die Hacksteaks sollen nicht nach Deutschland exportiert worden sein. Aber das beanstandete Rindfleisch soll aus Deutschland importiert worden sein. (info-radio + dpa – 16.6.2011)


  EHEC auch in Frankreich 10

24. Juni 2011 Im südfranzösischen Bordeaux ist es nach dem Verzehr von Gemüse-Sprossen zu mehreren EHEC-Erkrankungen durch den gefährlichen Erreger-Typ E.coli O104:H4 gekommen. Eine Verbindung zur in Deutschland grassierenden EHEC- Epidemie soll es nicht geben. Keiner der Patienten war vorher in Nord-Deutschland gewesen.
30. Juni 2011 Die Aufsichtsbehörden haben herausgefunden, daß es sich bei den Sprossen um Bockshornklee handelt. Der Samen stamme aus Ägypten und sei über Zwischenhändler in Deutschland (NRW) und Großbritannien (Ipswitch) nach Frankreich gelangt, wo er zu Sprossen verarbeitet wurde, teilten ECDC in Stockholm und EFSA in Parma mit.
5. Juli 2011 Die EU verhängt ein Import-Verbot für Bockshornklee- Samen aus Ägypten.


  EHEC in den USA 11

9. August 2011 Das Portal Animal-Health berichtet, daß in den USA immer häufiger „Lebensmittel- Infektionen auftreten, die durch Obst und Gemüse“ hervorgerufen werden. Derzeit warnen die Gesundheitsbehörden vor dem Verzehr von Erdbeeren des Produzenten „Jaquith Strawberry Farm“. Diese Erdbeeren sind mit EHEC-Bakterien verseucht. Eine ältere Patientin verstarb an Nierenversagen (HUS). Erst unlängst wurden in den USA auf Bio-Spinat aus Kalifornien Bakterien Listeria monocytogenes gefunden.


  Listerien in Antipasti 12

26. September 2011 In mit Frischkäse gefüllten Mini-Paprikas und Peperonis der Firma Momeni wurden gefährliche Listerien entdeckt. Der Hersteller warnt vor dem Verzehr. Besonders Schwangere und Kinder sind gefährdet. Diese Antipasti wurde zwischen dem 2. und 19. September ausgeliefert. Beliefert wurde u. a. auch der Discounter Kaufland, der inzwischen die Produkte aus dem Verkauf genommen hat. (BZ – 27.9.2011)


  Hühnerfleisch mit Antibiotika belastet 13

November 2011 In amtlichen Studien wurde jetzt festgestellt, daß in Nordrhein- Westfalen und Niedersachsen 96,4 % aller in den Handel gelangten Masthähnchen Antibiotika enthalten, obwohl ein exzessiver Einsatz dieser Medikamente in der Tiermast wg. der Resistenzbildung strikt verboten ist. Das heißt: Die staatliche Lebensmittel- Überwachung hat wieder einmal versagt. Die Geflügel-Industrie kann machen was sie will, egal ob dadurch Gesundheitsprobleme der gefährlichen Art entstehen. [mehr]


  BIO-Betrug in Italien 15

10. Dezember 2011 In Verona beschlagnahmte die Polizei jetzt 2.500 Tonnen angeblicher Bio-Futtermittel, vor allem Soja und Raps, die es aber nicht waren. Solche Futtermittel sollen zuvor auch nach Deutschland exportiert und dort an Schweine, Rinder und Hühner in BIO-Betrieben verfüttert worden sein. Bereits seit 2007 soll der italienische Betrüger-Ring neben Tierfutter auch Mehl, Obst und Trockenfrüchte aus angeblicher BIO-Produktion für insgesamt 220 Mio. Euro verkauft haben. Auch davon soll ein Großteil nach Deutschland gegangen sein. Und das bedeutet, daß der deutschen Lebensmittel-Überwachung in den Bundesländern 4 Jahre nichts aufgefallen ist... [Pollmer-Kolumne mit Literatur]


  Italienische Olivenöle der Höchstqualität verpanscht 14

23. Dezember 2011 Durch einen Bericht der italienischen Tageszeitung „La Repubblica“ wurde gestern bekannt, daß in Italien im Großstil Olivenöle verpanscht worden sind. Olivenöl der Qualitäts-Höchststufe „Extra Vergine“ (in Deutschland mit „Natives Olivenöl Extra“ gekennzeichnet) stamme selten aus heimischer Produktion. In 80 % der Flaschen wurden billige und teilweise Schimmel enthaltene Öle aus Spanien, Griechenland, Marokko oder Tunesien nachgewiesen. Solches Pansch-Olivenöl wurde auch nach Deutschland exportiert. [Auch BERTOLLI-Olivenöl?]


2012


  Belastetes Hühnerfleisch begünstigt Antibiotika-Resistenzen 01

8. Januar 2012 Durch einen SPIEGEL-Bericht (Heft 2/2012, Seite 63) wird bekannt, daß das meiste Hühnerfleisch noch immer bakterielle Rückstände enthält, die auf den systematischen Einsatz von Antibiotika bei der Tiermast hinweisen. Der B.U.N.D. ließ bundesweit Hühnerteile aus Supermärkten und Discounter-Ketten auf ihren bakteriellen Befall untersuchen. Dabei ergab sich, daß mehr als die Hälfte der Proben mit MRSA- und/oder ESBL-produzierende Bakterien belastet waren. Die betroffenen Proben stammten von den Produzenten Wiesenhof, Sprehe und Stolle. Für die Politik besteht akuter Handlungsbedarf: Es darf keine Verfütterung von Antibiotika in der Tiermast mehr geben. Denn durch den Verzehr derart produzierten Fleisches bilden sich beim Menschen immer mehr Antibiotika- Resistenzen aus, was extrem lebensgefährlich sein kann.


10. Januar 2012 Medizin-Experten hatten die Politik schon vor vielen Jahren vor diesem gefährlichen Resistenz-Szenario gewarnt. Aber die Bonner/Berliner-Politik schlug sich immer auf die Seite der Agrarindustrie — zum Schaden der Verbraucher, egal ob Rot oder Grün [Ed: Hallo Frau Künast, die noch immer rätselt, warum sie nicht Berlins Regierende wurde! Auch deshalb...] oder Schwarz regierte. Es bleibt abzuwarten, ob sich angesichts der alarmierenden Fakten diese Lobby-Hörigkeit unter der derzeit zuständigen Bundesministerin Aigner (CSU) jetzt fortsetzt. Wir wissen allerdings, daß Aigner bereits beim letzten Dioxin-Skandal nichts wirklich Wirksames zustande brachte. Unterdessen spricht bei diesem Fall von ‚Food-Crime‘ die Geflügelindustrie aka Geflügel-Lobby, die schlichtweg nicht in der Lage ist, eine ordentliche Tierhaltung zu betreiben, von „Panikmache der Medien“. (mit d-radio – 10.1.2011) [Kekulé-Kommentar]
19. Januar 2012 Deutschland-Radio Kultur (D-Radio) berichtet im Länderreport über „Resistent?! Geflügel, Antibiotika, Politik“. In der gut 20-minütigen Sendung wird den Fragen nachgegangen: „Wie haben Politik und Landwirtschaft reagiert? Reagieren sie überhaupt? Oder entwickeln sie – ähnlich wie die Keime in den Tieren – Resistenzen?“. Allerdings schiebt dieser Report zu sehr den Verbrauchern die Schuld an der Resistenzbildung durch die Masssentierhaltung in die Schuhe, wo doch zunächst klare staatliche Vermeidungs- Vorgaben für die Tiermast dringend angesagt wären. (d-radio – 19.1.2012 – 13.07 Uhr) [8-seitiges Manuskript in PDF] [MP3 zum Nachhören]
Hinweis: Sollte dieses PDF-Doc vom D-Radio-Server verschwunden sein, bitte ich um Mitteilung per E-Mail, um dann das PDF hier auf Dauer zu spiegeln.


  Mäusekot in Backwaren aus Bayern 02

Februar 2012 Bereits seit Ende 2010 war den bayerischen Lebensmittel-Aufsichtsbehörden bekannt, daß in der Großbäckerei Müller-Brot in xxx bei München katastrophale hygienische Zustände herrschen. Müller-Brot belieferte viele Discounter. Aber erst jetzt wurde die Öffentlichkeit informiert. Die Firma Müller-Brot mußte inzwischen Insolvenz anmelden, denn keine(r) mochte mehr den Murks aus Bayern noch kaufen.


  Gestrecktes Hackfleisch im Handel — Mehr Geld für weniger Fleisch! 03

8. März 2012 Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat jetzt beim Discounter NETTO folgendes entdeckt und schreibt dazu: „Wir hätten da mal ein Rezept für Sie: Man nehme Wasser, Eiweiß und Mehl, gebe noch etwas Rote-Beete-Saft für die Farbe dazu, ein bisschen Paprikapulver und ein paar Gewürze, vermische das Ganze mit Hackfleisch – und man erhält: mehr Hackfleisch! Ziemlich genau so macht es Netto bei seiner "Viva Vital Zubereitung aus Hackfleisch gemischt mit pflanzlichem Eiweiß". Anders formuliert: Der zur EDEKA-Gruppe gehörende Discounter verkauft gestrecktes Hackfleisch, das zu einem guten Teil aus schnittfest gemachtem Wasser besteht. Insgesamt enthält das Produkt 30 % weniger Fleisch – wird dafür aber mit einem Preisaufschlag von mehr als 30 % gegenüber reinem, verpacktem Hackfleisch verkauft.“ Foodwatch hat dagegen eine Beschwerde-Mail-Aktion gestartet.


  Hygienemängel bei WIESENHOF-Geflügel 04

10. März 2012 Deutchlands größter Geflügel-Produzent Wiesenhof steht erneut in der Kritik. Erst kürzlich mußte auf Anordnung der Behörden der Wiesenhof- Schlachtbetrieb in Möckern (EZG 257 in Sachsen-Anhalt) wg. erheblicher Hygienemängel vorübergehend geschlossen werden. Großabnehmer McDonald’s hat jetzt daraus die Konsequenz gezogen, vorerst keine Geflügel- Produkte mehr von Wiesenhof-Betrieben zu beziehen. (dpa – 10.3.2012)
12. März 2012 Obwohl daran ein starkes öffentliches Interesse besteht, schweigen sich die Behörden in Sachsen-Anhalt noch immer über die Art der bei Wiesenhof in Möckern festgestellten Hygienemängel aus. Beobachter vermuten, daß es sich auch um die Belastung der Produkte mit Problemkeimen handeln könnte.


  BIO-Eier mit Dioxin und PCBs vergiftet 05

4. April 2012 In BIO-Eiern eines Geflügelbetriebs bei Minden in Ostwestfalen wurden dioxinähnliche PCBs nachgewiesen. Die Giftkonzentration beträgt bis zum 6-fachen des Erlaubten. Unklar ist noch, wie es dazu kommen konnte. Es gilt jedoch als wahrscheinlich, daß Futtermittel [durch Industrie-Fette?] PCB-verseucht waren. Im zuständigen nordrhein-westfälischen Ministerium spricht man von einem Einzefall. (d-radio – 4.4.2012)
5. April 2012 Es ist wohl kein Einzelfall. Denn inzwischen wurden anderenorts weitere mit Dioxinen und PCBs verseuchte BIO-Eier gefunden. Das NRW-Ministerium warnt jetzt vor dem Verzehr dieser Eier. Im Internet sollen genauere Hinweise gegeben werden. (D-Funk – 5.4.2012) [NRW-Verbraucherinformtion]
6. April 2012 Die vergifteten BIO-Eier tragen die Stempelnummer:  0-DE-0521041. Die Frage ist allerdings, ob das bereits alles ist. Es sieht so aus, daß das NRW-Ministerium nicht alles sagt.


12. April 2012 Auch in Niedersachsen mußten jetzt bei Aurich 2 große (konventionelle) Legehennen-Betriebe geschlossen werden, da sie PCB-haltige Eier produziert haben. Angeblich sollen alle vergifteten Eier aus dem Handel genommen worden sein. (d-radio – 12.4.2012)
13. April 2012 Die Dioxin/PCB-Vergiftungen von Eiern sind also keine Einzelfälle und Tausende solcher Gift-Eier sind in den Handel und auf den Frühstückstisch von Verbrauchern gelangt. Die Vergiftung der Eier kann eigentlich nur durch entprechend vergiftete Futtermittel verursacht worden sein. Das zeigt aber, daß die Bundesregierung die Futtermittel-Panscherei von Kriminellen noch immer nicht im Griff hat. Als Konsequenz aus dem großen Dioxin-Skandal hatte sie (Bundesministerin Aigner) Anfang Februar 2011 versprochen, solche Panschereien zu verbieten und wirksam zu unterbinden. Kanzlerin Merkel sollte sich ernsthaft überlegen, Frau Aigner abzuberufen. „Diese CSU-Frau soll eigentlich die Verbraucher schützen, schützt aber permanent mit ihrem Handeln und/oder Nicht-Handeln ihre Freunde in der Futtermittel- und Lebensmittel- Industrie“, sagen Verbraucherschützer der ersten Stunde.
14. April 2012 Gift-Eier sind auch mit folgenden Stempeln versehen: 1-DE-0354451 | 1-DE-0354452 | 1-DE-0354453 | 1-DE-0352691. Diese Eier dürfen auf keinen Fall mehr verzehrt werden [Ed: aber man könnte sie ja dieser Frau Aigner nach Berlin schicken...]


  Griechischer Schafskäse verkeimt 06

18. Mai 2012 Offensichtlich ist der griechische Schafskäse MANOURI mit gesundheitsschàdigenden Keimen belastet. Er wurde jetzt aus dem Handel in Deutschland, Österreich und der Schweiz zurückgerufen. Betroffen sein kann das Produkt mit der Bezeichnung „Molken-Weißkäse – Doppelrahmstufe“ in der 200-Gramm-Packung mit dem aufgedruckten Mindesthaltbarkeitsdatum 21.9.2012, teilte das Verbraucherschutzministerium in Hessen mit. Verpackt wurde der Schafskäse für „SHM Hellas – Pilion SA“. (dpa – 18.5.2012)


  Coli-Bakterien in Roquefort-Käse gefunden 09

2. August 2012 In bei KAUFLAND angebotenem Roquefort-Käse der Marke „Cosse Noire“ wurden gefährliche E.coli-Bakterien (STEC) nachgewiesen. Betroffen sind 100-Gramm- Packungen mit dem MHD = 20. Oktober 2012. KAUFLAND hat bereits den Käse aus dem Verkehr gezogen. Derselbe Käse wird aber auch unter anderen Markennamen vertrieben. Gewarnt wird deshalb vor den Chargen-Nummern 120466173 und 120466177. (dpa – 2.8.2012)


  Vergifteter Schnaps aus Tschechien 07

20. Sept. 2012 In Tschechien ist es bislang zu 23 Todesfällen nach dem Genuß von vergiftetem Schnaps gekommen. Viele Patienten befinden sich noch im Krankenhaus in einem kritischen Zustand, manche sind bereits erblindet. Ursache ist mit giftigem Methanol (Methyl-Alkohol) versetzter (verpanschter?) Schnaps. Die tschechische Regierung erließ bereits am 14.9.2012 ein totales Verkaufsverbot für Schnaps mit einem Alkoholgehalt von mehr als 20 %. Inzwischen wurde auf Drängen der EU auch ein Exportverbot verhängt. Die Quelle des Gift-Schnapses ist noch unbekannt. Vermutet werden Schwarzbrennereien. (d-radio – 20.9.2012)
24. Sept. 2012 In Mähren wurden 2 Täter gefasst. Sie haben insgesamt 15.000 Liter Schnaps mit Methanol verpanscht. Inzwischen sind 25 Menschen am vergifteten Schnaps gestorben.


  Schulessen verursacht Massenerkrankung 08

Ende Sept. 2012 In Ost-Deutschland kommt es nach dem Verzehr von Schulessen zu heftigen Brech-Durchfall- Erkrankungen. Mehr als 11.000 Kinder erkrankten seit dem 26.9.2012 in Berlin, Brandenburg, Sachsen (hier traten erste Erkrankungen bereits am 20.9. auf), Sachsen-Anhalt und Thüringen. Das Essen wurde überall vom Groß-Caterer SODEXO („Ausgewogen ernähren per Mausklick!“) geliefert. Die Gesundheitsbehörden konnten bislang nicht die Ursache feststellen. Vermutet werden Noro-Viren, da diese das beobachtete Krankheitsbild hervorrufen können.
2. Okt. 2012 Die Ursache ist nach einer Woche noch immer nicht gefunden. Aber die Erkrankungswelle ebbt ab. Neu-Erkrankungen wurden nicht mehr gemeldet. Noro-Viren werden nicht mehr als Haupt-Auslöser vermutet, da es kaum Sekundärinfektionen gab. Gesucht wird nun nach Bakterien. Da SODEXO in verschiedenen Großküchen kocht, wird nach verkeimten Essens-Zutaten gefahndet, die alle Küchen verwendeten.
4. Okt. 2012 Das Robert-Koch-Institut (RKI) wertet den Ausbruch insgesamt als die bisher größte lebenmittelbedingte Krankheitswelle in Deutschland.
5. Okt. 2012 Verdächtigt werden inzwischen von einem Großhändler aus Dresden zugelieferte TK-Erdbeeren aus China [Exporteur: Foodstuff Co. Ltd. in Qingdao]. Mit Erregern verseucht, könnten sie für die Brech-Durchfall- Epidemie in gleich 5 Bundesländern verantwortlich sein. Die TK-Erdbeeren wurden von SODEXO zu Kompott als Beilage zu Grießbrei verarbeitet, wobei sie offensichtlich nicht ausreichend erhitzt wurden. Über die Art der Erreger machte heute das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) noch keine Angaben. Solche tiefgefrorenen Erdbeeren sollen aber nicht in den Einzelhandel gelangt sein. (info-radio + dpa – 5.10.2012)


6. Okt. 2012 SODEXO kündigte daraufhin gestern spät abends an, man wolle die Erkrankten entschädigen: „Wir sind über diesen Sachverhalt bestürzt. Wir entschuldigen uns in aller Form bei den betroffenen Kindern und Familien und hoffen, dass es allen Kindern inzwischen wieder gut geht“, teilte SODEXO mit. Nach Bekanntwerden der Epidemie vor einer Woche hatte der Groß-Caterer die Verantwortung noch vehement zurückgewiesen. Aber bereits nach Bekanntwerden der ersten Erkrankungen habe es bei firmeninternen Ermittlungen Indizien gegeben, daß TK-Erdbeeren als mögliche Ursache in Betracht kommen, heißt es nun in der schriftlichen Mitteilung des Unternehmens. (Spiegel-Online – 5.10.2012 – 23.19 Uhr)
8. Okt. 2012 Ein Teil der TK-Erdbeeren aus China war eindeutig mit Noro-Viren verseucht. Das habe inzwischen die Labor-Untersuchung einer noch geschlossenen Packung ergeben, teilte das RKI heute Abend mit. Unklar bleibt damit, wie und wo in China die Viren auf die Erdbeeren gelangten. Insgesamt erkrankten über 11.200 Menschen durch das verseuchte Schulessen des Billig-Anbieters SODEXO. (info-radio – 8.10.2012 – 23.02 Uhr) [Kekulé-Kommentar]
11. Okt. 2012 Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen SODEXO wg. fahrlässiger Körperverletzung und Verstoßes gegen das Lebensmittelgesetz. (bz – 11.10.2012)


  Merkwürdig . . . 00

4. Quartal 2012
  Sollte es in Europa wirklich im letzten Quartal 2012 keinen weiteren Lebensmittel-Skandal gegeben haben? Vermutlich ist da etwas übersehen worden. Aber dann kam ja Anfang 2013 der Hammer mit dem
Großstil-Betrug der Verbraucher.
 



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Anmerkungen und wichtige Quellen:   (10. Ed. — 3.1.2011)


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      Zum  6. Teil


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