s
Living in a City Reports aus Berlin Zum Report 6Diese Seite ist eine Ergänzung zu einem Berlin-Report, in dem über die Planung (samt Ärgernissen) des neuen Berliner Großflughafens Berlin Brandenburg International (BBI) berichtet wird. Dazu werden hier einige ausgewählte und besonders interessante Artikel und andere Texte gespiegelt und damit auf Dauer dokumentiert. Manches ist auch mit [Ed: ...] kommentiert. Tipp- und Übertragungsfehler gehen zu meinen Lasten.
Auf dieser Doku-Seite ist auch Copyright- geschütztes Material anderer wegen der permanenten Link- und eigenen HTML-Anker- Möglichkeit dokumentiert. Bitte beachten Sie bei kommerzieller Nutzung das Copyright, das bei den jeweiligen (Zeitungs-) Verlagen liegt. Die meisten Links sind redaktionell hinzugefügt worden. Hier sind dokumentiert:
| BBI Der Bau des Großflughafens in Berlin-Schönefeld (6) |
I n h a l t :
HINWEIS: Infos zum Prozeß um den BBI sind auf den Seiten BBI Der Prozeß zu finden. - Ältere Dokumentationen (5. Teil).
- 03.12.2008: Flughafen Tegel wird vor BBI-Eröffnung erweitert.
- 04.12.2008: BBI wird zum Erfolg für regionale Firmen.
- 06.12.2008: Fester Standort für ILA am BBI geplant.
- 07.12.2008: Fluggastzahlen in Hauptstadtregion steigen deutlich an.
- 08.12.2008: Flughafen BBI: Eine neuer Flughafen und eine Bahn-Blamage.
- 09.12.2008: Beschluss zum Nachtflug auf dem BBI 2009.
- 09.12.2008: Flugverbot nicht erweitert.
- 19.12.2008: Finanzkonzept für Großflughafen fast gesichert.
- 23.12.2008: Shoppingcenter mit Landebahn.
- 17.01.2009: Weitere Aufträge für den BBI vergeben.
- 21.01.2009: Die Deutsche Bahn muss ihre Denkblockade beenden. (Duo-S-Bahn)
- 21.01.2009: Bahn weist Grünen-Forderung nach Duo-S-Bahn zum BBI zurück.
- 02.02.2009: Kein Geld für BBI-Anbindung?
- 04.02.2009: Aufsichtsrat des Flughafens geht in Klausur.
- 11.02.2009: Kein neuer Bahnhof für die Messe.
- 30.03.2009: Bauen ohne Geld.
- 30.03.2009: Hoffen für BBI reicht nicht. (Kommentar)
- 31.03.2009: Hohe Lärmbelästigung bringt Anwohner auf die Barrikaden.
- Weitere Dokumentationen (7. Teil).
Flughafen Tegel wird vor BBI-Eröffnung erweitert
Aus: Berliner Morgenpost, 3. Dezember 2008, Seite xx (Berlin) von KATRIN SCHOELKOPF. [Original]BERLIN (BM). Der Flughafen Tegel wird 3 Jahre vor Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens BBI in Schönefeld im Jahr 2011 erweitert. "Ziel ist es, bis dahin keinen Verkehr abweisen zu müssen", sagte Flughafensprecher Ralf Kunkel gestern. "Insofern ist die Erweiterung Tegels Vorarbeit und eine Investition für und in den BBI." [Ed: und auch eine Folge der voreiligen Schließung des Flughafens Tempelhof].
Bereits in der nächsten Woche gehen vor dem Ausbau von Terminal C in Tegel 3 von insgesamt 5 neuen Abstellplätzen, die sogenannten Vorfeldflächen, für Flugzeuge größerer Bauart in Betrieb. Die verbleibenden zwei Vorfeldflächen werden zunächst zum Lagern des Baumaterials zum Ausbau des im Mai 2007 eröffneten Terminal C genutzt. Im Februar sollen dort die Bauarbeiten beginnen. Derzeit laufen die Ausschreibungen. Geplant ist eine Verlängerung des Terminals nach Osten um 6000 Quadratmeter und damit um die Hälfte der bestehenden Terminal-Fläche. Die Kosten werden mit 8 Millionen Euro beziffert.
Ab Ende August können dann zusätzlich 1,5 Millionen Passagiere abgefertigt werden. Vorrangiges Ziel aber ist es, mit dem ausgebauten Terminal C die Bedingungen für Umsteigeverkehre zu verbessern und damit entsprechenden Verkehr im Vorfeld des BBI zu gewinnen. Das neue Terminal soll Abfertigungsprozesse beschleunigen und optimieren. So soll es für Fluggäste, die in Tegel umsteigen wollen, möglich werden, ohne erneute Pass- und Sicherheitskontrollen Ziele im Bereich für Nicht-Schengen-Staaten wie Moskau, Peking, New York oder Bangkok zu erreichen. Air Berlin wird das Terminal C auch weiterhin zum Großteil nutzen. Hinzu aber sollen Hainan-Airlines und voraussichtlich auch Delta und Continental kommen.
BBI wird zum Erfolg für regionale Firmen
Kleine und mittlere Unternehmen erhielten bisher 81 Prozent der Aufträge beim Flughafen-Bau.
Aus: Die Welt, Berlin, 4. Dezember 2008, Seite ?? (Brandenburg). [Original]POTSDAM (welt.de). Der Bau des Großflughafens BBI in Schönefeld scheint zur Erfolgsstory für den Mittelstand in der Region zu werden. "Erstmals sind bei einem Großprojekt in Berlin und Brandenburg 81 Prozent der zu vergebenden Aufträge an ansässige kleine und mittlere Firmen in der Region gegangen", sagte der Hauptgeschäftsführer der Fachgemeinschaft Bau, Wolf Burkhard Wenkel, gestern in Potsdam sichtlich zufrieden. Beim Projekt Reichstag sei der offizielle Anteil der Firmen in der Region zwar ebenso hoch gewesen, doch habe es sich weitgehend um Unternehmen gehandelt, die "hier nur einen Briefkasten hatten". Beim Bau des Lausitzrings ging die einheimische Wirtschaft fast leer aus.
Das bisherige Auftragsvolumen beim Bau des BBI betrug rund 1 Milliarde Euro. Davon gingen 800 Millionen Euro und damit 71 Prozent an den regionalen Mittelstand. Dabei handelt es sich nach Angaben Wenkels um 8 Firmen, die wiederum Aufträge an Sub-Unternehmen vergeben.
Ziel sei es, weitere Aufträge bei der Gestaltung des Flughafenumfelds zu erhalten. Erfreulich nannte Wenkel, dass der erste Großauftrag für den BBI, der Rohbau des unterirdischen Bahnhofs, vor 2 Jahren an eine Arbeitsgemeinschaft von 4 Berliner mittelständischen Unternehmen ging. Das Auftragsvolumen betrug 112,5 Millionen Euro.
Allerdings ging der Mittelstand bei der Ausschreibung des Terminalrohbaus leer aus. Dabei hatte die Ausschreibung wiederholt werden müssen und war der Bau nun statt in einem in 7 mittelstandsfreundlichen Einzellosen ausgeschrieben worden. Der Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft hatte im Herbst 2007 das Vergabeverfahren wegen Unwirtschaftlichkeit gestoppt. Denn die Angebote der damals 4 Bieter darunter auch Hochtief lagen bei je 1 Milliarde Euro und damit fast 400 Millionen Euro über den von der Flughafengesellschaft kalkulierten Kosten von 630 Millionen Euro. Die Flughafengesellschaft entschloss sich daraufhin zur Neuausschreibung in 7 Einzellosen.
Doch den Zuschlag erhielten im Juni dieses Jahres letztlich doch große überregionale Firmen wie BAM, Max Bögl und Alpine. Für die Fachgemeinschaft Bau "ärgerlich". Doch unter dem Strich habe der Mittelstand vom BBI bislang profitiert, heißt es von Seiten der Fachgemeinschaft.
Für das Unternehmen Karl Weiss aus Berlin/Zeesen ist es einer der größten Aufträge in der fast 100-jährigen Firmengeschichte. Das Unternehmen hat zusammen mit einem anderen für rund 25 Millionen Euro den Zuschlag für die Trink- und Abwasser-Erschließung sowie die Regenwasserableitung für den BBI erhalten. Karl Weiss hofft wie auch die am BBI tätige Firma Pollems auf einen weiteren Auftrag beim Bau des BBI-Businessparks im Umfeld des Flughafens. Dort will der britische Projektentwickler Segro einen Gewerbe- und Logistikpark bauen.
Der BBI als größtes Bauprojekt in der Hauptstadtregion schlägt sich bisher jedoch nicht in der Arbeitsmarktstatistik nieder. In Brandenburg ist die Zahl der gewerblichen Arbeitnehmer in der Baubranche laut Wenkel sogar um 1000 auf 19.000 gesunken, in Berlin stagniere sie bei 10.500. Dabei müssten bei dem Auftragsvolumen des BBI jährlich 4000 Arbeitsplätze gesichert werden, sagte Wenkel. Eine Erklärung findet er dafür nicht.
Fester Standort für ILA am BBI geplant
Kosten betragen 80 bis 100 Millionen Euro.
Aus: Berliner Morgenpost, 6. Dezember 2008, Seite xx (Berlin) von KATRIN SCHOELKOPF. [Original]BERLIN (BM). Die offizielle Entscheidung ist noch nicht gefallen. Doch aller Voraussicht nach wird die nächste Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) vom 8. bis 13. Juni 2010 noch einmal am bisherigen Standort, im Süden des derzeitigen Flughafen Schönefelds, stattfinden trotz Großflughafenbaustelle.
Damit verbundene Zusatzkosten belaufen sich nach Angaben des Leiters für den Bereich Luft- und Raumfahrt in der Senatswirtschaftsverwaltung, Horst-Jürgen Rösgen, in zweistelliger Millionenhöhe. Um die Messe langfristig in der Hauptstadtregion zu halten, wird voraussichtlich für die folgenden Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellungen im Westen des neuen BBI und dem angrenzenden Schönefelder Ortsteil Selchow ein fester, auch für andere Messen und Zwecke nutzbarer Messestandort gebaut. Denn am bisherigen Standort im Süden des derzeitigen Flughafens kann die ILA ab 2012 nicht bleiben; zu diesem Zeitpunkt ist der BBI nach jetziger Planung längst in Betrieb und befindet sich auf dem dann einstigen ILA-Gelände ein Taxiway zur nördlichen BBI-Start- und Landebahn.
Die Kosten für den neuen Messestandort Selchow werden von Rösgen mit satten 80 bis 100 Millionen Euro beziffert. Die müssen entweder die Länder, kommunale oder private Investoren aufbringen. "Zwei sehr große Investoren" haben Rösgen zufolge aber bereits Interesse an dem Investment gezeigt. "Dieser neue Standort könnte dann nicht nur für die alle 2 Jahre stattfindende ILA genutzt werden, sondern stünde zum Bespiel auch für kleinere Luftfahrtmessen zur Verfügung", sagt Rösgen. Klar aber müsse sein, dass der Betreiber nach wie vor die Messe Berlin GmbH ist, um den Messestandort am Funkturm nicht zu kannibalisieren. Das Land Brandenburg hält nach Angaben Rösgens die Selchow-Variante für akzeptabel und sondiert bereits Fördermöglichkeiten.
Fluggastzahlen in Hauptstadtregion steigen deutlich an
Aus: Yahoo-News, 7. Dezember 2008, 8.26 Uhr MEZ (Panorama). [Original]POTSDAM. Die Passagierzahlen auf den Flughäfen der Hauptstadtregion haben laut einem Fachbericht der Länder Berlin und Brandenburg in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Im ersten Halbjahr 2008 seien auf den Flughäfen Tegel, Schönefeld und dem inzwischen geschlossenen Airport Tempelhof 10,25 Millionen Fluggäste gezählt worden, heißt es in dem Bericht. Das seien 10,3 Prozent mehr gewesen als im Vorjahreszeitraum.
Bereits zwischen 2003 und 2007 sei das Passagieraufkommen der 3 Flughäfen um mehr als die Hälfte gestiegen. Im vergangenen Jahr seien erstmals über 20 Millionen Fluggäste gezählt worden.
"In den vergangenen 2 Jahren sind pro Tag im Schnitt 2 Jobs an den Airports entstanden", heißt es in dem Bericht. Derzeit seien dort rund 15.500 Menschen tätig. Während der Bauphase des Flughafens Berlin Brandenburg International (BBI) kämen im Schnitt 7.200 Beschäftigte hinzu.
Flughafen BBI: Eine neuer Flughafen und eine Bahn-Blamage
Aus: Airline-Bewertungen, 8. Dezember 2008, 17.02 Uhr MEZ (Airline-News). [Original]SCHÖNEFELD. Im Plan liegt der Bau des neuen Berliner Flughafens BBI in Schönefeld. Bei aller Zufriedenheit über dieses Projekt, wird oft und gerne übersehen, dass sich alle Verantwortlichen mit der Anbindung des öffentlichen Nahverkehrs an den Flughafen bis auf die Knochen blamiert haben. Seit mehr als 10 Jahren wird am Bau der sogenannten Dresdner Bahn herumgepfuscht, es wurde geplant und verworfen und bis zum heutigen Tage ist das Genehmigungsverfahren durch das Eisenbahn-Bundesamt noch nicht einmal ansatzweise abgeschlossen. Man ist heute so weit wie vor 10 Jahren, und es wäre keine Überraschung, wenn das Bauvorhaben in den nächsten 10 Jahren immer noch keinen Fortschritt gemacht hat.
Nur eines ist absolut sicher, das sich bis zum Tage der Eröffnung des BBI im Jahre 2011 noch kein neues Gleis auf welcher Strecke auch immer befinden wird. Die Strecke des Airport-Express, der Reisende vom Berliner Hauptbahnhof aus in den unterirdischen Bahnhof des Flughafens bringen soll, ist noch nicht einmal auf dem Papier verbindlich konzipiert.
Beschluss zum Nachtflug auf dem BBI 2009
Aus: Berliner Morgenpost, 9. Dezember 2008, Seite ?? (Berlin). [Original]SCHÖNEFELD (BM/schoe). Der Planergänzungsbeschluss für den Großflughafen BBI wird im nächsten Jahr vorliegen. "Wir bemühen uns, den Beschluss in der ersten Jahreshälfte vorzulegen", sagte gestern der Leiter der Planfeststellungsbehörde im Brandenburger Infrastrukturministerium, Michael Bayr.
Die Behörde prüft, inwieweit trotz des grundsätzlich verfügten Nachtflugverbots Starts und Landungen in der Nachtzeit zulässig sind. Die Flughafengesellschaft hat den Bedarf für 113 Flugbewegungen zur Nachtzeit und zum Zeitpunkt des Endausbaus 2023 ermittelt.
Das Bundesverwaltungsgericht hatte 2006 in seinem Urteil zum BBI-Planfeststellungsbeschluss ein Nachtflugverbot von 0 bis 5 Uhr sowie Randzeiten von 22 bis 24 und 5 bis 6 Uhr festgelegt, in denen Flugbetrieb nur im Ausnahmefall unbedenklich ist. Überdies muss die Behörde die Grenzen des Bereichs, in dem Entschädigungen für die Lärmbelästigung tagsüber auf Balkons und Terrassen gewährt werden, neu definieren. Hier hatte das Bundesverwaltungsgericht die Grenze bei 62 Dezibel Lärmbelastung gesehen. Der vom Gericht monierte Planfeststellungsbeschluss sah für die Anwohner ungünstigere 65 Dezibel vor. Ebenso muss das Nachtschutzgebiet, wo Schallschutzfenster gewährt werden, neu geregelt werden.
Flugverbot nicht erweitert
Am Himmel über dem Flughafen Berlin-Brandenburg International (BBI) wird es auch nachts laut werden. Die Ruhezeiten wurden nicht verlängert.
Aus: Der Tagesspiegel, Berlin, 9. Dezember 2008, Seite 13 (Brandenburg) von KLAUS KURPJUWEIT. [Original]SCHÖNEFELD (Tsp). Am Himmel über dem Flughafen Berlin-Brandenburg International (BBI) wird es auch nachts laut werden. Wie jetzt in Tegel wird es auch auf dem BBI während des Nachtflugverbots startende und landende Maschinen geben, die dafür keine Genehmigung brauchen. Ein Versuch der Grünen in Berlin, den Senat zu bewegen, den Zeitraum des Nachtflugverbots zu erweitern, scheiterte am Montag [8.12.2008] im Verkehrsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses.
Das Bundesverwaltungsgericht hatte 2006 ein Nachtflugverbot zwischen 0 Uhr und 5 Uhr verhängt. Starten und landen dürfen in diesem Zeitraum aber Post-, Ambulanz-, Militär-, Polizei- und Regierungsflüge. In Tegel gibt es derzeit zwischen 23 Uhr und 6 Uhr durchschnittlich 2 solcher Flüge, teilte die Stadtentwicklungsverwaltung auf eine kleine Anfrage der Grünen-Abgeordneten Claudia Hämmerling mit.
Ausnahmen gibt es aber auch für Linienmaschinen. In Tegel gilt ein Flugverbot von 23 Uhr bis 6 Uhr, wobei von 23 Uhr bis 0 Uhr nach einer pauschalen Genehmigung geflogen werden darf. Durchschnittlich nutzen 2 Flugzeuge pro Nacht diese Möglichkeit. Zwischen 0 Uhr und 6 Uhr sind Flüge ganz selten.
Die Grünen wollten auch auf dem BBI-Flughafen in Schönefeld das Nachtflugverbot auf den Zeitraum von 23 Uhr bis 6 Uhr ausdehnen. Mit dem Hinweis auf das Bundesverwaltungsgericht, das nur von 0 Uhr bis 5 Uhr ein Flugverbot erlassen hat, lehnten die anderen Parteien dies ab. Flüge zwischen 22 Uhr und 0 Uhr sowie 5 Uhr und 6 Uhr sollen aber nur möglich sein, wenn sie zu keinem anderen Zeitpunkt stattfinden können. 113 solcher Flüge hat die Flughafengesellschaft beantragt, die meisten davon für die Zeit zwischen 22 Uhr und 23 Uhr. Die Genehmigungsbehörde prüft derzeit den Antrag.
In Berlin rechnet man damit, dass gegen die Genehmigung auf jeden Fall geklagt wird: Von Anwohnern, wenn die Behörde zu viele Flüge zulässt, von der Flughafengesellschaft, wenn es zu wenig sein sollten.
Finanzkonzept für Großflughafen fast gesichert
Brüssel hat offenbar nichts dagegen, dass die öffentliche Hand zu 100 Prozent für den Bau des Großflughafens BBI bürgt. Damit ist wieder eine Hürde aus dem Weg geräumt, die das Projekt noch hätte stoppen können.
Aus: Der Tagesspiegel, Berlin, 19. Dezember 2008, 16.07 Uhr MEZ (nur elektronisch publiziert) und 20. Dezember 2008, Seite 14 (Berlin) von KLAUS KURPJUWEIT. [Original]BERLIN/BRÜSSEL (Tsp). Kursbestätigung aus Brüssel für den Flughafenbau in Schönefeld: Nach Informationen, die der Berliner EU-Abgeordnete Michael Cramer (Grüne) nach seinen Angaben in Brüssel erhalten hat, ist nicht damit zu rechnen, dass die Kommission den Finanzierungsplan für den Ausbau zum Flughafen Berlin-Brandenburg International (BBI) stoppen wird. Die Experten erwarteten, dass das Prüfverfahren problemlos innerhalb von 4 bis 6 Monaten abgeschlossen sein wird, sagte Cramer. Vorausgesetzt, es gibt keine Einsprüche von außen.
Überprüft wird dabei, ob die Eigentümer des Flughafens Berlin und Brandenburg sowie der Bund ihre Bürgschaft für die erforderlichen Kredite in Höhe von bisher 2,4 Milliarden Euro von 80 Prozent auf 100 Prozent erhöhen dürfen, oder ob dies eine unzulässige Beihilfe für den Flughafen ist. Die Bürgschaftssumme war, wie berichtet, erhöht worden, weil die Banken nach Beginn der Finanzkrise die Konditionen für die Kredite so erhöht hatten, dass die Kosten für Zinsen nicht mehr in den Wirtschaftsplan der Flughafengesellschaft passten.
Wenn die Eigentümer vollständig bürgen, entfällt für die kreditgebenden Banken das Ausfallrisiko vollständig, falls die Flughafengesellschaft selbst in wirtschaftliche Schwierigkeiten käme. Da sich das Risiko verringert, müssten auch die Zins- und Provisionsforderungen sinken, argumentiert die Flughafengesellschaft. Sie hat ausgerechnet, dass sie dadurch bis 2035 einen Vorteil in Höhe von 576 Millionen Euro erwirtschaften kann. Die Gesellschafter erhalten in diesem Zeitraum für die Bürgschaft Gebühren in Höhe von 188 Millionen Euro.
Ob ein solches "Notifizierungsverfahren" überhaupt erforderlich ist, sei zweifelhaft, heißt es bei der Flughafengesellschaft. Vorsichtshalber werde es aber eingeleitet. Man wolle von Anfang an auf der sicheren Seite sein, sagte Flughafensprecher Ralf Kunkel. Mit einer Notifizierung aus Brüssel würden auch die Verhandlungen mit den Banken einfacher, die dann Gewissheit über die Rahmenbedingungen hätten.
Ursprünglich wollte die Flughafengesellschaft die Kreditvereinbarung mit den Banken bereits im vergangenen Jahr abschließen. Die Verspätung wirke sich nicht auf den Bauablauf aus, versicherte Kunkel. Die Arbeiten könnten noch durch einen sogenannten Brückenkredit in Höhe von 350 Millionen Euro finanziert werden, der bis Ende nächsten Jahres verlängert worden ist. Er war bereits Mitte 2006 von einem internationalen Bankenkonsortium unter Führung der Commerzbank gewährt worden. Für die Verlängerung muss die Flughafengesellschaft nach ihren Angaben zusätzlich 700.000 Euro an Zinsen aufbringen. Zudem hat die Flughafengesellschaft in den vergangenen Jahren aber auch eigene Mittel für den BBI-Ausbau erwirtschaftet.
Ob die Kreditlinie in Höhe von 2,4 Milliarden Euro reicht, ist ungewiss. Bisher hat die Flughafengesellschaft ihren schon vor Jahren aufgestellten Finanzierungsplan nur geringfügig angepasst. Nach wie vor gibt sie die reinen Baukosten mit 1,6 Milliarden Euro an. Das Gesamtprojekt BBI ist mit 2,2 Milliarden Euro veranschlagt. Die Kreditsumme ist höher, weil auch laufende Ausgaben in Schönefeld und Tegel finanziert werden müssen.
Shoppingcenter mit Landebahn
Auf dem Großflughafen Schönefeld soll eine Einkaufszone entstehen. Und die Umzugspläne der Flugbereitschaft des Bundes sind jetzt perfekt.
Aus: Der Tagesspiegel, Berlin, 23. Dezember 2008, Seite 8 (Berlin) von KLAUS KURPJUWEIT. [Original]BERLIN (Tsp). Die Flugbereitschaft des Bundes wird zum neuen Großflughafen Schönefeld ziehen. Doch vom künftigen BBI-Einkaufsparadies werden die Regierungsdelegationen wohl nichts haben. Denn das Shoppingcenter, dessen Bau derzeit vorangetrieben wird, entsteht weit ab vom Regierungsbereich im neuen Terminal. 22.000 Quadratmeter Verkaufsfläche sind dort geplant; die meisten davon hinter dem Sicherheitsbereich. Vor der Kontrolle soll es allgemein zugänglich nur 4000 Quadratmeter Verkaufsfläche geben, davon sind 1200 Quadratmeter für Gastronomie vorgesehen. Der Shoppingbereich ist damit ungefähr halb so groß wie die Potsdamer Platz Arcaden.
In Tegel sind derzeit 5750 Quadratmeter Flächen vermietet, darunter etwa 2500 Quadratmeter für Gastronomie, in Schönefeld sind es 4500 Quadratmeter, wovon knapp die Hälfte auf den gastronomischen Bereich entfällt.
Die Ausschreibungen für die neuen Flächen im BBI-Terminal sollen im nächsten Jahr beginnen. Die Flughafengesellschaft will hier nach Angaben ihres Chefs Rainer Schwarz ein hochwertiges Angebot schaffen. Versucht werde, auch "Berliner Elemente" unterzubringen, frei nach dem Motto: "Von der Currywurst bis zur Cartier-Uhr". Schwarz hält es unter anderem für möglich, dass sich auch das KaDeWe mit einer Auswahl seines Angebots auf dem Flughafen zeigt. Dies sei nicht ausgeschlossen, sagte dazu KaDeWe-Sprecherin Petra Fladenhofer. Entschieden sei aber noch nichts.
Das Vermieten von Flächen für den Einzelhandel und die Gastronomie gehört inzwischen zum Alltag auf Flughäfen. Ein großer Teil des Umsatzes wird hier erwirtschaftet. In Amsterdam-Schiphol etwa stammt bereits die Hälfte der Einnahmen aus dem sogenannten Non-Aviation-Geschäft, zu dem auch das Vermieten von Immobilien zählt. Flächen auf Flughäfen sind begehrt; Leerstand gibt es nur selten. Auch im 2006 eröffneten Hauptbahnhof waren die rund 80 Läden schnell vermietet.
Dem längst beschlossenen (Teil-)Umzug der Flugbereitschaft der Bundesregierung von Köln-Wahn nach Berlin steht jetzt auch formal nichts mehr im Weg. Die Flughafengesellschaft und das Verteidigungsministerium haben sich nun auch über die Größe der Fläche geeinigt, die die Flugbereitschaft auf dem ausgebauten Flughafen Berlin-Brandenburg International (BBI) in Schönefeld erhalten wird.
Sie wird, wie berichtet, ihren Standort im Norden des Flughafens haben, wo sich heute noch der Abfertigungsbereich befindet. 16 Hektar sind dafür geplant. Welche Gebäude weiter genutzt oder was neu gebaut werden muss, sei noch nicht entschieden, sagte ein Sprecher des Ministeriums. Wahrscheinlich werde es einen Mix aus Alt und Neu geben. Neu entstehen werden Hangars für die Flugzeuge. Wie bereits jetzt in Tegel wird der militärische Teil des Flughafens eine eigene Zufahrt erhalten. Vorwiegend sollen Starts und Landungen der Regierungsflüge auf der Nordbahn des Flughafens erfolgen, sagte ein Flughafensprecher. So sei ein weitgehend unabhängiger ziviler und militärischer Verkehr möglich.
Ein Umzug des "politisch/parlamentarischen Bereichs" der Flugbereitschaft sei wirtschaftlich geboten, sagte der Sprecher des Ministeriums. Derzeit sind nur eine kleine Maschine während der Woche für kurze Strecken sowie 3 Hubschrauber in Tegel stationiert.
Wird mit einem Airbus geflogen, muss man die Maschine derzeit leer von Köln-Wahn nach Tegel bringen, wo die Regierungsmitglieder an Bord gehen. Beim Rückflug geht es dann wieder ohne Gäste von Tegel zurück nach Köln-Wahn, bis sich das Spiel wiederholt. Um auch Airbusse in Tegel fest zu stationieren, müssten zusätzliche Hangars gebaut werden, was sich wenige Jahre vor der Aufgabe des Flugbetriebs in Tegel aber nicht mehr lohnt.
Die Luftwaffe könnte Tegel zwar auch nach der Schließung für den zivilen Verkehr weiternutzen, auch als Regierungsflughafen, doch auch dies wäre sehr teuer und unwirtschaftlich. Deshalb kommt es nach der BBI-Eröffnung zum Umzug nach Schönefeld. Der militärische Bereich der Flugbereitschaft bleibt in Köln-Wahn, wo es ideale logistische Voraussetzungen für schnelle Hilfsflüge in Katastrophengebiete gebe, sagte der Sprecher. Einsatzbereit steht dort unter anderem ein Airbus A 310 mit 6 Plätzen für Intensivpatienten und 38 zusätzlichen Patientenliegen an Bord.
M I T D U O - S - B A H N E N Z U M B B IWeitere Aufträge für den BBI vergeben
Aus: Berliner Morgenpost, 17. Januar 2009, Seite ?? (Wirtschaft). [Original]BERLIN (BM/schoe). Für das Terminal des künftigen Hauptstadtflughafen Berlin Brandenburg International (BBI) in Schönefeld sind von den insgesamt 7 Losen 2 weitere vergeben worden.
Nach den Vergaben für den Bau der Gepäckförderanlage und die Rohbauarbeiten im vergangenen Jahr wurden jetzt die Aufträge für die technische Ausrüstung des Terminals mit Heizung, Lüftungen und Sanitäranlagen und für die Gebäudehülle mit Dachkonstruktion vergeben. Die Gebäudeausrüstung ging an eine Bietergemeinschaft der Firmen Imtech Deutschland GmbH & Co. KG Hamburg und Caverion GmbH aus Stuttgart.
Die Montagearbeiten sollen im Juni beginnen. Nach ursprünglicher Planung war der Baubeginn für den 1. April vorgesehen.
Für die Gebäudehülle einschließlich des Daches gingen Aufträge an die Firma Eiffel Deutschland Stahltechnologie GmbH Hannover, die Firma Seele GmbH & Co. KG in Gersthofen aus Bayern sowie eine Bietergemeinschaft aus Radeburg/Bärwalde in Sachsen. Die Stahlbaumontage des 48.000 Quadratmeter großen Terminal-Daches beginnt Mitte dieses Jahres. Die Fassadenarbeiten folgen darauf. Diese sollten ursprünglich am 1. Dezember 2008 beginnen. Von Seiten des Flughafens hieß es gestern, dass die Pläne ständig aktualisiert würden und der Flughafenbau im Zeitplan liege. Insgesamt soll das Terminal 630 Millionen Euro kosten.
M I T D U O - S - B A H N E N Z U M B B IDie Deutsche Bahn muss ihre Denkblockade beenden
Mit moderner S-Bahn in 25 Minuten vom BBI zum Hauptbahnhof.
Aus: Europa-Ticker (Umweltruf), 21. Januar 2009, Seite xx (Presse-Mitteilung) von CLAUDIA HÄMMERLING (Grüne). [Original]D ie Deutsche Bahn muss ihre Denkblockade beenden. Die einfachste und wirtschaftlichste Bahnanbindung zwischen Hauptbahnhof und BBI wäre die Duo-S-Bahn. Diese kann auf S- und Fernbahngleisen mit demselben Zug fahren. Die Duo-Bahn sorgt nicht nur für eine attraktive, termingerechte Bahnanbindung des Hauptbahnhofs. Sie kann zudem problemlos in das S-Bahnbetriebskonzept integriert werden und den S-Bahntunnel zum Hauptbahnhof ersetzen.
Die Infrastruktur ist vorhanden, ein 20-Minuten-Takt ist nach Aussage von Bahnexperten möglich. In Berlin könnten diese Züge sogar bis Gesundbrunnen weitergeführt werden und damit den teuren S21-Tunnel überflüssig machen. Diese S-Bahn würde bis Lichtenrade auf Fernbahngleisen über die in Kürze zu errichtende Mahlower Kurve verkehren und dort auf die S-Bahngleise wechseln. Vor Südkreuz würde sie die bereits eingebaute Technik nutzen, um wieder auf die Fernbahntrasse zu schwenken und von dort über Potsdamer Platz zum Hauptbahnhof, bzw. bis Gesundbrunnen verkehren.
Hamburg macht es vor: Hier werden seit 2008 erfolgreich moderne (Zweisystem-) S-Bahnen eingesetzt.
Was in Berlin fehlt, sind 6 moderne Züge. Da die S-Bahn ohnehin Bedarf an zusätzlichen Fahrzeugen hat derzeit verkehren vertragswidrig auf verschiedenen S-Bahntrassen zu kurze Züge sollten diese Zweisystemfahrzeuge angeschafft werden.
Berlin muss die einzige Chance nutzen, um eine attraktive Bahnanbindung bis zur Eröffnung von BBI fertig stellen. Es ist höchste Zeit, denn die Duobahnen sind Sonderanfertigungen, die einige Zeit bis zur Auslieferung benötigen. [mehr]
A I R P O R T - E X P R E S SBahn weist Grünen-Forderung nach Duo-S-Bahn zum BBI zurück
Duo-S-Bahnen können auf S- und Fernbahngleisen fahren.
Aus: Ad-hoc-News, 21. Januar 2009, 17.48 Uhr MEZ (Brandenburg). [Original]BERLIN. Die Grünen-Fraktion fordert eine Verbindung mit sogenannten Duo-S-Bahnen zum künftigen Hauptstadtflughafen Berlin Brandenburg International (BBI). Die Bahn wies diese Forderung [stante pede] als nicht durchführbar zurück.
Die Duo-S-Bahnen könnten auf S- und Fernbahngleisen fahren und zudem problemlos in das S-Bahn-Betriebskonzept integriert werden, teilte Grünen-Sprecherin Claudia Hämmerling am Mittwoch [21.1.2009] mit. In Berlin könnten diese Züge sogar bis Gesundbrunnen weitergeführt werden und damit den teuren S21-Tunnel überflüssig machen, fügte Hämmerling hinzu.
Ein 20-Minuten-Takt sei nach Aussagen von Bahnexperten möglich. Die Duo-S-Bahn sei damit die einfachste und wirtschaftlichste Bahnanbindung zwischen Hauptbahnhof und BBI, betonte die Grünen-Politikerin. Die Strecke könne in 25 Minuten zurückgelegt werden.
Hämmerling verwies darauf, dass in Hamburg seit 2008 erfolgreich diese Zweisystem-S-Bahnen eingesetzt würden. In Berlin seien 6 solcher Züge notwendig. Es sei höchste Zeit für die Deutsche Bahn, sich zu entscheiden, denn die Duo-S-Bahnen seien Sonderanfertigungen, die einige Zeit bis zur Auslieferung benötigten.
DB-Sprecher Burkhard Ahlert sagte, der Grünen-Vorschlag sei aus technischen, finanziellen und zeitlichen Gründen nicht umsetzbar. Die Züge, die in Hamburg führen, könnten in Berlin wegen unterschiedlicher technischer Voraussetzungen nicht eingesetzt würden. Daher müssten komplett neue Züge konstruiert und hergestellt werden, ergänzte Ahlert.
Außerdem seien in Berlin sogenannte Kreuzungsbauten mit Brücken und Rampen notwendig, um den Zug von einer S-Bahn- auf eine Fernbahntrasse einzufädeln. Insgesamt entstünden Kosten in Millionenhöhe sowie große Zeitverluste. Der Vorschlag der Grünen sei daher vollkommen unrealistisch, unterstrich Ahlert [Ed: wirklich...?].
Die DB bleibe bei ihrem Plan, die S-Bahn langfristig über die sogenannte Dresdner Bahn zum BBI zu führen. Diese könne aber bis zur geplanten Eröffnung des BBI im November 2011 nicht fertiggestellt werden, weil die Baugenehmigung auch wegen Verzögerungen des Senats noch ausstünde. Solange würde vom Hauptbahnhof eine andere S-Bahn-Verbindung zum BBI genutzt. Die Fahrzeit betrage aber mindestens 45 Minuten, räumte Ahlert ein.
Kein Geld für BBI-Anbindung?
Abgekoppelt vom Flughafen? Senat lehnt eine Unterstützung der Regionalbahnlinie 24 ab
Aus: B.Z., Berlin, 2. Februar 2009, ??.?? Uhr MEZ (nur elektronisch publiziert). [Original]HOHENSCHÖNHAUSEN (bz). Der Baustadtrat fordert weiter die Anbindung des Bezirks an den Großflughafen Berlin-Brandenburg International (BBI). Der Senat erteilt diesem Anliegen eine Absage. Die von Brandenburg geplante Regionalbahnlinie 24 von Eberswalde nach Hohenschönhausen und Lichtenberg über den Flughafen nach Wünsdorf könnte eine entsprechende Infrastruktur bieten. Doch der Senat lehnt eine Kofinanzierung der Verbindung ab. Alternative: 1,5 Millionen Berliner sollen über den Hauptbahnhof fahren.
Der Stadtrat für Stadtentwicklung, Bauen, Umwelt und Verkehr, Andreas Geisel (SPD), hat einen Brief an Stadtentwicklungssenatorin Junge-Reyer (SPD) geschrieben. Mit einer Fahrzeit von rund 15 Minuten zwischen dem Bahnhof Lichtenberg und dem Flughafen könnte die Anbindung der östlichen Bezirke an den BBI deutlich verbessert werden.
Aufsichtsrat des Flughafens geht in Klausur
Aus: Berliner Morgenpost, 4. Februar 2009, Seite ?? (Berlin). [Original]BERLIN (BM). Der Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft unter Vorsitz des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit kommt heute zu einer ganztägigen Klausurtagung am Motzener See zusammen.
Thema ist die Finanzierung des neuen Flughafens BBI, die Investitionsplanung für den BBI in diesem Jahr sowie die Suche nach einem kaufmännischen Geschäftsführer. Dem Vernehmen nach soll die EU angesichts des Zeitdrucks bei der BBI-Finanzierung einem vereinfachten und damit verkürzten Notifizierungsverfahren zustimmen, so dass die Flughafengesellschaft keine Liquiditätsengpässe befürchten muss.
Kein neuer Bahnhof für die Messe
Auf dem Messegelände wird weiter abgerissen und gebaut einen neuen Bahnhof für den Regionalverkehr wird es aber auf absehbare Zeit nicht geben. Damit fehlt nach der Aufnahme des Betriebs auf dem Flughafen Berlin-Brandenburg International (BBI) in Schönefeld weiter eine schnelle Verbindung auf der Schiene zum Messegelände.
Aus: Der Tagesspiegel, Berlin, 11. Februar 2009, Seite xx (Berlin) von KLAUS KURPJUWEIT. [Original]BERLIN/POTSDAM (Tsp). Auf dem Messegelände wird weiter abgerissen und gebaut einen neuen Bahnhof für Züge im Regionalverkehr wird es aber auf absehbare Zeit nicht geben. Damit fehlt nach der Aufnahme des Betriebs auf dem Flughafen Berlin-Brandenburg International (BBI) in Schönefeld weiter eine schnelle Verbindung auf der Schiene zum Messegelände.
Pläne, einen Regionalbahnhof zu bauen, werden derzeit nicht weiterverfolgt. Sie waren Mitte der 90er Jahre entwickelt worden. Damals war vorgesehen, neben dem S-Bahnhof Messe Nord einen weiteren Halt für den Regionalverkehr zu schaffen. Die Konzeption sah vor, den Airport-Express vom BBI durch den Nord-Süd-Tunnel zum Hauptbahnhof und weiter über den Nordring zu führen. Von dort sollten die Züge über Grunewald wieder nach Süden bis Potsdam fahren und am Messegelände halten.
Inzwischen soll der Airport-Express als RE 9 aber nur noch zwischen Flughafen und Hauptbahnhof pendeln. Die Verbindung vom Nordring zur sogenannten Wetzlarer Bahn über Grunewald ist zwar aufwendig ausgebaut worden; sie wird planmäßig aber kaum genutzt.
Ein zusätzlicher Messebahnhof für den Regionalverkehr sei derzeit kein Thema, hieß es bei der Messe. Auch bei der Verkehrsverwaltung gibt es keine Pläne dazu. Und beim Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) hieß es, ein solcher Halt sei derzeit nicht finanzierbar.
Konkret geplant ist derzeit nur ein neuer Bahnhof für den Regionalverkehr in Köpenick. Baubeginn ist für 2010/11 vorgesehen. Dafür wird dann der Stopp in Karlshorst aufgegeben. Gefordert wird zudem, beim Ausbau der Dresdner Bahn einen Regionalbahnhof an der Bu ckower Chaussee in Marienfelde zu bauen. Einen Beschluss dazu gibt es aber nicht. Nicht weiterverfolgt wurde auch der Vorstoß der Grünen, am Olympiastadion einen Regionalbahnhof zu bauen.
Theoretisch wäre es auch möglich, in Eichkamp neben dem S-Bahnhof Messe Süd einen Regionalbahnhof zu bauen. Das Vorhaben wäre dort aber extrem teuer, weil die Bahnanlagen nur sehr aufwendig dafür hergerichtet werden könnten. So bleibt als Zubringer zur Messe auf der Schiene weiter nur die S-Bahn und mit einem längeren Fußweg verbunden die U-Bahn mit dem Bahnhof Kaiserdamm an der U 2.
Bauen ohne Geld
Die Arbeiten am Flughafen Schönefeld laufen auf Hochtouren. Die Finanzierung mit den Banken steht aber weiter aus.
Aus: Der Tagesspiegel, Berlin, 30. März 2009, Seite xx (Brandenburg) von KLAUS KURPJUWEIT. [Original]SCHÖNEFELD (Tsp). Die Kräne drehen sich fast pausenlos, die Betonmischfahrzeuge rollen unentwegt. Nach der kurzen Frostpause laufen die Ausbauarbeiten auf dem Flughafen in Schönefeld wieder auf Hochtouren. Mitte des Jahres soll bereits die Stahlbaumontage des 48.000 Quadratmeter großen Daches der Terminalhalle beginnen. Aufträge im Wert von rund 1,2 Milliarden Euro sind bereits vergeben worden. Wie sie finanziert werden, ist allerdings immer noch offen. Der erforderliche Kredit der Banken über 2,4 Milliarden Euro steht weiter aus. Ursprünglich sollten die Verträge bereits Ende 2007 unterschrieben werden.
Wie ernst die Lage ist, zeigt auch der Beschluss, den Vorstand durch einen Finanzfachmann zu ergänzen. Noch hat man aber keinen Kandidaten gefunden. Das Gremium muss dafür nicht aufgebläht werden, denn Ende des vergangenen Jahres ist das fürs Personal zuständige Vorstandsressort aufgegeben worden. Grund: Die Flughafengesellschaft hat nach dem Verkauf ihrer Anteile an der Abfertigungsfirma Globe Ground die für das Installieren eines Personalvorstands vorgeschriebene Zahl der Mitarbeiter unterschritten.
Bisher seien alle Rechnungen für den Ausbau Schönefelds zum Flughafen Berlin-Brandenburg International (BBI) pünktlich bezahlt worden, heißt es bei der Flughafengesellschaft. Auch derzeit gebe es hier keine Probleme. Noch kann die Flughafengesellschaft von einem Kredit in Höhe von 350 Millionen Euro "leben", der ihr Mitte 2006 von einem internationalen Konsortium unter Führung der Commerzbank gewährt worden war.
Zudem liegt die Flughafengesellschaft bei ihrer Eigenfinanzierung bisher sogar über Plan. 440 Millionen Euro aus dem mit 2,2 Milliarden Euro veranschlagten BBI-Projekt muss der Flughafen selbst aufbringen. Etwa die Hälfte wurde bereits aus den Gewinnen der vergangenen Jahre erwirtschaftet. Auch 2008 hat es wieder ein Plus gegeben. Weniger rosig sind die Aussichten für dieses Jahr. Die Wirtschaftskrise verschont auch die Berliner Flughäfen nicht, die zuletzt in Deutschland stets Spitzenreiter bei den Wachstumszahlen waren. Zuletzt ging es hier aber abwärts. Im Januar lag der Passagierrückgang bei 5,9 Prozent, im Februar sogar bei 8,1 Prozent. Entsprechend gehen auch die Einnahmen zurück. Ob das Ziel, wieder so viele Passagiere wie im vergangenen Jahr abzufertigen, erreicht wird, ist ungewiss. Mit 21,4 Millionen Fluggästen hatte es 2008 ein Rekordjahr gegeben.
Umso dringender ist die Flughafengesellschaft jetzt darauf angewiesen, schnell eine Kreditvereinbarung mit den Banken abzuschließen. Diese zögern aber derzeit noch. Sie warten ab, ob die EU-Kommission genehmigen wird, dass die Gesellschafter Berlin, Brandenburg und der Bund für die Kredite vollständig bürgen dürfen. Ursprünglich sollte es nur eine 80-prozentige Bürgschaft geben. Weil die Banken in den Verhandlungen nach Beginn der Wirtschaftskrise aber ihre Zinsforderungen in die Höhe geschraubt hatten, erhöhten die Gesellschafter im Oktober 2008 ihre Bürgschaft auf 100 Prozent. Durch die höhere Sicherheit soll die Zinslast gesenkt werden, weil sich das Risiko für die Banken minimiert. Die EU muss nun prüfen, ob dies eine verbotene Beihilfe ist.
Sollte Brüssel der höheren Bürgschaft aber zustimmen, könne der Kreditvertrag in der zweiten Jahreshälfte abgeschlossen werden, ist Flughafensprecher Ralf Kunkel überzeugt. Auf dem Bankenmarkt gebe es eine "gute Resonanz." Zudem habe die EU in der Vergangenheit ähnliche Vorhaben meist genehmigt gerade erst wieder in Dresden. [mehr]
Hoffen für BBI reicht nicht
Aus: Der Tagesspiegel, Berlin, 30. März 2009, Seite xx (Meinung) von KLAUS KURPJUWEIT. [Original]BERLIN (Tsp). Bisher ist alles gut gegangen. Beim Ausbau Schönefelds zum Flughafen Berlin-Brandenburg International (BBI) sind die Planer nach mehreren Verschiebungen jetzt im aktuellen Zeitplan, sodass die neue Anlage wie geplant Ende 2011 eröffnet werden könnte. Dann müsste aber weiter alles klappen. Nicht nur auf der Baustelle. Höchste Zeit wird es nun, auch die Finanzierung in den Griff zu bekommen. Denn eine Vereinbarung mit den Banken über einen notwendigen Kredit in Höhe von 2,4 Milliarden Euro für die Flughafengesellschaft steht weiter aus. Und die Baufirmen wollen für ihre Arbeit schließlich bezahlt werden. Das Geld muss also her. Zuversicht allein reicht hier auf Dauer nicht.
Noch beschwichtigt die Flughafengesellschaft. Und auch die Eigentümer Berlin, Brandenburg und der Bund halten nach außen weitgehend still. Dass sie beunruhigt sind, zeigt aber die Absicht, einen Finanzfachmann in den Vorstand der Flughafengesellschaft holen zu wollen.
Die Voraussetzungen für einen Abschluss mit den Banken können bestens sein, wenn die EU-Kommission gestattet, dass die Eigentümer für den Kredit eine hundertprozentige Bürgschaft übernehmen. Mehr Sicherheit für einen Kredit können die Banken nicht haben. Wenn sie dafür kein Geld bereitstellen würden, bliebe die Frage: Wo dann?
Und was passiert, falls die EU wider Erwarten die volle Bürgschaft ablehnen sollte? Noch will sich die Flughafengesellschaft offiziell damit nicht beschäftigen. Aber einen Alternativplan sollte sie schon haben und auch bald darüber reden, um keine Unruhe bei Baufirmen aufkommen zu lassen. Es wäre ein riesiger Schaden, wenn die Arbeiten, die endlich mal im Zeitplan sind, gestoppt werden müssten, weil die Rechnungen nicht mehr bezahlt werden können.
Auch die Politik sollte klar stellen, dass sie Geld locker machen würde, falls die Kreditverhandlungen scheitern sollten. Als Eigentümer müssten Berlin, Brandenburg und der Bund ohnehin einspringen, wenn das BBI-Projekt dann nicht gefährdet werden sollte. Ein klares Bekenntnis zum BBI und seiner Finanzierung würde die Voraussetzung schaffen, dass auch beim Geld weiter alles gut geht.
Hohe Lärmbelästigung bringt Anwohner auf die Barrikaden
Aus: Airline-News, 31. März 2009, 13.05 Uhr MESZ (Sonstiges). [Original]SCHÖNEFELD. Die Anwohner des zukünftigen Flughafens BBI erheben schwere Vorwürfe gegen die Senatsverwaltung, denn diese hätte mit ihrer Lärmminderungs-Planung die Mindestanforderungen der EU nicht erfüllt. Besonders betroffen, so fürchten die Anwohner, seien die Ortsteile Bohnsdorf und Schmöckwitz. Und so werden einige Bürger Beschwerde bei der zuständigen EU-Kommission einlegen.
Vorwürfe gegen die Senatsverwaltung
Die Senatsverwaltung hätte in ihrer Planung weder den aktuellen noch den künftigen Flughafen berücksichtigt. In der sogenannten Kartierung seien keinerlei Schutzmaßnahmen in die Planung aufgenommen worden, so dass mit erheblichen Lärmbelästigungen gerechnet werden muss.Nicht gerade bürgerfreundlich gibt sich der Senat. So erklärte eine Sprecherin: "Wir richten uns mit den Lärmaktionsplanungen in jedem Fall nach den EU-Richtlinien. Basis der Planung sind Daten aus dem Jahre 2004." Damals musste der Flughafen Schönefeld tatsächlich in der Planung nicht berücksichtigt werden, da die Zahl der Flugbewegungen zu dieser Zeit unter der definierten Grenze von 50.000 lag. Doch dies nützt den betroffenen Anwohnern gar nichts.
Dokus zum BBI-Bau:
[1] [2] [3] [4] [5] [6] [7] [8]
| Rubriken dieser Berlin-Präsentation | |||
|
|
|
|
|
| Zur Site-map des »khd-blog.net« | |||
|