Fakten zu Lebensmitteln und deren Kontrolle – Teil 1 khd
Stand:  27.7.2011   (23. Ed.)  –  File: Food/Facts/LM_Facts_01.html




Aufgenommen sind hier nur einige ausgewählte Fakten zu Lebensmitteln, deren Gefahren und Überwachung, soweit sie im Kontext der Berichterstattung auf diesem Portal benötigt wurden. Mit * sind weiterführende Links angegeben.

I n h a l t :   [1. Teil]   [Translation-Service]  

  1. Zum Chaos deutscher Lebensmittel-Überwachung.
  2. Fleischverbrauch in Deutschland.
  3. Die wichtigsten EHEC-Ausbrüche.

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1. Zum Chaos deutscher Lebensmittel-Überwachung

10.6.2002 (khd). In Deutschland ist die Überwachung und Kontrolle von Lebens- und Futter-Mitteln extrem zersplittert. Auch deshalb ist die Kontrolle der einzelnen Betriebe so schwer. Und da kochen natürliche viele Bundesländer ihr eigenes (politisches) Süppchen. Denn mit über 500 zuständigen Ämtern läßt sich kaum eine einheitliche, schnelle und effiziente Überwachung gewährleisten. Eine bundeseinheitliche Struktur ist seit Jahrzehnten überfällig. Und vermutlich muß erst ein GAU (größter anzunehmender ‚Unfall‘) mit einigen Toten passieren, bis verantwortliche Politiker – aber auch die Presse – endlich aufwachen.

Lebensmittel-Kontrolle in Deutschland 2002
Es ist daher höchste Zeit, daß etwas an den eher chaotischen Strukturen und gesetzlichen Vorgaben geändert wird. Inzwischen drängt auch die EU-Kommission in Brüssel darauf, daß Deutschland endlich einen „einheitlichen Kontrollplan“ zur gesamten Lebensmittel- Sicherheit einführt.

Der GAU ist da

1.6.2011 (
khd). Dieser 2002 befürchtete „GAU“ trat dann 2010/11 mit dem Dioxin-Skandal sowie der vielfach todbringenden EHEC-Epioemie ein. Deutschlands Saumseligkeiten bei der Seuchenbekämpfung und der Lebensmittel-Kontrolle wurden überdeutlich. Die Frage ist nun, ob eine bereits aus anderen Gründen dahinsiechende schwarz-gelbe Bundesregierung zu einer wirklich wegweisenden Reform fähig ist.



2. Fleischverbrauch in Deutschland

Fleischverbrauch in Deutschland
Pro-Kopf-Jahresverzehr  1)
Stand: September 2005
Quelle: BVDF + ZMP.
Jahr Schwein Rind + Kalb Geflügel Lamm Wild Insgesamt Anm.
1999 41,1 kg 10,4 kg 9,1 kg 0,8 kg 1,0 kg 62,4 kg  
2000 39,1 kg 9,6 kg 9,5 kg 0,8 kg 1,0 kg 60,0 kg  
2001 38,9 kg 6,8 kg 10,8 kg 0,7 kg 1,0 kg 58,2 kg  
2002 38,7 kg 8,4 kg 10,4 kg 0,7 kg 0,9 kg 59,1 kg  
2003 39,5 kg 8,6 kg 10,5 kg kg kg 60,7 kg  
2004 39,3 kg 8,7 kg 10,6 kg kg kg 60,7 kg 2) 
2005 kg kg kg kg kg kg  
2006 kg kg kg kg kg kg  
1) Fleischverbrauch ohne Innereien, Knochen, Futter, industrielle Verwertung und Verlusten.
2) Vorläufige Angaben.


10.1.2004 (khd). Der Rückgang beim Verzehr von Rind- und Kalbfleisch wg. der BSE-Krise seit Ende 2000 fällt 2001 deutlich aus. Gegenüber 1999 brach der Konsum 2001 um 34,6 % ein. Bis 2003 erholte sich zwar der Rindfleischverbrauch, erreichte aber noch nicht wieder das Niveau von vor der BSE-Krise. Die Verbraucher wichen zudem nur zum Teil auf Geflügelfleisch aus, denn die Zunahme beträgt hier zwischen 1999 und 2001 nur 1,7 kg/Kopf. Vermutlich verzichtete ein Teil der Konsumenten total auf den Genuß von Fleisch.



3. Die wichtigsten EHEC-Ausbrüche

Aus den Allerwelts-Bakterien „Escherichia coli“ (Koli-Bakterien, kurz: E.coli) haben sich seit Ende der 1970er-Jahre Formen entwickelt, die für den Menschen sehr gefährlich sind: Die „Enterohämorrhagische Escherichia coli“ (kurz: EHEC). Seit 1980 ist es immer wieder zu zahlreichen Erkrankungen durch diese neuen EHEC-Erreger gekommen. Einige wichtige dieser Ausbrüche sind in der folgenden Tabelle zusammengefaßt. Leider sind derzeit nicht alle Fakten wie Erreger-Typ und Todeszahl recherchierbar gewesen

EHEC-Ausbrüche weltweit seit 1980
EHEC-Bakterien wurden erstmals 1977 beschrieben.   1)
Jahr Land / Ort Sero-
Typ
 2)
EHEC-
Fälle
Davon
HUS
 3)
Tote Übertragen durch  4) Anm.
1982 USA O157:H7 47 0 ? Rindfleisch in Hamburgern. 8
1988 Deutschland (Bayern) O157:H- ? ? ? xxx.  
1992 Frankreich (Picardie)   26 10 ? Mensch zu Mensch.  
1992 USA   501 45 ? Rindfleisch in Hamburgern.  
1992 Frankreich   4 4 ? Rohmilchkäse.  
1994 Frankreich   4 4 ? Ziegen-Rohmilchkäse.  
1995 Australien   88 23 ? Nicht durchgegarte Bratwurst.  
1995 Deutschland   28 28 ? Mortadella / Teewurst.*  
1996 Japan   12.680 121 ? Radieschen-Sprossen. 7
1996 Deutschland (Bayern) O157:H- ? ? ? xxx.  
1999 USA   11 3 ? Seewasser.  
2002 Frankreich   10 2 ? Nicht durchgegartes Schafsfleisch.  
2002 Deutschland   38 38 ? Unpasteurisierter Apfelsaft.  
2002 Deutschland (Diepholz)   ? ? ? Rohmilch.  
2004 Australien   4 2 ? Kontakt mit Vieh.  
2004 Deutschland (Bayern)   ? ? ? Luftgetrocknete BIO-Wurst. *  
2005 Italien   6 6 ? Büffelmilch.  
2005 Frankreich   16 16 ? Rohmilchkäse. *  
2006 Deutschland   59 1 ? Rohmilch.  
2006 Norwegen   18 10 ? Geräucherte Schafswurst.  
2006 USA   69 4 ? Salat.  
2006 USA   204 31 ? Spinat.  
2007 Belgien   13 5 ? Eiscreme aus Rohmilch.  
2007 Australien   3 1 ? Kontakt mit Vieh.  
2008 USA   341 25 ? Restaurant-Essen.  
2009 Deutschland   6 1 ? Spielplatz, Buddelkasten.*  
2009 Georgien O104:H4 ? ? ? xxx.  
2011 Deutschland O104:H4 4.321 852 52 BIO-Gemüse-Sprossen.  5 * 69
  1) Quellen: SPIEGEL–23/2011, Seite 130 + Internet-Recherchen.
  2) Beschreibt die Oberflächenstruktur des Bakteriums (Oberflächen-Antigen „O“ und Geißel-Antigen „H“).
  3) HUS = Hämolytisch-Urämische Syndrom. Komplikation der EHEC-Infektion mit Blutzerstörung, Nierenversagen, neurologischen Ausfällen.
  4) * = Die Ursache/Quelle konnte nicht zweifelsfrei ermittelt werden.
  5) Von Bockshornklee-Samen. Im Verdacht standen zunächst auch: Salatgurken, Tomaten und/oder Blattsalate.
  6) Schluß-Stand vom 26.7.2011. So viele EHEC-Tote hat es bei einem Ausbruch noch nie gegeben.
  7) Es soll rund 1/2 Jahr gedauert haben, bis die Quelle gefunden war.
  8) Diese EHEC-Hamburger servierte die Firma McDonald’s.
  9) Nicht enthalten sind derzeit die im Ausland festgestellten EHEC/HUS-Fälle dieser Epidemie.
10) xxx.



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