Living in a City  —  Reports aus Berlin     – Zum Report 7 khd
Stand:  17.07.2008   (40. Ed.)  –  File: Bln/Ex/Steglitzer_Schlossstr_02.html


Diese Seite ist eine Ergänzung zu einem Berlin-Report, in dem über die Aufwertung der Steglitzer Schloßstraße durch den Bau neuer Einkaufszentren wie „Das Schloß“ am Rathaus Sreglitz und dem „Schloßstraßen-Center“ am Walther-Schreiber-Platz berichtet wird. Über das alte „Forum Steglitz“ aus den 1960er-Jahren wird in einem anderen Berlin-Report berichtet. Es gilt der allgemeine CopyRight-Hinweis. Manches wurde hier mit [Ed: ...] kommentiert.


Die Steglitzer Schloßstraße (2)

I n h a l t :


E I N   B L I C K   Z U R Ü C K
Steglitzer Schloßstraße mit Rathaus um 1930
^   Die Steglitzer Schloßstraße mit dem Rathaus und Straßenbahn in den 1930er-Jahren. [Alte Steglitz-Fotos]
  (Foto: Archiv Heimatverein Steglitz e.V.)




D A S   S C H L O S S

Einkaufen bei Walgesang

Shopping-Center "Das Schloss" mit 90 Läden öffnet heute.

Aus:
Berliner Zeitung, 16. März 2006, Seite ?? (Berlin). [Original]

STEGLITZ (xalm). Heute ist es so weit: Um 9 Uhr öffnet das Einkaufszentrum "Das Schloss" in der Schlossstraße seine Türen. Den Kunden erwartet ein Einkaufserlebnis der besonderen Art.

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Geschäfte im Schloß

 
"Nach den hässlichen Gropius-Passagen wollte ich etwas Schönes bauen", sagt Bauherr Harald G. Huth [Ed: Selbstkritik – das ist schon mal gut]. Wie würde ein Architekt aus dem 19. Jahrhundert heute bauen, habe er sich gefragt. Seine Antwort: Viel Stuck und Gold, Palmen und Wasser speiende Skulpturen aus der griechischen Mythologie – und dazu: Feng Shui. Über den Einkaufenden wölbt sich deshalb ein Lichthimmel, 24 Projektoren projizieren darauf schwimmende Orkawale und Korallenriffe. Dazu gibt es passende Walgesänge und Meeresduft aus der Lüftungsanlage. Huth will die Menschen aus ihrem grauen Alltag rausholen. "Man soll sich fühlen, als sei man auf Mallorca." Von diesem Konzept verspricht er sich viel. "Wenn die Menschen sich wohl fühlen, geben sie leichter ihr Geld aus", glaubt er.

Die Jugendstil-Fassade der neuen Einkaufspassage besteht aus dem gleichen Stein wie die Dresdener Frauenkirche. Rund 220 Millionen Euro hat das Unternehmen H.F.S. in den Neubau investiert. In dem Center gibt es insgesamt 90 Geschäfte, 20 davon sind bereits auf der Schlossstraße präsent. Bauherr Huth sieht kein Problem: "Die neue Passage wird viele Kunden in die Schlossstraße holen. Das ist eine Chance für den Einzelhandel hier."

Zur Eröffnung gibt es in den Läden Sonderangebote. Außerdem hat "Das Schloss" in den ersten Tagen besondere Öffnungszeiten: Bis Sonnabend von 9 bis 24 Uhr und am Sonntag von 12 bis 17 Uhr. Es gibt 600 Parkplätze, Parkkosten: 1 Euro pro Stunde.



D A S   S C H L O S S

„Da ist so viel Stuck verbaut, da lag der Begriff Schloß nahe“

Nach den Gropius-Passagen eröffnet der H.F.S. Immobilienfonds mit dem "Schloss" das zweite Shopping-Center in Berlin. Peter Oldenburger sprach mit dem Geschäftsführer Harald G. Huth..

Aus: Berliner Morgenpost, 16. März 2006, Seite ?? (Berlin). [Original]

Berliner Morgenpost: Herr Huth, woher kam die Idee, an diesem Standort ein Einkaufszentrum zu errichten?

Harald G. Huth: Ich sah an der Schloßstraße die Chance, etwas Prägnantes zu bauen. Am Kreisel münden die Verkehrsströme aus dem gesamten Südwesten Berlins.

Berliner Morgenpost: Welchem Vorbild folgt die architektonische Gestaltung?

Huth: Die Vorstellung war, an die Zeit der Jugendstil-Kaufhausarchitektur zu erinnern. Die Frage, wie würde ein Architekt von damals mit heutigen technischen Mitteln bauen, brachte uns auf eine Sandsteinfassade. Wir wagen den Spagat, Stile zu mischen.

Berliner Morgenpost: Welche Besonderheiten hat das Schloss?

Huth: Interieur, Aufenthaltsqualität und nicht zuletzt die computeranimierte Lichtinstallation am Himmel der Mall. Sie ist in dieser Form eine Weltneuheit, die ich mir patentieren ließ.

Berliner Morgenpost: Das Projekt startete als Schloß-Galerie. Warum der Namenswechsel?

Huth: Wegen der Verwechslungsgefahr mit dem Schloßstraßen-Center und der Galleria. Außerdem haben wir so viel Stuck verbaut, da lag der Begriff "Schloß" nahe.

Berliner Morgenpost: Welche Erwartungen haben Sie?

Huth: Wenn man in 2, 3 Jahren in ein Taxi steigt und sagt "zum Schloß bitte" und der Fahrer fragt "Nach Charlottenburg oder Steglitz?", wäre das doch eine tolle Sache für Steglitz.



Das Schloss – Stolz von Steglitz

Heute eröffnet luxuriös-durchgestyltes Einkaufszentrum am Kreisel / In den nächsten Tagen: Shoppen bis Mitternacht.

Aus:
Berliner Morgenpost, 16. März 2006, Seite xx (Berlin). [Original]

BERLIN-STEGLITZ (BM). Der Süden von Berlin bietet zum Einkaufen eine neue erste Adresse: Im Herzen von Steglitz, an der Schloßstraße, lockt von heute an das Schloss die Kunden an. Bezirk und Handelsverband sind sich sicher, daß das Center viel Kaufkraft bindet.

Nach 30 Monaten Bauzeit und einer hektischen Schlußphase mit einigen Pannen öffnet heute das Einkaufszentrum Schloss seine Pforten. Das Bauwerk des H.F.S. Immobilienfonds an der Schloß- Ecke Grunewaldstraße gilt mit 220 Millionen Euro Investitionsvolumen als teuerstes Bauprojekt der Wirtschaft in Steglitz seit 1945.

Bei der Pre-Opening-Party [am 15.3.2006 mit 7.000 eingeladenen Gästen] sagte der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) gestern abend vor mehreren Tausend Gästen: "Hier ist etwas ganz Besonderes gelungen, einmalig in Deutschland, wenn nicht sogar in Europa." Wowereit betonte, daß durch das Schloss viele neue Arbeitsplätze geschaffen wurden und es auch als Medienstandort durch den Einzug von 3 Radiosendern Bedeutung gewinne. Nach Wowereits Rede sorgten Max Raabe und sein Palast-Orchester sowie Stars des Musicals "Falco for Ever" für gute Laune.

An der Fassade des Neubaus dominieren Sandstein und Glas, im Inneren wurde mit Böden aus Marmor, Granit in den Farben Jadegrün, Bordeauxrot, Weiß und Schwarz sowie vielen dekorierten Stuckelementen nicht eben gespart. Bauherr Harald G. Huth möchte die "Besucher ablenken vom grauen Alltag und Mallorca-Feeling erzeugen." Dazu ließ er eine aufwendige Projektionstechnik installieren, die computergesteuert Filme an die Decke wirft. Anregungen habe er in Las Vegas und dem Trafford-Center in Manchester gefunden, so Huth. Er rechne mit einer "Sogwirkung" durch das Center für die Schloßstraße, von der die Geschäfte im Umfeld profitieren werden.

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Geschäfte im Schloß

 
Etwa 90 Händler und Dienstleister breiten sich im Schloss auf 36.000 Quadratmetern aus. Besonders das mittlere Preissegment will Huth vertreten sehen. Weitere 12.000 Quadratmeter vermietete Fläche liegen über der Shopping-Welt, die vom Unter- bis ins 2. Obergeschoß reicht. Etwa 600 Parkplätze bietet die Tiefgarage mit Zufahrt von der Grunewaldstraße in 2 Untergeschossen. Die rechtzeitige Fertigstellung des Fußgängertunnels vom U-Bahnhof Rathaus Steglitz zum Schloss wurde allerdings durch die ungünstige Witterung verhindert. Gut die Hälfte der Ladenflächen nehmen Textilanbieter wie Anson's und H&M sowie die Elektronikbranche mit Media-Markt und Conrad ein, die jeweils auf 2 Etagen präsent sind. Etwa ein halbes Dutzend Schuhläden, mehrere Telefonshops, Gastronomie und Spezialgeschäfte sorgen für einen breiten Branchenmix. Das 3. Obergeschoß ist Standort der noch im Bau befindlichen Hauptbibliothek des Bezirks, eines Ton- und eines Fitneßstudios. Die Radiosender Kiss FM 88.8, Berliner Rundfunk 91!4 und r.s.2 teilen sich das Dachgeschoß mit einer Werbeagentur und weiteren Büromietern.

Der Geschäftsführer des Einzelhandelsverbands Berlin-Brandenburg Nils Busch-Petersen spricht von einem "neuen Leuchtturm und wichtigen Anker" für die Schloßstraße. "Die Einkaufsmeile muß sich neu aufstellen, dazu gehört auch, neue Wege in der Präsentation zu gehen." Den Machern des Schlosses sei dies auch aus städtebaulicher Sicht gut gelungen.

Zum ausgiebigen Kennenlernen sind die Öffnungszeiten von heute bis Sonnabend auf 9 bis 24 Uhr erweitert, am Sonntag gibt es eine Sonderöffnung von 12 bis 17 Uhr. Um eine Gleichbehandlung zu gewähren, erlaubt das Wirtschaftsamt allen Geschäften an der Schloßstraße, sich anzuschließen.



Einkaufszentren – Ihr Erfolg hängt von vielen Faktoren ab

Aus:
Berliner Morgenpost, 16. März 2006, Seite ?? (Berlin). [Original]

BERLIN (zy). Stadtsoziologe Hartmut Häußermann von der Humboldt-Universität sieht das Geheimnis gutlaufender Einkaufszentren in mehreren Faktoren begründet: "Sie sollten von ihrer funktionalen Mischung her so ähnlich wie Innenstädte aussehen." Dazu gehöre zum Beispiel auch ein Laden für Tierfutter [Ed: und eine richtige Fleischerei und ein Fischgeschäft, die meistens vergessen werden]. Das sei zwar kein "Renner", werde aber täglich gebraucht. Marktforschung sei vor einer Eröffnung das A und O. Ein weiteres Erfolgsrezept seien große Veranstaltungen und gastronomische Angebote.

So würden in den Neuköllner Gropius- Passagen immer wieder besondere Veranstaltungen stattfinden. Moden- und Autoschauen oder Live-Musik – ohne diese Events sei jedes Einkaufszentrum tot. Am Potsdamer Platz werde gezeigt, wie es gehe. Dort werde für jeden etwas angeboten: für die Jugendlichen zum Beispiel Textilien von H & M, Computer und natürlich – unvermeidbar – Schuhe. Sporadische Überraschungsveranstaltungen seien für alle Einkaufscenter "Pflicht" und müßten organisiert werden. Ob Quiz für Kinder und Erwachsene oder Autogrammstunden mit prominenten Künstlern, alles sei gefragt.

Wichtig sind laut Häußermann auch die "Ankermieter" an den äußeren Enden der Center als Kundenmagneten. Sie bieten an, was oft gebraucht wird. Dazu gehörten Supermärkte ebenso wie Hightech- und Elektronikgeschäfte. Ein besonderes Gewicht sei auf den Center-Service zu legen. "Die Center müssen eine Aufenthaltsqualität bieten, die es auf der Straße nicht gibt – trocken und warm, ordentlich und sauber."

"Rumhängende" Jugendliche dürften zum Beispiel nicht stören, aber auch nicht prinzipiell rausgeworfen werden, da sie zukünftige Kunden seien. Da müsse vom Center- Management eine gute Balance gewahrt werden. "Der Wachdienst muß wissen, wie er mit den Jugendlichen umzugehen hat", meint Häußermann. Die Gäste in den Shopping-Malls zum Beispiel am Potsdamer Platz, in den Schönhauser Allee Arkaden oder am Gesundbrunnen bemerkten dessen Anwesenheit kaum. Ein Kundenservice sei es, die Parkplätze billig zu halten. Nach Erkenntnis Häußermanns spielt die Architektur der Center bei den Kunden kaum eine Rolle: "Da ist nur der richtige Mix beim Angebot wichtig."



Ungleich verteilte Zentren

Aus:
Berliner Morgenpost, 17. März 2006, Seite ?? (Berlin). [Original]

BERLIN (pol). Berlin ist nach einer Studie der Industrie- und Handelskammer (IHK) Berlin auch Hauptstadt der Einkaufszentren. Kunden können unter 54 Shopping-Centern wählen. Hamburg als zweitplazierte Großstadt kommt auf 41 Konsumtempel, davon nur 17 mit einer Verkaufsfläche von mehr als 10.000 Quadratmetern. In Berlin gibt es davon 37, weitere 13 verteilen sich im Berliner Speckgürtel.

Im Größenvergleich rangieren in Berlin die Gropiuspassagen an der Johannisthaler Chaussee in Neukölln mit über 170 Fachgeschäften (85.000 Quadratmetern) weit vor dem Märkischen Zentrum am Senftenberger Ring im Märkischen Viertel mit 120 Geschäften (50.000 Quadratmetern) und dem Zentrum Helle Mitte an der Hellersdorfer Straße in Hellersdorf (40.000 Quadratmeter).

Auffällig ist die ungleiche Verteilung der großen Geschäftszentren auf die einzelnen Bezirke. Lichtenberg verfügt über 11 Einkaufspassagen, liegt damit auch bei der Verkaufsfläche mit 161.800 Quadratmetern deutlich vor Reinickendorf (5 Zentren mit insgesamt 136.700 Quadratmetern). Schlußlicht ist Tempelhof-Schöneberg, das nur die Kaiser-Wilhelm-Passage an der Hauptstraße mit 30 Geschäften (9.000 Quadratmetern) vorweisen kann. Mit dem begonnenen Schloßstraßencenter (12.500 Quadratmeter) am Walther-Schreiber-Platz in Friedenau kann der Bezirk kräftig aufholen.

Wie massiv die Umlandkonkurrenz für Berlins Einzelhändler ist, zeigt ein Detail der IHK-Studie: die 13 großen Einkaufszentren vor den Toren der Stadt bieten rund 1/2 Million Quadratmeter Verkaufsfläche. Berlins 54 Shopping-Center mit dem [neuen] Schloss kommen auf 1,035 Millionen.



Alles anders

Die Geschäfte in der Schloßstraße werden schicker / Auch für die Baulücken gibt es große Pläne.

Aus:
Der Tagesspiegel, Berlin, 17. März 2006, Seite 13 (Berlin). [Original]

STEGLITZ (bm). Ehemalige Steglitzer, die in diesen Tagen nach längerer Zeit wieder einmal die Schloßstraße besuchen, reiben sich die Augen: Was ist denn hier passiert? Der populäre Boulevard, immer etwas bodenständiger und weniger extravagant als Kurfürstendamm und Tauentzienstraße, hat sich im letzten Jahr vermutlich stärker verändert als jemals sonst nach dem Wiederaufbau. Die gegenwärtig größte Zäsur ist die riesige Baulücke am Walther- Schreiber- Platz, wo das ehemalige Held- und spätere Hertie- Kaufhaus der künftigen Schloss- Straßen- Galerie gewichen ist. Kaum weniger massiv sind die Eingriffe, die gegenwärtig am Forum Steglitz vorgenommen werden, jenem Einkaufscenter, mit dem damals in der Schloßstraße die Shopping-Neuzeit begann. Und der Bau des „Schlosses“, das sich hinter dem alten Rathaus an der Ecke Grunewaldstraße eher diskret ausbreitet, hat das Ende der wichtigsten Einkaufsregion im Berliner Südwesten komplett verändert.

Im Windschatten dieser Entwicklung verschieben sich die Gewichte auch an weniger spektakulären Stellen. Das Schuhhaus Leiser beispielsweise zählt zu den größten Mietern im „Schloss“, doch es bietet dort gezielt ein preislich gebremstes, vor allem auf junge Kunden zielendes Sortiment an. Ende März wird die Firma auch weiter östlich, gegenüber von Karstadt, eine neue Filiale eröffnen, die in Angebot und Design vermutlich sehr viel anspruchsvoller ist; das passt auch zum Nachbarn, dem jüngst mit großem Aufwand modernisierten Haus von Peek & Cloppenburg. Dort orientiert man sich eher am Standard der Tauentzienstraße, punktet mit Champagnerbar und Live-Piano und setzt so einen deutlichen Kontrapunkt zum populär gestylten „Schloss“, wo die Firma Anson's nun weitgehend allein für das gehobene Kleidungssegment zuständig ist.

Die Schlüsselrolle für die weitere Zukunft der Straße aber liegt beim Karstadt-Konzern, der seine Kaufhäuser gegen die Konkurrenz der Einkaufszentren behaupten und neu definieren muss. Wertheim und Karstadt, die beiden Häuser in der Mitte der Schloßstraße, stehen ohnehin für eine Renovierung an, und der Vorstand hat bereits angekündigt, dass das Wertheim-Haus nach dem Vorbild des KaDeWe zu einem „Premium- Karstadt“ entwickelt werden soll. Was aus dem eigentlichen Karstadt nebenan werden könnte, steht vorläufig in den Sternen – denkbar, dass es einst in seinem Nachbarn aufgeht und eine weitere Lücke hinterlässt. Aber wenn es so weit kommt, wird auch diese Lücke kaum lange leer bleiben auf einer so ungebrochen populären Straße.



Auf Beutezug im Schloss

Zur Eröffnung des neuen Einkaufscenters gab es schon vormittags einen Besucheransturm.

Aus:
Der Tagesspiegel, Berlin, 17. März 2006, Seite 13 (Berlin) von BERND MATTHIES. [Original]

STEGLITZ (Tsp). Sekt und Orangensaft in der Sparkassenfiliale – das kennen normalerweise nur solvente Geldanleger. An diesem Vormittag in Steglitz wird beides nahezu ohne Ansehen des Kontostands ausgeschenkt, denn die Filiale ist neu – und das Gebäude drumherum erst recht. Erster Tag im „Schloss“, dem Einkaufszentrum am Rathaus Steglitz, und es passiert, was allen neuen Einkaufszentren der Region passiert: Die Menschen strömen hinein, teils einfach neugierig, teils in der Hoffnung auf kurzfristige, noch nie da gewesene Eröffnungs- Sonderangebote. Zäh schwappt der Verkehr über die bisher gut durchlässige Kreuzung vor dem Rathaus, die Polizei leistet Sonderschichten, holt aber bei den vielen Kreuz- und Quer-Parkern in der weiteren Umgebung auch Geld herein.

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Geschäfte im Schloß

 
An diesem Vormittag bewegt sich auch drinnen, an den Engstellen des Gebäudes, nur noch wenig. Drunten im Lichthof hinter dem alten Rathaus, wo es Pizza, Sushi und Bockwurst gibt, tobt ein chinesischer Drachentanz und bringt den Fußgängerfluss ganz und gar auf null – mancher Besucher flüchtet da in Läden, in die er womöglich gar nicht gehen wollte. Angesichts dieser Enge rückt auch die ausgetüftelte Einrichtung – ein Hauch Las Vegas in Stuck für den Berliner Speckgürtel – ein wenig in den Hintergrund, und das Ganze wirkt wohl enger, als es im Alltagsbetrieb tatsächlich ist. Auch die auf den Computeranimationen weit und geheimnisvoll himmlisch wirkende Decke entfaltet ihren Zauber in natura noch nicht so ganz: Es entsteht der Eindruck einer technisch ausbaufähigen Direktübertragung aus einem weit entfernten Meerwasseraquarium.

Die Betreiber haben eine Ladenmischung angekündigt, die sich im mittleren Preissegment bewegt, und das bedeutet, dass die Kunden hier Geschäfte finden, die in jeweils etwas anderer Zusammenstellung durchweg auch die anderen großen Berliner Einkaufszentren bestimmen. Media-Markt und H&M, Drospa und Street One, Pimkie und Bijou Brigitte, Schuhe ohne Ende von Leiser, Görtz, Runners Point, Tack, 90 Händler und Dienstleister insgesamt – dieses Ladenpanorama ist für die Schloßstraße aber insofern neu, als es sich an eine junge, oft nicht sehr einkommensstarke Kundschaft richtet, die sich dort bislang eher nicht zu Hause fühlte. Wer preislich sehr gehobene Markenware oder besonders individuelle Produkte sucht, die es anderswo in Berlin nicht gibt, der ist vermutlich an der falschen Adresse.

Die meisten Geschäfte halten für die Besucher in diesen Eröffnungstagen Sonderangebote bereit. Die Sparkasse allerdings hat keine Kleinkredite zum Vorzugspreis parat, sondern ein Gewinnspiel, und mit kleinen Verlosungen ziehen auch andere Händler Kundschaft an, beispielsweise der Weltbild-Buchladen. Die Thalia- Buchhandlung, ebenfalls an feste Preise gebunden, rückt Wühltische mit Taschenbuch- Remittenden in den Vordergrund, überall gibt es irgendetwas, das Schnäppchenjäger zu einer weiteren Runde durch das Gebäude animieren könnte. Die Schloßstraße, das ist klar, hat mit dieser Eröffnung an ihrer bislang eher uninteressanten Ecke einen neuen Anziehungspunkt gefunden, der die gesamte Umgebung völlig verändern dürfte. Und auch das „Schloss“ selbst hat seinen Endzustand vermutlich noch längst nicht erreicht.

Das „Schloss“ hat heute und morgen noch von 9 bis 24 Uhr geöffnet. Am Sonntag von 12 bis 17 Uhr. Zu diesen Zeiten öffnen auch viele andere Geschäfte in der Schloßstraße.



Das Schloss öffnet seine Tore auch am Wochenende

Aus:
Berliner Morgenpost, 18. März 2006, Seite ?? (Bezirke). [Original]

STEGLITZ (kla). Die Eröffnung des Einkaufszentrums "Das Schloss" hat alle Erwartungen der Bauherren übertroffen. 182.000 Besucher strömten am Donnerstag [16.3.2006] von 9 bis 24 Uhr in das neue Shoppingcenter an der Schloßstraße 34. Das Parkhaus mit 650 Stellplätzen mußte zeitweise gesperrt werden. Auch heute öffnet das Schloss wieder von 9 bis 24 Uhr – der Herrenausstatter Ansons schließt bereits um 22 Uhr. Morgen kann von 12 bis 17 Uhr gebummelt werden. An beiden Tagen öffnen zur gleichen Zeit auch viele andere Läden an der Schloßstraße.



Besuchermassen im Steglitzer "Schloss"

Aus:
Berliner Morgenpost, 20. März 2006, Seite ?? (Berlin). [Original]

STEGLITZ (alma). Zwei Tage nach der offiziellen Eröffnung des Einkaufszentrums "Das Schloss" herrschte an der Schloßstraße in Steglitz ein wahrer Ausnahmezustand. Die Geschäfte waren gestern von 12 bis 17 Uhr geöffnet und zahlreiche Berliner nutzten die Möglichkeit, sich diesen Shopping-Tempel der Superlative anzuschauen, wie am Sonnabend [18.3.2006] schon etwa 150.000 Menschen vor ihnen. Von sonntäglicher Ruhe war allerdings rein gar nichts zu spüren. Zwischendurch wurden sogar immer mal wieder die Eingänge geschlossen, weil es einfach zu voll wurde.

"Man kann davon ausgehen, daß heute mindestens 10.000 Menschen pro Stunde da waren", sagte Center-Manager Jens Kirbach. "Die Menschen sind auch nicht nur aus Interesse an der Architektur da, sondern sie kaufen auch." Nach Einschätzung Kirbachs seien nicht nur Schnäppchenjäger unter den Kunden, was auch mit der Lage zu tun habe. "Besonders gut wird auch das gastronomische Angebot angenommen", so Kirbach. "Wir wollen in Zukunft auch spezielle Gastro-Events anbieten." Einziger Wermutstropfen: Das Ordnungsamt war gestern eifrig dabei, Strafzettel für Falschparker auszustellen und profitierte davon, daß das Parkhaus schon seit Mittag voll war. Kein schöner Zug, wie viele "Schloss"- Besucher fanden.



Staus rund um das neue Einkaufscenter Schloss

Aus:
Berliner Morgenpost, 27. März 2006, Seite ?? (Bezirke). [Original]

STEGLITZ (zy). Das neue Einkaufszentrum Schloss in Steglitz erweist sich seit seiner Eröffnung am 16. März als starker Besuchermagnet. So mußte die Polizei am vergangenen Sonnabend nachmittag [25.3.2006] die Steglitzer Schloßstraße zwischen Schildhornstraße und Albrechtstraße sperren. Der Andrang zum Center am U-Bahnhof Rathaus Steglitz war so groß, daß sich die Autos in dem Bereich extrem stauten. "Gegen 14.40 Uhr hatten wir wegen des dichten Verkehrs eine Stauwarnmeldung mit zunehmender Tendenz herausgegeben", so Polizeisprecher Uwe Kozelnik.

Nach Prognose der Polizei wird es auch in den nächsten Wochen noch zu Staus und im Notfall zu Sperrungen kommen. "Wir schreiben das dem ungebrochenen Interesse an diesem neuen Center zu", so die Polizei. Daher werde die Gegend auch weiter verkehrlich speziell beobachtet und betreut. Erste Erfahrungen zeigten, daß auch viele ortsunkundige Schaulustige die Straßen verstopfen, weil sie nicht wissen, wo es Parkplätze gibt. Nach einigen Wochen werden die Beobachtungen von der Polizei ausgewertet und eventuell nach Alternativen gesucht.

In dem Steglitzer Einkaufszentrum für 220 Millionen Euro gibt es 90 Händler und Dienstleister. Etwa 600 Parkplätze bietet die Tiefgarage mit Zufahrt von der Grunewaldstraße. Bauherr ist der H.F.S Immobilienfonds aus München. [Schloss-Report]



Eine Ampel sorgt für Chaos

Seit der Eröffnung des Einkaufszentrums "Schloss" sind Kreuzungen und Straßen im Wohngebiet verstopft.

Aus:
Berliner Morgenpost, 30. März 2006, Seite xx (Bezirke) von KATRIN LANGE. [Original]

      Das Schloß sorgt für Staus
^   WIE 2004 VORHERGESAGT:  Die Kreuzung Schloß- und Grunewaldstraße ist seit der Eröffnung des Einkaufszentrums "Das Schloss" ein Problemgebiet. Die Staus reichen weit bis in die Schloßstraße hinein. Aber auch die Anwohner in dem angrenzen- den Wohngebiet bis zur Lepsiusstraße lei- den unter dem verstärkten Durchgangs- verkehr.   (Grafik: 30.3.2006 – mopo)
STEGLITZ (BM). Die Zimmer zur Grunewaldstraße meidet Barbara Proske tagsüber. Sie wohnt direkt neben der Parkhauseinfahrt zum Einkaufszentrum "Das Schloss". Vor ihrem Fenster stehen die Autos - meist in beiden Richtungen – im Stau. Vor allem sonnabends. Die einen wollen aus dem Parkhaus hinaus und schaffen es wegen des Rückstaus an der Ampel Rothenburgstraße nicht. Die anderen wollen in das Parkhaus hinein und müssen den Gegenverkehr erst durchlassen. Zwar wußte Barbara Proske bei ihrem Einzug, daß sie an einer belebten Hauptverkehrsstraße wohnen wird, an der auch die Parkplätze knapp sind. "Aber daß ich den Lärm jetzt auch noch jeden Sonnabend bis 20 Uhr ertragen muß und Parken für Anwohner schier unmöglich geworden ist, finde ich schon ärgerlich", sagt die Computerexpertin.

Seit der Eröffnung des neuen Centers vor zwei Wochen hat sich die Verkehrssituation an der Kreuzung Schloß- und Grunewaldstraße verschärft. "Am vergangenem Sonnabend stauten sich die Fahrzeuge in der Schloßstraße bis zur Rheinstraße", sagt Rolf Peplinski vom zuständigen Polizeiabschnitt 45. Schuld daran sei unter anderen die kurze Ampelschaltung an der Schloßstraße. Oft könnten wegen der Fußgänger nur zwei Autos zum Parkhaus in die Grunewaldstraße einbiegen. Er rät dazu, mit der U-Bahn zukommen oder geradeaus weiter zum Parkhaus am Bürohochhaus Kreisel zu fahren.

Damit wäre auch das Wohngebiet hinter dem "Schloss" entlastet. Bis zum Fichtenberg und zur Lepsiusstraße hat der Verkehr zugenommen. Denn alle, die aus dem Parkhaus kommen, müssen rechts Richtung Dahlem fahren. Das war im Verkehrskonzept so nicht geplant, wurde aber von der Polizei kurzfristig angeordnet, damit die Kreuzung Schloßstraße entlastet wird. Die meisten fahren jetzt über die Rothenburg- und Wrangelstraße Richtung Süden oder auf die Westtangente. "Die Rothenburgstraße war einmal eine ruhige Straße", sagt Anwohnerin Evelyn Janensch. Jetzt rausche ein Auto nach dem anderen durch. Auch Klaus Täubert, der seinen Balkon zur Rothenburgstraße kaum noch benutzen kann, hofft, "daß sich alles noch einspielen wird."

Für Centermanager Jens Kirbach hat sich die Situation vor dem Parkhaus und im Wohngebiet jetzt schon entschärft. Zumindest gebe es keine Probleme mehr zwischen Park- und Lieferverkehr, sagt er. Allerdings stimme er mit der Polizei darin überein, daß die Ampel an der Schloßstraße für die Abbieger in die Grunewaldstraße noch nicht richtig eingestellt ist.

Baustadtrat Uwe Stäglin (SPD) hatte das Verkehrsgutachten des Bauherrn auf Machbarkeit geprüft und bestätigt. Ihm sei klar gewesen, "daß es vor dem Parkhaus schwierig werde, weil die Straße sehr schmal ist." Es hätte aber keine Alternative gegeben [Ed = Von 1981 bis 1985 Bürgerdeputierter im Steglitzer Bauausschuß: oh doch, kein Parkhaus im neuen Einkauszentrum – und man kann's Parkhaus ja noch immer schließen...]. Wenn sich in den nächsten Wochen nichts ändere, so Stäglin, wolle er eine Ampel vor dem Parkhaus installieren lassen. Außerdem werde er den Bereich zwischen Breitenbachplatz und Grunewaldstraße hinsichtlich des zusätzlichen Verkehrs unter die Lupe nehmen lassen, um eine akzeptable Lösung zu finden [Ed: die er dort nicht finden wird].

Bis Ostern will auch die Polizei den Bereich rings um das "Schloss" beobachten. "Wenn sich der Verkehr bis dahin nicht normalisiert hat, werden wir alle Beteiligten an einen Tisch holen, um nach Lösungen zu suchen", sagt Rolf Peplinski von der Polizei. Bereits jetzt sei man mit dem Centermanagement im Gespräch. Es reiche aber nicht, Flyer mit dem Hinweis auf andere Parkhäuser zu verteilen.



Schloßstraße verwandelt sich in eine Allee

Aus:
Berliner Morgenpost, 1. April 2006, Seite ?? (Berlin). Kein April-Scherz! [Original]

STEGLITZ (pol). Mehr Bäume in 3 Reihen sollen der Schloßstraße Alleecharakter geben, breitere Gehwege sollen zum Flanieren einladen, weniger Durchgangsverkehr soll die Einkaufsmeile attraktiver machen. Investoren und Geschäftsbetreiber leisten bereits mit neuen und modernisierten Einkaufszentren ihren Beitrag zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts. Der Bezirk will nun [nach jahrzehntelanger Diskussion sowie Bürgerforderungen] nachziehen. Die Bezirksverordneten- Versammlung hat jetzt einem Paket von Maßnahmen zugestimmt, das die Aufenthaltsqualität in der Straße steigern soll.

Knapp 1,5 Millionen Euro will der Bezirk in den Jahren 2008 bis 2010 dafür investieren. So sollen im Abschnitt zwischen Walther-Schreiber-Platz und Schildhornstraße die Bürgersteige verbreitert werden. Dafür entfallen auch Parkplätze. Weil die Wendekehren einiger Seitenstraßen verkürzt werden sollen, entstehen dort Freiflächen mit Platzcharakter, die Räume für Straßencafés, Ruhe- und Verweilzonen schaffen. Eine Kontroverse zwischen den BVV-Fraktionen besteht noch um die Frage, wie der künftig größere Vorplatz des Forum Steglitz am Walther-Schreiber-Platz zu gestalten ist.

Ein zentraler Punkt des Maßnahmenpakets, welches auf den Ergebnissen von Ausschußberatungen beruht, ist die Reduzierung der Lärm- und Abgasbelastung durch den Straßenverkehr. Ein zeitlich begrenztes Lkw-Fahrverbot, festgelegte Zeiten für Lieferverkehr und andere verkehrslenkende Maßnahmen sollen den Durchgangsverkehr stärker als bisher über die Westtangente A 103 leiten. Die angekündigte Busspur erscheint indes nicht realisierbar. Die Verkehrslenkung Berlin hat sie abgelehnt, ein BVG-Gutachten hält sie ebenfalls nicht für sinnvoll. Dennoch will der Bezirk an der Einführung festhalten. Ein dynamisches Parkleitsystem könne jedoch nur mit privaten Geldgebern finanziert werden [Ed: ist aber für den Erfolg sehr entscheidend]. Bevor die BVV die Maßnahmen beschloß, hatte der Haushaltsausschuß die Finanzierbarkeit überprüft.



Karstadt vergrößert sein Kaufhaus an der Schloßstraße

Umbau beginnt in einem Jahr / Wertheim-Filiale schließt 2009

Aus:
Berliner Morgenpost, 22. April 2006, Seite xx (Bezirke). [Original]

STEGLITZ (BM). Die KarstadtQuelle AG hat am Freitag [21.4.2006] weitreichende Pläne für die Modernisierung und Erweiterung ihrer beiden Warenhaus- Standorte an der Schloßstraße bekanntgegeben. Bis 2009 soll das Karstadt-Haus an der Schloßstraße 7–10 umgebaut und von gegenwärtig 17.500 auf 30.000 Quadratmeter vergrößert werden, teilte ein Konzernsprecher auf Anfrage dieser Zeitung mit. Anschließend soll bis 2011 auf dem benachbarten Grundstück des Wertheim-Kaufhauses an der Schloßstraße 11–15 ein Einkaufszentrum mit einem Karstadt-Sporthaus entstehen.

Der Essener Warenhauskonzern hat beide Grundstücke mit zusammen 33.400 Quadratmetern Fläche an den Investor Multi Development Germany GmbH verkauft, hieß es weiter. Der Verkaufswert wurde nicht benannt, soll aber zusammen mit einem weiteren Areal bei 120 Millionen Euro liegen. "KarstadtQuelle wird künftig Mieter in beiden Häusern, ein entsprechender Mietvertrag mit Multi Development ist bereits geschlossen", sagte Karstadt- Sprecher Jörg Howe.

Der Käufer Multi Development mit Sitz in Düsseldorf ist aus der niederländischen AM-Development hervorgegangen und gilt als einer der führenden Betreiber von Einkaufszentren in Europa. Karstadt arbeitet bereits bei einem weiteren Projekt in Duisburg mit der Gesellschaft zusammen.

Die ehrgeizige Zielstellung sieht vor, bereits ab Frühjahr 2007 das Karstadt-Haus nördlich der Treitschkestraße zu räumen. Während des zweijährigen Umbaus bleibe das Wertheim-Haus geöffnet. Über die Auswirkungen der umfangreichen Neupositionierung auf die insgesamt 600 Mitarbeiter sollen in Kürze Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern aufgenommen werden, kündigte das Handelsunternehmen an.

Steglitz-Zehlendorfs Baustadtrat Uwe Stäglin (SPD) erklärte, daß ein modernes Warenhaus der Schloßstraße gut täte. "Es würde genau das Segment abdecken, das derzeit noch fehlt." Bisher lägen ihm jedoch noch keine konkreten Informationen vor, sagte Stäglin am Freitag. Es sei klar, daß beide Standorte inzwischen nicht mehr den Käuferbedürfnissen entsprechen würden. Er gehe davon aus, daß ein Bebauungsplanverfahren für das gesamte Areal bei solchen Größenordnungen sinnvoll und notwendig sei. Ein bedeutender Aspekt werde in jedem Fall sein, in welcher Form der Autoverkehr reguliert werden könnte, gab Stäglin zu bedenken. Zum angekündigten Einkaufszentrum auf dem Wertheim-Standort wollte der Dezernent mangels noch ausstehender Informationen seitens der Investoren keine Stellungnahme abgeben.

Wie berichtet, steckt die beliebte Steglitzer Einkaufsmeile bereits jetzt mitten in einem erheblichen Wandlungsprozeß. So wächst beispielsweise derzeit am Walther-Schreiber-Platz, auf dem Standort des früheren Hertie-Warenhauses, gerade das Schloßstraßen-Center für 80 Millionen Euro in die Höhe. Es soll 70 Geschäfte auf 12.800 Quadratmetern enthalten.

Gleichzeitig wird gegenüber das Forum Steglitz modernisiert und erweitert. Erst vor einem Monat hat am südlichen Ende der Schloßstraße das Einkaufs-Center "Das Schloß" mit 90 Geschäften und 36.000 Quadratmetern Verkaufsfläche eröffnet. [mehr]

Mehr zum Thema Karstadt:
[22.04.2006: Berliner Karstadt-Haus verkauft – Immobilie wird saniert und dann zurückgemietet]  (DER TAGESSPIEGEL)



Bierpinsel auf dem Trockenen

Steglitzer Wahrzeichen an der Schloßstraße geschlossen / Betreiber-GmbH verkauft / Zukunft ungeklärt.

Aus:
Berliner Morgenpost, 25. April 2006, Seite xx (Bezirke). [Original]

STEGLITZ (BM). Gerade einmal 3 Jahre war der Bierpinsel an der Steglitzer Schloßstraße nach langer Verkaufs- und Sanierungsphase wieder geöffnet. Jetzt ist der Gastronomie-Turm, der auch als Wahrzeichen von Steglitz bezeichnet wird, schon wieder komplett geschlossen. Seit dem 31. März sind die Lichter in der Sports-Bar und der Diskothek "Hep's Bar" aus. Das Turm-Restaurant in der obersten Etage hat bereits seit Ende Januar zu. Hintergrund ist ein Wechsel in der Geschäftsführung.

Horst Weißig, Betreiber des Turms und Geschäftsführer der "Bierpinsel GmbH", hat sich aus der Gastronomie zurückgezogen und die GmbH verkauft. Die Mietverträge wurden dabei nicht übernommen. "Ich gehe auf die 70 zu und gebe das Geschäft in jüngere Hände ab", sagt Weißig zu seinen Gründen. Seit 1983 ist er Chef im Bierpinsel gewesen. Von nun an, so Weißig, gebe es zwei neue Geschäftsführer, die ihre eigenen Pläne – mit Sicherheit auch wieder im gastronomischen Bereich – verwirklichen wollten. Zunächst aber werde umgebaut. Über die neuen Hausherren wollte Weißig vorerst keine weiteren Auskünfte geben.

Auch Wirtschaftsstadtrat Klaus-Peter Laschinsky (SPD) ist über den Wechsel im Bierpinsel informiert. "Wir wissen, daß die Geschäftsführer nach neuen Ideen für eine Nutzung des Turms suchen", sagt Laschinsky. Das sei grundsätzlich möglich, denn das Haus ist an keinen Zweck gebunden. Allerdings werde der Bezirk von seinem Zustimmungsrecht Gebrauch machen, sagte Laschinsky. Der Bezirk könne ein Wort mitreden, weil das Grundstück, auf dem der Bierpinsel stehe, ihm gehöre. Noch liegen allerdings keine konkreten Konzepte beim Wirtschaftsstadtrat vor. Es sei lediglich vorgefühlt worden, sagte er. Für Michael Walther hat sich durch den Wechsel in der Geschäftsführung einiges zum Guten gewendet. Der Getränkehändler hatte im Turm die Diskothek "Hep's Bar" betrieben. Das außerordentliche Kündigungsrecht habe ihm die Chance gegeben, sogar noch schneller aus dem Vertrag herauszukommen, sagt Walther. Er sei zwar nicht Pleite gegangen, hätte aber ohnehin die Diskothek aufgeben wollen. Die sei nicht so gelaufen, wie er sich es vorgestellt hatte. Nach dem glimpflichen Auszug aus dem Bierpinsel will sich Walther nun wieder auf seinen Getränkehandel konzentrieren.

Die Sports-Bar hingegen war bei Hertha-Spielen am Wochenende immer bis auf den letzten Platz besetzt. Hier wird es mit Sicherheit eine trauernde Fangemeinde geben. Das Restaurant im obersten Stock wurde vor allem von einem älteren Stammpublikum wegen der guten Aussicht und des Essens geschätzt.

Bereits im Jahre 1969 war der Bau des Bierpinsels von den Bezirksverordneten abgesegnet worden. Drei Jahre später sollte die damals 4 Millionen Mark teure Krönung des neuen mehrgeschossigen Verkehrsknotenpunktes mit U-Bahn und Autobahnzubringer fertig sein. Doch erst 1976 konnte das architektonisch eigenwillige Produkt der Architekten Ralf Schüler und Ursulina Witte mit Freibier und 5.000 Berlinern eröffnet werden.



Sonntags bleibt die Küche im Steglitzer "Schloss" kalt

Gastronomen müssen bislang wie Geschäfte schließen.

Aus:
Berliner Morgenpost, 29. April 2006, Seite xx (Berlin) von KATRIN LANGE. [Original]

STEGLITZ (BM). Der Lichthof im Steglitzer Einkaufscenter "Das Schloss" ist mittlerweile Berlin weit bekannt für seine Gastronomie: Ob Sushi oder Schweinshaxe, Steinofen-Pizza, Eierkuchen oder Kartoffelpuffer – mittags und abends sind in den Restaurants und vor den Imbißständen fast alle Tische besetzt. Pech hat, wer zu spät oder sonntags kommt. Pünktlich um 20 Uhr – wenn die Läden schließen – beginnt das Servicepersonal an den bereits freien Tischen die Stühle hochzustellen. Am Sonntag bleibt die Schloss-Küche komplett kalt. Wer Eis oder Würstchen außerhalb der Ladenöffnungszeiten essen möchte, steht an der Schloßstraße vor verschlossenen Toren.

Dabei wären allen Voraussetzungen für eine getrennte Öffnung von Geschäften und Gastronomie gegeben, behauptet Michael Deichgräber, Mitarbeiter im Restaurant "12 Apostel". Er zeigt an die Decke, in der ein großes goldenes Gitter eingelassen ist. Wenn man das herunterlasse, so Deichgräber, sei der Innenhof ein abgeschlossener Bereich und könnte separat bewirtschaftet werden.

Für Centermanager Jens Kirbach ist das nicht so einfach. "Wir brauchen noch Zeit, um das Problem zu klären", weicht er aus. Machbar sei alles. Nur müsse es sich lohnen. Zum Beispiel die Lüftung einzuschalten. Da müßten schon alle Gastronomen mitziehen. Ob sie das wollen, müsse er erst herausfinden.

Katrin Achtelik, Geschäftsführerin von Pan-Schlemmergrill und die Mitarbeiter vom Kartoffelstand "Pommes de Terre" wären dabei. "Es ist eine so schöne Atmosphäre hier im Rathaus-Innenhof, daß die Leute auch gern länger sitzen bleiben", sagt Katrin Achtelik. Sie ist sich sicher, daß eine längere Öffnungszeit und auch der Sonntag angenommen werden. Schließlich funktioniere das auch in anderen Einkaufscentern.

Etwas skeptischer sieht das Rebekka Jogmin, Filialleiterin am Imbiß der Fleischerei Bendig. "Ab 20 Uhr kommen nur noch die Biertrinker." Der Arbeitsaufwand lohne sich nicht mehr. Sie macht ihre Zustimmung von den "Probewochen" zur Fußball-WM abhängig. Vom 9. Juni bis 9. Juli hat das Center montags bis freitags 10 bis 22 Uhr, sonnabends bis 24 Uhr und sonntags 14 bis 20 Uhr geöffnet. Eine Ausnahme macht das Restaurant "12 Apostel". Weil die Pizzeria einen eigenen Eingang an der Grunewaldstraße hat, ist sie seit drei Wochen bereits bis 23 Uhr geöffnet. Doch sonn- und feiertags bleibt auch hier der Steinofen kalt. Michael Deichgräber gibt sich zuversichtlich: "Das wird sich bestimmt noch ändern."

Zum Beispiel am kommenden Sonntag: Das Schloss beteiligt sich am verkaufsoffenen Sonntag [30.4.2006] zum DFB-Pokalendspiel und macht morgen von 12 bis 17 Uhr seine Tore auf.



Hörfunksender ziehen im "Schloss" zusammen

Aus:
Berliner Morgenpost, 13. Mai 2006, Seite xx (Berlin). [Original]

STEGLITZ (BM). So haust also eine Radio-WG: Die privaten Radiosender rs2, Berliner Rundfunk, Kiss FM und ihre Servicegesellschaften TOP Radiovermarktung und Radio Service Berlin sind gemeinsam auf zirka 3000 Quadratmeter ins "Schloss" in Steglitz gezogen. Gestern wurde in dem Einkaufscenter im Berliner Süden die "Einweihungsparty" gefeiert. Und viele waren gekommen: unter anderen der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und der Direktor der Medienanstalt Berlin- Brandenburg, Hans Hege. Thomas Koschwitz führte durch das Programm, das der Sänger Roger Cicero mit seinem Lied "So geil Berlin" eröffnete. Neben den Einweihungsgeschenken wie Champagner und Blumen brachte die Musikgruppe Ich + Ich eine ganz besondere Aufmerksamkeit mit: Annette Humpe und Adel Tawil überreichten dem Radiosender rs2 eine goldene Schallplatte. "Als kleines Dankeschön für die Unterstützung", wie die Sängerin sagte.

Die können auch die anderen Hörfunkveranstalter gebrauchen, denn der Wettbewerb zwischen den 30 Stationen ist hart. Der Zusammenzug ist daher keine reine Sympathiebekundung. Vielmehr stecken betriebswirtschaftliche Gründe dahinter. "Wir müssen uns für das digitale Zeitalter stark machen", sagt rs2-Geschäftsführer Stephan Hampe. Denn bald werde es viele neue Sender geben. Da lohne es sich, jene Bereich, die ohnehin bei allen gleich laufen, in einem Haus zu bündeln, um Geld zu sparen. Die Redaktionen blieben aber strikt getrennt. Auch der Regierende Bürgermeister findet die Kooperation sinnvoll.

Und auch der rbb bündelt mit seinem InfoRadio seit einigen Jahren die Nachrichtenproduktion für seine sieben Hörfunkprogramme. Gestern war dort die Grundsteinlegung für ein neues Domizil. 6,7 Millionen Euro wird der Pavillon am Theodor-Heuss-Platz kosten, der 2008 bezogen werden kann.



Schloßstraße wird zur Cafémeile

An der Steglitzer Einkaufsstraße haben innerhalb von 3 Monaten 4 Lokale mit Terrassenplätzen eröffnet.

Aus:
Berliner Morgenpost, 16. Mai 2006, Seite xx (Bezirke) von KATRIN LANGE. [Original]

STEGLITZ (BM). Auf der Steglitzer Schloßstraße vollzieht sich ein Imagewandel, der ausnahmsweise einmal nicht auf die rege Bautätigkeit an allen Ecken zurückzuführen ist. "Schuhstraße" – dieser Name haftete der Einkaufsmeile über Jahrzehnte an, weil es zwischen Walther-Schreiber-Platz und Kreiselalle paar Schritte ein Schuhgeschäft gibt.

Paradiesische Zustände für Damen, die immer wieder ihr Herz und ihr Geld an Pumps, Sandalette und Co. verlieren. Wenn es nicht ein Problem gegeben hätte: Es fehlte an Cafés, um die müden Füße auszuruhen.

Dieser Mißstand ist binnen kürzester Zeit behoben worden. Gestern eröffnete mit der Starbucks-Filiale an der Schloßstraße 27 (Ecke Zimmermannstraße) das vierte große Café mit Terrassenplätzen innerhalb von drei Monaten. Schon taufen die ersten Steglitzer die Schuhstraße in "Caféstraße" um. Wirtschaftsstadtrat Klaus-Peter Laschinsky (SPD) begrüßt den neuen Trend: "Es ist wichtig, daß die Leute wieder durch die Straße flanieren und eine Grund zum Verweilen haben", sagt Laschinsky. Gerade Cafés würden dazu einladen.

Lange Zeit hielt das ehemalige Café "Senst" – heute "Confiserie Reichert" – so ziemlich allein die Caféhaustradition in der Schloßstraße hoch. Wer sonntags in der Schloßstraße unterwegs war, ging spazieren oder zu Senst. Dann kamen einige kleinere Läden dazu, wie "Le Café" in der Schloßstraße 26, später ein Café bei Hugendubel und "Coffee culture" in der Schloßstraße 21.

Doch erst mit den Neueröffnungen in den vergangenen Monaten hat sich das Bild an der Schloßstraße – ganz besonders sonntags – tatsächlich gewandelt. Viele Ecken wurden neu belebt, wie zum Beispiel der ehemalige VW-Pavillon an der Kreuzung Grunewaldstraße. Jahrzehntelang diente der Rundbau als Ausstellungsfläche für Autos. Kaum einer blieb dort länger stehen. Jetzt ist Dahlback mit dem Schloss-Café eingezogen und hat dem Platz die Trostlosigkeit genommen. Auch am Hermann-Ehlers- Platz sitzen die Leute seit einigen Wochen beim Espresso-Spezialisten "Balzac Coffee" draußen in der Sonne und genießen die Ruhepause inmitten des Trubels.

Die Kaffeehauskette "Starbucks" ist seit gestern gleich zweimal an der Schloßstraße vertreten: an der Ecke Feuerbachstraße und an der Ecke Zimmermannstraße. Angst, sich gegenseitig Konkurrenz zu machen hat Mitarbeiterin Julia Schulze überhaupt nicht. Man werde sich mit dem Angebot abstimmen, sagt die junge Frau. "Die Leute sind so froh, hier in der Schloßstraße mit einem Kaffee draußen sitzen zu können", sagt die Barista. Sie würden es richtig genießen, eine Pause vom Einkaufsbummel zu machen. Sprunghaft gestiegen sind auch die Möglichkeiten, sonntags in der Schloßstraße zu frühstücken oder Kaffee zu trinken: Alle vier neuen Cafés haben täglich geöffnet.

Der Trend zu mehr Cafés und Ruhepolen in der belebten Straße geht mit Sicherheit weiter. Der Bürgersteig vor dem Forum Steglitz an der Schloßstraße 1wird sich mit Gastronomie-Angeboten, unter anderem einem Eiscafé, beleben. Die Verhandlungen mit dem Stadtplanungsamt laufen, sagt Centermanager Heiner Hutmacher. Doch diesen Sommer wird das wohl nichts mehr werden.

Noch sieht das Forum Steglitz aus als wäre Verpackungskünstler Christo am Werk gewesen. Die Fassade ist komplett eingehüllt, auch im Inneren sind ganze Bereiche abgehangen [Ed: und so sah es im Forum auch schon vor Weihnachten 2005 aus – man trödelt dort gewaltig und ist längst nicht mehr die Nr. 1]. Ende Mai – mit 3 Monaten Verspätung – soll der Bornmarkt mit frischem Fisch, Fleisch und Obst wieder eröffnen. Die letzten Mieter werden im September einziehen. "Wir werden auf jeden Fall das Weihnachtsgeschäft mitnehmen", sagt Heiner Hutmacher. Und mit Sicherheit die Café-Saison im nächsten Jahr.

Adressen und Öffnungszeiten:   (Stand: Mai 2006)



Letzter Vorhang für Steglitzer Musical-Bühne

Überraschendes Ende für Schloßpark-Theater.

Aus:
Berliner Morgenpost, 30. Mai 2006, Seite ?? (Bezirke). [Original]

STEGLITZ (kla). Der rote Teppich liegt noch vor dem Eingang des Schloßpark- Theaters, die Türen jedoch bleiben vorerst geschlossen. Am Sonntag fiel der letzte Vorhang für die Musical-Bühne. Theaterleiter Andreas Gergen hat die künstlerische Leitung abgegeben. Wie es weitergeht, läßt der Betreiber, die Stage Entertainment, noch offen. Von Vermietung, Gastspielen und gelegentlichen Eigenproduktionen ist die Rede. Das Ende kam sowohl für Bezirkspolitiker als auch für den Senat überraschend. Bis 2009 hat die Senatskulturverwaltung den Pachtvertrag abgeschlossen. "Eine dauerhafte Fremdvermietung ist aufgrund dieses Vertrages nicht möglich", sagt Sprecher Torsten Wöhlert. Die neue Nutzung soll erst geklärt werden.

Daß die Idee, Off-Broadway-Stücke erstmals in Steglitz zu zeigen, gescheitert ist, bedauert Kulturstadtrat Erik Schrader (FDP). Er sieht aber "keine echten Nachteile, wenn künftig schon bekannte Stücke laufen". Theaterleiter Andreas Gergen hatte ihm schon im März wissen lassen, "daß der Spagat zwischen Kunst und Kommerz immer schwieriger wird".

Es sei immer mißlich, wenn sich der Staat aus der Kulturförderung zurückziehe, sagt Uwe Lehmann-Brauns, kulturpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion. Für ihn zählt nur eins: "Das Theater darf nicht sterben."



„Das Schloß“ und die Schloßstraße

Aus:
SüdwestStachel – Zeitung von Bündnis90 / Die Grünen Zehlendorf & Steglitz Nr. 22/2006, 7. Juni 2006, Seite 14 (Bau) von ULF HAMPEL. [Original]

Nun ist sie eröffnet, die immer grösser gewordene Schloßgalerie, die nun zum „Schloß“ mutiert ist! Auch wenn die Ausstattung etwas luxuröser ausgefallen ist als das normalerweise bei derartigen Einkaufscentern der Fall ist, bleibt ein bitterer Nachgeschmack:

Nichts ist mit dem gewollten gehobenen ergänzenden Warenangebot zum Bestand in der Schloßstrasse. Im Gegenteil, einige Ketten haben im „Schloß“ Quartier bezogen, die schon in der Schloßstraße angesiedelt waren. Sie werden aller Voraussicht dort nur solange bleiben bis ihre Mietverträge auslaufen. Und was dann? Der Druck wird sich noch erhöhen, denn die Vergrösserung der Forums- Einkaufsfläche, der Neubau des Einkaufscenters am Walther-Schreiber-Platz, die jetzt beginnenden Aktivitäten des Karstadt-Konzerns und die geplante Aufstockung des Woolworth- Gebäudes werden die Einkaufsfläche in der Schloßstraße um ca. 60 % steigern. Das heisst aber auch 60 % Umsatzsteigerung, wenn sich das alles tragen soll. Das ist in einer Stadt, die an 2. Stelle der Verkaufsfläche pro Einwohner aber an 137. Stelle der Kaufkraft liegt, nicht zu erwarten.

Wir haben in einem Antrag in der BVV das Bezirksamt aufgefordert, eine Bestandsaufnahme der Einzelhandelsgeschäfte durchzuführen, um rechtzeitig gegensteuern zu können. Die anderen Fraktionen wollten diesem Antrag nicht folgen, 7 einsame grüne Stimmen bekam der Antrag. Das Gegenargument war: Man könne ja doch nichts dagegen unternehmen. Ein Armutszeugnis für die handelnden Kommunalpolitiker!

Auch unsere düsteren Verkehrsprognosen haben sich leider bestätigt: Die Grunewaldstraße mit den Parkhauszufahrten und die Kreuzung sind völlig überlastet. Der Verkehr in den angrenzenden Wohnstraßen hat zugenommen. Das hat auch der zuständige Stadtrat Herr Stäglin erkannt und will die Verkehrsprobleme rund um das „Schloß“ mit den Beteiligten einer Lösung zuführen. Wir haben ihn mit einem entsprechenden Antrag unterstützt. Besser wäre es gewesen, unserem damaligen Antrag zu folgen, das fast leerstehende und verkehrstechnisch besser erschlossenen Kreiselparkhaus mit einzubeziehen und die Stellplätze im Schloß auf der ursprünglich geplanten halben Käpazität zu belassen. Aber das wollte die Schloßlobby in den anderen Fraktionen nicht.

Zum Bauablauf des Schlosses gibt es auch so einiges zu sagen: Das Ansons- Haus wurde entgegen den Planungen voll in das Schloß integriert, weite Teile des Innenausbaues wurden ohne vorliegende Baugenehmigung gebaut und es sieht so aus als ob sogar eine tragende Wand für das Dach des Rathausinnenhofes keine Baugenehmigung hatte. Jedenfalls war das Bezirksamt überrascht, dass ihre eigene Bibliothek jetzt durch eine vollflächige Mauer keine Aussicht mehr hat. Nachträglich werden jetzt Öffnungen in die Mauer eingebracht um „maximale“ Transparenz zu schaffen. Schilda lässt grüssen.

Aber es gibt auch Positives zu vermelden: Die BVV hat das Konzept des Schloßstraßen- Sonderausschusses mit einem Finanzierungsplan über mehrere Jahre verabschiedet. Wir haben ausführlich über die Absichten zur Attraktivitätssteigerung berichtet. Noch einmal in Kurzform: Fortsetzung des Alleecharakters von der Ahornstraße bis zum Walther-Schreiber-Platz, breitere Bürgersteige, ein Fahrstreifen für den Individualverkehr zur Reduzierung des Durchgangsverkehrs, Wiederherstellung des Walther-Schreiber- Platzes.

So ist zu hoffen, dass die Schloßstrasse trotz aller bedenklichen Entwicklungen im Einzelhandel ein wichtiges Einkaufszentrum bleibt.



Dokus zur Schloßstraße:
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