BERLIN-LICHTERFELDE 14.11.2004 (khd). Heute vor vier Monaten hat der letzte Lebensmittelmarkt im Einkaufszentrum der Thermometer- Siedlung dicht gemacht (khd-Page berichtete). Seit dem müssen nun viele Bewohner der Hochhaussiedlung weite
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Was es alles in der Markthalle Lichterfelde zu kaufen gibt |
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Lichterfelde-Süd, Fahrenheitstraße 30 (Zufahrt von der Osdorfer Straße). |
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Eine wesentliche Verbesserung der vom Bezirksamt zu verantwortenden Einkaufssituation ist noch immer nicht in Sicht. Denn die GSW sagt, daß der Vertrag mit PLUS noch bis zum Januar 2005 laufe und man ansonsten zuversichtlich sei, einen Ersatz zu finden. Auf Milderung hoffen nun die Bewohner der Stadtrandsiedlung durch eine kleine Markthalle mit einem Angebot an Obst und Gemüse sowie Fleisch und Fisch, die Ende November in der Fahrenheitstraße im ehemaligen Supermarkt eröffnet werden soll. [mehr]
[12.08.2004:
Zum Laden-Leerstand in der Thermometer-Siedlung]
[14.09.2004:
Zum Laden-Leerstand im Ortskern von Giesensdorf]
[09.12.2004:
Mini-Markthalle schon wieder vor dem Aus?]
[15.12.2004:
Markthalle vorerst gerettet]
Damit stehen die beiden Supermärkte der Thermometer-Siedlung nun wieder leer. Und
die Bewohner müssen weite beschwerliche Wege zum Einkauf ihres täglichen Bedarfs
zurücklegen. Etwas Milderung wird ab April erwartet. Dann soll es mal wieder auf
dem Marktplatz der benachbarten Woltmann- Siedlung zweimal wöchentlich an der
Scheelestraße einen Wochenmarkt geben.
[mehr]
BERLIN/PEKING 3.11.2004
(khd/sp).
Auch auf der heute von der Queen Elizabeth II in Berlin eröffneten
Klimakonferenz in der britischen Botschaft war es das Thema: In der Arktis rund um den
Nordpol schmelzen die Gletscher immer schneller dahin. Eine neue
ACIA- Studie (Arctic Climate Impact Assessment), an
der 300 Fachwissenschaftler mitwirkten, kommt zu alarmierenden Ergebnissen, die ein
sofortiges Handeln erforderlich macht. Die Studie soll am 8. November in Reykjavík
der Öffentlichkeit vorgestellt werden.
Die Forscher stellen darin fest, daß sich die Arktis fast doppelt so schnell
erwärmt wie der Rest der Welt. Die Eiskappe am Nordpol habe sich in den
vergangenen 30 Jahren um 15 bis 20 % verkleinert. Ursache für den dramatischen
Temperaturanstieg, der zum Schmelzen des Eises führt, seien vor allem die Emissionen
von Autos, Fabriken und Kraftwerken.
Bereits am Wochenende hatten Wissenschaftler auf einer internationalen Klimakonferenz in
Peking vor den Folgen der globalen Erwärmung gewarnt. Es gebe große
Gefahren durch Klima- Veränderungen, wenn nicht endlich drastische
Maßnahmen ergriffen werden, sagte am Sonntag [31.10.2004] der Ozeanexperte und
Klimawissenschaftler Stefan Rahmstorf vom Potsdamer
Institut für Klimafolgenforschung. Es passiert mit einer Geschwindigkeit,
die vor ein paar Jahren nicht für möglich gehalten worden wäre. Der
Meeresspiegel steige schneller als erwartet, auch drohten Veränderungen der
Meeresströme. Rahmstorf warnte vor einem völligen Zusammenbruch des
Golfstroms im Nordatlantik, der in Europa zu einer Abkühlung und einem
Anstieg des Meeres führen würde.
Unterdessen streiten sich die Staaten, die den ACIA-Report verfassen ließen, über
die Gegenmaßnahmen. Und die US-Regierung soll sogar versucht haben, die Ergebnisse
wg. der Präsidentschaftswahl zu unterdrücken.
[mehr]
[00.00.2001:
Der Vertragstext des Kyoto-Protokolls + Signatar-Staaten] (OECD)
Aus für die Markthalle Lichterfelde
6.3.2005 (khd). Nach nur 3 Monaten war für die Bewohner der Thermometer- Siedlung
schon wieder Schluß mit dem wohnungsnahen Einkaufen. Am 28. Februar machte die
Markthalle Lichterfelde in der Fahrenheitstraße dicht. Vorausgegangen war im Januar
und Februar ein erheblicher Händlerschwund, so daß beispielsweise kein Fisch
und keine Backwaren mehr erhältlich waren. Die Standmieten seien viel zu hoch, war
von Händlern zu hören. So sollen um die 1000 Euro Standmiete pro Monat
verlangt worden sein. Bei einem riesigen Umsatz hätte sich das vielleicht rechnen
können, aber den gab es nicht.
Also doch...
1.12.2004 (khd).
Den Klimaforschern ist jetzt ein wichtiger Durchbruch gelungen: Erstmals wurde der
Einfluß des Menschen auf eine einzelne Naturkatastrophe bestätigt. Die enorme
Hitzewelle vom August 2003, die in Europa mehrere Zehntausend Tote gefordert hat, war
demnach größtenteils die Folge der voranschreitenden Umweltverschmutzung.
[mehr]
[15.08.2002:
Treibhauseffekt Klimamodelle sind kein Wetterbericht] (DIE ZEIT)
[04.03.2004:
Impacts analysis for inverse integrated assessments of climate change] (Uni Potsdam)
[05.03.2004:
2003 war der heißeste Sommer seit 500 Jahren] (TAGESSPIEGEL)
[11.11.2004:
Klimawandel Tauwetter am Nordpol] (DIE ZEIT)
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[11.11.2004:
Viele weiterführende Links zur Klimaforschung] (DIE ZEIT)
[16.12.2004:
Wissenschaftler fürchten plötzlichen Kälteschock] (SPIEGEL-ONLINE)
[22.04.2005:
Antarktis: Gletscher schmelzen immer schneller] (SPIEGEL-ONLINE)
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Geklärt wird das nun vom Bundesverwaltungsgericht in Leipzig. Dort sind bis zum 20. Oktober 2004 Tausende von Klagen der Betroffenen eingegangen. Außerdem wurden Eilanträge gegen den Sofortvollzug des Planfeststellungsbeschlusses gestellt. Die meisten Klagen richten sich gegen den zu erwartenden Lärm, Umweltbelastungen und Absturzrisiken. Die gegen den Flughafenbau kämpfende Bürgerinitiative beklagt vor allem die Standortwahl. Das Brandenburger Verkehrsministerium habe es versäumt, die möglichen Standorte sachgerecht untereinander abzuwägen. Die Klagebegründung hat einen Umfang von 800 DIN-A4-Ordnern mit rund 400.000 Seiten. Ein Prozeßbeginn in dem größten Verwaltungsgerichtsverfahren aller Zeiten ist noch nicht absehbar. [Tagesspiegel-Kommentar]
[03.10.2004:
Luftverkehrsrechtler: Keine Schließung vor 2008]
(BERLINER MORGENPOST)
[04.10.2004:
Bundestag berät Check-in-Konzept für Tempelhofer Flughafen]
(BERLINER MORGENPOST)
[17.10.2004:
Die neue Berliner Luftbrücke] (DER TAGESSPIEGEL)
[19.10.2004:
Neue Chancen für Tempelhof] (DER TAGESSPIEGEL)
[19.10.2004:
Schönefeld: Großer Flughafen, großes Verfahren]
(DER TAGESSPIEGEL)
[21.10.2004:
Anwälte wollen Schönefeld stoppen] (DER TAGESSPIEGEL)
[25.10.2004:
Berliner Großflughafen Voll der Mund, die Hände leer]
(DER TAGESSPIEGEL)
[02.11.2004:
Neuer Flugplan mit Lücken] (BERLINER MORGENPOST)
[29.11.2004:
Tempelhof als Terminal für Schönefeld] (BERLINER MORGENPOST)
[01.12.2004:
Siegessichere Flughafen-Gegner Sammelklagen bei Gericht eingegangen]
(BERLINER MORGENPOST)
[11.12.2004:
Flughafen-Bau in Schönefeld Finanzierungskonzept beschlossen]
(BERLINER ZEITUNG)
BERLIN 17.10.2004 (khd). Im Mai 1993 brachte der weltgrößte Chip- Hersteller die Intel Corporation den neu entwickelten Mikroprozessor Pentium (586er) als Nachfolger des 486er-Chips auf den Markt. Am 30. Oktober 1994 schrieb der Mathematik- Professor Thomas R. Nicely aus Virginia u. a. an den Fachbuchautor Andrew Schulman (Unauthorized Windows 95) in einer E-Mail (to whom it may concern): It appears that there is a bug in the floating point unit (numeric coprocessor) of many, and perhaps all, Pentium processors. Und damit begann eines der aufregendsten Kapitel der modernen Wirtschaftsgeschichte. Eine Großunternehmen mit weltweit 80 % Marktanteil hatte mit einem grundsätzlichen Konstruktionsfehler massiv gepatzt und war dann zunächst auch noch uneinsichtig. Es dauerte aber noch gut drei Wochen bis sich das via Internet verbreitete und dann auch die breitere Öffentlichkeit durch CNN am 22. November 1994 von Intels Desaster mit dem hochgelobten Pentium- Prozessor erfuhr.
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| Once in every 27,000 years of use. | |
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Mit dieser Aussage zur Häufigkeit des Auftretens des Dividier-Fehler aller Pentium-Mikroprozessoren blamierte sich 1994 Chip-Gigant Intel bis auf die Knochen. [mehr] |
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In einem sehr eindrucksvollen Poster publizierte Prof. Vaughan R. Pratt von der Stanford University am 30. Dezember 1994 in comp.sys.intel, sci.math.num-analysis und comp.arch ein Programm (reactor.c), mit dem bewiesen wurde, daß der Pentium- Defekt entgegen der Prognose von Intel die Daten einer einfachen Datenbank bereits nach nur 32 Minuten bis zur völligen Unbrauchbarkeit zerstört. Intel hatte gelogen, als sie behaupteten, der Dividier- Fehler trete nur alle 27.000 Jahre auf. [Pratt-Paper] [Kommentar vom 3.12.1994]
[30.10.1994:
Prof. Nicely entdeckt den FDIV-Bug und informiert per E-Mail]
[22.11.1994:
CNN berichtet erstmals über den Pentium-Defekt]
[25.11.1994:
Intel Pentium The chip that redefines mathematics]
[27.11.1994:
Intel-Chef Andy Grove wendet sich an die Internet-Gemeinde...]
[01.12.1994:
Will wonders never cease]
[03.12.1994:
Intel Pentium Der eingebaute Divisionsfehler]
STOCKHOLM 13.10.2004 (khd/imm). Das renommierte schwedische Institut für Umweltmedizin am Karolinska Institutet hat heute in Stockholm eine brisante Studie zu gesundheitlichen Auswirkungen der Nutzung von Handys (Mobiltelefone) präsentiert. Danach kann es sehr wohl [Ed: die Lobbyisten der Handy- Branche einschließlich BITKOM behaupteten ja jahrelang das Gegenteil] zu Geschwulstbildungen am Hör- und Gleichgewichts- Nerv kommen (Acusticus- Neurinom, acoustic neuroma). Die Studie ist Teil des Interphone- Projekts der Weltgesundheits- Organisation (IARC der WHO), mit dem durch unabhängige Wissenschaftler die wahren Einflüsse der Mobilfunk- Technik auf die Gesundheit von Menschen geklärt werden sollen.
Betroffene klagen häufig über Schwindel, Ohrgeräusche
(Tinnitus) und
einseitige Schwerhörigkeit, die manchmal auch als plötzlicher Hörsturz
erlebt wird. Das Risiko einer Acusticus- Neurinom-Bildung sei bei Personen, die jahrelang
mit dem Handy telefonieren, deutlich erhöht. Nervenfaser- Geschwülste vom Typ
Neurinome gelten generell als gutartig. Allerdings können die Beschwerden sehr
belastend sein, so daß die Nervengeschwulst neurochirurgisch entfernt werden
muß. Eine Acusticus- Neurinom- Bildung tritt normal bei 1 Patienten auf 100.000
Erwachsene pro Jahr auf.
Die Studie basiert auf der Untersuchung von zwei Vergleichsgruppen: Zum einen aus etwa 150 Personen, die schon an einem Acusticus- Neurinom erkrankt waren, zum anderen einer Kontroll- Gruppe von 600 Personen, die gesund waren. Den Ergebnissen zufolge verdoppelt sich das Risiko einer Geschwulstbildung bei Personen, die schon 10 Jahre oder länger mit dem Handy telefonieren. Besonders groß sei das Risiko (Faktor 3,9) einer Erkrankung auf der Seite des Kopfes, auf welcher der Handy- Nutzer das Telefon üblicherweise an sein Ohr hält, teilt das Karolinska Institutet mit.
Und die Autoren schlußfolgern: Our findings do not indicate an increased risk of acoustic neuroma related to short-term mobile phone use after a short latency period. However, our data suggest an increased risk of acoustic neuroma associated with mobile phone use of at least 10 years' duration.
[13.10.2004:
Presse-Mitteilung des Karolinska Institutet]
[Lönn S., Ahlbom A., Hall P., Feychting M.:
Mobile phone use and the risk of acoustic neuroma
[20.11.2004:
Presse-Mitteilung des Karolinska Institutet]
BONN/DARMSTADT 9.10.2004
(khd/info-radio).
Bereits seit Monaten wurde das spekuliert. Heute ließ die
Deutsche Telekom die Katze aus dem
Sack: Fünf Jahre nach dem Börsengang von
T-Online wird BigT 2005 ihre
instabile Internet- Tochter von der Börse zurückkaufen. Die
Träume von einem großen, globalen Medienhaus sind damit
ausgeträumt.
Vorbereitet wurde der Coup durch Personalentscheidungen: Anfang September
wurde T-Online-Chef Thomas Holtrop zurückgetreten und durch den wenig
mächtigen Rainer Beaujean ersetzt. Vorher wurde bereits der
Ex-IBM-Mann Walter Raizner zum neuen Breitband/Festnetz- Vorstand der
Telekom berufen, was die Zuständigkeiten für die Bereiche T-Com
und T-Online auf Vorstandsebene bündelt auch technisch.
Insider behaupten sogar, daß sich damit nun auch bei BigT die
‚Netheads‘ endlich gegen die retardierenden
‚Bellheads‘ durchsetzen könnten, worauf die
Technikgemeinde seit 10 Jahren wartet
(Netheads
versus Bellheads). Denn die gesamte Sprachdienst- orientierte
Vermittlungs- und Netztechnik egal, ob analog oder digital
(ISDN)
sei seit mindestens 1994 technisch überholt.
Die Telekom hält derzeit selbst 73,9 % an ihrer Online-Tochter, die
der größte europäische Anbieter von Internet ist. Weitere
20,4 % liegen im Streubesitz und ein Paket von 5,7 % gehört der
französischen Lagardère- Gruppe. Bei einem Rückkaufpreis
von 8,99 Euro/Aktie (Schlußkurs vom 8.10.2004) würde die Telekom
rund 3 Milliarden Euro bezahlen müssen.
[mehr]
[28.04.1997:
Hat die Telekom in die falsche Digital-Technik investiert?] (t-off)
Karstadt residiert zudem noch immer in der ‚Weltstadt‘ Essen. Und
dabei hat Karstadt in Berlin das große Grundstück des früheren
Wertheim- Kaufhauses in allerbester Lage am Leipziger Platz
(
Viele Fachgeschäfte darunter Leineweber, Nöthling, Radio-Rading,
Ton & Welle und ZIP gaben auf. Zumal sich Karstadt auch noch im
notleidenden Forum Steglitz am Walther-Schreiber-Platz mit
ihren Fachgeschäften Karstadt/Sport, Schaulandt
Electronics (auch Elektrogeräte) und WOM (World of
Music) breit machte. Allerdings sind diese Läden nur per Rolltreppe
erreichbar und führen z. B. keine Produkte des innovativen
US-Herstellers Apple [Ed: ein
Schaulandt- Mitarbeiter im August 2003 angesichts des Kaufwunsches nach
einem über 2000 Euro teuren G4-PowerBooks (mit reichlich
Handelsspanne!): Das führen wir nicht. Wer kauft denn so
etwas...].
In den nun 6 Karstadt- Häusern sank das Warenangebot auf ein
Einheitsniveau, was dann auch noch in den großen Häusern total
unübersichtlich unter dem Etikett Modernisierung
präsentiert wurde [Ed: wer hatte denen nur gesagt, daß man mit
einer chaotischen Regal- Anordnung mehr verkauft (Paradebeispiel
Schreibwaren)]. Vieles fand man auch nach 5-maligem Umrunden der
‚Gondeln‘ nicht, oder es gab es auch nicht mehr. So war
beispielsweise Ende 2002 noch nicht einmal eine simple elektrische
Schreibmaschine erhältlich. Aber auch andere Sachen wie kleine
Ersatzteile für Hausgeräte, Fischer-Technik, 4,5-Volt-
Flachbatterien, brauchbare Leder- Geldbörsen waren nicht im Angebot.
Im Februar 2003 machte Karstadt dann das alte übersichtliche
Hertie/Held dicht, um 2004 im Ergeschoß mit einem Schnäppchen-
Markt die Discounter zu kopieren.
Auch die Präsidentin des Deutschen
Städtetags und Frankfurter
Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) warnt davor, zu große
Hoffnungen in die Politik als Retter eines angeschlagenen Unternehmens zu
setzen. Städte und Gemeinden müßten in Zukunft mit
regionalen Einzelhandelskonzepten über die jeweiligen
Stadtgrenzen hinweg eine
zentrenverträgliche Entwicklung des Einzelhandels betreiben. Nur
so könne die fortschreitende Schaffung von Überkapazitäten
bei der Verkaufsfläche gestoppt werden, teilte Roth
dem
Tagesspiegel mit. Gelinge dies nicht, drohe eine
Verödung der Innenstädte [Ed: und nicht nur der
Innenstädte, wie das aktuelle
Beispiel aus Giesensdorf zeigt].
[23.01.1999:
Händler der Schloßstraße beklagen sinkendes Niveau] (BERLINER ZEITUNG)
Beispiel aus Giesensdorf (Berlin-Lichterfelde) 2004:
[03.08.2005:
Karstadt/Quelle: Britischer Investor schließt Kündigungen aus] (SPIEGEL ONLINE)
Gestern wurde nach langer Vor- und Abrißarbeit offiziell
der Grundstein in der 12 Meter tiefen Baugrube für das
inzwischen 200 Mio. Euro teure Projekt mit U-Bahnzugang gelegt. Im
Frühjahr 2006 soll der riesige, 8-geschossige (3 davon unterirdisch) Bau
stehen und die Kunden in 90 Geschäften des gehobenen Bedarfs [Ed:
abgesaugt
aus der Schloßstraße?] auf 40.000 Quadratmetern unter Palmen auf
Marmor- Boulevards shoppen können. Das Einkaufscenter hat mit einer
Grundfläche von rund 12.000 Quadratmetern etwa die Ausmaße der
Potsdamer Platz Arkaden in
der Daimler City.
Allerdings haben sich die Politiker mit den Schloßgalerie- Genehmigungen
ein schwerwiegendes Verkehrsproblem eingebrockt, zumal sie seit Jahrzehnten noch
nicht einmal das simple Problem der Schloßstraße rational in den
Griff bekommen haben
(
Es gab auch eine Bürgerbeteiligung beim
Bebauungsplanverfahren XII-303, der das Planungsgebiet neu regelt. Dennoch
wurden die Bürger nur äußerst miserabel über die Pläne
im einzelnen und deren Alternativen informiert. Andererseits waren den Insidern
die Kauf- und Bauabsichten des Investors seit 1999 bekannt, wie es
HFS im August 2004 in ihrer Promo- Zeitung
Boulevard Nr. 1 selbst zugibt. Berlin hatte einmal den guten
Anspruch Stadtplanung geht alle an! [Ed: erinnert sei nur
an die soliden Infos der Bürger lange vor dem Bau des 1.
Abschnitts des Stadtautobahnrings (A 100) in Halensee]. Von so viel Offenheit
und Ehrlichkeit ist 50 Jahre später nichts geblieben.
[23.01.1999:
Händler der Schloßstraße beklagen sinkendes Niveau]
(BERLINER ZEITUNG)
BERLIN 23.9.2004
(khd/bztg).
Wenn am 28. Mai 2006 Berlins neuer und 700 Millionen Euro teurer
Hauptbahnhof eröffnet wird, dann ist dieser Lehrter Bahnhof (wie ihn
die Berliner nennen) für viele Reisende nur miserabel mit S- und
U-Bahn erreichbar. Das dabei eingesparte Geld werde dringend für den
Bau des Großflughafens BBI
in Schönefeld gebraucht, heißt es hinter vorgehaltener Hand.
An dieser Stelle wurde bereits früher auf das Problem
hingewiesen und
kommentiert. Heute beschreibt
nun die Berliner Zeitung
in einem Beitrag von Peter Neumann genüßlich, was es mit dieser
weiteren Schildbürgerei des Berliner Senats aufsich hat:
»Als die Verkehrsverwaltung von der CDU regiert wurde, setzte sie sich
dafür ein, daß die U-Bahn-Linie 5 über den Alexanderplatz
hinaus zu dem neuen Bahnhof verlängert wird. Die nicht minder
wichtige [neue] S-Bahn-Linie 21, die eine gute Verbindung nach Norden und
Süden herstellen sollte, galt als zweitrangig. Dann übernahm
Peter Strieder den Senatorensessel. Der SPD-Mann legte das Projekt U 5 zu
den Akten, konnte aber dem Projekt S 21
keinen Schub geben. Absurde Folge: Nach der für 2006 geplanten
Bahnhofs- Eröffnung wird es auf absehbare Zeit weder die S 21 noch die
U 5 geben der U-Bahn- Stummel
[U 55],
den Strieder widerwillig genehmigte, zählt nicht, weil er bereits am
Pariser Platz [Brandenburger Tor] endet.
Zu allem Überfluß wurde gestern bekannt, daß Strieder noch
eine Altlast hinterlassen hat. Weil unter seiner Ägide das
Genehmigungsverfahren für den Ausbau der Invalidenstraße falsch
geplant wurde, wird es die versprochene Straßenbahn vorerst [auch]
nicht geben und die Straße lange eine Baustelle sein. Planung
à la Berlin da können die
DB-Manager, die sich um Erreichbarkeit
und Auslastung ihres Bahnhofs sorgen, nur in die Einsamkeit
flüchten.«
[25.12.2003:
Das Pilzkonzept der Bahn Berlins Senat und Bahn wollten Teures]
BERLIN-LICHTERFELDE 15.9.2004
(khd/pep).
Nicht McDonalds oder H&M, nicht Edeka oder Vodafone, nicht Media
Markt oder Deutsche Bank, die mit Abstand größte Ladenkette in Berlin
heißt "Zu Vermieten" ..., heißt es im Vorwort eines
Bildbandes der Fotografen Hannes Wanderer und Andreas Göx, der heute in den
Handel kommt (Time out
Leere Läden in Berlin ISBN:
3-9809677-0-0).
Ob darin auch das Ärgernis in Giesensdorf mit Fotos vorkommt, werden wir
sehen. Das allerorten zu beobachtende Ladensterben hat zwar viele Ursachen.
Aber allzuoft haben Politiker sehr kräftig dazu beigetragen, daß
alteingessene Geschäfte aufgeben mußten und so auch in
Lichterfelde- Süd.
Editor-Hinweise: Nach der Übergangsvorschrift des § 173
Abs. 3 BBauG gelten die Gebietsausweisungen des Berliner Baunutzungsplans vom
28.12.1960 als Bebauungsplan weiter, wobei sich die Angaben über die Art der
zulässigen Nutzung nach den Vorschriften der Berliner Bauordnung vom
21.11.1958 (GVBl. Berlin, Seite 1087) ergeben.
Auch das für das
2. Einkaufzentrum
durchaus relevante Bebauungsplan- Verfahren
XII-177b wurde 1997
rechtzeitig eingestellt, so daß freie Bahn für Investoren- freundliche
Baugenehmigungen an der Osdorfer Straße bestand. Auch in diesem Bereich
verzichtete das Bezirksamt Steglitz auf die dringend gebotene
städtebauliche Neuordnung durch
modernen Bebauungsplan und Veränderungssperre. Mit sehr hoher
Wahrscheinlichkeit hätte damit das
Absaugen der
Geschäfte (Reichelt und Plus) aus der Thermometer- Siedlung und dessen
soziale Folgen vermieden werden können.
[00.06.2001:
Entwicklung der Thermometer-Siedlung ab 2001] (khd-Page)
Aktuelles Echo zur Verplanung:
Im Internet recherchierter Background dazu:Aber kein erhöhtes Hirntumor-Risiko gefunden
22.11.2004 (khd/imm).
In einer
weiteren Teilstudie fanden die Wissenschaftler des
Instituts für Umweltmedizin am
Karolinska Institutet keine Hinweise auf ein erhöhtes Hirntumor- Risiko durch das
Mobiltelefonieren. Für eine abschließende Beurteilung des Gesamtrisikos sei es
zu früh. Dazu müssen die Ergebnisse aller Teilstudien abgewartet werden,
heißt es.
BERLIN/ESSEN 1.10.2004
(khd/pep).
Im August hieß es noch zwar
heftig
dementiert, daß der
Karstadt/Quelle-
Konzern 25 seiner 181 Warenhäuser schließen werde. Im
Herbst 2004 liegen nun die Karten auf dem Tisch: Karstadt/Quelle
kämpft
ums Überleben. Sie wollen 77 Häusern sowie alle
Fachmarkt- Ketten wie SinnLeffers, GolfHouse, RunnersPoint verkaufen oder
schließen, was Tausende von neuen Arbeitslosen produzieren wird. Ein
totales Mißmanagement ohne jegliche
volkswirtschaftliche
Verantwortung hatte dafür gesorgt, daß der Konzern
allein im ersten Halbjahr 2004 einen operativen Verlust von rund 300 Mio.
Euro eingefahren hat. Karstadt/Quelle (K/Q) ist zum Sanierungsfall
geworden.
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Man sagt: Europas größte Warenhaus- und Versandhandels- Gruppe
spüre wie kaum ein anderes Branchen- Unternehmen die
Kaufzurückhaltung der Deutschen. Richtig daran ist, daß die
Deutschen wg. der Preissteigerungen bei allen Waren des täglichen
Lebens (Nahrungsmittel,
Wasser, Miete, Verkehrsmittel,
Strom,
Gas,
Heizung) immer weniger Geld im
Portemonnaie haben. Auch legen sie in unruhigen sozialen Zeiten (drohende
Arbeitslosigkeit, Arbeitsmarkt-
‚Reform‘ Hartz-IV
usw.) lieber noch etwas auf die hohe Kante. Allerdings spüren
hierzulande nicht alle Einzelhandels- Unternehmen eine solche
Kaufverweigerung, wie das Beispiel
Kaufhof der Metro-Gruppe zeigt.
Es muß also vor allem hausgemachte Gründe für den
K/Q-Verfall geben.
Die Menschen
brauchen mehr Netto
in der Tasche.
Das sagte Hubertus Pellengahr, Sprecher des Hauptverbands des Deutschen
Einzelhandels (HDE),
einer Nachrichtenagentur am 1.10.2004.
Nachdem sich Karstadt zunächst
Neckermann einverleibte, schluckte 1994 Karstadt auch den Hertie-
Konzern samt Wertheim. Und 1999
fusionierte Karstadt mit dem Segen des
Bundeskartellamts mit
Quelle. 2003 kaufte sich Karstadt dann noch ein gutes Stück eines
völlig überflüssigen Fernsehsenders
(DSF). Angesichts der vielen unsinnigen
Zukäufe
geht's dem K/Q- Konzern dann Anfang 2004 miserabel. Auch K/Q schiebt's auf
die Kunden. Sie hätten sich beim Kaufen zu sehr zurückgehalten,
heißt es immer wieder. Aber diese famosen Manager hatten
offensichtlich nicht bemerkt, daß sie sich längst mit ihrem
zusammengekauften Gemischtwaren- Laden total übernommen hatten. Von
Insidern wurde berichtet, daß die meisten K/Q- Manager intellektuell
nur auf dem Niveau von Klippschülern
geldgierig
agierten, nicht auf dem Niveau weitsichtiger Konzernlenker mit Markt-
Durchblick.
), gleich am neuen Regionalbahnhof Potsdamer Platz.
Aber Karstadt will ja nun sowieso kein Warenhaus mehr sein nur noch
Vermieter für Shops in Shop. Vielleicht hätten sie sich
mit diesen agilen Investoren der HFS
Immobilien-Fonds Deutschland 17. GmbH & Co. KG zusammentun
sollen und am Leipziger Platz die in Steglitz so
umstrittene
Schloßgalerie
bauen sollen, sagen Kritiker der Steglitzer Ansiedlungspolitik.
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Beispiel Berlin-Steglitz
Allein in Berlin-Steglitz konnte seit 1964 in der Schloßstraße
das Karstadt- Herumgewurstel beispielhaft studiert werden. Zunächst
gab es hier nur ein Wertheim-Kaufhaus des Hertie- Konzerns. Der Konkurrent
Karstadt baute um 1965 daneben ein großes Warenhaus mit einladenden
Schaufenstern, die längst verschwunden sind. Außerdem gab es
in der Steglitzer Schloßstraße noch das kleine, aber sehr feine
Kaufhaus
Held sowie viele solide Fachgeschäfte alle mit einer
großen Warenvielfalt. Davon war bereits in den 90er-Jahre
nicht viel übriggeblieben. Hertie hatte
irgendwann das Held übernommen und Hertie selbst wurde 1994 samt
Wertheim von Karstadt geschluckt. Die amtlichen Wettbewerbshüter
hatte es möglich gemacht...
2.10.2004 (pep). Berlin hat mit rund 4 Millionen Quadratmetern
Verkaufsfläche im Einzelhandel eine halbe Million zu viel, und hinzu
kommt noch ein bereits von den Planern ausgewiesenes Potential von 400.000
Quadratmetern. Nun ist Berlin eine arme Stadt, und in der Kaufkraft hinkt
Berlin mit Abstand hinter anderen Städten wie München oder
Frankfurt am Main hinterher. Daran hat auch der Zuzug der Bundesregierung
nichts geändert. Und so verwundert es nicht, daß gestern der
Chef des Gesamtbetriebsrats der Karstadt Warenhaus AG, Wolfgang Pokriefke,
zur Kritik
von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) am Karstadt-Management sagte:
Der Herr Bundeskanzler sollte sich lieber an die eigene Nase fassen
und seine Fehler korrigieren. Pokriefke forderte statt einer
direkten Einmischung der Politik einen
Umschwung bei der Praxis der Ausweisung von immer neuen Gewerbeflächen auf der
grünen Wiese. Es muß darum gehen, die Innenstädte als Standorte für
Warenhäuser wieder attraktiver zu machen, sagte Pokriefke.
Die Gefälligkeits- genehmigungen von
flächenhaftem Einzelhandel müssen endlich aufhören.
Zumindest in Berlin haben Politiker ein gerüttet Maß schuld
an der durch den Fall Karstadt schlagartig deutlich gewordenen
Krise des Handels.
Das sagte 2004 nicht Hubertus Pellengahr oder der Bundeskanzler, sondern ein
ungenannt bleibend wollender Insider der Berliner Verwaltung.
[18.06.2003:
Neues Gesicht für die Schloßstraße] (REGIONALE RUNDSCHAU)
[30.06.2004:
Karstadt auf dem Grabbeltisch] (DIE ZEIT)
[17.09.2004:
Verbraucher kaufen zu wenig ein] (BERLINER ZEITUNG)
[28.09.2004:
Kaufen tut Not] (DER TAGESSPIEGEL)
[30.09.2004:
Wie gefährdet ist Berlins Einzelhandel?] (DER TAGESSPIEGEL)
[04.10.2004:
Karstadt Alles muß raus] (DER SPIEGEL 41/2004, Seite 102108)
[05.10.2004:
Karstadt kritisiert Berliner Senat] (BERLINER ZEITUNG)
[05.10.2004:
Entwicklungshilfe für Berlins Einkaufsstraßen] (DER TAGESSPIEGEL)
[12.04.2005:
Karstadt/Quelle Zu wenig Geld, zu wenige Ideen] (SPIEGEL ONLINE)
[30.06.2004:
Vom Geschäftesterben im Stadtrand-Kiez Politik untätig]
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[01.08.2004:
Giesensdorf: Dispens-Planung statt menschengerechter Stadtplanung]
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[15.09.2004:
Bauskandal in Giesensdorf]
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Wird K/Q nun saniert oder total zerschlagen?
12.5.2005 (khd/info-radio). Der derzeitige Aufsichtsratsvorsitzende Thomas Middelhoff wird
künftig den krisengeschüttelten Karstadt/Quelle- Konzern führen. Der
Vorstandsvorsitz des Essener Handelskonzerns ist seit Anfang April vakant. Christoph Achenbach
hatte nach nur 9 Monaten als Karstadt/Quelle-Chef nach steter Kritik an seinem Führungsstil
sein Amt niedergelegt. Sein Vertrag wäre eigentlich noch bis März kommenden Jahres
gelaufen. Seither koordiniert Finanzchef Harald Pinger den Vorstand, wobei diese Koordinator-
Funktion nur als eine kurze Interimslösung gedacht ist. Der ausgewiesene Finanzexperte
ist erst im September vergangenen Jahres vom ehemaligen Bertelsmann- Chef Middelhoff in den
Karstadt/Quelle- Vorstand geholt worden. Es wird vermutet, daß er nun die
Heuschrecken
holt [Ed: wie es dann Anfang August 2005 auch geschah], die dann Karstadt den Rest geben
werden.
[04.08.2005:
Karstadt stößt kleine Kaufhäuser ab] (BERLINER ZEITUNG)
[04.08.2005:
Schneller Ausverkauf bei Karstadt-Quelle] (DER TAGESSPIEGEL)
BERLIN-STEGLITZ 25.9.2004
(khd/pep).
Obwohl in der Steglitzer Schloßstraße schon seit langem ein ganzes
wunderbar übersichtliches Kaufhaus
(Held/Hertie)
ungenutzt leersteht und der
Karstadt/Quelle-
Konzern mit seinen Warenhäusern allerorten
ums Überleben
kämpft, glauben die Investoren der
HFS Immobilien-Fonds
Deutschland 17. GmbH & Co. KG (sic!) an ihr
umstrittenes
zunächst auch nur als klitzekleine Rathauspassage geplantes
Einkaufscenter
Schloßgalerie rund ums alte Rathaus Steglitz.
[Foto]
Stolz von Steglitz
Damit wirbt der Investor HFS für seine
Schloßgalerie. Aber
Steglitzer können sich noch gut an einen anderen Stolz erinnern
ans Rundcafé überm Hermann-Ehlers- Platz (gleich
gegennüber), sogar mit ‚Höhenweg‘ zum großen
Kaufhaus im Kreisel. Wo sind sie geblieben? Nix Kredit mehr, nix mehr
Fertigstellung... Abgerissen!
Die in Berlin-Steglitz von einem geschlossenen Immobilien-Fonds der
HFS GmbH geplante und durchgesetzte
Schloßgalerie (Foto-Montage).
Irgendwie erinnert dieser ums Rathaus Steglitz entstehende
Shoppingpalast der Extraklasse an die berühmten Les
Halles den alten ‚Bauch‘ von Paris (Markthallen in
der Nähe von Nôtre Dames). Rechts unten ist die Steglitzer
Schloßstraße, und nach links zweigt die Grunewaldstraße
ab. Im Vordergrund links ist das runde Dach des denkmalgeschützten
VW-Pavillons auf dem Gelände der Schwartzschen Villa zu erkennen, am
Horizont die drei Schornsteine des Bewag-Kraftwerks Wilmersdorf.
Architekt der
Schloßgalerie ist Manfred Pechthold (Berlin). Die
Baukosten werden derzeit auf 200 Millionen Euro geschätzt. Im
Frühjahr 2006 soll alles fertig sein.
(Repro: 9.2004 khd / Montage: HFS)
[Zum Artikel]
Und da es auch der BI
Schloßgalerie Steglitz (BISS) bislang nicht gelang, das Projekt vom
Typ ‚Größenwahn‘ noch rechtzeitig zu stoppen oder auf ein
vernünftiges Maß zu stutzen, könnte der Konsum- Tempel doch noch
ein ‚gewisser Erfolg‘ werden wie beim skandalumwitterten
Steglitzer Kreisel, der trotz vieler Wirren noch heute steht. Denn in der
Schloßstraße war bzw. ist derzeit
Karstadt mit seinen Häusern
Held/Hertie (bis Februar 2003),
Karstadt,
Karstadt/Sport (im Forum- Steglitz),
Quelle (im Forum- Steglitz),
Schaulandt (im Forum- Steglitz),
Wertheim und
WOM (im Forum- Steglitz)
ein Marktbeherrscher mit einem immer uniformer werdendem Warenangebot zum
Nachteil der Kunden und des Wettbewerbs.
Bebauungsplan Nr. XII-303
Schloßstraße, Grunewaldstraße und Rothenburgstraße
Quelle:
Senat von Berlin 24.7.2004
Aufstellungsbeschluß durch BezAmt Steglitz
31.05.1999
Vorgezogene Bürgerbeteiligung
21.06. 23.06.1999
Beteiligung der TÖB
???
Öffentliche Auslegung
14.04. 23.05.2003
Festsetzung durch den Bezirk
???
Zustimmung der BVV
17.12.2003
Bekanntmachung im Gesetz-
und VerordnungsblattNr. ??? vom ???
Seite ???
Letzter Stand:
Der Bebauungsplan ist rechtskräftig. Ob dagegen rechtzeitig Klage erhoben
wurde, ist derzeit (etwas) unklar. Es wurde wohl nur wg. Lärm-Ausnahmen
geklagt.
Fazit:
Mit Speck fängt man Mäuse, geht ein
deutsches Sprichwort. Offensichtlich waren unsere Politiker, angesichts der
versprochenen kostenlosen Unterbringung der
Steglitzer
Stadtbibliothek im 3. OG der Schloßgalerie, zu allen Abriß- und
Bau-Genehmigungen sowie Dispensen bereit... Und das erinnert doch sehr an den
Steglitzer Kreisel.
Auch ist das Niveau der Geschäfte in der Steglitzer
Schloßstraße seit Anfang der 90er-Jahre ständig
abgesunken, da die Mieten zu hoch sind. Ob sich nun
aber genügend Händler finden, die die Schloßgalerie- Mieten auf
Dauer bezahlen können, muß sich erst noch zeigen. Auch nach dem
Start des Forum- Steglitz gab es damals reichlich Überraschungen [Ed: auch
noch heute, denn der Born- Markt ist schon fast verschwunden und was
haben Politiker den Steglitzern Ende der 60er-Jahre vor dem Abriß des
alten Born- Marktes nicht alles versprochen...].
,
,
... ).
Die Situation des Autoverkehrs in und um die Schloßstraße herum
wird sich in Rathausnähe dramatisch verschärfen. Zwar sollen die
Pkws von der Grunewaldstraße kommend in einem unterirdischen Parkhaus
mit 600 Plätzen verschwinden, aber sie erzeugen belastenden Verkehr.
Auch werden viele Autofahrer auf den Anliegerstraßen nach freien
Abstellplätzen suchen und dann wild parken.
[18.06.2003:
Neues Gesicht für die Schloßstraße] (REGIONALE RUNDSCHAU)
[24.07.2003:
Schloßstraße Stern des Südens]
(Info der CDU in Lichterfelde)
[00.12.2003:
Gedanken der ev. Matthäus-Kirchgemeinde zur Schloßgalerie]
[16.12.2003:
Wirbel um Schloßgalerie] (BERLINER MORGENPOST)
[10.02.2004:
Diskussionen um Bau der Schloßgalerie] (DIE WELT)
[25.03.2004:
BI Schloßgalerie Steglitz im Gespräch mit Baustadtrat Stäglin]
(Protokoll)
[29.03.2004:
Abgeordnetenhaus stimmt Kaufvertrag für Schloßgalerie zu]
(BERLINER ZEITUNG)
[17.09.2004:
Verbraucher kaufen zu wenig ein] (BERLINER ZEITUNG)
[25.09.2004:
Bauarbeiten für das Einkaufszentrum Schloßgalerie beginnen]
(BERLINER ZEITUNG)
[28.09.2004:
Städten fehlt es an Konzepten für den Handel] (DER TAGESSPIEGEL)
[21.12.2004:
Radiosender r.s.2, Berliner Rundfunk und Kiss FM ziehen in die Schloßgalerie]
(BERLINER MORGENPOST)
Das kleine Giesensdorf liegt im südlichen Berlin (-Lichterfelde) im Bezirk
Steglitz (heute Steglitz- Zehlendorf). Und was hier die Politik seit Jahren
vorbereitete, schafften dann Bürokratie und die Baugenehmigungen
für gleich 3 (sic!)
großflächige Einkaufszentren: Am
Ostpreußendamm 67, am
S-Bhf. Osdorfer Straße und am
Ostpreußendamm 60 + 137/138 [khd-Page
berichtete].
Dort haben bislang insgesamt 21 Läden und die meisten sind
Discounter mit nur eingeschränktem Warenangebot neu aufgemacht bzw.
öffnen demnächst. Der Giesensdorfer Bedarf an Einzelhandel ist
eigentlich so riesig nicht. Aber
die Politik wünschte
sich, daß die Steglitzer und Lichterfelder nicht mehr ins benachbarte Land
Brandenburg nach Teltow oder Ludwigsfelde
in die dort nach der Wende entstandenen großen Einkaufzentren per Auto
fahren sollten. Die Kaufkraft und die Gewerbesteuer- Einnahmen sollten im Lande
Berlin bleiben [Ed: hm, wollten wir nicht ein Land werden...].
Ostpreußendamm 60
Synonym für den Steglitzer Bauskandal, der wg. des
Absaugeffekts von
Geschäften erhebliche Auswirkungen auf das soziale Gefüge in
Lichterfelde-Süd hat dank
Dispens-Planung.
Aber solche provinziellen Fehlleistungen haben dann sehr fatale Folgen
nicht nur für die Bewohner der benachbarten
Thermometer- Siedlung: Der
umweltbelastende Autoverkehr ist in und durch Giesensdorf seit 2001 stark
angestiegen. In Lichterfelde- Süd stehen derzeit insgesamt mindestens 22
gewachsene Läden leer
(10 in der der Thermometer-
Siedlung und 12 im
Ortskern von Giesensdorf). In der Thermometer- Siedlung gibt es keine
Lebensmittel- Geschäfte mehr [khd-Page
berichtete]. Menschen ohne Auto müssen jetzt sehr weite Fußwege
zum Einkauf des alltäglichen Bedarfs zurücklegen, was allzuoft alte
Menschen nicht mehr schaffen. Der Kiez Giesensdorf wurde de-facto zerstört
amtlich! Denn wichtige architektonische Fragen des Stadtbildes waren bei
den Baugenehmigungen für die Ladenbauten in Giesensdorf nur hinderlich.
Auch ist der Grad der Bodenversiegelung durch die
Flachbauten der Wegwerf- Architektur und Autoabstellflächen enorm. Auf
eine Anordnung von Ausgleichsmaßnahmen wurde verzichtet. Und warum das
alles...?
Diesen Artikel
gibt es auch in
![]()
Der eigentliche Skandal
Beim 3. Giesensdorfer
Einkaufszentrum wird dann die Steglitzer Skandal- Planung
besonders deutlich. Im Jahr 2001 verkaufte Berlins Senat mit
Zustimmung des Parlaments
für angeblich viel Geld (dank
zugesagter Dispens-Planung)
mit viel Ärger das große landeseigene Grundstück am
Ostpreußendamm 60 an einen
Investor.
Das ist der Zugang zum großen Grundstück Ostpreußendamm 60 in
Giesensdorf (Berlin-Lichterfelde) im September 2004, daß Berlins Senat 2001 für
angeblich viel Geld mit viel Ärger an einen
Investor
verscherbelte. Eigentlich sollte hier am Rande des Bäketals ein vom benachbarten Bewag-
Kraftwerk beheiztes
Kombi- Schwimmbad
für die Lichterfelder Bürger entstehen. Dazu gab es
zweimal
(!) eine Beteiligung der Bürger an der Planung. Aber nun soll dort im nächsten Jahr
ein 3. (sic!) Einkaufszentrum im kleinen Giesensdorf gebaut werden von der
ominösen Schwarz- Gruppe aus Neckarsulm
(Kaufland,
Lidl, ...).
Und daß dabei die Berliner Verwaltungen geschickt die an sich nach dem
Bundesbaugesetz erforderliche Bürgerbeteiligung (§ 2a BBauG bzw.
§ 3 BauGB) vermied, ist der
eigentliche Skandal. Dazu stellte man 1997 das laufende Bebauungsplanverfahren
XII-254
einfach ein und begann kein neues. Damit fiel das Areal planungsrechtlich auf einen uralten
noch ohne Bürgerbeteiligung zustande gekommenen West-Berliner
Baunutzungsplan von 1960 (sic!) zurück, der auch ein großflächiges
Einkaufszentrum zuläßt. Dadurch wurde den Bürgern das im Gesetz seit 1976
verbriefte Mitsprache- und Klagerecht schlichtweg abgeschnitten. Das ist Politik live am
Beginn des 21. Jahrhunderts!
(Foto: 14.9.2004 khd)
1.8.2005 (pep). Anfang Juli 2005 wurde mit der Einrichtung der Baustelle am
Ostpreußendamm 60 begonnen. Offensichtlich sind nun Baugenehmigung und Finanzierung
für dieses Projekt gesichert. Gleichzeitig wurde das Gerücht laut, daß der
Supermarkt von KAISER's an der Osdorfer Straße 98 dicht machen würde sobald der
Discounter Kaufland eröffnet. Damit wäre dann die Thermometer- Siedlung und die
Woltmann- Siedlung ohne wohnortnahe Lebensmittelversorgung, so daß die Spatzen bereits
pfeifen: Und schuld daran ist nur die SPD....
[Zum Artikel]
Eigentlich sollte hier am Rande des Bäketals ein vom benachbarten Bewag-
Kraftwerk beheiztes
Kombi- Schwimmbad
mit Freizeitanlagen für alle Lichterfelder Bürger entstehen,
was in vielen Wahlkämpfen eine zentrale Rolle spielte. Und es gab 1979 und
1981 dazu auch
zweimal (!) eine Beteiligung der Bürger an der Planung sowie einen
Architekten- Wettbewerb. Nach dem Verkauf des Grundstücks soll hier nun
das 3. Einkaufszentrum entstehen. Im nächsten Jahr will dort die
ominöse Schwarz-
Gruppe aus Neckarsulm eine
Kaufland- Mall
auf die grüne Wiese mit großem Parkplatz hinstellen. Die Bürger
wurden nicht gefragt, ob sie sich das alles so wünschen.
Und daß dabei die Berliner Verwaltungen geschickt die an sich nach dem
Bundesbaugesetz erforderliche Bürgerbeteiligung (§ 2a BBauG bzw. nun
§ 3 BauGB)
aushebelte, ist der eigentliche Skandal. Dazu stellte das Bezirksamt Steglitz
1997 unter der Ära des
Baustadtrats Norbert Kopp (CDU)
(
Fragen über Fragen...
[Fragen Teil 1] (khd-Page)
[Fragen Teil 2] (khd-Page)
[Bundesbaugesetz] (BBauG)
[Grundlagen
des Städtebaurechts]
)
das laufende Bebauungsplan- Verfahren
XII-254 für
das Schwimmbad einfach
ein und begann kein neues vermutlich wissend, was da gebaut werden
sollte und deshalb Bürgerzorn befürchtete. Damit fiel aber das Areal
planungsrechtlich auf einen uralten noch ohne Bürgerbeteiligung
zustande gekommenen West- Berliner
Baunutzungsplan von 1960
zurück, der in einem gemischten Gebiet ein
großflächiges Einkaufszentrum zuläßt (siehe
Hinweise). Dadurch wurde aber den Bürgern das
durch Gesetz seit 1976 verbriefte Mitsprache- und Klagerecht schlichtweg
abgeschnitten und in Lichterfelde-Süd das reinste Einkaufs- Chaos
produziert.
14.7.2006 (khd). Um die tatsächlichen sozialen Folgen einer derartigen Planung, die auf das
Abschreiben einer nicht beliebten Stadtrandsiedlung setzt, ausführlicher zu beschreiben, wurde
im November 2005 eine extra Webseiten- Serie Sozialer
Mix eingerichtet. Im Rahmen dieser Serie sind bereits inzwischen 4 Webseiten publiziert.
Darin wurden und werden weiterhin die Beweise und Hintergründe für das völlig falsche
Handeln dieser (Bezirks-) Politiker gesammelt. Nicht nur sie werden es einmal sehr teuer bezahlen
müssen, wenn denn die Siedlung soziologisch ‚gekippt‘ ist. In den Bezirken Kreuzberg
und Neukölln stehen bereits alle Alarmzeichen (Stichworte:
Rütli-Schule,
Ehrenmorde,
Parallelgesellschaften) auf Rot. Wann wird man auch
in Steglitz-Zehlendorf gelernt haben, wie man mit den hier lebenden Menschen umzugehen hat?
[Kommentar vom 1.7.2004]
Blick auf den bereits von Gehölzen abgeräumten 2 Hektar großen
Baugrund der autogerechten Kaufland- Mall am
Ostpreußendamm 60.
Dieses 3.
Giesensdorfer Einkaufszentrum liegt vis-à-vis des neuen
PLUS-
Ladens. Mit dem Bau soll 2005 begonnen werden. Im Hintergrund ist ein Teil
der REA des Bewag-
Heizkraftwerks Lichterfelde zu erkennen.
(Foto: 14.9.2004 khd)
[25.02.2004:
Händler verärgert über Center-Pläne in Lichterfelde]
(DIE WELT)
![]()
[00.03.2004:
Boomtown Lichterfelde] (STADTTEILZEITUNG STEGLITZ)
[30.06.2004:
Vom Geschäftesterben im Stadtrand-Kiez Politik untätig]
(khd-Page)
[01.08.2004:
Giesensdorf: Dispens-Planung statt menschengerechter Stadtplanung]
(khd-Page)
[20.08.2004:
Wenn Schildbürger für Autofahrer planen...]
(khd-Page)
[15.07.2004:
Letzter Supermarkt verschwindet]
(BERLINER MORGENPOST)
[22.07.2004:
Statement des Bezirksstadtrats Stäglin] (Baustadtrat)
[05.08.2004:
Statement des Bezirksstadtrats Laschinsky] (Wirtschaftsstadtrat)
[20.02.1998:
Baustadtrat Kopps Bauvorbescheid für den OBI-Baumarkt an der Goerzallee]
(BERLINER ZEITUNG)
[12.01.2000:
Roller-Markt genehmigt]
(BERLINER ZEITUNG)
[16.05.2000:
OVG-Urteil Curtiusstraße]
(Gericht stoppt Einkaufszentrum)
[12.04.2002:
Flächennutzungsplan-Änderung 18/98]
(Basis für 3. Einkaufszentrum in Giesensdorf)
![]()
[25.02.2004:
3. Einkaufszentrum in Giesensdorf]
(DIE WELT)
[22.08.2004:
Berlins Senat macht liederliche Verträge]
(khd-Page)
[17.09.2004:
Verbraucher kaufen zu wenig ein]
(BERLINER ZEITUNG)
[22.09.2004:
Brunnenviertel Wo der Wedding kippt]
(DER TAGESSPIEGEL)
[25.09.2004:
Grundsteinlegung der Schloßgalerie]
(BERLINER ZEITUNG)
[Ed: vom neuen Steglitzer
Größenwahn]
[28.09.2004:
Städten fehlt es an Konzepten für den Handel]
(DER TAGESSPIEGEL)
[05.10.2004:
Entwicklungshilfe für Einkaufsstraßen]
(DER TAGESSPIEGEL)
[18.10.2004:
Überangebot an Geschäftsflächen in Berlin]
(BERLINER MORGENPOST)
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