HAMBURG/BONN 31.5.2008 (t-off). Man glaubt es kaum, aber in der letzten Woche wurde bekannt,
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Ein Abgrund von Grundrechts-Verrat tut sich auf. |
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Nein, das sagte nicht Konrad Adenauer. Der sprach 1962 bei der SPIEGEL- Affäre von Landes-Verrat, was nicht gerechtfertigt war. Der Grundrechts- Verrat der Telekom hingegen ist de facto bereits erwiesen. |
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Um undichte Stellen im Vorstand und Aufsichtsrat aufzuspüren, sammelte und überprüfte der TK-Konzern Telefonverbindungsdaten von Aufsichtsräten und Managern. Eine externe Firma wertete die Datensätze aus und glich diese mit den Telefonnummern von Journalisten ab. Die Bonner Staatsanwaltschaft ist nun bemüht dieses T-Gate zu sichten und strafrechtlich zu bewerten. Nach Angaben der Telekom sollen aber keine Telefon-Gespräche abgehört worden sein.
Vertrauenswürdigkeit verspielt
BERLIN 2.6.2008 (khd). Wo leben wir eigentlich? Bei deutschen Großkonzernen löst
ein Skandal den nächsten ab.
Siemens betrieb Korruption mit Milliarden in aller Welt, kaufte sich
eine Gewerkschaft, VW kaufte sich den Betriebsrat, (Landes-) Banken spekulierten sich mit anvertrautem
Kundengeld fast kaputt, die Deutsche Bahn köderte sich einen Verkehrsminister und einen
Top-Gewerkschafter, und alles nur wegen der Optimierung des eigenen Sharholder-Value.
Und die Politik schaut nur noch hilflos zu . . .
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Wer garantiert dafür, daß diese Daten nicht auch mißbraucht werden? Kann einer Telekom, die sich über Grundrechte hinwegsetzte, überhaupt noch getraut werden? Zumal: Die Überwachungs- Industrie boomt seit Jahren und giert nach Daten- Futter, um damit Geschäfte zu machen. Datenschützer der ersten Stunde weisen deshalb daraufhin: Wenn digital erhobene Daten erst einmal auf Vorrat gespeichert worden sind, dann werden diese auch fast immer für andere Zwecke mißbraucht. Das mache der aktuelle Telekom-Skandal noch einmal besonders deutlich, heißt es.
Die bestehenden gesetzlichen Regelungen reichen zu einem wirksamen Schutz der Daten nicht aus. Insofern seien alle TK-Dienstleister potentielle Datenmißbraucher, denn sie sitzen schließlich an der Quelle der Telefonverbindungsdaten. Bei der Telekom sei der Mißbrauch jetzt zufällig rausgekommen, aber wer weiß, was deren Wettbewerber mit sensiblen Daten so alles anstellen, ist aus Datenschützer- Kreisen zu hören. Es werde höchste Zeit, daß Journalisten auch das fragwürdige Geschäftsgebaren der privaten TK-Anbieter durchleuchten.
Nun das noch: 17 Millionen Handy-Daten geklaut
HAMBURG/BONN 4.10.2008 (khd/info-radio). Bereits Anfang 2006 ließ sich die Deutsche
Telekom AG 17 Mio. Kunden-Datensätze (Kundenstammdaten) stehlen darunter sind auch
besonders geschützte Daten von Prominenten und Politikern. Zwar hatte die Telekom damals den
Diebstahl der Staatsanwaltschaft mitgeteilt, aber bislang weder die Kunden noch die Öffentlichkeit
über diesen Skandal informiert. Das tat jetzt der SPIEGEL [Heft 41/2008 Seite 7275].
Über die Täter weiß man bisher nichts. Unklar ist nach 2 Jahren auch immer noch, wie es
überhaupt zu dem riesigen Datenklau kommen konnte. Offenbar hat die Deutsche Telekom ihre
Kundenstammdaten noch nicht einmal verschlüsselt gespeichert, worüber nicht nur
Computer-Experten den Kopf schütteln.
[mehr]
Mehr zu diesem Thema: (bei fehlenden Links
Suchmaschine benutzen)
[21.12.2007:
TK-Unternehmen missachten Datenschutzbestimmungen] (HEISE-NEWSTICKER)
[24.05.2008:
Telekom-Chef Obermann "zutiefst erschüttert" über Abhörskandal] (SPIEGEL)
[26.05.2008:
Projekt "Clipper"] (SPIEGEL 22/2008, Seite 8891)
[27.05.2008:
Kriminalbeamte fordern zentrale Datenbank für Verbindungsdaten] (HEISE)
[29.05.2008:
Telekom spitzelte schon 2000] (FINANCIAL TIMES DEUTSCHLAND)
[02.06.2008:
Big BroTher Der unheimliche Staatskonzern
| Kleingroßschreibung bei URLs |
Was sehr viele nicht wissen: Bei Angabe von Pfaden (URL) zu Dokumenten im
Internet kommt es auch auf die Kleingroßschreibung an. Ein Beispiel:
Ignoriert man das, was allzuoft sogar ‚Crawler‘ von Suchmaschinen tun, dann wird die gewünschte Seite nicht gefunden. Man erhält dann eine Fehler-Anzeige vom Typ "404" File does not exist. |
Ganz offensichtlich haben die Robot-Programmierer vorgesehen, daß der gesamte Pfad zu einer Webseite immer kleingeschrieben werden muß. Und das führt dann zu Fehlabrufen, wenn im realen Pfad auch Großbuchstaben vorkommen und der Web-Service auf einem Computer unter einem Unix-Betriebssystem läuft. Irgendwie haben diese Leute noch immer nicht die Computerwelt sowie die Normung des Internets (RFCs) verstanden.
Mißlich war nun allerdings beim Holversuch der einzelnen HTML-Anker, daß dieser
Toplistbot nichts vom Startzeichen # der HTML-Anker wußte, mit dem alle
Ankerangaben beginnen müssen. Ein Beispiel: So versuchte dieser Crawler es mit
(...) /Sci/Nat/Klima-Fakten_1.htmlKyoto-Protokoll, wo doch (...)
/Sci/Nat/Klima-Fakten_1.html#Kyoto-Protokoll richtig gewesen wäre. Er
ließ also konsequent das # bei seinen Anfragen weg, was natürlich zu einer enormen Anzahl von
404-Fehlern führte.
Wer aber veranstaltet einen solchen Blödsinn? Die befragten Robot-Datenbanken wußten nicht
recht weiter. Offensichtlich ist Toplistbot ein völlig neuer Robot. In den
Fehler-Logdateien trug er sich mit den IP-Adressen 85.176.101.30 und 85.176.124.157 ein. Und diese
gehören als Knoten *.adsl.alicedsl.de zum Netzwerk von Alice (Hansenet). Ob aber Alice selbst damit etwas
zu tun hat, bedarf der weiteren Recherche. Jetzt ist dieser Crawler in der robots.txt
gesperrt. Hoffentlich hält er sich wenigstens an diese Regel.
BERLIN 1.5.2008 (khd). Es fiel jetzt beim Recherchieren von Links für den
TEE-Artikel auf:
Im Internet kommen die Berliner Industrie- Ausstellungen nicht recht vor. Zwar weist die Suchmaschine
Google bei der Eingabe von "Deutsche
Industrieausstellung" über 1000 Links nach, aber zumindest unter den ersten 400 Verweisen sind keine
Hinweise auf eine grundsätzliche Beschreibung der einst so beliebten Ausstellung angegeben. Die
Links beziehen sich meist auf Ausstellungen, die nicht in Berlin stattfanden, oder auf Texte, in denen
nur einzelne Details beschrieben sind. Auch bei
Wikipedia gibt es (noch) keinen Artikel dazu. Und
sogar bei der Messe Berlin, deren
Vorläufer-Gesellschaft die Ausstellungen veranstaltete, wird
kaum etwas
über diese Ausstellungen berichtet. Dort war noch nicht einmal feststellbar, in welchem Jahr die
Industrie- Ausstellungen aufgegeben wurden.
Bereits vor einigen Jahren wurde im Rahmen meiner
Berlin-Reports versucht, aus Erinnerungen wenigstens ein kleines
Portrait der
Industrie- Ausstellungen in Berlin zusammenzustellen. Dieses wurde jetzt um einige Fotos ergänzt
auch als ein 4-seitiges
PDF-Dokument ins Internet gestellt, da viele Suchmaschinen Texte in layoutgetreuem PDF bevorzugt
behandeln. Vielleicht regt es ja andere an, die mehr wissen, eine kleine Chronik der Industrie-
Ausstellungen unterm Berliner Funkturm zu verfassen.
Mehr zu diesem Thema:
Was wäre es schön, mit einem so feinen Zug einmal zu verreisen, träumten damals viele
Berliner Besucher der Ausstellung. Und manche, die sich später in den 1970er-Jahren einmal eine
Reise mit TEE Rheingold gönnten, schwelgen noch heute von der einmaligen Sicht aus dem
mitgeführten Aussichtswagen bei der Fahrt längs des Rheinufers durch das kurvenreiche Rheintal
zwischen Koblenz und Mainz.
WARSCHAU/BERLIN 10.4.2008 (khd). Polen plant seit einigen Jahren den Bau von
Atomkraftwerken (AKW). Vor 2 Jahren gab es große Aufregung als bekannt wurde, daß die Oder
ein möglicher AKW-Standort sein könnte
[khd-Page berichtete 2006]. Inzwischen sind die Planungen
konkreter geworden. Polens Wirtschaftsministerium hat sich jetzt für den Bau
Es gibt keine Möglichkeit, die Atomenergie in unserem Energiemix dauerhaft zu umgehen,
meint der Direktor der Energie-Abteilung im Wirtschaftsministerium, Zbigniew Kamienski. Der Hauptgrund
dafür sei der Plan der EU, den Ausstoß von CO2 zu verringern. Außerdem steige in Polen
der Bedarf an Strom massiv.
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace wußte es schon 2004 besser. Polen sei auf den Bau von AKWs
überhaupt nicht angewiesen. In einem
Artikel vom 9.9.2004 heißt es: Der vom [polnischen]
Ministerium angegebene Grund, auch für ein zukünftiges Wirtschaftswachstum über
genügend Energie verfügen zu wollen, ist fragwürdig: Polen verbraucht das Vierfache an
Energie, um das gleiche Bruttoinlandsprodukt wie Deutschland zu produzieren. Wenn das Land neben dem
Wirtschaftswachstum auch seine Energieeffizienz weiterentwickelte, könnte es durch regenerative
Energie sowohl den CO2-Ausstoß senken als auch atomfrei bleiben.
Auch die Europäische Union sieht
Polens Energiepolitik kritisch. So heißt es in einem EU-Hintergrundpapier, daß Polen
über ein enormes ungenutzes Potential an regenerativen Energien verfüge. Diese ungenutzten
Energien könnten drei Mal mehr Strom liefern als ein modernes 2.400 Megawatt-AKW.
Mehr zu diesem Thema:
Die Kleihues-Pläne sollen jetzt vom Berliner Senat im Bebauungsplan I-15b in gültiges Baurecht
umgesetzt werden. Parallel wird mit der Detailplanung begonnen, mit der auch andere Architekten betraut
werden sollen. Der Baubeginn für das 250 Millionen Euro teure Bauprojekt soll dann im Frühjahr
2009 sein. Sollte das Gebäude wie von Kleihues geplant realisiert werden, könnte
das auch der Einstieg in die wünschenswerte Revitalisierung der gesamten Leipziger Straße als
Einkaufstraße sein. Und dazu gehört dann auch, daß durch die Leipziger Straße
wieder eine Straßenbahn fährt.
BERLIN 30.12.2007 (khd). Der Spielbetrieb im Tränenpalast konnte nicht auf Dauer
aufrechterhalten werden. Vielmehr wurde er in die Insolvenz getrieben, so daß der Tränenpalast
bereits am 31. Juli 2006 für immer schließen mußte.
Berlins Senat hatte für den Bau des zehngeschossigen Bürokomplexes bei der GFZ unzulässig
getrickst (Bebauung mit GFZ = 3,4 wurde im Kern-Gebiet zugelassen!). Damit das nicht so auffällt,
wurde durch die Einbeziehung des Bahnhofs-Vorplatzes die GFZ unter 3 heruntergerechnet.
Geklagt hatte ein Nachbar der Eigentümer des neuen Hauses, in dem sich das Hotel Sol Meliá
befindet. Diesem waren bei seinem Bauvorhaben keine Dispense bewilligt worden. Dem Investor
Müller-Spreer droht nun der Stop, der inzwischen begonnenen Bauarbeiten. Aus dem für Sommer
2008 geplanten Richtfest wird nichts.
Berlins Senat steckt in der Klemme, denn nicht nur die Stadtplanung und der Grundstücksverkauf waren
liederlich. Nun ist auch klar, daß der Senat einen liederlichen Gefälligkeits-Bebauungsplan
ablieferte. Zu erwarten ist deshalb, daß erhebliche Summen aufgewendet werden müssen, um den
Schaden zu begleichen.
[Ein Kommentar]
Natürlich wäre an dieser Stelle ein Punkt-Hochhaus von der Art der Vision eines Mies van der
Rohe aus den 1920er-Jahren städtebaulich richtig plaziert auch wenn der Senat anderes
erzählt. Aber dann müssen auch rechtzeitig alle dafür erforderlichen rechtlichen Weichen
(z. B. beim Flächennutzungsplan) richtig gestellt werden. Aber Berlins Senat wollte ja
‚Wolkenkratzer‘ nur noch
am Alexanderplatz und am Zoo. . .
Der Berliner Tagesspiegel rechnet in
seiner heutigen Ausgabe vor, daß Berlins Senat vom Verkauf des Spreedreieck-Grundstücks am
Bahnhof Friedrichstraße nichts außer Ärger hat. Vielmehr muß er
mindestens 11,5 Millionen Euro draufzahlen. Und es könnte sogar noch mehr werden. Die
ursprünglich vom Bezirk Mitte dort geplante Grünanlage mit Bänken für die Bürger
wäre billiger gekommen.
Allerdings will nun KAISERs zu Ostern 2008 ihren Supermarkt im benachbarten Sanierungsgebiet der
Woltmann-Siedlung an der Osdorfer Straße schließen.
[mehr]
(Repro: 15.12.2007 khd)
Es besteht nun Hoffnung, daß sich das schon vor Weihnachten etwas bessern wird und die 41 Monate
andauernden Einkaufsqualen endlich ein Ende haben werden. Denn am 19. Dezember will im von PLUS
(Tengelmann-Gruppe) verlassenen Laden eine Nahkauf-Filiale neu eröffnen. Die Bewohner
hoffen, daß die Nahkauf-Leute ein gutes Warensortiment mitbringen und nicht nur ein kurzer
Gastspiel geben, wie es im Winter 2004/05 diese
Kleine Markthalle im ex-REICHELT-Markt tat. Sonst stehen schon bald die
Stadtrandsiedlungen in Lichterfelde-Süd ohne jeglichen Lebensmittelladen da.
[mehr]
[30.06.2004:
Vom Geschäftesterben im Stadtrand-Kiez] (khd-Page)
Unsere bislang nicht durch wegweisende Politik aufgefallene Gesundheitsministerin
Ulla Schmidt (SPD) hat in der durch die WDR-Produktion ausgelösten Debatte
über eine Entschädigung für Contergan-Opfer Gespräche zwischen
Wirtz/Grünenthal und Betroffenen angeregt, wobei sie aber ihre eigene Rolle
vergaß. Denn an einem solchen ‚Runden Tisch‘ muß wg. der
staatlichen Versäumnisse auch die Bundesregierung Platz nehmen.
Noch vom US-Präsidenten John F. Kennedy (1963 ermordet) persönlich wurde
deshalb Dr. Frances Kelsey mit der Medaille The President’s Award for
Distinguished Federal Civilian Service öffentlich geehrt, obwohl sie
nur ihre Dienstaufgaben sehr gewissenhaft erledigt hatte. Der mutige deutsche Kinderarzt
Widukind Lenz (19191995) der eigentliche Held der
Contergan-Story, der alles ans Licht gebracht hatte wurde hingegen erst sehr viel
später mit einem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet, was aber noch nicht mal der
Bundespräsident persönlich überreichte.
Vermutlich hofften Grünenthal plus Bundesregierung damals,
daß wir alle nicht lange leben würden. Sonst hätten sie schon damals
mehr als diese lächerlichen 210 Mio. DM bereitgestellt. Wenn diese
Grünenthals das Zeug nie hergestellt hätten, würden wir heute ein ganz
normales Leben führen, sagt Elvira S. (Name geändert), ein heute
47-jähriges Contergan-Opfer mit ungebrochenem Lebenswillen.
Mehr zu diesem Thema:
Gestern war es endlich so weit. Die Fähre traf unter Jubel im Oderbruch-Dorf
Güstebieser Loose (liegt nordöstlich von Berlin) ein. Es ist die erste
Fähre nach dem Zweiten Weltkrieg (1945). An dieser Stelle bestand schon von 1815
bis 1945 eine regelmäßige Fährverbindung. Und nach der Wende entstand
dann der Plan, die auf beiden Seiten der Oder lebenden Menschen
zusammenzuführen. Es bedurfte aber seit 1992 riesiger Anstrengungen, um dieses
kleine Fährprojekt zu verwirklichen.
[mehr]
Virtuelle Verbindungen zwischen Deutschland und Polen zu bauen, ist natürlich
leichter. Und so gibt es im Internet verschiedene Präsentationen,
Informationsangebote und Foren, die der Verständigung zwischen den beiden, in
unsinnigen Kriegen so schwergeprüften Bevölkerungen dienen sollen. Ein kleines
Beispiel dafür ist das eigene Projekt der bereits
viel gelobten Präsentation der Geschichte der Stadt
Dobiegniew dem früheren Woldenberg in der
Neumark. Auch wenn dort derzeit die Texte nur in Deutsch
verfügbar sind, stößt die in Wort und Bild dokumentierte
Vorgeschichte von Dobiegniew gerade bei Polen auf ein großes Interesse.
Es bedarf aber wesentlich energischerer Anstrengungen, um weitere
‚Brücken‘ über Oder und Neiße zu schlagen. Vordringlich
sind vor allem durchgehende Zugverbindungen zwischen Berlin und dem
westlichen Polen dem wunderschönen Lebuser Land. Nur so können viele
Menschen auf beiden Seiten der Oder im Nachbarland Land und Leute (auf Tages- Touren)
kennenlernen.
Mehr zu diesem Thema:
BERLIN 10.10.2007 (khd).
Im Sommer 2004 verkaufte der von SPD und den Linken (PDS) getragene Berliner Senat
sein größtes Wohnungsunternehmen die GSW an ein
wenig seriöses Heuschrecken-Konsortium (Cerberus Partners, New York + Frankfurt/Main)
[khd-Page berichtete].
US-Pensionsfonds freuen sich über Wind- fall-Profite aus den Notverkäufen.
Ameri- kanische Rentner und Pensionäre erhalten künftig ihre
Alters-Fondsrenditen aus den Mieteinnahmen deutscher Rentner und Pensionäre.
Gleichzeitig droht in Deutschland eine massive Altersarmut infolge der sinkenden
Rentenperspektiven. Eine gewaltige Schere tut sich hier noch auf. Eine
Zu- kunftsvorsorge mit dem sozialen Woh- nungsbau sieht anders aus.
Michael S.
Berlin-Charlottenburg
Aber auch das im Februar 2006 veröffentlichte
Schwarzbuch Privatisierung des Berliner Mietervereins
mit seinen umfangreichen Falldokumentationen spricht eine deutliche Sprache:
Nun ist Schluss! Weitere Verkäufe darf es nicht geben! Die
Wohnungsverkäufe des Berliner Senats käme den Mietern teuer zu stehen,
heißt es dort.
Aus Sicht der Thermometer-Siedlung und der benachbarten Woltmann- Siedlung, in der die GSW rund 2000
ab 1970 bezogene Neubau- Wohnungen am südlichen Stadtrand besitzt, soll im folgenden über ganz
grundsätzliche Erfahrungen von Mietern mit der privatisierten GSW berichtet werden.
[weiter]
Mehr zu diesem Thema:
Cogent schaltet im April 2007 ohne jegliche Vorankündigung gleich 3 britische ISP ab,
d. h. Telecomplete Ltd. (AS 6320) Entanet Ltd. (AS 8468) und
Datahop (AS 6908) können nicht mehr über das Cogent-Netzwerk (AS
174) geroutet werden
[mehr].
Im August 2007 gibt es ein regelrechtes Attentat. In Cleveland wird mit einer Schrotflinte
ein die TeliaSonera (AS 1299) und Levvel-3 (AS 3356) verbindendes
Glasfaserkabel schlichtweg zerfetzt, was ein starkes Ausbremsen des Internet-Verkehrs zur
Folge hat, wie die Computerwoche
berichtete.
Das sind alles nicht mehr zufällige Ereignisse, denn in
einschlägigen Netz-Foren wie
Renesys Blog,
HostSharing.net,
FDC-Servers,
Heise,
Onlinekosten.de oder
OVH.de berichten Endkunden immer wieder über eklatante
Routing-Probleme auf der Ebene der Groß-Carrier.
Der erste größere Coup gelang Cogent Anfang 2002 nach dem Absturz der ‚New
Economy‘ (Insolvenz vieler an der Börse völlig überbewerteter Internet- Unternehmen)
mit dem Aufkauf der riesigen Performance Systems International Inc. (PSINet). Danach hat
Cogent wie ein Krake auch nach Europa gegriffen. So ging u. a. LambdaNet in Spanien und
Frankreich, Carrier-1 in Deutschland und Global Access an Cogent. Inzwischen soll
Cogent ein Glasfasernetz von weit über 50.000 Kilometer Länge mit den zugehörigen
Netzknoten und Routern zusammengekauft haben.
Cogent konzentriert sich aus Kostengründen darauf, reinen IP-Transit zu Kampfpreisen
(5080 % unter bisherigen Marktpreisen) an ISPs zu verkaufen und setzt damit ganz
klar auf einen Verdrängungswettbewerb. Für die Tier-1-Carrier ist Cogent damit
zu dem ‚Spielverderber‘ geworden. Andererseits haben niedrige Cogent-Preise
auch dazu beigetragen, daß Zugangspreise zum Internet für die kleinen Endkunden
auf Discounter-Niveau sinken konnten. Und daher ist es eigentlich auch nicht
verwunderlich, daß beispielsweise der Telekom-Discounter Congster über das
billige Cogent-Netzwerk (AS 174) nach Nordamerika routet. Und beim ‚Billigen Jakob‘
da gibt es eben
manchmal Probleme...Den Vogel schoß aber Toplistbot ab
In den letzten Tagen wühlte sich ein Robot namens Toplistbot durch das gesamte
Web-Angebot. Er produzierte dabei riesige Fehler-Logdateien. Und das lag daran, daß er nicht nur
jede Seite abrief, sondern auch noch jeden HTML-Anker einer Webseite einzeln abrufen wollte. Das ist
sowieso schon sinnlos, denn hat man eine Seite geholt, dann wurden auch alle HTML-Anker mitgeliefert.
Sie war eine sehr informative Veranstaltung die jährliche Deutsche Industrie-
Ausstellung auf dem Messegelände unterm Funkturm in Berlin. Diese Industrie- Ausstellungen
starteten 1950 nach der
Blockade, nachdem die im Krieg teilweise zerstörten
Ausstellungshallen mit 4 Mio. DM aus dem ERP-Fonds wiederhergestellt worden waren.
Auch war die Ausstellung bis zum Mauerbau als ein Schaufenster für die Einwohner Ost-Berlins und der
Zone (wie damals die DDR genannt wurde) konzipiert. Viele Highlights der Nachkriegszeit vom
Elektronen-Mikroskop über UKW-Radios, Fernseher, Tonbandgeräte bis zum 1. Computer wurden dort
erstmals einem größeren Publikum vorgestellt.
Nun auch in PDF.
[23.09.1966:
Schaufenster ohne Glanz] (DIE ZEIT)
[30.09.1977:
Partner des Protektionismus] (DIE ZEIT)
[00.11.2000:
Dollar-Spritzen für West-Berlin] (BERLINISCHE MONATSSCHRIFT)
[06.10.2001:
Das erste "Elektronenhirn" in Deutschland] (HEISE-NEWSTICKER)
[00.04.2002:
Die Geschichte des Messeplatzes Berlin] (MESSE BERLIN)
[30.04.2008:
Deutsche Industrie-Ausstellungen unterm Funkturm] (khd-research.net)
Ein TEE auf der Strecke um 1986. Die Diesel-Lokomotive gehört zur Baureihe 601, eine
Weiterentwicklung der VT 11.5. Das TEE-Logo ist hier bereits durch das DB-Logo ersetzt.
(Foto: 1986 wikipedia)
BERLIN 22.4.2008 (khd). Vor 50 Jahren wurde 1958 auf der Weltausstellung in Brüssel
erstmals der europäische Schnellzug Trans Europ Express (TEE) einem größeren
Publikum gezeigt. 1959 kam der TEE auch nach Berlin, wenn auch nur zum Anschauen auf der
Industrie-Ausstellung unterm Funkturm. Solche komfortablen Eisenbahnzüge
verbanden dann in den 1960er-Jahre bis in die 1980er die Staaten der früheren EWG (Europäische
Wirtschafts- Gemeinschaft) und der Schweiz. In der Bundesrepublik entstand in Verbindung mit dem IC-Netz
ein regelrechtes TEE-Netz. Berlin kam da wegen der politischen Situation nicht vor. Ersetzt wurde der TEE
ab den 1980er-Jahren durch die EuroCity-Züge.
Die TEE-Züge waren nur mit Wagen der 1. Klasse ausgestattet und konnten maximal eine Geschwindigkeit
von 140 km/h erreichen. Die Deutsche Bundesbahn (DB) setzte bei den TEE- Zügen anfangs
Diesel-Lokomotiven der Baureihe VT 11.5 ein, auf deren Front das TEE- Logo prangte. Diese hatten ein
windschnittiges Aussehen, was damals auf der Industrie-Ausstellung besonders bewundert wurde. Denn alle
Interzonen-Züge im Berlin-Verkehr wurden damals noch von klassischen Dampfloks der Deutschen
Reichsbahn (DR) gezogen.
Außerdem waren alle TEE-Züge mit Restaurant-Wagen und eigener Bordküche ausgestattet, wo
noch richtig gekocht wurde.
eines AKWs bis 2020 ausgesprochen. Der Plan soll in dem Strategie-Papier Die polnische
Energiepolitik bis 2030 vorgestellt werden. Ein möglicher Standort ist Gryfinow an der Oder
in unmittelbarer Nähe des Ballungsgebiets Szczecin (Stettin) und nur gut 100 Kilometer vom
Ballungsraum Berlin entfernt.
 
Die Katastrophe in Tschernobyl ist lange her und seitdem
ist nichts dergleichen vorgefallen.
Das sagte der polnische Soziologe Rafal Drozdowski aus Posen.
Zitiert nach
Polska-Web.
[11.06.2001:
Zum Ausstieg aus der Kernenergie] (khd-Page)
[09.09.2004:
Polen plant erstes Atomkraftwerk] (GREENPEACE)
[02.05.2006:
Polen plant Atommeiler an Oder] (MÄRKISCHE ODERZEITUNG)
[02.05.2006:
Polen plant AKW an der Oder] (khd-Page)
[03.05.2006:
Polen erwägt Bau eines Atommeilers an der Oder] (YAHOO-NEWS)
[10.02.2007:
Kernkraft ist "kein Ausweg" aus dem Klimawandel] (SPIEGEL-ONLINE)
[09.04.2008:
Pläne für Atomkraftwerk in Polen werden konkreter] (DER TAGESSPIEGEL)
Das Wertheim-Areal in Berlins City.
(Grafik: 2008 mopo)
BERLIN 19.3.2008 (khd). Im Dezember 2006 erwarb die Investorengruppe Orco das
Wertheim-Grundstück am Leipziger Platz für rund 75 Millionen Euro von den Wertheim-Erben, die
sich mit ihren Ansprüchen gegenüber dem Karstadt-Konzern vor Gericht durchgesetzt hatten.
Zusammen mit der Senatsbauverwaltung schrieb Orco einen neuen städtebaulichen Wettbewerb aus, um
damit den Masterplan von Hilmer und Sattler aus dem Jahr 1991 auf die Höhe der Zeit zu bringen.
Kleihues-Plan für die Bebauung des Wertheim- Areals. Mit den Säulen am Leipziger Platz
orientiert sich der Architekt am alten Wertheim-Warenhaus
von 1904. Längs der Leipziger Straße sollen Arkaden entstehen.
(Foto: 2008 welt.de)
Diesen begrenzten Wettbewerb gewann jetzt der Architekt Jan Kleihues. Er entwarf einen
Gebäudekomplex, der auf den unteren 3 Etagen mit Ladenflächen und darüber mit Büros
und Wohnungen ausgestattet werden soll. Insgesamt ist eine Verkaufsfläche von 70.000 Quadratmetern
vorgesehen, was deutlich mehr als die der
Potsdamer
Platz Arkaden ist (40.000 Quadratmetern). Direkt am Leipziger Platz soll leider nur ein kleines,
feines Kaufhaus entstehen. Entlang der Leipziger Straße und einer Passage sollen sich Läden
unterschiedlicher Größe ansiedeln.
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Mehr zum Thema Wertheim-Areal: (bei fehlenden Links
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[05.02.2004:
Ein Kaufhaus für die Berliner City] (khd-Page)
[11.07.2006:
Wertheim-Areal in Berlin steht zum Verkauf] (BERLINER MORGENPOST)
[26.01.2007:
Der Leipziger Platz wird zur Großbaustelle] (DER TAGESSPIEGEL)
[27.09.2007:
Das Achteck nimmt Form an] (DER TAGESSPIEGEL)
[20.03.2008:
Fünf Jahrzehnte Brache jetzt wird gebaut] (DER TAGESSPIEGEL)
[24.11.2008:
Morgan Stanley (und Orco) in der Klemme] (DER TAGESSPIEGEL)
[31.03.2009:
Am Leipziger Platz geht das Geld aus] (DER TAGESSPIEGEL)
[09.10.2009:
Neue Gerüchte um Wechsel der Besitzer am Leipziger Platz] (DER TAGESSPIEGEL)
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Kurz vor Weihnachten 2007 kam es jetzt aber zu einem Paukenschlag vom Berliner Oberverwaltungsgericht.
Dieses erklärte den der Bebauung des Spreedreiecks zugrundeliegenden Bebauungsplan I-50
für nichtig. Eine Revision ist nicht möglich (Az: OVG 2 A 3.07).
Spreedreieck am Bhf. Friedrichstraße mit der geplanten Bebauung durch den Investor
Müller-Spreer. TP = Fr. Tränenpalast, der unter Denkmalschutz steht. Die Fläche
des öffentlichen Bahnhofs-Vorplatzes wurde von Berlins Senat in die Berechnung der für die
Bebauung des Dreieck- Grundstücks zulässigen Geschoßflächenzahl (GFZ) einbezogen.
Spötter sagen nun, hätten die noch etwas von der Spree miteinbezogen, dann hätte die
Baugenehmigung auch für die beantragten 12 Stockwerke erteilt werden können. . .
(Repro: 2006 khd)Be Berlin: Privatisierung mit Zuzahlung
13.3.2008 (khd). Berlins Baupolitik hat mit dem Spreedreieck-Skandal einen neuen Tiefpunkt erreicht. Da
bemüht sich Berlins rot-rote Regierung seit Jahren, zu sparen bis es quietscht"
(SPD-Wowereit). Und dann verprassen dessen ‚Bauleute‘ viel Geld durch Unfähigkeit beim
Bauplanen eines Filet-Grundstücks. Geld, das in der Stadt an allen Ecken und Enden fehlt.
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[22.08.2004:
Staatliche Fehlplanung am Spreedreieck] (khd-Page)
[30.07.2006:
Letzter Vorhang im Tränenpalast] (DER TAGESSPIEGEL)
[25.11.2007:
Ärger am Spreedreieck] (DER TAGESSPIEGEL)
[19.12.2007:
Bürohaus am Spreedreieck droht ein Baustopp
[20.12.2007:
Niederlage für Hochhaus-Bauherr
[21.12.2007:
Tricks am Spreedreieck
[28.02.2008:
Spreedreieck-Schaden noch nicht absehbar
[11.03.2008:
Tränenpalast (Kommentar)] (DER TAGESSPIEGEL)
[13.03.2008:
Verlustreicher Verkauf] (DER TAGESSPIEGEL)
[17.03.2008:
Spreedreieck: Beschwerden sind jetzt vom Tisch
BERLIN-LICHTERFELDE 1.12.2007 (khd).
Vor fast 3 1/2 Jahren machte der letzte Lebensmittelmarkt im Einkaufszentrum der
Thermometer- Siedlung in Lichterfelde-Süd dicht (khd-Page
berichtete). Vorher hatte bereits Ende 2001 der große REICHELT-Markt für
immer geschlossen. Für viele Bewohner der Hochhaussiedlung am Stadtrand, die über kein Auto
verfügen, waren seit dem sehr weite Fußwege oder Fahrten mit der S-Bahn angesagt, um nur ihren
täglichen Lebensmittel-Bedarf zu besorgen. Die Versorgung war schlichtweg miserabel.
Das ist eine echte Weihnachtsüberraschung. Heute, am 15. Dezember 2007 lag nun der
Nahkauf-Eröffnungsprospekt im Briefkasten. Nahkauf-Läden gehören zur
Rewe-Gruppe.
[15.07.2004:
Letzter Supermarkt verschwindet aus Thermometer-Kiez] (BERLINER MORGENPOST)
[14.07.2005:
Thermometer-Siedlung ein Jahr ohne Supermarkt] (khd-Page)
BERLIN 9.11.2007
(khd/ard).
Die Ausstrahlung des Fernseh-Zweiteilers vom WDR zur Aufarbeitung des
Contergan- Skandals Eine einzige Tablette (7.11.2007)
und Der Prozess (8.11.2007) machte sehr betroffen, dann aber auch sehr
sehr wütend. Wütend, weil die unschuligen Opfer noch nicht einmal eine
angemessene Entschädigung für die schlimmen Folgen eines vermeidbaren
kommerziellen ‚Unfalls‘ erhalten haben. Mit Almosen von höchstens 545 Euro/Monat werden sie
hierzulande abgespeist in England gibt’s im Schnitt 2100 Euro/Monat.
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Merck weiß, was sich gehört
Heute wurde dann bekannt, daß beim aktuellen VIOXX-Skandal die
US-Merck 4,85 Mrd. US-$ bereitstellt, um damit die Entscheidung
über tausende von Schadensersatzklagen wegen möglicherweise
schädlichen Wirkungen des Schmerzmittels VIOXX abzuwenden. Und beim VIOXX ist
der Zusammemhang zwischen Einnahme und Folgen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall nur
wahrscheinlich, wiss. noch nicht exakt bewiesen. Beim Contergan hingegen gibt es aber
keinen wiss. Zweifel am Zusammenhang zwischen den aufgetretenen Mißbildungen der ab
1958 geborenen Kinder und der Einnahme des Schlafmittels Contergan der Firma
Chemie-Grünenthal durch die Mutter während der Schwangerschaft.
Am 283. Verhandlungstag, dem 18. Dezember 1970, wurde das Strafverfahren
gegen Grünenthal-Beteiligte wegen
vorsätzlicher oder fahrlässiger Körper- Verletzung und
fahrlässiger Tötung
wegen
geringfügiger Schuld
der Angeklagten und mangelnden öffentlichen Interesses
eingestellt.
So endete die strafrechtliche Aufarbeitung des Contergan-Skandals und wird
damit zum Justiz-Skandal. Zitiert nach
Wikipedia.
Eine sehr wichtige Tatsache wird in der Contergan-Debatte allzuoft übersehen: In
den USA wurde Contergan nie zugelassen. Denn die USA hatten mit dem FDC Act
bereits 1938 (!) ein vorbildliches und leistungsfähiges
Arzneimittelzulassungs-Verfahren beim
FDA eingeführt (New
drugs must show safety before selling). In Deutschland
herrschte hingegen bei der Einführung von Arzneimitteln sogar bis 1976 noch immer
Preußisches Landrecht (simples Gewerberecht), was dann
um 1957 insbesondere wg. des Fehlens eines bewertenden Zulasungsverfahren zum
Contergan-Skandal führte. Der deutsche Staat hatte nichts dagegen, daß
Pharma-Firmen die Bevölkerung als Experimentierfeld nutzten. Er hat also
damit ein gerüttet Maß Schuld an dem Pharma-Skandal.
Contergan-Skandal
In Wikipedia,
der freien Enzyklopädie.
Die USA waren schlauer
Mit der Arzneimittelinspektorin Dr. Frances Kelsey hatte die amerikanische
Zulassungsbehörde FDA Ende der 1950er-Jahre eine sehr
kompetente Mitarbeiterin,
die sich auch durch den massiven Druck der Pharma-Industrie nicht beirren ließ.
Ihr solides Wissen um Wirkungen ähnlicher Stoffe hatte die Versagung der
Contergan-Zulassung für den lukrativen US-Markt zur Folge. Es war ihr
Mißtrauen, daß eine Contergan- Katastrophe in den USA verhinderte. Allein
aus diesen amerikanischen Fakten (und Akten) geht hervor, daß die ganze
Contergan- Katastrophe vermeidbar gewesen ist.
Inzwischen haben aufmerksame Beobachter abgeschätzt, was denn diese
Wirtz/Grünenthal-Leute noch zu bezahlen hätten. Nach den
Merck-
Maßstäben müßte noch mindestens 1 Mrd. Euro in die Stiftung
eingezahlt werden. Und wenn Grünenthal wg. des naiven Vergleichs von
1970 wirklich nicht mehr zahlen brauche, dann müsse das eben die
Bundesregierung wg. früherer Fehler tun, heißt es klar und
deutlich.
G r ü n e n t h a l
In Wikipedia,
der freien Enzyklopädie.
[00.10.2000:
Die Contergan-Katastrophe revisited Ein Lehrstück...] (Dr. Luhmann, Wuppertal)
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[17.03.2006:
Grünenthal will Contergan-Film verhindern] (KÖLNER STADT-ANZEIGER)
[21.09.2007:
Contergan-Produzent erwägt neue Entschädigung] (DER TAGESSPIEGEL)
[15.10.2007:
Contergan-Hersteller kontrolliert Wikipedia-Einträge] (WDR)
[07.11.2007:
Kekulé-Kommentar: Gefährliche Zuckerplätzchen] (DER TAGESSPIEGEL)
[08.11.2007:
Grünenthal gibt kein Geld mehr für Contergan-Opfer] (DIE WELT)
[11.11.2007:
Bewegung im Contergan-Streit?] (YAHOO-NEWS)
[12.11.2007:
Neue Forderungen an Contergan-Firma] (DER SPIEGEL)
[16.02.2009:
Gerüchte um Schlafmittel Contergan] (DER SPIEGEL)
ODERBRUCH 21.10.2007
(khd/info-radio).
Es sind nun schon gut 3 Jahre vergangen, seit dem am 1. Mai 2004 unser Nachbarland
Polen Mitglied der Europäischen Union (EU) wurde. Dennoch ist man bei den
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(Verkehrs-) Verbindungen zwischen beiden Ländern
noch immer nicht recht vorangekommen
[khd-Page berichtete
2004].
Bei der Infrastruktur sind wir nicht wirklich weit.
Verkehrsexperte Thomas Fabian (TUB) in der
FAZ am 11.4.2004.
Bei der Eisenbahnverbindung Berlin Kostrzyn (Küstrin) gab es im Herbst
2006 sogar noch einen
Rückschlag aus nichtigem Anlaß. Da gibt jetzt ein
kleines Projekt Hoffnung, daß sich die Situation demnächst bessern
könnte. Seit dem 20. Oktober verkehrt vom polnischen Gozdowice über die
Oder nach Güstebieser Loose im Oderbruch wieder regelmäßige eine
Auto- und Personenfähre zumindest von April bis Ende Oktober.
[00.05.1993: Von Küstrin nach Küstrin Die Grenzöffnungen 1992]
[11.04.2004: Kaum ein Weg zwischen West und Ost] (FAZ)
[30.04.2004: Brücken nach Polen] (TAZ)
[01.05.2004:
Willkommen in der EU! Bei den Verbindungen hapert's noch] (khd-Page)
[08.07.2004: Verbindungen nach Osteuropa Aufs lange Gleis geschoben] (SPIEGEL)
[04.11.2006:
Zuglinie nach Polen vor dem Aus] (MÄRKISCHE ODERZEITUNG)
[18.10.2007:
Zum ersten Mal seit dem Krieg überquert eine Fähre die Oder] (DER TAGESSPIEGEL)
Das Berliner Parlament stimmte am 17. Juni 2004 dem Verkauf mit großer Mehrheit
zu. Auch CDU und FDP waren für den Verkauf, der eigentlich mehr
eine
Schenkung war. Nur die Grünen waren dagegen. Und es wird vermutet, daß auch deshalb bei
der Berliner Wahl von 2006 die Zahl der Nichtwähler auf 42 % anstieg. Die SPD plus PDS kamen hingegen zusammen nur noch
auf 25,1 % aller Wahlberechtigten.
Eine gewaltige Schere tut sich auf
Aus:
Der Tagesspiegel,
19.3.2006, Seite 16 (Lesermeinung).
Ein Riesenfehler der Berliner Politik
Politiker aller Couleur erzählen immer wieder, daß Privatisierungen sehr gut
für die Kunden seien. Aber stimmt das auch für die Wohnungswirtschaft,
zumal wenn gewinnhungrige Finanz- Investoren am Werke sind?
Bereits im Vorfeld war von Kritikern des GSW- Verkaufs befürchtet worden,
daß dieser Notverkauf für die vielen Menschen, die in GSW- Wohnungen
leben, schlimme Folgen haben werde. Nach 3 Jahren stellt sich die Frage,
ob solche Befürchtungen berechtigt waren.
Die objektive Antwort ist: JA!
Es sei politisch ein Riesenfehler gewesen, die GSW ausgerechnet an eine
‚Heuschrecke‘ verkauft zu haben, hört man immer wieder
von betroffenen GSW- Mietern. Der Senat hätte sich mal Anfang der 2000er-Jahre
über’s Geschäftsgebaren von Cerberus im Internet schlaumachen
sollen. Dazu gab es bei US-Medien vieles zu erfahren.
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Ausverkauf von GSW-Wohnungen
Denn inzwischen sind zahlreiche Wohnungsweiterverkäufe durch
die Cerberus- GSW bekanntgeworden mit sehr nachteiligen Folgen
(allzuoft saftige
Mietsteigerungen) für die Mieter.
In chronologischer Reihenfolge sind das u. a. gewesen:
Pankow 1,
Steglitz-Zehlendorf,
Treptow-Köpenick,
Spandau,
Wedding 1,
Wedding 2,
Friedenau (Grazer Platz),
Reinickendorf,
Charlottenburg-Nord,
Pankow 2,
Prenzlauer Berg (Grüne Stadt),
Tegel (Mieterrechte ausgehebelt) sowie in
Dahlem (Gewerberäume). Manche Wohnungen wurden dabei zum regelrechten
Spekulationsobjekt umfunktioniert.Inhalt des Artikels:
[ab 05.2000:
Vom Chaos der Wohnungs-Privatisierungen und deren Folgen] (Doku khd-research)
[18.06.2004:
Gut und sicher wohnen? GSW verkauft] (khd-Page)
[In PDF]
[30.06.2004:
Vom Geschäftesterben im Stadtrand-Kiez] (khd-Page)
[In PDF]
[30.10.2004:
Hat Cerberus Angst vor Mieterbeiräten?] (khd-research)
[02.01.2005:
GSW-Mieter mußten tagelang frieren] (khd-research)
[30.12.2005:
GSW mahnte, und mahnte, und... Buchhaltung nicht im Griff] (khd-research)
[30.04.2007:
Hier spricht der Aushilfshausmeister! ] (taz-Blog zur Heuschrecken-Situation)
[23.08.2007:
Cerberus & Co: Und tschüs...] (DIE ZEIT)
BERLIN 1.10.2007 (t-off).
Die globalen Transportwege des Internets sind heute fest in privater Hand von nur wenigen
IP-Carriern, die leistungsfähige Backbones und Vermittlungsknoten zu
Zigtausend lokalen Netzen von Internet Service Providern
(ISP) in aller Welt betreiben. Erst diese kontinentübergreifenden
Backbones
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machen das Internet zusammen mit nützlichen an vielen Orten gespeicherten Inhalten
zum Welt-Wissensnetz. Die ISP müssen für den Transit ihrer Datenpakete
an diese Groß-Carrier der Tier-1- Klasse nach Volumentarifen bezahlen. Manche der Tier-1-Carrier
betätigen sich auch selbst noch als ISP für große Endkunden.
Today, the Internet is a group of loosely inter- connected networks run by many diverse companies.
These interconnections are in no way controlled by any industry or government agency, and are therefore
held together only by the market demands of the Internet community.
Sean Butler im August 2000
im Capstone-Project-Report
"The Evolution of Internet Interconnections".
Bis etwa zum Jahr 2000 war die Welt dieser 1. Internet-Liga noch in Ordnung. Die
Groß-Carrier machten sich nur wenig Konkurrenz, denn alles war zum wirtschaftlichen
Vorteil aller Beteiligten geregelt, was auch mit deren quasi-staatlichen Wurzeln
zusammenhängt. Man kann es auch ein Oligopol nennen. Untereinander haben sie
Peering- Abkommen geschlossen, die in den allermeisten Fällen die
kostenlose Durchleitung des aus anderen Tier-1-Netzwerken stammenden Internet- Verkehrs
vorsieht. Die Basis dafür ist die Annahme, daß sich auf dieser
‚Hoch‘-Ebene In- und Output in etwa ausgleichen werden und eine Berechnung nur
Kosten verursachen würde.
So sah es auf der DNS- Ebene aus, als im April 2007 Cogent brit. ISPs abhängte.
Ausschnitt aus einem
RIPE-Plot des DNS- Monitorings für den Root-DNS c.root-servers.net
(Cogent). Die Ordinaten-Nummern geben die untersuchten 66 DNS- Server an. Die
roten Bänder bedeuten, daß mehr als 90 % der DNS- Abfragen
nicht beantwortet wurden.
[Ed: In der PDF-Ausgabe dieses Artikels ist eine Liste der Bedeutungen
der Ordinaten-Nummern (Meßpunkte) enthalten]
(Repro: 1.10.2007 khd)Immer wieder Streit ums Peering
Inzwischen gibt es nun sehr häufig Streitigkeiten wg. dieses Peerings, da vielfach
der Datenverkehr zwischen den Autonomen Systemen (AS), wie heute die Netzwerkverbünde
genannt werden, allzuoft asymmetrisch anfällt. Eine Ursache dafür sind auch die
praktizierten
rein wirtschaftlich orientierten Routing- Vorschriften nach dem
Border Gateway
Protocol (BGP), wie es seit etwa 1999 verstärkt zwischen den AS angewandt
wird. Meistens werden beim BGP Wege ermittelt, die nicht in Hinsicht auf die Schnelligkeit
sondern auf gewinnbringenden Transit hin optimiert werden. Das heißt beispielsweise:
Da wird schon mal ohne daß es dafür triftige technische Gründe (wie
einen Störfall) geben würde von Berlin-Steglitz ein weiter Umweg über
Schweden, England und die USA geroutet, um bloß das Ziel bei einer Zeitung in der
Nachbarschaft in Berlin-Mitte zu erreichen...Ein regelrechter Peering-Krieg
Die Routing- und Peering-Streitigkeiten haben inzwischen ein solches Ausmaß
erreicht, daß Insider von Wildwest-Methoden sprechen, manche reden sogar
schon von mafiösem Verhalten einiger IP-Carrier. Manchen gehe es nur noch
um Eigennutz, ohne das Große-Ganze zu sehen, heißt es. Und somit zeichnen sich
erstmals ernsthafte Schwierigkeiten bei der Verfügbarkeit von Internet-Verbindungen
über die globalen Backbones ab, ohne daß es dazu eines terroristischen Anschlags
bedarf.
Da agiert Level-3 (AS 3356)
im Oktober 2005 mit einer tagelangen Unterbrechung des Routings zum Cogent-Netz (AS 174) wegen
unterschiedlicher Auffassungen zum vereinbarten Peering.
Und dann werden im August 2006 die wichtigen Haupt-Server der freien Wikipedia-
Online-Enzyklopädie aus fadenscheinigen Gründen durch Cogent einfach stundenlang
vom Netz
abgehängt.‚Spielverderber‘ Cogent
Und dabei taucht immer wieder der Name Cogent auf das Enfant terrible in der
Liga der IP-Carrier. Dieses Unternehmen wurde erst 1999 in den USA als Cogent
Communications Inc. (Nasdaq: CCOI, WKN: A0D9JK) gegründet. Ähnlich wie eine
‚Heuschrecke‘ hat sich dieser Carrier darauf spezialisiert, in die
Pleite gegangene Internet- Unternehmen für wenig Geld
aufzusammeln.
Cogent has asked DTAG to upgrade the capacity of the links, with each party bearing its own cost of
upgrade. DTAG has declined to do so.
Cogent Anfang 2007 zu den
Routing-Problemen via Telekom.
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Das wirft die Frage nach der optimalen Topologie des Internets auf Backbone-Ebene auf. Ist es angesichts der vielen verbuddelten Glasfasern tatsächlich möglich, daß bestimmte Ziele nur über das Cogent-Netz erreichbar sind? Und wenn das so sein sollte, warum ist das so wenig schlau eingerichtet?
In der heutigen Zeit des Internet-Breitbandzugangs für Endkunden rufen diese nicht nur Webseiten ab, sondern nutzen auch beispielsweise das weltweit große Angebot an informativen Live-Streams von Rundfunksendern oder auch Fernseh-Streams. Und es ist fatal wenn der Empfang solcher Signale völlig ungenießbar wird, nur weil die Datenpakete auf unmöglich weiten Umwegen zum Empfänger geroutet werden. Von Ausfällen wollen wir noch gar nicht reden...
Die verantwortlichen Carrier müssen sich bewußt sein, daß sie mit ihrem 4-jährigen Handeln das Internet als Verbreitungsmedium für breitbandige Signale bei den Nutzern arg in Mißkredit gebracht haben, was negative Auswirkungen auf die Wirtschaft haben kann. Die IP-Carrier der Top-Klasse müssen sich deshalb schleunigst durchringen, endlich untereinander einen vernünftigen Kompromiß auszuhandeln.
Und leisten die IP-Carrier das nicht, dann führt kein Weg an einer staatlichen Regulierung vorbei. Es trifft sich da gut, daß die meisten Carrier in den USA beheimatet sind. Die FCC wird in der Lage sein, das Problem rational zu lösen.
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