| 1971 | 1972 | 1973 | 1974 | 1975 | 1976 | 1977 | 1978 | 1979 |1.8.2007 (khd). Im Rahmen seiner Berichterstattung über BSE und dessen Folgen erinnerte am 4. Dezember 2000 der SPIEGEL im Heft 49/2000 an einige herausragende Lebensmittel- Skandale in Europa. Da wurde es Zeit, ins eigene Archiv zu greifen, um diese Skandal- Chronik in wesentlichen Punkten zu ergänzen und auch bei Bedarf fortzuschreiben, zumal diese Profi-Journalisten bei der Fortschreibung solcher Aufstellungen fast nie am Ball bleiben.
Zu den
aktuellen Skandalen
Bei der Lektüre wird deutlich, daß die Kontrolle der Lebensmittel- Sicherheit miserabel ist aber nicht nur in Deutschland. Dabei hatte doch bereits das Umweltmagazin Natur im September 1989 der deutschen Politik unmißverständlich ins Stammbuch geschrieben, wo genau dringender Handlungsbedarf bei der Entwicklung zu einer verbraucherorientierten Lebensmittel- Überwachung besteht.
Und so informiert die
US-Behörde FDA über
Lebensmittel-Panscher:
Recent Warning Letters.
[ Ein Beispiel ]
Links mit dem Symbolzeigen auf Infos im Internet, die die Aussage belegen. Leider waren nicht in allen Fällen solche Informationen im Netz auffindbar. xxx = Text folgt demnächst.
I n d e x : [ Übersicht nach Lebensmitteln ]
| 1970
|
Europas wichtigste Lebensmittel-Skandale Wie uns kriminelle Geschäftemacher mit Pfusch ohne Grenzen hinters Licht führten und die amtlichen Kontrolleure (meist) sehr alt aussahen. Recherchiert im Internet und zusammengestellt von Karl-Heinz Dittberner Berlin |
| 1971 |
| HCH in der Milch | 01 |
| 1971 |
In Rheinland-Pfalz in der Nähe von Gerolsheim werden in der Milch
giftige HCH- Rückstände aus der Produktion des Pestizids
Lindan festgestellt (HCH =
Hexachlorcyclohexan).
|
| 1972 |
| HCH in der Milch und Gemüse | 01 |
| 1972 |
In Baden-Württemberg müssen im gesamten Gebiet zwischen Freiburg
und Lörrach sämtliche Milch-, Gemüse- und Futterprodukte
wegen einer HCH- Vergiftung vernichtet werden.
|
| 1976 |
| Salmonellen im Geflügel | 01 |
| 1976 | Bereits seit Anfang der 70er-Jahre sind Salmonellose- Fälle beim Menschen (bei hoher Dunkelziffer) dramatisch angestiegen. Denn wegen der Massentierhaltung und den praktizierten Schlachtverfahren ist das gesamte Geflügel (Enten, Hühner, Puten, Gänse) mehr oder weniger stark mit Salmonellen- Bakterien verseucht. Durch eine Änderung der Produktionsverfahren bei der Tierhaltung und der Verarbeitung nach dem Schlachten (Sprüh- Entfederung, Sprüh- Luftkühlung statt Wasserbad) könnte aber die Salmonellen- Übertragung weitgehend verhindert werden, wogegen sich die Geflügel- Industrie aus Kostengründen sträubt. [mehr] |
| 1977 |
| HCH in der Milch | 01 |
| 1977 |
In einer bundesweiten Milchuntersuchung wird festgestellt, daß bei 8 %
aller Rohmilchproben und 2,5 % aller pasteurisierten Milchproben die
erlaubte Höchstmenge für HCH weit überschritten wird.
|
| 1979 |
| HCH in der Milch | 01 |
| Januar 1979 |
In Hessen im Landkreis Groß-Gerau werden in der Milch hohe
HCH-Konzentrationen festgestellt. Die Milch von 16 Bauern rund um das
Chemiewerk der Firma Merck muß
vernichtet werden.
|
| März 1979 |
Auch in Wieterstadt (Hessen) werden in der Milch erhöhte HCH-Werte
nachgewiesen. Verursacht worden ist das durch vom Pharmariesen
Merck abgelagerte
Klärschlämme.
|
| 1979 |
In den Vier- und Marschlanden bei Hamburg stellen die Behörden in der
Milch HCH-Werte fest, die das 2030fache der zugelassenen
Giftkonzentrationen übersteigen. Auch im Gemüse und im
Grundwasser im Bereich des Chemiewerks
C. H. Boehringer
werden hohe HCH-Werte nachgewiesen.
|
| 1979 |
In Erbach (Hessen) werden im Kakao für Schulkinder HCH- Werte gemessen,
die den zulässigen Grenzwert um das 10fache übersteigen.
|
| Thallium in der Milch | 02 |
| Dieldrin in der Butter | 03 |
| November 1979 |
500 Tonnen nach Hamburg importierte dänische Butter sind mit dem
Pestizid Dieldrin vergiftet.
|
| 1980 |
| Hormon-Skandal beim Kalbfleisch | 01 |
| 1980 | Obwohl in der Bundesrepublik die Anwendung von Hormonen bei der Tiermast bereits seit 1958 (!) verboten ist, wird vielerorts im Kalbsfleisch immer wieder das wachstumssteigernde synthetische Hormon DES (Diethylstilböstrol) nachgewiesen. Dieses Östrogen kann beim Menschen Krebserkrankungen verursachen. [mehr] |
| 1981 |
| Olivenöl-Skandal in Spanien | 01 |
| 1981 | Der größte Lebensmittel-Skandal Spaniens fordert über 750 Tote. Insgesamt wurden durch die Ölpanscherei rund 25.000 Menschen vergiftet. Billiges, vergälltes Rapsöl, das für den industriellen Gebrauch bei der Stahlherstellung bestimmt war, wurde u. a. von der Madrider Firma RAELCA als Olivenöl verkauft. Es enthielt hochgiftige Substanzen wie einen Anilin- Farbstoff. |
| 20. Mai 1989 | Erst nach 8 Jahren wird in Madrid das Urteil über die Vergifter gesprochen unter massivem Protest und Tumulten der anwesenden Betroffenen. Denn die Urteile fielen recht milde aus. So erhielt der Hauptangeklagte Juan Miguel Bengoechea aus San Sebastian nur 20 Jahre Gefängnis und eine Geldbuße von 100.000 Peseten (1600 DM). Es gab neben 5 weiteren Bestraften (4 bis 12 Jahre Gefängnis) auch 2 Freisprüche. Nach Schätzungen von Hilfsgruppen werden rund 10 % der Betroffenen sterben, 30 % Invalide werden und die übrigen 60 % ihr ganzes Leben lang mit Krankheitssymptomen leben müssen. Der spanische Staat hat bislang umgerechnet rund 600 Mio. DM für die Opfer aufgebracht. (dpa 20.5.1989) |
| 1982 |
| Salmonellen im Geflügel | 01 |
| 30. Juli 1982 | Durch eine Untersuchung wird bekannt, daß 70 % aller Tiefkühl- Hähnchen stark mit Salmonellen- Bakterien verseucht sind, was ein erhebliches gesundheitliches Risiko darstellt. Die Ursache liegt in der Produktion: Vor dem Tieffrieren wird das Geflügel noch immer in einem Bad mit Eiswasser vorgekühlt, wobei sich die Salmonellen auf alle Hähnchen verteilen können. [mehr] |
| 1984 |
| Cadmium in der Milch | 01 |
| 1984 |
Bei Kühen, die auf den Bonn- Beueler Rheinwiesen weiden, weist die
Milch weit überhöhte Cadmiumwerte auf.
|
| 1985 |
| Glykol im Wein | 01 |
| 9. Juli 1985 | Vor allem in Österreich, aber auch in Deutschland wird mit dem süßschmeckenden Diethylenglykol, das sonst als Frostschutzmittel dient, gepanschter Qualitätswein in großen Mengen produziert. In der im Wein nachgewiesenen Konzentration kann Diethylenglykol Leber, Niere und Gehirn schädigen. Der österreichische Weinexport kommt fast zum Erliegen. Denn auf der Giftliste stehen 1250 österreichische Weine. Es müssen Millionen von Flaschen vom Markt genommen werden. |
| Herbst 1985 | Als Nebeneffekt dieses Skandals kommt heraus, daß renommierte deutsche Wein- Abfüller aus Rheinland- Pfalz im großen Stil deutschen Wein mit österreichischem (Glykol-) Wein verpanscht haben. Auf der Giftliste stehen 75 deutsche Weine, darunter auch Weine des Weinkellerei Pieroth. Die deutsche Weinwirtschaft schätzte den Schaden später auf 1 Mrd. DM. |
| 18. Oktober 1990 | Die gegen die staatliche Warnung vor dem Glykolwein (Veröffentlichung der Weinliste) gerichtete Klage der Großkellerei Pieroth bleibt in allen Instanzen erfolglos. Auch das Bundesverwaltungsgericht entscheidet, daß der Bundesminister für Jugend, Familie und Gesundheit berechtigt war, im Jahre 1985 eine Liste aller in Deutschland festgestellten mit Diethylenglykol kontaminierten Weine unter Angabe der jeweiligen Abfüller zu veröffentlichen. (BVerwG 3 C 2.88) |
| 30. Juli 2002 | Auch vor dem Bundesverfassungsgericht waren die Weinpanscher erfolglos. Das Gericht wertete das Vorgehen der Bundesregierung im Glykol- Skandal von 1985 als verfassungsgemäß. Gerade die aktuellen Skandale im Lebensmittel- und Agrarbereich zeigten beispielhaft, wie wichtig öffentlich zugängliche Informationen für den Verbraucher seien, heißt es in der Begründung. [mehr] |
| Flüssigei-Skandal bei BIRKEL | 02 |
| 1985 | Es wird bekannt, daß der Waiblinger Nudelhersteller Birkel bei der Produktion seiner Teigwaren mit Hühnerkot, Embryonen und Bakterien verunreinigtes Flüssigei (Schleuder-Ei) verwendete. Die Stuttgarter Behörden publizieren daraufhin eine Liste mit offensichtlich verunreinigten Birkel- Teigwaren. Es kommt zu einer Krise mit drastischen Umsatzeinbrüchen bei deutschen Nudelherstellern. |
| August 1988 | Birkel verklagt das Land Baden-Württemberg auf Teil-Schadensersatz in Höhe von 4,3 Mio. DM wg. der Veröffentlichung der angeblich verunreinigten Nudeln. Die voreilige Warnung des Regierungspräsidiums habe ihr aber einen Schaden von insgesamt 43 Mio. DM zugefügt, sagt Birkel. (dpa 6.9.1988) |
| 1986 |
| Radioaktivität in Lebensmitteln nach Tschernobyl | 01 |
| Mai 1986 |
Nach der Reaktor-Katastrophe von Tschernobyl in der Ukraine vom 26. April
1986 legt die Bundesregierung den amtlichen Grenzwert für Jod-131 in der Milch
auf 500 Bq/l fest. Damit nehmen vielerorts Kinder in Deutschland bereits mit 3,5 l
Milch ihre gesamte zulässige Jahresdosis an Radioaktivität auf.
|
| Wein-Skandal in Italien | 02 |
| 1986 | Rotwein wurde mit tödlich wirkendem Methanol (Methylalkohol) vermischt. Es vergiften sich über 100 Menschen und mehr als 29 Menschen sterben. Die tödliche Dosis Methanol beträgt beim Menschen 0,51 g/kg Körpergewicht. |
| 1987 |
| PER im Olivenöl | 01 |
| 1987 | In kaltgepreßtem (!) Olivenöl verschiedener Herkunft wird das wenig gesundheitsförderliche Lösungsmittel PER (Perchlorethylen) nachgewiesen. Erst mit der Lösungsmittel- Höchstmengenverordnung vom 25.7.1989 (BGBl I, Seite 1568) dürfen Lebensmittel, die mehr als 0,1 mg/kg Tetrachlorethen (PER), Trichlorethen (Tri) oder Trichlormethan (Chloroform) oder insgesamt mehr als 0,2 mg/kg dieser Stoffe enthalten, nicht mehr in den Verkehr gebracht werden. Allerdings sind diese Grenzwerte aus gesundheitlicher Sicht viel zu hoch angesetzt worden. |
| Würmer in Fischen | 02 |
| 1987 | Ein Bericht des ARD-Fernsehmagazins Monitor über den Wurmbefall von Seefischen mit Nematoden führt zu einem kurzzeitigen Einbruch des Fischverzehrs in Deutschland. Die Fischindustrie führt daraufhin Sichtkontrollen (mit Lichtkästen) bei der Fischfilet- Herstellung ein, die es vorher nicht gab. Es werden neue Fischhygiene- Verordnungen erlassen unter anderem dürfen größere Fische nur noch ausgenommen verkauft werden. Zehn Jahre später werden in Proben erneut Nematoden entdeckt. |
| BSE-Skandal in Großbritannien | 03 |
| 5. November 1987 | Mit der Publikation Brain disease drives cows wild im britischen New Scientist wird die Öffentlichkeit erstmals über eine in Großbritannien ausgebrochene völlig neue Rinderkrankheit, den Rinderwahn (BSE) informiert. Die BSE-Krise beginnt. [Chronik der BSE-Krise] |
| 1988 |
| Hormon-Skandal beim Kalbfleisch | 01 |
| Sommer 1988 | In Deutschland kommt der Groß-Einsatz von Hormonen (Nortestosteron- Laureat und Clenbuterol) in der Kälbermast ans Tageslicht. Über 70.000 Kälber werden beschlagnahmt und vernichtet. Einer der Hauptverantwortlichen der Hormon- Mafia aus Landwirten, Veterinären und Pharmahändlern wird später nur zu 3 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. |
| Hoher Schadstoff-Gehalt in Nordseefischen | 02 |
| September 1988 | Aufgrund einer Untersuchung des Magazins Öko-Test wird bekannt, daß Fische aus der Nordsee eine Vielzahl an gefährlichen Schadstoffen enthalten. Am bedenklichsten sei die Belastung mit Cadmium. Bei 9 von 11 untersuchten Arten habe sie deutlich über dem für Flußfische festgelegten Richtwert von 0,05 mg pro kg Fisch gelegen. Gefunden wurden Werte zwischen 0,3 und 1 mg. Außerdem seien zahlreiche Organohalogen- Verbindungen (Pestizide DDT, Lindan, Dieldrin) gefunden worden, die beim Menschen Krebs auslösen könnten. (tsp 23.9.1988) |
| Salmonellen in französischer Salami | 03 |
| November 1988 | In einigen Sorten französischer Salami (im Ring und in Stangenform) werden Salmonellen festgestellt. Die gesamte Salami der Marke Domaine wurde daraufhin vom Markt genommen. (tsp 26.11.1988) |
| Dioxin in Milchtüten aus Karton | 04 |
| Ende 1988 | Das Bundesgesundheitsamt (BGA) stellt fest, daß in Milch, die in Tüten aus Karton (z. B. Tetra-Pak) verpackt ist, Reste des Gifts Dioxin gefunden wurde. Das Dioxin stamme eindeutig aus der Verpackung. Die Papierindustrie wurde zur Abstellung dieses Mißstandes aufgefordert. (dpa 19.5.1989) |
| 1989 |
| Botulismus-Bakterien im Joghurt | 01 |
| Juni 1989 | In Nordengland erkranken nach dem Genuß von Haselnuß- Joghurt mehrere Menschen vor allem Kinder lebensgefährlich. Die Molkereien hatten Nüsse verarbeitet, die mit Botulismus- Bakterien verseucht waren. (tsp 14.6.1989) |
| Listeriose-Bakterien in französischem Weichkäse | 02 |
| Juli 1989 | Das Landesveterinäramt in Mainz weist die Bakterien Listeria monocytogenes in einigen französischen Weichkäse- Sorten (Rohmilch- Käse) nach. Bei Personen mit labilem Gesundheitszustand können diese Bakterien durchaus lebensbedrohende Erkrankungen hervorrufen, weshalb diese Käse als nicht zum Verzehr geeignet beurteilt werden. Die Frankfurter Vertriebsfirma startet eine Rückrufaktion. (ap 6.7.1989) [Untermieter in der Käserinde] |
| Dioxin in niederländischer Milch | 03 |
| Juli 1989 | In den Niederlanden wird das Gift Dioxin in Milch nachgewiesen, die von Molkereien in der Nähe der Rheinmündung verarbeitet worden war. Die Betriebe liegen alle in der Nähe von Abfallverarbeitungsanlagen. Der Verkauf der Milch wird verboten. (d-funk 14.7.1989) |
| Listeriose-Bakterien in Leberpasteten | 04 |
| Juli 1989 | Der Wursthersteller HERTA warnt vor dem Verzehr von ihm vertriebener Leberpasteten, da in diesen Listeriose- Bakterien gefunden worden sind. Betroffen sind rund 4 Tonnen Pastete der Sorten Herta Ardenner Leberpastete mit grünem Pfeffer, Brüsseler Leberpastete und Feine Entenleberpastete. (tsp 29.7.1989) |
| 1990 |
| Erstmals deutsche BSE-Rinder beobachtet | 01 |
| Sommer 1990 | Auf dem Schlachthof der Norddeutschen Fleischzentrale in Bad Bramstedt werden vor dem Schlachten durch die promovierte und amtlich bestallte Veterinärin etliche auffällige Rinder mit typischen BSE-Symptomen beobachtet. Sie bestand auf sorgfältigen Untersuchungen, die aber unterblieben. Als sie später darüber die Öffentlichkeit informiert, wird sie entlassen. [mehr] |
| 1991 |
| Koli-Bakterien in Hamburgern | 01 |
| 1991 | In englischen McDonald's-Buletten werden Koli-Bakterien gefunden. Bereits 1982 führten in den USA Koli-Bakterien in McDonald's- Hamburgern zu zahlreichen Erkrankungen. |
| 1992 |
| Hormonverbot wird umgangen | 01 |
| 1992 | Erneut wird im Fleisch das Wachstumshormon Clenbuterol festgestellt. |
| Glykol im Wein | 02 |
| 1992 | Erneut sind Weinpanscher am Werk, die miesen Wein geschönt haben. In Prädikatswein wird das giftige Diethylenglykol gefunden. |
| 1993 |
| Verdorbenes Fleisch im Handel | 01 |
| 1993 | Medien-Berichte über verdorbenes Fleisch in den Kühltruhen von Supermärkten und Warenhäusern bringen hygienische Mängel in den Schlachthöfen ans Tageslicht. Ein Experte des Bundesgesundheitsamtes (BGA) räumt ein, daß es offenbar schwarze Schafe gebe, die beanstandetes Fleisch in krimineller Weise in den Handel brächten. Namen nannte er nicht. |
| Etikettenschwindel beim Obst & Gemüse | 02 |
| 19931994 | Die Fälschung von Herkunft und Alter bei Obst und Gemüse werden aufgedeckt. |
| 1994 |
| Pestizide in der Babynahrung | 01 |
| 1994 | In Deutschland tauchen Pestizide wie der Insektenkiller Lindan (HCH) in Babynahrung (Babyreis) auf. Lindan ist bereits seit 1980 verboten. Besonders betroffen sind die Billiganbieter Aldi und Schlecker sowie der Babynahrungs- Hersteller Milupa. |
| Pestizide im Tee | 02 |
| 1994 | Im Darjeeling-Tee des Marktführers Teekanne wird das Spinnmilben- Vernichtungsmittel Tetradifon festgestellt. Die Rückstände liegen 24-mal über dem Erlaubten. Teekanne bestätigt den erhöhten Wert. |
| Würmer in Fischstäbchen | 03 |
| 1994 | In Fischstäbchen werden Rückstände von Nematoden (Fischwürmer) festgestellt. |
| Bleimennige im Paprikapulver | 04 |
| 19941995 | Auf ungarischen Märkten taucht mit Bleimennige vergiftetes Paprikapulver auf. Bleimennige wird in Rostschutzfarben verwendet. Dabei handele es sich um kriminelle Handlungen ungarischer und rumänischer Banden, die keine Auswirkungen auf den deutsch-ungarischen Paprikahandel zeitigten, versucht die Lobby der deutschen Gewürzindustrie die Öffentlichkeit zu beruhigen. [Öko-Test 1995: Scharf und giftig] |
| 1995 |
| Streptomycin im Bienenhonig | 01 |
| 1995 |
Seit 1995 ist den Behörden in Bayern und Baden- Württemberg
bekannt, daß vermeintlich naturreiner Honig aus einem der
größten deutschen Obstanbaugebiete am Bodensee häufig mit
dem Antibiotikum Streptomycin (Handelsname
Plantomycin)
belastet ist. Statt aber ein Verbot des Antibiotikums in der
Landwirtschaft zu betreiben, wie es der wissenschaftliche Lenkungsausschuss
der EU-Kommission dringend empfohlen hatte, vertuschten die
Aufsichtsbehörden das Problem: Verunreinigter Honig wurde durch
staatliche Aufkäufe klammheimlich beiseite geschafft. Erst im Januar
2001 wird die Öffentlichkeit durch einen Bericht des
Spiegel (Heft 5/2001) über diese verbraucherfeindlichen Amts-
Machenschaften informiert.
|
| Etikettenschwindel beim Geflügel | 02 |
| 1995 | Die Herkunft von Hähnchen wird gefälscht. Billige ausländische Hähnchen werden als deutsches Produkt ausgegeben. |
| Frischfisch stark mit Keimen belastet | 03 |
| 28. November 1995 | Bei der Untersuchung von 20 Proben frischen Fisches verschiedener Sorten hat die Stiftung Warentest festgestellt, daß davon 5 Fische zum Verzehr nicht geeignet und weitere 11 an der Schwelle zum Verderb waren. Die mikrobiologische Qualität war sehr mangelhaft, was sich nicht unbedingt in Geruch und Konsistenz bemerkbar machen muß. Es wurden auch Fäkalkeime (E. coli) gefunden. Nematoden wurden nicht gefunden. (test 12/1995, Seite 8594) |
| 1996 |
| Nikotineinsatz in der Hühnerhaltung | 01 |
| 1996 | Dem von Tierschützern wegen seiner industriellen Massentierhaltung kritisierte Hühnerbaron Anton Pohlmann wird der Einsatz des giftigen Desinfektionsmittels Virkon S im Futtermittel und die Desinfektion der Ställe mit Nikotinsulfat nachgewiesen. Er wird zu 2 Jahren Gefängnis auf Bewährung und einer Geldstrafe von 2,1 Millionen DM verurteilt. |
| Etikettenschwindel beim Wildfleisch | 02 |
| 1996 | In Baden-Württemberg wird Antilopenfleisch als Rehfleisch verkauft. |
| Apfelsaft aus der Retorte | 03 |
| 1996 | Im Handel taucht gepanschtes künstliches Apfelsaft-Konzentrat auf, das als Naturtrunk (Fruchtsaft) vermarktet wird. |
| Abgelaufenes Fleisch umetikettiert | 04 |
| 1996 | In einer Real-Filiale des Metro- Konzerns in Pirmasens (Rheinland-Pfalz) wird überlagertes Fleisch umetikettiert verkauft. Der Fleischermeister wird später zu einer Haftstrafe von 6 Monaten mit Bewährung verurteilt. (dpa 19.3.2005) |
| Gepanschter Apfelsaft im Handel | 05 |
| 25. Mai 1996 | Bei der Untersuchung von 35 Apfelsäften hat die Stiftung Warentest festgestellt, daß einige Säfte keine reinen Naturprodukte sind. Sie sind u. a. durch synthetische Aromastoffe ‚aufgepeppt‘ also gepanscht. Wie allerdings der menschliche Körper auf biosynthetisch hergestellte Aromen und Säuren langfristig reagiert und welche Wechselwirkungen es geben kann, wissen wir nicht, heißt es. (test 6/1996, Seite 8691) |
| 1997 |
| Illegale Rindfleisch-Importe aus Großbritannien | 01 |
| 1997 | Ein Skandal um illegale Rindfleisch-Importe aus Großbritannien verunsichert die Verbraucher. Wegen der BSE-Gefahr geht der Rindfleischkonsum der Bundesbürger stark zurück. Aus Angst vor BSE werden auch in Deutschland tausende Rinder vorbeugend getötet. |
| Würmer in Fischen | 02 |
| 1997 | Erneut werden in Seefisch-Proben trotz 1987 erlassener Hygiene- Vorschriften Nematoden (Würmer) gefunden. |
| Coca-Cola verunreinigt | 03 |
| 1997 | In Coca-Cola-Dosen wird das Lösungsmittel Trichloranisol gefunden. Es ist vermutlich über verunreinigte Dosendeckel in das Erfrischungsgetränk gelangt. |
| 1998 |
| Chemie-Butter aus Italien | 01 |
| 1997 1999 |
Von 1997 bis 1999 ließ die neapolitanische Mafia insgesamt 16.000
Tonnen Chemie- Butter produzieren, die aus mit billigem Rindertalg (5000
Tonnen) und Chemikalien (400 Tonnen) versetzter Butter bestand.
Hauptsächlich nach Belgien soll diese Panschbutter geliefert worden
sein. Sie diente vor allem als Grundstoff für Kuchen, Kekse und
andere Lebensmittelzubereitungen. Zwar beteuerte die
EU-Betrugsbekämpfungsbehörde, alle mit der Panschbutter
hergestellten Produkte seien beschlagnahmt worden, aber daran wird
gezweifelt. Die Öffentlichkeit erfährt von dem Skandal erst
im Dezember 2000 durch Berichte im
Stern und im Spiegel.
|
| Schlampige Fleischkontrollen in Deutschland | 02 |
| Juni 1998 | Inspektoren der EU-Kommission kommen zum Ergebnis, daß in Deutschland Kontrollen von Hormonen und anderen Mastdopingmitteln im Fleisch schwerfällig, unzulänglich und mangelhaft sind. [mehr] |
| Deutsche Fleischverordnung von EU ausgehebelt | 03 |
| 1998 | Durch EU-Recht wird die strengere deutsche Fleischverordnung ausgehebelt. Damit darf nun in der Wurst alles verarbeitet werden. Das Produkt muß nur 50 % tierische Rohstoffe enthalten. [mehr] |
| 1999 |
| Dioxin-Skandal in Belgien | 01 |
| Mai 1999 | Hochgiftige Dioxine gelangten über mit Industrie- Altöl verseuchtem Tierfutter in die menschliche Nahrungskette. Die belgische Regierung erläßt ein Verkaufverbot für Eier, Butter und Fleischprodukte. [mehr] |
| 4. Juni 1999 | Belgisches Fleisch und Futtermittel erfahren wg. des Dioxin-Skandals weltweite Ächtung: Rußland, die Schweiz, Rumänien und Griechenland verhängen Importverbote, die USA stoppen den Verkauf von Geflügel- und Schweinefleischprodukten aus der gesamten EU. Die EU ordnete an, neben den belasteten Hühnererzeugnissen auch belgische Schweine- und Rindfleischprodukte zu beseitigen, wenn sie mit dem potentiell krebserregenden Dioxin verseucht sein sollten. [mehr] [Der Mensch wird zum Endlager] |
| Anfang 2011 | Um Weihnachten 2010 stellt sich heraus, daß weder die EU noch Deutschland energische Konsequenzen aus diesem belgischen Dioxin-Skandal gezogen haben. In Deutschland kommt es 2010 zu einem noch größeren Dioxin-Skandal bei landwirtschaftlichen Produkten, da die gesamte Erzeugung von Tierfutter noch immer nicht sorgfältig kontrolliert wurde. Der Schaden dürfte über 1 Milliarde Euro sein. [mehr] |
| Coca-Cola in Belgien verunreinigt | 02 |
| Juni 1999 | Belgien verbietet den Verkauf aller Getränke der Firma Coca-Cola, nachdem zahlreiche Schulkinder nach ihrem Genuß erkrankten. Als Ursache stellt sich schlechte Kohlensäure (nicht für Lebensmittel geeignete) heraus. Denn sie war mit Schwefelwasserstoff und Kohlenoxidsulfid verunreinigt. [mehr] |
| Normales Getreide als Bio-Getreide verkauft | 03 |
| 2000 |
| Fungizide und Pestizide auf Paprika aus Spanien | 01 |
| BSE-Skandal in Europa | 02 |
| 2000 | Der Rinderwahnsinn BSE hat inzwischen praktisch ganz Europa erreicht. Denn infektiöse Tier- und Knochenmehle (MBM) gelangten fast überall hin. [Chronik der BSE-Krise] |
| 24. November 2000 | In Deutschland wird (offiziell) der 1. BSE-Fall entdeckt. Und die Politik + Agrar- Lobby kann danach die jahrelange Vertuschung (Deutschland ist BSE-frei!) nicht länger aufrechterhalten. Die Bundesregierung muß ein totales Tiermehl- Verbot verhängen. Auch werden nun bundesweite BSE-Tests eingeführt. Der Rindfleischkonsum geht vorübergehend massiv zurück. |
| Ende 2003 | Bis Ende 2003 sind in Großbritannien bereits 139 Menschen am menschlichem BSE (nvCJD) gestorben, in Frankreich bereits 4. [Chronik der BSE-Krise] |
| Mineralöl in Hühnereiern | 03 |
| September 2000 | Ein Schweizer Labor weist Mineralölprodukte (Zweitakt- oder Auto- Motorenöle) in Hühnereiern sowie im Fettanteil von Rinder-, Schweine- und Geflügelfleisch nach. [mehr] |
| Gen-Mais in KRAFT-Produkten | 04 |
| Dezember 2000 | Es wird bekannt, daß der amerikanische KRAFT-Konzern und andere Nahrungsmittel- Hersteller gentechnisch veränderten Mais in Maisprodukten verwendet haben. Der Skandal zeigt auch, daß die Freisetzung und Verarbeitung von gentechnisch veränderten Nutzpflanzen nicht zu kontrollieren sind. Der mit Aventis- Lizenzen produzierte Starlink- Mais war 1998 nur als Viehfutter zugelassen worden. [mehr] |
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[ Zum 1. Teil ] [ Ergänzungen oder Fehler mitteilen ] [ Zum 2. Teil ] |
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Anmerkungen und wichtige Quellen:
(10. Ed. 3.1.2011)
| Rubriken dieser ersten deutschen Internet-Seiten, die sich kritisch mit Lebensmitteln befassen (1993 gestartet) | |||
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| Zur Site-map des »khd-research.net« | |||
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