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Nun möchte man meinen, daß jetzt die reichen Länder wirklich alles daransetzen, um möglichst schnell zu einer Verbesserung der wirtschaftlichen Gesamtlage zu kommen. Aber im Vorfeld des Londoner Weltfinanz- Gipfels am 2. April 2009 gibt es erst mal wieder Streit um die ‚Glaubensrichtung‘ die grundsätzliche Marschrichtung der Krisenbewältigung. Dabei geht es um die Frage, ob erst die Konjunktur mit weiteren staatlichen Maßnahmen (Konjunkturprogramme) angeregt werden soll oder erst der Finanzmarkt reguliert werden soll. Die USA wollen weitere Konjunkturprogramme, wobei sie von China, Großbritannien und Japan unterstützt werden. Die schnelle Regulierung der Finanzmärkte wird von Ländern der Euro- Zone bevorzugt. Auch die Bundeskanzlerin Merkel (CDU) setzt ihre Priorität auf die Reform des Finanzsystems vor Konjunkturstützung.
Zwar verwundert es, daß nach einem ganzen Halbjahr Krise noch immer nicht die einfachsten Regulierungen des Finanzmarkts realisiert worden sind. Aber eigentlich gibt es gar keinen Gegensatz zwischen den Streitpositionen. Denn man muß beides gleichzeitig in Angriff nehmen. Auch täte es der deutschen Wirtschaft in der Tat sehr gut, auf die Amerikaner zu hören und hierzulande endlich mehr nachhaltige Nachfrage zu erzeugen, um zumindest einen Teil der großen Exportausfälle zu kompensieren.
Wenn dieser unsinnige Streit nicht schleunigst beigelegt wird, dann kann es durchaus passieren, daß die G20-Länder auf der Konferenz in London zu keinem vorzeigbaren Ergebnis kommen werden. Die Financial Times (London) zog bereits am Wochenende einen Vergleich zur 1933 in London stattgefundenen Konferenz von 66 Regierungen. Dort sollte in der Weltwirtschaftskrise I die große Lösung durch ein abgestimmtes Vorgehen zur Ankurbelung von Wachstum und Handel erreicht werden. Aber daraus wurde wg. des Egoismus’ der Länder nichts. Sollte auch der G20-Gipfel Anfang April scheitern, dann würde sich die Krise sofort um eine Glaubwürdigkeitskrise erweitern. Das derzeit noch vorhandene Rest-Vertrauen in staatliches Handeln wäre völlig verspielt. [weiter zum Krisen-Blog 4]
Nie wieder Nichts!
BERLIN 23.3.2009 (khd). Nach einem halben Jahr der Beobachtung endete vor einer Woche mein
3. Krisen-Blog
zur Finanzkrise alias Bankenkrise alias Wirtschaftskrise. Diese Weltwirtschaftskrise II hat sich
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Die Finanzkrise ist nur ein weiterer Unfall des Kapitalismus. |
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Das meint der stramm konservative George Friedman von der privaten US-Denkfabrik StratFor im texanischen Austin. Und all die vielen marktradikalen Neo-Liberalisten (Hallo Westerwelle, auch Sie und Ihre FDP sind gemeint), die sich derzeit meist hinterm Busch verstecken, denken sicher genauso und wollen schnell wieder die Oberhand gewinnen... [mehr dazu] |
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Auch wenn Deutschland die nach 1945 erfundene soziale Marktwirtschaft zuletzt kaum noch praktizierte, könnte jetzt eine Neuauflage in der Form einer nunmehr öko-sozial ausgerichteten Markwirtschaft Modell für eine neue Soziale Weltmarktwirtschaft sein.
Eine solche wegweisende Marktwirtschaft zur Überwindung der Strukturkrise des Finanzsystems wird überall dort durch energische Regulierung (Spielregeln) und staatliche Kontrollen begleitet, wo die Gefahr besteht, daß die Handelnden ein falsches Spiel zum Nachteil der Volkswirtschaften treiben könnten. Im Vordergrund müssen dabei die Menschen stehen nicht das Geld. Der Handel mit realen Gütern muß absoluten Vorrang haben, Virtuelles muß geächtet werden. Es darf niemals wieder passieren, daß Banker ihren Kunden ein Nichts verkaufen.
Aber es gibt sehr starke Kräfte, die das System nur etwas reparieren wollen restaurieren wollen, aber im Prinzip alles beim alten belassen wollen. Der amerikanische Vordenker George Friedman gibt im aktuellen Interview eine solche konservative Richtung vor. Es wird deshalb sehr auf die Menschen allerorten ankommen, die ihren Politikern notfalls Beine machen müssen.
Mehr zu diesem Thema:
Das Stadtarchiv sei auf einer Fläche von 50 mal 70 Metern komplett eingestürzt, konstatierte
die Polizei. Und dabei handelte es sich um einen soliden Neubau, der erst 1971 eingeweiht worden war.
Mehrere Menschen werden noch vermißt. Sie könnten unter dem riesigen Trümmerberg begraben
sein.
[weiter]
Untertitel des weiteren Artikels und Kommentierungen:
In dem 17-seitigen Bericht wird festgestellt, daß sich das Volumen der von europäischen Banken
gehaltenen problematischen Wertpapiere (‚toxic papers‘) auf rund 16,3 Billionen britische
Pfund (rund 18,2 Billionen Euro =18.200 Mrd. Euro) beläuft. Das sei von den 27 EU-Finanzministern
diskutiert worden auch von Herrn Steinbrück (SPD).
In dem Dokument werde auch vor einer Verschlimmerung der Finanzkrise durch ein weiteres
Banken-Bailout
gewarnt, so der Daily Telegraph. Weitere Hilfsmaßnahmen für ‚vergiftete‘
Banken könnten die Kreditkosten verteuern, da Investoren zunehmend das Vertrauen in die
Rückzahlungsfähigkeit von einigen EU-Ländern verlieren könnten, wozu derzeit vor
allem Griechenland, Großbritannien, Irland, Italien, Österreich, Polen, Portugal,
Rumänien, Spanien und Ungarn gehören.
Umso mehr wird deutlich, daß sehr schnell unser Finanzsystem auf völlig neue Füße
gestellt und sehr energisch reguliert werden muß. Und man hätte schon längst mal in
Europa mit dem Verbot des Handelns und Wettens mit verbrieften Schulden anfangen können. Aber noch
nicht einmal deutsche Oppositionsparteien haben es bislang geschafft, einen entsprechenden Gesetzentwurf
in den Bundestag oder ins Europa- Parlament einzubringen.
Alle Politiker reden derzeit die Lage schön sie sagen uns nicht die Wahrheit über das
Ausmaß der Krise. Im schlimmsten Fall aber bleibt den Regierenden nur ein Mittel der
radikale Währungsschnitt, um die Volkswirtschaften wieder auf Genesungskurs zu bringen. So war das
in Deutschland nach dem 1. und 2. Welt-Krieg. Und da man so etwas nicht vorher erzählt, wird wohl
der Goldpreis neuen Allzeithochs zustreben. Auch der von den Marktradikalen angezettelte ‚Welt-
Krieg ums Geld‘ wird seine schlimmen Folgen haben.
Mehr zu diesem Thema:
BERLIN 7.2.2009 (khd/orf.at). In der letzten Woche gab es mal wieder große Aufregung in der
Netzgemeinde. Und es ging mal wieder um die alte Frage, ob (private) Homepage-Betreiber aktuelle Texte
anderer mit Brisanz, die dem Betreiber anonym zugespielt wurden, hierzulande im Internet
veröffentlichen dürfen. Zwar ist es verständlich, daß der Betroffenen, über
Die DB sah in der
Publikation des Dokuments eine Verletzung von Betriebs- und
Geschäftsgeheimnissen und schickte per E-Mail eine
Abmahnung. Blog- Betreiber Beckedahl weigerte sich,
das Dokument
[hier gespiegelt] von seiner Site zu entfernen. Ich bin der Meinung, daß
eine aufgeklärte Demokratie das zulassen sollte schrieb Beckedahl auf Netzpolitik.org.
Das Dokument sei für den öffentlichen Diskurs rund um die Überwachungsaffäre der
Deutschen Bahn AG relevant.
Mehr zu diesem Thema:
Ein Highlight in der Geschichte meines Telekommunikations-Magazins
»t-off« war die
Erstveröffentlichung des Fazits der berühmten
BAPT-Studie vom Juni
1995 zu Telefonpreisen in Deutschland, die Anfang 1996 anonym in die Mailbox flatterte, und aus der
die Riesen-Abzocke der
Deutschen Telekom hervorging. Zwar gab es dazu keine Abmahnung, aber reichlich Lügen von Seiten
der Telekom, die sich dadurch ertappt fühlte und das dann durch reichlich Zeitungsinserate
zu kompensieren zu verschleiern versuchte, nachdem sie eine
neue
schöngerechnete Studie bei der Bötsch-Behörde bestellt hatte.
Anfang 1998 gab es einen Streit mit dem Bundeskartellamt um die
hohen Telekom- Gebühren
für Ortsgespräche (und damit auch um die Zugangskosten zum Internet). Im Februar 1998 gab
es dazu von der Regulierungsbehörde eine
interne Stellungnahme,
die »t-off« zur
Veröffentlichung zugespielt wurde, vermutlich sogar aus dem Ex-Ministerium selbst. Es gab
offensichtlich unter Minister
Bötsch (CSU)
Leute, denen die ganze Richtung nicht paßte. Denn vor allem durch dieses Papier wurden erstmals
alle Fakten bekannt, die
politisch gewollt zu den hohen Ortsgesprächsgebühren geführt hatten. Das
nichtautorisierte Vollzitat nutzte nicht nur manchen Medien beim besseren Durchblick durch die vermurkste
Liberalisierungspolitik der Kohl-Regierung.
[mehr]
Mehr zu diesem Thema:
NÜRNBERG/BERLIN 29.1.2009 (khd/info-radio). In Deutschland ist die Zahl der
Arbeitslosen im Januar dramatisch angestiegen. Zwischen Mitte November 2008 und Mitte Januar 2009
stieg die Zahl um rund 1/2 Mio. (501.000) an, womit eine Gesamtzahl von rund 3,5 Mio. erreicht wird. Die
Quote beträgt 8,3 %. Gleichzeitig wurden etwa 400.000 Kurzarbeiter gezählt, die nicht in die
amtliche Arbeitslosenstatistik eingehen. Aber auch Kurzarbeiter sind Menschen ohne Arbeit.
[Grafik + Zahlen]
Es rächt sich nun bitter, daß alle Bundesregierungen seit den 1990er-Jahren keine
Nachfrage-orientierte Wirtschaftspolitik mehr betrieben haben. Das sei Teufelszeug schrieen
regelrecht die marktradikalen Lobbyisten diese neo-liberalen ‚Heilsbringer‘. Eine
solche Wirtschaftspolitik hätte heute aber den großen Exportausfall wenigstens etwas
kompensieren können. So mancher Arbeitsplatz wäre erhalten geblieben. Es kommt eben auf den
richtigen Mix aus Angebots- und Nachfrage-orientierter Wirtschaftspolitik an.
[Aktuelle Entwicklung der Weltwirtschaftskrise II]
WIESBADEN 18.1.2009 (khd). Auch die Wiederholungswahl zum Hessischen Landtag
am 18. Januar machte es wiederum deutlich: Politik als von
Aber das hessische Wahlergebnis ist gar nicht so verwunderlich, wenn man folgendes überlegt: Die
Union muß in Berlin durch die aufgezwungene Faktenlage sehr stark auf staatlichen Einfluß bis
hin zur Verstaatlichung von Banken setzen. Anders ist das von den Finanz-Jongleuren zu verantwortende
Chaos nicht mehr beherrschbar. Daß aber gefällt vielen sehr konservativen Wählern in
Hessen noch dazu ausgestattet mit dem Finanzplatz Deutschlands überhaupt nicht.
So wählten sie diesmal verstärkt die FDP, die ja sowieso die Partei der
Besserverdienenden ist. Insofern sind CDU-Stimmen derzeit bei der FDP nur geparkt. Aber im Herbst
bei der Bundestagswahl kann alles schon wieder ganz anders aussehen. Denn im Herbst 2009 werden wir sehr
viel genauer wissen, was der marktradikale Neo-Liberalismus hierzulande tatsächlich angerichtet hat
(Stichworte: Arbeitslose, Pleiten, Armut). Sogar die SPD hat da noch eine Chance, bei der Wahl stark
zuzulegen. Zu befürchten ist allerdings, daß die Partei der Nichtwähler auf ein
Allzeithoch zusteuert.
LICHTERFELDE-SÜD 8.1.2009 (khd/info-radio). Seit Neujahr herrscht auch in der Region
Berlin/Brandenburg klirrende Kälte. Am Berliner Stadtrand sank die Temperatur nachts auf 26
Grad. Und dann das: Gestern fiel am Mittag urplötzlich in den GSW-Wohnungen östlich der Odorfer
Straße (frühere Woltmann-Siedlung) die Heizung komplett aus. Die Mieter mußten sich warm
anziehen.
Die Thermometer- und die Woltmann-Siedlung (die seit 2004 eigennützige GSW nennt sie inzwischen
Wohnpark CityVillage) am südlichen Stadtrand werden seit 1983/84 mit
Fernwärme vom nahen Heizkraftwerk Lichterfelde der Bewag (heute Vattenfall) versorgt.
Am Mittwoch (7.1.2009) platzte in der Réaumurstraße das Fernwärmerohr, das die
Woltmann-Siedlung versorgt. Die Ursache ist noch unklar. Daß der 7-tägige Bodenfrost diese
Havarie verursacht haben soll, klingt bei einer Fernwärmeleitung sehr nach einer Ausrede. Eher darf
ein Materialfehler am Stahlrohr oder eine schlechte Schweißnaht vermutet werden. Es ist (aus den
Sitzungen des Sanierungsbeirats) bekannt, daß es beim
Bau der Leitung durch die GSW Anfang der 1980er-Jahre Probleme beim Verchweißen
der Stahlrohre gab.
Die Thermometer-Siedlung samt Mercator-Grundschule hatte
diesmal Glück, denn sie wird über einen anderen Strang mit
Vattenfall-Fernwärme versorgt, der bereits im ehemaligen Heizwerk Celsiusstraße abzweigt und
erst vor wenigen Jahren auf den Stand der Technik gebracht worden war.
Im Laufe des Donnerstags (8.1.2009) gelang es Mitarbeitern des Energieversorgers
Vattenfall, das defekte Fernwärmerohr
notdürftig zu flicken. Am Abend wurden die meisten der kalten Wohnungen wieder langsam warm.
Allerdings kann diese Notversorgung nur etwa 80 % der Leistung erbringen, was angesichts der hohen
Minus-Temperaturen nicht ausreichend ist.
10.1.2009 (khd/info-radio). Auch am Freitag (9.1.2009) sind noch immer nicht wieder alle der rund 1000
Wohnungen warm. Das solle nun bis zum Freitag-Abend der Fall sein, berichtet das Berliner Info-Radio
gestern Nachmittag. Und das hat dann auch geklappt.
[mehr]
Mehr zu diesem Thema:
Eigentlich wollte damals die Union mit Merkel und die
FDP
mit Westerwelle sowie dem Professor aus Heidelberg (G. Schröder) die Wahl gewinnen,
um dann energischer neo-liberal (marktradikaler) durchregieren zu können. Wäre das aber
tatsächlich passiert, dann sähe es heute nach der internationalen
Finanzkrise für Deutschland ganz düster aus. Deutschland hat 2005 mit der
Nicht-Wahl einer schwarz-gelben Koalition ein enormes Glück gehabt.
Das reale ‚Wirtschafts-Experiment‘ die von den USA ausgehende Finanzkrise mit sich
anschließender Bankenkrise, die sich dann sehr schnell zur
Weltwirtschaftskrise ausweitete, hat seit Herbst 2008 eindeutig und
für immer geltend bewiesen: Wirtschaftliches Handeln nach neo-liberalen (marktradikalen) Regeln
(Parolen) führt früher oder später immer ins Verderben von
Volkswirtschaften. Der Markt ist nicht in der Lage, massive ‚Störungen‘ selbst
auszugleichen.
[weiter zum Wirtschaftskrisen-Blog 3]
Natürlich ist die Kritik nicht absurd, denn die reichlich belegbare (wiss.) Wahrheit ist: Die
allermeisten Politiker der CDU (z. B. Merz & Co.), CSU und FDP (z. B.
Westerwelle & Co.) sowie
auch einige SPD-Leute (allen voran Gerhard Schröder) haben sich seit Anfang der 1990-Jahre immer
weiter von der erfolgreichen Sozialen Marktwirtschaft
Erhardscher Prägung entfernt und das völlig freie Spiel der
Marktkräfte, die ‚für alle ach so vorteilhafte‘ Globalisierung sowie die
‚sowieso alles regelnde‘ Privatisierung gepriesen und propagiert sowie in ihrem Handeln
intensiv befördert.
Diese neo-liberale
Markt-Hypothese ist durch die Realität von 2008 restlos und für alle Zeiten
widerlegt worden. Jedwede marktradikale Wirtschaftspolitik ist eineindeutig (wie wir Mathematiker und
System-Theoretiker sagen) falsch. Sie ist nur eine nicht von der Ratio bestimmte Ideologie ohne
wissenchaftlichen Beweis. Und deshalb sind all diese falsch handelnden Politik-Figuren Wegbereiter der
Finanzkrise und der Weltwirtschaftskrise II. Sie tragen eindeutig Mitverantwortung auch der
Sekundär-Politiker Koch. So wird es in künftigen Geschichtsbüchern zu lesen sein. Dort
wird auch zu lesen sein, daß damals marktradikale Politik durch eine Mehrheit der Journalisten in
den Medien beklatscht und regelrecht ‚hochgeschrieben‘ worden ist.
Und noch etwas: Der SPIEGEL berichtete im Artikel
Cash im Casino bereits im September 2004 das war immerhin 4 Jahre vor dem
Lehman-Crash über den Casino-Kapitalismus und die Großstil-Zockereien bei deutschen
Banken, allen voran bei der Deutschen Bank unter Ackermann. Auch warnte damals das Nachrichtenmagazin vor
einem Zusammenbruch des Finanzsystems. Hat irgendjemand damals von einem Aufschrei deutscher Politiker
gehört, der zu einer verschärften Regulierung der Banken führte?
Mehr zu diesem Thema:
In der Lageanalyse des Ministeriums heißt es weiter: Der Abschwung ist global und berge
die Gefahr einer Selbstverstärkung. (...) Gerade für Deutschland als einer der
offensten Industrie- Nationen ist wahrscheinlich, daß sich der Nachfrage-Einbruch von außen
zu einer länger anhaltenden Abwärtsspirale im Inneren ausweitet. Die Bundesregierung
und die anderen europäischen Regierungen müßten also jetzt mit Hilfspaketen klotzen, um
die Krise nicht zur zerstörerischen Deflation ausufern zu lassen. Die dagegen zu verabreichende
Medizin ist neben niedrigen Leitzinsen eine sehr breite Anregung der Binnen- Nachfrage, selbst wenn
dadurch die Staatsverschuldung steigen sollte.
Großbritannien hat schon verstanden und wird bereits morgen eine temporäre Senkung der
Mehrwertsteuer von bislang 17,5 % auf 15 % ankündigen. Sie soll sofort eingeführt werden, um
noch im Weihnachtsgeschäft wirksam zu werden. In Deutschland streiten sich hingegen noch CSU und CDU
um den richtigen Weg. Die CDU möchte eine Steuersenkung erst zum Bundestagswahlkampf
einführen. Im Herbst 2009 könnte es aber viel zu spät sein, um am Markt noch die gewünschte
Wirkung zu erzielen. Die Zeitung Die Welt warf deshalb heute der Volkspartei CDU
Zynismus vor.
Das Vorgehen der Bundesregierung ist angesichts der deflationären Tendenzen sehr riskant. Denn wegen
der Trägheit (delay) der Wirtschaftssysteme muß eine Konjunkturspritze immer rechtzeitig
erfolgen. Außerdem muß sie mindestens ein Volumen von 1 % des letzten BIPs haben. Startet man
in einer Rezession (und in der befinden wir uns seit Mai/Juni) die staatliche Nachfrage-Stützung nur
einige Monate zu spät, kann die Deflations-Abwärtsspirale meist nicht mehr gestoppt werden.
Sollte das derzeitige Nicht-Handeln der Bundesregierung das Sich-Erparen-wollen von weiteren
Schulden ins Auge gehen, dann wird dieser Großen Koalition ewig der Vorwurf anhaften, nichts aus
dem falschen Handeln der Reichsregierung zwischen 1930 und 1932 unter dem
Kanzler Dr. Heinrich
Brüning (Zentrum)
und seinem Finanzminister und Vizekanzler Dr. Hermann Dietrich
(DDP) gelernt zu
haben. Bundesfinanzminister Steinbrück (SPD) mußte schon mal gegenüber dem Spiegel
eingestehen (Heft 49/2008, Seite 38), daß ihm der Name Hermann Dietrich nichts sagt. Vielleicht
sollte Volkswirt Steinbrück mal ins Internet schauen. Dort könnte er auch gleich lernen, wie sich damals die
Sozialdemokraten an der Murks-Politik der Konservativen beteiligten.
Mehr zu diesem Thema:
Als Folge der globalen Finanzkrise sieht es jetzt noch schlechter aus. Denn viele
ausländische Investoren, die noch 2007 den Berliner Markt dominierten, haben sich weitgehend
zurückgezogen, seit es ihnen kaum mehr gelingt, zu Krediten zu kommen,
schreibt heute der Berliner Tagesspiegel. Das bedeute: Die Türme am
Alexanderplatz Die werden nie gebaut!, prophezeit Gewerbe- Immobilien- Makler Hüther.
So könnte das Vier-Sterne-Hotel, das derzeit die spanische Hotelkette Best Hotels baut, auf
längere Zeit der letzte Neubau am Alex gewesen sein. Und erneut hätte eine Weltwirtschaftskrise
die Vollendung des markanten Platzes verhindert.
Mehr zu diesem Thema:
Auch in den beiden zurückliegenden Jahren gaben wieder so manche Themen Anlaß für eine
kritische Berichterstattung und Kommentierung. Das reicht vom Klimawandel
(Alarm ROT!) über die immer wieder
ärgernde Politik
(Contergan-Skandal, reichlich Nichtwähler
in Bayern und
in Berlin), baulichen
Fehlplanungen in Berlin wie auf dem
In den letzten Wochen standen aber vor allem Wirtschaftsthemen im Vordergrund. Zunächst wurden die
Schlampereien deutscher Banken bei
Lastschriften und
Überweisungen bekannt. Mitte
September zeigte sich dann, daß die von den USA ausgehende Finanzkrise
(Finanzkrisen-Tagebuch)
eine weltweite und die reale Wirtschaft bedrohende Bedeutung erlangte
(Wirtschaftskrisen-Tagebuch).
Da war sie wieder eine Weltwirtschaftskrise
wie 1929, von deren
schrecklichen Folgen uns Großeltern und Eltern immer so viel erzählt haben. Und wir hatten
gedacht, daß eine solche Katastrophe sich nie wieder ereignen würde.
Aber offensichtlich haben Banker und Politiker im Geschichtsunterricht geschlafen.
[Artikel-Gesamtverzeichnis]
Zur Erinnerung an alte Ausgaben: (interne Links aktualisiert)
[07.02.2009:
Die Systemkrise nutzen (auf Seite 3)] (IG METALL)
[18.02.2009:
Der Kapitalismus ruiniert sich selbst] (TAZ)
[22.02.2009:
Die Kapitalmärkte müssen endlich global kontrolliert werden] (DER TAGESSPIEGEL)
[21.03.2009:
Die Finanzkrise ist nur ein Unfall] (FAZ)
[23.03.2009:
Würden Sie diesen Finanzexperten trauen?] (NACHDENKSEITEN)
Kölns historisches Stadtarchiv liegt in Trümmern, weil die Stadt mal wieder alles falsch
machte. Im Archiv wurden in 18 Regal-Kilometern neben den Dokumenten der Stadtgeschichte auch der
Nachlaß von z. B. Konrad Adenauer, Heinrich Böll und Jaques Offenbach sowie wertvolle
Architektur- Zeichnungen aus dem 17. und 18. Jahrhundert aufbewahrt. Vieles davon wird wohl zerstört
sein. Der Schaden gilt als unschätzbar.
Offenbar war Kölns Stadtvätern das Bauen einer neuen U-Bahn wichtiger als das sichere Bewahren
des Kulturerbes. So eine U-Bahn kostet nur etwa 1 Mrd. Euro ‚peanuts‘ angesichts des
vermuteten Billionen-Schadens. Aber welcher intelligente Mensch ordnet auch den Bau einer 3,6 km
U-Bahnstrecke im schwierigen Untergrund des Rheintals im Schildvortrieb plus Grundwasserabsenkung an,
noch dazu wo es unter einer alten Stadtbebauung lang ging? Wer eigentlich verdient an diesem bereits
pannenreichen U-Bahnbau am meisten?
(TV-Shot: 3.3.2009 phoenix)
KÖLN 3.3.2009 (khd/phoenix/d-radio). Diesen Tag werden die Kölner nicht
so schnell vergessen wurde doch ihr 1000-jähriges ‚Gedächtnis‘
zerstört. Heute in den Mittagsstunden sackte das große vierstöckige Gebäude des
Stadtarchivs an der Severinstraße 222 in desr Südstadt wie ein Kartenhaus in sich zusammen.
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Im Dezember 2008 befand ein Experte, daß die im Stadtarchiv entstandenen Risse
unbedenklich seien.
Offensichtlich ist das große Stadtarchiv in eine unterirdische Kavern abegstürzt. Und dieser
Hohlraum kann nur durch den U-Bahnbau entstanden sein.
Der Bauherr der U-Bahn, die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB), ließ den Untergrund vor dem
Tunnel-Bohren nicht sorgfältig genug untersuchen.
Der Spiegel berichtet vom Pfusch beim Kölner U-Bahnbau, und die Staatsanwaltschaft
ermittelt wg. fahrlässiger Tötung.
Der Riß-Experte hatte der Stadt im Dezember 2008 empfohlen, einen Spezial-Sachverständigen
zuzuziehen. Kölns Bauderzernent sah dazu aber keine Veranlassung. Und überhaupt
haben sich die Kölner Verantwortlichen wenig schlaugemacht, obwohl es im Internet reichlich
Informationen zu Tunnel-Projekten gab.
Kölns OB Schramma lobt die KVB, obwohl es dafür wenig Grund gibt. So war der KVB entgangen,
daß es vor dem Stadtarchiv einen mittelalterlichen Stadtbrunnen gab. Erst das Politmagazin
Monitor machte heute darauf aufmerksam. So ist das eben im Kölner Super-Filz. Die Wahrheit
blieb bisher auf der Strecke.
Köln baute die U-Bahn auf der Basis von Schildvortrieb und der risikoreichen Grundwasser-Absenkung,
was bei den dortigen Bodenverhältnissen nicht dem Stand der Technik entspricht. Es wurden zudem mehr
Brunnen zum Grundwasser-Abpumpen gebaut als erlaubt. Auch wurde viel zu viel Grundwasser dem Boden
entnommen. Da muß man sich nicht wundern, wenn das schwere Stadtarchiv einstürzt und Menschen
erschlägt.
Die Bauaufsicht beim U-Bahnbau wurde von der Bezirksregierung Düsseldorf letztendlich auf den
Bauherrn die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) verlagert und dieser delegierte man
glaubt es kaum diese weitgehend an die bauausführenden Unternehmen. Man kontrollierte sich
selbst. Das konnte nicht gutgehen.
Vermutlich waren in der Baugrube vorm Stadtarchiv die seitlichen Stützwände (Schlitzwände
aus Beton) nicht tief genug im soliden, wasserundurchlässigen Untergrund verankert. Diesen
Schluß legt eine Studie der RWTH Aachen von 2008 nahe. Entweder ist es dadurch zu einem
hydraulischen Grundbruch oder zu einem Grundwasserdurchbruch an der östlichen Wand
gekommen, weil diese fehlerhaft betoniert worden war. Beides würde den Einsturz dess Stadtarchivs
erklären.
Erst am Freitag, den 20. März wurde nach fast 3 Wochen des Rätselratens bekannt, daß es
bereits im September 2008 einen ersten hydraulischen Grundbruch gegeben hat, womit die Tage des
Stadtarchivs gezählt waren. Denn dem Wassereinbruch wurde nur mit verstärktem Wassserabpumpen
begegnet.
Warum haben nicht verantwortungsbewußte Ingenieure mit Durch- und Einblick rechtzeitig die
Öffentlichkeit alarmiert?
Bislang gibt es 11 grundsätzliche Fragen, die noch unbeantwortet sind. Vielleicht hat ja ein Leser
Antworten parat.
Erst sehr spät wurde jetzt mitgeteilt, welche Hauptfirmen am Bau der Kölner U-Bahn beteiligt
sind. Recherchiert werden konnten auch einige der Sub-Unternehmen, die Teilaufträge erhalten
haben.
LONDON/BERLIN 16.2.2009 (khd). Vor 5 Tagen erschien eine kleine Agenturmeldung zum EcoFin-Treffen der 27 EU-Finanzminister am 10.2.2009
in London. Die Londoner Tageszeitung Daily
Telegraph hatte zuvor am 11.2.2009 unter dem Titel
European banks may need 16.3 trillion bail-out Brisantes aus einem
Brüsseler Geheim-Bericht der EU zur Lage in der
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Finanzkrise zitiert. Deutschlands Tageszeitungen haben diesen Bericht weitgehend ignoriert
vielleicht nicht vestanden.
 
Der Original-Artikel war bereits am 15.2.2009 nicht mehr auf den Seiten der Homepage des
Daily Telegraph zu finden!
Inzwischen wurde im Internet bekannt, daß der Artikel auf Druck (der britischen Regierung?) vom
Telegraph-Server genommen worden sein soll. Warum wohl?
Aber wir haben ja noch die Agentur- Meldung vom 11.2.2009.
Die Kosten weiterer zu befürchtender Asset-Abschreibungen seien sowohl absolut als auch relativ zum
BIP der einzelnen Länder sehr hoch. Es sei wichtig, eine Angst der Investoren vor Finanzproblemen
oder einer Überschuldung der EU-Länder zu verhindern, so die Zeitung. Aber wie das konkret
geschehen soll, wurde nicht berichtet.
Weiteres Banken-Bailout in EU könnte Krise verschärfen
Aus:
Dow Jones Newswires, 11.2.2009,
14.57 Uhr GMT.
Die Versuche der Regierungen, die problema- tischen Assets der EU-Banken aufzukaufen oder zu garantieren,
könne die Krise in der EU vertiefen: Eine zweite Runde von Hilfsmaß- nahmen für die Banken
der EU-Länder könnte die Kreditkosten in die Höhe treiben, vor allem angesichts der
steigenden Besorgnis unter den Investoren, ob einige Länder wie Spanien, Portugal,
Griechenland, Irland, Italien und Großbritannien überhaupt in der Lage seien, die
Kredite zurückzuzahlen, berichtet das Blatt.
Die Schätzung der gesamten zu erwartenden Asset-Abschreibungen deuteten an, dass die Kosten für
die Staatshaushalte sowohl absolut als auch relativ zum Bruttoinlandsprodukt der Mitgliedstaaten sehr
hoch ausfallen könnten, heißt es in dem Dokument, in das die Zeitung Einblick hatte. Es sei
daher wichtig, das das Ausmaß der Rettungspakete nicht die Sorge vor einer Überschuldung der
EU-Länder oder Finanzierungsprobleme mit sich bringe.
Schlimmes zu erwarten...
18.2.2009 (khd).
Europäische Banken haben demnach ihre Eigenkapital- Basis mit ihrer verantwortungslosen Zockerei um
unglaubliche 18 Billionen Euro verringert. Da bleibt wohl nicht mehr viel. Das aber ist eine
Größenordnung, in der sich die Jahres- Wirtschaftsleistung (BIP) der gesamten EU bewegt! Die
18.200 Mrd. Euro (wovon wohl 1 Billion der Münchner Hypo Real Estate zuzuordnen sind) sind also eine
riesige Summe und das allein in Europa. Was mag da noch in den USA und beispielsweise in Japan an
‚vergifteten‘ Papieren versteckt sein? Das können die Volkswirtschaften nie und nimmer
mal so eben verkraften. Wie soll das denn erledigt werden? Woher soll das Geld kommen, um diese
Wahnsinns- Zockerei en passant zu reparieren?
[02.01.2007:
Gefahr für den Euro droht von innen] (HANDELSBLATT)
[25.01.2009:
Der Euro schwebt in höchster Gefahr] (DIE WELT)
[06.02.2009:
Der Währungsschnitt droht] (TAZ)
[18.02.2009:
Der Kapitalismus ruiniert sich selbst] (TAZ)
[20.02.2009:
Gefahr für den Euro?] (SÜDDEUTSCHE ZEITUNG)
[20.02.2009:
Über die trickreiche Unterbewertung hoher Wertpapierrisiken] (NachDenkSeiten)
[22.02.2009:
Die Kapitalmärkte müssen endlich global kontrolliert werden] (DER TAGESSPIEGEL)
den da Kritisches verbreitet wird, so etwas nicht sehr gefällt. Andererseits gibt es aber ein
starkes öffentliches Interesse daran, genauer hinter die Kulissen eines Problems, eines Skandals zu
schauen. Und da ist das Vollzitat ein sehr probates Mittel, um die Dinge wirklich verstehen und die
richtigen Schlußfolgerungen ziehen zu können. Für die Demokratie sind vollständige
Informationen aus erster Hand besonders wichtig.
 
In 1994 it was only a computer chip. Over
the next few years, every business will have
to adapt to the fact that customers have
acquired a whole new dimension of power.
Das schrieb
1995 die kanadische "The Computer Post" anläßlich des Pentium- Skandals der Firma Intel,
der im Internet aufgedeckt wurde. Auch eine Deutsche Bahn hätte aus Intels PR-Desaster lernen
können.
[mehr dazu]
Diesmal die Bahn nicht die Telekom
So geschah es jetzt mit einem Text, in dem über die
Stasi-artigen Spitzeleien der Deutschen Bahn AG (DB) höchst interessante
Einsichten vermittelt werden. Die DB verlangte nun am Dienstag (3.2.2009) vom Blog- Betreiber von
Netzpolitik.org, ein dem Weblog zugespieltes
Dokument unverzüglich aus dem Netz zu entfernen. Darin ist ein Gespräch vom 28.10.2008 zwischen
Vertretern des Berliner Datenschutzbeauftragten und Vertretern der Bahn AG protokolliert. Aus diesem Text
geht aber die Vorgehensweise des staatlichen Bahn- Konzerns bei der angeblich aus Gründen der
Korruptionsabwehr erfolgten systematischen Bespitzelung von Mitarbeitern und des von der Bahn
beauftragten Schnüffel- Unternehmens Network Deutschland detailliert hervor.
Deutsche Bahn: Wir sind ‚höher‘ als der Bundestag!
(Foto: 2005 mopo)Viel Kritik und wenig Presse
Zahlreiche Weblogs wie
Duckhome,
Fehler 403 oder auch die
NetWorld kritisierten den Umgang der DB
mit Bloggern scharf, bekundeten ihre Solidarität mit Netzpolitik.org und sorgten dafür,
daß das inkriminierte Dokument an vielen Orten im Internet gespiegelt wurde. Während die Berliner
taz die Bahn-Geschichte am Donnerstag (5.2.2009) unter dem Titel Blogwart Mehdorn: Bahnchef
will kritische Internet-Berichte über den Spitzelskandal verbieten lassen sogar auf die
Titelseite brachte, ignorierten viele Zeitungen das Ansinnen der Bahn.Bahn gibt klein bei
Inzwischen will die Deutsche Bahn (DB) keine weiteren
rechtlichen Schritte mehr gegen das Weblog Netzpolitik.org unternehmen. Wir werden
gegen Netzpolitik.org nicht weiter juristisch vorgehen, bestätigte ein DB-Sprecher
gestern gegenüber dem Österreichischen Rundfunk
ORF.at. Die Fortsetzung des
Verfahrens hätte an der Verbreitung des Dokuments nichts geändert, begründete der
Sprecher den Rückzug der DB. Markus Beckedahl von Netzpolitik.org zeigte sich über das Ende der
Auseinandersetzung erleichtert: Es ist erfreulich, daß die Deutsche Bahn erkannt hat,
daß sie nicht wirklich rechtliche Gründe für die Abmahnung hatte, sagte er zu
ORF.at. Interessant ist noch, daß Beckedahl selbst nicht von der Bahn über ihren Rückzug
informiert wurde, obwohl sie ja seine E-Mail-Adresse kannten.
[30.05.2008:
Telekom-Schnüffler arbeiteten früher für die Stasi] (SPIEGEL-ONLINE)
[28.10.2008:
Datenschutz-Memo zu den Bahn-Spitzeleien] (DATENSCUTZBEAUFTRAGTER)
[21.01.2009:
Bahn bespitzelte eigene Mitarbeiter] (STERN)
[28.01.2009:
Bahn spähte 173.000 Mitarbeiter aus] (STERN)
[31.01.2009:
Das Memo zu der Rasterfahnung bei der Deutschen Bahn] (NETZPOLITIK.ORG)
[03.02.2009:
Deutsche Bahn AG schickt mir Abmahnung!] (NETZPOLITIK.ORG)
[04.02.2009:
Blogger-David trotzt Bahn-Goliath] (SPIEGEL ONLINE)
[06.02.2009:
Netzpolitik.org: Bahn gibt Kampf gegen Weblog auf] (FOCUS ONLINE)
Wer seit 16 Jahren Homepages in Magazin-Form betreibt,
8.2.2009 (khd). Dieser Fall
Bahn ist in der Tat ein schönes Zeichen dafür, wie hochgradig vernetzt die sozialen
Medien in Deutschland sind, wie das Markus Beckedahl jetzt formulierte. Aber auch schon 1994 war
die Internet- Netzgemeinde mit
UseNET,
FTP und
WWW
schon ganz gut vernetzt, um Skandale adäquat und schnell behandeln zu können. So war es damals
die internationale Internet-Gemeinde, die Licht ins Dunkel um den
von Intel falsch
konstruierten und millionenfach ausgelieferten Pentium- Microprozessor brachte nicht die
klassischen Medien. Die reagierten damals erst mit etwa 3 Wochen Verzögerung, denn sie nahmen das
Internet nicht ernst. Manche Fachzeitschriften verzichteten sogar ganz auf eine Berichterstattung, wohl
um nicht die lukrativen Intel inside- Werbeaufträge zu verlieren.
Es war dann auch der Druck der weltweit
2361-fach
unterzeichneten Internet-Petition, die dazu führte, daß alle Besitzer von Pentium-PCs
einen neuen Prozessor- Chip von Intel kostenlos erhielten.
[mehr]
der kann vom Vollzitat was erzählen...
[03.12.1994:
Die Arroganz der Macht] (Kommentar von K.-H. Dittberner von 1994)
[03.02.1996:
Nationale Telefontarife im internationalen Vergleich] (t-off)
[09.02.1998:
Zur Price-cap Entscheidung vom 30.1.1998] (t-off)
[12.12.2000:
»t-off« abgemahnt Telekom will E-Magazin-Macher einschüchtern] (t-off)
[11.02.2002:
Rinderhalter Martin P. aus Bayern droht] (BSE-Page)
[17.10.2004:
Erinnerung an Intels Pentium FDIV-Bug von 1994] (khd-research)
An der Nachfrage mangelt es
31.1.2009 (khd). Zwar reagiert der Arbeitsmarkt immer stark verzögert auf Wirtschaftskrisen, aber
dennoch machen diese Zahlen deutlich, daß es eine Mär war, wenn die Bundesregierung
(Große Koalition) noch im Herbst vehement erzählte, Deutschland könne sich von der
Weltwirtschaftskrise abkoppeln (Wir sind Exportweltmeister!, robuster
Arbeitsmarkt usw.).
den Parteien inszenierte Show zahlt sich nicht aus. Sehr viele Bürger gingen auch in Hessen nicht
zur Wahl. Das sind fast 40 % der Wahlberechtigten. Außerdem waren 2,3 % der Hessen der Meinung,
daß sie politisch von kleineren Parteien besser vertreten sein würden. Allerdings fielen diese
Stimmen unter den Tisch, da diese Parteien die 5-%-Hürde nicht überspringen
konnten.
 
Vielleicht sollte man die auf die Nichtwähler entfallenden Parlaments- Sitze
frei lassen.
Das sagte unlängst ein Radio-Hörer im DeutschlandRadio, der damit die Parteien
endlich wachrütteln will.
Das Hessische Wahlergebnis vom 18. Januar 2009 in einer etwas anderen Darstellung. In dieser Grafik sind
die Stimmanteile auf alle Wahlberechtigte bezogen dargestellt. Die Zahlen
basieren auf dem vorläufigen amtlichen Wahlergebnis. In Andere sind auch 1,7 % ungültige Stimmen
enthalten.
(Grafik: 18.1.2009 khd)
Also sind nun in Hessen rund 43 % der Wahlberechtigten nicht durch Abgeordnete repräsentiert.
Kommt es demnächst zur CDU-FDP-Koalition, dann stehen dahinter nur 31,6 % der Wahlberechtigten.
Und das wäre dann wie schon
in Berlin und
in Bayern ganz klar
auch in Hessen eine Minderheitenregierung! Diese Tatsache wurde am Wahlabend von Journalisten
in der TV-Berichterstattung und Kommentierung wieder nicht deutlich herausgestellt.
Neo-Liberalismus noch nicht bestraft
24.1.2009 (khd). Viele wunderten
sich, daß die FDP in Hessen so stark wurde und die CDU mit ihrem Wahlergebnis stagnierte. Sie
wunderten sich, weil die FDP sich in den letzten Jahren unter einem Westerwelle als Partei der
Marktradikalität präsentierte den Markt als einen ewiglaufenden Vollautomaten
betrachtete. Durch die globale Finanzkrise wurde jetzt
aber bewiesen, daß sich ein selbstorganisierter und selbstregulierter Markt zu einem
Monster entwickelt und die Volkswirtschaften ins wirtschaftliche Unglück
führt. Da wäre eigentlich eine Abstrafung der FDP durch die Wähler zu erwarten gewesen.
Mehr zu diesem Thema:
[20.09.2006:
Berlin hat gewählt Nichtwähler-Partei siegt haushoch] (khd-Page)
[04.11.2008:
Der Staat im Griff der Parteien] (DEUTSCJLAN-RADIO KULTUR)
[03.10.2008:
Bayern hat gewählt Nichtwähler-Partei siegt haushoch] (khd-Page)
[22.10.1980:
Unwirtschaftlichen Betrieb eines Heizwerkes kritisiert] (DER TAGESSPIEGEL)
[24.06.1981:
Siedlungsgesellschaft GSW baut ihr eigenes Fernwärme-Rohr] (DER TAGESSPIEGEL)
[02.01.2005:
GSW-Mieter mußten tagelang frieren] (khd-Page)
BERLIN 25.12.2008 (khd). Heute wissen wir es ganz genau: Die Wähler haben bei der
Bundestagswahl
2005 sehr weise entschieden. Sie signalisierten eine linke Mehrheit, die zwar wg. der
Politik-Unfähigkeit von Teilen der SPD nicht realisiert werden konnte. Aber sie wählten auch
keine kleine Koalition (CDU/CSU + FDP). Und so erhielten sie eine große Koalition (Union + SPD).
Alles andere ging nicht und das war sehr gut so, was aber nicht bedeutet, daß uns diese
Koalition besonders gut regieren würde.
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Das Ergebnis der Bundestagswahl vom 18. September 2005. Die Nichtwähler- Partei ist bereits eine
Großpartei, und sie könnte angesichts des Politik-Frusts vieler Wahlbürger 2009
anwachsen. In dieser Grafik sind die Stimmanteile auf alle Wahlberechtigte bezogen dargestellt.
Die Zahlen basieren auf dem amtlichen Wahlergebnis. In Andere sind auch 1,2 % ungültige Stimmen
enthalten.
(Grafik: 10.10.2005 khd)
Wegbereiter der Krise
11.1.2009 (khd). In Hessen
herrscht derzeit Wahlkampf, da derLandtag wg. Dummheit der SPD binnen Jahresfrist neu gewählt werden
muß. Da spielt jetzt natürlich auch die Finanzkrise eine Rolle. Und so hat gestern der
SPD-Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel dem geschäftsführenden
Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) eine Mitverantwortung für die Finanzkrise gegeben.
Ich warne davor, zu den alten Strukturen zurückzukehren, die die Ursache für die
Krise sind. Genau dafür steht Roland Koch. Er ist ein Marktradikaler. Er ist Lobbyist für
Ellenbogen und Egoismus, sagte Schäfer-Gümbel der Frankfurter Rundschau
(10.1.2009). Koch gehöre zu den geistigen Vorbereitern all dessen, was uns in die Krise
geführt hat. Die empörte CDU wies die Kritik als absurd zurück.
[09.09.2004:
Cash im Casino] (DER SPIEGEL 37/2004)
[30.11.2005:
Die Bundestagswahl 2005] (khd-research)
[11.05.2006:
Liberale ohne Neo] (DIE ZEIT)
[21.09.2008:
Erinnerung an Parolen des Neo-Liberalismus] (khd-research)
[23.11.2008:
Kritiker des Neoliberalismus sehen sich durch die Krise bestätigt] (DER TAGESSPIEGEL)
[23.11.2008:
Kommentar zur epochalen Finanz- und Wirtschaftskrise] (DIE WELT)
[01.01.2009:
Warum wir wieder mehr Ludwig Erhard brauchen] (SPIEGEL ONLINE)
[06.01.2009:
Kommentar zur FDP: Den Bürger im Sinn] (DER TAGESSPIEGEL)
BERLIN 23.11.2008 (pep/sp). Spiegel-Online
zitiert aus einem
internen Papier zur aktuellen Wirtschaftslage des Bundesministerium für Wirtschaft: Wir
stehen vor einer Rezession der Weltwirtschaft, wie wir sie in Tiefe und Breite seit Jahrzehnten nicht
mehr erlebt haben. Angesichts der enormen Exportabhängigkeit der deutschen Wirtschaft
warnen damit die Experten des Ministeriums die Regierung vor den Folgen der sich abzeichnenden
Weltwirtschaftskrise II. Es geht in der kommenden Zeit also nicht um ein kleines
‚Rezessiönchen‘, das man mal mit ein paar konjunkturellen Maßnahmen in den Griff
bekommen kann, sondern um eine große Krise, aus der ganz schnell eine
Deflation mit hoher Arbeitslosigkeit
entstehen kann wie damals nach 1929. Und deren schlimme Folgen kennen wir alle.
[Weltwirtschaftskrise I]Wer ein 500-Milliarden-Rettungspaket für die Banken
1.12.2008 (khd). Die Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel (CDU) erklärte heute auf dem CDU-Parteitag in
Stuttgart, daß ihre Regierung jetzt wegen der Verantwortung vor dem Steuerzahler und
kommenden Generationen keine weiteren Konjunkturmaßnahmen ergreifen werde, auch wenn es daran
vielerorts Kritik gebe. Man wolle zunächst sehen, wie es im Januar aussieht und dann in der
Koalition neu entscheiden. Deutschland werde sich alle Optionen offenhalten, sagte die
Kanzlerin in Stuttgart. Es könnte also noch 2 Monate dauern, bis auch die Bundesregierung ein die
Nachfrage direkt förderndes Konjunkturprogramm ins Auge faßt. Der Spiegel titelt
heute: Angela mutlos Das gefährliche Zaudern der Kanzlerin in der
Wirtschaftskrise.
in nur 1 Woche schnüren kann, der wird doch wohl
zur Rettung der gesamten Volkswirtschaft ein
26-Milliarden-Konjunkturprogramm
ebensoschnell auf den Weg
bringen können
[20.11.2008:
Neuer Börsensturz und die Angst vor der Deflation] (TELEPOLIS)
[22.11.2008:
Bundesregierung rechnet mit langem Abschwung] (SPIEGEL-ONLINE)
[23.11.2008:
Kritiker des Neoliberalismus sehen sich durch die Krise bestätigt] (DER TAGESSPIEGEL)
[23.11.2008:
Kommentar zur epochalen Finanz- und Wirtschaftskrise] (DIE WELT)
[25.11.2008:
OECD sieht Deutschland 2009 tief in der Rezession] (YAHOO)
[26.11.2008:
EU will Mehrwertsteuer drücken] (TAZ)
[27.11.2008:
Schäuble fordert radikale CDU-Wende in der Wirtschaftspolitik] (DOW JONES)
[30.11.2008:
Interview mit Ökonom Dennis Snower] (SPIEGEL ONLINE)
BERLIN 22.11.2008 (khd). Im Rahmen der Planung für die Neugestaltung von Berlins Mitte
entstand für den Alexanderplatz Anfang der 1990er-Jahre der
Masterplan des Architekten Hans Kollhoff. Dieser sieht den Bau von 10
‚Wolkenkratzern‘ zur nordöstlichen Begrenzung des Platzes vor. Berlin war fleißig
und hat diesen Plan in geltendes Baurecht umgesetzt. Und seit dem wartet man nun in der Metropole auf
finanzkräftige Investoren, die diese Hochhaus-Pläne in die Wirklichkeit umsetzen bislang
vergeblich.
[01.07.2006:
Berlin Alexanderplatz Auf dem Weg zur Metropole] (khd-Page)
[22.11.2008:
Die Finanzkrise drückt den Gewerbemarkt] (DER TAGESSPIEGEL)
[24.11.2008:
Investor Morgan Stanley in der Klemme] (DER TAGESSPIEGEL)
BERLIN 16.11.2008 (khd). So selbstverständlich ist das für eine private Homepage
nicht. Nach 16 Jahren online erreicht heute meine »khd-Page« mit der Nr. 600 wieder eine runde
Ausgabe im World-Wide-Web. Erst vor 2 Jahren konnte die
500. Augabe gefeiert werden.
Spreedreieck und am
Leipziger Platz, drohendem Ärger im Internet
(IP-Mafia?),
Versäumnisse bei der Deutschen Bahn
(Berliner S-Bahn,
ICE-Beinah-Katastrophe,
Erinnerung an den TEE) bis hin zur
Wirtschaft
(Der Markt hat’s nicht gerichtet).
 
Von manchen Homepage- Artikeln wurde nunmehr auch eine Fassung im
layoutgetreuen PDF publiziert.
Es gibt dazu ein Verzeichnis der Artikel, die bereits in dieser Sonderdruck-Form
erschienen sind.
[05.01.1997:
Die 50. Ausgabe der »khd-Page«]
[13.06.1999:
Die 100. Ausgabe der »khd-Page«]
[08.12.2002:
Die 200. Ausgabe der »khd-Page«]
[07.12.2003:
Die 250. Ausgabe der »khd-Page«]
[04.07.2004:
Die 333. Ausgabe der »khd-Page«]
[15.05.2005:
Die 400. Ausgabe der »khd-Page«]
[03.09.2006:
Die 500. Ausgabe der »khd-Page«]
[16.11.2008:
Die 600. Ausgabe der »khd-Page«]
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Was macht man in einer solchen Situation? Ganz einfach: Die Amplitude unter dem kritischen Wert halten, oder das nichtlineare System kräftig dämpfen sprich regulieren. Damit läßt sich das zerstörerische Aufschaukeln effektiv verhindern. Jedenfalls funktioniert das prima bei Hochhäusern, die erdbebensicher sind, oder auch bei schwankenden Brücken, wie unlängst in London. Diesen nicht der Volkswirtschaft dienenden Finanz-Yuppies allerdings wird das gar nicht gefallen, beschneidet es doch ihre Profit-Möglichkeiten. Die eingezeichneten Marken bedeuten: Ah = Allzeithoch am 13.7.2007, Ak = Asienkrise am 28.10.1997, Fk = Höhepunkt der globalen Finanzkrise nach dem 15.9.2008 (Lehman-Crash), NE = Höhepunkt des New-Economy- Booms am 7.3.2000, Ta = Terroranschläge in den USA am 11.9.2001, Tk = Tiefstkurs am 12.3.2003, Wa = Beginn eines anormalen Wachstums (Anfang 1995). Die Daten stammen von der Deutschen Bundesbank (Zeitreihe WU3141). (Grafik: 25.10.2008 khd-research) [Zum Artikel] [Analyse] |
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Da fällt es schwer, den Überblick zu behalten. Eine Chronik der Ereignisse könnte da nützlich sein. Aber das gibt es schon auf manchen News-Seiten im Internet. Deshalb lag es nah, ein Tagebuch der Krisen-Ereignisse zu schreiben einen Krisen-Blog also. Denn es besteht die große Gefahr, daß aus diesen dramatischen Vorgängen in der Finanzwelt doch nicht die richtigen Lehren gezogen werden, auch wenn das jetzt überall versprochen wird erst heute wieder auf dem ASEM-Gipfel in Peking.
Eine solche Krisen-Zusammenfassung kann den Blick dafür schärfen, ob die Politiker tatsächlich mit dem Lehrenziehen vorangekommen sind. Immerhin hat das Laisser-faire der neoliberalen Wirtschaftspolitik eine große Welt-Wirtschaftskrise am Beginn des 21. Jahrhunderts hervorgebracht, die die Lebensgrundlagen der Menschheit bedroht. Da müssen jetzt alle Bürger und die Öffentlichkeit (Medien) den Politikern immer wieder ganz genau auf die Fingern sehen und nicht das Feld den Lobbyisten überlassen, zumal die Politik mit der Finanzwelt besonders stark verquickt und verfilzt ist.
Unter dem Titel Und die Finanzkrise geht weiter wurde daher gleich nach dem 15.10.2008 mit diesem Tagebuch auf den Seiten der bereits bestehenden Serie Politik skandalös begonnen. Es ist dort eingebettet in einige dokumentierte Artikel, Interviews und Kommentare anderer, die besonders interessant sind. In den letzten
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| Der Rezessionszug hat den Bahnhof schon verlassen. | |
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Das sagte US-Ökonom Nouriel Roubini am 28.9.2008 dem "Tagesspiegel". Der bislang als Dr. Untergang Verspottete rechnet mit der schlimmsten Rezession seit 50 Jahren. [mehr] |
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Politik trifft Hauptschuld
9.11.2006 (khd). Nach 8 Wochen Finanzkrise und beginnender Weltwirtschaftskrise II wird das
fehlerhafte Handeln der Politik immer deutlicher. Philosoph Jürgen Habermas hat völlig recht,
wenn er sagt, daß ausschließlich der Politik das Zwangsrecht des
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In Deutschland ist es zudem ein Armutszeugnis, daß sich die von Dr. Angela Merkel (CDU) geführte Bundesregierung nicht bereits im Herbst 2007 (Interbankenhandel brach zusammen) gesetzgeberisch auf eine Krisen-Situation eingerichtet hat, zumal sie noch mit Peer Steinbrück (SPD) als Finanzminister über einen gelernten Volkswirtschaftler verfügt. Denn Konjunkturprogramme entfalten in der Wirtschaft nur dann ihre positive Wirkung, wenn sie ausreichend groß ausfallen (mindestens 1 % des BIPs) und rechtzeitig eingesetzt werden. Insofern kommt das zu kleine, arg Lobbyisten- gesteuerte Konjunkturprogramm der Bundesregierung, das sich noch nicht einmal so nennen darf, sowieso zu spät. Man wird wohl im Wahljahr 2009 kräftig nachbessern müssen. [weiter zum Wirtschaftskrisen-Blog 2]
Meinungen zur Finanzkrise:
BERLIN 9.10.2008 (khd-research). Ging es ums sichere Anlegen von erspartem Geld, wurden in
den letzten Jahren von Banken auch immer wieder
Geldmarkt-Fonds ins
Danach wurde immer deutlicher, daß auch viele der in Deutschland
angebotenen Geldmarkt-Fonds in der Krise stecken. Und dabei galten Geldmarkt- Fonds
bislang als sichere Alternative zu Bankeinlagen. Betroffen sind vor allem die Fonds, wo die Fondsmanager
den Fehler begingen, auch in Bankschuldverschreibungen oder Unternehmenspapieren zu investieren. Nach der
Lehman-Pleite sind deren Werte aber abgestürzt, was den Wert der Fonds-Anteile Ende September
schlagartig minderte und eine
Verkaufswelle auslöste.
Inzwischen sind einige Geldmarkt-Fonds bereits auf dem Wert-Niveau von 2004 angelangt. Und das
heißt, aus dem 2004 angelegten Geld ist kein Cent mehr geworden. Jedes normale Sparbuch oder
Staatspapier hätte eine höhere Rendite ergeben.
Da drängt sich der Verdacht auf, daß diese nur abwarten will, bis die staatliche Hilfe gewirkt
hat, um dann mit ihren Finanzphantastereien und dazu gehören auch diese Geldmarkt-Fonds
im Casino-Stil weiterzumachen. Das darf aber genau nicht passieren. Wir brauchen daher ein
völlig neues Finanzsystem, um solche Exzesse ein für allemal zu vermeiden. Aber dazu ist von
Politikern bislang noch wenig zu hören.
Mehr zu diesem Thema:
Also sind nun in Bayern fast die Hälfte der Bürger (48 %) nicht mehr durch Abgeordnete
repräsentiert. Kommt es demnächst zu einer CSU-FDP-Koalition, dann stehen dahinter nur knapp 30
% der Wahlberechtigten. Und das wäre dann ganz klar eine Minderheitenregierung!
[16.09.2008:
Sozialismus für die Reichen] (DER TAGESSPIEGEL)
[25.09.2008:
Wenn Ideologien sterben] (DIE ZEIT)
[28.09.2008:
US-Ökonom Nouriel Roubini im Interview] (DER TAGESSPIEGEL)
[28.09.2008:
Die 7 Mythen zur Finanzkrise der USA] (DIE WELT)
[09.10.2008:
Nobelpreisträger Muhammad Yunus im Interview] (SPIEGEL ONLINE)
[17.10.2008:
Ex-CDU-Generalsekretär Heiner Geißler im Interview] (WESTDEUTSCHE ZEITUNG)
[26.10.2008:
Neue Weltordnung? Was des Staates ist] (DER TAGESSPIEGEL)
[26.10.2008:
Wie tief wird der DAX noch sinken?] (khd-research)
[02.11.2008:
Kirche fordert staatliches Eingreifen gegen Geldgier] (DIE ZEIT)
[05.11.2008:
Habermas macht Politik für Finanzkrise verantwortlich] (DIE ZEIT)
Gespräch gebracht. Mit denen seien besonders gute Renditen zu erzielen, wurde
versprochen. Das jedoch stimmte nur zum Teil. Deshalb rieten bereits im Herbst 2007 das Magazin
Focus und das
Manager-Magazin zur Vorsicht bei Geldmarkt-Fonds. Die Euro-Geldmarkt- Fonds
 
Geldmarkt-Fonds bieten eine Rendite in Höhe der Geldmarktsätze zu
Großanleger-Konditionen mit hoher Kursstabilität bei täglicher
Verfügbarkeit.
Das verspricht der Bundesverband Investment (BVI)
in seinen Unterlagen. Es ist gelogen. Denn Realität ist, daß der Geldmarktzins
Euribor
(derzeit um gut 5 %!) überhaupt nicht in vielen Geldmarkt-Fonds abgebildet wird.
hätten zwar keine Währungsprobleme, aber ein Problem mit der Rendite. Es seien allenfalls
Renditen von knapp unter 4 Prozent möglich, hieß es noch vor einem Jahr. Aber dann kam am 15.
September 2008 im Verlauf der Finanzkrise der Crash der US-Investmentbank Lehman Brothers auch mit
fatalen Folgen für den europäischen Geldmarkt.
Beispiel eines Geldmarkt-Fonds, der 2008 enttäuschte.
(Grafik: siehe Inset khd)
Deshalb gilt der Rat: Sofort aus
diesen Geldmarkt- Fonds aussteigen.
Die Kurse werden noch weiter fallen. Auch unterliegen die Geldmarkt-Fonds nicht der
Einlagensicherung oder der Bundesgarantie. Und daß sie ein Sondervermögen der ausgebenden Bank
sind, hilft überhaupt nicht beim Wertverfall.
[Ein Beispiel]
[Aktuelle Fonds-Kurse bei der ARD]
Schluß mit den Finanzphantastereien
BERLIN 12.10.2008 (khd). Vier Wochen tobt nun schon die internationale Finanzkrise, und die
Bank-Manager haben sich noch immer nicht für den von ihnen angerichteten Schaden und das verursachte
Chaos entschuldigt. Aber man spricht davon, Vertrauen müsse wieder gewonnen werden, sonst gehe alles
den Bach hinunter. Wie aber soll Vertrauen gewonnen werden, wenn diese Banker-Kaste selbst noch nicht
einmal Einsicht zeigt.
[Markt braucht auch Moral, sagt unser Bundespräsident Köhler]
[04.08.2007:
Immobilienkrise holt Geldmarktfonds ein] (DIE WELT)
[10.10.2007:
Geldmarktfonds: Ein Fressen für die Geier des Geldgewerbes] (FOCUS)
[12.12.2007:
Vorsicht vor Geldmarktfonds] (MANAGER MAGAZIN)
[01.10.2008:
Anleger nehmen Geldmarktfonds unter die Lupe] (FAZ)
[04.10.2008:
Geldmarktfonds geraten in den Strudel der Finanzkrise] (DIE WELT)
[09.10.2008:
Geldmarkt spielt verrückt] (HANDELSBLATT)
[09.10.2008:
Geldmarktfonds enttäuschen] (FAZ)
[10.10.2008:
Sind die Investment- und Geldmarktfonds noch sicher?] (HANDELSBLATT)
[11.10.2008:
Ausverkauf bei Geldmarkt-Fonds] (BERLINER MORGENPOST)
[13.10.2008:
Anleger flüchten aus Geldmarktfonds] (FINANCIAL TIMES DEUTSCHLAND)
MÜNCHEN 3.10.2008 (khd). Auch die Wahl zum Bayerischen Landtag am 28. September machte
es erneut deutlich: Politik als von
den Parteien inszenierte Show zahlt sich nicht aus. Sehr viele Bürger gingen im Freistaat
schlichtweg nicht zur Wahl. Das sind fast 42 % der Wahlberechtigten. Außerdem waren 6 % der Bayern
der Meinung, daß sie politisch von kleineren Parteien besser vertreten sein würden. Allerdings
fielen diese Stimmen unter den Tisch, da diese Parteien die 5-%-Hürde nicht überspringen
konnten.
 
Vielleicht sollte man die auf die Nichtwähler entfallenden Parlaments- Sitze
frei lassen.
Das sagte unlängst ein Radio-Hörer im DeutschlandRadio, der damit die Parteien wachrütteln
will.
Für die regierende CSU war die Wahl ein Debakel. Denn nur noch jeder 4. Bayer wählte die CSU
(25,2 %). Dennoch begann schon am Wahlabend ein wenig demokratisches Gerangel um die Posten und keine
Einsicht darüber, daß es wohl die bisherige CSU-Politik war, die viele Wähler von der
Wahl abhielten oder diese zu einer anderen Partei (Freie Wähler, Grüne, FDP oder Linke)
umschwenken ließ. Die kümmern sich nicht um uns, hieß es in einer
Radio-Reportage aus dem Wahlkampf. Nur eine überzeugende Politik für die
Bürger werde dazu führen, daß aus Nichtwählern wieder Wähler werden,
sagen Politik-Beobachter.
Das Bayerische Wahlergebnis vom 28. September 2008 in einer etwas anderen Darstellung. In dieser Grafik
sind die Stimmanteile auf alle Wahlberechtigte bezogen dargestellt.
Ungültige Stimmen vernachlässigt.
(Grafik: 30.9.2008 khd)
[20.09.2006:
Berlin hat gewählt Nichtwähler-Partei siegt haushoch] (khd-Page)
[04.11.2008:
Der Staat im Griff der Parteien] (DEUTSCJLAN-RADIO KULTUR)
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