Vom Verlauf der EHEC-Epidemie 2011 khd
Stand:  8.10.2012   (35. Ed.)  –  File: Food/Ex/EHEC-Epidemie_2011.html



Auf dieser Seite wird die Entwicklung der EHEC-Epidemie von 2011 in Deutschland beschrieben. Diese Verlaufs-Beschreibung wurde ursprünglich auf der Seite „Lebensmittel-Skandale in Europa – Teil 5“ veröffentlicht.

Aber zunächst gibt es erst einmal eine Einschätzung zur staatlichen Bewältigung der EHEC-Krise, wie sie sich bis Ende Mai 2011 darstellte. Die Krise begann Anfang Mai.


Amts-Wirrwarr total

EHEC-Bakterium
      BERLIN – 1.6.2011 (khd). Deutschland verfügt seit Mitte der 1990er-Jahre nicht mehr über geeignete Strukturen, um damit aufkommende Seuchen bzw. ernste Epidemien schnell und wirksam erkennen und bekämpfen zu können. Die schwarz-gelbe Bundesregierung (Kohl-Regierung) ließ 1994 durch Minister Horst Seehofer (CSU) das Bundesgesundheitsamt (BGA) zerschlagen. Anlaß war eine Saumseligkeit des BGA bei der AIDS-Bekämpfung (Probleme mit HIV-verseuchten Blutpräparaten). Zudem hieß es, das BGA sei viel zu groß.

      Die danach entstandene neue Struktur und Kompetenzverteilung verbunden mit erheblichen Einsparungen bewirkten erhebliche Nachteile für die schnelle Eindämmung von Seuchen — und vor allem wenn Lebensmittel bei der Ausbreitung von Krankheitserregern beteiligt sind. Dieses wurde bereits um 2000 in der BSE-Krise sichtbar: [2001: Verbraucherschutz in den Sand gesetzt — Der Bund spart auf Kosten der Gesundheit].

      Aber auch die damals regierende rot-grüne Schröder-Regierung erkannte nicht die Zeichen der Zeit, um durch eine bessere Verteilung der Zuständigkeiten die Seuchenbekämpfung schlagkräftiger zu machen. Im Gegenteil: Unter Rot-Grün fand 2002 eine weitere Kompetenz- Zersplitterung statt. Aus dem BgVV (Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin) wurde das BfR (Bundesinstitut für Risikobewertung) und das BVL ( Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit). Damit waren dann BVL, BfR sowie RKI verschiedenen Ressorts in der Bundesregierung zugeordnet, was natürlich zu reichlich ‚Reibungsverlusten‘ beim Gesundheitsschutz führte.

      In der hierzulande seit Mai 2011 grassierenden EHEC-Epidemie sehen wir alle nun sehr deutlich, was da von Politikern mit eher wenig (naturwissenschaftlichen) Durchblick angerichtet wurde: Das totale Durcheinander zwischen Landes- und Bundes-Behörden einerseits sowie zwischen Bundes-Behörden andererseits, die zudem alle noch (weisungsgebunden) ganz unterschiedlichen Ministerien zugeordnet sind. Das konnte im echten Krisenfall nicht gutgehen, zumal wenn Minister wie Bahr (Gesundheit) und Aigner (Verbraucherschutz) ganz offensichtlich die Lage falsch einschätzen und sich nicht aktuell informieren.

      Es wird höchste Zeit, das fachkompetente Robert-Koch-Institut (RKI) in eine unabhängige Behörde zur Seuchenbekämpfung mit Weisungsrechten umzubauen. Auch muß der Meldeweg für seuchenverdächtige Erkrankungen sofort auf den Stand des 21. Jahrhunderts umgestellt werden. Und dazu gehört, daß niedergelassene Ärzte und Kliniken primär das RKI übers Internet informieren.


Anmerkungen / Remarks of the Editor:     [Translation-Service]

1) ^  Es ist allgemein bekannt, daß sich seit den 1970er-Jahren immer mehr Zoonosen entwickelten, d. h. Krankeiten aus dem Tierreich, die auf den Menschen übergingen. Dabei entstanden besonders gefährliche Krankheitserreger, die das Leben von Menschen stark bedrohen, da sie sehr schwere Erkrankungen hervorrufen. Erinnert sei nur an: HIV (AIDS), Ebola-Virus, SARS, Vogelgrippe-Virus H5N1, Schweinegrippe-Virus H1N1, diverse EHEC-Bakterien und jetzt das neue Bakterium E.coli O104:H4 (EHEC).

2) ^  Vorstellbar ist natürlich, daß es für die meldepflichtigen Institutionen ein Web-basiertes Eingabe-Formular gibt, mit dem online das RKI und das lokale Gesundheitsamt gleichzeitig informiert werden. Aber das gibt’s – trotz eGovernment- Ambitionen der Bundesregierung – bislang nicht.

3) ^  Nur ein Beispiel für die Ungereimtheiten: Der erste schwere Durchfallsfall wurde bereits am 1. Mai 2011 bekannt. Davon erfuhr das RKI aber erst knappe 3 Wochen später am 18. Mai 2011. Erst danach konnten dort die Wissenschaftler mit den epidemiologischen Untersuchungen beginnen. Wertvolle Zeit wurde so vertan, nur weil die Meldung auf dem vorgeschriebenen langen Dienstweg (Gesundheitsamt — Landesgesundheitsamt — Robert-Koch-Institut) per Briefpost (sic!) erfolgte.

4) ^  Erst auf öffentlichen Druck wurde am 3. Juni 2011 (Tag nach Himmelfahrt) eine behördenübergreifende „Task Force“ eingerichtet. Da war schon seit 1 Woche durch ein RKI-Bulletin bekannt, daß diese EHEC-Epidemie eine „der weltweit größten“ Ausbrüche darstellt.

5) ^  Bundeslandwirtschaftministerin Ilse Aigner (CSU), die uns bis heute nicht die wahre Herkunft des Dioxins in Futtermitteln erklären konnte, hat laut Medienberichten noch um den 25. Mai 2011 dem Publikum erzählt: „Auf Gemüse muß niemand verzichten“, obwohl das RKI bereits vor dem Verzehr von Salatgurken, Tomaten und Blattsalaten warnte. Erst als sie wohl mitgekriegt hatte, daß bereits Menschen am EHEC gestorben waren, sprach sie dann – in ihrer Funktion als Bundesverbraucherschutzministerin – von einer „bedrohlichen Situation“. [Tagesspiegel am 12.6.2011: Denn sie wissen nicht, was sie tun]

6) ^  Deutschlands oberster Gesundheits-Manager Daniel Bahr (34, FDP) zeigte in der EHEC-Krise wenig Informations- und Führungsstärke. Er fiel mehr durch Fototermine in Hamburg-Eppendorf (UKE) und Berlins Charité auf, statt sich auf kompetentes Krisenmanagement zu konzentrieren. So setzte er noch am 5. Juni 2011 auf rohe Tomaten, rohe Gurken und rohe Blattsalate als Infektionsquelle sowie aufs Händewaschen fürs EHEC-Vermeiden, wo aber bereits die plausiblere Warnung vor Gemüse- Sprossen aus Niedersachsen im Umlauf war.

7) ^  Prof. Alexander S. Kekulé, Mikrobiologe aus Halle, kommentiert am 15. Juni 2011 im Tagesspiegel (Seite 8): „Nach geltender Rechtslage ist die Ermittlung der Ursache epidemischer Krankheitsgeschehen Ländersache, das RKI kann nur beraten und bewerten. Für die Nachverfolgung der Infektionswege sind im Lebensmittelbereich die Landwirtschaftsministerien der Länder zuständig, für die Verzehrswarnungen das [zum Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) gehörende] Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Daß das RKI möglicherweise zwar akademisch korrekt arbeitete, aber wichtige Fakten aus anderen Bereichen anfangs nicht im Blick hatte, kann ihm nicht vorgeworfen werden. Eine Neustrukturierung der Seuchenbekämpfung ist dringend überfällig — so schlau hätte man allerdings auch schon vorher sein können.“

Es wäre vor allem die Aufgabe der Bundesgesundheitsminister gewesen, das Strukturdefizit bei der Bekämpfung von Seuchen, die über Lebensmittel verbreitet werden, zu erkennen und zu beheben. Aber weder Horst Seehofer (CSU, bis 1998), noch Andrea Fischer (Grüne, 1998–2001), noch Ulla Schmidt (SPD, 2001–2009), noch Philipp Rösler (FDP, 2009–2011) waren so schlau. Ob aber nun ein Daniel Bahr (FDP, ab 2011 Gesundheitsminister), der neo-liberales Krankenhausmanagement gelernt hat, eine wegweisende Reform zustande bringen wird, gilt als eher unwahrscheinlich.


Links mit dem Symbol * zeigen auf Infos im Internet, die die Aussage belegen. xxx = Text folgt demnächst.


Zur Leitseite khd-Page



Die EHEC-Epidemie von 2011
 
Vom Verlauf eines ganz besonderen Lebensmittel-Skandals in Deutschland.
Recherchiert im Internet und zusammengestellt
von
Karl-Heinz Dittberner – Berlin

  EHEC-Bakterien verursachen Epidemie mit Todesfällen 05

22. Mai 2011 EHEC-Bakterium Seit einigen Tagen sind in ganz Norddeutschland (Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen) schwere Durchfall-Erkrankungen aufgetreten, die durch die besonders gefährlichen EHEC-Bakterien (pathogene Art von Escherichia coli) verursacht wurden. Bislang sind rund 80 Erkrankungen, die zum Nierenversagen führen kann, gemeldet – davon allein in Hamburg 40. Viele Patienten müssen bereits auf Intensivstationen behandelt werden. Fieberhaft versuchen die Gesundheitsbehörden, die Infektions-Quelle zu ermitteln. EHEC wird meistens durch unhygienisch verarbeitete Fleischwaren (z. B. Wurst wie 2004) verbreitet. Aber auch Rohmilchkäse wie 2005 oder ungewaschenes Gemüse können zur Verbreitung führen. Die auslösende Quelle konnte bislang noch nicht gefunden werden. (info-radio – 22.5.2011) [EHEC-Ausbrüche]
23. Mai 2011 Die Zahl der gemeldeten EHEC-Erkrankungen hat sich auf mehr als 130 erhöht. Einige Patienten befinden sich in Lebensgefahr. Außerdem gibt es noch weitere 160 Verdachtsfälle. Eine derart zeitliche Häufung mit rasanter Zunahme hat es in Deutschland noch nie gegeben, so daß von einer gemeinsamen Lebensmittel- Quelle für die aktuellen Infektionen ausgegangen werden muß. Vermutet wird derzeit, daß es mit Gülle gedüngter Blattsalat sein könnte [Ed: hm, vielleicht solch ‚küchenfertiger‘ Blattsalat-Mix in Plastik-Beuteln? Aber welcher Bauer kippt Gülle auf gewachsenen Salat...]. (d-radio – 23.5.2011)
  Alle Bakterien – auch EHEC – werden beim Erhitzen auf 72 °C für 10 Minuten sicher abgetötet, wobei auch das von EHEC-Erregern produzierte Shiga-Toxin unschädlich wird.

  Hinweis:
Dieser Lebensmittel-Skandal stellt wg. der Freisetzung eines bislang völlig unbekannten, hochgefährlichen Bakteriums etwas ganz Besonderes dar, zumal dadurch sehr schwere Erkrankungen entstehen. Die weitere Entwicklung soll deshalb ausführlicher als sonst beschrieben werden.

khd – 24.5.2011
 

24. Mai 2011 Heute wurde bekannt, daß die ersten EHEC-Fälle bereits um den 10. Mai den Behörden gemeldet wurden (EHEC ist seit 2001 meldepflichtig). Offensichtlich verfügen die Gesundheitsbehörden der Länder nicht über genügend Personal, um in 2 Wochen zweifelsfrei die Quelle der EHEC- Infektionen zu ermitteln. Inzwischen sind bereits 3 Todesopfer zu beklagen. Verwunderlich ist auch, daß die Forschung bislang keinen Schnelltest auf EHEC-Erreger entwickelt hat, zumal seit längerem die besondere Gefährlichkeit dieses Erregers bekannt ist. Der Erreger kann nicht mit Antibiotika bekämpft werden, da dann der Körper durch die absterbenden Bakterien noch mehr vergiftet wird. [mehr]
25. Mai 2011 Die Behörden haben noch immer nicht die Quelle des EHEC-Ausbruchs lokalisiert [Ed: wir erwarten diesmal, daß das zweifelsfrei aufgeklärt wird und im Falle von Versäumnissen irgendwo Roß und Reiter genannt werden]. Das Robert-Koch-Institut (RKI) warnt aber aufgrund einer Schnellstudie (Befragung von Erkrankten und einer Kontrollgruppe) vor dem Verzehr von rohen Tomaten, Blattsalaten und Salatgurken, die aus Norddeutschland kommen [Ed: was Protest der Bauern hervorrief, da ihr Gemüse noch gar nicht reif sei]. Die Zahl der Erkrankungen ist inzwischen auf über 600 angestiegen, wobei es in mindestens 140 Fällen zu drohendem Nierenversagen gekommen ist (HUS-Syndrom). Es ist außerordentlich ungewöhnlich, daß die Zahl dieser Komplikation so hoch ist (normal sind das etwa 5 %). Über den genauen EHEC-Typ, der diese schweren Erkrankungen auslöst, ist bislang auch noch nichts bekannt. (d-radio – 25.5.2011 – 22.32 Uhr)
26. Mai 2011 Unterdessen ist die Rolle von abgepackten (in Plastikbeuteln eingeschweißten), feingeschnittenen Mischungen aus Blattsalaten noch immer ungeklärt. Da diese den Eindruck der Küchenfertigkeit erwecken, dürften sie allzuoft ungewaschen verzehrt werden. In den Berliner B.Z. gibt es heute einen Fall-Bericht: Danach hat eine EHEC-Erkrankte solchen Salat-Mix kurz vor der Erkrankung in Hamburg im Supermarkt gekauft und gegessen.
26. Mai 2011 An der Uni Münster soll es gelungen sein, den EHEC-Typ festzustellen. Es soll es sich um den seltenen Typ E.coli O104:H4 (HUSEC 41) handeln, der erstmals 1994 in den USA beobachtet wurde. Dieser Typ ist besonders aggressiv und derzeit nur schwer nachweisbar. [EN-Wikipedia: Escherichia coli O157:H7]
26. Mai 2011 Eine Quelle der aggressiven EHEC-Bakterien will das Hamburger Hygiene-Institut gefunden haben: An 4 Salatgurken vom Hamburger Großmarkt wurden EHEC-Bakterien nachgewiesen. 3 der Gurken (davon 1 BIO-Gurke) sollen aus Süd-Spanien (Andalusien) stammen. Alle derartigen Gurken sollen sofort bundesweit aus dem Handel genommen werden. Die Erzeuger sind bekannt, wurden aber noch nicht genannt. Die spanischen Gesundheitsbehörden müssen nun klären, wie die EHEC-Erreger auf die Gurken kamen. Vermutet werden aber noch weitere Quellen. Die Zahl der kritischen EHEC-Erkrankungen mit HUS-Syndrom ist auf 214 angestiegen, und es gab weitere Tote durch die EHEC-Epidemie. (d-radio – 26.5.2011 – 13.02 Uhr)
27. Mai 2011 Die spanischen Erzeuger der in Hamburg gefundenen EHEC-Gurken sind: Pepino Bio Frunet in Algarrobo (Málaga) sowie Hort O Fruticola (Almeria). Die spanischen Produzenten sagen nun, daß die in Kartons gelieferten Gurken erst in Deutschland mit dem EHEC- Erreger verunreinigt worden sein müssen. Schließlich sei es nirgends sonst bei ihren Gurken- Exporten zu EHEC- Problemen gekommen, heißt es. Unklar ist derzeit, ob diese Gurken einzeln in Folie eingeschweißt waren. (Tagesspiegel – 27.5.2011 – Seite 28)
27. Mai 2011 Die Zahl der EHEC-Fälle ist weiter gestiegen. Allein seit gestern sind 60 schwere Erkrankungen (HUS-Fälle) hinzugekommen. Reisende aus Deutschland haben den EHEC-Erreger inzwischen ins Ausland ‚exportiert‘. Auch aus Dänemark, Schweden, Niederlanden, Großbritannien und Österreich werden EHEC-Erkrankungen gemeldet. Nunmehr sollen auch bei Salatgurken aus den Niederlanden EHEC-Erreger nachgewiesen worden sein, was aber NL-Behörden heftig dementieren. Das RKI und das BfR halten ihre Warnung vor dem Verzehr von rohen Tomaten, Blattsalaten und Salatgurken aufrecht. In Deutschland gibt es bislang 6 EHEC-Tote und über 900 EHEC-Infektionen seit Mitte Mai. (d-radio – 27.5.2011)
27. Mai 2011 Ein Zwischen-Fazit: Nachdem noch immer nicht die Ursache für die EHEC-Verseuchung der Gurken gefunden worden ist, wird vermutet, daß die Gurken in mit Coli- Bakterien verseuchtem Wasser gewaschen sein könnten. Aber wo ist das passiert? Wohl kaum auf dem Hamburger Großmarkt oder auf dem Transport von Andalusien nach Hamburg. Bleibt zu hoffen, daß die Behörden (unter Beteiligung der Kriminalpolizei) das möglichst schnell klären und darüber nicht vergessen, nach weiteren EHEC-Quellen zu fahnden. Denn so ganz überzeugend ist – angesichts des großen Ausmaßes der Epidemie – die Gurken-Erklärung noch nicht.
28. Mai 2011 Die eigentliche Ursache der EHEC-Epidemie ist weiterhin nicht geklärt. Die Zahl der Komplikationsfälle (HUS) ist auf 276 gestiegen, wovon bereits 10 Patienten gestorben sind. Die Gesamt-Zahl der in Deutschland an gefährlichem EHEC-Durchfall Erkrankten beträgt inzwischen über 1.000. Schwerpunkt ist Hamburg und Norddeutschland. Es sind vor allem Frauen davon betroffen.
28. Mai 2011 Auf eine mögliche und sehr plausible Ursache der Kontamination spanischer Gurken mit EHEC soll eine Zeugin Schweizer Behörden aufmerksam gemacht haben. Sie berichtete, sie habe als Feldarbeiterin in der Nähe der südspanischen Stadt Murcia gearbeitet. Als brisant werteten die Beamten nach FOCUS-Informationen, was die Spanierin über die Anbaumethoden ihrer Arbeitgeber berichtete. Sie nannte 2 Firmen, die Abwässer für die Bewässerung ihrer Plantagen benutzt hätten [Ed: und darin könnten sehr wohl EHEC-Erreger enthalten gewesen sein, z. B. auch von Menschen ausgeschiedene Erreger]. Die Firmen exportieren Obst, Tomaten, Gurken und Auberginen. Sollten solche todbringenden Produktions-Methoden bestätigt werden, dann muß die gesamte spanische Gemüse- Industrie auf lange Zeit mit einem Käufer-Boykott rechnen.
29. Mai 2011 Fragen, die Journalisten nicht stellten: Es ist noch immer unklar, ob die in Hamburg auf den Gurken gefunden EHEC-Erreger vom Typ her mit den im Stuhl der Patienten gefundenen Bakterien übereinstimmen. Warum wurde das bislang noch nicht mitgeteilt? Gibt es da etwa eine Diskrepanz?
30. Mai 2011 In Berlin tagt heute ein Krisenstab. Die Zahl der EHEC-Erkrankungen ist auf über 1.200 angestiegen. Gestorben sind bislang an der durch die vom EHEC-Erreger verursachte Vergiftung mit dem Shiga-Toxin (HUS) 14 EHEC-Patienten. Die Zahl der HUS-Fälle ist auf insgesamt 352 gestiegen. Das RKI hat seine Verzehr-Warnung insofern verschärft, daß nun in ganz Deutschland Gemüse wie Gurken, Blattsalate und Tomaten – wenn überhaupt – nur noch gekocht verzehrt werden sollten. Es reiche nicht aus, das Gemüse sorgfältig zu waschen, um die EHEC-Keime vollständig zu entfernen, heißt es im RBB.
30. Mai 2011 Ein 2. Hinweis auf die EHEC-Quelle: Die Behörden in Norwegen haben den EHEC-Erreger in einer Gurkenlieferung aus Spanien entdeckt. Von der Lebensmittelaufsicht in Oslo heißt es, daß die Gurken noch nicht in den Handel gekommen seien. Unterdessen bleibt unklar, ob sich Spaniens Behörden wirklich ernsthaft und sorgfältig genug um die Aufklärung bemühen. Denn Spanien prüft derzeit sogar Schadensersatzforderungen gegen Deutschland. „Spaniens Gemüse ist sicher“, sagte Spaniens Landwirtschaftsministerin Rosa Aguilar. (dpa+afp – 30.5.2011)
[taz: Fäkalwasser auf Früchten]
30. Mai 2011 EHEC lt. WHO: 1.169 bestätigte Infektionen, davon HUS: 373 Fälle (32 %), Tote: 14 (inkl. Ausland). [Grafik zur EHEC-Epidemie]
31. Mai 2011 Noch ein Hinweis: Der Fernsehsender RTL will herausgefunden haben, daß die spanischen Gurken nicht direkt nach Hamburg geliefert worden sind. Sie sollen an einen Zwischenhändler in Köln geliefert worden sein. Hier soll es zu einer wundersamen ‚Gurkenvermehrung‘ gekommen sein. Denn in Hamburg kamen laut Lieferpapieren 629 kg mehr Gurken an, als in Spanien abgeschickt worden waren. Woher kamen diese Mehr-Gurken?
31. Mai 2011 Die in Hamburg auf spanischen Gurken nachgewiesenen EHEC-Bakterien haben nicht die EHEC-Epidemie ausgelöst. Denn der EHEC-Typ stimmt nicht mit dem bei den Erkrankten gefundenen Erregern (E.coli-O104:H4) überein. Solche Vergleichsuntersuchungen sind zeitlich aufwendig, weshalb das erst jetzt bekannt wurde. Damit bleibt aber die Quelle für den EHEC-Ausbruch weiterhin unbekannt, und die energische Suche danach muß weitergehen. Bundesweit gibt es inzwischen mehr als 1.400 EHEC-Fälle. Die Gesamt-Zahl der davon an der HUS-Komplikation Erkrankten ist nach RKI-Angaben auf 329 gestiegen (rund 24 %). So etwas hat es noch nie gegeben. Die Zahl der EHEC- Toten beträgt 16 (inkl. 1 Todesfall in Schweden). (d-radio – 31.5.2011 – 14.01 Uhr) [Kekulé-Kommentar]
31. Mai 2011 Fragen, die Journalisten nicht stellten: Wie ist die genaue Typ-Bezeichnung der EHEC-Erreger, die auf den Gurken vom Hamburger Großmarkt gefunden wurden? Mediziner (und Politiker) neigen dazu, in Krisenzeiten wenig präzise Informationen zu liefern – etwa nach dem Motto ‚Das versteht’s Publikum sowieso nicht‘. Wir leben aber in der Informationsgesellschaaft, wo via Internet alles leicht verifizierbar geworden ist. Wurde bereits mit spezieller Isotopen-Analytik versucht, die Herkunft von Gemüsen (Gurken) zweifelsfrei zu ermitteln?
1. Juni 2011 Auch nach 3 Wochen ist die Quelle der aggressiven EHEC-Erreger E.coli-O104:H4 noch immer aktiv, denn die Zahl der Infektionen mit diesem tödlichen Darmkeim steigt weiterhin deutlich an. Es ist peinlich und sehr gefährlich, daß unsere Gesundheits- und Lebensmittelaufsichts- Behörden noch immer nicht die Quelle für die Mitte Mai ausgebrochene EHEC-Epidemie gefunden haben, die bereits 16 Todesopfer gefordert hat. Es stellt sich die Frage, ob die vielen beteiligten Landes- und Bundesbehörden wirklich koordiniert nach der EHEC-Quelle fahnden oder alle nur im Nebel stochern — wie viele (nur halbgebildete) Politiker, die sich wieder einmal in reichlich Dummquatsch ergehen... [Amts-Wirrwarr total] [Kekulé-Kommentar]
1. Juni 2011 Es gibt keinen Rückgang der Zunahme neuer EHEC-Infektionen, wie es gestern vorschnell in einigen Medien-Berichten hieß. Das Gegenteil ist der Fall, und die Lage wird ernster. Denn innerhalb von nur 1 Tag stiegen die Erkrankungen um rund 500 neue Fälle an. Insgesamt sind nun seit Anfang Mai über 2.000 Menschen an dem durch den gefährlichen EHEC-Erreger E.coli-O104:H4 verursachten blutigen EHEC-Durchfall erkrankt, wovon sich 470 (24 %) in einem lebensbedrohlichen Zustand (HUS-Komplikation) befinden. Die Zahl der Todesfälle stieg auf 17. Der Schwerpunkt der Epidemie liegt weiterhin in Nord-Deutschland (Hamburg). Bei allen bislang im Ausland aufgetretenen EHEC-Erkrankungen ist eine vorangegangene Infizierung in Deutschland wahrscheinlich. (d-radio – 1.6.2011 – 23.00 Uhr)
2. Juni 2011 Die WHO in Genf spricht davon (offensichtlich gibt es inzwischen ein Sequenzierungs-Ergebnis des Genoms des E.coli-O104:H4), daß es sich bei dem in Deutschland grassierenden EHEC-Erreger um einen völlig neuen – bislang unbekannten Stamm – der E.coli-Bakterien handele. Das würde den heftigen Ausbruch erklären. HUS-Patienten sind zudem vermehrt auch von neurologischen Ausfällen (Sehvermögen, Hirnkrämpfe) betroffen, was so beim HUS früher nie beobachtet wurde. Unterdessen hat Rußland den Import von Gemüse aus der gesamten EU verboten. [Grafik zur EHEC-Epidemie]
2. Juni 2011 In Rekordzeit konnte jetzt in China am Beijing Genomic Institute (BGI) die Gensequenz des aggressiven EHEC-Erreges E.coli-O104:H4 vollkommen entschlüsselt werden. Danach handelt es sich bei dem für die tödlicher Durchfallerkrankungen verantwortliche EHEC-Bakterium um keine reine Mutation des seltenen Serotyps O104:H4, sondern um eine Kreuzung des O104:H4 mit einem aus Afrika bekannten gefährlichen Durchfallerreger [Ed: vermutlich EAEC 55989, dessen Wirt der Mensch ist]. Das neue Bakterium kann sich besonders gut und dauerhaft im Darm einnisten und ist in der Lage, wesentlich mehr Shiga-Toxin(e) zu produzieren, was die schweren Komplikationen des Krankheitsverlaufs (HUS, Nierenversagen, Hirnkrämpfe usw.) bewirkt. Das ergab die vorläufige Gen-Analyse des neuen Erregers durch das BGI. Das wirft sofort die Frage auf, wo eine solche Kreuzung erfolgt sein könnte. Ist dieses bislang gänzlich unbekannte Bakterium das Ergebnis eines spontanen Vorgangs oder des Zutuns von Menschen? [mehr] (Spiegel-Online – 2.+3.6.2011)
2. Juni 2011 EHEC lt. WHO: 1.733 bestätigte Infektionen, davon HUS: 520 Fälle (30 %), Tote: 18 (inkl. Ausland). [Grafik zur EHEC-Epidemie]
3. Juni 2011 Die Quelle der Freisetzung des neuen EHEC-Erregers ist noch immer nicht gefunden. Viele Kliniken in Nord-Deutschland (Hamburg, Kiel, Lübeck) erreichen die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit. Denn es zeigen sich so schwere Krankheitsverläufe, die selbst erfahrene Mediziner noch nie erlebt haben. Aus privatisierten Krankenhäusern gibt es Berichte, daß EHEC-Patienten nicht so behandelt würden, wie das aus medizinischer Sicht geschehen müßte – vermutlich wg. der sehr hohen Kosten der Intensiv-Behandlung. Eigentlich sollte jeder wissen, daß ein „Krankenhaus nicht zum Gewinnmachen da“ sei, sagte ein Chefarzt im D-Radio.
3. Juni 2011 Da wir es jetzt mit einem völlig neuen Keim zu tun haben, weist der Berliner Hygiene-Experte Klaus-Dieter Zastrow (Vivantes-Klinikum) daraufhin, daß die EHEC-Epidemie auch durch einen Anschlag ausgelöst worden sein könnte. Das aus den Blickfeld zu nehmen, halte er für einen Fehler und geradezu fahrlässig: „Man soll doch nicht so tun, als ob es so etwas nicht gäbe“, sagte Zastrow. (dapd – 3.6.2011)
3. Juni 2011 EHEC lt. WHO: 2.001 bestätigte Infektionen, davon HUS: 573 Fälle (29 %), Tote: 19 (inkl. Ausland). [Grafik zur EHEC-Epidemie]
4. Juni 2011 Nicht nur aus der Ärzteschaft kommt inzwischen heftige Kritik an der Arbeit und der Informationspolitik der deutschen Gesundheitsbehörden, die noch immer nicht die Quelle des EHEC-Ausbruchs gefunden haben. So fahnden derzeit nur 3 Teams des RKI nach dem aggressiven EHEC-Erreger, wo doch das Mehrfache angesagt wäre. Ganz offensichtlich habe die Zerschlagung des Bundesgesundheitsamts (BGA) von 1994 durch Bundesminister Horst Seehofer (CSU) späte Folgen, was Ex-BGA-Chef Dieter Großklaus schon 2001 im Tagesspiegel erkannte. Aber die vom neo-liberalen Geist beflügelte Politik interessierte sich nicht für lebensbedrohende Zoonosen und deren Entstehung — vielleicht jetzt, wo das Kind in den Brunnen gefallen ist.
4. Juni 2011 Das RKI sieht keinen Zusammenhang des EHEC- Ausbruchs mit dem Volksfest zum Hamburger Hafengeburtstag (6.–8. Mai 2011). Die EHEC-Fahnder hoffen nun auf eine in Lübeck gefundene Spur. In einem Restaurant haben dort Mitte Mai 3 Gruppen Fleisch (Steak) mit Salat gegessen. Von ihnen sind 17 Menschen später an EHEC erkrankt (1 Person starb daran). Zwar wurden dort bei der Nachkontrolle keine EHEC-Erreger gefunden, aber es liegen noch nicht alle Proben- Ergebnisse vor. Das Restaurant will Ware über einen Zwischenhändler in Mölln vom Hamburger Großmarkt bezogen haben. Derzeit werden die Lieferwege der Bestandteile der verzehrten Gerichte zurückverfolgt. Angesichts der augenscheinlichen Überforderung der deutschen Behörden will jetzt die EU Experten schicken, die bei der EHEC-Aufklärung helfen sollen. (d-radio – 4.6.2011 – 17.02 Uhr) + (Update mit Tagesspiegel – 5.6.2011 – Seite 32)
4. Juni 2011 EHEC: rund 2.500 gemeldete Infektionen, davon HUS: mehr als 520 Fälle (21 %), Tote: 19 (?).
5. Juni 2011 Eine neue Spur soll in den niedersächsischen Kreis Uelzen führen. Es wird vermutet, daß dort produzierte Gemüse-Sprossen mit dem neuen EHEC-Erreger verseucht wurden. Ein BIO-Saatgut-Betrieb wurde von den Behörden gesperrt. Unklar ist, ob noch EHEC-verseuchte Ware im Handel ist. Es wird vor dem Verzehr jeglicher Sprossen gewarnt. Sollte sich der Verdacht bestätigen, dann stellt sich die Frage, wie kam der neue – so furchtbar aggressive – EHEC-Erreger auf die Sprossen. Was ist die Ursache für die Verseuchung? (d-radio – 5.6.2011 – 20.01 Uhr)
5. Juni 2011 Uelzen liegt nur 40 km von Munster entfernt. Bei „Munster“ in der Lüneburger Heide — da war doch was. Und es fällt einem ein: War da nicht ein Institut der Bundeswehr, das sich auch mit Abwehrfragen biologischer Kriegsführung beschäftigen soll [Ed-6.6.2011: das WIS bei Wikipedia]. Wenn dort nun bei Experimenten mit Bakterien etwas entwichen ist, dann . . .  Journalisten sollten ganz schnell die Bundesregierung befragen, ob dort in Munster mit E.coli-Bakterien (vom EHEC-Typ) experimentiert wurde bzw. wird.
5. Juni 2011 EHEC lt. WHO: 2.231 bestätigte Infektionen, davon HUS: 630 Fälle (28 %), Tote: 22. [Grafik zur EHEC-Epidemie]
6. Juni 2011 Im aktuellen SPIEGEL (Seite 131) wird von ultralangen Meldewegen bei der Seuchenbekämpfung berichtet. So soll das zuständige Robert-Koch-Institut (RKI) vom ersten EHEC-Fall erst am 18. Mai erfahren haben. Der Patient war aber bereits spätestens am 1. Mai erkrankt. Im Zeitalter von schnellem Internet dauerte es also rund 3 Wochen, bis die fachkompetente Behörde überhaupt etwas erfuhr. Übermittelt werden die Meldungen per Papier und Briefpost auf dem Dienstweg vom Hausarzt oder Klinik zum lokalen Gesundheitsamt, was sie ans zuständige Landesministerium weitergibt, das dann (vielleicht) das RKI informiert. Wie sollen da schnell eine Seuchenentwicklung erkannt werden?
6. Juni 2011 Auch wenn es noch keine Bestätigung fürs EHEC auf den BIO-Sprossen gibt, gibt es bereits 2 amtliche Erklärungen dafür, wie die Sprossen mit EHEC-Bakterien verseucht worden sein könnten: Der EHEC-Erreger saß bereits auf dem auszukeimenden Saatgut. Oder das zum Befeuchten verwendete Wasser war mit EHEC belastet. Wie und woher aber kamen diese ganz besonderen EHEC-Erreger ins Wasser oder aufs Saatgut?
6. Juni 2011 Die ersten Sprossen-Proben aus dem Saatgut-Betrieb im Kreis Uelzen sind frei von EHEC-Bakterien. Auch im Wasser- und Saatgut (Rückstellproben?) konnten bislang keine Spur des EHEC-Erregers festgestellt werden. Es sind aber noch nicht alle Proben untersucht. Dennoch hat sich ein Experten-Team der Bundesbehörden RKI und BfR von Berlin auf den Weg nach Bienenbüttel (nördlich von Uelzen) gemacht, um dort den Saatgut-Betrieb noch einmal ganz genau zu untersuchen. Aufgrund der von Niedersachsen ermittelten Sprossen-Lieferwege kommt dieser Betrieb weiterhin als Ausgangspunkt der EHEC-Epidemie in Betracht. Die Indizienkette sei sehr dicht, heißt es. (d-radio – 6.6.2011 – 17.06 Uhr) [Kekulé-Kommentar]
6. Juni 2011 EHEC lt. WHO: 2.325 bestätigte Infektionen, davon HUS: 642 Fälle (28 %), Tote: 23. [Grafik zur EHEC-Epidemie]
7. Juni 2011 Die Quelle der massiven EHEC-Infektionen wurde noch immer nicht gefunden. Die Test-Ergebnisse der restlichen Sprossen- Proben aus Bienenbüttel wurden heute nicht mitgeteilt (Pressekonferenz wurde abgesagt). Zumindest aus Hamburg (bislang Epizentrum der Epidemie) wird ein leichter Rückgang der Zunahme von Neu-Infektionen mit EHEC gemeldet. (d-radio – 7.6.2011 – 17.08 Uhr)
7. Juni 2011 EHEC lt. WHO: 2.648 bestätigte Infektionen, davon HUS: 689 Fälle (26 %), Tote: 25 (inkl. Ausland). [Grafik zur EHEC-Epidemie]
8. Juni 2011 5 Wochen nach Ausbruch der EHEC-Epidemie treffen sich in Berlin zum EHEC-Krisengipfel alle deutschen Gesundheits- und Verbraucherschutz-Minister sowie der EU-Gesundheitskommissar Dalli, denn die Quelle des hochgefährlichen EHEC-Erregers ist noch immer nicht aufgespürt. Bekannt wurde nur, daß man jegliche Kritik am deutschen Krisen-Management entschieden zurückwies.
8. Juni 2011 Die EU (Brüssel) will Gemüsebauern, die durch die EHEC-Krise Umsatzeinbußen erlitten haben, mit 210 Mio. Euro per Dringlichkeitsmaßnahme unterstützen. Der Markt für Gurken, Tomaten, Blattsalaten, Zucchini und Paprika ist praktisch zusammengebrochen, weil die meisten Verbraucher deren Kauf verweigern.
8. Juni 2011 Unterdessen haben die Behörden von Sachsen-Anhalt auf Gurkenresten in einem Magdeburger Haushalt, deren 3 Mitglieder am 19. Mai an EHEC erkrankten, den aggressiven EHEC-Erreger E.coli-O104:H4 nachweisen können. Also doch Salatgurken!? Allerdings ist dieser erste Fund des in Nord-Deutschland grassierenden Erregers auf einem Gemüse wenig aussagekräftig, da sich der Gurkenrest bereits in einer BIO-Mülltonne befand. Ob daher diese Spur weiterhilft, ist fraglich. (d-radio – 8.6.2011 – 18.03 Uhr)
8. Juni 2011 EHEC lt. WHO: 2.808 bestätigte Infektionen, davon HUS: 722 Fälle (26 %), Tote: 27 (inkl. Ausland). [Grafik zur EHEC-Epidemie]
10. Juni 2011 Lieferwege der EHEC-Sprossen Am Vormittag wird die amtliche Warnung vor dem Verzehr roher Gurken, Tomaten und Blattsalaten aufgehoben. Die Warnung vor dem Verzehr von rohen Sprossen bleibt hingegen bestehen. Alle Ermittlungen weisen immer stärker daraufhin, daß der gefährliche EHEC- Erreger über Sprossen vom BIO-Hof in Bienenbüttel verbreitet wurde. Viele der ausgehend von Erkrankten rückverfolgten Lieferwege von Essens-Bestandteilen führten zu diesem Betrieb bei Uelzen in Niedersachsen, der auch Gemüse-Sprossen produziert. In nebenstehender Grafik sind einige dieser Ergebnisse der Detektiv- Arbeit dargestellt. Zudem waren in dem Betrieb 3 Mitarbeiter an EHEC erkrankt. Ob sie sich dort infizierten oder erst durch ihre Erkrankung die Sprossen verseuchten, ist derzeit unklar. Das Robert-Koch-Institut (RKI) konnte inzwischen 26 von 55 Erkrankungshäufungen (EHEC-Cluster) auf den BIO-Hof in Bienenbüttel zurückführen. An den anderen Clustern wird noch gearbeitet.
10. Juni 2011 Es sind definitiv die Gemüse-Sprossen, die mit EHEC-EAEC verseucht die Epidemie auslösten. Am Nachmittag wird bekannt, daß auf abgepackten BIO-Sprossen vom BIO-Hof in Bienenbüttel erstmalig der Erreger E.coli-O104:H4 nachgewiesen werden konnte. Die Sprossen-Packung wurde in einem Haushalt in Königswinter bei Bonn (Rhein-Sieg-Kreis in NRW) gefunden. Die Fragen sind nun: Wie gelangten in Bienenbüttel diese besonders aggressiven EHEC-Erreger auf die Gemüse-Sprossen? Gibt es derzeit noch weitere Lebensmittel, die mit dem gefährlichen EHEC verseucht sind? (info-radio – 10.6.2011 – 17.42 Uhr)
10. Juni 2011 EHEC lt. WHO: 3.147 bestätigte Infektionen, davon HUS: 773 Fälle (25 %), Tote: 35 (inkl. Ausland). [Grafik zur EHEC-Epidemie]
11. Juni 2011 In Baden-Württemberg sollen einige Neuerkrankungen an EHEC aufgetreten sein. Ob diese auch auf Gemüsesprossen aus Bienenbüttel zurückzuführen sind, ist unklar.
11. Juni 2011 Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) bestätigt am Nachmittag in Berlin, daß die in Königswinter gefundenen Sprossen vom BIO-Hof in Bienenbüttel das EHEC-Bakterium O104:H4 tragen. „Dieses Labor-Ergebnis ist ein weiterer wichtiger Stein in der Beweiskette, daß rohe Sprossen als wesentliche Quelle für die Ehec-Infektionen der letzten Wochen anzusehen sind“, sagte ein BfR-Sprecher. Die Frage nach der Herkunft der Erreger auf den Sprossen sei offen, heißt es. (d-radio – 11.6.2011 – 17.06 Uhr) [EHEC-Ausbrüche seit 1980]
12. Juni 2011 Es wird befürchtet, daß über 100 an der HUS-Komplikation erkrankte Patienten einen dauerhaften Nierenschaden erlitten haben. Sie wären dann lebenslang auf die Dialyse (Blutwäsche) angewiesen oder auf die Implantation eines Spenderorgans.
13. Juni 2011 Es gibt nach RKI-Angaben erste Hinweise, daß das Saatgut, aus dem in Niedersachsen die Gemüse-Sprossen gezogen wurde, mit dem EHEC-Erreger belastet war. Besonders verdächtigt werden Sprossen von Brokkoli. Knoblauch und Bockshorn. Deshalb warnt das BfR nun auch davor, aus gekauftem Saatgut selbst gezogene Sprossen roh zu verzehren.
13. Juni 2011 In Bayern (Fürth) wurden auf einem Salatkopf („Lollo Rosso“) EHEC-Erreger nachgewiesen. Ob es sich dabei um den besonders gefährlichen Bakterien-Typ O104:H4 handelt, sei noch unklar, heißt es. Produkte des Erzeugers wurden aus dem Handel genommen.
13. Juni 2011 EHEC lt. RKI: 3.235 bestätigte Infektionen, davon HUS: 782 Fälle (24 %), Tote: 36 (inkl. Ausland). [Grafik zur EHEC-Epidemie]
14. Juni 2011 In Hannover stirbt das erste Kind nach einer Infektion mit dem neuem EHEC-Bakterium. Bei dem 2-jährigen Jungen aus Celle hatte sich die HUS-Komplikation entwickelt. Er wird wohl kaum rohe Sprossen gegessen haben. Aber andere Familienmitglieder waren auch an EHEC erkrankt, so daß eine Übertragung Mensch zu Mensch zu vermuten ist.
14. Juni 2011 Europas Bauern, die von der EHEC-Krise betroffen sind, werden von der EU insgesamt 210 Mio. Euro an Schadensersatz für ihre Verluste erhalten.
15. Juni 2011 Unklar ist noch immer, ob sämtliche schweren EHEC-Krankheitsverläufe auf (verseuchte) Sprossen vom Bio-Hof in Bienenbüttel zugeordnet werden können.
15. Juni 2011 EHEC lt. RKI: 3.304 bestätigte Infektionen, davon HUS: 786 Fälle (24 %), Tote: 39 (inkl. Ausland). [Grafik zur EHEC-Epidemie]
16. Juni 2011 Es wurde noch nicht bekannt, ob auf Sprossen-Samen gefährliche EHEC-Erreger gefunden worden sind.
16. Juni 2011 EHEC lt. RKI: 3.408 bestätigte Infektionen, davon HUS: 798 Fälle (23 %), Tote: 39 (inkl. Ausland). [Grafik zur EHEC-Epidemie]
17. Juni 2011 Die EHEC-Epidemie klingt ab, denn seit dem 10. Juni ist die täglich gemeldete Zahl von Neu-Infektionen zurückgegangen. Das deutet daraufhin, daß das verseuchte Lebensmittel vom Markt verschwunden ist bzw. die amtlichen Verzehrwarnungen genutzt haben. [Grafik zur EHEC-Epidemie]
17. Juni 2011 Sind demnächst auch auf Kartoffeln gefährliche EHEC-Erreger anzutreffen? Unmöglich ist das nicht, wie das Beispiel in Frankfurt am Main zeigt. Dort wurde jetzt im Erlenbach eher zufällig der gefährliche EHEC-Keim O104:H4 nachgewiesen. Die EHEC-Erreger könnten durch eine nahe Kläranlage in den Bach gelangt sein. Das Wasser des Bachs wurde zur Bewässerung von Feldern genutzt, darunter auch Kartoffelfelder, was inzwischen verboten wurde. Geklärt werden muß nun: Sind die EHEC-Erreger im Bach bereits das Ergebnis der aktuellen Epidemie? Nach wiss. Erkenntnissen können EHEC-Erkrankte die Keime noch bis zu einem Monat nach der Genesung ausscheiden. (dapd – 17.6.2011)
17. Juni 2011 EHEC lt. RKI: 3.494 bestätigte Infektionen, davon HUS: 810 Fälle (23 %), Tote: 40 (inkl. Ausland). [Grafik zur EHEC-Epidemie]
18. Juni 2011 In Hessen konnte jetzt eine Übertragung des gefährlichen EHEC-Erregers O104:H4 vom Menschen auf Lebensmittel nachgewiesen werden. In Uschlag (Kreis Göttingen) waren 20 von 65 Gästen einer Familienfeier (28. Mai) an EHEC durch von einem Catering-Service aus Kaufungen (Kreis Kassel) gelieferte Speisen erkrankt. Eine Service-Mitarbeiterin war Keim-Trägerin, ohne bis dahin selbst erkrankt zu sein. Erst einige Tage später erkrankte sie selbst an EHEC/HUS. Woher die Keime kamen, ist unklar. (dpa – 17.6.2011)
19. Juni 2011 Übrigens, die früher regelmäßige staatliche Gesundheits-Überprüfung des Personals, das mit der Zubereitung oder dem Verkauf von Lebensmitteln (Speisen) zu tun hat, wurde schon vor einiger Zeit aufgegeben.
19. Juni 2011 In seiner wöchentlichen Radio-Kolumne „Mahlzeit!“ weist der Lebensmittel-Experte Udo Pollmer nochmals auf die Gefährlichkeit von Rohkost hin — nicht nur zu EHEC-Zeiten. Es gibt noch reichlich andere Keime wie Listerien, Salmonellen, Staphylococcen, Hepatitis-A oder Noroviren, die schwere, lebensbedrohende Erkrankungen hervorrufen können. [mehr]
20. Juni 2011 Wissenschaftler vermuten, daß die häufige Ausbildung der lebensbedrohenden HUS-Komplikation bei den derzeitigen EHEC-Erkrankungen etwas mit einer genetischen Veränderung im Erbgut der betroffenen Patienten zu tun haben muß. Ein bislang unbekannter Gen-Defekt könnte durchaus eine Fehlsteuerung der Immunabwehr bewirken. Die Suche nach einer solchen Gen-Anomalie hat begonnen. (Spiegel – 25/2011, Seite 111)
20. Juni 2011 EHEC lt. RKI: 3.587 bestätigte Infektionen, davon HUS: 814 Fälle (23 %), Tote: 40 (inkl. Ausland). [Grafik zur EHEC-Epidemie]
21. Juni 2011 In weit über 1.000 Proben vom BIO-Hof in Bienenbüttel (Kreis Uelzen) wurden keine EHEC-Erreger gefunden. Das läßt leichte Zweifel an der Sprossen-Theorie aufkommen. Aber es könnte nur eine Sprossen-Charge gewesen sein, die mit EHEC verseucht gewesen war . . .
22. Juni 2011 EHEC lt. RKI: 3.688 bestätigte Infektionen, davon HUS: 823 Fälle (22 %), Tote: 43 (inkl. Ausland). Die Zahlen steigen noch immer. [Grafik zur EHEC-Epidemie]
23. Juni 2011 EHEC lt. WHO weltweit: 3.836 bestätigte Infektionen in 16 Ländern, davon HUS: 870 Fälle (23 %), Tote: 45.
24. Juni 2011 Auch in Frankreich ist es nach dem Verzehr von Sprossen zu mehreren EHEC-Erkrankungen durch den gefährlichen Erreger-Typ O104:H4 gekommen. Die Sprossen sollen aber nicht aus Deutschland stammen. In Frankreich wird eine britische Herkunft vermutet. Die Sprossen-Samen sollen von dem britischen Saatgut-Händler „Thomson & Morgan“ (Ipswich) stammen. Untersuchungen dazu sind im Gange. (rtr – 25.6.2011) [mehr]
24. Juni 2011 EHEC lt. RKI: 3.801 bestätigte Infektionen, davon HUS: 834 Fälle (22 %), Tote: 48 (inkl. Ausland). Die Zahlen steigen noch immer. [Grafik zur EHEC-Epidemie]
26. Juni 2011 Hygieniker weisen daraufhin, daß es in Deutschland bislang im Abwasserrecht [man glaubt es kaum] keine Richtwerte für Keimbelastungen gibt. Befürchtet wird, daß sich der gefährliche EHEC-Erreger E.coli O104:H4 durch die Ausscheidungen von Erkrankten, bereits Genesenen und symptomlos EHEC-Infizierten in der Umwelt einnisten könnte und jederzeit eine neue Epidemie auslösen könnte.
27. Juni 2011 EHEC lt. RKI: 3.901 bestätigte Infektionen, davon HUS: 838 Fälle (21 %), Tote: 49 (inkl. Ausland). Die Zahlen steigen noch immer. [Grafik zur EHEC-Epidemie]
29. Juni 2011 Womöglich waren es aus Ägypten importierte Bockshornklee-Samen, die mit den EHEC-Erregern verseucht waren und in Deutschland und Frankreich die schweren Erkrankungen hervorriefen. Das vermutet jetzt die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) in Parma. Bewiesen sei das aber noch nicht, heißt es. (d-radio – 29.6.2011)
30. Juni 2011 EHEC lt. RKI: 3.999 bestätigte Infektionen, davon HUS: 845 Fälle (21 %), Tote: 50 (inkl. Ausland). Die Zahlen steigen noch immer (+33 Fälle pro Tag). [Grafik zur EHEC-Epidemie]
1. Juli 2011 Auch der BIO-Hof in Bienenbüttel bei Uelzen, der in Deutschland als Quelle verseuchter Sprossen gilt, soll ägyptischen Bockshornklee- Samen über einen deutschen Zwischenhändler bezogen haben. Bislang konnten aber nirgends EHEC-Erreger auf solchem Samen nachgewiesen werden. Und so gibt es bislang für den Ursprung der EHEC-Epidemie durch E.coli O104:H4 nur eine Indizienkette.
3. Juli 2011 „Wenn es uns gelingt, in Wiederkäuern die Zahl der EHEC-Bakterien zu reduzieren, dann ist das eine Vorbeugemaßnahme für die Humangesundheit. Je mehr EHEC in Wiederkäuern vorkommen, desto größer ist auch die Gefahr, daß sie irgendwann auf einen Menschen treffen – zum Beispiel über Lebensmittel oder über direkten Tier-Mensch- Kontakt“, sagte jetzt Prof. Lothar Wieler von der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft (DVG). Wie die Zahl der EHEC im Tierdarm reduziert werden könnte sei aber derzeit wissenschaftlich heftig umstritten. Es stellt sich die Frage: Warum wurde das bislang nicht intensiv erforscht?
4. Juli 2011 EHEC lt. RKI: 4.086 bestätigte Infektionen, davon HUS: 851 Fälle (21 %), Tote: 51 (inkl. Ausland). Die Zahlen steigen noch immer (+22 Fälle pro Tag). [Grafik zur EHEC-Epidemie]
5. Juli 2011 Das Robert-Koch-Institut (RKI, Berlin) veröffentlicht einen Sachstandsbericht (Stand: 30.6.2011).
5. Juli 2011 Die EU verhängt ein Import-Verbot für bestimmte Samen aus Ägypten, darunter auch für den hochverdächtigen Bockshornklee- Samen. Das Import-Verbot gilt zunächst bis Ende Oktober 2011. Außerdem muß EU-weit der seit 2009 von einem ägyptischen Exporteur gelieferte Bockshornklee- Samen sofort vom Markt genommen und vernichtet werden. (d-radio – 5.7.2011) [EFSA-Bericht]
6. Juli 2011 Der Ursprung der EHEC/HUS-Erkrankungen gilt als aufgeklärt. Allerdings ist nach wie vor unklar, wann und wo das Bockshornklee- Saatgut aus Ägypten mit Fäkalien von Menschen oder Tieren verunreinigt wurde. Möglicherweise war es schon bei seiner Ankunft in Europa kontaminiert. Auch konnte bislang noch kein EHEC-Erreger auf Samen-Proben labormäßig nachgewiesen werden. Aber alle epidemiologischen Erkenntnisse (u. a. aus Verzehr- Befragungen und Aufklärung der Vertriebswege) sprechen dafür, daß es mit EHEC-Bakterien verseuchter Bockshornklee-Samen war.
7. Juli 2011 EHEC lt. RKI: 4.190 bestätigte Infektionen, davon HUS: 858 Fälle (20 %), Tote: 53 (inkl. Ausland). Die Infektions-Zahl steigt noch immer (+35 Fälle pro Tag). [Grafik zur EHEC-Epidemie]
8. Juli 2011 Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat angeordnet, daß alle Wirkstoffe und Arzneimittel, die aus zwischen 2009 und 2011 eingeführten ägyptischen Bockshornklee-Samen hergestellt worden sind, sofort vom Markt genommen werden müssen. Bockshornklee-Samen ist beispielsweise in manchen pflanzlichen Magen-Darm-Mitteln enthalten. (d-funk – 8.7.2011)
8. Juli 2011 Im Wasser einer Kläranlage bei Gütersloh wurde der aggressive EHEC-Erreger vom Typ E.coli O104:H4 nachgewiesen. Hygieniker vermuten, daß sich solche Meldungen künftig häufen werden.
15. Juli 2011 Bislang galt Trinkwasser in Deutschland als EHEC-sicher. Nun sind aber im Trinkwasser einiger Orte Brandenburgs Coli-Bakterien (Fäkal-Keime, noch keine EHEC) nachgewiesen worden. Das Wasser muß also mit Exkrementen in Kontakt gekommen sein. Betroffen sind derzeit Babelsberg (bei Potsdam) sowie einige Orte in den Landkreisen Barnim und Oder-Spree. Dort muß das Trinkwasser vor dem Verbrauch unbedingt 3 Minuten lang abgekocht werden.
15. Juli 2011 EHEC lt. RKI: 4.335 bestätigte Infektionen, davon HUS: 859 Fälle (20 %), Tote: 50 (inkl. 2 im Ausland, RKI hat Zahl um 3 nach unten korrigiert). Die Infektions-Zahl steigt noch immer leicht an (+20 Fälle pro Tag). [Grafik zur EHEC-Epidemie]
21. Juli 2011 Die amtliche Verzehrwarnung für rohe Gemüse- Sprossen wird aufgehoben. Nur auf Sprossen aus Bockshornklee-Samen sollte auch weiterhin verzichtet werden.
24. Juli 2011 Die EHEC-Epidemie gilt als abgeschlossen. Der zuletzt beobachtete Krankheitsausbruch bei einem Patienten erfolgte nach Angabe des RKI am 4. Juli 2011. Leider gelang es nicht die EHEC-Quelle zweifelsfrei aufzuklären. Allerdings spricht vieles dafür, daß aus Ägypten importierter Bockshornklee-Samen, der zu Sprossen verarbeitet wurde, mit dem EHEC-Erreger E.coli O104:H4 verseucht war. [31.7.2011: Bilanz der FAZ]
26. Juli 2011 EHEC lt. RKI-Schlußbilanz mit korrigierten Zahlen: 4.321 bestätigte Infektionen, davon HUS: 852 Fälle (20 %), Tote: 52 (inkl. 2 im Ausland). [Grafik zur EHEC-Epidemie 2011] [Wikipedia: HUS-Epidemie 2011]
9. August 2011 Die EU zieht weitere Konsequenzen aus der EHEC-Krise: 2,1 Millionen Euro werden zusätzlich in die Erforschung des aggressiven Erregers investiert. Wissenschaftler aus mehreren europäischen Ländern soll herausfinden, wie sich EHEC und andere gefährliche Keime besser bekämpfen lassen, um so weitere Epidemien verhindern zu können. Insgesamt ist das neue Forschungsprogramm unter dem Namen „Antigone“ mit 12 Millionen Euro ausgestattet [Ed: hm, das wird wohl kaum reichen].
9. September 2011 EHEC lt. RKI-Abschluß-Bericht mit nochmals korrigierten Zahlen: 3.842 EHEC-Infektionen von Mitte Mai bis Mitte Juni 2011, davon HUS: 855 Fälle (22 %), Tote: 57 (inkl. 2 im Ausland). [Kekulé-Kommentar dazu]
   



[ Zum 5. Teil ]   —   [ Ergänzungen oder Fehler mitteilen ]   —   [ Zur Übersicht ]


Rubriken dieser ersten deutschen Internet-Seiten, die sich kritisch mit Lebensmitteln befassen (1993 gestartet)
  • Nahrung (Food-Leitseite)
  • Kulinarisches (Rezepte)
  • Fine Food (Spezialitäten)
  • Übersicht der Skandale
  • Skandale pt.1 pt.2 pt.3
  • Skandale pt.4 pt.5
  • Acrylamid
  • Dioxine
  • Nitrofen
  • BSE-Page (u. a. Gifte)
  • Forderungen von 1989
  • Food in den Medien (Start)
  • Zur Site-map des »khd-research.net«


    © 2011-2012  – Universitätsrat a. D. Karl-Heinz Dittberner (khd) – Berlin   —   Last Update: 08.10.2012 04.05 Uhr