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1 = Das Rotes Rathaus von Berlin, 2 = Fernsehturm, 3 = Alexander- platz, 4 = Warenhaus (Galeria Kaufhof), 5 = Berolina-Haus (C&A), 6 = Alexander-Haus (BGB), 7 = Alexa-Projekt (2006 im Bau), 8 = S- und Regional-Bahnhof Alexanderplatz (Stadtbahn-Viadukt von 1882), 9 = Berliner Congress Center (BCC), 10 = Spree, 11 = Ev. St. Marien Kirche. (Repro: 1.6.2006 khd/SenStadtEntw) | |
| Etwas Historie |
Der Alexanderplatz hat seit dem 13. Jahrhundert eine sehr bewegte Geschichte hinter sich, die recht ausführlich bei Wikipedia nachgelesen werden kann. Der Platz lag einst vor der Stadtmauer am wichtigen Georgentor (ab 1701 das Königstor), durch das die meisten Waren in die Stadt an der Spree kamen. Später entstand hier ein regelmäßiger Markt, um den sich herum recht schnell eine Vorstadt entwickelte die Georgenstadt (später die Königsstadt). Seit 1805 heißt der Platz Alexanderplatz zu Ehren des russischen Zars Alexander I., der Berlin einen Besuch abgestattet hatte. Im 19. Jahrhundert gewann der Platz dann immer mehr an Bedeutung als Handelsplatz und um 1900 war er bereits zum wichtigen Verkehrsknoten geworden.
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| Ein Umbau wird notwendig |
Bereits in den 20er-Jahren erstickte der Platz im Verkehr. Deshalb plante die Stadt einen Umbau mit Vereinheitlichung der Architektur. Aus einem beschränkten Wettbewerb ging 1929 ein Entwurf von Prof. Peter Behrens als 2. Sieger hervor. Dieser sieht einen ovalen Kreisverkehr mit darum in Hufeisenform angeordneten Gebäuden vor. [Foto von 1931].
Realisiert wurde dann bis 1932 der große Kreisverkehr sowie der Bau des Berolina- und des
Alexander-Hauses als Portalbauten an der Stadtbahn durch ein amerikanisches Konsortium. Etliche
Gebäude müssen dem großzügigen Kreisverkehr weichen, darunter auch das
Königstädter Theater mit der beliebten Gaststätte von Aschinger. Eine Vollendung des
Behrens-Plans scheiterte am fehlenden Geld sowie dem Ausbleiben weiterer Investoren. Die Nazis
wußten mit dem Platz nicht rechtes anzufangen und ließen ihn unverändert.
[Foto von 1935].
| DDR baut auf |
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| Ein großer Auftritt |
Natürlich ist der Alexanderplatz der DDR etwas zu groß geraten eine sehr weitläufige Fußgängerzone ohne Schatten. Aber ein ‚sozialistischer‘ Staat brauchte solche Auflaufzonen für politische Großveranstaltungen zur Präsentation seiner Macht. Was die SED-Diktatoren aber nicht ahnen konnten, geschah dann am 4. November 1989 im Vorfeld des Mauerfalls. Das Volk selbst eroberte sich den Alexanderplatz mit einer eindrucksvollen Demonstration von rund 1 Million Menschen, die dort den Rücktritt der ungeliebten DDR-Regierung forderten. 5 Tage später wird die Mauer geöffnet. Und damit beginnt das Ende der DDR und der ‚sozialistischen‘ Baukultur.
| Zu einer Metropole gehören Hochhäuser |
Nach der Wende von 1989/90 wurde 10 Jahre Berlins eigentliche Mitte der Alexanderplatz untersucht und neu geplant. Das mußte sehr sorgfältig geschehen. Denn allzuoft gab es in der Geschichte dieses zentralen Stadtplatzes hervorragende Umbaupläne, die aber nie vollständig realisiert wurden.
In einem städtebaulichen Wettbewerb wurden dann die Visionen des Berliner Architekten Hans Kollhoff 1993 preisgekrönt. Diese sehen eine völlig neue nordöstliche Randbebauung des Platzes mit aus Sockelbauten bis zu 150 Meter emporragenden ‚Wolkenkratzern‘ vor, wobei die Sockelgebäude eine Höhe von 35 Meter erreichen und den Platz eindeutig einfassen sollen.
Diese Vorstellungen wurden vom Berliner Senat in einen Masterplan für Berlins Mitte übernommen. Die Stadt würde damit genügend Büroräume für Firmenansiedlungen und eine unverwechselbare Skyline erhalten. Hier sei in Berlin zudem der richtige Ort, um weltstädtische Hochhäuser mit viel Büroarbeitsplätzen in die Höhe zu ziehen, hieß es.
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Und dabei wäre Berlin-Alexanderplatz ein idealer Standort für den deutschen Finanzplatz (mit Börse). Aber die frankfurtverliebte deutsche Finanzwirtschaft will nicht, daß hier reichlich neue Arbeitsplätze entstehen. Immerhin engagierte sich die Deutsche Bank im Juni 2006 dann schon mal mit dem Kauf der Berliner Bank. Das läßt hoffen auf einen DB-Turm am Alex, zumal von hier der (BBI-) Flughafen per Bahn schneller als in Frankfurt erreichbar sein wird. (Repro: 2004 khd) |
| Bleibt’s wieder nur beim Plan? |
Auf dieser Basis wurde dann in den folgenden Jahren von der Senatsverwaltung die eigentliche Bebauungsplanung für diese ‚1A-Lage‘ vorangetrieben. Für das Areal um den Alexanderplatz existiert seit dem 2. April 2000 ein rechtsgültiger Bebauungsplan (I-B4a). Damit ist eine Geschoßfläche von rund 800.000 Quadratmetern planungsrechtlich gesichert. Allerdings wird sie derzeit wg. der dahindümpelnden Berliner Wirtschaft nicht gebraucht, zumal in der Stadt anderenorts noch reichlich Büroräume leerstehen.
Noch im Mai 2002 hatten sich 4 der Investoren über städtebauliche Verträge verpflichtet, von 2006 bis 2013 die Sockelbauten und Turmhochhäuser im engeren Umfeld des Alexanderplatzes zu bauen. Berlins Senat verspricht sich noch 2003 von der Verwirklichung des städtebaulichen Kollhoff-Konzeptes die Chance einer deutlichen Verbesserung gegenüber der bisherigen Situation. Bis April 2007 hat allerdings keiner der Investoren mit dem Bau eines Turmhauses begonnen. Und es sieht auch nicht so aus, daß das demnächst passieren wird.
Als einziger Neubau ist 2006/07 der Alexa- Komplex an der Stadtbahn in Arbeit, wobei die Investoren auf ihren ‚Turm‘ vorerst verzichten. Gebaut wird hier von ausländischen Investoren aus Portugal und Frankreich ein zentrales Einkaufszentrum für Altbekanntes (Alexa). [Alexa-Baustelle 2006]
| Nun wird am Himmel gekratzt |
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Der Großflughafen ist noch längst nicht fertig, da
kündigen im April 2008 die
Alexa-Investoren an, daß ab 2009 an der Alexanderstraße Ecke Grunerstraße das Turmhaus
gebaut werden soll. Offensichtlich wurden bereits Mieter für das 150 Meter hohe Gebäude
mit 43 Etagen gefunden.