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Die aktuelle Information:
Zur 600. Ausgabe der »khd-Page«
16 Jahre private Homepage
BERLIN 16.11.2008 (khd). So selbstverständlich ist das für eine private Homepage
nicht. Nach 16 Jahren online erreicht heute meine »khd-Page« mit der Nr. 600 wieder eine runde
Ausgabe im World-Wide-Web. Erst vor 2 Jahren konnte die
500. Augabe gefeiert werden.
Auch in den beiden zurückliegenden Jahren gaben wieder so manche Themen Anlaß für eine
kritische Berichterstattung und Kommentierung. Das reicht vom Klimawandel
(Alarm ROT!) über die immer wieder
ärgernde Politik
(Contergan-Skandal, reichlich Nichtwähler
in Bayern und
in Berlin), baulichen
Fehlplanungen in Berlin wie auf dem
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Von manchen Homepage- Artikeln wurde nunmehr auch eine Fassung im
layoutgetreuen PDF publiziert.
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Es gibt dazu ein Verzeichnis der Artikel, die bereits in dieser Sonderdruck-Form
erschienen sind.
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Spreedreieck und am
Leipziger Platz, drohendem Ärger im Internet
(IP-Mafia?),
Versäumnisse bei der Deutschen Bahn
(Berliner S-Bahn,
ICE-Beinah-Katastrophe,
Erinnerung an den TEE) bis hin zur
Wirtschaft
(Der Markt hat’s nicht gerichtet).
In den letzten Wochen standen aber vor allem Wirtschaftsthemen im Vordergrund. Zunächst wurden die
Schlampereien deutscher Banken bei
Lastschriften und
Überweisungen bekannt. Mitte
September zeigte sich dann, daß die von den USA ausgehende Finanzkrise
(Finanzkrisen-Tagebuch)
eine weltweite und die reale Wirtschaft bedrohende Bedeutung erlangte
(Wirtschaftskrisen-Tagebuch).
Da war sie wieder eine Weltwirtschaftskrise
wie 1929, von deren
schrecklichen Folgen uns Großeltern und Eltern immer so viel erzählt haben. Und wir hatten
gedacht, daß eine solche Katastrophe sich nie wieder ereignen würde.
Aber offensichtlich haben Banker und Politiker im Geschichtsunterricht geschlafen.
[Artikel-Gesamtverzeichnis]
Zur Erinnerung an alte Ausgaben: (interne Links aktualisiert)
[05.01.1997:
Die 50. Ausgabe der »khd-Page«]
[13.06.1999:
Die 100. Ausgabe der »khd-Page«]
[08.12.2002:
Die 200. Ausgabe der »khd-Page«]
[07.12.2003:
Die 250. Ausgabe der »khd-Page«]
[04.07.2004:
Die 333. Ausgabe der »khd-Page«]
[15.05.2005:
Die 400. Ausgabe der »khd-Page«]
[03.09.2006:
Die 500. Ausgabe der »khd-Page«]
[16.11.2008:
Die 600. Ausgabe der »khd-Page«]
Und die Finanzkrise geht weiter
Ein Krisen-Tagebuch der ersten 56 Tage
BERLIN 25.10.2008 (khd-research). Fast 6 Wochen tobt nun schon die heiße Phase der
Finanzkrise, die mit der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers am 15. September begann
(der L-Crash). Jeden Tag prasseln seitdem in den Medien neue Nachrichten und auch manche
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1. Krisen-Blog in PDF. |
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Hiobsbotschaften auf uns ein. Noch nie wurden tagtäglich so viele Wirtschafts- Nachrichten und
-Kommentare in den Zeitungen veröffentlicht. Auch in den Feuilletons wird über Fragen der
Moral und (Wirtschafts-) Ethik reflektiert. Und es ist schwierig, all diese vielen Informationen zu
sortieren, zu werten und zu wichten.
Da fällt es schwer, den Überblick zu behalten. Eine Chronik der Ereignisse könnte da
nützlich sein. Aber das gibt es schon auf manchen News-Seiten im Internet. Deshalb lag es nah, ein
Tagebuch der Krisen-Ereignisse zu schreiben einen Krisen-Blog also. Denn es besteht die
große Gefahr, daß aus diesen dramatischen Vorgängen in der Finanzwelt doch nicht die
richtigen Lehren gezogen werden, auch wenn das jetzt überall versprochen wird erst heute
wieder auf dem ASEM-Gipfel in Peking.
Eine solche Krisen-Zusammenfassung kann den Blick dafür schärfen, ob die Politiker
tatsächlich mit dem Lehrenziehen vorangekommen sind. Immerhin hat das Laisser-faire der neoliberalen
Wirtschaftspolitik eine große Welt-Wirtschaftskrise am Beginn des 21. Jahrhunderts hervorgebracht,
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Der Rezessionszug hat den Bahnhof schon verlassen.
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Das sagte US-Ökonom Nouriel Roubini am 28.9.2008 dem "Tagesspiegel". Der bislang als Dr.
Untergang Verspottete rechnet mit der schlimmsten Rezession seit 50 Jahren.
[mehr]
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die die Lebensgrundlagen der Menschheit bedroht. Da müssen jetzt alle Bürger und die
Öffentlichkeit (Medien) den Politikern immer wieder ganz genau auf die Fingern sehen und nicht das
Feld den Lobbyisten überlassen, zumal die Politik mit der Finanzwelt besonders stark verquickt und
verfilzt ist.
Unter dem Titel Und die Finanzkrise geht weiter wurde daher gleich nach dem
15.10.2008 mit diesem Tagebuch auf den Seiten der bereits bestehenden Serie
Politik skandalös begonnen. Es ist dort eingebettet in einige
dokumentierte Artikel, Interviews und Kommentare anderer, die besonders interessant sind. In den letzten
Wochen sind so die wichtigsten Ereignisse in einer manchmal kommentierten Art zusammengestellt worden.
Und damit man das auch mitnehmen kann, wurde jetzt daraus zusätzlich ein kompaktes
PDF-Dokument (um 230 kByte) zum
Herunterladen und Drucken produziert.
Politik trifft Hauptschuld
9.11.2006 (khd). Nach 8 Wochen Finanzkrise und beginnender Weltwirtschaftskrise II wird das
fehlerhafte Handeln der Politik immer deutlicher. Philosoph Jürgen Habermas hat völlig recht,
wenn er sagt, daß ausschließlich der Politik das Zwangsrecht des
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2. Krisen-Blog in PDF. |
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demokratischen Gesetzgebers zustehe. Natürlich wäre es Aufgabe der Gesetzgeber allerorten
gewesen, dem unverantwortlichen Treiben der gesamten Finanzbranche durch eine bessere Regulierung und
Kontrolle Einhalt zu gebieten. Es ist aber nicht geschehen, obwohl die ersten Anzeichen der Krise schon
vor geraumer Zeit zu beobachten waren. Und so wird es nicht reichen, auf dem Weltfinanzgipfel am 15.
November nur ‚das Feuer zu löschen‘. Die regulatorischen Versäumnisse müssen
in Angriff genommen werden.
In Deutschland ist es zudem ein Armutszeugnis, daß sich die von Dr. Angela Merkel (CDU) geführte
Bundesregierung nicht bereits im Herbst 2007 (Interbankenhandel brach zusammen) gesetzgeberisch auf eine
Krisen-Situation eingerichtet hat, zumal sie noch mit Peer Steinbrück (SPD) als Finanzminister
über einen gelernten Volkswirtschaftler verfügt. Denn Konjunkturprogramme entfalten in der
Wirtschaft nur dann ihre positive Wirkung, wenn sie ausreichend groß ausfallen (mindestens 1 % des BIPs)
und rechtzeitig eingesetzt werden. Insofern kommt das zu kleine, arg Lobbyisten- gesteuerte
Konjunkturprogramm der Bundesregierung, das sich noch nicht einmal so nennen darf,
sowieso zu spät. Man wird wohl im Wahljahr 2009 kräftig nachbessern müssen.
[Zum Wirtschaftskrisen-Blog]
Meinungen zur Finanzkrise:
[16.09.2008:
Sozialismus für die Reichen] (DER TAGESSPIEGEL)
[25.09.2008:
Wenn Ideologien sterben] (DIE ZEIT)
[28.09.2008:
US-Ökonom Nouriel Roubini im Interview] (DER TAGESSPIEGEL)
[28.09.2008:
Die 7 Mythen zur Finanzkrise der USA] (DIE WELT)
[09.10.2008:
Nobelpreisträger Muhammad Yunus im Interview] (SPIEGEL ONLINE)
[17.10.2008:
Ex-CDU-Generalsekretär Heiner Geißler im Interview] (WESTDEUTSCHE ZEITUNG)
[26.10.2008:
Neue Weltordnung? Was des Staates ist] (DER TAGESSPIEGEL)
[26.10.2008:
Wie tief wird der DAX noch sinken?] (khd-research)
[02.11.2008:
Kirche fordert staatliches Eingreifen gegen Geldgier] (DIE ZEIT)
[05.11.2008:
Habermas macht Politik für Finanzkrise verantwortlich] (DIE ZEIT)
Geldmarkt-Fonds auf Talfahrt
Banken versprachen viel /
Sofortiger Ausstieg ist nun angesagt
BERLIN 9.10.2008 (khd-research). Ging es ums sichere Anlegen von erspartem Geld, wurden in
den letzten Jahren von Banken auch immer wieder
Geldmarkt-Fonds ins
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Geldmarkt-Fonds bieten eine Rendite in Höhe der Geldmarktsätze zu
Großanleger-Konditionen mit hoher Kursstabilität bei täglicher
Verfügbarkeit.
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Das verspricht der Bundesverband Investment (BVI)
in seinen Unterlagen. Es ist gelogen. Denn Realität ist, daß der Geldmarktzins
Euribor
(derzeit um gut 5 %!) überhaupt nicht in vielen Geldmarkt-Fonds abgebildet wird.
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Gespräch gebracht. Mit denen seien besonders gute Renditen zu erzielen, wurde
versprochen. Das jedoch stimmte nur zum Teil. Deshalb rieten bereits im Herbst 2007 das Magazin
Focus und das
Manager-Magazin zur Vorsicht bei Geldmarkt-Fonds. Die Euro-Geldmarkt- Fonds
hätten zwar keine Währungsprobleme, aber ein Problem mit der Rendite. Es seien allenfalls
Renditen von knapp unter 4 Prozent möglich, hieß es noch vor einem Jahr. Aber dann kam am 15.
September 2008 im Verlauf der Finanzkrise der Crash der US-Investmentbank Lehman Brothers auch mit
fatalen Folgen für den europäischen Geldmarkt.
Danach wurde immer deutlicher, daß auch viele der in Deutschland
angebotenen Geldmarkt-Fonds in der Krise stecken. Und dabei galten Geldmarkt- Fonds
bislang als sichere Alternative zu Bankeinlagen. Betroffen sind vor allem die Fonds, wo die Fondsmanager
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Beispiel eines Geldmarkt-Fonds, der 2008 enttäuschte.
(Grafik: siehe Inset khd) |
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den Fehler begingen, auch in Bankschuldverschreibungen oder Unternehmenspapieren zu investieren. Nach der
Lehman-Pleite sind deren Werte aber abgestürzt, was den Wert der Fonds-Anteile Ende September
schlagartig minderte und eine
Verkaufswelle auslöste.
Inzwischen sind einige Geldmarkt-Fonds bereits auf dem Wert-Niveau von 2004 angelangt. Und das
heißt, aus dem 2004 angelegten Geld ist kein Cent mehr geworden. Jedes normale Sparbuch oder
Staatspapier hätte eine höhere Rendite ergeben.
Deshalb gilt der Rat: Sofort aus
diesen Geldmarkt- Fonds aussteigen. Die Kurse werden noch weiter fallen. Auch unterliegen die
Geldmarkt-Fonds nicht der Einlagensicherung oder der Bundesgarantie. Und daß sie ein
Sondervermögen der ausgebenden Bank sind, hilft überhaupt nicht beim Wertverfall.
[Ein Beispiel]
[Aktuelle Fonds-Kurse bei der ARD]
Schluß mit den Finanzphantastereien
BERLIN 12.10.2008 (khd). Vier Wochen tobt nun schon die internationale Finanzkrise, und die
Bank-Manager haben sich noch immer nicht für den von ihnen angerichteten Schaden und das verursachte
Chaos entschuldigt. Aber man spricht davon, Vertrauen müsse wieder gewonnen werden, sonst gehe alles
den Bach hinunter. Wie aber soll Vertrauen gewonnen werden, wenn diese Banker-Kaste selbst noch nicht
einmal Einsicht zeigt.
Da drängt sich der Verdacht auf, daß diese nur abwarten will, bis die staatliche Hilfe gewirkt
hat, um dann mit ihren Finanzphantastereien und dazu gehören auch diese Geldmarkt-Fonds
im Casino-Stil weiterzumachen. Das darf aber genau nicht passieren. Wir brauchen daher ein
völlig neues Finanzsystem, um solche Exzesse ein für allemal zu vermeiden. Aber dazu ist von
Politikern bislang noch wenig zu hören.
[Markt braucht auch Moral, sagt unser Bundespräsident Köhler]
Mehr zu diesem Thema:
[04.08.2007:
Immobilienkrise holt Geldmarktfonds ein] (DIE WELT)
[10.10.2007:
Geldmarktfonds: Ein Fressen für die Geier des Geldgewerbes] (FOCUS)
[12.12.2007:
Vorsicht vor Geldmarktfonds] (MANAGER MAGAZIN)
[01.10.2008:
Anleger nehmen Geldmarktfonds unter die Lupe] (FAZ)
[04.10.2008:
Geldmarktfonds geraten in den Strudel der Finanzkrise] (DIE WELT)
[09.10.2008:
Geldmarkt spielt verrückt] (HANDELSBLATT)
[09.10.2008:
Geldmarktfonds enttäuschen] (FAZ)
[10.10.2008:
Sind die Investment- und Geldmarktfonds noch sicher?] (HANDELSBLATT)
[11.10.2008:
Ausverkauf bei Geldmarkt-Fonds] (BERLINER MORGENPOST)
[13.10.2008:
Anleger flüchten aus Geldmarktfonds] (FINANCIAL TIMES DEUTSCHLAND)
Bayern hat gewählt
Nichtwähler-Partei siegt haushoch /
Nur noch jeder vierte Bayer wählte CSU
MÜNCHEN 3.10.2008 (khd). Auch die Wahl zum Bayerischen Landtag am 28. September machte
es erneut deutlich: Politik als von
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Vielleicht sollte man die auf die Nichtwähler entfallenden Parlaments- Sitze
frei lassen.
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Das sagte unlängst ein Radio-Hörer im DeutschlandRadio, der damit die Parteien wachrütteln
will.
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den Parteien inszenierte Show zahlt sich nicht aus. Sehr viele Bürger gingen im Freistaat
schlichtweg nicht zur Wahl. Das sind fast 42 % der Wahlberechtigten. Außerdem waren 6 % der Bayern
der Meinung, daß sie politisch von kleineren Parteien besser vertreten sein würden. Allerdings
fielen diese Stimmen unter den Tisch, da diese Parteien die 5-%-Hürde nicht überspringen
konnten.
Also sind nun in Bayern fast die Hälfte der Bürger (48 %) nicht mehr durch Abgeordnete
repräsentiert. Kommt es demnächst zu einer CSU-FDP-Koalition, dann stehen dahinter nur knapp 30
% der Wahlberechtigten. Und das wäre dann ganz klar eine Minderheitenregierung!
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Das Bayerische Wahlergebnis vom 28. September 2008 in einer etwas anderen Darstellung. In dieser Grafik
sind die Stimmanteile auf alle Wahlberechtigte bezogen dargestellt.
(Grafik: 30.9.2008 khd) |
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Für die regierende CSU war die Wahl ein Debakel. Denn nur noch jeder 4. Bayer wählte die CSU
(25,2 %). Dennoch begann schon am Wahlabend ein wenig demokratisches Gerangel um die Posten und keine
Einsicht darüber, daß es wohl die bisherige CSU-Politik war, die viele Wähler von der
Wahl abhielten oder diese zu einer anderen Partei (Freie Wähler, Grüne, FDP oder Linke)
umschwenken ließ. Die kümmern sich nicht um uns, hieß es in einer
Radio-Reportage aus dem Wahlkampf. Nur eine überzeugende Politik für die
Bürger werde dazu führen, daß aus Nichtwählern wieder Wähler werden,
sagen Politik-Beobachter.
[20.09.2006:
Berlin hat gewählt Nichtwähler-Partei siegt haushoch] (khd-Page)
[04.11.2008:
Der Staat im Griff der Parteien] (DEUTSCJLAN-RADIO KULTUR)
Globalisierung der Weltwirtschaft
Eine Bundestags-Kommission arbeitete /
Erinnerung an die Empfehlungen von 2002 zu den Finanzmärkten
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Diesen Artikel gibt es auch in |
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BERLIN 28.9.2008 (khd). Es ist schon etwas in Vergessenheit geraten. Aber das deutsche
Parlament hat schon vor Jahren seine Schularbeiten in Sachen Verbesserung des globalen Finanzsystems
gemacht. Im Dezember 1999 setzte der Bundestag eine Enquete-Kommission Globalisierung der
Weltwirtschaft ein. In zweieinhalb Jahren erarbeiteten Experten und Abgeordnete Empfehlungen
für die notwendigen Reaktionen der Politik auf die Auswirkungen der Globalisierung. Im Juni 2002
legte die Kommission den Schlußbericht vor
(Bundesdrucksache 14/9200).
Die 200 Handlungsempfehlungen richteten sich nicht nur an die Bundesregierung, sondern auch an die
Europäische Union. Leider konnte von den 18 Empfehlungen, die die Finanzmärkte betreffen, bislang kaum etwas realisiert
werden. Angesichts der globalen Finanzkrise, die ja eigentlich eine Krise des Kapitalismus'
ist, gibt es jetzt eine Chance, auf der europäischen Ebene doch noch voranzukommen.
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Zu den Finanzmärkten ergangene Empfehlungen
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Notiert sind hier die Überschriften der 2002 von der Enquete-Kommission gemachten
Empfehlungen, wobei einige Erläuterungen hinzugefügt wurden.
- Geldwäsche wirksam bekämpfen.
- Kreditversorgung kleiner und mittlerer Unternehmen und breiter Schichten der Bevölkerung
sichern (Basel II).
- Die Interessen aller gesellschaftlichen Gruppen an Unternehmen angemessen berücksichtigen.
- Das Financial Stability Forum weiterentwickeln.
- Den Einfluss informeller Politik begrenzen.
- Einen einheitlichen, europäischen Finanzmarkt schaffen.
- Stabilitäts-, Beschäftigungs- und Wachstumspolitik in der Europäischen
Währungsunion besser verzahnen.
- Für die Einführung einer Devisentransaktionssteuer (Tobin-Steuer) und
die Aufrechterhaltung von
Möglichkeiten zur Kontrolle kurzfristiger Kapitalbewegungen.
- Die Beteiligung des privaten Sektors (Private Sector Involvement) bei der Vorbeugung und
Bewältigung von Finanzkrisen stärken.
- Offshore-Zentren zur Kooperation veranlassen.
- Verbesserte Aufsicht über Hedge-Fonds.
- Die Institutionen von Bretton Woods nicht schwächen, sondern reformieren.
- Gender Budgets.
- Nachhaltiges Investment unterstützen.
- Die Mittel für die öffentliche Entwicklungszusammenarbeit aufstocken.
- Die Entschuldung hochverschuldeter, armer Länder (HIPC-Initiative) fortsetzen und
Schuldendienst an der Tragfähigkeit bemessen.
- Eine internationale Insolvenzregelung entwickeln.
- Frauen in die Entwicklungsfinanzierung aktiv einbeziehen (Mikrokredite).
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Nun schlägt Europas Stunde
BERLIN 29.9.2008 (khd). Diese deutsche Vorarbeit sollte jetzt von der Europäischen Union (EU) genutzt werden.
Zwar müssen nun schleunigst die
Probleme der Weltwirtschaft gelöst werden, in die uns die gierige USA
stürzten. Es ist aber eine gute Idee, wenn die EU zunächst mit guten Beispiel vorangeht und
schon mal für den europäischen Finanzmarkt einheitliche Spielregeln
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Der US-Kapitalismus entpuppt sich als gigantisches Schneeballsystem.
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Das schreibt der SPIEGEL in seiner Ausgabe 40/2008 vom 29.9.2008.
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festlegt. Nach dem Crash vom 15. September 2008 bestehen im Europäischen Rat gute Chancen für
eine Einigung, denn der bisherige Hauptbremser Großbritannien hat sich bereits für eine
energischere Regulierung der Finanzmärkte ausgesprochen.
Sicher wird man die deutschen Erkenntnise von 2002 noch einmal prüfen und ergänzen müssen,
wo es aus heutiger Sicht erforderlich ist. Besonders wichtig wird aber sein, daß alle
Finanz-Unternehmen also auch die Hedge-Fonds und Private-Equity-Fonds oder Bank-Töchter
außerhalb der Bilanz (Schattenbanken) den gleichen Vorschriften für das
Vorhalten von ausreichend Eigenkapital und das zulässige Ausmaß der Verschuldung sowie
Berichtspflichten unterliegen. Das zu erreichen, wäre ein bedeutender erster Schritt.
Es kann sehr gut sein, daß einmal in Geschichtsbüchern vom Weitblick europäischer
Politiker in den 1990-Jahren gesprochen wird. Denn Europa (und damit auch Deutschland) haben ein
großes Glück, daß es mit dem Euro rechtzeitig eine eigene Leitwährung
eingeführt hat.
Damit hat sich Europa währungs- und finanzpolitisch in vielfacher Hinsicht von den USA
unabhängiger gemacht. Das sollte jetzt ein wichtiger Vorteil sein, muß aber durch eine
gemeinsame Wirtschafts- und Sozialpolitik unterfüttert werden. Hier haperte es in den letzten Jahren
noch sehr. 2009 sind Europa-Wahlen, und da wollen die 500 Mio. EU-Bürger endlich Ergebnisse
sehen.
Mit Totalgarantie neues Vertrauen bilden
BERLIN 1.10.2008 (pep). Bankkunden leben jetzt in ständiger Angst, ihr angelegtes Geld
zu verlieren, nur weil die Staatsregierungen die gesamte Finanz- Industrie zwar hofierte aber nicht
ausreichend reguliert und kontrolliert haben. Das gilt zwar vor allem für die USA, aber auch in der
Europäische Union (EU) liegt die Kontrolle im argen. Insofern haben auch die EU-Staaten eine
Bringschuld gegenüber ihren Bürgern. Zwar gibt es bereits Sicherungsfonds, aber wann und was
die zahlen bleibt nebulös. Auch Nachfragen bei Banken bleiben nur im Ungefähren. Und deshalb
wächst und wächst das Mißtrauen.
Irland hat heute Nägel mit Köpfen gemacht und eine Totalgarantie für alle Privatkonten
für 2 Jahre ausgesprochen. Mit dieser vertrauensbildenden Maßnahme soll vor allem einer
möglichen Panik der Bankkunden einem ‚bankrun‘ vorgebeugt werden. Alle
EU-Staaten täten gut daran, diesem Beispiel schnellstens zu folgen. Denn diese unbeschränkte
Staatsgarantie kostet zunächst einmal nichts, würde aber bei weiteren Bankcrashes die drohende
Wirtschaftskrise mit weitaus schlimmeren Folgen weniger wahrscheinlich machen.
Deutschland sollte recht schnell dem irländischen Beispiel folgen und damit ein Signal für
die EU-Kommission geben. Gelang es doch der schwarz-roten Bundesregierung am letzten Wochenende in einer
Hauruck-Aktion in nur einer Nacht, eine Bürgschaft in Höhe von 26,6 Mrd. Euro für die
angeschlagene Hypo Real Estate auszusprechen um Schlimmeres zu verhindern, wie
es hieß. Da sollte den Regierenden ihr Volk genausoviel wert sein, wie es die
‚windigen‘ Banken SachsenLB, IKB und jetzt die Hypo Real Estate waren, zumal es hierzulande noch so einige
Wackel-Banken gibt. Oder müssen die Bankkunden erst mit dem massiven Geldabheben beginnen?
[mehr im PDF-Dokument]
Mehr zu diesem Thema:
[25.06.2002:
Bundestags-Kommission fordert die Tobin-Steuer] (SPIEGEL ONLINE)
[20.09.2008:
Der Markt hat's nicht gerichtet] (khd-Page)
[27.09.2008:
Heiner Geißler (CDU) im Interview] (HNA)
[28.09.2008:
Krisenexperte Nouriel Roubini im Interview] (DER TAGESSPIEGEL)
[29.09.2008:
US-Finanzkrise: Der Offenbarungseid] (SPIEGEL 40/2008, Seite 20)
Der Markt hat’s nicht gerichtet
US-Finanzkrise bedroht die Weltwirtschaft /
Rettung nur durch Verstaatlichung
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Diesen Artikel gibt es auch in |
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BERLIN 20.9.2008 (khd). In dieser Woche ist die Welt gerade noch einmal an einer Neuauflage
der Weltwirtschaftskrise von
1929 vorbeigeschrammt. Hoffentlich. Denn die in den USA vor allem mit der Erfindung von immer neuen
kommerziellen Perpetuum mobiles [1] produzierte Finanzkrise von
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Credit crisis shows current financial regulation suboptimal, duplicative, and
outdated.
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Das sagte US-Finanzminister Henry Paulson am 19. September 2008, nachdem er den Plan zur Überwindung
der Finanzkrise durch staatliche Übernahme aller faulen Kredite angekündigt hatte.
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2007/08 ist noch nicht so ganz ausgestanden. Bislang hat sie in Europa kaum die reale Wirtschaft
erreicht. Aber das kann noch kommen.
Die ebenfalls in den USA ausgelöste Krise von 1929 hatte in allen wichtigen Industrie- Nationen
massive negative Folgen wie Zusammenbrüche von sehr vielen Firmen, Massenarbeitslosigkeit und
Deflation gehabt. Menschen gerieten
in sehr große soziale Not. Vor diesem Hintergrund erstarkte damals in Deutschland der
Nationalsozialismus. Und wir kennen alle das fatale Ergebnis. Ein derartiges Szenario muß auf jeden
Fall verhindert werden.
Nun haben uns Politiker aller Couleur nach dem 2. Weltkrieg immer wieder erklärt, daß sich
eine derartige Weltkrise nie mehr wiederholen könne. Denn es seien seit den 1950er-Jahren viele
marktregulierende Instrumente und marktkontrollierende Institutionen (wie der
IWF, die
WTO,
OECD,
SEC,
Weltbank,
EZB und
BaFin)
eingeführt worden. Aber dennoch kam es immer wieder zu
Krisen auf
Teilmärkten, bei denen es der internationalen Politik nicht gelang, sie zu verhindern.
USA setzte stur aufs Laisser-faire
Zwar gilt die Subprime-Krise von 2007 (US-Immobilienkrise) als Auslöser für
die gegenwärtige Bank- und Finanzkrise. Wären aber alle Finanzmärkte nach rationalen
Kriterien reguliert und kontrolliert worden wie das das ‚gute alte Europa‘ immer wieder
verlangte, wären die jetzt aufgetretenen Folgen wie die Pleite von Lehmann Brothers in den USA oder
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Der größte Dilettant sitzt in Washington.
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Das sagte Altkanzler Helmut Schmidt am 22.9.2008 in der ARD.
[mehr] [2]
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HBOS in Großbritannien sowie die daraus resultierenden starken Schockwellen mit entsprechenden
Verlusten auch hierzulande vermeidbar gewesen.
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Tempi passati?
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Erinnerung an Parolen des Neo-Liberalismus
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Es waren aber die Regierungen der USA unter der Präsidentschaft eines George W. Bush und von
Großbritannien unter Tony Blair, die in den letzten Jahren jegliche Forderung
nach Transparenz und soliden Spielregeln für die immer obskurer agierenden Finanzmärkte
verhinderten. Der Markt werde das schon von sich aus richten, verteidigten sie ihre sture Haltung auf
etlichen Gipfeln zuletzt 2007 auf dem G8-Gipfel in Heiligendamm.
Finanz-Terrorismus endlich stoppen
Wir (und auch die nichthandelnden Politiker) haben nun erneut lernen müssen, daß in den USA
die Selbstregulierungskräfte des Marktes angesichts von ungezügelter Geldgier nicht
ausreichten, um ein Desaster zu verhindern. Die ganzen neoliberalen Wirtschaftstheorien wurden durch die
Realität ad absurdum geführt. So blieb jetzt nur noch die
Verstaatlichung der Spekulationsbanken und der Schulden, um noch Schlimmeres
wie 1929 zu verhindern.
Aber dann müssen die Politiker endlich diese Irren aus der Finanzwelt samt Jongleuren und Hedge-Fonds
mit ihren 25%-Renditeforderungen [3] an die regulatorische Kette
legen. Sonst wird dieser angelsächsische Finanz- Terrorismus
[4] bei der nächsten Krise die ganze Welt doch noch ins
Unglück stürzen.
[Kommentar]
Globaler Sicherungsfonds vonnöten
BERLIN 25.9.2008 (wop). Es stellt sich jetzt natürlich auch die Frage, ob das von den
Banken verzockte Geld nicht einfach zurückgeholt werden kann, bevor der Staat alle Ausfälle
sozialisiert. Schließlich sei das Geld ja noch vorhanden, es habe nur den Besitzer gewechselt, ist
zu hören. Zwar ist im Computer-Zeitalter eine solche Rückabwicklung durchaus technisch
vorstellbar, das würde aber das bestehende Finanzsystem völlig in Frage stellen.
Zur Krisenvermeidung sollte es aber in der Zukunft sehr wohl möglich sein, einen Ausgleich für
Fehlgeschäfte zu schaffen. Dazu müßte beispielsweise bei der Weltbank ein globaler
Sicherungsfonds eingerichtet werden, in die alle Banken von jeder (oder auch nur von bestimmten)
Transaktionen einen bestimmten Anteil einzuzahlen hätten.
Erinnert sei auch an die Ergebnisse der
Enquete-Kommission Globalisierung der Weltwirtschaft von 2002.
[Wie ging es weiter]
Anmerkungen:
[1] Jeder naturwissenschaftlich Gebildete weiß, daß es aufgrund von Naturgesetzen
der Thermodynamik keine solchen Perpetuum mobiles geben kann. Erfinder von P. m. sind daher immer
Betrüger. Und Finanz-Derivate sind kommerzielle Perpetuum mobiles.
[2] US-Präsident George W. Bush ist auch für den Irak-Krieg
verantwortlich. Und dieser Krieg wird mit seinen Folgen die USA mit rund 3.000 Mrd. US-Dollar belasten,
wie unlängst Wirtschafts- Nobelpreisträger Joseph Stiglitz ausrechnete.
[3] 25 % Jahresrendite lassen sich mal mit Wettgewinnen (den aber bei anderen immer gleich hohe
Verluste gegenüberstehen) erzielen. In der Realwirtschaft gefordert, führt das immer zu den
bekannten Heuschrecken-Folgen für Unternehmen und Mitarbeiter.
[4] US-Börsenguru Warren Buffett stellte fest, Finanz-Derivate seien wie nuklearer
Sprengstoff. Dann ist aber das Anwenden solcher Massenvernichtungswaffen (nach IWF-Angaben waren im
Dezember 2007 Derivate im Volumen von 596.000 Mrd. US-Dollar im Umlauf!) nichts anderes als Finanz-
Terrorismus, der allerorten Angst und Schrecken verbreitet.
Mehr zu diesem Thema:
[24.04.2005:
Geißler: Das ist "Anarcho-Kapitalismus"] (YAHOO-NEWS)
[25.04.2005:
Die "Heuschrecken" kommen] (khd-research)
[17.12.2005:
EZB-Warnung an die Hedgefonds-Finanziers] (SPIEGEL ONLINE)
[20.04.2006:
Hedgefonds: Angst vor einem Desaster] (DIE ZEIT)
[20.04.2006:
Fonds und Investment-Banken wehren sich gegen Regulierung] (DIE ZEIT)
[07.02.2007:
USA torpedieren globale Hedgefonds-Polizei] (SPIEGEL ONLINE)
[14.05.2008:
Köhler bezeichnet Finanzmärkte als "Monster"] (SPIEGEL ONLINE)
[30.05.2008:
Finanzmärkte dürfen uns nicht regieren] (DER TAGESSPIEGEL)
[15.09.2008:
Folgen katastrophaler US-Wirtschaftspolitik] (khd-research)
[16.09.2008:
Sozialismus für die Reichen] (DER TAGESSPIEGEL)
[16.09.2008:
Die Systemkrise kommt im Eiltempo] (NEUES DEUTSCHLAND)
[16.09.2008:
Und die Finanzkrise geht weiter] (khd-research)
[19.09.2008:
US-Regierung plant riesige Auffanggesellschaft] (HANDELSBLATT)
[20.09.2008:
Merkel fordert wegen Finanzkrise mehr Markttransparenz] (YAHOO-NEWS)
[22.09.2008:
Finanzmärkte: Kurz vor dem Kollaps] (SPIEGEL 39/2008, Seite 76)
Alle älteren Artikel findet man im
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Infos zum Klimawandel.
Probleme bei und mit der Energie-Versorgung.
Meine Berlin-Reports Living in a City.
Probleme bei und mit der Bahn.
Die Thermometer-Siedlung.
Chronik des Berliner Banken-Skandals. (bereits in 215. Ed.)
Infos zum Elektro-Smog.
Zur Gefahr von Acrylamid im Essen.
Zum Nitrofen-Skandal. (den [mehr] folgen)
Die Lebensmittel-Skandale in Europa.
Politik skandalös.
Die Geschichte des EURO.
Zum Rinderwahnsinn. (BSE + CJD)
Archiv zu Problemen mit der Telekommunikation
(Telefon, Internet, Breitband, TV-Kabel, Tarife etc.):
Das frühere Magazin t-off,
dessen Archiv von Zeit zu Zeit aktualisiert wird zumindest der immer wichtiger werdende
Telekomien-Teil.
1996 gab es mal Proteste gegen die Telekom-Tarife.
1998 gab es mal einen Internet-Boykott.
Abkürzungen der IT- und TK-Technik.
Und anderes ist im
Archiv abgelegt oder kann über die
Site-map lokalisiert werden.
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