Dieses ist eine Ergänzung zu einem Berlin-Report. Es gilt der allgemeine CopyRight-Hinweis.
I n h a l t d i e s e r G e s c h i c h t e a u s S c h i l d a :
Zum Verlauf der geplanten
S-Bahnlinie S 21 und den
Erläuterungen dazu.- 29.01.2004: Auf zweierlei Gleis zum neuen Hauptbahnhof.
- 21.05.2005: Vorläufig keine S-Bahn.
- 22.06.2005: S 21 frühestens in 6 Jahren fertig.
- 08.05.2006: Kolonnenstraße erhält S-Bahnhof.
- 19.05.2006: Bahn überrascht mit WM-Shuttle-Service.
- 09.06.2006: Der WM-Shuttle verbindet das Südkreuz mit Gesundbrunnen.
- 22.06.2006: Die S21 rollt und wird für 200 Millionen neu gebaut.
- 23.07.2006: Bau neuer S-Bahn zum Hauptbahnhof noch ungewiss.
- 15.08.2006: S-Bahnhof europaweit ausgeschrieben. (Kolonnenstraße)
- 19.07.2007: Bau der S-Bahn zum Hauptbahnhof verzögert sich.
- Weitere Dokumentationen (2. Teil).
| 2002 Die geplante S-Bahnlinie S 21 (1) |
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Das war eigentlich geplant: Eine neue S-Bahnlinie S 21, die den zentralen Lehrter Bahnhof (Hauptbahnhof) mit dem Nordring und dem Südring der S-Bahn intelligent verbindet. Geplant ist jetzt nur noch die Stummelverbindung vom Hauptbahnhof (Lehrter Bahnhof) bis zum Nordring ein Schildbürgerstreich der Extraklasse. (Grafik: 17.5.2005 khd-research)
Vorläufig keine S-Bahn
Während Berlins Senat alles für die Autofahrer tat, bleiben S-Bahnfahrer aus Nord- und Süd-Berlin auf der Strecke.
BERLIN 21.5.2005 (khd). Durch den Nord-Süd- Tunnel werde bis auf weiteres keine S-Bahn fahren, teilte die Deutsche Bahn am 10. Mai mit. Die grüne Bundestagsabgeordnete Franziska Eichstädt- Bohlig hatte gefordert, die Tunnel-Gleise auch mit Gleichstrom für S-Bahnen auszustatten oder Zweisystem- S-Bahn- Züge einzusetzen, die sowohl auf dem vorhandenen S-Bahnnetz als auch auf den Gleisen der Fernbahn verkehren können. Der Lehrter Bahnhof wird über Jahre ein Hauptbahnhof im Niemandsland bleiben. Dies liegt auch daran, daß die Bahn AG und das Land Berlin sich einer praktikablen Lösung für eine Nord- Süd- S-Bahn- Anbindung [durch die S 21] verweigern, sagte Eichstädt- Bohlig der taz. Die Bahn lehnte jetzt beide Vorschläge ab. Ersterer sei mit über 100 Millionen Euro Mehrkosten zu teuer, letzterer sprenge die Kapazitätsgrenzen des Tunnels [Ed: hm, wollte man nicht modernste Signaltechnik einsetzen?]. Stattdessen soll ab 2009 ein erster Abschnitt der S 21 zwischen Lehrter Bahnhof und Nordring in Betrieb gehen, der aber das Zubringer- Problem nicht beseitigen wird.Um das Zubringer-Problem des Hauptbahnhofs zu lösen, muß die S 21 wie ursprünglich geplant vom Lehrter Bahnhof über Potsdamer Platz mit der alten Nord-Süd- S-Bahntrasse verbunden werden. Im Bereich der Ebertstraße kann dazu der bereits um 1936 gebaute viergleisige Tunnel (Heuboden) verwendet werden. Auch ist es sinnvoll, die früher am Schöneberger Gasometer bestehende Verbindung zum Südring zu revitalisieren, so daß S-Bahnen direkter zum Flughafen Schönefeld fahren können. Über eine Verbindung der S 21 zwischen Gleisdreieck und Yorckstraße mit der Anhalter und Dresdner Bahn wären auch die südlichen Berliner Bezirke an den Hauptbahnhof direkt angeschlossen. Aber all solch Sinnvolles will Berlins Politik und damit die Bahn nicht. Investiert wurde stattdessen in einen 400-Millionen-Euro- Autotunnel, den eigentlich keiner so recht braucht. [mehr] [Kommentar]
Erläuterungen zur S 21: S 21 Die Planung für eine weitere Nord-Süd-S-Bahn, die heute S 21 genannt wird, begannen bereits in den 1930er-Jahren. Bereits beim Bau der Nord-Süd-Querung via Friedrichstraße wurden damals einige bauliche Vorleistungen erbracht. Dudenstraße Ein S-Bahnhof, der bereits in den 1930er-Jahren versprochen war. Gleisdreieck Dieser S-Bahnhof mit guter Umsteigemöglichkeit zu 2 wichtigen U-Bahnlinien (U 1 und U 2) wurde nicht vorbereitend gebaut. Gesundbrunnen Dieser Bahnhof soll ab 28.5.2006 Nordkreuz heißen, obwohl es gar kein Kreuz ist. Als die Bahner das auch bemerkten, beschlossen sie: Es bleibt beim Namen Gesundbrunnen. Kolonnenstraße Ein S-Bahnhof, den es bis zu seiner Zerstörung im Jahr 1944 schon einmal gab. Baustart für den Neubau war dann Ende 2006. Die neue Station wurde im Mai 2008 eröffnet. Nordbahnhof Dieser Bahnhof hieß bis 1950 Stettiner Bahnhof. Papestraße Dieser S-Bahnhof heißt ab 28.5.2006 Südkreuz und ist dann ein Kreuzungsbahnhof für S-Bahnen, Fern- und Regional-Bahnen. ![]()
Perleberger Straße Der Neubau sei vorläufig nicht notwendig, heißt es beim Berliner Senat. Potsdamer Platz Das ist der alte S-Bahnhof (nicht der neue Regionalbahnhof). Hier sind bereits bauliche Vorleistungen für eine S 21 erbracht worden. Dazu gehören u. a. Ein- und Ausfädelungsgleise zum späteren S-Bahnhof Gleisdreieck. Reichstag Dieser S-Bahnhof östlich des Reichstagsgebäude wurde nicht vorbereitend gebaut, nur ein sehr teurer U-Bahnhof westlich des Reichstagsgebäude für eine Verlängerung der U 5 vom Alexanderplatz über die Schloßinsel bis zum Lehrter Bahnhof (Hauptbahnhof). Warum hier nicht ein gemeinsamer Bahnhof gebaut wurde, blieb unklar. Schöneberg Die Schöneberger Kurve zur Ringbahn ist als Trasse noch frei, müßte aber aufwendig revitalisiert werden, da sie seit 1945 (?) nicht mehr genutzt wurde. Die Bahn tut sich sowieso schwer mit der Revitalisierung von Verbindungskurven. Zoo Der sehr gut erschlossene Bahnhof Zoo wird von der Bahn ab 28.5.2006 als Fernbahnhof gestrichen, wogegen es massive Proteste hagelte.
Literatur und weiterführende Links zur geplanten S 21:
[00.00.1993: Lehrter Bahnhof Berlin Hauptbahnhof] (khd-Page)
[00.00.1995: Karte der geplanten S 21] (BERLINER VERKEHRSSEITEN)
[00.09.1998: Die Revitalisierung der Anhalter Bahn] (khd-Page)
[13.01.2003: Jahrespressekonferenz des Berliner Fahrgastverbandes] (IGEB)
[11.08.2003: Projekt: S 21 Berlin westliche und östliche Nordringeinbindung] (ING-BÜRO VÖSSING)
[30.01.2004: Wenn Schildbürger planen...] (Kommentar)
[23.09.2004: Planung à la Berlin] (BERLINER ZEITUNG)
[17.02.2005: Planfeststellungsbeschluß S21-Nord] (BERLINER VERKEHRSSEITEN)
[11.05.2005: S-Bahn bleibt draußen] (TAZ)
[22.06.2005: S 21 frühestens in sechs Jahren fertig] (BERLINER ZEITUNG)
[00.04.2006: Planungslinie S 21 (Berlin)] (BERLINER VERKEHRSSEITEN)
| 2004 Dokus zur geplanten S-Bahnlinie S 21 |
Auf zweierlei Gleis zum neuen Hauptbahnhof
Grüne wollen Doppelstrom-Bahn für besseren Anschluss
Aus: Der Tagesspiegel, Berlin, 29. Januar 2004, Seite ?? (Berlin) von KLAUS KURPJUWEIT. [Original=950561.asp]BERLIN (Tsp). Wenn der Hauptbahnhof-Lehrter Bahnhof wie geplant im Sommer 2006 in Betrieb geht, werden viele der Fahrgäste die neue Superstation nur auf Umwegen erreichen können. All jene nämlich, die aus dem Norden oder Süden per S-Bahn anreisen. Um diese etwa 60 Bahnhöfe umsteigefrei mit dem Hauptbahnhof zu verbinden, schlagen die Grünen eine unkonventionelle Lösung vor: Sie wollen, dass S-Bahnen die Fernbahngleise mitbenutzen. Das geht, wenn ein Fahrzeugtyp eingesetzt wird, der sowohl Gleichstrom von der seitlichen Stromschiene bezieht (wie auf dem S-Bahngleis) und zusätzlich Wechselstrom aus der Oberleitung des Fernverkehrs aufnehmen kann. Diese so genannten Duo-Bahnen gibt es in Berlin noch nicht, sie müssten noch gebaut werden. Die Grünen haben einen Antrag für die Duo-Bahn-Lösung im Abgeordnetenhaus eingebracht, heute soll er beraten werden.
Nach den derzeitigen Plänen ist der neue Hauptbahnhof nur mit der Ost-West-Stadtbahn direkt verbunden. Alle anderen Bahnreisenden, die mit U- und S-Bahn anreisen, müssen umsteigen. Mit Duo-Bahnen könnten Fahrgäste aus Zehlendorf, Steglitz und Schöneberg sowie aus Wedding den Hauptbahnhof direkt erreichen, sagte Michael Cramer von den Grünen. Als doppeltes Lottchen für zwei Stromsysteme würden die Züge von Wannsee über Schöneberg auf den Gleisen der S-Bahn fahren und an allen Stationen halten. Am S-Bahnhof Yorckstraße würden die Züge die S-Bahn-Trasse verlassen und auf neu zu bauenden Gleisen zum Nord-Süd-Tunnel fahren, wo ein solcher Anschluss bereits für rund 25 Millionen Euro gebaut wurde. Hier sollten die Züge der so genannten Stammbahn von Griebnitzsee über Zehlendorf in den Tunnel fahren. Der Wiederaufbau der Stammbahn ist aber in weite Ferne gerückt.
Im Tunnel würden die Duo-Bahnen den Strom aus der Oberleitung beziehen und könnten auf den Fern- und Regionalgleisen fahren. Im Norden würden sie dann wieder als S-Bahn auf den Ring wechseln und Richtung Westhafen oder Wedding fahren.
Bahnen, die mit zwei Stromsystemen versorgt werden, fahren seit Jahren als Straßenbahn durch Karlsruhe und angrenzende Städte, wobei sie zwischen den Zentren als S-Bahn auf den Gleisen der Fernbahn unterwegs sind. Saarbrücken und Kassel haben dies Modell übernommen. Auch Hamburg setzt in Zukunft Duo-S-Bahnen ein. Intelligenz statt Beton sei das Gebot der Stunde, sagte Cramer.
| 2005 Dokus zur geplanten S-Bahnlinie S 21 |
S 21 frühestens in 6 Jahren fertig
Bund finanziert S-Bahnbau / [Ed: allerdings nur eine Stummel-S21 zum Nordring]
Aus: Berliner Zeitung, 22. Juni 2005, Seite ?? (Berlin). [Original]BERLIN (pn). Die Entscheidung ist gefallen. Der Bund gibt Geld für den Bau der S-Bahn-Linie 21, die den neuen Hauptbahnhof mit den Ringbahnhöfen Wedding und Westhafen verbinden wird [Ed: was aber nur eine Stummel- Lösung ist wichtig wäre auch die Tunnelverbindung zur S 1-Strecke, wie im Plan dargestellt]. Das teilte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung mit. Allerdings werden die Zuschüsse laut Senat so gestreckt, dass die wichtige Nordanbindung des Bahnhofs voraussichtlich erst zwischen 2011 bis 2013 fertig wird. Bisher war davon die Rede, dass der erste Zug 2009 fahren kann. Der Hauptbahnhof wird Ende Mai 2006 eröffnet.
Der Fahrgastverband IGEB bemängelt, dass der neue Fernbahnhof nicht besonders gut erreichbar ist. Die U-Bahn-Linie 55 zum Brandenburger Tor geht im Mai 2006 in Betrieb schließt aber im Herbst für 6 Monate wegen Bauarbeiten. Die Straßenbahn zur Chausseestraße und weiter zum Prenzlauer Berg fährt erst ab 2008 2 Jahre später als geplant. Die S 21 soll die Verbindung in den Norden Berlins herstellen wird nun aber frühestens 5 Jahre nach Eröffnung des Hauptbahnhofs fertig. Trotzdem ist man im Senat froh, dass das Bundesministerium für Verkehr die S 21 in das GVFG-Bundesprogramm aufgenommen hat. Dies habe eine wichtige Voraussetzung für den Bau geschaffen. Der Bund stellt 2006 bis 2009 insgesamt 24 Millionen Euro bereit. Das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GFVG) regelt die Geldvergabe für solche Projekte.
Unterdessen bekräftigte die Berliner Bundestagsabgeordnete Franziska Eichstädt-Bohlig (Grüne) ihre Forderung, die S-Bahn stattdessen durch den Tiergartentunnel zu führen. Zwei der 4 Nord-Süd- Gleise könnten für die S 21 und den Flughafen-Shuttle nach Schönefeld genutzt werden, schrieb sie dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) [Ed: der aber von wegweisender (Verkehrs-) Technik nichts versteht]. Davon würde auch der Süden Berlins profitieren. [Auch miserable BVG-Anbindung]
| 2006 Dokus zur geplanten S-Bahnlinie S 21 |
E S G I B T N O C H W U N D E RKolonnenstraße erhält S-Bahnhof
[Ed: nach Jahrzehnten der Trödelei]
Aus: Der Tagesspiegel, Berlin, 8. Mai 2006, Seite ?? (Berlin). [Original]BERLIN (kt). Nach vielen Ankündigungen, denen keine Taten folgten, soll es jetzt so weit sein: Der Baustart für den neuen S-Bahnhof Kolonnenstraße in Schöneberg soll in diesem Jahr erfolgen. Bahn und Senat haben den Vertrag zum Bau der Station unter der Julius-Leber- Brücke jetzt unterzeichnet. Die Bahn prüfe noch letzte Details, sagte ein Sprecher, doch die Arbeiten würden demnächst ausgeschrieben.
Seit gut 20 Jahren steht der Bau dieses Bahnhofs auf dem Programm. Planungsänderungen und Finanzierungsstreitigkeiten haben den Start immer wieder verzögert. Die neue Station soll rund 6 Millionen Euro kosten. Den erforderlichen Geldbeitrag des Landes hält der Senat schon seit langem vorrätig.
Entstehen werden zwei Außenbahnsteige an den Gleisen, die Zugänge von beiden Seiten der Brücke erhalten. Die Planer erwarten, dass mehr als 17.000 Fahrgäste täglich ein- und aussteigen werden. Der Bahnhof soll 2008 fertig sein falls der Bau nicht erneut verschoben wird. [mehr]
Bahn überrascht mit WM-Shuttle-Service
Wie die S 21 funktionieren könnte.
Auszug aus: Berliner Morgenpost, 19. Mai 2006, Seite ?? (Berlin) von ANDREA PUPPE. [Voller Artikel]BERLIN (BM). Eine gute Nachricht für Fußball- und S-Bahnfans: Gestern hat die Deutsche Bahn angekündigt, während der Fußball-Weltmeisterschaft S-Bahn-Züge auf der neuen Nord-Süd-Verbindung einzusetzen. Die Züge der Baureihe 423 fahren im Gegensatz zur Berliner S-Bahn nicht mit Gleich- sondern mit Wechselstrom, den sie aus der Oberleitung im Tunnel beziehen sollen.
Die Bahnhöfe Gesundbrunnen und Südkreuz (Papestraße) werden vom 8. Juni bis 10. Juli per Shuttle-Betrieb alle 20 Minuten angesteuert, die Fahrtzeit auf dieser Strecke beträgt lediglich 12 Minuten. "Wir werden die drei Züge in Frankfurt und München ausleihen", kündigte Ingulf Leuschel, Konzernbeauftragter der Bahn für Berlin gestern an.
Shuttle als Vorläufer für S 21
Man könne den Shuttle-Betrieb auch als "Vorlaufbetrieb" für die lang geplante aber nie realisierte S-Bahn-Linie 21 betrachten. Ob das Angebot, über dessen Kosten die Bahn keine Angaben machen wollte, auch nach der WM aufrechterhalten werden soll, konnte Leuschel nicht sagen. "Das hängt vom Senat ab, der die Verkehrsleistungen bestellt", sagte er [Ed: tja, und das könnte auch bedeuten, daß dieser famose Berliner Senat schon vor Jahren den so wichtigen Bau der S 21 garnicht ‚bestellte‘ ein weiterer Schildbürgerstreich von Rot-Rot].
Der WM-Shuttle verbindet das Südkreuz mit Gesundbrunnen
Hauptbahnhof nun besser von Norden und Süden erreichbar.
Aus: Berliner Zeitung, 9. Juni 2006, Seite ?? (Berlin). [Original]BERLIN (pn). In Berlin gibt es eine weitere Nord-Süd-Verbindung, wenn auch vorerst nur bis zum 10. Juli. Seit gestern [8.6.2006] führt die S-Bahn-Linie S 21 vom Südkreuz zum Gesundbrunnen über Potsdamer Platz und Hauptbahnhof. Fahrzeit: 10 bis 18 Minuten. Die Züge rollen meist dreimal stündlich, von 5 bis kurz nach 23 Uhr. In einem von ihnen gibt es sogar die erste Klasse, ohne Aufpreis. Die S-Bahn-Linie im Tiergartentunnel sorgt dafür, dass der Hauptbahnhof von Norden und Süden nun besser erreichbar ist.
"Der WM-Shuttle ist unser Geschenk an die Berliner und ihre Gäste", sagte Ingulf Leuschel von der Deutschen Bahn (DB). Die DB betreibt die S 21 auf eigene Rechnung ohne direkte Zuschüsse. Zwei Triebzüge der Baureihe 423 eiste sie in München los, der dritte wurde von der Frankfurter S-Bahn entliehen. Zwölf Fahrer mussten für die hier ungewohnten Züge ausgebildet werden: In Berlin fährt die S-Bahn nicht mit Wechsel-, sondern mit Gleichstrom.
Angesichts dieses Aufwands geht man im Senat davon aus, dass die DB nicht ohne Hintergedanken schenkt. Sie hoffe offenbar, dass der S-21-Vorläufer gut ankommt und die Fahrgäste ein dauerhaftes Angebot fordern was vom Land bestellt und bezahlt werden müsste. Doch Senatsexperten halten die Idee nicht für den großen Wurf. Denn die meisten Fahrgäste müssten zum Hauptbahnhof weiterhin umsteigen nun eben am Gesundbrunnen oder Südkreuz.
Die S21 rollt und wird für 200 Millionen neu gebaut
[Ed: Berlins Senat plant noch immer nur eine Stummel-S21 zum Nordring die wichtige südliche Durchbindung vom Hauptbahnhof zum alten Nord-Süd-S-Bahntunnel am Potsdamer Platz ist derzeit offensichtlich nicht vorgesehen]
Aus: Der Tagesspiegel, Berlin, 22. Juni 2006, Seite 12 (Berlin). [Original]BERLIN (obs). Die Fußball-WM hat der Stadt eine S-Bahnlinie beschert, die für 200 Millionen Euro eigentlich erst in den nächsten Jahren gebaut werden soll: Die S 21 genannte Verbindung des Hauptbahnhofs mit Nord- und Südring. Ohne viel Aufhebens hat die Bahn einen 20-Minutentakt von 5 bis 23 Uhr durch den Fernbahntunnel organisiert mit aus Frankfurt und München geliehenen Zügen, die anders als die Berliner S-Bahn ohne [seitliche] Stromschiene, sondern auf Trassen mit Oberleitung fahren.
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Zur WM 2006 fuhr diese Ersatz-S21 der Bureihe BR 423 durch den Nord-Süd-Tunnel. (Foto: 7.2006 Internet)
Die ersten beiden Betriebswochen haben zweierlei gezeigt: Die Züge sind meist schwach besetzt, weil nur wenige das Angebot kennen. Und die Passagiere fragen sich, ob die aktuelle Lösung nur 12 Minuten vom Nord- zum Südkreuz nicht auf Dauer die beste wäre.
Nein, heißt es bei den Planern: Jetzt können wir uns diesen Shuttle noch leisten, sagt ein Bahnsprecher. Aber der viergleisige Tunnel werde absehbar voller, spätestens mit der Anbindung des Großflughafens BBI [Schönefeld]. Der geht allerdings frühestens in 5 1/2 Jahren in Betrieb.
Bei der Stadtenwicklungsverwaltung heißt es ungeachtet der meist leeren Züge: Wir benötigen die S 21 zur Anbindung an den Nordring außerordentlich. Das jetzige Angebot entspreche auch nicht dem der später geplanten Linien. Die Baugenehmigung liege vor, von den 200 Millionen zahle der Bund 60 %. Und die 40 % aus Berlin seien großenteils schon verbuddelt [Ed: auch schon für Extra-Tunnelröhren unter der Spree und dem Regierungsviertel oder fehlt das etwa?]. Also fährt die S 21 am 10, Juli vorerst zum letzten Mal und dann ungefähr ab 2012 wieder.
Bau neuer S-Bahn zum Hauptbahnhof noch ungewiss
Geld für die geplante Nord-Süd-Strecke S 21 ist da / Ein Termin steht nicht fest / Senat und Bahn streiten
Aus: Der Tagesspiegel, Berlin, 23. Juli 2006, Seite ?? (Berlin) von KLAUS KURPJUWEIT. [Original]BERLIN (Tsp). Sie ist notwendig die S-Bahn-Strecke in Nord-Süd-Richtung zum Hauptbahnhof. Darin sind sich die Bahn und der Senat einig. Doch ob mit dem Bau der S 21, der vielen Fahrgästen den Weg zum Hauptbahnhof einfacher machen würde, wie geplant im nächsten Jahr begonnen wird, ist weiter ungewiss. Erneut schieben sich die Bahn und der Senat die Verantwortung dafür gegenseitig zu. Dabei ist der größte Brocken bereits aus dem Weg geräumt: Die Finanzierung des 200-Millionen-Euro-Projekts stehe, heißt es beim Senat.
Die neue Strecke soll den Hauptbahnhof auch in Nord-Süd-Richtung ans Netz der S-Bahn anschließen. Über 60 weitere S-Bahnhöfe wären dann direkt mit dem Hauptbahnhof verbunden. Bisher müssen Fahrgäste umsteigen, weil sich der Hauptbahnhof mit der S-Bahn nur über die Ost-West-Stadtbahn erreichen lässt.
In der Nord-Süd-Richtung sind im Nahverkehr bisher nur Züge des Regionalverkehrs unterwegs, die durch den neuen Tunnel fahren. Sie halten auf Berliner Gebiet im Norden in Gesundbrunnen und im Süden in den Stationen Potsdamer Platz, Südkreuz und Lichterfelde Ost. Da weniger Regionalzüge durch den Tunnel fahren als ursprünglich geplant, gibt es hier keine so dichte Zugfolge wie bei der S-Bahn. Als Vorlauf für die künftige S 21 hatte die Bahn während der Fußball-Weltmeisterschaft mit S-Bahnen aus München und Frankfurt (Main) Pendelfahrten im 20-Minuten-Abstand zwischen Gesundbrunnen und Südkreuz angeboten mit Halt im Hauptbahnhof und am Potsdamer Platz.
Der geplante Bau der S 21 als Direktverbindung zum Hauptbahnhof ist ein endloses Verwirrspiel. Anfang der 90er Jahre war der Bau im neuen Bahnkonzept beschlossen worden. Später gab der Senat diesen Plan auf. Er wollte stattdessen lediglich die ebenfalls bereits vereinbarte Verlängerung der U-Bahn-Linie U 5 vom Alexanderplatz zum Hauptbahnhof vorantreiben. Doch auch dieses Projekt wurde vom Senat gestoppt, der dann wieder die Pläne für die S 21 hervorholte.
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Nördlicher Teil der geplanten S-Bahn S 21. Offensichtlich wurde dafür der Tunnel unter der Spree und dem Regierungsviertel nicht zusammen mit den anderen Tunneln gebaut. Man glaubt es kaum. (Grafik: 23.7.2006 tsp)
Sie soll im Norden an den Nordring der S-Bahn angeschlossen werden. Diese Bauwerke sind bereits fertig. Die zunächst vorgesehene Station an der Perleberger Brücke will der Senat vorläufig nicht bauen, sondern nur als Option erhalten. Am Hauptbahnhof sollen die Züge enden und wieder zum Nordring zurückfahren. Die baulichen Voraussetzungen im Hauptbahnhof sind ebenfalls geschaffen. Auch die Unterführung unter der Invalidenstraße ist fertig. Der Planfeststellungsbeschluss liegt vor, so dass gebaut werden könnte.
Die Bahn will aber erst loslegen, wenn weitere Fragen geklärt sind. Ungewiss ist, ob nördlich vom Hauptbahnhof ein Hochhaus gebaut wird, unter dessen Grundstück die Trasse der S 21 verläuft. Streit gibt es auch noch um den Eingangsbereich für die S-Bahn im Hauptbahnhof. Hier ist der große Wurf bereits verbaut. Geplant war, für die S- und U-Bahn einen gemeinsamen Bahnhof zu bauen, so dass Fahrgäste am gleichen Bahnsteig von der U- in die S-Bahn hätten umsteigen können. Eine solche Station gibt es bisher nur aus DDR-Zeiten in Wuhletal.
Zudem will die Bahn vor Baubeginn klären, wann der Senat den Weiterbau der S 21 bis zum Potsdamer Platz mitfinanzieren will. Nur mit dieser Verlängerung erreiche die Strecke einen hohen Verkehrswert, argumentiert die Bahn. Vom Potsdamer Platz bis zum Brandenburger Tor gibt es einen fertigen Tunnel aus den 30er Jahren, so dass nur die Verbindung vom Hauptbahnhof zum Brandenburger Tor mit dem Bahnhof Bundestag fehlt.
Langfristig soll die S 21 über den U-Bahnhof Gleisdreieck, wo man zur U 1 und U 2 umsteigen könnte, hinaus bis zum Südring verlängert werden. Doch daran glaubt derzeit keiner, solange nicht mal der Baustart auf dem kurzen Stück im Norden gewiss ist.
S-Bahnhof europaweit ausgeschrieben
Ende des Jahres erfolgt erster Spatenstich für den Neubau an der Kolonnenstraße.
Aus: Berliner Zeitung, 15. August 2006, Seite ?? (Berlin). [Original]SCHÖNEBERG (el). Was lange währt, wird endlich realisiert: Noch in diesem Jahr sollen die Bauarbeiten für den S-Bahnhof Kolonnenstraße beginnen. Die Fertigstellung ist für Ende 2008 vorgesehen.
Schon im Jahr 1984 hatte der Senat beschlossen, dass unter der Julius-Leber-Brücke an der Strecke der S 1 zwei Bahnsteige entstehen sollen. "Ein europaweites Vergabeverfahren für das Vorhaben läuft", sagte gestern Bahnsprecher Holger Auferkamp. Ende des Jahres soll der erste Spatenstich für den Bahnhof getan werden. Laut Auferkamp betragen die Baukosten rund 5 Millionen Euro. Sie werden gemeinsam von Bund und Land getragen.
Geplant sind zwei 152 Meter lange, teilweise überdachte Außenbahnsteige für Züge der Linie S 1 (Richtung Wannsee bzw. Potsdamer Platz). Ausgänge führen im Norden zur Crelle- und Czeminskistraße, im Süden zur Feurig- und Cheruskerstraße. Zwei Aufzüge werden gebaut. Ein Fernaufsichtsgebäude, von dem gleichzeitig Züge auf dem Bahnhof Yorckstraße bedient werden sollen, ist ebenfalls vorgesehen. Ein Neubau ersetzt die alte Fußgängerbrücke zur Kolonnenstraße. Die Planer haben ein tägliches Verkehrsaufkommen von rund 17.000 Personen errechnet.
Der S-Bahnhof Kolonnenstraße war 1881 unter dem Namen S-Bahnhof Schöneberg eröffnet worden. In Kolonnenstraße wurde er mit der Inbetriebnahme des heutigen S-Bahnhofs Schöneberg am Sachsendamm umbenannt. Nach schweren Kriegsschäden wurde der Bahnhof samt dem historischen Bahnhofsgebäude 1944 abgerissen. Der Bezirk kämpft seit Mitte der 1970er-Jahre für einen Neubau.
| 2007 Dokus zur geplanten S-Bahnlinie S 21 |
Bau der S-Bahn zum Hauptbahnhof verzögert sich
Aus: Der Tagesspiegel, Berlin, 19. Juli 2007, 9.56 Uhr MESZ (nur elektronisch publiziert). [Original=art124,2342484]
BERLIN (Tsp). Die geplante S-Bahn-Anbindung des neuen Berliner Hauptbahnhofs nach Norden droht sich nach einem Bericht der "Berliner Zeitung" zu verzögern. Ursprünglich sollte Ende 2007 damit begonnen werden, die Linie S 21 zu den Bahnhöfen Wedding und Westhafen am nördlichen S-Bahn- Ring zu bauen. Nun aber zeichnet sich ab, dass der erste Spatenstich wohl erst im kommenden Jahr gefeiert werden kann, sagte der Berliner Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn, Ingulf Leuschel.
Zwar bekennen sich Bahn, Bund und Land Berlin unverändert zu dem Bauprojekt, das die Erreichbarkeit des Hauptbahnhofs verbessern soll. Die Finanzierungsvereinbarung und die Ausschreibung des Baus bräuchten aber noch Zeit, hieß es [Ed: hm, aber man plant doch schon seit über 10 Jahren...]. Nach den bisherigen Plänen sollte die zweigleisige S 21, die einen rund 800 Meter langen Tunnelabschnitt umfasst, 2012 fertig sein.
Dokus zur S 21:
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